Geschäftsbericht der TK für 2012
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Geschäftsbericht der TK für 2012

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Geschäftsbericht der Techniker Krankenkasse für das Jahr 2012 über Projekte, Leistungen und die Finanzsituation. ...

Geschäftsbericht der Techniker Krankenkasse für das Jahr 2012 über Projekte, Leistungen und die Finanzsituation.

Kein reines Zahlenwerk, sondern ein Werkstattbericht: Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner engagiert sich für das "Jahr der Gesundheit", Ex-Junkie Wolfgang Kiehl tourt mit dem TK-Suchtmobil durch Deutschlands Schulen und der Leiter des TK-Versorgungsmanagements, Klaus Rupp, bewertet den Trend der Digitalisierung in der Medizin. So vielfältig wie die TK ist auch ihr diesjähriger Geschäftsbericht. Und das nicht nur in seiner gedruckten Fassung: Die brandneue Web-App ist auf jedem Tablet, Smartphone oder PC abrufbar: http://www.tk.de/geschaeftsbericht

Das digitale Magazin bietet neben den vielfältigen Artikeln auch animierte Infografiken, Videoclips, Audio-Slideshows sowie viele zusätzliche Fotos, Links zu weiterführenden Informationen und den Finanzteil zum Download. Zum Beispiel erzählt der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas im Video-Interview, wie er sich das Krankenversicherungssystem der Zukunft vorstellt, TK-Mitarbeiter Deniz Kumcu berichtet per Audio-Slideshow, wie er sich in seinem Sabbatjahr um Waisenkinder in Myanmar gekümmert hat und eine animierte Infografik zeigt am Beispiel eines TK-Projekts, wie Telemedizin funktioniert.

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    Geschäftsbericht der TK für 2012 Geschäftsbericht der TK für 2012 Document Transcript

    • 1 Geschäftsbericht 2012
    • Vorwort „Wir wollen jeden Gestaltungsspielraum nutzen.“ Gemeinsam für die Versicherten – für den hauptamtlichen Vorstand um Dr. Jens Baas (rechts) und den ehrenamtlichen Verwaltungsrat Dieter F. Märtens ist die TK der natürliche Anwalt ihrer Kunden. Dabei gehört es zu ihrem Selbstverständnis, Gestalter und Impulsgeber im Gesundheitssystem zu sein – gerade auch, wenn es darum geht, neuartige Versorgungskonzepte ins Leben zu rufen und umzusetzen.
    • 3 Der Rückblick auf 2012 ist ein Kaleidoskop, so vielfältig und abwechslungsreich war das Jahr für die TK – und erfreulich obendrein. Unsere Kunden haben uns ein sehr gutes Service-Zeugnis ausgestellt, viele sind neu zu uns gekommen, wir konnten unsere solide Finanzsituation weiter ausbauen und darüber hinaus beschließen, unsere Mitglieder daran zu beteiligen: Für 2013 zahlen wir ihnen eine Dividende von insgesamt einer halben Milliarde Euro aus. Die Kreativität und der Initiativgeist unserer Vertragspartner und unserer Mitarbeiter haben auch 2012 wieder vielfältige neue Angebote ermöglicht – vom digitalen Burnout-Coach bis zur Arzneimittelinformation für Schwangere und stillende Mütter, vom Herzcheck per Kardio-CT bis zur Arztterminbuchung im Internet. Es gehört zum Selbstverständnis der Techniker Krankenkasse, dass wir unsere kundenorientierte Innovationskraft immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen müssen. Stillstand wäre Rückschritt, und den wollen wir nicht. Das ist die gemeinsame Überzeugung von ehrenamtlichem Verwaltungsrat und hauptamtlichem Vorstand. Wir wollen eine starke und wachsende TK, die in einem wettbewerblichen Gesundheitssystem Akzente setzt und es vorantreibt. Dies alles kann nur gelingen in einem fairen Miteinander zwischen der Techniker Krankenkasse und ihren Partnern bei den Leistungserbringern, zwischen dem Unternehmen TK und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und nicht zuletzt zwischen Selbstverwaltung und Vorstand. Nutzen Sie diesen Bericht, um uns über die Schulter zu schauen. Sie können sehen, was wir auf den Weg gebracht haben und woran wir arbeiten, Sie können beispielhaft Kunden, Partner und Mitarbeiter der TK kennenlernen und sich auch ein Bild machen, wofür wir stehen. Dr. Jens Baas Vorsitzender des Vorstands Dieter F. Märtens Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats Wir wollen eine starke und wachsende TK, die in einem wettbewerblichen Gesundheitssystem Akzente setzt und es vorantreibt.
    • 4 Inhalt Projekte, Kampagnen & Initiativen „Durchstarten ins Jahr der Gesundheit“ – TK sagt Zivilisationskrankheiten den Kampf an.................................6 Projekt Superklasse: Hamburger Schüler rappen für ihre Gesundheit ....... 9 Traumwärts – TK-Team startet beim härtesten Radrennen der Welt .......... 9 Stressless Academy: TK hilft gestressten Studenten ................................10 Erfolgsfaktor gesunde Mitarbeiter: TK und Wirtschaft im Dialog...............10 Pulsus 2013: Ausgezeichnete Geschichten für Kinder ...............................11 Neues Transplantationsgesetz: Größte Versandaktion in der TK-Geschichte ...........................................................................................11 Leistungen & Services „Diagnostik per Telemedizin für den Patienten 2.0“ – die TK als aktiver Gestalter und Impulsgeber im Gesundheitssystem....................................................................... 12 Willkommen! 75.000 TK-Babys erblickten 2012 das Licht der Welt ..........15 Mit Hightech gegen Krebs ........................................................................16 Per Mausklick zur TK .................................................................................18 Menschen hinter dem Logo „Eine echte Zukunftsperspektive für Waisenkinder“: TKler engagieren sich – nicht nur im Job ....................... 20 Helfer vor Ort: Minuten schenken und Leben retten................................ 22 Hilfsmittelexpertin bei der TK – Eventmanagerin im Behindertensport .... 22 Ausgezeichnet: Die TK als Arbeitgeber..................................................... 23
    • 5 Der Vorstand im Gespräch „Wir sind die Interessenvertreter unserer Versicherten.“... 24 Dr. Jens Baas ......................................................................................................25 Thomas Ballast ...................................................................................................26 Frank Storsberg ..................................................................................................27 Wissenschaft, Politik & Gesellschaft „Wir müssen offen über Alkohol und Drogen reden.“ – TK-Suchtmobil auf Schulbesuch ............................................ 28 Osteoporose: Selbst Schwerkranke erhalten ihre Medikamente nicht.............30 WINEG-Studie: Wenig Interesse an Darmkrebsvorsorge..................................30 TK-Thesen zur ambulanten Psychotherapie.......................................................31 Studie zur ärztlichen Vergütung in einem einheitlichen Versicherungsmarkt ....31 Die Selbstverwaltung „Zu meiner Hebamme muss ich Vertrauen haben.“ – TK-Verwaltungsrat beschließt Zusatz-Leistungen.......... 32 Die meinungsstarke Stimme der Beitragszahler ...................................... 34 Die Mitglieder des TK-Verwaltungsrats .................................................... 35 Finanzen „Positive Finanzsituation ermöglicht Extra-Leistungen.“ – TK-Finanzen im Überblick.............................................................. 36 Erfolgsrechnung ....................................................................................... 38 Vermögensrechnung ................................................................................ 39 Leistungsausgaben im Detail ................................................................... 40 Pflegeversicherung ................................................................................... 41 Erfolgs- und Vermögensrechnung Pflege ................................................. 42
    • „Durchstarten ins Jahr der Gesundheit“ Gemeinsam mit der TK will Mountainbikerin Sabine Spitz Kinder und Jugendliche vom Bildschirm weglo- cken und fürs Mountainbikefahren begeistern: „Das schult nicht nur Körperbeherrschung und Balance, es hält auch fit und macht vor allem Spaß“, so die Olympiasiegerin. Und das ist nur ein Baustein des „Jahres der Gesundheit“, das die TK für 2013 ausgerufen hat. 6 Projekte, Kampagnen & Initiativen
    • 7 In Deutschland regieren die Couch- Potatoes: Zwei von drei Bundesbür- gern verbringen ihre Freizeit am liebs- ten auf dem heimischen Sofa, wie eine TK-Studie zeigt. Nur jeder Fünfte treibt regelmäßig Sport. Im Job sieht es kaum anders aus: Ob am Compu- ter, Fertigungsband oder hinter dem Steuer – schon mehr als jeder zweite Berufstätige arbeitet im Sitzen. Jeder zweite Herd bleibt kalt Gleichzeitig läuft ungesundes Fastfood der frischgekochten Familienmahlzeit immer mehr den Rang ab. Wie die TK-Ernährungsstudie „Iss was, Deutschland?“ gezeigt hat, bleibt heutzutage jeder zweite Herd in Deutschland meist kalt. Dafür kom- men immer öfter schnelle Fertigge- richte auf den Tisch. Dazu kommt: Gerade junge Menschen sind beim Essen kaum noch bei der Sache. Vier von zehn jungen Erwachsenen essen mit der Gabel in der einen und dem Smartphone in der anderen Hand – und nebenbei läuft der Fernseher. Und unterwegs gibt’s dann auf dem Weg zur S-Bahn noch eine Pizzazun- ge oder Pommes. Leben auf Standby Das zeigt auch: Stress bestimmt den Alltag immer stärker. Nicht nur im Job, in allen Lebensbereichen stehen die Menschen unter Strom. Kaum jemand kann noch richtig abschalten – ein Leben auf Standby. Stressfaktor Nummer eins ist der Job: Jeder dritte Berufstätige arbeitet nach eigener Aussage in einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK am Limit und fühlt sich stark erschöpft oder gar ausgebrannt. Viele leiden darunter, via Laptop oder Blackberry rund um die Uhr erreich- bar zu sein. Zivilisationskrankheiten auf dem Vormarsch Die Folge: Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkran- kungen oder Rückenbeschwerden sind immer stärker auf dem Vor- marsch. Schon heute verursachen sie nach Angaben der Weltgesundheits- organisation (WHO) etwa 60 Prozent aller Todesfälle weltweit. Dabei ist es eigentlich gar nicht so schwer, Zivilisationskrankheiten zu vermeiden, ist der Leiter des TK- Gesundheitsmanagements, Thomas Holm, überzeugt: „Das Gute ist, dass man schon mit kleinen Verände- rungen etwas bewirken kann“, so Holm. „Jeder kann versuchen, sich bewusster und ausgewogener zu ernähren, mehr zu bewegen und weniger unter Druck zu setzen.“ TK ruft „Jahr der Gesundheit“ aus Für ihre Versicherten hat die TK des- halb 2013 zum „Jahr der Gesundheit“ gemacht. „Wir wollen sie informieren und motivieren, für ihre eigene Gesundheit aktiv zu werden“, begrün- det dies der Vorsitzende des TK-Vor- stands, Dr. Jens Baas. „Präventions- und Vorsorgethemen stehen dabei im Vordergrund. Denn sie setzen dort an, wo es besonders erfolgversprechend ist: bei der Vermeidung von Zivilisations- krankheiten.“ Lust auf gesunde Ernährung will die TK Kindern mit dem Schulprojekt Cuisinet machen (mehr dazu auf Seite 8). Rund 200 Unternehmen besucht die TK im Rahmen der Initiative „Gesundheit für Deutschland“ jährlich und bietet den Mitarbeitern kostenfreie Gesundheits- checks an – vom Diabetestest über einen Balance- check bis zur Knochendichtemessung. Im Forschungs- zentrum DESY (Deutsches Elektronen-Synchrotron) in Hamburg ließ Content-Managerin Ina Ihnken ihren Rücken vermessen: „Eine gute Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen wollte“, sagt die 37-Jährige. Schon kleine Veränderungen können etwas bewirken. Thomas Holm, Leiter des TK-Gesundheitsmanagements 50% Zeit und Ruhe 43% Durchhaltevermögen 40% Wille 29% bessere Voraussetzungen am Arbeitsplatz 22% Geld 21% Kochkenntnisse 19% Wissen 14% Beratung 14% Unterstützung der Familie Mehrfachnennungen möglich Quelle: TK-Ernährungsstudie „Iss was, Deutschland?“ Die Zeit ist knapp, der Wille schwach Für eine gesündere Ernährung fehlen mir ganz besonders ...
    • Projekte, Kampagnen & Initiativen 8 Gesundheitsförderung kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn sie in den Lebenswelten der Menschen an- setzt. Deshalb geht die TK mit ihren Angeboten auch direkt in die Kinder- gärten, die Schulen, Kommunen und Betriebe. Diesen Weg in die soge- nannten Settings, die alltäglichen Lebensräume der Menschen, geht die TK schon seit mehr als zehn Jahren – mit Erfolg. Über 900 Schulen, mehr als 700 Kitas und rund 7.500 Unter- nehmen hat die TK bereits auf ihrem Weg zu einem gesunden Lebensum- feld unterstützt. Erfolgsfaktor Mitarbeiter- gesundheit Beispiel betriebliches Gesund- heitsmanagement: Ein Drittel ihres Lebens verbringen die Berufstätigen in den Betrieben. Und auch wenn man den Begriff Gesundheit in den Unternehmensbilanzen heute noch meist vergeblich sucht: Die Mitar- beitergesundheit ist ein Faktor, der den Unternehmenserfolg entschei- dend beeinflusst – etwa in Form von höherer Motivation und besseren Arbeitsergebnissen. „Angesichts der demografischen Entwicklung und fehlender Fachkräfte wird es für Unternehmen immer wichtiger, ihre Mitarbeiter motiviert und gesund zu erhalten – auch aus wirtschaftlichen Erwägungen“, so Thomas Holm. Dabei hilft die TK – bei der Burnout- Prophylaxe und Raucherentwöhnung, mit einer Demografieberatung oder mit Tipps zu gesunder Ernährung im Job, etwa für Schichtarbeiter. Gesundes Essen an Niedersachsens Schulen Lust auf gesunde Ernährung will die TK Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen mit dem Projekt Cuisinet machen. Denn: Gewohnhei- ten aus der Kindheit halten oft ein Leben lang. Ein Team von Ernäh- rungsberaterinnen besucht deshalb für die TK Schulen und vermittelt den Mädchen und Jungen im Unterricht Wissen zu und Spaß an gesundem Essen. Außerdem beraten sie die Schulen zu passenden Angeboten für Kantine und Kiosk und zur Gestaltung gemütlicher Räume zum Essen. „Ausgewogene und leckere Verpfle- gung anzubieten, die auch noch gut angenommen wird, ist eine große Herausforderung für Schulen“, sagt die Leiterin der TK-Landesvertretung, Dr. Sabine Voermans. Denn die Präventionsexpertin ist überzeugt: „Auch der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen, wenn wir das Verhal- ten der Kinder langfristig verändern wollen.“ Runter von der Couch! Biathletin Magdalena Neuner und Mountainbikerin Sabine Spitz haben mehr gemeinsam als ihre olympi- schen Goldmedaillen: Beide enga- gieren sie sich mit der TK dafür, die Menschen in Bewegung zu bringen. „Ich wünsche mir, dass unsere Kam- pagne Lust auf Sport und gesunde Bewegung macht“, sagt Biathlon- Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner. Während die „Sportlerin des Jahres 2012“ zum Beispiel Fitness- übungen vorstellt, gibt Mountainbike- Weltmeisterin Sabine Spitz Kindern und Jugendlichen Tipps zum siche- ren Radfahren abseits der geteerten Wege. Vom Hamburger Urbanathlon über die Jugendfußballschule des HSV bis zur Smart Beach Tour enga- giert sich die TK zudem auf zahlrei- chen Sportveranstaltungen in der gesamten Republik. Und auch wenn beim Sport mal etwas passieren sollte, ist die TK für ihre Versicherten da: zum Beispiel mit dem Projekt „Behandelt wie ein Spitzensportler“. Von der Smart Beach Tour, hier mit Daniel Wernitz und Valentin Begemann, über die Jugendfußballschule des HSV bis zu der Initiative „Wer sich bewegt, gewinnt!“ mit Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner: Gerade im Jahr der Gesundheit will die TK ihren Versicherten Lust auf Sport und Bewegung machen. Wir behandeln unsere TK-versi- cherten Patienten genau wie die Spitzensportler, die wir in unserer Sportklinik betreuen. Sportmediziner Dr. Thomas Bartels, einer der medizinischen Leiter der Sportklinik Halle, mit dem frisch am Knie operierten Handballprofi Niklas Kupfer vom SC Magdeburg. Spitzensportler wie Kupfer stehen nach einer Verletzung oft schon nach wenigen Wochen wieder auf der Matte. Das erfordert besonders qualifi- zierte medizinische Leistungen, die über das Projekt „Behandelt wie ein Spitzen- sportler“ jetzt auch TK-Versicherten offenstehen.
