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"TK spezial" für Baden-Württemberg 1-2011
 

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Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der ...

Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Württemberg.

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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    "TK spezial" für Baden-Württemberg 1-2011 "TK spezial" für Baden-Württemberg 1-2011 Document Transcript

    • InformatIonsdIenst der technIker krankenkasse baden-württembergInhaltsverzeichnis Nr. 1/März 2011 Landtagswahl: Interviews mit Gesundheitspolitikern 50 Jahre Mutterpass – eine Erfolgsgeschichte auch im Südwesten Weniger Frauen in Baden-Württemberg sterben an Herzinfarkt Neustart der Unabhängigen Patientenberatung als GKV-Leistung EditorialDemokratie pur: Sozialwahl 2011TK in vier Städten im Südwesten vor Ort Liebe Leserin, lieber Leser,Ein Gesundheitssystem, in dem Versicherte mitentscheiden können, was mit ihrenBeiträgen passiert und welche Leistungen ihre Krankenkasse anbietet? Doch, das gibt in Baden-Würt-es – und zwar in Deutschland. 2011 sind deshalb wieder 48 Millionen Krankenkassen- temberg wirdmitglieder und Rentenversicherte aufgerufen, bei der Sozialwahl über die Parlamente gewählt. Bei denihrer Versicherungen mitzubestimmen, darunter 6,3 Millionen aus Baden-Württemberg. Landtagswahlen am 27. MärzAktion mit Sehbehinderten auf Marktplätzen spielt die Ge- sundheitspolitik allerdings nicht die Dennoch steht die Sozialwahl im Hauptrolle. Schatten der großen politischen Wahlen. Die TK möchte die Sozialwahl Dennoch lohnt sich ein Blick auf die bekannter machen und startet gesundheitspolitischen Konzepte deshalb eine Aktion in Baden-Würt- der Parteien, denn die Fragen, ob temberg. An vier Standorten im es auf dem Land einen Ärzteman- Südwesten wird sie auf dem Marktplatz vertreten sein und gel geben wird oder wie gute Pfle- für die Sozialwahl werben: In Göppingen am 13. April, in ge organisiert werden kann, sind Friedrichshafen am 28. April, in Rottweil am 4. Mai und in von zentraler Bedeutung für die Ulm am 10. Mai. Lebensqualität. Mit dabei sind natürlich Mitglieder der Sozialparlamente, Fast eine genauso lange Traditionaber auch Vertreter der Blinden- und Sehbehindertenverbände, denn auch blinde wie die Landtagswahlen im Süd-Personen können wählen. Alle Sozialversicherungsträger bieten für Sehbehinderte westen haben die Sozialwahlen.und Blinde CDs, Wahlschablonen in Brailleschrift sowie spezielle Online-Programme Nur ein Jahr nach der erstenan. Wie das genau funktioniert, will die TK in ihrem Aktionszelt anschaulich machen. Konstitution des Landesparlaments 1952 fanden auch schon die erstenKlaus Kirschner wird Rede und Antwort stehen Sozialwahlen in Deutschland statt.Einer, der sich stets für die Selbstverwaltung stark gemacht hat, ist Klaus Kirschner Auch bei diesen Wahlen geht es(Foto). Der 69-jährige SPD-Politiker aus Oberndorf am Neckar ist seit Oktober 2009 um die Qualität der medizinischenstellvertretender Bundeswahlbeauftragter für die Sozialversicherungswahlen. Auch Versorgung – denn die gewähltener wird den Bürgern im Rahmen der TK-Aktion Rede und Antwort stehen. Vertreter reden mit bei der Frage, welche Leistungen eine Kasse„Ich war 27 Jahre in der Selbstverwaltung einer Kasse und für mich war das Interes- anbietet. Dies ist für uns Grundsanteste und Fruchtbarste die Zeit im Widerspruchsausschuss. Hier können Versicher- genug, die Wahl nach der Wahl inte Entscheidungen der Verwaltung von ihren ehrenamtlichen Vertretern überprüfen den Mittelpunkt zu rücken.lassen. Da zeigt sich die Bedeutung der Selbstverwaltung“, betont Kirschner, dervon 1976 bis 2005 dem Deutschen Bundestag angehörte. Weitere Informationen zur Sozialwahl sind abrufbar im Internet unter www.sozialwahl.de, die TK-Aktion wird unter Andreas Vogt www.tk.de/lv-badenwuerttemberg ausführlicher vorgestellt. Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg
    • baden-württembergLandtagswahl: Interviews mit GesundheitspolitikernFrage 1: Droht in Baden-Württemberg ein Ärztemangel? Falls ja, waswollen Sie dagegen tun?Frage 2: Die Frage, welche Krankenhäuser in Zukunft noch extremeFrühchen versorgen dürfen, sorgt für Streit im Südwesten. Was hat aus IhrerSicht Vorrang: Qualität durch fachliche Spezialisierung oder Wohnortnähe?Frage 3: Das Jahr 2011 ist das „Jahr der Pflege“. Wie kann Pflege inZukunft in guter Qualität und wirtschaftlich solide organisiert werden?Andreas Hoffmann, CDU:1. Derzeit kann man in Baden-Württemberg sicherlich zumindest im niedergelassenenBereich noch nicht von einem echten Ärztemangel sprechen. Wir haben viele stati-stisch betrachtet überversorgte Regionen und nur ganz wenige Einzelfälle, in denenes einen Engpass gibt. Das Land hat vor wenigen Wochen das Aktionsprogramm„Landärzte“ ins Leben gerufen. Mit diesem Programm werden Anreize für jungeMediziner gesetzt, sich auch in ländlichen Regionen niederzulassen.2. Die Frage ist, ob sich Qualität und Wohnortnähe gegenseitig tatsächlich ausschlie-ßen müssen. Ich halte die Entscheidung des GBA, eine Grenze von 30 Fällen einzufüh-ren, für ziemlich willkürlich. Mein Eindruck ist, dass einige Vertreter der MedizinischenFachgesellschaften nicht ganz uneigennützig die Mindestmengendiskussion nutzen,um zentrale Strukturen zu stärken. Im Falle der Beibehaltung des GBA-Beschlusseswird es Ausnahmegenehmigungen in ansonsten unterversorgten Regionen geben. Andreas Hoffmann3. Wir wollen die Alten-, die Kinder- und die Krankenpflege mit Binnendifferenzie-rungen und Vertiefungen zu einer Pflegeausbildung zusammenfassen. Dies erhöht dieAttraktivität und die Berufschancen der Pflegenden. Zum anderen müssen wir dielängst überfällige Frage klären, wer am Patienten was tun darf. Die Pflege hängt heutezu sehr von der Frage der Delegation der Ärzteschaft ab. Ich kenne keinen anderenBeruf, in dem die Auszubildenden so viel lernen und nachher eigenständig so wenigausführen dürfen.Ulla Haußmann, SPD:1. Es gibt in der ärztlichen Versorgung aktuell eine sehr ungleiche Verteilung zwischenländlichem Raum und Ballungszentren. Helfen könnte eine kleinräumigere Planungs-struktur für die Kassenarztsitze. Wir setzen auch auf das Konzept der MedizinischenVersorgungszentren. Es bietet Ärztinnen und Ärzten als Alternative zum Einzelkämp-fertum die Möglichkeit, als Angestellte tätig zu werden – bei Bedarf in Teilzeit, mitgeregeltem Mutterschutz und Urlaub sowie mit zumutbaren Nachtdiensten.2. Die Wohnortnähe hat für die Behandlung von Frühgeborenen mit sehr geringemGewicht nur eine äußerst untergeordnete Bedeutung. Vielmehr kommt es auf gutausgebildetes und vor allem routiniertes Fachpersonal an. Eine solche Routine kannman nur gewinnen, wenn eine entsprechende Zahl von Frühgeborenen in der Abtei-lung behandelt wird. Niemand setzt etwa bei der Behandlung von Schwerstbrandver-letzten auf den Faktor Wohnortnähe. Ulla Haußmann3. Anstatt wie Schwarz-Gelb über Kapitaldeckungsverfahren und Kopfprämien auch inder Pflegeversicherung nachzudenken, fordern wir, die Beitragssätze anhand allerEinkommen der Versicherten und nicht nur abhängig vom Bruttolohn zu erheben. DieSPD will mit einem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ein neues Verständnis für Pflegeschaffen – weg von der verrichtungsbezogenen Minutenpflege hin zu einer Versor-gung, die den Menschen auch mit seinen sozialen Bedürfnissen und seinem Teilhabe-anspruch wahrnimmt. TK spezial 1 / 2011 2
