"TK spezial" Baden-Wuerttemberg 3-2013
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Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der ...

Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der Techniker Krankenkasse (TK) in Baden-Wuerttemberg.

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    "TK spezial" Baden-Wuerttemberg 3-2013 "TK spezial" Baden-Wuerttemberg 3-2013 Document Transcript

    • Baden-württemberg Informationsdienst der techniker Krankenkasse Editorial Inhaltsverzeichnis Interviews zur Bundestagswahl mit Gesundheitspolitikern aus Baden-Württemberg Pflege-Bilanz 2012 des MDK Baden-Württemberg – Fixierungen auf dem Prüfstand Unabhängige Patientenberatung (UPD) legt Bilanz für Baden-Württemberg vor Beschäftigungsstatistik: Gesundheitswesen überholt Einzelhandel Nr. 3 /September 2013 Liebe Leserin, lieber Leser, die Gesund- heitspolitik wird für die Wahl- entscheidung der Deutschen auch diesmal nicht entschei- dend sein. Dabei werden hier klare Alternativen geboten: CDU und FDP stehen für die Beibehaltung des dualen Finanzierungssystems, SPD und Grüne für die Bürgerversicherung. Wie vor vier Jahren haben wir wieder Gesundheitspolitiker aus Baden- Württemberg nach ihren Zielen gefra- gt. Damals hat der heutige Gesund- heitsminister Daniel Bahr die Fragen für die FDP beantwortet. Sein klares Ziel: Gesundheitsfonds rückabwickeln. Den Fonds gibt es immer noch, was belegt, welch dicke Bretter im Gesundheitswesen zu bohren sind. Für die Zukunft werden als beson- ders dringend genannt: stabile Kli- nikfinanzen und gute Pflege. Wie die Pflege-Bilanz des MDK Baden- Württemberg für das Jahr 2012 zeigt, ist dies auch sinnvoll. Im Südwesten ist die Pflege auf einem guten Niveau, doch weitere Verbes- serungen sind möglich und nötig. Ihr Andreas Vogt Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg Jeder dritte Euro für Krankenhäuser TK-Leistungsbilanz 2012 für Baden-Württemberg Rund 1,74 Milliarden Euro und damit 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr hat die TK im Jahr 2012 für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten im Südwesten ausgege- ben. Rein rechnerisch erhielt jeder TK-versicherte Baden-Württemberger medizinische Leistungen im Wert von 1.851 Euro – rund 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 393 Millionen Euro (23 Prozent) gingen an die niedergelassenen Ärzte, 164 Millionen Euro an die Zahnärzte (neun Prozent). Die Kosten für Arzneimittel beliefen sich auf 302 Millionen Euro (17 Prozent). Mehr hochbetagte Patienten in Krankenhäusern Der größte Einzeletat entfiel mit 538 Millionen Euro traditionell auf den Krankenhaus- sektor. 31 Prozent der Einnahmen der TK fließen in die Kliniken. Zu den Patienten zählen zunehmend hochbetagte Menschen. Rund 750 Patienten, die über 100 Jahre alt sind, sind im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg stationär behandelt worden. Medizin wird zunehmend zur Altersmedizin. Klinikfinanzen spielen wichtige Rolle bei Bundestagswahl Die Zukunft der Krankenhäuser ist das zentrale gesundheitspolitische Thema bei der Bundestagswahl am 22. September. Fast alle Gesundheitspolitiker aus Baden-Würt- temberg, die in Berlin aktiv sind, nennen in Interviews mit TK spezial Baden-Württem- berg die Neuordnung der Klinikfinanzen als wichtigste Herausforderung in den kommenden vier Jahren. Befragt wurden alle sieben Mitglieder des Gesundheits- ausschusses aus dem Süd- westen sowie die parlamen- tarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministeri- um, Annette Widmann-Mauz von der CDU. Die Kurzfassung der Interviews finden Sie auf den folgenden drei Seiten, die vollständigen Interviews im Internet unter www.tk.de/ lv-badenwuerttemberg. Über eine halbe Milliarde Euro hat die TK im vergangenen Jahr an die Kliniken im Südwesten überwiesen. Eine stabile Finanzierung der Krankenhäuser ist eines der zentralen Themen für die kommende Legislaturperiode.
