Statement Dr. Jens Baas
Vorsitzender des TK-Vorstands zur Vorstellung
der Studienergebnisse zum TK-Gesundheitscoaching
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Pressekonferenz: Statement vom TK-Vorstand Dr. Jens Baas auf der TK-Pressekonferenz zum Gesundheitscoaching (22. Januar 2014)

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Braucht Gesundheit einen Trainer? Und: Können kranke Menschen durch ein telefonisches Coaching sogar gesünder werden – also Diabetiker, Herzkranke oder Bluthochdruckpatienten auf Medikamente verzichten und Krankenhausaufenthalte vermeiden? Diesen und weiteren Fragen sind Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Auftrag der TK nachgegangen. Am 22. Januar 2014 stellt die Techniker Krankenkasse (TK) auf einer Pressekonferenz in Berlin die neue Studie zum Gesundheitscoaching „Coaching statt Krankenhaus -braucht Gesundheit einen Trainer?" vor.

Dieses Dokument ist das Statement von Dr. Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstands, anlässlich der Pressekonferenz am 22. Januar 2014 in Berlin entstanden und kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Published in: Health & Medicine
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  1. 1. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des TK-Vorstands zur Vorstellung der Studienergebnisse zum TK-Gesundheitscoaching am 22. Januar 2014 in Berlin ____________________________________________________________________ Wenn Sportler sich persönliche Ziele setzen, erreichen sie viel aus eigenem Antrieb. Um aber richtig gut zu werden, brauchen sie einen professionellen Trainer. Wenn wir allein an Fußball-, Tennis- oder Schwimmprofis denken, würde dem wohl niemand widersprechen. Auch im Arbeitsleben sind professionelle Trainer inzwischen fest etabliert: Führungskräfte lassen sich coachen, um an ihren persönlichen Kompetenzen zu feilen, Mitarbeiter nutzen Coachings, um sich für den nächsten Karriereschritt fit zu machen. Wir haben Sie heute mit der Frage eingeladen, ob wohl auch Gesundheit einen Trainer braucht. Der Gedanke liegt ja nah: Denn für viele Menschen liegen eigentlich selbstverständliche Gesundheitsziele – wie ausgewogene Ernährung oder ausreichende Bewegung – so weit außerhalb der eigenen Komfortzone, dass diese für sie aus eigenem Antrieb unerreichbar scheinen. Manche wissen gar nicht, wie sie den ersten Schritt machen sollen, oder resignieren schon nach einigen Versuchen. Die Folge: Die großen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und HerzKreislauf-Erkrankungen nehmen zu. Fast neun von zehn Todesfällen und drei Viertel der Krankheitslast (disease-adjusted life years / DALY) in Europa entfallen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation auf – zumindest teilweise – lebensstilbedingte Erkrankungen. An dem sogenannten "tödlichen Quartett", der Kombination von Übergewicht, hohen Blutzuckerund Blutfettwerten sowie Bluthochdruck, leidet in der westlichen Welt jeder vierte Erwachsene – und stirbt im Durchschnitt vier Jahre früher als ein gesunder Mensch. Allein im stationären Bereich hat die TK 2012 über 326 Millionen Euro für die Behandlung von Herz-KreislaufErkrankungen und Diabetes ausgegeben. Unser Gesundheitsreport zeigt zudem, dass bereits die Hälfte des Arzneimittelvolumens von Männern auf Herz-Kreislauf-Medikamente entfällt, bei den Frauen machen sie auch noch ein Viertel aus – beides mit steigender Tendenz. Dabei sind diese Gesundheitsprobleme zu großen Teilen hausgemacht und in den allermeisten Fällen auch positiv beeinflussbar – wenn man denn selbst aktiv wird. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt, ob den Patienten – über die ärztliche Betreuung und Therapie hinaus – ein telefonisches Gesundheitscoaching helfen kann, sich selbst zu helfen. Im Kern geht es darum, ihre sogenannte Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Nur wenn sie an sich glauben und motiviert sind, kann es den Patienten gelingen, ihr Verhalten tatsächlich langfristig zu ändern, sich zum Beispiel mehr zu bewegen, gesünder zu ernähren oder das Rauchen aufzugeben. Seit sechs Jahren (2008) geht die Techniker Krankenkasse deshalb ganz gezielt auf Versicherte zu, die zum Beispiel an Diabetes, Bluthochdruck oder Koronarer Herzkrankheit (KHK) leiden und so krank sind, dass sie ohne Unterstützung absehbar in nächster Zeit ins Krankenhaus __________________________________________________________________________ Seite 1 von 4
  2. 2. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des TK-Vorstands zur Vorstellung der Studienergebnisse zum TK-Gesundheitscoaching am 22. Januar 2014 in Berlin ____________________________________________________________________ gemusst hätten. Bis heute haben wir über 150.000 Patienten angesprochen, von denen mehr als 35.000 unser Coaching-Angebot angenommen haben. (Erfreulicherweise sind vier von fünf Teilnehmern Männer, die wir mit Präventionsangeboten traditionell besonders schwer erreichen.) Zugleich haben wir uns selbst externe Unterstützung geholt, um das Programm wissenschaftlich begleiten zu lassen. In zwei unterschiedlichen Kontrollgruppenstudien haben die Freie Universität Berlin und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf für uns sowohl die Wirksamkeit als auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Coachings unter die Lupe genommen. Die Details werden Ihnen Frau Professor Renneberg und Herr Professor König gleich vorstellen. Aber so viel vorweg: Coaching lohnt sich – selbst bei schwer kranken Patienten mit Dreifachdiagnosen. Im Gegensatz zu den Patienten in der Kontrollgruppe – also Diabetikern, Bluthochdruck- und KHK-Patienten, die im Vergleichszeitraum ohne Coaching blieben – geht es den Gecoachten deutlich besser: Sie nehmen ihre Medikamente regelmäßiger ein, bewältigen ihre Krankheit insgesamt erfolgreicher, zudem ist ihr subjektives Wohlbefinden signifikant höher. Und: Sie müssen seltener ins Krankenhaus. Alles Erfolge, die sogar nachhaltig sind. Bei den meisten bleiben diese Effekte auch sechs Monate nach Ende des Coachings erhalten. Die Menschen, die unsere Versicherten am Telefon coachen, verfügen über medizinisches und psychologisches Know-how. Sie sind ausgebildete Krankenschwestern, Pflegekräfte oder Psychologen und bauen über einen längeren Zeitraum – durchschnittlich sechs Monate – eine persönliche Beziehung zu ihren Patienten auf. In dieser Zeit telefonieren sie alle zwei Wochen eine halbe Stunde miteinander. Im Mittelpunkt steht dabei, die Patienten zu motivieren, gesundheitsbewusst zu leben. Es gilt dabei, mit ihnen gemeinsam ihre persönlichen und für sie individuell erreichbaren Ziele zu definieren und einen Weg dorthin zu entwickeln – oft in kleinen Schritten. Feste Bestandteile der Telefonate sind deshalb neben dem Selbstmanagement die Themen Bewegung und Ernährung, die Einnahme von Medikamenten, das Trinkverhalten und auch das Rauchen. Für uns als Krankenkasse ist solch ein Angebot natürlich zunächst einmal ein Investment. Dennoch müssen wir uns natürlich auch die Frage stellen, ob wir es hier mit Mehrkosten zu tun haben werden, oder ob sich unter dem Strich mit dem Coaching sogar Kosten senken lassen. Insgesamt – das wird Ihnen Herr Professor König gleich erläutern – zeigt sich bereits nach einem Jahr über alle Diagnosen hinweg eine tendenziell günstigere Kostenentwicklung im __________________________________________________________________________ Seite 2 von 4
