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Pressemeldung zum Bestandsmarktreport 2014: Nutzen teurer Präparate im Bestandsmarkt nicht belegbar

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Nicht nur neue Arzneimittel sollten im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) auf ihren Nutzen bewertet werden. Der Gesetzgeber wollte auch ältere, aber patentgeschützte Präparate einer Nutzenbewertung unterziehen, ist jedoch aus rechtlichen Gründen davon wieder abgerückt. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine fachliche Beurteilung des Bestandsmarktes hinsichtlich Qualität und Nutzen hinfällig ist. Im Bestandsmarktreport bewerten Wissenschaftler der Universität Bremen Präparate, die ursprünglich für derartige Nutzenbewertungen vorgesehen waren.

Ziel des Reports ist es, die Versorgung sicherer und wirtschaftlicher zu machen. Denn viele der untersuchten Arzneimittel haben keinen Zusatznutzen für den Patienten. Zudem zeigt er, ob eine Therapie mit den Präparaten vorwiegend in Krankenhäusern oder ambulant begonnen wird.

Dieses Dokument ist die Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse anlässlich der Vorstellung des Bestandsmarktreports 2014 auf der Pressekonferenz am 20. September 2014 in Berlin und kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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Pressemeldung zum Bestandsmarktreport 2014: Nutzen teurer Präparate im Bestandsmarkt nicht belegbar

  1. 1. TK-News Techniker Krankenkasse  Pressestelle  Bramfelder Straße 140  22305 Hamburg  www.presse.tk.de Für Rückfragen: Dennis Chytrek Tel. 040 - 6909 1783, E-Mail: pressestelle@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse Bestandsmarktreport 2014: Nutzen teurer Präparate im Bestands- markt nicht belegbar Berlin, 20. August 2014. Patentgeschützte Medikamente haben oft keinen Zusatznutzen für die Patienten. Zu diesem Ergebnis kommt das Team um Pro- fessor Dr. Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik der Uni Bremen. Die Wissenschaftler hatten mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) 17 Wirkstoffe ‒ unter anderem neue Mittel gegen Diabetes und Blutgerin- nungshemmer ‒ anhand von Kriterien der evidenzbasierten Medizin und auf Basis von TK-Verordnungsdaten analysiert. Glaeske: "Keiner der untersuchten Wirkstoffe hat es in der Ampel-Bewertung auf 'grün' geschafft. Die Präparate sind sehr teuer, haben häufig aber gegenüber bisher verfügbaren Mitteln kei- nen wesentlichen Zusatznutzen für den Patienten. Damit sind auch höhere Preise nicht gerechtfertigt." Nur für Präparate mit einem Zusatznutzen sollen die Pharmaunternehmen auch einen höheren Preis verlangen dürfen. Das ist die zentrale Aufgabe der frühen Nutzenbewertung, die der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelmarktneu- ordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat. Ursprünglich sollten nicht nur neu auf den Markt kommende Medikamente bewertet werden, sondern auch Mittel des sogenannten Bestandsmarkts. Davon ist der Gesetzgeber aus Gründen der Rechtssicherheit wieder abgerückt. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK: "Politisch mag diese Entschei- dung nachvollziehbar sein. Der vorliegende Bestandsmarktreport zeigt jedoch, dass es aus fachlicher Sicht keineswegs entbehrlich ist, auch bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel auf ihren Zusatznutzen hin zu untersuchen. Da- bei geht es nicht allein um Geld, das möglicherweise unnötig ausgegeben
  2. 2. TK-News 2 Für Rückfragen: Dennis Chytrek Tel. 040 - 6909 3020, E-Mail: pressestelle@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse wird, sondern ganz wesentlich auch um die Versorgungsqualität der Patien- ten." Die TK verspricht sich von dem Report eine größere Transparenz und einen Beitrag zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie. Sie integriert die gewonne- nen Erkenntnisse in die Informationen, die sie Ärzten anbietet. Für den Bestandsmarktreport wurden 17 Arzneimittel aus drei Wirkstoffgrup- pen untersucht. Darunter die "neuen oralen Antikoagulantien" (NOAK) zur Blutgerinnungshemmung, neuere Antidiabetika (GLP-1-Analoga und DPP-4- Inhibitoren) sowie Biologika, die zur Behandlung von Rheuma verordnet wer- den. Die Biologika scheinen Vorteile in Bezug auf die therapeutische Wirksamkeit, Verträglichkeit oder Therapiesicherheit zu bieten. Die Evidenz ist jedoch nicht eindeutig oder die beobachteten Verbesserungen fallen gering aus. Die Antidi- abetika haben gegenüber den bisher verfügbaren Arzneimitteln keine patien- tenrelevanten Vorteile. Zwei von ihnen wurden von den Herstellern bereits wieder vom Markt genommen. Entgegen der Zulassung und den Leitlinien werden die sogenannten Gliptine in der Diabetes-Behandlung oft sogar ohne Vortherapie eingesetzt. Die Mehrheit der Patienten mit Vorhofflimmern wurden nicht auf die etablierten Wirkstoffe, sondern gleich auf NOAK eingestellt, obwohl noch viele Unsicher- heiten im Umgang mit diesen Präparaten bestehen. Die Gesamtbewertung aller aufgeführten Biologika zeigt eine "gelbe Ampel". Aufgrund fehlender Direktvergleiche zwischen den Wirkstoffen konnten die Autoren nicht herausarbeiten, welcher der Wirkstoffe besser oder schlechter
  3. 3. TK-News 3 Für Rückfragen: Dennis Chytrek Tel. 040 - 6909 3020, E-Mail: pressestelle@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse geeignet ist. "Das zeigt, dass dringend direkte Vergleichsstudien zwischen den Wirkstoffen erforderlich sind", so Glaeske. In einem Sonderkapitel befasst sich der Bestandsmarktreport mit dem Markt- zugangsweg einiger Präparate. Im Ergebnis ist es vom jeweiligen Wirkstoff abhängig, ob Krankenhäuser häufig "Einfallstore" für teure Arzneimittel sind. Der Report macht Wege transparent, auf denen einzelne Arzneimittel wie z.B. das Schmerzmittel Targin® in den Verordnungsalltag gelangen. Auf dieser Ba- sis lassen sich Gespräche mit Klinikern und niedergelassenen Ärzten führen, mit dem Ziel, die Qualität der Arzneimittelversorgung zu verbessern. Hintergrund für die Redaktionen: Die Analyse im Bestandsmarktreport verlief nach zwei Vorgehensweisen: Zum einen wurden Studien und Leitlinien der relevanten Indikationen ausgewertet. Zum anderen wurden Verordnungsdaten der TK in Bezug auf statistische Cha- rakteristika und Auffälligkeiten geprüft, die Aussagen über Schlüssigkeit und Angemessenheit der untersuchten Verordnungen erlauben. Die Bewertung erfolgte anhand der bereits etablierten, ursprünglich für den Innovationsreport entwickelten Methodik. Sie umfasst die Bewertung des Wirkstoffs in drei Kate- gorien: Vorliegen einer verfügbaren Therapiealternative, patientenrelevanter (Zusatz-)Nutzen und Kosten im Vergleich zu bisher verfügbaren Arzneimitteln. Allen Präparaten mangelt es an direkten Vergleichen zu Therapiealternativen, wodurch belastbare Aussagen über einen Zusatznutzen für den Patienten oft nicht möglich sind. Neben dem Bestandsmarkreport stellt die TK niedergelassenen Medizinern weitere Informationsangebote zur Verfügung. Dazu gehören in erster Linie der sogenannte TK-Arzneimittelreport (TK-AMR) und der Innovationsreport. Auf Wunsch erhalten niedergelassene Ärzte für jedes Quartal einen individuellen
  4. 4. TK-News 4 Für Rückfragen: Dennis Chytrek Tel. 040 - 6909 3020, E-Mail: pressestelle@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse Verordnungsreport. Dieser zeigt den Ärzten unter anderem an, ob sie neue Arzneimittel tatsächlich bei solchen Erkrankungen verordnet haben, bei denen das Präparat einen echten Zusatznutzen aufweist. Zudem erhalten Abonnen- ten des Arzneimittelreports praxisrelevante Zusammenfassungen der Ergeb- nisse zur frühen Nutzenbewertung ‒ die sogenannten AMNOG-News. Darüber hinaus etabliert die TK derzeit zusammen mit der Kassenärztlichen Vereini- gung Westfalen-Lippe ein Projekt, um die am Zusatznutzen orientierte Verord- nung neuer Arzneimittel zu fördern. Die digitale Pressemappe mit dem vollständigen Report, den gezeigten Charts, den Statements und der Pressemitteilung finden Sie unter www.presse.tk.de (Webcode 656576).

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