    • baden-württemberg TK spezial 3 / 2013 2 Bundestagswahl: Interviews mit Gesundheitspolitikern „Axt am Solidarprinzip“ 1. Die Schaffung einer leistungsfähigen, nachhaltigen und gerechten Finanzierung durch eine Bürgerversicherung. Diese Antwort mag manche überraschen. Schließlich steht die GKV finanziell derzeit gut da. Doch 2015 werden die Überschüsse aufge- braucht sein. Und dann wird den Versicherten – wenn nichts am jetzigen System verändert wird – tief in die Tasche gegriffen. 2. Dringend notwendig ist eine Reform der Klinikfinanzierung. Wie können wir die Fallpauschalen so verändern, dass sich die gute Behandlung – und nicht die bloße Menge an Operationen – lohnt? Und wir müssen gemeinsam mit den Ländern zu Änderungen bei der Investitionsfinanzierung kommen. Außerdem müssen wir die Ausdünnung des Pflegedienstes in den Kliniken stoppen. 3. Die Regierung hat mit der letzten Gesundheitsreform die Axt ans Solidarprinzip gelegt. Aber auch ihr vollständiges Scheitern bei der Pflegereform ist für die Betrof- fenen fatal. Menschen mit Demenz werden weiterhin allenfalls mit einem Zubrot abgespeist. Schlimm ist auch, dass diese Regierung eine Käseglocke über die Versorgungsstrukturen gestülpt hat. Positive Ansätze gibt es allenfalls im Arznei- mittelbereich. „Bessere Ausbildung in der Pflege“ 1. Das Gesundheitswesen muss wieder an den Bedürfnissen der Menschen, am Bedarf der PatientInnen und gesunderhaltenden Arbeitsbedingungen der Beschäf- tigten ausgerichtet werden. Wir wollen, dass eine flächendeckende, barrierefreie Versorgung mit Arztpraxen sichergestellt wird. Gemeinschafts- und Teilzeitpraxen oder Medizinische Versorgungszentren in öffentlicher Hand können dazu beitragen. 2. Der Fachkräftemangel: Es müssen mehr und bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Pflegepersonal geschaffen werden und es müssen anständige Ausbildungsvergü- tungen bezahlt werden. Es darf nicht sein, dass Menschen für eine solche Ausbildung noch bezahlen müssen. Die Übernahme in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen muss gewährleistet werden. 3. Top: kostenfreie Schulverpflegung – ein Konzept für eine gesunde, hochwertige und beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung habe ich zusammen mit meiner Fraktion auf den Weg gebracht. Flop: Es ist uns bisher nicht gelungen, den Einfluss der Lebens- mittelindustrie auf die Gesetzgebung zurückzudrängen. In die Verkaufsregale der Supermärkte sollten nur Lebensmittel ohne gesundheitliche Risiken kommen. Frage 1: Was ist aus Ihrer Sicht die zentrale Herausforderung für das Gesundheitswesen in Deutschland in den kommenden vier Jahren? Frage 2: Im Falle Ihrer Wiederwahl: Gibt es etwas, das Sie mit beson- derem Augenmerk auf Baden-Württemberg erreichen möchten? Frage 3: Wie sieht Ihre persönliche Bilanz der vergangenen vier Jahre aus – was waren die „Tops“ und „Flops“? Biggi Bender (Bündnis 90/Grüne) Karin Binder (DIE LINKE)
    • baden-württemberg TK spezial 3 / 2013 3 „AMNOG war ein großer Wurf“ 1. Ich gehe davon aus, dass die Schwerpunkte in der nächsten Legislaturperiode in einer Reform des Krankenhaussektors liegen. Mir ist wichtig, dass die Versorgung auch in der Fläche sichergestellt bleibt. Durch das Versorgungsstrukturgesetz und das Apothekennotdienstsicherstellungsgesetz haben wir diesen Weg für ärztliche Versorgung wie auch für die Apotheken bereits beschritten. Zudem werden wir das Thema Rabattverträge einer kritischen Analyse unterziehen. 2. Ich will sicherstellen, dass gute Versorgungsstrukturen erhalten bleiben für eine bedarfsgerechte flächendeckende wohnortnahe medizinische Versorgung der Bürger. Das gilt sowohl für Fachärzte in der Fläche als auch für die Krankenhäuser. Ein Anfang durch die Bereitstellung zusätzlicher Mittel ist bereits gemacht. 3. Unser größter Erfolg war, dass wir die GKV wieder auf ein sehr stabiles Finanzfun- dament gestellt haben. Das war möglich, ohne die Versicherten zusätzlich nennens- wert zu belasten oder die Qualität der Versorgung anzurühren. Das AMNOG war ein großer Wurf, denn es konnte das Preismonopol der Pharmaindustrie brechen und wird uns Milliarden einsparen. „Unsinnige Praxisgebühr abgeschafft“ 1. Wir wollen die wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung erhalten und weiter verbessern. Dazu brauchen wir eine nachhaltige Finanzierung des Gesund- heitswesens. Die Abkopplung der Krankenversicherungsbeiträge vom Einkommen war richtig. Wir wollen den eingeschlagenen Weg fortsetzen, die Beitragsautonomie der Krankenkassen weiter ausbauen und die Umverteilung durch den Gesundheitsfonds zurückführen. 2. Wir müssen in Baden-Württemberg vor allem dafür sorgen, dass auch weiterhin eine gute und flächendeckende Versorgung, insbesondere auch in ländlichen Regionen, sichergestellt ist. Dazu gehört auch die Versorgung mit Krankenhäusern. Wir haben bereits notwendige Anreize für Ärztinnen und Ärzte gesetzt, auch in ländlichen Regionen tätig zu werden. 3. Wir haben es geschafft, durch kluge Politik ein Milliarden-Defizit zu beheben, haben endlich einen fairen Wettbewerb auf dem Arzneimittelmarkt eingeführt und die Praxis- gebühr abgeschafft. Die unsinnige Belastung der Versicherten durch die Praxisgebühr stand in keinem Verhältnis zu den Milliardenreserven bei den gesetzlichen Kranken- kassen. „Ärztliche Versorgung gesichert“ 1. Schwerpunkte nach der Wahl werden vor allem die Versorgung in Krankenhäusern und die Pflege sein. In beiden Bereichen bedarf es grundlegender Neuerungen und Korrekturen. 2. Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg liegen mir bei allen Entscheidungen besonders am Herzen. Selbstverständlich prüfe ich deshalb bei allen Entscheidungen die Auswirkungen auf Baden-Württemberg. 3. Wir haben den flächendeckenden Ausbau klinischer Krebsregister auf den Weg gebracht. Angefangen von der Diagnose über jeden einzelnen Behandlungsschritt und die Nachsorge bis hin zu Rückfällen, Überleben und Tod machen wir in der Quali- tätssicherung endlich einen entscheidenden Schritt. Mit dem Versorgungsstrukturgesetz haben wir die Grundlagen für die flächendeckende vertragsärztliche Versorgung gelegt. Wir haben die ärztliche Versorgung gesichert und das Präventionsgesetz auf den Weg gebracht. Die von uns eingeführte Pflegeversicherung hat sich bewährt. Mit der staat- lichen Förderung einer privaten Pflegezusatzversicherung unterstützen wir die Menschen dabei, eigenverantwortlich für den Fall der Pflegebedürftigkeit vorzusorgen. Michael Hennrich (CDU) Pascal Kober (FDP) Karin Maag (CDU)