  3. 3. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des TK-Vorstands zur Vorstellung der Studienergebnisse zum TK-Gesundheitscoaching am 22. Januar 2014 in Berlin ____________________________________________________________________ Vergleich zur Kontrollgruppe. Das heißt: Coaching kann tatsächlich Geld einsparen, wenn es gelingt, damit eine Eskalation im jeweiligen Krankheitsverlauf zu vermeiden. Wie nachhaltig dieser Erfolg des Coachings langfristig ist, werden wir erst in einigen Jahren wissen – das kennt jeder, der eine Diät probiert oder das Rauchen aufgegeben hat. Und deshalb lassen wir das Programm auch weiter wissenschaftlich begleiten und evaluieren. Die Ergebnisse bestätigen uns, dass es für alle Beteiligten ein guter Weg ist, neben der ärztlichen und medikamentösen Therapie, auf die Selbstwirksamkeit der Patienten zu setzen. Das gilt natürlich schon bei der Vermeidung von Krankheiten aber – wie dieses Beispiel – zeigt auch für Menschen, die bereits schwer erkrankt sind. Wir werden immer älter – nicht zuletzt Dank des medizinischen Fortschritts. Aber das hat auch seinen Preis: So erfreulich dieser Fortschritt auch ist, ist er doch einer der größten Kostentreiber im Gesundheitswesen und damit auch die größte Herausforderung, die auf die Krankenversicherungen zukommt. Deshalb arbeiten wir – als Interessenvertreter unserer Versicherten – aktiv daran, intelligente Lösungen zu finden und zu erproben, die das bestehende Gesundheitssystem modernisieren aber auch gleichzeitig entlasten. Gute Erfahrungen haben wir zum Beispiel in einigen Flächenländern bereits mit einem telemedizinischen Ansatz gemacht: So etwa bei Patienten, die an einer Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden. Bei ihnen ist die regelmäßige Kontrolle ihrer Gesundheitswerte entscheidend – in unserem Projekt übernimmt dies ein elektronischer Helfer, der bei ihnen zuhause steht und direkt mit Fachärzten vernetzt ist. (Diese intervenieren nicht nur, sobald die digital übermittelten Werte den grünen Bereich verlassen, sondern sind zudem auch stets telefonisch für die Patienten erreichbar.) Anfang April starten wir zudem das Pilotprojekt einer Online-Beratung mit 500 TK-Versicherten, die aufgrund einer leichten bis mittelschweren Depression arbeitsunfähig sind. Rund sechs Wochen lang halten Psychologen online Kontakt zu ihnen – und das nach einem strukturierten Fahrplan. TK-Versicherten, die an Depressionen oder einer Angst- oder Belastungsstörung leiden oder die alkoholabhängig sind, bieten wir zudem in zehn Metropolregionen auch eine persönliche individuelle Motivationsberatung an – ein Angebot, dass seit 2008 schon über 22.000 Versicherte genutzt haben. Noch früher setzen unsere interaktiven Online-Gesundheitscoaches an – sie richten sich an alle, die ihre Gesundheitsziele mit einem virtuellen Begleiter erreichen möchten. Neben den __________________________________________________________________________ Seite 3 von 4
  4. 4. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des TK-Vorstands zur Vorstellung der Studienergebnisse zum TK-Gesundheitscoaching am 22. Januar 2014 in Berlin ____________________________________________________________________ Präventions-Klassikern Bewegung, Ernährung und Stress richten sich andere Online-Coaches zum Beispiel direkt an Familien, Diabetiker oder Raucher. Alle diese Angebote haben gemeinsam, dass sie darauf zielen, die Eigenverantwortung der Menschen zu stärken. Und um dieses Umdenken geht es ja: Die Verantwortung für die eigene Gesundheit nicht beim Arzt abzugeben, sondern selbst aktiv zu werden. Ich bin überzeugt, dass eine Krankenversicherung der Zukunft für ihre Versicherten noch viel stärker eine beratende Funktion einnehmen muss. Wie kann ich mein Leben noch gesünder gestalten, um meiner Krankheit etwas entgegen zu setzen – oder gar nicht erst krank zu werden? Was ist ein guter Arzt – und was die richtige Behandlung? Auf diese und weitere Fragen können und wollen wir als Krankenkasse Antworten geben. Diese Rolle übernehmen wir schon heute und werden dies in Zukunft noch viel stärker tun. __________________________________________________________________________ Seite 4 von 4

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