    • baden-württembergBärbl Mielich, Bündnis 90/Die Grünen:1. Im Bereich der wohnortnahen, hausarztzentrierten Versorgung wird in Kürze eingravierender Versorgungsengpass entstehen, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird.Ein Lösungsansatz ist die Neuverteilung von Aufgaben zwischen den Berufsgruppen.Damit sich die Ärzte auf ihre Kompetenzen konzentrieren können, sollten qualifiziertePflegekräfte klar definierte heilberufliche Tätigkeiten selbstständig übernehmen.Wichtig ist auch eine kleinräumigere Bedarfsplanung im ambulanten Bereich.2. Wir halten die fachliche Spezialisierung und Qualitätssicherung bei extrem frühge-borenen Kindern für essenziell und vorrangig gegenüber der Wohnortnähe. Sollte eszu regionalen Versorgungslücken kommen, können wir uns unter bestimmten, enggefassten Bedingungen Verbundlösungen vorstellen, die allerdings am „UlmerModell“ orientiert sein müssen. Dies bedeutet, dass eine intensive fachliche Kooperati-on zwischen den verschiedenen Perinatalzentren stattfindet. Bärbl Mielich3. Wir wollen ein Höchstmaß an Transparenz in der Pflege. Wir haben uns dahergegen CDU und FDP für eine Pflicht zur Veröffentlichung von Qualitätsberichteneingesetzt. Zudem muss der Pflegeberuf attraktiver werden: durch bessere Arbeitsbe-dingungen, eine bessere gesellschaftliche Wertschätzung des Berufes, eine Ausdiffe-renzierung des Berufsbildes bis hin zum akademischen Abschluss und durch eineleistungsgerechte Bezahlung.Dr. Ulrich Noll, FDP:1. Die FDP hat den sich abzeichnenden Ärztemangel bereits erkannt, als andere nochvon Überversorgung geträumt haben. Wir haben nicht nur durch den „Kabinettsaus-schuss Ländlicher Raum“ reagiert, sondern auch mit dem Aktionsprogramm „Land-ärzte“ wichtige Impulse gesetzt. Der Beruf des Arztes muss endlich wieder attraktivwerden. Bürokratieabbau und verlässliche Rahmenbedingungen für die Vergütungsind dabei die wohl wichtigsten Stichworte.2. Natürlich wünschen sich die betroffenen Eltern wohnortnahe Angebote und diebisherigen Anbieter wollen am Markt bleiben. Es waren aber gerade Patientenvertre-ter, die sich im Gemeinsamen Bundesausschuss für die Einführung einer Mindestmen-ge ausgesprochen haben. Im Zweifel tendieren wir Richtung Qualität. Das sind wirden Frühgeborenen und den Eltern schuldig.3. In Anbetracht des demografischen Wandels ist der Aufbau eines Kapitalstocks Dr. Ulrich Nollunerlässlich. Wir haben bereits erreicht, dass die Pflegeberufe durch das Landespfle-gegesetz attraktiver und durchlässiger werden und ein Hochschulzugang erworbenwerden kann. In der stationären Pflege haben wir durch das neue Landesheimgesetzwesentliche Verbesserungen geschaffen. Die Landesheimbauverordnung siehtzukünftig Einzelzimmer vor.Die vollständigen Interviews zur Landtagswahl 2011 sowie weitere Informationen über die befragten Politiker finden Sie unter www.tk.de/lv-badenwuerttemberg. TK spezial 1 / 2011 3
