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Pressekonferenz zum Innovationsreport 2014: Pressemeldung
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Pressekonferenz zum Innovationsreport 2014: Pressemeldung

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Pressemeldung zur Vorstellung des Innovationsreports 2014 am 2. April 2014 in Berlin. …

Pressemeldung zur Vorstellung des Innovationsreports 2014 am 2. April 2014 in Berlin.

Mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) hat der Gesetzgeber die Hersteller von Arzneimitteln verpflichtet, aufzuzeigen, ob ihre neuen Präparate im Vergleich zu bestehenden Alternativen einen Zusatznutzen besitzen. Allerdings liegen zum Zeitpunkt der Bewertung bzw. der Markteinführung oftmals noch keine ausreichenden Erkenntnisse darüber vor, welchen therapeutischen Fortschritt die Medikamente im realen Versorgungsalltag darstellen. Hier gibt der Innovationsreport 2014 Orientierung.

Bereits zum zweiten Mal haben Wissenschaftler der Universität Bremen ausgewählte Arzneimittel bewertet, um echte von falschen Innovationen zu trennen.
Außerdem befasst sich der diesjährige Report mit dem Thema "Individualisierte" bzw. "Stratifizierte Medizin". Welche Chancen, welche Risiken bieten zum Beispiel Biomarkertests? Und was bedeuten die Ergebnisse für die Patienten und deren Therapie?

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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  • 1. TK-News Informationen für die Presse Techniker Krankenkasse  Pressestelle  Bramfelder Straße 140  22305 Hamburg  www.presse.tk.de Für Rückfragen: Michael Schmitz Tel. 040 - 6909 - 1191, E-Mail: m.schmitz@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse Innovationsreport 2014: Trotz mehr Transparenz ist das AMNOG noch nicht in der Arztpraxis angekommen Hamburg, 2. April 2014. Trotz früher (Zusatz-)Nutzenbewertung, die der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat, zeigt sich, dass zum Zeitpunkt der Markteinführung oftmals noch keine ausreichenden Erkenntnisse darüber vorliegen, welchen therapeutischen Fortschritt neue Arzneimittel im realen Versorgungsalltag darstellen. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsreport 2014, den Wissenschaftler der Universität Bremen mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) erstellt haben. Von den 20 Wirkstoffen, die im Report untersucht wurden, haben Hersteller im Nachhinein für acht Wirkstoffe Warnhinweisschreiben verschickt – unter anderem sogenannte Rote-Hand-Briefe. Dr. Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstands, erklärt dazu: "Eine einmalige Bewertung neuer Arzneimittel reicht im Grunde nicht aus. Was wir brauchen, sind weitere Spätbewertungen mit Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag – in der Medizin würde man sagen: Nachuntersuchungen –, um den tatsächlichen Nutzen neuer Medikamente besser einschätzen zu können." Auswertungen der TK zeigen zudem, dass die Ergebnisse der AMNOG- Bewertungen heute nicht eins zu eins in der Versorgung ankommen. So wird beispielsweise der erste bewertete AMNOG-Wirkstoff Ticagrelor noch immer bei jedem dritten Patienten falsch eingesetzt. Dies bedeutet: Das Medikament wird verordnet, obwohl für die zu behandelnde Krankheit kein Zusatznutzen nachgewiesen werden konnte. "Das haben
  • 2. TK-News Informationen für die Presse 2 Für Rückfragen: Michael Schmitz Tel. 040 - 6909 - 1191, E-Mail: m.schmitz@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse schon die Auswertungen für das Jahr 2011 gezeigt, und auch im Folgejahr hat sich an der Verordnungspraxis nichts geändert", so Baas weiter. Für den Innovationsreport 2014 haben Studienleiter Professor Dr. Gerd Glaeske und sein Team Wirkstoffe untersucht, die 2011 – also im ersten Jahr nach Inkrafttreten des AMNOG – auf den deutschen Markt gelangten. Davon sind lediglich drei Wirkstoffe in der Gesamtschau als therapeutischer Fortschritt einzustufen. Betrachtet wurden dabei drei Dimensionen: Erstens, ob es bereits verfügbare Therapien zur Behandlung der jeweiligen Krankheit gibt. Zweitens, ob der Wirkstoff tatsächlich einen relevanten Zusatznutzen vorweisen kann. Und drittens, ob die Kosten höher oder niedriger im Vergleich zu vorhandenen Therapien ausfallen. Glaeske sagt dazu: "Die Ergebnisse zu den Auswertungen für das Jahr 2011 fallen insgesamt betrachtet eher bescheiden aus. Da tröstet es kaum, dass der Jahrgang 2010 noch schlechter abgeschnitten hat." Er weist auch auf die Konzentration der Indikationsgebiete für die neuen Arzneimittel hin. "Auffällig ist", so Glaeske, "dass ein Drittel der neuen Arzneimittel auf die Onkologie und Multiple Sklerose entfallen, auf Krankheiten also, bei denen wegen der Behandlungsnotwendigkeit auch besonders hohe Kosten akzeptiert werden." Neben der Bewertung neuer Wirkstoffe befasst sich der diesjährige Innovationsreport in einem Sonderkapitel mit dem Thema "Stratifizierende Medizin". Denn es werden vermehrt Arzneimittel zugelassen, die erst nach Prüfung auf einen Biomarker eingesetzt werden dürfen. "Das Thema weckt bei vielen Menschen große
  • 3. TK-News Informationen für die Presse 3 Für Rückfragen: Michael Schmitz Tel. 040 - 6909 - 1191, E-Mail: m.schmitz@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse Hoffnungen – natürlich insbesondere bei Schwerkranken", meint Professor Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorstandsvorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Vor allem in der Krebsmedizin kommen vermehrt Arzneimittel auf den Markt, deren Einsatz mit einem spezifischen Biomarkertest verknüpft ist. "Wichtig ist aber, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Biomarkertest- gestützter Patientenselektion und dem Behandlungserfolg der neuen Arzneimitteltherapie immer durch ein geeignetes Studiendesign nachgewiesen wird. Nur so kann gezeigt werden, dass eine Selektion anhand eines Tests für Patienten von Vorteil ist", so Ludwig, der die TK beim Thema "Stratifizierende Medizin" berät. "Unser Ziel ist es, solche Angebote zu schaffen, die die Ärzte bei ihrer veranlassten Arzneimitteltherapie bestmöglich unterstützen und den Patienten nutzen", macht TK-Chef Baas deutlich. "Der Innovationsreport 2014 ist nicht für das Bücherregal gedacht. Er soll Transparenz schaffen und Orientierung bieten – und er soll in der Praxis zum Einsatz kommen." Hintergrund für die Redaktionen: Neben dem Innovationsreport stellt die TK niedergelassenen Medizinern weitere Informationsangebote zur Verfügung. Dazu gehört in erster Linie der sogenannte TK-Arzneimittelreport (TK-AMR). Auf Wunsch erhalten niedergelassene Ärzte für jedes Quartal einen individuellen Verordnungsreport. Dieser zeigt den Ärzten unter anderem an, ob sie neue Arzneimittel tatsächlich bei solchen Erkrankungen verordnet haben, bei denen das Präparat einen echten Zusatznutzen aufweist. Zudem erhalten die Abonnenten des Arzneimittelreports praxisrelevante
  • 4. TK-News Informationen für die Presse 4 Für Rückfragen: Michael Schmitz Tel. 040 - 6909 - 1191, E-Mail: m.schmitz@tk.de Social Media Newsroom: www.newsroom.tk.de, Twitter: www.twitter.com/TK_Presse Zusammenfassungen der Ergebnisse zur frühen Nutzenbewertung – die sogenannten AMNOG-News. Darüber hinaus etabliert die TK derzeit zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ein Projekt, um die Zusatznutzen-orientierte Verordnung von neuen Arzneimitteln zu fördern. Weitere Informationen zum TK-AMR sind auf der Webseite der TK unter www.tk.de (Webcode 480446) zu finden. Der Innovationsreport 2014 steht unter www.presse.tk.de (Webcode 641152) zum Download zur Verfügung.

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