    • 9 „Schon wieder eine Sechs, mein Leben ist zerstört. Ist denn irgendje- mand da, der mich gerade hört? Ich suche meinen Lehrer, doch der hat keine Zeit. Ich will doch nur was fra- gen, doch niemand ist bereit.“ Was die Hamburger Sechstklässler rappen, lässt niemanden kalt. Sie singen von schlechten Noten, Mobbing in der Schule und Eltern, die keine Zeit haben – Erfahrungen, die viele Kinder und Jugendliche in Lurup teilen. Vom Brennpunkt zur „Gesunden Kommune“ Der Stadtteil im Westen der Hansestadt gilt als sozialer Brennpunkt – und gehört seit 2008 zu den über 60 Gemeinden in Deutschland, die sich mithilfe der TK zu einer „Gesunden Kommune“ entwickeln wollen. Das Projekt „Superklasse“, in dem die Songs ent- standen sind, soll genau dabei helfen. Denn in den Songs setzen sich die Kinder und Jugendlichen mit Fragen auseinander, die sich viele von ihnen zum ersten Mal gestellt haben: Was Durch endlose Wüsten, über Berge, durch wechselnde Zeit- und Klimazo- nen – 4.800 Kilometer Tag und Nacht auf dem Rad, einmal quer durch die USA. TK-Motivationscoach Andreas Niedrig will seinen Traum wahr machen, das Race Across America als Solofahrer zu bestreiten. Der Traum platzt, als sich der ehemalige Weltklas- setriathlet zwei Tage vor dem Abflug in die USA verletzt. Spontan entscheiden sich seine Betreuer, als TK-Team für ihn an den Start zu gehen. Für die acht Hobby-Radler, darunter auch TK-Mitarbeiter Volker Herrmann, erfüllt sich überraschend ein Lebens- traum, der so gar nicht ihr eigener war. Der Film „Traumwärts“, der 2012 seine Vorpremiere feierte und im Frühjahr 2013 in ausgewählten Kinos zu sehen war, dokumentiert wie sie das härteste Radrennen der Welt erleben – und bewältigen. Projekt Superklasse: Hamburger Schüler rappen für ihre Gesundheit Traumwärts – TK-Team startet beim härtesten Radrennen der Welt bedeutet Gesundheit? Oder: Was brauche ich, um gesund zu sein? Die Erfahrung, gehört zu werden In dem Projekt sind inzwischen 13 Titel entstanden. Die Schüler singen sie auf Stadtteil- und Schulfesten sowie in Internet-Clips, die sie zusammen mit Studiomusikern produziert haben. „Für die Jugendlichen ist es eine ganz neue Erfahrung, gehört zu werden. Auch wenn viele der Songs erst einmal wie ein Hilferuf klingen, sind sie doch voller Power und stimmen mich zuversicht- lich, dass die jungen Leute ihr Leben in den Griff bekommen“, sagt TK-Präven- tionsexpertin Ursula Meller. Neben dem Projekt „Superklasse“ unterstützt die TK über die Initiative „Gesunde Kommune“ unterschied- liche gesundheitsfördernde Projekte, die möglichst viele Menschen in den jeweiligen Stadtteilen erreichen sollen – vor allem in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung, Gewalt- und Suchtprävention. „Mach das Beste aus deiner Situation“ Und Andreas Niedrig? Der ehrgeizige Intensivsportler hat aus der Erfahrung für sich gelernt, dass Scheitern nicht das Ende ist. „Scheitern kann der Beginn einer neuen Herausforderung sein. Für mich ist im Nachhinein jede Situation meines Lebens, die mich zurückgewor- fen hat, eine Chance gewesen, neu zu beginnen“, so Niedrig. In einer Kolumne der TK im Internet stellte er Menschen vor, die trotz Handicap mit ihrer Einstel- lung zum Leben zeigen, was alles mög- lich ist – etwa Triathletin Rebecca Fon- dermann, die trotz Diabetes beim Ironman auf Hawaii startete. Oder Woj- tek Czyz: Dem angehenden Fußballprofi musste mit 21 Jahren ein Unterschenkel amputiert werden. Doch er fand aus dem Tief heraus und hat bis heute als Sprinter und Weitspringer vier Goldme- daillen bei den Paralympischen Spielen gewonnen. www.tk.de, Webcode 360314 Ohne das Team und den Willen, das Beste aus der Situation zu machen, hätte keiner das Rennen bewältigen können. Doch genau das macht ja so eine Herausfor- derung aus: Jeder bringt seine Stärken ein und gleicht damit die Schwächen des anderen aus. Volker Herrmann, der gemeinsam mit sie- ben Teamkollegen beim Race Across America für den verletzten Andreas Niedrig einsprang und beim härtesten Radrennen der Welt für die TK an den Start ging. Mit dem Video „Jeder ist anders“ haben die Schüler der Schule Maretstraße in Hamburg-Harburg um Luk-Wa Omer (vorne) sogar den Wettbewerb „Alle Kids sind VIPS“ der Bertelsmann Stiftung gewonnen. Und der Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“ zeichnete die Initiative als Good-Practice-Projekt aus. www.projektsuperklasse.de
    • 10 Projekte, Kampagnen & Initiativen Erst Turbo-Abitur, dann nahtlos in den straff organisierten Bachelor- oder Masterstudiengang. Die Folge: Der Stresspegel der Studierenden steigt. 1.000 Studenten in Nordrhein-Westfa- len hat das Meinungsforschungsinsti- tut Forsa im Auftrag der TK dazu befragt, wie es ihnen in ihrem Alltag geht. Das erschreckende Ergebnis: Sorgen und Stress schlagen ihnen immer stär- ker auf das Gemüt und die Gesundheit. Die Hälfte der angehenden Akademiker in NRW fühlt sich häufig bis ständig gestresst. Auslöser sind Prüfungsstress, Zeitdruck und Hektik, aber auch finanzi- elle Sorgen und Zukunftsängste. Ein Meeting jagt das nächste, auch nach Feierabend steht das Diensthan- dy nicht still und oft sitzt die Angst im Nacken, den Job zu verlieren – die Anforderungen der modernen Arbeits- welt machen vielen Menschen zu schaffen. Was Unternehmen für die (psychische) Gesundheit ihrer Ange- stellten tun können – das erfuhren Norddeutschlands Manager, Geschäftsführer und Personalent- scheider beim TK-Forum „Gesunde Wirtschaft“. Das Thema: „Stress und Burnout – Modeerscheinung oder reales Problem?“ Ob von Lufthansa, Kühne & Nagel, dem Norddeutschen Rundfunk oder Google – rund 200 Vertreter der unterschied- lichsten Branchen waren dabei. „Das Bewusstsein, dass die Gesundheit der Mitarbeiter für ein Unternehmen einer der Erfolgsfaktoren ist, hat sich in den vergangenen Jahren glücklicher- weise immer weiter durchgesetzt“, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas in der Eröffnungsrede. Nicht zuletzt, weil jeder Krankheitstag die Unternehmen viel Geld kostet, sind immer mehr Unternehmen bereit, in Stressless Academy: TK hilft gestressten Studenten Erfolgsfaktor gesunde Mitarbeiter: TK und Wirtschaft im Dialog Gelassen durch den Unistress Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die TK in Kooperation mit Hoch- schulen aus NRW die Kampagne „Stressless Academy“ ins Leben gerufen. Ziel der Aktion: jungen Men- schen Techniken und Maßnahmen an die Hand zu geben, um Stress und sei- ne Symptome besser zu bewältigen. An acht Hochschulen machte die Ini- tiative im Jahr 2012 Station – weitere Unikooperationen, auch in anderen Bundesländern, sind geplant. Zum Auftakt findet jeweils ein Antistresstag statt, zum Beispiel mit Schnupper- Entspannungskursen und Stressmes- sungen. Im Anschluss können die Studierenden verschiedene weitere Präventionsangebote wie eine bera- tende Ärzte-Hotline und ein Motiva- tions- oder Entspannungs-Coaching nutzen. die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren. Seit mehr als zehn Jahren steht die TK Arbeitgebern dabei mit Rat und Tat zur Seite. In welcher Form, das kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein – von Gesund- heitstagen über Beratungsangebote zum Thema psychische Gesundheit bis zu Schulungen der Vorgesetzten in Sachen gesunde Führung. Training am Rande des TK-Forums „Gesunde Wirtschaft“: Solche Schwingungsgeräte kön- nen etwa Mitarbeiter des Spiegel-Verlags im hauseigenen Fitnessstudio nutzen. Triathlon- Olympiasieger Jan Frodeno testet das Ganzkörper-Workout. Wie funktioniert Gesundheitsmanagement im Unternehmen? Das diskutierten rund 200 Unternehmensvertreter beim TK-Forum „Gesunde Wirtschaft“ in Hamburg. Von links: Dr. Olaf Tscharnezki (Unilever), Karsten von Rabenau (Otto), Triathlet Jan Frodeno, Thomas Holm (TK), Frank Müller (Airbus). Unsere Umfrage hat gezeigt: Jeder zweite Student steht unter Dauerdruck. Andrea Kleinbreuer, TK-Landesver- tretung Nordrhein-Westfalen Stressfaktor Uni So stark stehen Studierende unter Druck ständig/häufig gelegentlich/nie 54% 46%
    • kostengünstig und zügig umsetzen, indem wir eine Sonderausgabe un- seres Mitgliedermagazins TK aktuell mit einem Organspendeausweis verschickt haben“, so Jai. Im Juli 2012 berich- teten Medien über Unregelmäßigkeiten an Transplantationszentren. Erste Krankenkassen stoppten daraufhin ihre Versandaktionen. Pia Jai dazu: „Wir entschie- den, an unserem Termin festzuhalten. Gerade wenn Menschen durch die Bericht- erstattung verunsichert sind, ist es wichtig, ihnen Informati- onen zur Verfügung zu stellen, damit sie sich eine Meinung bilden können.“ Im November 2012 erhielten deshalb die sieben Millionen Versicherten der TK als Erste von ihrer Krankenkasse Informationen zur Organspende. Und die Aktion zeigt Erfolg: Eine Forsa- Umfrage belegt, dass mittlerweile fast jeder dritte TK-Versicherte einen Organspendeausweis hat, im Bundes- durchschnitt ist es nur jeder Fünfte. 11 „Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?“ und „Warum trägt Mama im Sommer eine Mütze?“ – mit diesen Fragen beschäftigen sich die Bücher des Vereins „Mehr Zeit für Kinder“. Einfühlsame Vorlesegeschichten mit schönen Illustrationen erklä- ren kindgerecht Krankheiten, die auch für viele Erwachsene nur schwer zu begreifen sind. Neben der Geschichte zum Vorlesen enthält jeder Band Tipps für die Familie zum Umgang mit der Krankheit. Begeistert zeigte sich auch die Jury des Pulsus-Awards, des gemein- samen Gesundheitspreises der Techniker Krankenkasse und der Bild am Sonntag. Am 23. Mai 2013 erhielt „Mehr Zeit für Kinder e. V.“ in Berlin die begehrte Auszeich- nung als „Innovation des Jahres“. Pulsus 2013: Ausgezeichnete Geschichten für Kinder Neues Transplantationsgesetz: Größte Versandaktion in der TK-Geschichte Britta Surholt-Rauer, Redakteurin aus dem Marketing der TK, hat in diesem Jahr zum neunten Mal die Preisverlei- hung mitverantwortet: „Die Bücher helfen Familien, das Leben mit Krank- heit zu meistern. Sie beschreiben Erfahrungen mit verschiedenen Krankheiten so anschaulich, dass sie spielerisch in den Familienalltag inte- griert werden können. Die Pulsus- Jury war beeindruckt, dass die Initia- toren auch so schwere Stoffe wie Demenz und Depression angehen.“ Katrin Bunk, stellvertretende Geschäfts- führerin des Vereins: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung. Gerade in der heutigen Zeit, in der vor allem elektronische Medien häufig nur konsu- miert werden, möchten wir mit unseren Büchern zu mehr Gedanken- austausch und persönlicher Zuwen- dung innerhalb der Familie beitragen.“ Obwohl schon lange für das Thema engagiert, war das Jahr 2012 in Sachen Organspende auch für die TK besonders. Im Frühjahr, kurz nach dem Start der TK-Kampagne „Von Mensch zu Mensch“, reformiert der Deutsche Bundestag das Transplan- tationsgesetz. Es verpflichtet die Krankenkassen, ab dem 1. November 2012 allen Versicherten ab 16 Jahren Informationsmaterial sowie einen Organspendeausweis zuzuschicken. Bei der TK kümmerte sich eine Pro- jektgruppe um Pia Jai um die größte Versandaktion in der TK-Geschichte. „Wir wollten unseren Kunden die Informationen schnellstmöglich zur Verfügung stellen. Dies ließ sich Wir wollten die Menschen gerade dann über das Thema Organspende informieren, als sie verunsichert waren, und sie motivieren, für sich selbst eine eigene Entscheidung zu treffen. Pia Jai, Leiterin der Projektgruppe zur Organspende-Informationskampagne b V E m re de sa Te B e i Simone Linden (links) und Katrin Bunk, „Mehr Zeit für Kinder e.V.“
    • Leistungen & Services „Diagnostik per Telemedizin für den Patienten 2.0“ Um Glaukom-Patienten ihr Augenlicht zu erhalten, ist eine engmaschige Kontrolle entscheidend. Die läuft in einem TK-Projekt mit der Uniklinik Greifswald per Telemedizin direkt von zuhause aus. Bei auf- fälligen Werten warnt das System die Mediziner um Professor Dr. Frank Tost. Digitalisierte Medizin, von der die TK-Versicherten nicht nur in diesem, sondern auch in vielen weiteren Projekten profitieren. 12
    • Das Smartphone misst den Blutdruck, der Arzt erklärt die geplante Operation auf dem Tablet-Computer und täglich senden chronisch kranke Patienten ihre aktuellen Daten an telemedizinische Zentren – was vor 20 Jahren noch wie Zukunftsmusik klang, hat längst Ein- zug in den medizinischen Alltag gehal- ten. Und mit der technischen Möglich- keit, sich auf kurzem Weg schnellen Rat von Experten oder Fachkollegen zu holen, haben sich medizinische Zweitmeinungsverfahren inzwischen im Gesundheitswesen etabliert. Von dieser Entwicklung profitieren Ärzte und ihre Patienten gleichermaßen – durch eine bessere Diagnostik mit hochempfindlichen Geräten können Befunde heute umfassend bewertet und Therapie-Entscheidungen auf breiterer Grundlage getroffen werden. Eines kann die Technik aber nicht: den Arzt ersetzen. Vom Piloten zum Projekt Alltag 2012 bei der TK: Fachexperten aus dem Versorgungsbereich sitzen zusammen und diskutieren die Ergeb- nisse eines Pilotprojektes. Rund 90 Ärzte hatten sich bereit erklärt, ein neues Werkzeug für den Praxisalltag von morgen zu testen. Dabei stellen Allgemeinmediziner und Fachärzte ihre freien Termine ins Internet. Und TK-Versicherte können direkt darauf zugreifen und diese auch gleich buchen. Ein unerwünschter Eingriff in den Praxisalltag oder Kostenerspar- nis? Die Ergebnisse lassen aufatmen: Über 85 Prozent der Ärzte waren zufrieden und würden das Instrument weiterempfehlen. So wird aus dem Piloten ein größeres Projekt. Und spä- ter vielleicht einmal Alltag. Und in zehn Jahren wird man sich vielleicht fragen, wie man denn eigentlich an einen Arzttermin herankam, bevor es das Internet gab. Telemedizin zahlt sich aus So wie dem „Online-Terminservice“ geht es vielen digitalen Neuerungen, die ihren Weg in den medizinischen Alltag suchen: Am Anfang stehen erst die Ideen und dann die Fragen nach den Partnern und der Realisierbarkeit. Und die der Kosten. Gerade sind die ersten Ergebnisse des Projektes „Telemedi- zin fürs Herz“ auf dem Tisch. Eine erste Erkenntnis ist daraus: Wer über die Distanz gecoacht wird, muss selte- ner ins Krankenhaus. Ein Beleg mehr, dass es sich bezahlt macht, in gere- gelte telemedizinische Kommunikation mit den Patienten zu investieren. Und das tut die TK: Antistress-Coach, Fitness-Coach, Burnout-Coach – das Angebot wächst und ebenso die Nachfrage. Denn Versicherte wollen gerne selbst bestimmen. Nicht nur, welches Programm sie für sich nut- zen, sondern auch, wie und wann sie es nutzen. Der große Vorteil von allen Angeboten, die 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr verfügbar sind. Kein Wunder also, dass sich Telefon- Services wie das TK-Ärztezentrum oder das Zweitmeinungstelefon schnell etabliert haben und ebenso stark nachgefragt werden wie die Dienste im Internet – vom Ärzteführer bis zum Kliniklotsen der TK. Digitaler Hausbesuch Während die Coaching-Programme in der Prävention vor allem motivieren sollen, wird eCoaching für kranke Menschen zum täglichen Ritual: Pati- enten mit der Atemwegserkrankung COPD zum Beispiel profitieren im Projekt „A.T.e.m.“ davon, dass ihr telemedizinischer Begleiter nicht nur Werte wie den Sauerstoffgehalt im Blut misst und via Telefonleitung an ein Zentrum zur Auswertung weitergibt. Das kleine Gerät stellt auch gezielte Fragen zu Krankheitssymptomen und zum Befinden und gibt Hinweise zum Umgang mit der Krankheit. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel infor- mierte sich beim Girls‘Day im Bundes- kanzleramt über ein neuartiges Versor- gungsmodell der TK: Eine App soll Hausärzten helfen, bei verdächtigen Haut- veränderungen die Zweitmeinung eines Experten einzuholen. Wie das zukünftig funktionieren könnte, probierten die einge- ladenen Schülerinnen und Angela Merkel vor Ort selbst aus. Unsere Versicherten wollen selbst bestimmen, wann, wie und wo sie Coaching- Angebote nutzen. TK-Präventionsexpertin Dr. Nicole Knaack
    • Leistungen & Services Welche Wege geht die TK in Richtung digitalisierter Medizin? Rupp: „Oft erschließt sich nicht auf den ersten Blick, ob Patienten von einem neuen Angebot profitieren oder damit Kosten eingespart werden. Daher ist es gut, neue Versorgungs- formen zunächst im kleinen Rahmen zu erproben und im Erfolgsfall auszu- rollen. Auf diese Weise haben wir eine ganze Reihe von Projekten für ganz unterschiedliche Krankheitsbilder gestartet, um Erfahrungen zu sam- meln und diese auch wissenschaftlich auszuwerten.“ Warum ist das Thema so wichtig für die TK? Rupp: „Der demografische Wandel bringt mit sich, dass es in Zukunft immer schwieriger wird, die Menschen bestmöglich medizinisch zu versorgen. Und wenn es uns gelingt, mit Teleme- dizin zum Beispiel Krankenhausauf- enthalte zu vermeiden, ist das für alle Herzcheck im Sekundenbruchteil Längst hat die sogenannte Integrierte Versorgung die Telemedizin entdeckt: In Mecklenburg-Vorpommern bestim- men Glaukom-Patienten Augeninnen- druck und Blutdruck von zuhause aus und übertragen die Daten in eine elek- tronische Patientenakte der Uniklinik Greifswald. Gibt es auffällige Werte, warnt das System die Mediziner um Professor Dr. Frank Tost, die dann eingreifen können. Und in Sachsen- Anhalt deckt ein elektronisches Infor- mationssystem seltene Hormon- und Stoffwechselerkrankungen bei Neu- geborenen auf, indem Endokrinologen aus zehn Städten dort Werte ihrer kleinen Patienten eingeben. In Berlin und Nordrhein-Westfalen sorgen Herzchecks mittels Kardio-CT/-MRT im Sekundenbruchteil und ohne Skalpell für Klarheit, ob eine Operation erfor- derlich wird, während in Hannover die Nachsorge für Cochlea-Implantate per Telemedizin funktioniert. Das digitali- sierte Gesundheitswesen hat viele Gesichter – und täglich werden es mehr. gut: für die Patienten, weil sich ihre Krankheit nicht verschlimmert und sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können, aber auch für die Solidarge- meinschaft, weil die gesparten Kosten für andere Leistungen verwendet werden können.“ Und was kommt in Zukunft noch? Rupp: „Durch Vernetzung fließen Informationen schneller und Entschei- dungen sind so auf einer besseren Grundlage möglich – für Mediziner und Patienten. Das ist gut für die Qualität. Und dies setzt sich verstärkt auch in unserem Gesundheitsalltag durch – viele Apps wie der Diagnoseschlüssel oder die Kliniksuche zeigen uns schon jetzt, dass die Menschen das auch wol- len. Der nächste wichtige Schritt auf der Leistungserbringerseite ist eine sichere telematische Plattform, auf der sich Mediziner untereinander über Befunde austauschen können. Der elektronische Arztbrief ist da nur ein erster kleiner Schritt.“ Wir wollen aktiver Gestalter und Impulsgeber im Gesundheitssystem sein – gerade wenn es darum geht, neuartige Versorgungs- konzepte ins Leben zu rufen und umzusetzen. Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements Drei Fragen an Klaus Rupp 14 Mit unserem Tracking-Projekt können wir die Behandlung erkrankter Babys und die Kommu- nikation zwischen den Ärzten und Eltern effektiver gestalten. Professor Dr. Klaus Mohnike, Oberarzt in der Pädiatrischen Endokrinologie der Universitätskinderklinik Magdeburg, erprobt mit seinem Team ein neues Informationssystem zum Neugeborenen- Screening. Am dritten Lebenstag entnimmt man in Deutschland Neugeborenen ein paar Tropfen Blut aus der Ferse und sucht nach verdächtigen Stoffwechselprodukten oder Hormonwerten. Nicht geregelt ist, wie die Ergebnisse des Screenings die Eltern erreichen. Das deutschlandweit einmalige Tracking-Modellprojekt soll sicherstellen, dass wirklich alle auffällig getesteten Kinder von einem Spezialisten untersucht werden.
    • 15 Allein 2012 zählte die TK bei ihren Ver- sicherten rund 75.000 Geburten. Und als Familienkasse steht die TK Müttern und Vätern bei Schwangerschaft und Geburt ganz besonders zur Seite. Neueste Medizintechnologie für Frauen mit Kinderwunsch Über ihre kleine Vivien freuen sich Anka und Ronnie Olewski besonders. Denn die Softwareentwicklerin befürchtete zunächst, dass eine Operation wegen eines Myoms – eines gutartigen Tumors in der Gebärmutter – ihre Chance auf eigenen Nachwuchs deutlich verringern könnte. „Glücklicherweise habe ich vom TK-Ärztezentrum von der neuen Behandlungsmethode am Klinikum Dachau erfahren und bin froh, dass diese Therapie bei mir tatsächlich mög- lich war. Und das dazu, aufgrund des Behandlungsvertrags zwischen der TK und dem Klinikum, unkompliziert auf Chipkarte. Etwa ein halbes Jahr später konnten wir uns darüber freuen, dass ich schwanger war“, erzählt die berufs- tätige Mutter. Bei der Behandlung erhitzen gebün- delte Ultraschallwellen gezielt den Tumor, bis er einschmilzt und schließ- lich zerstört ist. Experten sprechen vom Magnetresonanztomografie- gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS). Die Gebärmutter bleibt vollständig erhalten, weshalb sich das Verfahren besonders für Frauen mit Kinderwunsch eignet. Damit TK-Ver- sicherte sofort von der neuesten Medizintechnologie profitieren und nicht erst auf die Aufnahme in die Regel- versorgung warten müssen, hatte die TK schon 2010 als erste Kasse mit dem Klinikum Dachau einen Vertrag über die Integrierte Versorgung geschlos- sen. Hinzugekommen ist 2012 das FUS Zentrum Bottrop. Infoangebot „Rundum schwanger“ Das TK-Infoangebot „Rundum schwanger“ hat sich zu einer festen Größe für Frauen entwickelt, die ein Kind erwarten. 2012 hat sich schon jede dritte Schwangere dafür ent- schieden. Abgestimmt auf die jewei- ligen Schwangerschaftsmonate erhalten die Mütter in spe sechs kompakte Infopakete, die auf mehr als 140 Seiten Wissens- wertes rund um Ernährung und Bewegung, Geburt, Risiken in der Schwangerschaft und Stillen sowie medizinische und rechtliche Willkommen! 75.000 TK-Babys erblickten 2012 das Licht der Welt Hintergründe bieten – auf Wunsch nicht nur per Post, sondern seit neu- estem auch per E-Mail. „Babyfocus“ Einen guten Start ins Leben – das wünschen sich alle Eltern für ihr Kind. Mit dem Angebot „Babyfocus“ hat die TK eine Rundum-Betreuung ent- wickelt, mit der Frauen und ihre Neu- geborenen von der Schwangerschaft über die Entbindung im Krankenhaus bis zur Nachsorge optimal versorgt sind. Dazu gehören zum Beispiel ein Geburtsvorbereitungskurs mit Part- ner, eine Ernährungsberatung, die geburtsvorbereitende Akupunktur, ein Erste-Hilfe-Kurs für Babys oder ein Neugeborenen-Hörscreening. Hyperinsulinismus – innovative Behandlung in Greifswald Etwa 15 bis 20 Babys kommen jedes Jahr in Deutschland mit einem soge- nannten Hyperinsulinismus zur Welt. Das heißt: Die Bauchspeicheldrüse schüttet im Verhältnis zum Blutzucker zu viel Insulin aus. Das Baby unterzu- ckert ständig und kann sich nicht nor- mal entwickeln. Professor Dr. Winfried Barthlen, Direktor der Klinik und Poli- klinik für Kinderchirurgie der Universi- tätsmedizin Greifswald: „Mit unserer spezifischen Diagnostik und der sehr schonenden Operation entfernen wir nur das hochpathologische Gewebe, so dass die Bauchspeicheldrüse erhal- ten bleibt. Das setzt das Risiko, lebens- bedrohliche Hirnschädigungen zu erlei- den oder später lebenslang an Diabetes zu erkranken, auf nahezu null. Das Kind kann vollständig geheilt werden.“ Der medizinische Leiter begleitet die Patien- ten und ihre Familien zudem kontinuier- lich während und nach der gesamten Behandlung. Greifswald gehört zu den vier Zentren weltweit, die diese Thera- pie anbieten – Spitzenmedizin, die TK- Versicherten über einen speziellen Vertrag offen- steht. Ein Glück, dass es diese neue Therapie gibt – und das bei der TK sogar ganz einfach auf Chipkarte. Etwa ein halbes Jahr später konn- ten wir uns darüber freuen, dass ich schwanger war. Anka Olewski hatte einen gutartigen Tumor in der Gebärmutter, der per Magnetresonanz- tomografie-gesteuertem fokussierten Ultraschall (MRgFUS) entfernt werden konnte. Mit unserer neuen Methode können wir die kleinen Patienten vollständig heilen. Professor Dr. Winfried Barthlen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Greifswald en ein on wei- e steht.
    • 16 Leistungen & Services Ionenstrahl, Gamma-Knife, Protonen- therapie – wenn Ärzte heute den Kampf gegen den Krebs aufnehmen, klingt ihr Vokabular in etwa so wie aus „Krieg der Sterne“. Und ebenso futuristisch muten ihre Methoden auch an: Strahlen statt Skalpell, Bio- marker statt Chemotherapie und Ultraschall statt Resektion. Für betrof- fene Patienten und ihre Ärzte macht diese Entwicklung Mut. Sie zeigt, dass eine Krebsdiagnose längst kein Todes- urteil mehr sein muss. Und dass man selbst gegen bösartige und hartnä- ckige Tumore etwas tun kann, wenn man weiß, wie sie funktionieren. Die TK setzt sich aktiv für neue Behand- lungsmethoden ein und schließt für ihre Versicherten Verträge mit hoch- spezialisierten Therapiezentren. Diagnoseschock 72.000-mal pro Jahr fällt in Deutsch- land die Diagnose Brustkrebs. Für betroffene Frauen ein Schock, und aus dem meist kleinen Knoten in der Brust wird Todesangst. Und auf die erste Behandlung folgt meist die Che- motherapie mit der Folge, dass die Haare ausfallen. Kein Blick mehr in den Spiegel, ohne an die Krankheit zu denken. Und kein Treffen mit anderen Menschen, ohne dass der Krebs prä- sent ist – eine schwere zusätzliche Belastung für die Patientin. So erging es auch Bestseller-Autorin Annette Rexrodt von Fircks, bei der vor 15 Jahren ein 14 Zentimeter groß- er bösartiger Tumor in der Brust ent- deckt wurde. Die Chemotherapie als Freund? Eine große Herausforderung, weiß die Autorin, die die psychische Komponente als einen wesentlichen Beitrag des Heilprozesses einschätzt und gemeinsam mit der TK entspre- chende Ratgeber herausgibt. Brustkrebs ohne Chemotherapie – ein Risiko? Wie viel besser wäre es da, wenn man auf die den Geist und den Körper mal- trätierende Chemotherapie verzichten könnte, die ja eigentlich dazu dient, dass sich der früh erkannte Tumor nicht später auf Leber, Lunge oder Knochen ausdehnt? Eine Antwort auf diese Frage hat Professor Dr. Tjoung-Won Park-Simon aus Hannover gefunden: Die stellvertretende Direktorin der dort ansässigen Klinik für Frauenheil- kunde und Geburtshilfe arbeitet mit einem Test, der das Rückfall-Risiko anhand von Biomarkern (uPA/PAI-1- Test) bestimmt: „Der Test eignet sich für Frauen über 35, die einen kleinen Tumor mittleren Gradings ohne Lymphknotenbefall haben“, so die Ärztin. Wenn das Tumorgewebe bestimmte Rezeptoren aufweist und andere hingegen nicht, könne man den Verlauf prognostizieren und bei guter Prognose mit gutem Gewissen auf die Chemotherapie verzichten. Der Erfolg ist wissenschaftlich belegt. Fällt die Prognose nicht gut aus oder wird allgemein ein bösartiger Tumor vermutet oder festgestellt, kann die Kombination der Positronen-Emissi- ons-Tomografie mit der Computerto- mografie (PET/CT) mehr Klarheit brin- gen – wie sie inzwischen in mehreren Städten angeboten wird. Dabei machen winzige radioaktive Teilchen (sogenannte Tracer) die Krebsherde sichtbar und zeigen dem Arzt, ob der Tumor sich gutartig oder bösartig ver- hält. Der Trick: Für die Untersuchung werden Substanzen verwendet, wie sie auch im normalen Körperstoff- wechsel vorkommen – zum Beispiel Traubenzucker. Von diesem „Brenn- stoff“ brauchen Krebszellen über- durchschnittlich viel. Einmal radioaktiv gemacht heben sie sich im Röntgen- bild als leuchtende Punkte ab und geben somit genaue Informationen über ihre Position im Körper. Bessere Diagnostik für klare Befunde Die Beispiele zeigen: Je mehr man über den jeweiligen Krebs weiß, des- to differenzierter kann die Methode sein, mit der man ihn aufspürt oder ihm bei positivem Befund begegnet. So sorgt eine entsprechende Früher- kennungsmethode der Uniklinik Jena bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebs- risiko früh für Klarheit und kommt dabei ohne Röntgenstrahlungen oder Gewebeuntersuchungen aus. Mit Hightech gegen Krebs Unser Biomarker-Test kann so mancher Brustkrebspatientin eine strapaziöse Chemotherapie ersparen. Professor Dr. Tjoung-Won Park-Simon, Bereichsleiterin Gynäkologische Onkologie und stellvertretende Klinikdirektorin der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Medizinischen Hochschule Hannover Mit dem Gamma-Knife, dem weltweit modernsten Hochpräzisions-Bestrahlungs- gerät, können Neurochirurg Dr. Gerhard A. Horstmann und sein Team am Gamma- Knife-Zentrum Krefeld Hirntumoren auf Zehntelmillimeter genau behandeln. Gesun- des Gewebe wird geschont. Außerdem bleibt Patienten mit dieser Strahlentherapie ein chirurgischer Eingriff erspart. Entscheiden Sie sich für das Leben. Annette Rexrodt von Fircks, Brustkrebs- patientin und Bestseller-Autorin
    • 17 Die Magnetresonanz-Mammografie (MRM) gilt unter Experten derzeit als das Diagnoseverfahren mit der höchs- ten Treffsicherheit, wenn es um das Aufspüren von Tumoren in der Brust geht. Sie ist aufwändig und erfordert eingehende medizinische Detail- kenntnisse. Deshalb wird sie nur von wenigen Spezialisten wie Professor Dr. med. Werner Kaiser in Jena ange- boten – die Kosten übernimmt die TK. Mehr als „Bestrahlung“ – Radiologen operieren ohne Skalpell Inoperabel. Gerade bei einer Krebs- diagnose steht dieser Begriff für das größte anzunehmende Unglück. Doch auch hier hat die technische Weiter- entwicklung Möglichkeiten geschaf- fen, die das Weiterleben und sogar eine Heilung möglich machen. So operieren in Krefeld und an anderen Standorten die Chirurgen inzwischen mit der Computermaus: Zehntelmil- limetergenau entfernt das „Strahlen- messer“ dabei den Hirntumor, ohne umliegendes Gewebe zu beschä- digen. Der Vorteil: Weder muss der Patient wochenlang täglich bestrahlt werden, noch wird sein Kopf in einer Operation geöffnet. Normalerweise genügt schon eine einzige Bestrah- lung mit dem Gamma-Knife, um den Tumor komplett auszulöschen. Schwer zugängliche Tumore hat auch die Ionenstrahltherapie zum Ziel. Können diese aufgrund ihrer Tiefe im Körper mit der herkömmlichen Strahlentherapie nicht ausreichend behandelt werden, erlaubt die neue Technik eine zielgenauere Bestrah- lung der Tumore. Ähnlich verhält es sich bei der Protonentherapie: Dabei wird der Strahl computergesteuert durch ein Vakuumrohr geleitet und jeweils so in die gewünschte Position gedreht, dass die Protonen von jeder Seite her mit einer Genauigkeit von einem halben Millimeter exakt an dieselbe Stelle im Tumor geschossen werden können. Neue Methoden geben neue Hoffnung Die Vielfalt der heute zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkei- ten bietet die Chance, Patienten mit ganz unterschiedlichen und auch sehr schweren Krebserkrankungen indivi- duell zu helfen. So hat Professor Dr. Peter Hohenberger von der Uniklinik Mannheim eine Methode entwickelt, mit der er Weichteiltumoren mit hoch- dosierten Medikamenten zu Leibe rückt: Um den übrigen Körper nicht zu schädigen, trennt er das Bein oder den Arm einfach für eine Zeit vom Blutkreislauf des Patienten ab und „spült“ das Körperteil mit hochwirk- samen Wirkstoffen. Eine neue und auf den ersten Blick ungewöhnliche Methode, die ihre Wirksamkeit aber bewiesen hat. Methoden wie diese machen es möglich, mehr Men- schen neue Hoffnung auf Heilung geben zu können. „Deshalb arbeitet die TK daran, ständig weitere neue Behandlungsmethoden auf ihren Nutzen zu überprüfen und frühzeitig mit den Initiatoren entsprechende Versorgungsverträge zu schließen, damit TK-Versicherte möglichst rasch davon profitieren können“, sagt Birgit Thiedemann, die bei der TK die inno- vativen Verträge für Krebspatienten betreut. Hat die Physik die passenden Waffen im Kampf gegen Krebs? Mithilfe von Teilchen- beschleunigern erreichen Strahlen inzwischen annähernd Lichtgeschwindigkeit, bevor sie in den Körper eindringen. Am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) bekämp- fen der Physiker und Wissenschaftlich- technische Direktor Professor Dr. Thomas Haberer und sein Team besonders wider- standsfähige Tumore mit weltweit einma- liger Präzision. Wir überprüfen ständig neue Behandlungsmethoden auf ihren Nutzen, damit TK-Versicherte von vielversprechenden Innovationen möglichst rasch profitieren können. Birgit Thiedemann, Expertin für die innova- tiven TK-Versorgungsverträge für Krebspatienten
    • Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg von der Band Glasperlenspiel, TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas, Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder, Sabine Frank (Google Deutschland), Jörn Menge (Laut gegen Nazis e. V.) und YouTuber Christoph Krachten (von links) setzen mit der YouTube-Kampagne „361 Grad Respekt“ gemeinsam ein Zeichen gegen Ausgrenzung. 18 Leistungen & Services Der Internetauftritt der TK hat ein neues Gesicht bekommen. Klares Design, einfache Navigation und eine neue Darstellung, die sich automatisch dem Nutzer anpasst – egal ob er einen mobilen Touchscreen oder einen sta- tionären PC verwendet. „Unser Ziel: Die Nutzer sollen mit so wenigen Klicks wie möglich zum Ziel kommen“, sagt der Projektleiter des Relaunchs, Hol- ger Raffert. Außerdem ist die Auflö- sung optimiert: „Die Schlagworte sind ‚responsive Design‘ und HD-Bilder“, so der Internetexperte. Die Seite ist zwar für 1.280 Pixel optimiert, sie funktioniert aber auch problemlos auf kleineren Oberflächen. Auch die Social-Media-Kanäle der TK sind jetzt besser in den TK-Auftritt integriert. Holger Raffert: „Direkt auf der Startseite haben wir die News aus Facebook und Twitter als Stream integriert.“ Außerdem ist das neue www.tk.de barrierefrei. Das heißt: Auch Menschen mit Sehbehinderung können es problemlos nutzen. www.tk.de m.tk.de Medien & Meinungen Neu ist auch das Portal „Medien & Meinungen“ für Medienschaffende. Journalisten, Blogger und andere Mei- nungsmittler finden hier aktuelle The- men und Positionen der TK. Ein Social- Media-Newsroom, Informationen aus den Ländern und ein umfangreiches Illustrationsangebot für die redaktio- nelle Berichterstattung runden den neuen Internetauftritt der TK-Presse- stelle ab. www.presse.tk.de Social Media Week 2013 Die weltweit größte öffentliche Kon- ferenz zum Thema Social Media – und die TK mittendrin. Bei der fünften Social- Media-Week, die neben zehn weite- ren Weltmetropolen 2013 auch wie- der in Hamburg stattfand, war die TK offizieller Gesundheitspartner sowie Gastgeber zweier Diskussionsrunden. Im Panel „Kinder. Social Media. Ver- antwortung.“ drehte sich alles um das sichere Surfen von Kindern im Inter- net. Im zweiten Forum diskutierten die Teilnehmer über die Medienkom- petenz in modernen Unternehmen. www.tk.de, Webcode 410186 Internetvideos gegen Ausgrenzung Mobbing ist trauriger Alltag an deut- schen Schulen. Deshalb haben You- Tube und der Verein „Laut gegen Nazis“ den Jugendwettbewerb „361 Grad Respekt“ ins Leben gerufen. Unter der Schirmherrschaft von Bun- desfamilienministerin Dr. Kristina Schröder sind Jugendliche aufgeru- fen, selbst gedrehte Clips auf das Videoportal YouTube hochzuladen, die sich mit dem Thema Ausgrenzung auseinandersetzen. Hauptpartner der Initiative ist die TK, mit deren Unterstützung der 361 Grad- YouTube-Kanal zur dauerhaften Platt- form ausgebaut wird. Um gegen Mob- bing in der Schule vorzugehen, hat die TK bereits in der Vergangenheit in fast allen Bundesländern die Initiative „Mobbingfreie Schule – Gemeinsam Klasse sein“ auf den Weg gebracht. Ziel hierbei ist auch, Kinder und Jugendli- che für einen respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren. www.youtube.com/361grad www.tk.de, Webcode 496162 Kinder und Jugendliche müssen einen gesunden Umgang mit sozi- alen Medien lernen. TK-Psychologe York Scheller in dem Panel „Kinder. Social Media. Verantwortung.“ auf der Social Media Week 2013 in Hamburg Per Mausklick zurTK
    • 19 „Impftermin nicht vergessen!“ – TK-Erinnerungsservice hilft mit Früherkennung und Vorsorge ist für TK-Versicherte jetzt ganz einfach: Auf Wunsch informiert der TK-Erinne- rungsservice sie kostenlos per E-Mail oder Brief über ihre anstehenden Untersuchungstermine. Ob Gesund- heits-Check-up, Krebsfrüherkennung, Hautkrebs-Screening oder individu- eller Impftermin – der Erinnerungs- service hilft, dass kein Termin mehr durchrutscht. www.tk.de, Webcode 095112 Lob 2.0: der digitale Schulterklopfer Jeder von uns leistet täglich Kleines und Großes – ob bei der Arbeit, in der Freizeit oder innerhalb der Familie. Doch lobende Worte bleiben in der heutigen schnelllebigen Welt häufig aus. Dage- gen hat die TK mit dem „digitalen Schulterklopfer“ ein Zeichen gesetzt. Über die Facebook-Seite der TK konn- ten soziale Netzwerker die aufmun- ternde Botschaft an jeden verschicken, der sie verdient. „Gut gemacht!“ haben über 4.000 User ihren Freunden, Bekannten und Kollegen mit der Geste gesagt. www.facebook.com/techniker- krankenkasse Medikamente im Test – die Arzneimitteldatenbank Kopfschmerzen, Schnupfen, Sodbren- nen – nahezu jeder wird davon einmal geplagt. Viele greifen dann zu rezept- freien Arzneimitteln. Die Arzneimittel- datenbank der Stiftung Warentest hilft bei der Wahl des passenden Mittels. Mehr als 9.000 Medikamente sind darin bewertet – rezeptfreie und rezeptpflichtige. TK-Versicherte kön- nen diese sonst kostenpflichtige Datenbank umsonst nutzen und erhal- ten nicht nur umfangreiche Informati- onen zu einzelnen Wirkstoffen, son- dern auch Preisvergleiche für Präparate mit gleichem Wirkstoff – und können so bares Geld sparen. www.tk.de, Webcode 024970 „Social Head-Work“ bei der TK Um die besten Köpfe zu finden, setzt die TK ebenfalls auf Facebook. Das soziale Netzwerk bietet nämlich nicht nur viele Chancen für den Kundendia- log, sondern auch für die Suche nach neuen Mitarbeitern. „Unser Ziel ist es, mögliche Bewerber dort abzuholen, wo sie sich aufhalten, und früh in ihrem Entscheidungsprozess mit ihnen ins Gespräch zu kommen“, sagt Jürgen Sorg, der bei der TK für Recruiting und Personalmarketing zuständig ist. www.facebook.com/tk.karriere TK gewinnt Young-Brand-Award Die TK ist die beste Krankenkasse – das sagen 3.593 junge Menschen im Alter von 13 bis 29 Jahren. Beim Online-Voting der Young-Brand- Awards stimmten insgesamt 14.668 User in verschiedenen Kategorien für ihre Lieblingsmarken. Bei den Kran- kenkassen ging die TK als Gewinner hervor. Die Befragung ergab auch, dass junge Leute verstärkt Social- Media-Kanäle nutzen, um sich über Themen der Krankenversicherung zu informieren. www.youngbrandawards.com Der digitale Weg zum nächsten Gesundheitskurs Ob Bewegung, Ernährung, Stressbe- wältigung, Entspannung oder Sucht- prävention: Die TK hat für jeden, der sein Leben etwas gesünder gestalten möchte, als Starthilfe den richtigen Kurs im Angebot – qualitätsgesichert und auf neuester wissenschaftlicher Basis. Mit der Online-Suche findet man den richtigen Kurs in seiner Nähe. www.tk.de, Webcode 040180 Geschäftsbericht für unterwegs Spannende Artikel, animierte Info- grafiken, Videoclips, Audio- Slideshows sowie Links zu weiter- führenden Informationen und der Finanzteil zum Download – der diesjährige TK-Geschäftsbericht steht Ihnen auch in einer brand- neuen Fassung als digitales Maga- zin zur Verfügung. Er ist auf jedem Tablet, Smartphone oder PC abruf- bar und lädt zum interaktiven Stö- bern ein: einfach den QR-Code scannen. www.tk.de/geschaeftsbericht Über eine kleine Anerkennung freut sich jeder. Mit dem digitalen Schulterklopfer haben wir daraus eine virale Kampagne gemacht. Bruno Kollhorst, Leiter Social Media
    • 20 Menschen hinter dem Logo „Eine echte Zukunftsperspektive für Waisenkinder“ Gutes tun – das ist für viele Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse Ehrensache. In ihrer Freizeit setzen sie sich für andere Menschen ein – so wie zum Beispiel Deniz Kumcu. Der Vertriebsmit- arbeiter aus Berlin war in seinem Sabbatjahr in Myanmar unterwegs. Seitdem lassen ihn die Menschen – und vor allem die Kinder dort – nicht mehr los. 20
    • 21 Eigentlich sollte das Sabbatjahr für Deniz Kumcu eine ganz normale Aus- zeit werden: Eine lockere Rucksack- tour durch Asien hatte der Berliner 2011 geplant, um Land und Leute kennenzulernen. Doch auf seiner Rei- se blieb es nicht bei Tempel-Hopping, Dschungel-Exkursionen und kulina- rischen Entdeckungen: „In Myanmar kam ich der Armut plötzlich so nah. Da konnte ich nicht einfach dran vor- beihuschen“, erzählt der 36-Jährige. Also machte er spontan für vier Tage Station in der Vier-Millionen-Stadt Yangon. Zwei Hilfsprojekte für Wai- senkinder hatte Kumcu dort entdeckt: die buddhistische „Shwe Myint Zu“- Klosterschule und das „Drop-in-Cen- ter“ für Straßenkinder. „Das Kloster ist das Zuhause für 80 Mädchen und Jungen. Das Straßenkinderprojekt gibt tagsüber rund 50 bedürftigen Kindern Zuflucht“, beschreibt der TKler die Situation vor Ort. In beiden Einrichtungen fehlte es an allen Ecken und Enden. Eine Schüssel Reis für ein Kinderlächeln Noch vor Ort kaufte Kumcu also säckeweise Reis – das, was die Kin- der am nötigsten brauchen. Er bat im fernen Deutschland um Unterstüt- zung für die Waisen, schrieb seine Familie an, fragte Freunde und erzähl- te im Intranet der TK von den Kindern von Myanmar. Mit Erfolg: „Viele haben sofort reagiert und mir eine Spende überwiesen. Insgesamt 5.500 Euro sind so zusammengekom- men – mehr als 1.100 Euro allein von meinen Kollegen“, ist der Diplom- Kaufmann noch heute gerührt. Und weil die Kinder möglichst schnell etwas davon haben sollten, kehrte er wenige Wochen später nach Myan- mar zurück. Stühle statt Bananenblätter Der Schule im Dorf Nga Pyaw Kyun sollte das gesammelte Geld zugute- kommen: „Das Gebäude hat 2008 ein Sturm zerstört. Seitdem haben die Schüler auf Bananenblättern gelernt“, wusste der Globetrotter durch seinen letzten Besuch. Schulbänke waren also am dringlichsten. Kumcu ließ prompt 34 Tische und Stühle anferti- gen und kaufte zudem 300 Paar Flip- Flops sowie 78 Schuluniformen. Der TKler erinnert sich: „Die Kleinen sind sofort ganz stolz in die Kleider geschlüpft. Kein Wunder: Viele von ihnen hatten vorher noch nie eine Schuluniform getragen.“ Doch auch zurück im 10.000 Kilome- ter entfernten Deutschland hat Kum- cu die Waisenkinder nicht vergessen: „Ich will ihr Leben auch von hier aus begleiten. Die Kinder sollen zur Schu- le gehen können und so eine echte Zukunftsperspektive bekommen“, so seine Vision. Gesagt, getan – im November 2012 gründete der TKler den Verein „Hoffnungskinder“ und kümmert sich seitdem in jeder freien Minute und bei jeder Gelegenheit darum, neue Unterstützer zu finden. Im Januar 2013 war er zudem wieder in Myanmar, um die inzwischen fünf Hilfsprojekte zu besuchen – und sich von den Fortschritten vor Ort zu über- zeugen. In der Klosterschule „Shwe Myint Zu“ zum Beispiel sind diese bereits sichtbar: Dort finanziert der Verein einen Anbau für neue Klassen- räume. „Das Fundament steht schon“, freut sich Kumcu. Für die Waisenkinder heißt das, bald nicht mehr dicht gedrängt mit vier Klassen in einem Raum, sondern endlich in Ruhe lernen zu können. www.hoffnungskinder.org Seitdem die Schule im Dorf Nga Pyaw Kyun 2008 einem Sturm zum Opfer gefallen ist, findet der Unterricht im Freien statt. Dank der Spenden der TKler müssen die Schüler nun nicht länger auf dem harten Boden sitzen. Deniz Kumcu Eine Bambushütte ist in dem Kloster in Myanmar für die Kinder Zuhause und Schule zugleich. Denis Kumcu verteilt im „Drop-in-Center“ in Yangon Kuchen und Milch an die Straßenkinder. Bisher dienten Bananenblätter den Schülern als Sitzunterlage, jetzt sind sie vor allem zum Spielen da.