    • baden-württemberg50 Jahre Mutterpass HintergrundEine Erfolgsgeschichte auch im Südwesten Nach einer Pilotphase 1960 wurdeBei der ersten Vorsorge-Untersuchung wird er vom Arzt oder der Hebamme ausge- der Mutterpass in Papierform 1961händigt: der Mutterpass. Danach ist er das zentrale Dokument für praktisch alle eingeführt. Die Verpflichtung fürwerdenden Mütter, in das sämtliche wichtigen Daten zur bestehenden sowie zu Ärzte, allen gesetzlich krankenversi-kommenden Schwangerschaften eingetragen werden. cherten schwangeren Frauen den Mutterpass auszuhändigen, bestehtUnd das ist nun schon seit 50 Jahren so, denn 1961 wurde der Mutterpass in aber erst seit dem 1. April 1968.Deutschland eingeführt. Er ist ein Paradebeispiel für eine äußerst erfolgreiche Vorsor-ge und hat mit dazu beigetragen, dass sich auch im Südwesten die medizinische Im Jahr 1966 wurde das Mutter-Versorgung sowohl für die Kinder als auch für die Mütter in den letzten 50 Jahren schutzgesetz erlassen und dabei diedrastisch verbessert hat. Schwangerenvorsorge im Sozialge- setzbuch V (SGB V) verankert. ImMehr Sicherheit für Mutter und Kind gleichen Jahr wurden vom Bundes- ausschuss der Ärzte und Kranken-Das wird durch die Statistik eindrucksvoll bestätigt. Im Jahr 1961 sind in Baden-Würt- kassen die „Mutterschafts-Richtli-temberg rund 5.000 Kinder tot zur Welt gekommen oder in den ersten sieben Tagen nien“ erarbeitet, in denen 1968gestorben. Bei insgesamt rund 155.000 Kindern, die damals geboren wurden, ist das bestimmt wurde, dass nach Feststel-eine Quote von 3,2 Prozent. Zudem haben in jenem Jahr 137 Frauen im Land bei der lung einer Schwangerschaft für jedeGeburt ihr Leben verloren. Frau ein Mutterpass ausgestellt werden muss.50 Jahre später hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Im Jahr 2009 haben nurnoch 423 Kinder im Südwesten die ersten sieben Tage nicht überlebt, das sind 0,5 Herausgeber des Mutterpasses istProzent aller knapp 90.000 Neugeborenen. Die Müttersterblichkeit ist ebenfalls rapide mittlerweile der Gemeinsamegesunken: Fünf Todesfälle wurden 2009 gemeldet, seit 1984 liegt diese Zahl im Bundesausschuss (G-BA).einstelligen Bereich (Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg).TK: Schwangerschaftsrisiken neubestimmenDer Mutterpass ist kein starres Instrument,sondern wurde in den vergangenen 50 Jahren immer wieder geändert und an neue medizinische Entwick- lungen angepasst. Zuletzt war dies 2009 der Fall, als Ände- rungen bei den Themen Ernährung, HIV-Antikörpertest undZahngesundheit vorgenommen wurden.Die TK plädiert nun dafür, die Schwanger-schaftsrisiken neu zu bestimmen. Sowerden derzeit noch alle Schwanger-schaften, bei denen die Mutter älter als 35Jahre ist, im Mutterpass als Risikoschwan-gerschaften eingestuft. Das ist nicht mehrzeitgemäß. Fast jede vierte Frau in Baden- Aufgrund des medizinischen Fortschritts und präventiver Maßnahmen wie dem Mutterpass können vieleWürttemberg ist bei Geburt ihres Kindes Frauen die Schwangerschaft heute unbeschwerter erleben als noch vor 50 Jahren.bereits 35 Jahre oder älter. Wenn dieRisiken zu sehr betont werden, darf mansich weder über zurückgehendeGeburtenzahlen noch über ansteigendeKaiserschnitt-Quoten wundern. TK spezial 1 / 2011 4