    • baden-württemberg TK spezial 3 / 2013 4 „Zwei-Klassen-Medizin beenden“ 1. Die Herausforderung ist, auch in Zukunft alle Menschen am medizinischen Fortschritt teilhaben zu lassen und eine würdevolle Pflege zu gewährleisten. Dazu müssen wir die Krankenversicherung auf eine neue finanzielle Grundlage stellen und die Zwei-Klassen- Medizin beenden. Mit unserer Bürgerversicherung schaffen wir beides. Eine große Herausforderung wird die Versorgung im ländlichen Raum. 2. Etwa jedes zweite Krankenhaus in Baden-Württemberg schreibt rote Zahlen. Hier muss endlich gehandelt werden. Als SPD wollen wir, dass nicht die Menge der Krankenhausleistungen, sondern eine gute Qualität sich wirtschaftlich für die Kliniken rechnet. Bei der Pflege möchte die SPD eine flexible Pflegezeit mit gesetzlichem Anspruch und Lohnersatz einführen. 3. Für die Gesundheitspolitik waren das verlorene Jahre. Besonders bitter finde ich, dass eine Reform der Pflegeversicherung nicht angegangen wurde. Stattdessen hat sich die Regierung vor allem auf Symbolpolitik beschränkt. Dazu gehört das Familien- pflegegesetz, das den pflegenden Angehörigen nichts nützt, weil es weder mit einem Rechtsanspruch noch mit einer Lohnersatzleistung ausgestattet ist. „Erstmals sinkende Arzneipreise“ 1. In den kommenden vier Jahren wird das Thema „Krankenhaus“ in den Mittelpunkt rücken. Denn die zentrale Aufgabe für das Gesundheitswesen wird es sein, die Finanzierung der Kliniken neu zu strukturieren. Notfall-Hilfspakete wie in den letzten Jahren üblich dürfen nicht zur Regel werden. Die Länder müssen ihrer Verpflichtung, Investitionen im Krankenhauswesen zu finanzieren, endlich nachkommen. Das Thema Qualität muss mehr in den Mittelpunkt rücken. 2. Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung – gerade im ländlichen Raum. In städtischen Bereichen Überversorgung einschränken und im ländlichen Raum Unterversorgung bekämpfen. 3. Im Gesundheitsbereich waren wir sehr erfolgreich. Das GKV-Versorgungsstruktur- gesetz führt zu konkreten Verbesserungen bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum – gerade auch unter dem Aspekt des demografischen Wandels. Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) führte erstmals zu sinken- den Arzneimittelpreisen in Deutschland. Auch im Rettungswesen ist es gelungen, durch neue Strukturen die Zukunftsfähigkeit sicherzustellen. „Neuordnung der Pflege kommt an“ 1. Mir liegt am Herzen, dass jeder weiterhin Zugang zu einer hochwertigen und wohnortnahen medizinischen Versorgung hat, unabhängig vom Einkommen, Alter oder Gesundheitszustand. Die wachsende Zahl älterer und pflegebedürftiger Men- schen, der rasante Fortschritt in der medizinischen Forschung sowie der steigende Fachkräftebedarf sind dabei die größten Herausforderungen. 2. Als Flächenland ist Baden-Württemberg besonders auf eine wohnortnahe, kontinu- ierliche und sektorübergreifende medizinische Versorgung mit Haus- und Fachärzten sowie Kliniken angewiesen. In ländlichen und strukturschwächeren Regionen benöti- gen wir die Häuser der Grundversorgung mit geriatrischer Ausrichtung und frühreha- bilitativem Schwerpunkt. 3. Top ist der Einstieg in die Neuordnung der Pflege. Die Leistungsverbesserungen des PNG von zusätzlich einer Milliarde Euro kommen bei den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen in der Fläche an und verringern Bürokratie und Zeitdruck bei den Pflegekräften. Top ist auch der neue „Instrumentenkasten“ des Versorgungsstruktur- gesetzes, mit dem wir die flächendeckende vertragsärztliche Versorgung zukunftsfest gemacht haben. Hilde Mattheis (SPD) Lothar Riebsamen (CDU) Annette Widmann-Mauz (CDU)
    • baden-württemberg TK spezial 3 / 2013 5 Fixierungen stehen auf dem Prüfstand Pflege-Bilanz 2012 des MDK Baden-Württemberg Die Amtsgerichte in Stuttgart und Stuttgart-Bad Cannstatt haben es sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit der Heimaufsicht, dem Medizinischen Dienst der Kranken- versicherung (MDK) und den Pflegeheimen freiheits- entziehende Maßnahmen mindestens um ein Drittel zu reduzieren. „Stuttgart ohne Fixierungen“ (SoFi) nennt sich das Projekt. Dabei soll im Rahmen der gericht- lichen Genehmigungsverfahren eine Alternative zu den Fixierungen gefunden werden. Handlungsbedarf besteht aus Sicht der TK jedoch nicht nur in Stuttgart: In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr bei jedem fünften Pflegeheim- bewohner „freiheitseinschränkende Maßnahmen“ vorgenommen. Nur jedes dritte Pflegeheim im Süd- westen kommt ohne Fixierungen aus. Dazu zählen in erster Linie Bettgitter oder Gurte. Regionale Unterschiede zwischen den Landkreisen Ein Blick auf die Landkreise zeigt, dass es dabei durchaus regionale Unterschiede gibt. In Freiburg nahmen 12 von 21 geprüften Heimen freiheitseinschränkende Maßnahmen vor (57 Prozent), in Heilbronn 50 von 54 (93 Prozent). Freiheitseinschränkende Maßnahmen stellen einen schwerwiegenden Eingriff in die Würde und Freiheit des Bewohners dar. Die TK bittet deshalb alle zuständigen Gerichte in Baden-Württemberg, den gleichen Weg einzuschlagen wie die Amtsgerichte in Stuttgart und Stuttgart-Bad Cannstatt. Der MDK Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr 116 ambulante Pflegedienste und 1.361 Pflegeheime unter die Lupe genommen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse: Stationäre Pflege Bei 143 Bewohnern in 92 Heimen wurden gravierende Pflegefehler („gefährliche Pflege“) festgestellt. Davon kommen allein 50 Heime aus dem Regierungsbezirk Stuttgart. Hier liegt der Anteil der Heime mit gefährlicher Pflege bei 10,2 Prozent, im Regierungsbezirk Karlsruhe nur bei 3,3 Prozent (landesweit bei 6,8 Prozent). Positiv zu vermerken ist, dass quasi alle Heime neu eingezogene Bewohner bei der Eingewöhnung unterstützen, ein gutes Beschwerdemanagement eingeführt haben und eine würdevolle Sterbebegleitung anbieten. Bei 96,8 Prozent der Heime (Vorjahr 82,5 Prozent) erhalten vollständig immobile Bewohner nahezu täglich ein Angebot zur sozialen Betreuung (Kommunikation und Bewegung). Ambulante Pflege 99,6 Prozent der ambulanten Pflegedienste (Vorjahr 80 Prozent) schließen mit ihren Kunden einen korrekten Pflegevertrag ab. 99,4 Prozent (Vorjahr 81 Prozent) erstellen einen schriftlichen Kostenvoranschlag. Bei 9 Prozent der geprüften Dienste wurden fehlerhafte Abrechnungen festgestellt. Die Pflege-Bilanz 2012 kann sich für Baden-Württemberg durchaus sehen lassen. Dennoch gibt es zum Teil noch deutliche Defizite. Kommentar Im Vergleich mit anderen Bundes- ländern nimmt die stationäre Pflege in Baden-Württemberg weiterhin den Spitzenplatz ein. Die Landesdurch- schnittsnote liegt bei 1,0. Dies spricht für insgesamt gute Pflege im Süd- westen. Auch die MDK-Bilanz zeigt ja, dass es einiges Positives aus den Pflegeheimen zu vermelden gibt wie z. B. Verbesserungen beim Beschwerdemanagement oder der sozialen Betreuung. Nach wie vor sind die Pflegenoten jedoch wenig aussagekräftig, da sie Qualitätsunterschiede zwischen den Heimen kaum sichtbar machen. Zwar hat die einberufene Schieds- stelle unlängst einige Anpassungen vorgenommen, doch nach wie vor werden die Lesbarkeit des Speise- plans und die Qualität der Sturz- prophylaxe gleich gewichtet. Derzeit werden in Baden-Württem- berg knapp 90.000 Menschen in Pflegeheimen vollstationär betreut. Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl nach Einschätzung von Experten auf 130.000 anwachsen. Eine gute Pflege wird also zu einem zentralen Thema in den kommenden Jahren.