    • Menschen hinter dem Logo Beim Bundeswettbewerb „Startsocial e.V. – Hilfen für Helfer“ schaffte es die Initiative von Michael Broschart unter die 25 besten ehren- amtlichen Projekte – Schirmherrin Bundes- kanzlerin Angela Merkel gratulierte persönlich. Susanne Gierig beim Training mit geistig behinderten Sportlern, die sich in Neuss auf die nächsten Special Olympics vorbereiten. Wenn ein Leben in Gefahr ist, kommt es auf jede Sekunde an – ob bei einem Verkehrsunfall, einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bis der Rettungsdienst eintrifft, können jedoch oft wertvolle Minuten vergehen – besonders in ländlichen Gegenden mit langen Anfahrtswegen. So auch in den 3.000- Einwohner-Ortschaften Humes und Hierscheid im Saarland. Rund elf Minuten dauert es hier normalerweise, bis Hilfe kommt. Seit März 2012 ist das anders, denn seitdem sind hier Michael Broschart und seine „First Responder“ im Einsatz. Die Ersthelfer rücken an, wenn ein Notruf eingeht – und zwar innerhalb von drei Minuten. Broschart, beruflich bei der TK als Ermittler in Sachen Abrechnungsmani- pulation tätig, hat das ehrenamtliche Notfallhelferteam aufgebaut – als erstes seiner Art im Saarland. Er erklärt: „Die Idee der ‚First Responder‘ – der Helfer vor Ort – stammt aus den USA und ich fand sie auch für unsere Region sehr passend. Schneller als der Rettungs- wagen können wir nämlich sein, weil wir direkt vor Ort sind und die Wege hier in der Gemeinde sehr kurz sind.“ Menschen zu helfen – das ist für Susanne Gierig aus Duisburg nicht nur im Job das A und O: Bei der TK küm- mert sie sich darum, dass Versicherte einen Rollstuhl bekommen, eine Hör- oder Sehhilfe. In ihrer Freizeit hingegen sorgt sie dafür, dass Menschen mit geistigen Behinderungen sportlich über sich selbst hinauswachsen können. „Ich bin ehrenamtlich im Behinderten- sport aktiv“, sagt die 49-Jährige und erklärt: „Meine Aufgabe ist es, bei Wettkämpfen der Special Olympics hier in Nordrhein-Westfalen dafür zu sorgen, dass alles glattläuft.“ Die weltweit größte Sportorganisation für geistig behinderte Menschen ist das Pendant zu den Paralympics. Ob im Tennis, Fußball oder beim Schwim- men – rund achtmal im Jahr treten in der Region 100 bis 2.000 Athleten mit Handicap in verschiedenen Disziplinen Helfer vor Ort: Minuten schenken und Leben retten Hilfsmittelexpertin bei der TK – Eventmanagerin im Behindertensport Tag und Nacht in Alarmbereitschaft Gemeinsam mit acht Mitstreitern hält sich der TKler nachts und am Wochen- ende abwechselnd für den Fall der Fälle bereit. Geht ein Notruf ein, alarmiert die Rettungsleitstelle – parallel zum Ret- tungsdienst – auch zwei Helfer aus Bro- scharts Team. „Egal, ob wir gerade unter der Dusche stehen, mit unseren Familien zu Abend essen oder schon im Bett sind – wer Bereitschaft hat, lässt alles stehen und liegen und düst los“, berichtet der 52-jährige Familienvater. Oft im eigenen PKW und immer mit Notfallrucksack, Sauerstoffgerät & Co. ausgestattet, kommen die freiwilligen Helfer in Blau und Gelb schließlich zum Unglücksort. „Wir checken Atmung, Bewusstsein und Kreislauf des Pati- enten und überbrücken so die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes“, sagt der speziell ausgebildete Sanitäter. Insge- samt 13.000 Stunden hat sich das Team inzwischen für den Notfall bereitgehal- ten. 37-mal ist es in dieser Zeit ausge- rückt, um Erste Hilfe zu leisten. Mit Erfolg, denn in den meisten Fällen konn- ten die Ehrenamtlichen Leben retten. first-responder-online.de gegeneinander an. Immer mit dabei: die TKlerin. Seit fünf Jahren koordiniert sie auf den Veranstaltungen die bis zu 40 Helfer, hilft beim Auf- und Abbau, schmiert aber auch mal Schnittchen für die Athleten und sorgt am Ende mit ihrem Team dafür, dass niemand ohne Medaille nach Hause gehen muss. „Zum Dank fallen uns die Teil- nehmer oft um den Hals. Da geht einem wirklich das Herz auf“, so die Mutter zweier erwachsener Söhne. Ihr Ehrenamt möchte sie deshalb auch nicht mehr missen: „Der Einsatz für die Behinderten hat mein Leben bereichert. Das entschädigt für alle Mühen“, so das Fazit der Hilfsmittel- expertin. specialolympics.de 22
    • 23 FOCUS, XING, „Great Place to Work®“: Gleich mehrfach wurde die TK Anfang 2013 als „bester Arbeitgeber Deutsch- lands“ausgezeichnet. Und das nicht zum ersten Mal: So konnte sich die TK etwa bei dem Arbeitgeberwettbewerb des Great Place to Work Institutes jetzt schon sieben Jahre in Folge einen Platz auf dem Siegertreppchen sichern. Azubis starten durch Auch für die TK-Azubis war 2012 ein Erfolgsjahr. Sie haben nicht nur ihre Abschlusszeugnisse in der Tasche – ihre Ergebnisse können sich auch sehen las- sen: Die 141 Sozialversicherungsfachan- gestellten (Sofa) haben mit einer Durch- schnittsnote von 1,8 den besten Wert seit sechs Jahren erzielt. Auch die Kauf- leute im Gesundheitswesen (KIG) und die Kaufleute für Dialogmarketing waren mit einer Zwei im Durchschnitt besser als ihre Mitstreiter anderer Kassen. Um den Nachwuchs gezielt zu fördern, hat die TK für 2013 mit 270 Auszubilden- den sogar noch ein Drittel mehr einge- stellt als im Vorjahr. Dabei bildet die TK nicht nur in den klassischen Krankenver- sicherungsberufen aus. In bis zu zwölf Bereichen bietet die TK Ausbildungsplät- ze an, darunter zum Beispiel auch für Immobilienkaufleute. „Die TK hat ganz unterschiedliche Immobilien an rund 230 Standorten. Einige davon kann ich vom Schreibtisch aus betreuen. Andere muss ich vor Ort unter die Lupe nehmen. Gerade diese Abwechslung macht mir sehr viel Spaß“, sagt „Immo“-Azubi Marcel Flagmann. Traineefilm räumt Preis ab Das gab‘s noch nie bei der TK: Die Trai- nees suchen selbst ihre Nachfolger – und zwar per Film. Die 19 Jung-TKler haben eine Rekrutierungskampagne, deren Herzstück ein zweiminütiges Video ist, ins Leben gerufen, um Hoch- schulabsolventen für das Traineepro- gramm 2013 bei der TK zu begeistern. Dass das Video nicht nur bei Studenten, sondern auch bei Personalexperten gut ankam, zeigte die Verleihung des HR Excellence Awards. Für die kreative Film- idee gewann die TK die Trophäe in der Kategorie „Bestes Arbeitgebervideo“. In 30 Tagen um die halbe Welt Sich im Alltag mehr bewegen und als Team stärker zusammenwachsen – das war das Ziel der TK-Finanzexperten, die bereichsintern einen „Geh-Wettbe- werb“auf die Beine gestellt haben. Einen Monat lang waren die TKler von morgens bis abends mit einem elektro- nischen Schrittzähler ausgestattet. Zusammen sind die Finanzprofis rund 14.000 Kilometer gegangen – das ent- spricht dem Weg von Hamburg nach Australien. Um solche Aktionen verstärkt zu unter- stützen, hat das innerbetriebliche Gesundheitsmanagement der TK unter- nehmensweite Gesundheitsnetzwerke aufgebaut. Diese setzen sich aus einzel- nen Mitarbeitern in jeder Dienststelle zusammen, die die Situation vor Ort ana- lysieren und daraus gesundheitsför- dernde Maßnahmen ableiten. Dabei geht es neben den Themen Ernährung und Bewegung vor allem darum, die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken. Einsatz aus Überzeugung: die ehrenamtlichen TK-Berater Die rund 11.000 ehrenamtlichen Berater der TK haben eins gemeinsam: Sie alle sind von ihrer Krankenkasse überzeugt. Deshalb setzen sie sich in ganz Deutsch- land für die TK ein, informieren Arbeits- kollegen, Freunde oder Bekannte über TK-Leistungen und beraten sie bei Fra- gen rund um das Thema Krankenversi- cherung. Einer von ihnen ist Andreas Winkler-Bayless. Der Gitarrist der Band „Söhne Mannheims“ um Sänger Xavier Naidoo ist schon seit fast vier Jahren „Überzeugungstäter“ im Namen der TK. „Mir ist ein Ansprechpartner, den ich auch außerhalb der üblichen Bürozeiten erreichen kann, sehr wichtig. Aus die- sem Grund empfehle ich die TK weiter, gerade auch in meiner Branche, wo es genau auf diese Freiheiten ankommt“, sagt der Musiker. Die TK hat über 230 Immobilien. Einige kann ich vom Schreibtisch aus betreuen, andere muss ich vor Ort unter die Lupe nehmen. Gerade diese Abwechslung macht mir Spaß. Marcel Flagmann, angehender Immobilienkaufmann bei der TK Mir ist ein Ansprechpartner wichtig, den ich auch außerhalb der üblichen Bürozeiten erreichen kann. Deshalb empfehle ich die TK weiter, gerade in meiner Branche, wo es genau auf diese Freiheiten ankommt. Andreas Winkler-Bayless, Gitarrist der „Söhne Mannheims“, engagiert sich als ehrenamtlicher Berater für seine Krankenkasse, die TK. Ehrenamtliche und Mitarbeiter 31.12.2011 31.12.2012 Ehrenamtliche Beraterinnen/Berater 10.890 10.817 Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter 11.769 12.269 davon:  in den Geschäftsstellen, den Service- und Abrechnungszentren und im Vertrieb 9.759 10.188  in der Hauptverwaltung 1.782 1.844  in den Landesvertretungen 228 237 Ausgezeichnet: Die TK als Arbeitgeber
    • „Wir sind die Interessenvertreter unserer Versicherten.“ Kann eine Krankenkasse Interessenvertreter ihrer Versicherten sein? Welche Herausforderungen kommen auf das Versorgungsmanagement der Krankenkassen zu? Und: Was erwarten die Versicherten vom Kundenservice der TK? Antwort auf diese und weitere Fragen geben die Vorstände der TK in kurzen Interviews. 24 Der Vorstand im Gespräch
    • 25 Wenn das System vorankom- men soll, braucht es Bewe- gung durch wettbewerbliche Anreize. Mit Schema F, viel- leicht gar von der Politik vor- gegeben, kommen wir nicht weiter. Dr. Jens Baas Herr Dr. Baas, sind Sie zufrieden mit der Rolle, die die gesetzlichen Krankenkassen im deutschen Gesundheitssystem haben? Baas: Teils, teils. Die Krankenkassen von heute sind nicht mehr vergleichbar mit den eher behäbigen Organisationen, die sie vor Beginn des Wettbewerbs 1996 vielfach waren. Hier ist eine Menge passiert – der Satz „Konkurrenz belebt das Geschäft“ trägt Früchte. Dazu passt es aber nicht, dass der Staat ihnen die Finanzautonomie aus der Hand genommen und den Beitragssatz gesetzlich festlegt hat – und das übrigens zu hoch, sodass die Mitglie- der und Arbeitgeber zu viel bezahlt haben. Der Staat ist also keineswegs der bessere Kalkulator, daher sollte die Politik den Krankenkassen die Beitrags- autonomie zurückgeben. Die Kassen sind nah an ihren Kunden und können besser als Beamte oder Abgeordnete einschätzen, wie hoch ihr Preis sein muss. Als TK hätten wir es gar nicht erst zu solch hohen Rücklagen kommen lassen, weil wir unseren Beitragssatz deutlich niedriger festgesetzt hätten. Und angesichts der Überschüsse hätten wir ganz unbürokratisch unseren Beitragssatz gesenkt, anstatt in einem recht aufwendigen Verfahren eine Prämie auszuzahlen. „Nah am Kunden“: Muss ein Versicherter nicht ein gesundes Maß an Misstrauen gegenüber seiner Krankenkasse haben? Sie will schließlich lieber Geld sparen als ausgeben. Baas: Das ist ein Irrglaube. Wir arbeiten nicht gewinnorientiert, und unser Unternehmenszweck ist es, die Beiträge der Versicherten und Arbeitge- ber bestmöglich zu deren Nutzen einzusetzen. Wir haben ein vitales Interesse daran, den bei uns versicher- ten Patienten den Zugang zu hochwerti- ger medizinischer Versorgung und zu Innovationen zu ermöglichen und bezahlbar zu halten. Unsere Kunden sollen uns als Unterstützer wahrneh- men, der ihnen hilft, gesund zu bleiben oder zu werden. In meinem Verständnis ist die Krankenkasse die natürliche Interessenvertretung ihrer Versicherten. Welche Rechtsform und Struktur sollten die Krankenkassen haben? Baas: Die Rechtsform an sich ist nur Mittel zum Zweck, viele Optionen sind denkbar. Wichtig ist, dass die Kranken- kassen Non-Profit-Organisationen bleiben, auch künftig jeden aufnehmen, unabhängig von finanzieller oder gesundheitlicher Lage, und dass ihr Geld bei ihren Versicherten und Beitragszahlern bleibt und nicht an Dritte abfließen kann wie zum Beispiel an Aktionäre. Welche Struktur sich eine Krankenkasse gibt, muss sie selbst entscheiden können. Aber Handlungs- spielräume braucht sie. Was wünschen Sie sich von der Gesundheitspolitik? Baas: Dass sie Mut für mehr Wettbe- werb aufbringt. Wenn das System vorankommen soll, braucht es Bewe- gung durch wettbewerbliche Anreize. Wir alle stehen vor den Herausforderun- gen, die der medizinische Fortschritt und der demografische Wandel mit sich bringen. Mit Schema F, vielleicht gar von der Politik vorgegeben, kommen wir nicht weiter. Für neue Wege brauchen wir Kreativität, Pioniergeist und auch den Mut, den einen oder anderen Fehler zu machen. Und natürlich müssen wir auch unseren Preis wieder selbst festlegen können. Wir brauchen Mut für mehr Wettbewerb Dr. Jens Baas ist Vorsitzender des Vorstands. Er ist bei der TK für die Unternehmensbereiche Markt und Marketing, Finanzen, Personal, Unternehmensentwicklung und Controlling sowie für die Landesvertretungen verantwort- lich. Zudem gehören die Stabsbereiche Gesundheitspolitik, Presse- und Öffentlich- keitsarbeit, Revision und Verwaltungsrat/ Vorstand, Justiziariat sowie Compliance zu sei- nem Verantwortungsbereich. Er gehört dem Vorstand der TK seit dem 1. Januar 2011 an, seit dem 1. Juli 2012 ist er Vorsitzender des Vorstands. Dr. Jens Baas (Jahrgang 1967) arbei- tete nach seinem Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg und der University of Minnesota (USA) als Arzt in den chirurgischen Universitätskliniken Heidelberg und Münster. Seit 1999 war er bei der Unternehmens- beratung Boston Consulting Group tätig; seit 2007 als Partner und Geschäftsführer.