    • baden-württembergRauchfrei zur Geburt KurznachrichtenSchwangere werden gesundheitsbewusster Am Bodensee hat derSchwangere Frauen in Baden-Württemberg sind in den vergangenen Jahren zuneh- Kaiserschnitt Hochkonjunkturmend gesundheitsbewusster geworden und verzichten während der Schwangerschaftauf das Rauchen. Während im Jahr 2001 noch 9,4 Prozent der werdenden Mütter im Zwischen Bodensee, Leutkirch undLand rauchten, waren es 2009 lediglich 5,7 Prozent (Quelle: Geschäftsstelle Qualitäts- Sigmaringen kamen 2009 vier vonsicherung im Krankenhaus (GeQiK). zehn Kindern auf dem OP-Tisch zur Welt. Damit ist die Region Boden-Statistisch gesehen greift jedoch immer noch jede 17. schwangere Frau zur Zigarette, see-Oberschwaben Spitzenreiter inwas mit erheblichen Risiken für das ungeborene Leben verbunden ist. Im Jahr 2009 Baden-Württemberg. Im Landes-haben rund 5.000 von insgesamt knapp 87.000 schwangeren Frauen in Baden-Würt- durchschnitt wurden fast 33 Prozenttemberg geraucht. Der Großteil – 3.750 Frauen – konsumierte bis zu zehn Zigaretten der rund 87.000 Kinder per Kaiser-am Tag, 1.170 Frauen beließen es bei 11 bis maximal 20 Zigaretten täglich. 105 schnitt geboren (Quelle: Stati-Frauen rauchten mehr als eine Packung am Tag. stisches Landesamt Baden-Würt- temberg).Babys von Raucherinnen haben ein im Durchschnitt 200 bis 250 Gramm niedrigeresGeburtsgewicht als Neugeborene von Nichtraucherinnen, wobei diese Werte auch von Dabei schwankt der Anteil derder Zahl der gerauchten Zigaretten abhängt. Zudem führt das Rauchen während der Kaiserschnittgeburten in denSchwangerschaft zu mehr Fehl- und Frühgeburten Regionen zwischen 27 und 39 Prozent. Vor zehn Jahren kamen bei rund 105.000 Geburten im Südwe- sten nur knapp 21 Prozent der Kinder mittels Kaiserschnitt zur Welt.Weniger Frauen sterben an Herzinfarkt Die TK bezieht sich auf Daten desPositive Folgen von Sport und Rauchverbot Statistischen Landesamtes. Die regionalen Unterschiede deutenIn Baden-Württemberg starben im Jahr 2009 insgesamt 6.578 Menschen an einem darauf hin, dass nicht nur medizi-Herzinfarkt. Seit Jahren ist die Zahl der Herzinfarkt-Toten im Südwesten rückläufig. Im nische Gründe eine Rolle dabeiJahr 2008 erlagen 6.677 Menschen einem Herzinfarkt, im Jahr 2000 waren es noch spielen, ob ein Kind auf natürlichemrund 7.500 (Quelle: Statistisches Landesamt). Weg das Licht der Welt erblickt oder per Operation. Trotz des FortschrittsDie positive Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit ist vor allem darauf zurückzu- in der Medizin bleibt der Kaiser-führen, dass deutlich weniger Frauen an den Folgen eines Herzinfarktes sterben. schnitt ein operativer Eingriff, der mitZwischen 2007 und 2009 ist bei den Frauen ein Rückgang von 3.113 auf 2.904 Fälle erheblichen Risiken wie Blutungen,zu verzeichnen (minus sieben Prozent), während bei den Männern die Zahl sogar Infektionen und Verletzungenleicht ansteigt von 3.616 auf 3.674 (plus 1,6 Prozent). verbunden ist.Frauen sind in den vergangenen Jahren geradeim Alter deutlich aktiver und gesundheitsbewusstergeworden und gehen den Männern mit gutemBeispiel voran. Aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass nur ein Drittel der Männer über65 im Südwesten sportlich aktiv ist, aber knapp 60Prozent der Frauen.Frauen sind deutlich aktiverEventuell zeigen sich in der erfreulichen Tendenzbereits erste positive Auswirkungen des Rauchver-bots, das in Baden-Württemberg am 1. August 2007eingeführt wurde. Denn gerade Frauen profitieren alshäufige Passivraucher besonders von dem Rauchver-bot. Rund 60 Prozent der rund 200.000 Beschäftigtenin der Gastronomie in Baden-Württemberg sindFrauen. Zwar liegen noch keine fundierten wissen-schaftlichen Erkenntnisse vor, dennoch gibt esStudienergebnisse aus anderen Ländern, dass Ein Bild mit Symbolcharakter: In Sachen Bewegung und Sport laufen die Frauen denRauchverbote kurz- und mittelfristig Herzinfarkte Männern im Südwesten den Rang ab. Insbesondere die Seniorinnen ab 65 sind deutlichverhindern. aktiver als die Männer in diesem Alter. TK spezial 1 / 2011 5
