Pressekonferenz zum "Gesundheitsreport 2011": Pressemitteilung vom 30.06.2011
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Pressekonferenz zum "Gesundheitsreport 2011": Pressemitteilung vom 30.06.2011

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Pressemitteilung zur TK-Pressekonferenz vom 30.06.2011, bei welcher der aktuelle "Gesundheitsreport 2011" vorgestellt wurde. ...

Pressemitteilung zur TK-Pressekonferenz vom 30.06.2011, bei welcher der aktuelle "Gesundheitsreport 2011" vorgestellt wurde.

Der TK-Gesundheitsreport befasst sich traditionell in seinen zwei Hauptabschnitten mit Arbeitsunfähigkeiten und Arzneimittelverordnungen. Der aktuelle Gesundheitsreport befasst sich in diesem Jahr mit der Gesundheit junger Erwerbspersonen und Studierender.

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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Pressekonferenz zum "Gesundheitsreport 2011": Pressemitteilung vom 30.06.2011 Pressekonferenz zum "Gesundheitsreport 2011": Pressemitteilung vom 30.06.2011 Document Transcript

  • Techniker Krankenkasse  Pressestelle  Bramfelder Straße 140  22305 Hamburg  www.presse.tk.deHamburg, 30. Juni 2011. Liegen an den Universitäten die Nerven blank?Das könnte man zumindest bei näherer Betrachtung der Arzneimittelver-ordnungen für Studierende in Deutschland vermuten. Nach Angaben desaktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) entfälltder größte Anteil der an Hochschüler verschriebenen Medikamente aufPräparate zur Behandlung des Nervensystems. Allein in den letzten vierJahren verzeichnete die TK in dieser Arzneimittelgruppe einen Anstiegdes Volumens von 54 Prozent.Statistisch gesehen erhielt jeder Studierende 2010 insgesamt für 65 TageMedikamente. Damit liegt das Verordnungsvolumen zwar unter dem ihrererwerbstätigen Altersgenossen mit 72 Tagesdosen. Auffällig ist jedoch,dass Psychopharmaka und Co. bei den Hochschülern über ein Fünftelaller verschriebenen Medikamente ausmachen. Bei den gleichaltrigenBeschäftigten entfallen "nur" knapp 14 Prozent der Arzneien auf dieseGruppe, die aber auch hier inzwischen den größten Anteil ausmacht.Professor Dr. Norbert Klusen, Vorsitzender des TK-Vorstandes: "DieKrankenkassen werten für ihre Gesundheitsberichterstattung üblicherwei-se vor allem die Krankschreibungen aus, die jedoch nur für sozialversi-cherungspflichtig Beschäftigte und ALG-I-Empfänger erhoben werden.Daher wird über die gesundheitliche Situation der Hochschüler wenig ge-sprochen. Wir haben hier zum zweiten Mal nach 2008 die Rezepte der beiuns versicherten Studierenden ausgewertet und betrachten mit Sorge dasauffällig hohe Volumen bei den Psychopharmaka."Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel.: 040 - 6909 - 2223, E-Mail: michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse
  • 2Nicht nur das Arzneimittelvolumen, sondern auch der Anteil der medika-mentös behandelten Studierenden ist gestiegen. "Eine erhebliche Zu-nahme gibt es hier insbesondere bei Medikamenten zur Behandlung vonDepressionen. Der mit Antidepressiva behandelte Anteil der Studierendenstieg seit 2006 um mehr als 40 Prozent", erklärt Dr. Thomas Grobe vomInstitut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemfor-schung in Hannover (ISEG), der die Daten für die TK ausgewertet hat.Neben den Arzneimitteldaten hat die TK auch die Diagnosedaten von135.000 bei der TK eigenständig versicherten Studierenden ausgewertet.Sie zeigen, dass Studierende zwar deutlich mehr Psychopharmaka ver-ordnet bekommen als ihre erwerbstätigen Altersgenossen, in beidenGruppen wurden aber insgesamt etwa gleich häufig psychische Störun-gen diagnostiziert. Bei knapp 30 Prozent der jungen Frauen zwischen 20und 34 Jahren wurde mindestens einmal eine psychische Diagnose ge-stellt, junge