    • Der Vorstand im Gespräch 26 Thomas Ballast ist stellvertretender Vor- sitzender des Vorstands. Er ist bei der TK für die Unternehmensbereiche ambulante und stationäre Versorgung, Informationstechnologie und Interne Dienste sowie für den Stabsbereich Gesundheitswissenschaften, die Stabsstelle Strategisches Versorgungsmanagement sowie für die Referate Vergabestelle und Datenschutz verantwortlich. Er gehört dem Vorstand seit dem 1. Juli 2012 an. Der Diplom-Volkswirt (Jahrgang 1962) war bis dahin Vorstandsvorsitzender des Ersatzkassen- verbandes vdek. Zuvor war er in verschiedenen verantwortlichen Positionen in der gesetzlichen Krankenversicherung tätig. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Versicherten einen schnellen Zugang zu medizinischen Innovationen erhalten. Hier wünsche ich mir noch einen größeren Handlungsspielraum für uns als Krankenkasse. Thomas Ballast Für die Versicherten steht ihre Krankenkasse zunächst für medizinische Versorgung. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigs- ten Anforderungen an ein moder- nes Versorgungsmanagement? Ballast: Unsere Aufgabe als Kranken- kasse ist es, unseren Kunden ein Ver- sorgungsangebot zu bieten, das ihren Bedürfnissen passgenau entspricht. Daran orientieren wir uns und gestal- ten eigene Angebote wie etwa unsere Online-Coachings, das Ärztezentrum, an das sich unsere Versicherten rund um die Uhr mit medizinischen Fragen wenden können, aber auch unsere zahlreichen innovativen Versorgungs- verträge. Zudem überprüfen wir kontinuierlich, ob wir unsere Kunden mit den Angeboten auch erreichen und zufriedenstellen. Was ist den Versicherten dabei besonders wichtig? Ballast: Wir bekommen immer wieder zurückgespiegelt, dass unsere Versicherten mitentscheiden wollen, wenn es um ihre Gesundheit geht. Dazu wollen wir ihnen die notwen- digen Mittel an die Hand geben, beispielsweise mit der Kursreihe „Kompetent als Patient“ oder Zweit- meinungsverfahren. Außerdem ist unseren Kunden wichtig, dass bei ihrer Behandlung alle Beteiligten Hand in Hand zusammenarbeiten – das heißt Ärzte, Kliniken, Apotheker und natürlich wir als Krankenkasse. Deshalb setzen wir uns, wo immer es geht, für Kooperationen der Gesund- heitsberufe und der Einrichtungen des Gesundheitswesens wie zum Beispiel Krankenhäuser ein. Dazu schließen wir Verträge und gestalten darüber die medizinische Versorgung mit. Wir verwalten nicht nur, wir mischen uns für unsere Kunden ein. Welche technischen Anforderun- gen sind dafür erforderlich? Ballast: Ein entscheidendes Funda- ment für innovative Versorgungsange- bote ist eine moderne IT-Infrastruktur. Genau wie moderne Technologien den medizinischen Fortschritt erst möglich machen, sind sie auch bei uns Voraussetzung für alle wesentlichen Geschäftsprozesse. Zum Glück ist die TK auch in diesem Feld hervorragend aufgestellt. Wo sehen Sie im Versorgungs- bereich die größten Herausforde- rungen für die Zukunft? Ballast: Es gibt viele Baustellen. Unser Gesundheitssystem kämpft seit Jahrzehnten mit Über-, Unter- und Fehlversorgung. Wir müssen dafür sorgen, dass keine Mittel verschwendet werden, aber gleich- zeitig jeder bekommt, was er benötigt. Wir brauchen Anreize für mehr Qualität in allen Sektoren der medizinischen Versorgung. Es muss auch in der Zukunft sichergestellt sein, dass Innovationen schnell den Patienten zugutekommen. Aber auch, dass wir nicht zu viel Geld für angebliche Innovationen bezah- len, die keinen oder kaum einen Mehrwert für die Patienten bieten. Bei Arzneimitteln wird der Preis für neue Medikamente von ihrem zu- sätzlichen Nutzen für die Patienten abhängig gemacht. Vergleichbare Verfahren sind auch in anderen Bereichen wünschenswert, etwa bei Hilfsmitteln. Ein passgenaues Versorgungsangebot für unsere Kunden
    • 27 Frank Storsberg ist Mitglied des Vorstands. Bei der TK ist er für den Privat- und Firmen- kundenservice sowie den Vertrieb verant- wortlich. Er gehört dem Vorstand seit dem 1. Oktober 2011 an. Der Krankenkassenfachwirt (Jahrgang 1965) war zuvor stellvertretender Vorstandsvorsit- zender der AOK PLUS. Frank Storsberg hat langjährige Berufs- und Führungserfahrung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach unterschiedlichen Leitungsfunktionen – unter anderem bei der AOK Hessen und der AOK Thüringen – wurde er im Jahr 2002 in den Vorstand der AOK Thüringen berufen. Hier wirkte er drei Jahre lang als Alleinvorstand. Nur Unternehmen, die sich an den Wünschen ihrer Kunden ausrichten, können erfolgreich sein. Dass wir auf einem guten Weg sind, zeigt unser Versichertenwachstum. Frank Storsberg Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der Kundenservice für die TK? Storsberg: Der Service für unsere Kunden ist einer der wesentlichen Faktoren, mit dem wir uns von den Wettbewerbern abheben können. Sowohl beim Leistungsangebot, als auch bei der Preisbestimmung sind wir durch gesetzliche Vorgaben eingeschränkt. Unser Serviceangebot hingegen können wir konkret an den Bedürfnissen unserer Versicherten ausrichten. Dabei kann unser Kunde entscheiden, ob er die TK vor Ort besucht, die 24-Stunden-Hotline wählt oder sein Anliegen einfach per Chat mit einem Kundenberater klärt. Inwieweit hat sich die Erwar- tungshaltung der Kunden denn in den letzten Jahren verändert? Storsberg: Vor zehn Jahren konnte sich noch niemand vorstellen, von unterwegs über ein Smartphone seine Krankenkassenanliegen zu klären. Der technische Fortschritt hat auch die Erwartungshaltung der Kunden an ihre Krankenkasse verändert. Heute ist es für unsere Versicherten selbstver- ständlich, dass wir nach wie vor persönlich in unseren Geschäftsstel- len für sie da sind, sie uns aber auch rund um die Uhr über verschiedene andere Kanäle erreichen können. Welche Rolle spielen Online- Angebote denn heute für Ihre Kunden? Storsberg: Online-Services sind unseren Kunden schon heute immens wichtig und sie werden in Zukunft noch weit mehr Bedeutung erlangen. Im letzten Jahr haben über 20 Millionen Menschen unsere Internetseiten besucht, um sich zu informieren und ihre Anliegen direkt zu klären. Und auch für unsere 700.000 Firmenkunden haben wir ein speziell auf ihre Bedürf- nisse zugeschnittenes Informations- portal. Welchen besonderen Service bieten Sie Ihren Firmenkunden denn ganz konkret an? Storsberg: Ganz besonders liegt uns das betriebliche Gesundheitsmanage- ment am Herzen. In einer Gesell- schaft, die immer stärker mit dem demografischen Wandel konfrontiert ist, können es sich Unternehmen gar nicht mehr leisten, die Gesundheit ihrer Beschäftigten außer Acht zu lassen. Hier stehen wir den Firmen mit unseren umfassenden Angeboten zur Seite, die wir konkret am spezifi- schen Bedarf der einzelnen Unter- nehmen ausrichten. Dafür analysieren wir zunächst die konkrete Situation vor Ort, um dann gemeinsam mit den Verantwortlichen ein individuelles Maßnahmenpaket zu schnüren. Zum Abschluss: Was treibt Sie in Ihrer Arbeit an? Storsberg: Der zufriedene Kunde. Nur Unternehmen, die sich an den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Kunden ausrichten, können erfolg- reich sein. Dass wir auf einem guten Weg sind, zeigt die stetig steigende Zahl neuer Versicherter, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind. Allein 2012 ist die TK insgesamt um 284.000 Kunden gewachsen. Nichtsdestotrotz, arbeiten wir weiter an uns, damit wir für die Menschen auch in Zukunft die beste Kranken- kasse Deutschlands bleiben. Online-Services werden für unsere Versicherten immer wichtiger
    • Wissenschaft, Politik & Gesellschaft „Wir müssen offen über Alkohol und Drogen reden.“ Der Kampf gegen Drogen ist seine Mission: Wolfgang Kiehl. Der 50-Jährige war einst selbst drogen- abhängig, seit zwölf Jahren ist er „clean“. Nach dem Studium der Sozialpädagogik tourt er seit 2007 – unterstützt durch die TK – mit seinem Suchtmobil durch die Republik und berichtet Schülern von seinem Leben mit den Drogen. 28
    • 29 Es gibt unzählige Kampagnen gegen Drogen. Was ist das Besondere an Ihrem Projekt? Kiehl: Als früherer Selbstbetroffener kann ich das Thema sehr emotional erzählen. Teilweise rede ich vor 200 Schülern und Sie können im Saal eine Stecknadel fallen hören. Es hat eine ganz andere Wirkung, ob jemand sein Wissen aus dem Lehrbuch zieht oder ob er von seinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen berichtet. Die Suchtstudie des WINEG sagt: Jugendliche trinken durchschnitt- lich mit zwölf Jahren das erste Mal Alkohol – zwei Jahre früher als bis- her gedacht. Hat Sie das überrascht? Kiehl: Nein, ganz im Gegenteil. Ich hätte gedacht, dass das Einstiegsalter eher noch niedriger ist. Alkohol ist die Einstiegsdroge Nummer eins. Was wir Erwachsenen uns nicht vorstellen können: Dabei geht es häufig nicht um Genuss, es geht nicht um ein Gemeinschaftserlebnis oder darum, „gut drauf zu sein“. Häufig geht es den Jugendlichen ganz zielgerichtet darum, sich bis zur Bewusstlosigkeit zu betrinken, eine Grenze zu über- schreiten. Und dieser „Kick“ macht es so gefährlich, denn wenn das nicht mehr reicht, geht es direkt zur nächs- ten Grenze. Was müssen wir ändern? Kiehl: Wir bekommen es nur durch Aufklärung und Prävention in den Griff. Wir müssen offen über Alkohol und Drogen reden. Wenn die Jugend- lichen es im Geheimen machen, dann wird es gefährlich. Wie geht es mir? Welche Wünsche hab ich und wovor hab ich Angst? Das sind ganz wich- tige Fragen. Es ist ganz wichtig, dass die Kinder lernen, darüber zu spre- chen. Dies ist das wichtigste, was Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben können. Und zwar, indem sie es ihren Kindern selbst vorleben. Was bieten Sie Menschen an, bei denen das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist? Kiehl: Auf meinen Veranstaltungen bekommt jeder Zuhörer einen Flyer mit Informationen und meinen Kon- taktdaten. Und ich gebe allen das Angebot: Wenn ihr noch weiter über das Thema sprechen wollt, bin ich für euch da – rund um die Uhr. Und davon machen die Jugendlichen auch Gebrauch. Wie oft klingelt das Telefon? Kiehl: Im Schnitt melden sich nach jeder Veranstaltung etwa fünf Kinder und Jugendliche bei mir, weil sie ent- weder selbst ein Drogenproblem haben oder aber Drogenabhängige in ihrem direkten Umfeld erleben. Meist geht es dabei eher darum, Fragen zu beantworten. Aber ich habe auch ganz gute Kontakte zu erfolgreich arbeitenden Therapieeinrichtungen. Dem einen oder anderen kann ich auch damit weiterhelfen. www.suchtmobil.de 480 Auftritte, 70.000 Zuhörer und 300.000 Kilometer Wegstrecke: Seit 2007 ist Wolfgang Kiehl mit seinem Suchtmobil für die TK im Einsatz, hier in der Realschule an der Holbeinstraße in Delmenhorst. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 95 Prozent der Teilnehmer haben neue Gefahren von Drogen erkannt, 49 Prozent lehnen den Konsum von Drogen jetzt stär- ker ab und 97 Prozent sind von der Arbeit des Suchtmobils überzeugt. Die Suchtstudie in Kürze Für die Studie haben das Deutsche Zentrum für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) sowie das Wissenschaftliche Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) 1.063 Schülerinnen und Schüler zwischen 12 und 18 Jahren befragt. Die Jugendlichen besuch- ten 13 niedersächsische Schulen und füllten den anonymen Fragebogen vor dem Besuch des Suchtmobils aus. Alkohol:  83 Prozent der befragten Jugendlichen haben bereits Alkohol getrunken.  Das durchschnittliche Einstiegsalter beträgt 12 Jahre.  42 Prozent waren bereits einmal betrunken.  Jeder Vierte hat sich innerhalb von 30 Tagen vor der Befragung gezielt betrunken. Cannabis:  15 Prozent der Jugendlichen haben bereits Cannabis konsumiert.  Das durchschnittliche Einstiegsalter beträgt 14 Jahre.  7 Prozent haben innerhalb von 30 Tagen vor der Befragung Cannabis zu sich genommen. ➔ 11 Prozent der befragten Jugendlichen sind durch die Sucht nach illegalen Drogen gefährdet. ➔ Alle Einkommensgruppen sind davon betroffen. www.wineg.de, Webcode 515072
    • 30 Wissenschaft, Politik & Gesellschaft 60 Prozent der Osteoporose-Kranken bekommen trotz eines Bruchs nicht die dringend benötigten Medikamente zum Knochenaufbau. Und selbst bei schweren Osteoporose-Fällen mit sie- ben und mehr Knochenbrüchen blei- ben noch 42 Prozent der Versicherten ohne die notwendigen Medikamente. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der TK für Nutzen und Effizienz im Gesund- heitswesen (WINEG) und des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES). „Diese Zahlen machen nach- denklich“, sagt Studienleiter Professor Dr. Roland Linder vom WINEG. „Osteoporose lässt sich mit den Medikamenten wirksam und preis- wert behandeln. Bei vielen der 6,3 Millionen Osteoporose-Kranken in Die Menschen sollen sich mit den Chan- cen und Risiken der Krebsfrüherken- nungsuntersuchungen auseinander- setzen. Deshalb hat der Gesetzgeber gezielt finanzielle Anreize für Versi- cherte geschaffen. Bei chronischen Krankheiten müssen sie seit 2007 nur Osteoporose: Selbst Schwerkranke erhalten ihre Medikamente nicht WINEG-Studie: Wenig Interesse an Darmkrebsvorsorge Deutschland könnten die Medika- mente Knochenbrüche vermeiden.“ Auch rein finanziell sind die Ausgaben für Osteoporose-Mittel gut angelegt: Die Medikamente gibt es bereits ab etwa 20 Euro im Monat. Erleidet ein Patient zwei oder mehr Frakturen, steigen die mittleren Behandlungskos- ten von 342 Euro auf 2.219 Euro im Jahr. Professor Linder: „Bei 4,5 Milli- arden Euro Osteoporose-Kosten in Deutschland lässt sich erahnen, wie viel unsere Gesellschaft durch eine bessere Osteoporose-Behandlung an Leid und Geld sparen könnte.“ Warum das nicht schon bisher geschieht, lässt sich anhand der ausgewerteten Daten nicht beurteilen. Linder: „Dieser Frage müssen wir noch mit weiteren Unter- suchungen auf den Grund gehen.“ noch die Hälfte der regulären Zuzah- lung leisten, wenn sie vor ihrer Erkrankung an einer Beratung zu ent- sprechenden Früherkennungsmaß- nahmen teilgenommen haben. Doch eine Untersuchung des Wissenschaft- lichen Instituts der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WIN- EG) zeigt anhand der Darmkrebs- Abrechnungsdaten: Die Anreize rei- chen nicht aus. Versicherte haben häufig kein Interesse an den Bera- tungsangeboten. Die Folge: Die Beratung zur Darm- krebsvorsorge ist zwischen 2007 und 2010 sogar um rund zwölf Prozent zurückgegangen. Und die TK-Versi- cherten haben sogar ein Drittel weni- ger Darmspiegelungen zur Krebsvor- sorge in Anspruch genommen. Die TK arbeitet inzwischen an einem Kon- zept, wie sie die Versicherten mit strukturierten Einladungen gezielter über die Darmkrebsvorsorge informie- ren kann. Rückgang bei Darmspiegelungen zur Krebsvorsorge zwischen 2007 und 2010 Osteoporose lässt sich mit Medi- kamenten gut und preiswert behandeln. Knochenbrüche mit Krankenhausaufenthalten können den Betroffenen erspart bleiben. Studienleiter Professor Dr. Roland Linder vom WINEG (rechts) mit dem Direktor des Wissenschaftlichen Instituts der TK, Dr. Frank Verheyen Jeder Versicherte sollte sich zu den Chancen und Risiken der Krebsfrüherkennung ärztlich beraten lassen – und sich dann bewusst für oder gegen eine Darmspiegelung entscheiden. Dirk Horenkamp-Sonntag, WINEG –35% –40% –35% –38% –41% –35% –33% –36% –20% –23% –52% –18% –23% –27% –38% –29%
    • 31 Ob die private Krankenversicherung (PKV) als Vollversicherung eine Zukunft hat, wird viel diskutiert. Teil dieser Debatte ist stets die Vergütung der niedergelassenen Ärzte – ohne die Honorare der PKV sei die ambulante ärztliche Versorgung in Gefahr. Ande- rerseits hat unter anderem das privat- ärztliche Vergütungssystem selbst die PKV in Schwierigkeiten gebracht. Aber auch das Honorarsystem der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist nicht optimal in seinen Anrei- zen und Auswirkungen. Die TK hat Professor Dr. Jürgen Wasem vom Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medi- zinmanagement von der Universität Duisburg-Essen gebeten, Modelle eines Systemübergangs zu untersu- chen – ausdrücklich unabhängig von Überlegungen zur Bürgerversicherung. Die Botschaft der Studie: Eine Verein- heitlichung der Vergütungssysteme ist kein unlösbares Problem. An ihr scheitert ein einheitlicher Versiche- rungsmarkt nicht. Studie zur ärztlichen Vergütung in einem einheitlichen Versicherungsmarkt Will man ein einheitliches Vergütungs- system, ist die politische Frage zu beantworten, ob – sofern die Honorie- rung auf die heutige Vergütung der gesetzlichen Krankenversicherung abgesenkt wird – Einkommensausfäl- le bei den Ärzten kompensiert werden sollen. Wenn ja, ist über die Modali- täten zu entscheiden. Auch hierzu erörtert die Studie verschiedene Möglichkeiten. Abrechnungsdaten der TK zeigen: Immer mehr TK-Versicherte werden psychotherapeutisch behandelt. So haben im Jahr 2011 vier Prozent der Versicherten mindestens einmal eine psychotherapeutische Leistung in Anspruch genommen. Im Vorjahr waren es noch 3,7 Prozent. Dabei erhalten Frauen im Vergleich zu Männern deut- lich öfter eine ambulante Psychothe- rapie. Weibliche Versicherte zwischen 26 und 50 Jahren waren doppelt so häufig in psychotherapeutischer Behand- lung wie Männer dieses Alters. Deut- liche Unterschiede zeigen sich auch beim Blick auf die Regionen: In den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg lag der Anteil der Versicher- ten mit mindestens einer psychothe- rapeutischen Leistung im Jahr 2011 zwischen sechs und sieben Prozent, während der Bundesdurchschnitt bei vier Prozent lag. Deutlich seltener sind TK-Versicherte in Brandenburg (1,9 Pro- zent) und in Mecklenburg-Vorpommern (zwei Prozent) in Psychotherapie. Die Auswertung der TK-Daten zeigt zudem, dass 25 Prozent aller psycho- therapeutischen Leistungen im TK-Thesen zur ambulanten Psychotherapie Zusammenhang mit einer eher leich- teren psychischen Erkrankung wie zum Beispiel einer Anpassungsstö- rung stehen. Gerade bei leichteren Erkrankungen ist aber unter Umstän- den auch eine weniger intensive Form der Versorgung völlig ausreichend. Darauf hinweisen könnte auch die Therapiedauer: Im Schnitt umfasst jede zweite Therapie nur maximal zwölf Stunden und wird dann been- det. Gerade bei leichteren Erkran- kungen helfen unter Umständen aber auch schon niedrigschwelligere Ange- bote. Dementsprechend hat die TK ihren onlinegestützten Gesundheits- Coach erweitert und bietet im Inter- net neben dem Antistress-Coach auch den Burnout-Coach an. Jeder Vierte, der eine Psycho- therapie erhält, leidet an einer leichten Erkrankung. Für diese Patienten könnten auch andere Angebote hilfreich sein. Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK Jede zweiteTherapie wird nach maximal zwölf Stunden beendet Verteilung der Therapien nach Anzahl der Stunden im Jahr 2011 1–12 Stunden 13–25 Stunden mehr als 25 Stunden 34% 16% 50%
    • 32 Die Selbstverwaltung „Zu meiner Hebamme muss ich Vertrauen haben.“ So wie Katharina Wantoch (rechts) geht es vielen werdenden Eltern. Gerade in den letzten Wochen vor der Geburt der kleinen Frieda war ihr besonders wichtig, dass sie ihre Hebamme Mira Becker Tag und Nacht erreichen konnte. Diese Hebammen-Rufbereitschaft übernimmt die TK seit 2013 für ihre Versicherten – dank einer Entscheidung des Verwaltungsrats. 32
    • 33 Werdende Mütter können mit einer persönlich ausgewählten zugelas- senen Geburtshelferin eine sogenann- te Hebammen-Rufbereitschaft verein- baren. So hat auch die Hamburger Hebamme Mira Becker die Journalis- tin Katharina Wantoch rund um die Geburt ihrer Tochter Frieda begleitet: „Viele werdende Müttern legen gro- ßen Wert darauf, dass sie ein Vertrau- ensverhältnis zu der Hebamme auf- bauen können, die sie dann bei der Geburt betreut. Wenn die TK Kosten für die Rufbereitschaft übernimmt, gibt sie vielen Frauen dazu erst die Möglichkeit“, so Becker. Gelebte Demokratie Die Rufbereitschaft wird als Pauschale berechnet – die TK übernimmt seit 2013 die Kosten dafür bis zu 250 Euro. Möglich gemacht haben dies die Mitglieder des TK-Verwaltungsrats. Sie vertreten in diesem Gremium – das mit einem Parlament verglichen werden kann – die Interessen der Ver- sicherten und der Arbeitgeber. Und wie bei einer demokratischen Ver- sammlung üblich, werden die Mitglie- der alle sechs Jahre bei der Sozial- wahl gewählt – und dies nun schon seit 60 Jahren (siehe Kasten). Lenker und Gestalter für die TK Der Verwaltungsrat entscheidet über alle Angelegenheiten von grundsätz- licher Bedeutung. Die Mitglieder des Gremiums wählen den Vorstand, stel- len den Haushalt fest und beschlie- ßen die Satzung der TK. Letzteres bedeutet vor allem: Der Verwaltungs- rat entscheidet über zusätzliche Leis- tungen, die über den gesetzlichen Katalog hinausgehen. Extra-Leistungen für die TK-Versicherten Von diesem Recht hat der Verwaltungs- rat im zurückliegenden Jahr immer wieder Gebrauch gemacht. Deshalb profitieren die Kunden der TK heute von vielen Extra-Leistungen. Neben der Kostenübernahme für die Hebammen- Rufbereitschaft gehören beispielsweise die erweiterte Haushaltshilfe – im Not- fall sogar dann, wenn keine Kinder im Haushalt leben –, Maßnahmen zur Stärkung der Prävention sowie Zuschüsse zur sportmedizinischen Untersuchung und Beratung beim Arzt dazu. Bereits seit Anfang 2012 erstattet die TK Kosten, wenn sich Versicherte beim Osteopathen behan- deln lassen. Alternative Arzneimittel der Homöopathie, Anthroposophie und Pflanzenheilkunde übernimmt die TK bis zu einem Betrag von 100 Euro pro Jahr und Versicherten. Neben den Beschlüssen für mehr Leistungen haben die Mitglieder des Verwaltungsrats im vergangenen Jahr eine weitere wichtige Entscheidung getroffen, die auch in der Öffentlich- keit für Aufmerksamkeit sorgte: Auf- grund der erfreulichen Finanzentwick- lung war es dem Gremium möglich, im Haushalt für 2013 die Zahlung einer Dividende in Höhe von bis zu 80 Euro je Mitglied vorzusehen. Die TK beteiligt damit ihre über sechs Millionen Mit- glieder an der ausgezeichneten Finanzsituation der Kasse. 60 Jahre Sozialwahlen Im Jahr 1953 fanden die ersten Sozialwahlen der Nachkriegszeit statt. Entgegen der ursprünglichen Absicht der Alliierten hatte sich der Gesetz- geber zuvor für eine staatsferne Organisation der Sozialversicherung ent- schieden. Dabei übertrug man im Wesentlichen Arbeitnehmern und Ar- beitgebern die Verantwortung für die Sozialversicherung. Seitdem zeichnen sich die Gremien der Selbstverwaltung durch drei Merkmale aus: Sie haben die Satzungshoheit und stehen lediglich unter der Rechtsaufsicht des Staates. Außerdem engagieren sich die Mitglieder ehrenamtlich. 2011 fand die letzte Sozialwahl statt, aus der die aktuelle Zusam- mensetzung des TK-Verwaltungs- rats hervorging – die nächsten Sozialwahlen sind 2017. Jennifer Schiemann ist nicht nur selbst gern in Bewegung – sie betreut bei der TK auch das Bonusprogramm, das der Verwaltungsrat 2012 durch seinen Beschluss noch einmal erweitert hat. Um TK-Versicherte zu gesundheitsbewusstem Verhalten zu motivieren, können sie nun bis zu 200 Euro erhalten, wenn sie am Bonusprogramm teilnehmen und zum Beispiel einen Walking-Kurs besuchen, sich von den Online-Coaches der TK auf die Sprünge helfen lassen, Mitglied in einem Sportverein sind oder auf organi- sierte Wanderungen gehen. „Mir ist sehr wichtig, dass Vertre- ter der Versicherten den Kurs der Krankenkassen kontrollieren.“ 87% Quelle: bevölkerungsrepräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der TK
    • 34 Die Selbstverwaltung „Die Zukunft gestalten“ − der TK- Verwaltungsrat spricht sich für ein zukunftsgerichtetes und wettbe- werbliches Gesundheitssystem aus Im Vorfeld der Bundestagswahl hat der Verwaltungsrat der Techniker Krankenkasse die gesundheitspoli- tischen Herausforderungen der kom- menden Jahre erörtert und im April 2013 ein Positionspapier beschlossen. Auf der Basis der Rolle der solida- rischen Krankenversicherung in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise wid- met es sich unter anderem versor- gungspolitischen und wettbewerb- lichen Fragen und beleuchtet die Funktionen von Selbstverwaltung und Staat. Der rote Faden lautet: Der Mensch steht im Mittelpunkt − ob als Beitragszahler, Versicherter, Bürger oder Patient. 1. Die Zukunft gestalten − der Mensch im Mittelpunkt der Versorgung Die TK fordert eine konsequente Nut- zenbewertung von Therapien und Behandlungsmethoden. Die Patien- tensouveränität ist nachhaltig zu stär- ken. Unnötige Bürokratie muss abge- baut werden. Die TK bekennt sich zum Kollektivver- tragssystem. Ergänzend sind kassen- individuelle Vertragsoptionen auszu- bauen. Auch unter ökonomischen Zwängen muss genügend Raum für Humanität und Empathie bei der Ver- sorgung von Kranken bleiben. 2. Die Selbstverwaltung ist auch in Zukunft das richtige Maß Die Selbstverwaltung steuert die bedarfsgerechte und wirtschaftliche Versorgung durch Ausgleich der ver- schiedenen Interessen. Der Staat sollte sie als wichtiges Element der Partizipation stärken. 3. Die Zukunft sichern − mehr Finanzautonomie wagen Krankenkassen müssen in einem an ökonomischen Prinzipien ausgerichte- ten Ordnungsmodell in die Lage ver- setzt werden, Verantwortung für die Aufbringung der Finanzmittel zu tra- gen, die zur Sicherstellung der Versor- gung erforderlich sind. Die TK fordert deshalb Finanzautonomie. Steuerzu- schüsse dürfen keine politische Verfü- gungsmasse sein. Die meinungsstarke Stimme der Beitragszahler Selbstverwaltung ist Selbstgestaltung: 30 Frauen und Männer machen sich ehrenamtlich stark für die Interessen derTK-Versicherten und Arbeitgeber. 4. Keine interessengeleiteten Einzeleingriffe in den RSA Die TK plädiert für eine wettbewerbs- neutrale Ausgestaltung des Risiko- strukturausgleichs (RSA). Isolierte, interessengeleitete Eingriffe sollten unterbleiben. Anreize sollten auf effi- zientes Handeln der Krankenkassen gerichtet sein. 5. In Zukunft mehr Fairness im Wettbewerb Wettbewerb wird nur dann als legitim akzeptiert, wenn er unter fairen Bedingungen organisiert wird. Für kei- ne Krankenkasse dürfen Sonderrege- lungen bestehen. 6. Keine einseitigen politischen Eingriffe zugunsten der PKV Die TK fordert: Rettungsmaßnahmen für die PKV dürfen nicht zu Lasten der GKV gehen. Download Das vollständige Positions- papier des TK-Verwal- tungsrats steht unter www.presse.tk.de zum Download bereit. Die Zukunft gestalten | 1 Die Zukunft gestaltenEin Plädoyer für ein zukunftsgerichtetes und wettbewerbliches Gesundheitssystem 63599_TK_Po sitionierung_T1 .indd 1