    • baden-württemberg Herausgeber: Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Baden-Württemberg Presselstraße 10, 70191 Stuttgart Verantwortlich: Andreas Vogt Redaktion: Hubert Forster Telefon: 07 11 - 250 95 404 Telefax: 07 11 - 250 95 444 E-Mail: lv-baden-wuerttemberg@tk.de Twitter: www.twitter.com/TKinBW Internet: www.tk.de/lv-badenwuerttemberg Impressum KurznachrichtenPatientenrechte im Vordergrund UPD-Bilanz 2012 für Baden-Württemberg Die Ablehnung von Leistungen, das Recht auf Einsicht in Krankenunterlagen, Behand- lungsfehler und Zuzahlungen waren mit Abstand die häufigsten Gründe für Patienten und Versicherte, sich mit der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) in Baden-Württemberg in Verbindung zu setzen. Insgesamt 5.133 Ratsuchende haben sich zwischen April 2012 und Dezember 2012 bei den beiden UPD-Beratungsstellen im Südwesten – Stuttgart und Karlsruhe – gemeldet. In über 70 Prozent der telefonisch oder in direktem Kontakt geführten Beratungsgespräche ging es dabei um rechtliche Aspekte. An erster Stelle standen die Ansprüche auf Leistungen der Kostenträger (923 Bera- tungen), gefolgt von Mitgliedschaft und Wechsel der Krankenkasse (685) sowie Geld- forderungen an Patienten wie Zuzahlungen oder Rechnungen bei Leistungen, die Patienten selbst bezahlen müssen (584). Behandlungsfehler spielten bei 369 Beratungsgesprächen die Hauptrolle. Fragen zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen haben immerhin zu 195 Beratungen geführt. Rein medizinische Fragen zu Prävention, Diagnostik und Therapie von Krankheiten machten insgesamt rund 16 Prozent der Beratungsgespräche aus. „Wir treffen häufig auf Ratsuchende, die ihre Rechte nicht kennen oder sich gar nicht im Klaren sind, dass sie Rechte haben“, betont UPD-Beraterin Monika Müller aus Stuttgart. Initiative der KV Baden-Württemberg: „Wir IGeLn fair“ Für mehr Transparenz für die Patienten will nun die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg sorgen. Unter dem Motto „Wir IGeLn fair“ bietet die KV den niedergelassenen Ärzten im Südwesten die Möglichkeit, sich an einem einheitlichen IGeL-Kodex zu beteiligen. Der Kodex umfasst zehn Grundsätze, zu denen sich die teilnehmenden Ärzte mit ihrer Unter- schrift bekennen. Derzeit können Ärzte und Psychotherapeuten bei der KV Plakate und Flyer für die Praxis bestellen. Aus Sicht der TK ist der IGeL-Kodex ein Schritt in die richtige Richtung. Transparenz sollte jedoch hergestellt werden, bevor der Patient in die Praxis kommt. Die KV sollte im Rahmen ihrer Arztsuche öffentlich machen, welcher Arzt den Kodex unterschrieben hat und welcher nicht. Das 10-Punkte-Papier der TK („Patientenrechte stärken“) ist abrufbar unter www.tk.de, Webcode 504300. Wachstumsbranche Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen ist der Wirt- schaftszweig in Baden-Württemberg mit den meisten Beschäftigten. Im Dezember 2012 haben rund 287.500 der insgesamt 4,1 Millionen sozial- versicherungspflichtig Beschäftigten einen Beruf im Medizinbetrieb aus- geübt. Das entspricht einem Anteil von sieben Prozent. Das Gesundheitswesen hat damit den Einzelhandel überholt, in dem Ende des vergangenen Jahres rund 287.000 Menschen beschäftigt waren. Die drittstärkste Branche ist der Maschinenbau mit 270.000 Beschäftigten vor der öffentlichen Verwaltung (215.000) und der Autoindustrie (203.000). Vor vier Jahren, Ende 2008, war der Maschinenbau mit 274.000 Beschäf- tigten noch die Nummer eins, knapp vor dem Einzelhandel (273.000). Im Gesundheitswesen fanden damals 266.000 Menschen Arbeit. Insge- samt ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen vier Jahren im Südwesten von 3,9 auf 4,1 Millionen Menschen angestiegen. Der Großteil der Beschäftigten im Gesundheitswesen arbeitet im Kran- kenhaus (177.000), rund 81.000 Menschen sind in Arzt- und Zahn- arztpraxen tätig. Die steigende Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- wesen ist eine Folge des medizi- nischen Fortschritts und der demo- grafischen Entwicklung. Moderne Behandlungsmethoden stehen allen gesetzlich Versicherten offen. Dieses Logo wird den Patienten in etlichen Arztpraxen ins Auge springen.