    • baden-württembergUnabhängige Patientenberatung KurznachrichtenNeustart im Südwesten als GKV-Leistung Weniger FSME-PatientenIn Baden-Württemberg gibt es seit dem 1. März diesen Jahres eine unabhängigePatienten- und Verbraucherberatung als Regelleistung der gesetzlichen Im Jahr 2010 istKrankenversicherung. Auch die kostenlose Beratungshotline unter der die Zahl derTelefonnummer 0800-0117722 ist im Südwesten wieder freigeschaltet. Menschen, die in Baden-Württem-Träger der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Stuttgart ist der berg an derSozialverband VdK, Trägerin in Karlsruhe ist die Verbraucherzentrale Baden-Württem- Hirnhautentzün-berg. Das ist das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung, die im Februar abge- dung FSMEschlossen wurde. erkrankten, zurückgegangen.Von September 2006 bis Ende 2010 lief die UPD als Modellprojekt in Baden-Württem- Mit insgesamt 118 Patienten zählteberg. Der VdK Baden-Württemberg war bereits nach Ablauf des Modellprojektes in das Robert-Koch-Institut (RKI) imdie Bresche gesprungen und hat das Stuttgarter UPD-Büro in eigener Regie als vergangenen Jahr 26 Betroffene„VdK-Patientenberatung Baden-Württemberg“ fortgeführt. weniger als 2009. Ähnlich viele Fälle gab es mit 104 Erkrankungen nur in Bayern, bundesweit erkrankten 261 Menschen.Initiative gegen KlinikkeimeTK erstellt Zehn-Punkte-Katalog Inzwischen zählen 42 von 44 Kreisen im Südwesten zu den Risikogebieten. Lediglich dieExperten gehen davon aus, dass bundesweit jährlich 400.000 bis 600.000 Infektionen Stadtkreise Heilbronn und Ulm sinddurch multiresistente Krankenhauskeime (MRE) verursacht werden. Bis zu 15.000 nicht betroffen. Erstmals seit BeginnPatienten sterben daran. Der gefährlichste Keim ist der MRSA-Erreger. der Meldepflicht 2001 wurden mit 39 Fällen die meisten Erkrankungen imMit der Hygieneverordnung, die mit Beginn diesen Jahres in Kraft getreten ist, hat Regierungsbezirk Karlsruhe regis-die Landesregierung wichtige Schritte im Kampf gegen Klinikinfektionen unternommen. triert. Bisher war traditionell der Regierungsbezirk Freiburg dieDie TK hat nun einen Zehn-Punkte-Katalog erstellt, in dem weitere konkrete Schritte Region mit den meisten Betroffenen.gefordert werden, denn nach Einschätzung der TK ist nur ein abgestimmtes Maßnah-mepaket gegen Klinikinfektionen erfolgreich. Dazu zählen neben Verhaltens-änderungen in der Klinikhygiene zum Beispiel Screenings, die Isolierungund Dekontamination der Patienten sowie eine Meldepflicht für Erkran-kungen durch multiresistente Keime.Dass ein solches Vorgehen erfolgreich ist, zeigen deutsche und nieder-ländische Gesundheitsversorger in der Region Twente/Achterhoek undMünsterland, die sich im Qualitätsverbund „Euregio MRSA-net“zusammengeschlossen haben. Der Zehn-Punkte-Katalog der TK ist im Internet abrufbar unter www.tk.de/lv-badenwuerttemberg. Im Kampf gegen Klinikinfektionen ist nur ein abgestimmtes Maßnahmenpaket erfolgreich. In Baden-Württemberg wurden erste Schritte bereits umgesetzt. ImpressumHerausgeber:Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Baden-WürttembergPresselstraße 10, 70191 StuttgartVerantwortlich: Andreas VogtRedaktion: Hubert ForsterTelefon: 07 11 - 250 95 - 404Telefax: 07 11 - 250 95 - 444E-Mail: lv-baden-wuerttemberg@tk.deInternet: www.tk.de/lv-badenwuerttemberg.de