    • 35 Versichertenvertreter Dieter F. Märtens, Offenbach, alternierender Vorsitzender Rosemie Bilz, Radebeul Detlef Decho, Syke Peter Duchene, Großrosseln Friedrich Gosewinkel, Hamm Karla Hasenauer, Suhl Petra Rahmann, Bochum Bärbel Richling, Bremen Bianca Schiwnak, Altenau Norbert Schneider, Schwerin Harald Schulte, Königswinter Gertrude Slovinec, München Erika Streit, Köln Johanna Vieweg, Dresden Gerard Wolny, Remagen Die Mitglieder des TK-Verwaltungsrats Der Hauptausschuss bereitet die Sitzungen des Verwaltungs- rats vor und überwacht die Ausführung seiner Beschlüsse. Unter anderem legt er die Rahmendaten fest, auf deren Basis der Haushalt kalkuliert wird, regelt die Anstellungsbedingungen der Vor- stände und entsperrt Haushaltsmittel. Dominik Kruchen*, Dieter F. Märtens*, Rainer Bruns, Karla Hasenauer, Jörg Henschen, Udo Nicolay, Petra Rahmann, Harald Schulte Der Finanzausschuss kümmert sich um alle Fragen rund ums Geld. Zum Beispiel bereitet er die jähr- liche Entscheidung über den Haushalt vor. Außerdem überwacht er die Finanz- entwicklung, befasst sich mit den finanziellen Auswirkungen von Geset- zen und bereitet finanzpolitische Emp- fehlungen und Beschlüsse vor. Rosemie Bilz*, Klaus H. Kober*, Det- lef Decho, Joachim Feldmann, Dr. Friedrich Kästner, Bärbel Richling Der Sozialpolitische Ausschuss hat die Satzung der TK und die gesundheitspolitischen Entwick- lungen fest im Blick. Soll die Satzung geändert, ergänzt oder ganz neu- gefasst werden, bereitet er dies vor. Außerdem kümmert sich der Aus- schuss darum, das Leistungsangebot der TK kontinuierlich im Interesse der Versicherten weiterzuentwickeln. Helmut Fitzke*, Harald Schulte*, Wilfried Grunau, Franz Neubrand, Volker Rosenberger, Erika Streit Die Widerspruchsausschüsse bieten den TK-Versicherten die Mög- lichkeit, Entscheidungen der Verwal- tung überprüfen zu lassen. Das Besondere bei der TK: Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig, während bei vielen anderen Krankenkassen auch hauptamtliche Mitarbeiter im Wider- spruchsausschuss Sitz und Stimme haben. A: Professor Dr. Martin Spülbeck*, Marion Tögel*, Volker Rosenber- ger, Gertrude Slovinec B: Roland Unzeitig*, Gerard Wolny*, Rainer Bruns, Johanna Vieweg C: Karla Hasenauer*, Rainer Hoff- mann*, Christina Hömke, Ditmar Starnitzki D:Peter Duchene*, Hanns-Jürgen Redeker*, Christian Eichhorn, Friedrich Gosewinkel E: Franz Neubrand*, Michael Reese*, Birgit Huster, Rainer Tietz * Alternierende Vorsitzende ihres Ausschusses. Arbeitgebervertreter Dominik Kruchen, Düsseldorf, alternierender Vorsitzender Heiner Bögemann, Bremen Rainer Bruns, Nordstrand Joachim Feldmann, Oldenburg Helmut Fitzke, Woggersin Wilfried Grunau, Edewecht-Friedrichsfehn Jörg Henschen, Bremen Gerrit Karall, Bargteheide Klaus H. Kober, Rheinmünster Udo Nicolay, Pinneberg Volker Rosenberger, Herford Johannes Seiboldt, Nidda Rainer Tietz, Bottrop Roland Unzeitig, Wettmershagen Bernd Wegner, Riegelsberg 15 ZI HSH 12 TKG 1 ver.di 1 IGM 1 ACA Arbeitgebervertreter Versichertenvertreter Zusammensetzung der Selbstverwaltung Versichertenvertreter TKG (12 Sitze) TK-Gemeinschaft, unabhängige Versichertengemeinschaft der Techniker Krankenkasse e.V. ver.di (1 Sitz) Vereinte Dienstleistungs- gewerkschaft IGM (1 Sitz) Industriegewerkschaft Metall ACA (1 Sitz) Katholische Arbeitnehmer- Bewegung (KAB) Deutschlands e.V., Kolpingwerk Deutschland, Bundes- verband Evangelischer Arbeitnehmer- organisationen e.V. Arbeitgebervertreter ZI HSH (15 Sitze) Zahntechniker-Innung Hamburg und Schleswig-Holstein
    • Finanzen „Positive Finanzsituation ermöglicht Extra-Leistungen.“ Gemeinsam haben Norman Schutty, Cordelia Fleischer, Andreas Russell, Anette Spreen und ihre Kollegen die Finanzen der TK fest im Griff. So erlaubte der positive Jahresabschluss der TK neben zahlreichen neuen Extra-Leistungen auch, eine Dividende an ihre Mitglieder auszuschütten. Auch die Mitgliederentwicklung war 2012 ungebremst positiv: Um über 284.000 Versicherte ist die TK im Laufe des Jahres gewachsen. 36
    • Abnahmen Der Verwaltungsrat hat die Jahres- rechnung 2012 der Techniker Krankenkasse und die Jahresrech- nung 2012 der Techniker Kranken- kasse Pflegeversicherung abge- nommen und dem Vorstand dafür Entlastung erteilt. Juni 2013 Dieter F. Märtens Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der TK und der TK-Pflegeversicherung Dominik Kruchen Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der TK und der TK-Pflegeversicherung 37 Die Prüfung der Jahresrechnung der Techniker Krankenkasse wird grundsätz- lich nach handelsrechtlichen Vorschriften durchgeführt. Die Jahresrechnung gibt ein den tatsächlichen Verhältnissen ent- sprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wieder, und somit hat dieTK von der zuständigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einen uneingeschränkten Bestätigungsver- merk erhalten. Für dieTK gehört es darü- ber hinaus zum Standard, ihre Finanz- situation ausführlich zu publizieren. Positive Finanzsituation ermöglicht Dividende Die Gesamtausgaben derTK beliefen sich 2012 auf 17,3 Milliarden Euro, die Zuweisungen aus dem Gesundheits- fonds auf 18,1 Milliarden Euro. Der Überschuss bewegt sich mit 998 Milli- onen Euro damit in der Größenord- nung des Vorjahres (973 Millionen Euro). Dies nutzt dieTK, um ihren Mit- gliedern für das Jahr 2013 eine Divi- dende auszuzahlen. Mit insgesamt rund einer halben Milliarde Euro – berücksichtigt im Haushalt 2013 – ist dies die wohl größte Beitragsrückzah- lung, die es bei einer Krankenkasse bisher gegeben hat. An jedemTag gibt dieTK 44 Millionen Euro für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten aus.Täglich fließen so 13 Millionen Euro an die Kranken- häuser, auf die niedergelassenen Ärzte entfallen 8,3 Millionen Euro, und die Ausgaben für Medikamente belau- fen sich auf 7,4 Millionen Euro –Tag fürTag. Insgesamt beliefen sich die Leistungsausgaben 2012 auf 16,1 Mil- liarden Euro, was einer Steigerung von 3,5 Prozent je Versicherten ent- spricht. Auf den Kliniksektor entfielen 4,8 Milliarden Euro, auf die ambulante ärztliche Behandlung drei Milliarden Euro und auf die Arzneimitteltherapie 2,7 Milliarden Euro. Verwaltungskosten 2012 mit Sondereffekt Die Verwaltungskosten weisen aufgrund eines Sondereffektes eine Steigerung von knapp 24 Prozent je Versicherten auf. Die Ursache ist, dass dieTK die sehr gute Finanzsituation genutzt hat, um die Pensionsrückstellungen, zu deren Bildung jede Krankenkasse gesetzlich verpflichtet ist, schneller als geplant zu dotieren.Trotz dieses Son- dereffektes liegen die Verwaltungs- kosten derTK immer noch fast sechs Prozent unter dem Durchschnitt der gesetzlichen Krankenversicherung (138 Euro). Ohne diese Rückstellungs- bildung beliefen sich die Verwaltungs- kosten je Versicherten auf 103 Euro, was einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weiterhin positive Mitgliederentwicklung Auch 2012 blieb dieTK auf Wachs- tumskurs: Das Plus des Jahres belief sich auf 262.000 Mitglieder und insge- samt 284.000 Versicherte. Anfang März 2013 verzeichnete dieTK erstmals mehr als sechs Millionen Mitglieder. Pflegeversicherung unterstützt Ausgleichsfonds Die Pflegeversicherung – eine eigen- ständige Organisation mit separater Jahresrechnung unter dem Dach der TK – überwies mit 1,9 Milliarden Euro erneut den Großteil ihrer Einnahmen von 2,8 Milliarden Euro an den gesetz- lichen Ausgleichsfonds, aus dem andere Pflegekassen Stützungszahlungen erhalten. Die Leistungsausgaben beliefen sich auf 799 Millionen Euro. 01.01.2012 01.01.2013 Pflichtversicherte 3.432.195 3.570.074 Freiwillig Versicherte 1.140.670 1.215.151 Versicherungspflichtige Rentner 1.131.071 1.180.731 Mitglieder insgesamt 5.703.936 5.965.956 Familienangehörige 2.272.445 2.294.482 Versicherte insgesamt 7.976.381 8.260.438
    • 38 Finanzen Erfolgsrechnung 2011 2012 in Tsd. Euro 1. Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds 16.596.914 18.109.682 2. Erstattungen 29.407 31.993 3. Einnahmen aus Ersatzansprüchen 51.936 51.404 4. Leistungsaufwand 14.936.296 16.131.802 5. Verwaltungs- und Verfahrenskosten 819.973 1.057.224 6. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 921.989 1.004.054 7. Zinsergebnis 60.048 62.981 8. sonstige Einnahmen 36.110 27.325 9. sonstige Ausgaben 44.845 95.949 10. Jahresüberschuss 973.302 998.410 In dieser und in den folgenden Tabellen sind Rundungsdifferenzen möglich.
    • 39 Vermögensrechnung 2011 2012 Aktiva in Tsd. Euro A. Langfristiges Vermögen I. Verwaltungsvermögen 279.821 293.359 II. Mittel der Rückstellungen 790.148 1.119.238 III. Andere Geldanlagen 2.569.786 3.362.928 B. Kurzfristiges Vermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 535.250 602.307 II. Wertpapiere 2.097.937 2.403.063 III. Kassenbestand und Giroguthaben 11.766 12.968 C. Rechnungsabgrenzungsposten 11.815 10.872 D. Sondervermögen AAG-Kassen 170.594 406.058 6.467.116 8.210.794 Passiva in Tsd. Euro A. Netto-Reinvermögen 2.966.207 3.964.618 B. Rückstellungen 790.148 1.119.238 C. Verpflichtungen 2.524.035 2.706.021 D. Rechnungsabgrenzungsposten 16.133 14.859 E. Sondervermögen AAG-Kassen 170.594 406.058 6.467.116 8.210.794
    • 40 Finanzen Leistungsausgaben im Detail 2011 2012 Gesamtsumme absolut in Tsd. Euro 14.936.296 16.131.802 je Versicherten in Euro 1.921,66 1.989,06 % zum Vorjahr je Versicherten +3,8 +3,5 davon: Krankenhaus absolut in Tsd. Euro 4.401.531 4.771.081 je Versicherten in Euro 566,29 588,28 % zum Vorjahr je Versicherten +4,6 +3,9 Ärzte absolut in Tsd. Euro 2.832.394 3.044.201 je Versicherten in Euro 364,41 375,35 % zum Vorjahr je Versicherten +5,5 +3,0 Arzneimittel absolut in Tsd. Euro 2.500.237 2.709.616 je Versicherten in Euro 321,67 334,10 % zum Vorjahr je Versicherten –4,4 +3,9 Zahnärzte/Zahnersatz absolut in Tsd. Euro 1.403.858 1.465.292 je Versicherten in Euro 180,62 180,67 % zum Vorjahr je Versicherten +1,5 +0,0 Heil- und Hilfsmittel absolut in Tsd. Euro 1.027.300 1.046.546 je Versicherten in Euro 132,17 129,04 % zum Vorjahr je Versicherten +17,3 –2,4 Prävention absolut in Tsd. Euro 188.892 217.734 je Versicherten in Euro 24,30 26,85 % zum Vorjahr je Versicherten +8,2 +10,5 Vorsorge- und absolut in Tsd. Euro 175.327 186.077 Reha-Leistungen je Versicherten in Euro 22,56 22,94 % zum Vorjahr je Versicherten +2,3 +1,7
    • 41 Pflegeversicherung 2011 2012 Leistungsausgaben in Tsd. Euro Pflegesachleistung 109.747 118.638 Pflegegeld 205.177 235.561 Leistungen für Pflegepersonen 45.596 49.508 stationäre Leistungen 257.221 292.330 übrige Leistungen 93.387 103.070 Leistungsausgaben insgesamt 711.127 799.107
    • 42 Finanzen Erfolgs- und Vermögensrechnung Pflege 2011 2012 Erfolgsrechnung in Tsd. Euro 1. Beiträge 2.588.246 2.795.697 2. Einnahmen aus Ersatzansprüchen 5.471 5.232 3. Leistungsaufwand 711.127 799.107 4. Zahlungen an den Ausgleichsfonds 1.795.522 1.888.202 5. Verwaltungs- und Verfahrenskosten 80.916 88.230 6. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 6.151 25.389 7. Zinsergebnis 1.562 1.754 8. sonstige Einnahmen 0 24 9. sonstige Ausgaben 32 64 10. Jahresüberschuss 7.682 27.102 Vermögensrechnung Aktiva in Tsd. Euro A. Kurzfristiges Vermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 56.318 65.989 II. Wertpapiere 262.239 284.461 III. Kassenbestand und Giroguthaben 100 22 B. Rechnungsabgrenzungsposten 14.044 16.668 332.702 367.140 Passiva in Tsd. Euro A. Reinvermögen 139.577 166.679 B. Verpflichtungen 193.125 200.461 332.702 367.140
    • Verantwortlich für den Inhalt: Techniker Krankenkasse Bramfelder Straße 140 22305 Hamburg Telefon: 040 - 69 09-17 83 Fax: 040 - 69 09-13 53 Internet: www.presse.tk.de E-Mail: pressestelle@tk.de Verantwortlich: Dorothee Meusch Redaktion: Inga Laboga Texte: Hermann Bärenfänger, Gabriele Baron, Jacqueline Dauster, Philip Giewer, Michaela Hombrecher, Michael Ihly, Inga Laboga, Dorothee Meusch, Michael Schmitz Gestaltung: Christina Bartheidel Produktion: Bianca Schreck Fotos: ANYA, Klaus Becker, Thomas Effinger, fischerconsulting.net/es-concepts, Andreas Friese, GettyImages, Michael Hausberger, Masterfile, Bernd Opitz, Patrick Piel, Public Address (Mirco Hannemann, Stefan Hoyer und Juri Reetz), Neil Anthony Quinton, Michael Zapf und Stefan Zeitz Litho: Hirte GmbH & Co. KG, Hamburg Druck: Industrie + Werbedruck, Herford © Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck und sonstige Formen der Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung.
    • 44 20.1/002