Männer waren mit einem Anteil von 13,4 Prozent bei den Stu-denten und 12,5 Prozent bei den Beschäftigten deutlich weniger betroffen.Klusen dazu: "Wenn drei von zehn jungen Frauen im Jahr eine psychi-sche Diagnose gestellt bekommen, muss man sich nicht nur über die Zu-nahme psychischer Störungen Gedanken machen, sondern auch darüber,wo die Grenze zwischen gesund und krank gezogen wird und ob es hierauch ein Etikettierungsproblem gibt."Nach Angaben der TK erhalten mittlerweile gut fünf Prozent der Studen-tinnen und knapp drei Prozent der Studenten Antidepressiva. In einemHörsaal mit 400 Plätzen, der von beiden Geschlechtern gleichermaßenbesucht wird, bekommen also 16 Hochschüler regelmäßig Antidepressiva,44 Prozent mehr als im Jahr 2006. "Steigen die Antidepressiva-Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel.: 040 - 6909 - 2223, E-Mail: michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse
  • 3Verordnungen in diesem Maße weiter, bekommen spätestens im Jahr2046 alle Vorlesungsteilnehmer ein Antidepressiva-Rezept", so Klusen.Dabei nehmen die Diagnosen psychischer Störungen bei Studierendenmit steigendem Alter erheblich stärker zu als bei Berufstätigen: Währenddie Diagnoseraten bei angehenden Akademikern zwischen 20 und 25sogar leicht unter denen gleichaltriger Beschäftigter liegen, kehrt sich dasVerhältnis ab dem 27. Lebensjahr um. Von den 30-jährigen Hochschülernwurde für 17 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen mindestenseinmal eine psychische Diagnose gestellt. "Dies könnte damit zusam-menhängen, dass mit steigendem Alter der Druck steigt, dass Studium zubeenden. Zudem ist in dieser Altersgruppe der Anteil Studierender, diedurch Jobs und Familie mehrfach belastet sind, größer", vermutet HeikoSchulz, Diplom-Psychologe bei der TK.Die psychische Gesundheit der Studierenden und jungen Beschäftigtenist laut TK regional sehr unterschiedlich belastet. Im Hinblick auf Depres-sionen besteht sowohl ein West-Ost-Gefälle, das heißt junge Menschen inden neuen Ländern sind deutlich seltener von der Diagnose Depressionbetroffen, als auch ein Stadt-Land-Gefälle, da die Stadtstaaten Hamburg,Berlin und Bremen überdurchschnittlich hohe Diagnoseraten aufweisen.Verhältnismäßig geringe Verordnungsraten an Antidepressiva in denStadtstaaten dürften mit der guten Erreichbarkeit von Psychotherapeutenzusammenhängen. "Insgesamt lässt sich über fast alle Länder hinwegbeobachten: Je größer das psychotherapeutische Angebot vor Ort, destogrößer sind auch die Behandlungsraten", so Dr. Grobe. "Lediglich inSachsen steigt die Inanspruchnahme der Therapie überdurchschnittlichim Vergleich zum Behandlungsangebot."Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel.: 040 - 6909 - 2223, E-Mail: michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse
  • 4Hinweis für die Redaktionen:Für die Sonderauswertung zur Gesundheit von Studierenden hat die TKdie Arzneimittelverordnungen der Studierenden zwischen 20 und 35 Jah-ren mit eigener TK-Mitgliedschaft analysiert. Da Studierende im Rahmender Familienversicherung bis zum 25. Lebensjahr bei den Eltern und ohneAltersbegrenzung bei den Ehepartnern mitversichert sind, erfasst die TK-Studie nur die Studierenden mit eigener Mitgliedschaft. Die Daten derinsgesamt 135.000 TK-versicherten Studierenden wurden jedoch ge-schlechts- und altersstandardisiert. Das Durchschnittsalter in den Ver-gleichsgruppen liegt bei 26,8 Jahren. Neben den Arzneimitteldaten analy-sierte die TK auch ambulante Diagnosedaten. Da diese erst zeitverzögertan die Krankenkasse übermittelt werden, beziehen sich diese Daten aufdas Jahr 2009.Für Rückfragen: Michaela Hombrecher, TK-PressestelleTel.: 040 - 6909 - 2223, E-Mail: michaela.hombrecher@tk.deSocial Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse