Präventionsbericht 2010Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft
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Vorwort                                                                                 Präventionsbericht 2010           ...
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2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention                                                       Präventionsberi...
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2.3 Sicherheit für unsere Kinder                                                                           Präventionsberi...
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Präventionsbericht 2010

  1. 1. Präventionsbericht 2010Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft
  2. 2. Präventionsbericht 2010Stuttgarter SicherheitspartnerschaftImpressum:Präventionsbericht 2010Stuttgarter SicherheitspartnerschaftHerausgeber:Landeshauptstadt Stuttgart, Referat Recht, Sicherheit und Ordnung inVerbindung mit der Abteilung Kommunikation und dem PolizeipräsidiumStuttgart sowie dem Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart e.V.Fotos:Seite 9, Freunde schaffen Erfolg, Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 10, Agabey-Abla, Landes-hauptstadt Stuttgart; Seite 11, JobConnections, Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 13, Yes, youcan!, eva; Seite 14/15, Selbstbehauptungskurse für Mädchen und junge Frauen, Landeshaupt-stadt Stuttgart; Seite 17, Nero und Nerokidz, PräventSozial Justiznahe Soziale Dienste gGmbH;Seite 21, Wir können Fans sein, Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 22/23, Aktion Gute Fee, Pla-tingroup; Seite 24, Geh Wald statt Gewalt, Aventerra e.V.; Seite 25, Mädchen Machen Medien II,LAGAYA e.V./ Mädchen.Sucht.Auswege; Seite 26, Stark durch Musik, Landeshauptstadt Stuttgart;Seite 27, Aktion Sicherer Schulweg-Schulwegtraining, Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 29,Verkehrssicherheitstraining im Kindergarten, Platingroup; Seite 32, Transfer interkultureller Kom-petenz (TIK), Polizeipräsidium Stuttgart; Seite 34, SpuK, Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 35,Kick mit, Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 37, Haus des Jugendrechts, Landeshauptstadt Stutt-gart; Seite 38/39, Bleib Cool!, Platingroup; Seite 41, Gemeinsam vorbeugen gegen die Sucht,Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 43, Frühlingsfest und Volksfest, Platingroup; Seite 46, Aktion-tu-was- eine Initiative für mehr Zivilcourage, Polizeipräsidium Stuttgart; Seite 47, Graffiti-Gestal-tung auf legalen Flächen, Platingroup; Seite 48, Letz putz Stuttgart, Landeshauptstadt Stuttgart;Seite 49, Ordnungpatenschaften für Spielplätze, Grünanlagen, Bäume und Hundetütenspender,Landeshauptstadt Stuttgart; Seite 50/51, Jugendtreff Tapachtal, Kunder³ Landschaftsarchitekturund Amt für Stadtplanung und StadterneuerungRedaktion:Hans BöhmText:Michael Kayser, Tanja Sattler(Referat Recht, Sicherheit und Ordnung/Kommunale Kriminalprävention)Ulrich Sauter, Stefanie Sauter(Polizeipräsidium Stuttgart, Stabsstelle Prävention)Herstellung:PRC Werbe-GmbH© Landeshauptstadt StuttgartApril 2011 1
  3. 3. Themen Seite 1. Die Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft 6 2. Kriminalpräventive Projekte – Handlungsfelder 9 2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention 9 Freunde schaffen Erfolg 9 Agabey-Abla, großer Bruder – große Schwester 10 JobConnections 11 Pro Kids – Prävention und Hilfen für Kinder aus suchtbelasteten Familien und für ihre Eltern 11 Yes, you can! 12 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen 14 Gefahrenlagen an Schulen 14 Selbstbehauptungskurse für Mädchen und junge Frauen 14 Anti-Gewalt-Training 15 Hinschauen und Eingreifen 16 NERO und NEROkidz – Beratung 2010 16 STOP – Stuttgarter Ordnungspatenschaft gegen häusliche Gewalt 17 Das Fair-Streit-Training häusliche Gewalt 18 PengA – Perspektiven nach gemeinnütziger Arbeit 19 Sicher mobil 50 plus 20 Starthilfe 20 Online-Beratungsstelle U-Turn 20 Wir können Fans sein 21 2.3 Sicherheit für unsere Kinder 22 Aktion Gute Fee – gemeinsam für ein kinderfreundliches Stuttgart 22 Aufgepasst mit ADACUS 23 Geh Wald statt Gewalt! 23 Mädchen.Machen.Medien II 24 Medienfluten 25 Stark durch Musik 26 Aktion sicherer Schulweg – Schulwegtraining 27 Aktion sicherer Schulweg – Radfahrausbildung 28 Verkehrssicherheitstraining im Kindergarten 28 POWER CHILD 30 Alkoholmissbrauch vorbeugen 30 2.4 Bündnis für Integration 31 Transfer Interkulturelle Kompetenz (TIK) 31 Brückenbauer Botnang 32 2.5 Prävention durch Sport 33 Gemeinschaftserlebnis Sport (GES) 33 Spannung unterm Korb – Basketball gegen Gewalt 33 Kick mit – Fußball verbindet 34 Nachtaktiv 35 Zweikampfverhalten – Coolnesstraining im Jugendfußball 362
  4. 4. Themen Seite2.6 Vorbeugung und Bekämpfung von Jugendkriminalität 37 Haus des Jugendrechts 37 Bleib Cool! 38 Deeskalationstraining für gewaltbereite Mädchen 39 FreD 40 Kater 40 Gemeinsam vorbeugen gegen die Sucht 40 Theater- und Schreibwerkstatt 42 Wut im Bauch – Umgang mit Aggressionen im Schulalltag 422.7 Sicherheit auf Straßen und Plätzen 43 Frühlingsfest und Volksfest 43 Nightwatch – die Aktion für ein sicheres Nachtleben in Stuttgart 442.8 Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln 45 Aktion-tu-was – eine Initiative für mehr Zivilcourage 45 ÖPNV – Sicherheitstraining „Generation 65+“ 462.9 Sicherheit und Sauberkeit 47 Graffiti – Gestaltung auf legalen Flächen 47 Let’s putz Stuttgart 48 Ordnungspatenschaften für Spielplätze, Grünanlagen, Bäume und Hundetütenspender 492.10 Kriminalprävention und Städtebau 50 Mit Kunst gegen Vandalismus 50 Jugendtreff Tapachtal 513. Förderverein Sicheres und Sauberes Stuttgart e.V. 524. Zentrale Ansprechpartner und Kontakte 535. Dezentrale Ansprechpartner und Kontakte, 54 Stadtbezirke und Polizeireviere 3
  5. 5. Vorwort Präventionsbericht 2010 Sehr geehrte Leserinnen und Leser, nie zuvor wurden höhere Zufriedenheitswerte Der Präventionsbericht 2010 in den Sicherheitsfragen erzielt, als in der aktu- • präsentiert einen Ausschnitt der Maßnah- ellen Bürgerumfrage. Die öffentliche Sicher- men unserer Stuttgarter Sicherheitspart- heit und Ordnung sowie das Sicherheitsge- nerschaft fühl auf den Straßen und in den öffentlichen • zeigt auf, welch aktives Netzwerk sich in Verkehrsmitteln wurden deutlich seltener als der Präventionsarbeit engagiert und Problem genannt, als dies noch vor 10 Jahren • soll alle Interessierten informieren und der Fall war. 64 Prozent der Stuttgarterinnen durch Beispiele dazu anregen, sich aktiv und Stuttgarter sind mit der öffentlichen zu beteiligen. Sicherheit in ihrer Stadt „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Die Verbesserung des Wir danken allen, die sich in unserer Partner- Sicherheitsgefühls zieht sich dabei durch schaft engagieren und damit die Basis für alle Altersklassen und steigt seit 10 Jahren eine hohe Lebensqualität legen. Unsere kontinuierlich an. Diese Erfolge sind auch Anerkennung gilt ganz ausdrücklich auch all das Ergebnis langjährig bewährter und wei- jenen, deren Arbeit in diesem Bericht leider terentwickelter Präventionsarbeit. nicht ausführlich dargestellt werden kann. Durch zahlreiche Maßnahmen werden die Wir dürfen auf diese Ergebnisse und die Werte vermittelt, die eine gewaltfreie Gesell- positive Rückmeldung der Bevölkerung sehr schaft tragen, Menschen davor schützen stolz sein. Opfer von Straftaten zu werden und Straf- tätern eine Perspektive für ein Leben ohne Zugleich wird dies auch als Verpflichtung Gewalt und Drogen geben. betrachtet, in den Bemühungen für eine sichere Landeshauptstadt Stuttgart nicht Damit wir auch in Zukunft in einer sicheren nachzulassen. Dass wir dabei auf einem und sauberen Stadt leben können, bedarf guten Weg sind, zeigen die in diesem Bericht es weiterhin gemeinsamer Anstrengungen. dargestellten präventiven Projekte und Pro- Bitte engagieren Sie sich deshalb in der gramme. Es handelt sich dabei nur um eine Kommunalen Kriminalprävention – auch Auswahl aus der Gesamtpalette mit einem in Ihrem eigenen Interesse. Querschnitt, der vom Kindergarten bis zu Senioren und vom häuslichen bis zum städte- baulichen Bereich reicht.4
  6. 6. Vorwort Präventionsbericht 2010Dr. Wolfgang Schuster Siegfried Stumpf Dr. Martin Schairer Claudia DiemOberbürgermeister Polizeipräsident Bürgermeister für Recht, Vorsitzende Förderverein Sicheres Sicherheit und Ordnung und Sauberes Stuttgart e.V.Dr. Wolfgang Schuster Siegfried StumpfDr. Martin Schairer Claudia Diem 5
  7. 7. 1. Die Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft Präventionsbericht 2010 1. Die Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft Stuttgart ist eine der sichersten Großstädte In Stuttgart wurden Strukturen geschaffen, Deutschlands und wird auch als solche wahr- die bereits seit Jahren im Rahmen der Stutt- genommen. Sowohl die stark gesunkene Zahl garter Sicherheitspartnerschaft zu guten an polizeilich registrierten Straftaten, als auch Erfolgen führen: Kriminalprävention ist in die Aussagen des Sicherheitsgefühls der Bür- Stuttgart Chefsache, damit die Arbeitsergeb- gerinnen und Bürger im Rahmen von Bürger- nisse nachhaltig und umfassend umgesetzt umfragen zeigen dies. Die Bürgerumfrage werden können. Deshalb leitet und kontrol- aus dem Jahr 2009 zeigt erneut einen starken liert eine Lenkungsgruppe unter dem Vorsitz positiven Anstieg in der Wahrnehmung der des Oberbürgermeisters und des Polizeipräsi- Sicherheitslage der Landeshauptstadt. Es denten die kriminalpräventive Arbeit. ist ein markanter Rückgang hinsichtlich der Unsicherheit auf Straßen festzustellen und Die eigentliche kriminalpräventive Arbeit auch die Fakten sprechen bei Sicherheit und erfolgt in den zentralen Stabsstellen im Bür- Ordnung sprechen sehr stark für den Erfolg germeisteramt und im Polizeipräsidium sowie der Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft. dezentral in den Stadtbezirken. Wir haben Die Broschüre Stuttgarter Sicherheits- partnerschaft Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft6
  8. 8. 1. Die Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft Präventionsbericht 2010professionelles Handeln und bürgerschaftli-ches Engagement im Förderverein Sicheresund Sauberes Stuttgart e.V. und den vielenörtlichen Bürgervereinen und Bürgeraktivitä-ten verbunden, damit unsere Sicherheitspart-nerschaft auf drei Säulen steht: Bürgerschaft,Rathaus und Polizei.Unser gemeinsames Ziel ist auch weiterhin:Stuttgart soll auf Dauer eine der sicherstenGroßstädte bleiben, damit sich alle Bürgerin-nen und Bürger auch in Zukunft sicher füh-len. Dazu bedarf es einer Fortsetzung unsererSicherheitspartnerschaft, die viele erfolgrei-che große und kleine Aktionen initiiert hatund bis heute durchführt.Im Folgenden werden die Handlungsfelder,Projekte und Aktionen dargestellt, die einenBeitrag zur Sicherheit in unserer Stadt gelei-stet haben und geeignet sind, als Beispiel imSinne von „best practice“ für andere Stadt-teile und nachhaltige Sicherheit zu dienen.Umgesetzt wurden alle Projekte nach denGrundsätzen, die der Sicherheitsarbeit inStuttgart zu Grunde liegen:• Wehret den Anfängen!• Keine Verwahrlosung des öffentlichen Raums• Mehr Sauberkeit• Neue Qualität der Behördenzusammen- arbeit durch gemeinsam definierte Ziele• Vernetztes, gemeinsames Vorgehen der Behörden• Neue Qualität durch Verknüpfung von professionellem Handeln und bürger- schaftlichem Engagement• Ursachen orientierte Bekämpfung der Kriminalität• Bekämpfung der Kriminalität dort, wo sie entsteht 7
  9. 9. 1. Die Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft Präventionsbericht 2010 Organisation der Sicherheitspartnerschaft Lenkungsgruppe Vorsitz: Oberbürgermeister und Polizeipräsident Bürgerschaftliche Stadt Polizei Organisationen Stabsstelle zur Koordinierung der Förderverein Stabsstelle Prävention beim Sicherheitspartnerschaft beim Sicheres und Sauberes Polizeipräsidium Stuttgart Bürgermeisteramt Stuttgart e.V. Fachdezernate der Kriminalpolizei Kooperationspartner: Städtische Ämter und und Dienststellen der Sozialdienste, kirchliche Dienste, Eigenbetriebe Schutzpolizei Vereine, Unternehmen usw. Polizeireviere mit Sicherheitsbeiräte in den Bürgervereine Präventionsbeamten in den Stadtbezirken in allen Stadtbezirken Stadtbezirken Kooperation ist eine der Voraussetzungen für den Erfolg der Sicherheitspartnerschaft.8
  10. 10. 2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention Präventionsbericht 20102. Handlungsfelder2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste PräventionBereits der Kriminologe Franz von Liszt hat • Zugänge zu Praktika und Ausbildungsplät-vor über hundert Jahren festgestellt, dass zen erleichterneine gute Sozialpolitik die beste Kriminalprä-vention ist. Diese Erkenntnis hat auch heute Ziel ist es, die Anzahl der Ausbildungsabbrüchenoch Gültigkeit. Wer soziale Brennpunkte zu verringern, soziale Kompetenzen zu stär-entschärft, der stärkt das Miteinander in einer ken, Berufsorientierung zu schaffen und dieStadt und verhindert Kriminalität sowie vor Ausbildungsreife der Jugendlichen zu fördern.allem auch die Furcht der Bürgerinnen und Seit Beginn des Projektes verbesserten die mei-Bürger vor Kriminalität. sten Schülerinnen und Schüler ihre Schullei- stungen erheblich. Die persönliche Einstellung zu Bewerbungen und die Ausbildungsplatz-Beispiele suche hat sich positiv verändert. Das Schuljahr 2009/2010 konnte an die hervorragenden Vermittlungszahlen der Vorjahre anknüpfen:Freunde schaffen Erfolg Berufsausbildungen (3 Vermittlungen), Berufs-Das seit vier Jahren erfolgreich durchgeführte einstiegsjahr (19), weiterführende Schule (7),Projekt „Freunde schaffen Erfolg“ richtet sich FSJ (1) und Berufsvorbereitungsjahr (3).an Schülerinnen und Schüler der Klassen achtbis neun und Jugendliche im ersten Ausbil- Dank der Förderung durch den Verein Her-dungsjahr. Seit 2006 wurden über 70 Haupt- zenssache e.V. wurde das Projekt an sechsschülerinnen und Hauptschüler der Rosen- weiteren Standorten angeboten, die von dersteinschule und Lerchenrainschule von so Mobilen Jugendarbeit des Caritasverbandesgenannten Peers begleitet. Peers sind junge für Stuttgart e.V. betreut werden.Erwachsene, die aus demselben Stadtteil stam-men, über ausländische Wurzeln verfügen und Projektpartnerinzwischen erfolgreich im Berufsleben stehen. • Caritasverband für Stuttgart e.V.Ein Peer betreut zwischen zwei und drei Schü- • Mahlelerinnen bzw. Schüler über einen Zeitraum von • Esseltezweieinhalb Jahren mit den Schwerpunkten: • Stuttgarter Wohnungs- und Städte- baugesellschaft mbH• motivieren und Selbstwertgefühl stärken • Stiftungskreis „Chancen für Bildung• berufliche Perspektiven aufzeigen und Arbeit“• Hilfe bei Bewerbungsschreiben geben • Stabsabteilung Integrationspolitik Die Peers übernehmen Patenschaften für Schülerinnen und Schüler. 9
  11. 11. 2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention Präventionsbericht 2010 Agabey-Abla, großer Bruder – tung. Bei den außerschulischen Aktivitäten große Schwester haben die Mentoren durch den gleichen kul- „Agabey-Abla“ ist Türkisch und bedeutet auf turellen Hintergrund einen leichteren Zugang Deutsch „großer Bruder – große Schwester“. zur Familie der Kinder. Bei dem Projekt unterstützen türkischstäm- mige Mentoren den Bildungserfolg von Schü- Das Projekt wird vom Deutsch-Türkischen lern gleicher Herkunft. Dies erfolgt durch Forum organisiert und von der Robert Bosch individuellen Förderunterricht, außerschuli- Stiftung gefördert. 2010 wurden ca. 50 Ver- sche Aktivitäten und einen engen Kontakt zu anstaltungen durchgeführt und ca. 2.000 Eltern und Lehrern der Kinder. Der wöchent- Personen erreicht. liche Förderunterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch findet in Projektpartner den Schulen und in Absprache mit den Leh- • Deutsch-Türkisches Forum Stuttgart e.V. rern statt. Diese systematische und individu- • Grund- und Werkrealschule Ostheim elle Förderung türkischstämmiger Schülerin- • Lerchenrainschule nen und Schüler unterstützt die emotionale • Rosensteinschule und soziale Entwicklung der durch zwei Kul- • Rosenschule turen geprägten Kinder und soll ihren schuli- • Leibnizgymnasium schen Erfolg steigern sowie zur Entfaltung • Stadt Stuttgart ihrer Persönlichkeit beitragen. • Museumspädagogischer Dienst • Baydur Stiftung „Zukunftsmusik“ Darüber hinaus pflegen die Mentoren ein • Landesmuseum Württemberg enges Verhältnis mit den betreuten Schülern • Staatstheater Stuttgart und ihren Familien, um ihnen bei Schwierig- keiten im Alltag mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und beispielsweise bei schulischen Konflikten vermitteln zu können. Gemein- same Besuche von Büchereien, Museen oder Konzerten geben den Kindern Anregungen für eine abwechslungsreiche Freizeitgestal- Gemeinsam für den Erfolg von Kindern sorgen10
  12. 12. 2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention Präventionsbericht 2010JobConnections Im Jahr 2010 kamen 461 junge Menschen„JobConnections“ ist ein bewährtes Ange- zur Beratung und Vermittlung. Das Bewer-bot für junge Menschen zwischen 17 und bungscenter wurde 5.845-mal in Anspruch27 Jahren aus Stuttgart, bei denen es beruf- genommen.lich nicht mehr weitergeht. Meistens habensie die falsche Berufswahl getroffen, schlechte ProjektpartnerSchulnoten oder benutzen falsche Bewer- • „JobConnections“bungsstrategien. Ihnen wird schnell und • Berufsberatungunbürokratisch geholfen. Es werden ihnen • Agentur für Arbeitihre beruflichen Möglichkeiten aufgezeigt • JobCenterund sie werden dabei unterstützt, passende • Mobile JugendarbeitAngebote zu finden. • verschiedene Personalvermittlungsfirmen • Träger für Hilfe zur Erziehung und viele mehrSobald von den Beratenen eine Entscheidunggetroffen wurde, stellt „JobConnections“ denKontakt mit dem zuständigen Ansprechpart- Pro Kids – Prävention und Hilfenner her und vermittelt die betreffende Person. für Kinder aus suchtbelastetenDie Berater üben mit den Jugendlichen erfolg- Familien und für ihre Elternreiche Vorstellungsgespräche zu führen und Das Projekt „Pro Kids“ hilft Kindern austrainieren die überzeugende Kontaktauf- suchtbelasteten Familien. Das gruppenpä-nahme bei der betreffenden Firma. Auf die- dagogische Konzept zum Tabuthema Suchtsem Wege werden sie gut auf ihr weiteres ermöglicht den Kindern mit Gleichbetroffe-Berufsleben vorbereitet. Außerdem haben nen Solidarität zu üben, mit der Sucht ihrerJugendliche, welche keinen eigenen PC besit- Eltern umzugehen, ihrer eigenen Wahrneh-zen, die Möglichkeit, ihre Bewerbungen im mung zu vertrauen und eigene InteressenBewerbungscenter an elf Computerarbeits- zu finden.plätzen zu erstellen. PC, Scanner und Druckersind kostenlos nutzbar. Die Berater nehmen Die Kinder lernen:sich Zeit den jungen Menschen bei schriftli- • sich zu entspannenchen und Online-Bewerbungen zu helfen. • offen für Neues zu sein Unterstützung für die richtige Berufswahl 11
  13. 13. 2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention Präventionsbericht 2010 • ihre Ängste zu überwinden (z.B. im Yes, you can! Rahmen eines Kletterkurses während Schon junge Menschen können das Gefühl der Sommerferien) haben, mit ihrem Leben in einer Sackgasse • ihren Bewegungsdrang beim Reiten und zu stecken. Oft kommt Vieles zusammen: Wandern in der Natur auszuleben Sie sind arbeitslos, haben Schulden oder Pro- bleme mit den Eltern und den Behörden. In Gesprächen mit den Eltern wurden Häufig wissen sie nicht, wie es weiter gehen u.a. Erziehungsfragen thematisiert: soll. Das Projekt „Yes, you can!“ der Evange- • Wie spreche ich altersgemäß mit meinen lische Gesellschaft (eva) und des Caritasver- Kindern über das Thema Alkohol/Drogen? bandes im Auftrag des JobCenters Stuttgart • Wie gehe ich mit meinen Schuldgefühlen will diesen jungen Menschen helfen, ihr gegenüber meinen Kindern um? Leben wieder zu ordnen und im Berufsleben • Wie kann ich dafür sorgen, dass Regeln erfolgreich Fuß zu fassen. eingehalten werden, die den Alltag erleich- tern? Erreicht werden sollen junge Menschen, die Arbeitslosgeld 2 beziehen und vom JobCen- Durch solche Fragen fühlen sich die Eltern ter U25 betreut werden. Mit seinem bisheri- oft verunsichert. Der Austausch mit anderen gen Angebot konnte das JobCenter nicht alle Eltern und das Gespräch mit den Mitarbeite- jungen Erwachsenen erreichen, die vielfältige rinnen wirken unterstützend und tragen zur Problemlagen zu bewältigen haben. Dazu Klärung bei. So werden konkrete persönliche gehören die Bereiche Schulden, Familienkon- Strategien entwickelt, die die Eltern im Erzie- flikte, Wohnverhältnisse, Gesundheit, Sucht, hungsalltag stärken. Straffälligkeit und fehlende Schulabschlüsse. Bausteine des Projektes sind: In diesen Fällen blieb bisher nur noch konse- • Gruppenangebot: fünf Mädchen und quent die gesetzlichen Sanktionsmöglich- sechs Jungs im Alter von 6–12 Jahren keiten anzuwenden. Das bedeutet häufig, • Mutter-Kind-Freizeit: acht Mütter und elf dass sie aufgrund einer „Null-Kürzung“ Kinder im Alter von 2–18 Jahren drei Monate lang keinerlei Leistungen zum • Gruppen- /Einzelbetreuung und Freizeiten: Lebensunterhalt bekommen. Straffälligkeit 26 Familien müsste die logische Folge sein, da auch vom • Freizeitaktivitäten: Übernachtungswochen- persönlichen Umfeld keine finanzielle Unter- ende, einwöchiges Ferienangebot, Reit- stützung möglich ist. Für sie ist das Projekt wochenende und Mutter-Kind-Freizeit „Yes you can“ eine große Chance. Die Kinder sind von dem Gruppenangebot Ziele von „Yes, you can!“ sind: begeistert und die Treffen bilden das „High- • stabilisieren und motivieren zur Verbes- light“ der Woche. serung der eigenen Lebenssituation • Alltagstruktur aufbauen Projektpartner • neue realistische Perspektiven zu ent- • Caritas wickeln • Suchthilfeverbund Stuttgart, insbesondere • Kontakt zum Jobcenter herstellen Suchtberatungsstellen • Teilnahme an qualifizierenden Maßnah- • ASD/ Beratungszentren men ermöglichen • Die Brücke • in Arbeit und Ausbildung zu vermitteln12
  14. 14. 2.1 Eine gute Sozialpolitik ist die beste Prävention Präventionsbericht 2010Der ganzheitliche Arbeitsansatzbesteht in• aufsuchender Sozialarbeit, vor allem zu Projektbeginn• Einzelfallarbeit, orientiert an den Bedürf- nissen der jungen Leute• aktivierende Angebote in Kleingruppen, wie z.B. Sport, Gesundheit, kreatives Arbeiten, Deutsch und MathematikIn der Regel dauert das Projekt „Yes, youcan!“ maximal neun Monate. Bei Bedarfkann es auf zwölf Monate verlängert werden.Das Projekt läuft seit August 2009. Alle 56Plätze wurden 2010 vom JobCenter durch-gängig besetzt.Projektpartner• Caritas Stuttgart• eva• Jobcenter 13
  15. 15. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Die objektive Sicherheit und das Sicherheits- Schließlich gab es für jedes Krisenteam noch empfinden werden von einer Vielzahl von ein Handbuch sowie für alle Mitarbeiterinnen Faktoren beeinflusst: Bildung, Erziehung, und Mitarbeiter der Schulen einen Notfallflyer, Integration, soziale Ausgewogenheit, gute mit Notrufnummern und Verhaltenstipps. Wirtschaftsbedingungen, Arbeitsmarkt, Bür- gernähe der Verwaltung, Polizei, Justiz, Stadt Projektpartner und Verkehrsentwicklung, Kultur sowie Kin- • Polizeipräsidium derfreundlichkeit, um nur einige zu nennen. • Staatliches Schulamt Deshalb umfasst die Sicherheitspartnerschaft • Branddirektion alle Lebensbereiche, bis hin zum geschützten • Deutsches Rotes Kreuz Bereich der Familie. Selbstbehauptungskurse für Beispiele Mädchen und junge Frauen Bei diesem Projekt geht es um die Gesund- heitsförderung, Sexualerziehung, Sucht- und Gefahrenlagen an Schulen Gewaltprävention von Mädchen und jungen Nach der Amoktat von Winnenden wurde ein Frauen im Alter zwischen 8 und 20 Jahren. Schulungskonzept für Lehrkräfte und andere Durch die starken körperlichen Veränderun- Schulbedienstete über lebensbedrohende gen während der Pubertät sind Mädchen ver- Gefahrenlagen – wie Amoksituationen oder unsichert. Es können mädchenspezifische Geiselnahmen – entwickelt. Jeweils zwei Mit- Gesundheitsstörungen wie zum Beispiel Ess- glieder der Krisenteams aller Stuttgarter Schu- störungen, selbstverletzendes Verhalten und len erhielten bei den zweitägigen Fortbildungs- erhöhter Medikamentenkonsum auftreten. veranstaltungen Informationen durch Vertreter Diese weisen darauf hin, dass sich durch die des Polizeipräsidiums, der schulpsychologi- Manipulation des Körpers Befindlichkeits- schen Beratungsstelle und der Feuerwehr. Die Inhalte wurden durch Rollenspiele und kleine Übungen vertieft. Dabei wurden unter ande- rem Verhaltenshinweise für den Ernstfall und Ratschläge zu Unterstützungsmöglichkeiten gegeben, um die Handlungssicherheit in und nach einer Krisensituation zu verbessern. Im Jahr 2010 wurden bei insgesamt 22 Ver- anstaltungen 400 Schulbeschäftigte von 221 Schulen fortgebildet. Sämtliche Schularten bis hin zur Berufsfachschule waren beteiligt. Die ausgebildeten Krisenteammitglieder gaben in der Folge ihr erworbenes Wissen in ihren Schulen weiter. Da den Schulsekretärinnen im Gefahrenfall häufig eine entscheidende Bedeutung zukommt, beschulte die Polizei im Juli 2010 in drei Fortbildungsveranstaltungen zusätzlich 235 Schulsekretärinnen.14
  16. 16. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010störungen, pubertätsbedingte Schwierigkei- Anti-Gewalt-Trainingten, sexuelle Ängste und andere Probleme Das „Anti-Gewalt-Training“ (AGT) richtet sichergeben. an männliche Erwachsene ab 18 Jahre, die auf Grund richterlicher Auflagen oder freiwil-Ziel ist es, Mädchen und junge Frauen darin lig, aktiv an ihrem gewalttätigem Verhaltenzu unterstützen, ein positives Selbstbild und arbeiten, um eine Basis für ein gewalt- undKörpergefühl zu entwickeln. Es soll eine Aus- straffreies Leben zu schaffen.einandersetzung mit ihrer Situation als heran-reifende Frau ermöglicht und Weichen für Durch Rollenspiele, erlebnispädagogischedie Akzeptanz der eigenen Sexualität und Maßnahmen, Körpersprache- und Entspan-Weiblichkeit gestellt werden. Aufgeklärte nungsübungen sollen die Teilnehmer:und selbstbewusste Mädchen sind eher inder Lage, Schwierigkeiten offen anzugehen • die eigene Wahrnehmung für gewalt-anstatt auf selbstzerstörerische, nach innen tätiges Verhalten schärfengerichtete Art und Weise. • aggressionsauslösende Faktoren aufdecken2010 nahmen an den 41 Selbstbehauptungs- • friedliche Methoden der Konflikt-kursen insgesamt 338 Mädchen und junge bewältigung erlernenFrauen teil. • Verantwortung für das eigene Handeln übernehmenProjektpartner • Empathie entwickeln• GesundheitsLaden e.V. • sich verantwortungsvoll verhalten• Schulen • ihre sozialen Kompetenzen steigern• Gesundheitsamt• Jugendamt Durch das Herbeiführen einer Verhaltensän-• AG Gender derung bei Tätern schützt man zugleich die Opfer. Getreu diesem Motto ist das mittelfri- stige Ziel die eigenständige aktive Erarbeitung durch Rollenspiele oder erlebnispädagogische Selbstbewusste Elemente wie z.B. ein Ausflug in den Kletter- Mädchen bewältigen garten, um eine Verhaltensänderung der Teil- Herausforderungen nehmer herbeizuführen. So sollen weitere leichter. Gewalttaten verhindert und eine Perspektive aufgezeigt werden. Um dieses Ziel erfolgreich umzusetzen gibt der Anti-Aggressivitätstrainer wöchentliche Gruppentrainings, die jeweils 3,5 Stunden dauern. Das AGT dauert bis zu fünf Monate und umfasst ca. 90 Kursstunden. Im Bedarfs- fall werden Einzelgespräche mit den Teilneh- mern geführt und diese an begleitende Hilfe- systeme (z.B. „Arbeit und Lernen“) vermittelt. Nach dem letzten Gruppenabend finden in monatlichen Abständen Nachtreffen statt, in denen Erfahrungen untereinander ausge- tauscht werden. 15
  17. 17. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010 Jedes Jahr finden zwei Anti-Gewalt-Trainings Bisherige Veranstaltungen im Projekt: statt. Im Jahr 2010 haben 21 Personen am • Den Stadtteil erforschen Training teilgenommen. Das Projekt wird • Coolnesstraining – Deeskalationstraining von berufserfahrenen Sozialpädagogen mit für Jugendliche Zusatzausbildung (Anti-Aggressivitäts- & • Gewalt und Aggression von Kindern und Coolness Trainer) unter der Leitung der Jugendlichen Sozialberatung Stuttgart e.V. angeboten. • Das kleine ABC der Gewalt • Ich trau mich – Gewaltopfern beistehen Projektpartner • Wenn Jugendliche gewalttätig werden • Sozialberatung Stuttgart e.V. 2010 nahmen ca. 250 Personen an den Ver- • Gerichte anstaltungen teil, die von den Mitgliedern • Neustadt Bewährungshilfe e.V. des Forums Jugend Süd, Mitarbeitern der • Arbeitshilfeträger in Stuttgart Bereitschaftspolizei Böblingen und Anti- • Fachdienste (eva, Caritasverband, etc) Gewalt-Trainern durchgeführt wurden. Projektpartner Hinschauen und Eingreifen • Evangelische Jugend Stuttgart Vor allem durch das Tötungsdelikt an einem • Caritas – HZE Stuttgart Süd Münchner S-Bahnhof rückte das Thema Zivil- • Lehenschule courage wieder mehr in den Fokus. Um • Mobile Jugendarbeit Fangelsbach diesem Bedarf nachzukommen, wurde in • Gemeinschaftserlebnis Sport Stuttgart-Süd das Projekt „Hinschauen – • Polizeipräsidium Eingreifen“ gestartet. Es wendet sich an Men- • Jugendhaus Heslach schen aus unterschiedlichen Institutionen und • Mobile Jugendarbeit Süd das Thema Gewalt wird auf vielfältige Weise • Jugendgerichtshilfe erörtert. Hierdurch soll die Bereitschaft zur • Lerchenrainschule Zivilcourage gestärkt werden. Dies soll erreicht • Heusteigschule werden, indem Handlungsstrategien für all- • Gesundheitsamt tägliche Konfliktsituationen in unterschiedli- • Beratungszentrum Süd chen Situationen kennen gelernt und erprobt werden. Dadurch wird Handlungssicherheit hergestellt. Schlüsselfragen wie: „Warum hel- NERO und NEROkidz-Beratung fen Menschen nicht, obwohl sie eine Notlage 2010 erkennen?“ oder „Wie kann ich helfen, ohne 14 Anwälte engagierten sich im Jahr 2010 selbst vom Täter angegriffen zu werden?“ bei PräventSozial gGmbH für NERO und sollen auf diesem Wege analysiert und eine NEROkidz. NERO steht für „Netzwerk enga- geeignete Lösung dargestellt werden. gierter Rechtsanwälte für Opferschutz“. NERO-Anwälte engagierten sich in der Be- Den Teilnehmern wird gezeigt, dass sie durch ratung einzelner Ratsuchender, aber auch ihr Handeln nicht den Täter stoppen, sondern für die Weiterentwicklung und praktische Opfern helfen sollen. Es gibt ausreichend Zeit Umsetzung von Opferschutzthemen. Mit um Fragen zu stellen, persönliche Erfahrun- Flyern, Informationsveranstaltungen und gen einzubringen und von Experten Anre- Vorträgen wurden Menschen über verschie- gungen und Tipps zu erhalten. Unsicherhei- dene Rechtslagen wie Sexualdelikte, Zeugen- ten können somit verringert und die begleitung oder Gewaltdelikte informiert Bereitschaft zu helfen gesteigert werden. und beraten.16
  18. 18. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010Immer wieder taucht das Thema „Sexualde- ren mit Fragen in verschiedenen Rechtsge-likte unter Jugendlichen“ auf, bei denen es bieten. Junge Täter und Opfer konnten ersteoft um sexuelle Grenzverletzungen bis hin zu straf- oder zivilrechtliche Fragen klären undVergewaltigungen, meist nach Alkoholkon- mögliche nächste Schritte besprechen.sum, geht. Viele Strafanzeigen enden mit Ver-fahrenseinstellungen oder Freisprüchen, weil Die niederschwellige Rechtsinformation trägtes der Justiz im Nachhinein nicht möglich ist, dazu bei, unnötige Belastungen für Jugend-dem Angeklagten eine Sexualstraftat nachzu- liche und ihre Familien zu vermeiden. Imweisen. Durch das Beratungsangebot kann Idealfall geschieht dies vor Erstattung einerder Betroffene im Vorfeld auf den unsicheren Strafanzeige.Ausgang des Strafverfahrens vorbereitetwerden. Ein Anwalt kann in Absprache mit ProjektpartnerPolizei, Staatsanwaltschaft und Gericht die • PräventSozial gGmbHnächsten Schritte planen und frühzeitig ange- • Zeugenbegleitung im Amts- und Land-messene Opferschutzmöglichkeiten anregen. gerichtbezirk StuttgartAber auch für die Beschuldigten gibt es Bera-tungsmöglichkeiten. Wenn das Strafverfah-ren an seine Grenzen stößt, können weitere STOP – Stuttgarter Ordnungspart-Interventionsmöglichkeiten genutzt werden, nerschaft gegen häusliche Gewaltum weiteren Übergriffen vorzubeugen. Sicherheit darf nicht an der Haustür aufhö- ren. Daher wurde die Stuttgarter Ordnungs-Durch eine funktionierende Kooperation aller partnerschaft gegen häusliche Gewalt (STOP)am Verfahren Beteiligter können häufig für gegründet, die von der städtischen Abteilungbeide Seiten akzeptable Lösungen gefunden für individuelle Chancengleichheit koordiniertwerden. In der NERO-Beratung erhielten wird. Verschiedene Institutionen und Bera-45 Opfer von Gewalttaten kostenfrei recht- tungsstellen aus dem polizeilichen, juristi-liche Informationen. Die NEROkidz-Beratung schen und dem psychosozialen Bereich ar-nutzten 29 junge Menschen bis etwa 21 Jah- beiten gemeinsam an einer wirkungsvollen Rechtsanwälte geben ehrenamtlich Informa- tionen zu Rechts- fragen. 17
  19. 19. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010 Gewaltprävention und -intervention, die dieses Problems anzunehmen und die STOP- folgende Module hat: Fachtagung 2010 zum Thema „Interkultu- relle Kompetenz im Umgang mit häuslicher • Platzverweis für Täter/in Gewalt“ zu veranstaltet. Das große Interesse • konsequente Strafverfolgung der 190 Teilnehmer bestätigte die Bedeut- • zivilrechtliche Schutzmaßnahmen samkeit der Problematik. • zeitnahe Beratung • Hilfe für Opfer und Täter/in Projektpartner • Amt für öffentliche Ordnung In Stuttgart gibt es Jahr für Jahr etwa 600 bis • Polizeipräsidium 700 Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt. • Jugendamt Leidtragende sind in den meisten Fällen • Krisen- und Notfalldienst Frauen, wobei in über 65% der Fälle auch Kin- • Fraueninterventionsstelle (FIS) der involviert sind. 2010 wurde in 317 Fällen • Männerinterventionsstelle (MIS) aufgrund der bedrohlichen Situation oder der • Staatsanwaltschaft Schwere der Tat von der Polizei ein mündlicher • Gerichtshilfe Platzverweis ausgesprochen, bei dem der Täter • Kinderschutzzentrum die Wohnung verlassen musste. Dieser Platz- • Zeugenbegleitung verweis setzt das STOP-Interventionsverfahren • Stabsstelle für individuelle Chancen- in Gang: Mit der Meldung an das Amt für gleichheit öffentliche Ordnung wird anschließend der Allgemeine soziale Dienst des Jugendamtes informiert. Von hier aus erfolgt unter anderem Das Fair-Streit-Training häusliche die Information an die Fraueninterventions- Gewalt stelle, die mit den Opfern Kontakt aufnimmt. Nicht nur auf der Straße gibt es Opfer von Sind Kinder involviert, kann das Kinderschutz- Straf- und Gewalttaten, es gibt sie auch im Zentrum hinzugezogen werden. Gewalttätig häuslichen Bereich! Mit diesem Thema gewordene Männer suchen selten von sich befasst sich das Projekt „Fair-Streit-Training“, aus Beratung und Hilfe. Sie neigen dazu, ihre welches von Karl-Heinz Moosig entwickelt Gewalttaten zu leugnen, zu bagatellisieren wurde. Im Rahmen der Stuttgarter Ordnungs- oder zu rechtfertigen. Die Staatsanwaltschaft partnerschaft gegen häusliche Gewalt (siehe kann hier die Motivation zu einer Täterbera- STOP) wurde das Projekt 2010 für die Belange tung oder zu einem Anti-Gewalttraining stär- von Paaren maßgeschneidert und erstmals ken, indem sie Strafverfahren mit Zustimmung mit fünf Paaren durchgeführt. der Beschuldigten gegen die Auflage, an einer Beratung bzw. einem Anti-Gewalttraining teil- Erfahrungen der Beratungsstellen zeigen, dass zunehmen, vorläufig einstellt. 60–70% der Opfer von häuslicher Gewalt wieder zu ihrem Partner bzw. zu ihrer Partne- Im Jahr 2010 lag der Fokus auf der Verände- rin zurückkehren. In der bisherigen Praxis rung und Entwicklung der Paarbeziehungen geschah dies weitgehend unbegleitet: Frauen in den betroffenen Familien (siehe Fair-Streit- und Männer wurden bei Interventionsstellen Training). beraten und nahmen anschließend meist ihr gemeinsames Leben unvorbereitet wieder auf. Weitere Schwerpunkte des Jahres 2010 Um zukünftige Eskalationen miteinander ver- waren Migration und häusliche Gewalt. meiden zu können, benötigen Paare gemein- 55% der Täter und 50% der Opfer waren same Strategien. Hierzu lernen Paare beim ausländischer Herkunft. Grund genug, sich „Fair-Streit-Training“ ihr eigenes Konfliktver-18
  20. 20. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010halten kennen, erfahren wie man faire Streit- PengA – Perspektiven nachgespräche führt und Konflikte löst. Vor allem gemeinnütziger Arbeitwerden sie ermutigt, neue Verhaltensmuster „PengA“ ist ein Jugendarbeitsprojekt fürwährend einer Streitsituation auszuprobieren. straffällig gewordene Jugendliche und jungeDurch vorherige Einzelgespräche mit den Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren,Beratern wird eine Vertrauensbasis geschaf- die zur Ableistung gemeinnütziger Arbeits-fen, welche die Hemmschwelle für das stunden verurteilt worden sind. Das durchgemeinsame Training deutlich senkt. Beson- das Jugendamt Stuttgart geförderte Projektders im Hinblick auf die Kinder, die in gewalt- verbindet Sanktionen der Jugendstrafrechts-bereiten Familien leben, bedeutet eine verän- pflege mit Maßnahmen der Jugendhilfe.derte Konfliktlösungsstrategie innerhalb derFamilie eine große Hilfe, um ein friedliches Junge Menschen, die ohne BeschäftigungLeben führen zu können. Studien belegen, und Perspektive sind und aufgrund ihresdass Kinder, die in ihren Familien Gewalt als schwierigen Sozialverhaltens oder der spezi-Konfliktlösungsmuster kennen gelernt, selbst ,fischen Straftat ihre Sozialstunden in keinererlebt oder beobachtet haben, später dazu anderen gemeinnützigen Einrichtung ablei-neigen, selbst gewalttätig zu sein oder Opfer sten können, sollen in diesem Projekt einevon Partnergewalt zu werden. Diese Entwick- letzte Chance bekommen und an das Quali-lung kann durch das Vorleben einer veränder- fizierungs- und Beschäftigungssystem heran-ten Streit- und Konfliktbewältigungskultur geführt werden.verhindert werden. Die ersten Erfahrungenmit dem Fair-Streit-Training sind sehr viel ver- 317 Projektteilnehmerinnen und -teilnehmersprechend. Die teilnehmenden Paare bewerte- leisteten im Jahr 2010 insgesamt rund 16.000ten das Training durchweg mit sehr gut und Sozialstunden in den gemeinnützigen und imgut. Besonders positiv herausgestellt wurden: öffentlichen Interesse liegenden Arbeitsberei- chen der SBR ab. Die Tätigkeitsfelder reichen• der gemeinsame Austausch in der Gruppe über den Arbeitseinsatz im Handwerk, im• das „Fair-streiten“ lernen Dienstleistungsbereich, in der Gastronomie• die Vielfalt der Methoden und der städtischen Grünflächenpflege bis hin zu kreativen Gestaltungsmöglichkeiten inDie Gruppe trifft sich nach Abschluss des der Floristik. Die Jugendlichen wirken auchProjekts weiterhin in einer begleiteten Selbst- bei der Anti-Graffiti-Initiative im Rahmen derhilfegruppe, da sich die fünf Termine als zu Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft mit.wenig herausgestellt haben. ProjektpartnerFinanziert wurde das Projekt von der Abtei- • Gemeinnützige Gesellschaft für Schulunglung individuelle Chancengleichheit der LHS und berufliche Reintegration mbHStuttgart und dem internationalen Frauen- • Jugendgerichtshilfenetzwerk Soroptimist Stuttgart Zwei. • Haus des Jugendrechts • PräventSozial – BewährungshilfeProjektpartner Stuttgart e.V.• Männerinterventionsstelle (MIS) • Bewährungshilfe – Neustart gGmbH• Fraueninterventionsstelle (FIS)• Karl-Heinz Moosig• LHS, Abteilung individuelle Chancen- gleichheit 19
  21. 21. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010 Sicher mobil 50 plus nahmen sind Bußgelder, die von den Stutt- Um eine sichere Teilnahme am Straßenver- garter Amtsgerichten und der Staatsanwalt- kehr zu ermöglichen, gibt es für alle Men- schaft Stuttgart zugewiesen werden. Im Jahre schen Angebote, die auf deren Bedürfnisse 2010 wurden ca. 300 Personen dazu verur- zugeschnitten sind. Besonders gefährdete teilt an den Starthilfe e.V. zu zahlen. Etwa Gruppen stehen dabei im Fokus der Verkehrs- 150 geschädigten Personen kam das Geld sicherheitsarbeit. zugute. An die Gruppe der über 50jährigen richtet Projektpartner sich das Projekt „Sicher mobil 50 plus“. Der • Starthilfe e.V. ADAC Württemberg bietet gemeinsam mit • Amtsgericht Stuttgart der Stadt Stuttgart Vorträge an, die über • Amtsgericht Bad Cannstatt altersspezifische Themen informieren, da sich • Staatsanwaltschaft bei Menschen dieser Altersgruppe Anzeichen auf körperliche Veränderungsprozesse zeigen können. Online-Beratungsstelle U-Turn Manche Menschen, die straffällig und gewalt- Um dies zu kompensieren, gibt es Informatio- tätig werden, möchten nicht zu öffentlichen nen über Kfz-Technik, Kindersicherung im Hilfs- und Beratungsorganisationen gehen. Auto, Sicherung von Ladung sowie Sehen, Sie wünschen sich schnelle und anonyme Hilfe Hören und Reagieren im Alter. Ebenfalls wird von Fachleuten zu diesen Themen. Deswegen über Neuerungen in der Straßenverkehrsord- bietet die Sozialberatung Stuttgart e.V. seit nung aufgeklärt. April 2010 die neue Online-Beratungsstelle U-Turn zu den Themen Straffälligkeit und 2010 fanden insgesamt drei Veranstaltungen Gewalt an. Das Angebot stellt eine zeitge- statt, an denen jeweils 110 Senioren teilnah- mäße und ansprechende Ergänzung der be- men. stehenden Beratungsangebote dar. Es schließt eine Lücke im bisherigen Hilfesystem. Projektpartner • ADAC Jugendliche und junge Erwachsene, die von • Stadt Stuttgart Haft bedroht bzw. straffällig geworden sind, Angehörige von Inhaftierten sowie Men- schen, die von häuslicher Gewalt bzw. Stra- Starthilfe ßengewalt betroffen sind, können sich erst- Das Projekt wendet sich an Straffällige und mals im Internet an ein speziell ausgebildetes Opfer zugleich. Es soll zum einen mittellosen und erfahrenes Team von Beraterinnen und straffälligen Jugendlichen und Heranwachsen- Beratern wenden. Ziel des neuen Online- den bedarfsgerechte materielle Hilfen anbie- Angebots ist es, Menschen mit Fragen zum ten, z.B. in Form von zinslosen Darlehen zur Thema Straffälligkeit und Gewalt früher Schuldenregulierung, um dadurch ihre soziale zu erreichen. Dazu ist es notwendig, die Integration zu fördern. Zum anderen werden Zugangshemmnisse zum Hilfeangebot zu an die Opfer von Straftaten finanzielle Scha- senken. Der Umgang mit den Themen Straf- denswiedergutmachungen geleistet, nach- fälligkeit und Gewalt ist für Betroffene oft dem die mittellosen Täter unentgeltliche und schambehaftet – der anonyme Zugang zum gemeinnützige Arbeit abgeleistet haben. Die Hilfesystem bietet nun die Chance auch diese Einnahmen und Ausgaben belaufen sich pro Menschen zu erreichen. Es ist lediglich eine Jahr auf ca. 40.000 €. Ein großer Teil der Ein- einmalige und kostenfreie Registrierung auf20
  22. 22. 2.2 Sicherheitspartnerschaft umfasst alle Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen Präventionsbericht 2010der Internetseite www.sozialberatung-stutt- gewaltbereiter Fans anhand von gezieltengart.de erforderlich. Dort finden sich auch Fragestellungen auseinander.weitere Informationen rund um das Hilfean-gebot der Sozialberatung Stuttgart e.V. Wie Die Kinder und Jugendlichen beobachtengroß die Anfrage nach der neuen Onlinebera- Spiele der unteren Ligen und Bundesligabe-tungsstelle ist, zeigen die bisherigen Erfolge: gegnungen. Sie dokumentieren, wie sichSeit Projektbeginn gab es 2.532 Klicks und 21 die Fans vor dem Spiel, währenddessen undAnfragen. auch danach verhalten. Anschließend werden im Schulunterricht die Ergebnisse und Aus-In der zweijährigen Modellphase, die vom wirkungen auf den VeranstaltungsverlaufDeutschen Hilfswerk über die ARD-Fernseh- gemeinsam mit den Lehrkräften reflektiert,lotterie „Ein Platz an der Sonne“ unterstützt um die Jugendlichen in ihrem künftigenwird, soll erprobt werden, wie und von wel- eigenen Handeln bei Sportveranstaltungencher Zielgruppe das Angebot angenommen positiv zu stärken. Die Projektverantwort-wird. 2012 wird über eine Ausweitung des lichen erhoffen sich langfristig auch Verhal-Angebots entschieden. tensänderungen bei Fußballfans, die zu Gewalt neigen.Projektpartner• Sozialberatung Stuttgart e.V. Bei dem Projekt, das seit 2009 angeboten• Deutsches Hilfswerk wird, beteiligen sich Schülerinnen und Schü- ler der Jörg-Ratgeb-Schule, Schillerschule, Lerchenrainschule, Körschtalschule und derWir können Fans sein Lindenrealschule.Gewalt rund um den Fußballsport ist Themades Präventionsprojekts „Wir können Fans Projektpartnersein“. Schülerinnen und Schüler im Alter von • Polizeipräsidiumzwölf bis 18 Jahren setzen sich nicht nur mit • VfB Stuttgart 1893 e.V.der Begeisterung der Zuschauer bei Fußball- • Landesinstitut für Schulsportspielen, sondern auch mit dem Verhalten • Staatliches Schulamt Stuttgart Faires Verhalten auf und neben dem Sportplatz 21
  23. 23. 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Präventionsbericht 2010 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Kinder sind unsere Zukunft. Deshalb hat es sich Stuttgart zum Ziel gesetzt, die kinder- freundlichste Großstadt Deutschlands zu sein. Kinderfreundlichkeit ist Standortfaktor und Leitziel in allen Bereichen der kommunalen Verwaltung. Kinder sind die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und Fürsorge. Deshalb legt auch das Kuratorium Kinderfreundliches Stuttgart einen Schwer- punkt auf die Verbesserung der Sicherheit für Kinder. Zur Sicherheit gehört nach unserem Verständ- nis aber auch, dass die Kinder und Jugend- lichen zur Schule gehen. Schule schwänzen schadet den Kindern. Deshalb gibt es Pro- jekte, damit die Grundlage für Bildung und Beruf gelegt wird. Beispiele Aktion Gute Fee – gemeinsam für unkompliziert Hilfe und Ratschläge bekom- ein kinderfreundliches Stuttgart men können. Die „Bürgeraktion Gute Fee“ hat mehr als 1.000 Aktionspartner, welche für Notfälle im Dinge wie etwa ein Pflaster bei einer kleinen Kinderalltag im Stadtgebiet Stuttgart zur Ver- Schramme, ein Telefon, um zu Hause anzu- fügung stehen. Wo immer Kinder dieses Zei- rufen, ein gutes Wort und ein wenig Mithilfe chen auf Eingangstüren und Schaufenstern bei den kleinen Problemen des Alltags, sind von Geschäften oder auf Fahrzeugen der Kleinigkeiten und Gesten, die in unserer heu- Stuttgarter Straßenbahnen AG sehen, können tigen Wohnumwelt und Gesellschaft nicht sie auf Hilfe vertrauen. Alle Aktionspartner ver- mehr selbstverständlich sind. Hier möchten stehen sich als Stützpunkte für die Notfälle im wir ansetzen. Mit mehr Menschlichkeit, Alltag Ihrer Kinder. Eltern sollen die Gewissheit Gefühl und Toleranz. haben, dass es auch außerhalb des Elternhau- ses verlässliche Partner gibt, die für die Gebor- Die Partner der „Aktion Gute Fee“ erklären genheit und Sicherheit ihrer Kinder und für ein sich bereit, als Ansprechpartner und Verbün- gutes soziales Klima eintreten wollen. dete für die Kinder zu wirken und sind damit offen für deren kleine Probleme, Sorgen und Kinder benötigen gerade in Großstädten wie Nöte. Ob es um etwas zu trinken oder ein Stuttgart Ansprechpartner und Verbündete, kurzes Telefonat nach Hause geht, es sind die um sorglos und alleine spielen zu können. kleinen Gesten, die viel Vertrauen bewirken. Auf dem Weg zum Kindergarten und zur Schule oder beim Spielen sind sie auf Perso- Unsere Kinder brauchen ein Stück Geborgen- nen und Orte angewiesen, an denen sie heit und Sicherheit in ihrem Stadtteil. Dies22
  24. 24. 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Präventionsbericht 2010 Aufgepasst mit ADACUS Die Aktion Gute Fee Sicheres Verhalten im Straßenverkehr zu trai- bietet Kindern in allen nieren ist schon für die jüngsten Verkehrsteil- Stadtteilen Hilfe auch nehmer sehr wichtig. Das Projekt „Aufgepasst in kleinen Nöten. mit ADACUS“ führt junge Verkehrsteilnehmer im Vorschulalter spielerisch an ihre Rolle als Fußgänger heran. Dabei werden persönliche Erfahrungen der Kinder aufgegriffen und besprochen. Die kleinen Verkehrsteilnehmer nehmen die Rolle von Fußgänger, Auto und Motorrad ein, um das Miteinander der jewei- ligen Verkehrsteilnehmergruppen zu erleben. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, führt der Kinderliebling „ADACUS“, eine wissbe- gierige Puppe, durch das Programm. Lernziel der Veranstaltung ist, notwendige Verhaltens- weisen bei der Überquerung der Fahrbahn an Fußgängerampel und Zebrastreifen zu verin- nerlichen. Im Jahr 2010 führte der ADAC Württemberg drei Veranstaltungen mit jeweils 60 Vorschul- kindern in Stuttgart durch.wollen die Projektpartner durch ein sozialesNetzwerk verwirklichen und zugleich ein ProjektpartnerZeichen setzen, damit Stuttgart noch lebens- • ADACwerter und kinderfreundlicher wird! Die • Kindergärtenjeweiligen Aktionsgruppen sollen das bürger-schaftliche Engagement und Miteinander imStadtbezirk fördern und weiterentwickeln. Geh Wald statt Gewalt! Knoten üben, Seiltechniken erlernen, Wetter-Für Unterstützung in jeglicher Hinsicht sind kunde, ein Baumhaus bauen, Erste-Hilfe-die Projektpartner sehr dankbar. Insbesondere Kenntnisse erwerben, einfach mal die OhrenEltern können wesentlich zum Erfolg der spitzen und die Geräusche wahrnehmen,„Aktion Gute Fee“ beitragen, indem sie Ihre welche der Wald und der Wind machen. AllKinder mit der Idee vertraut machen und sie diese Dinge lernen die Kinder bei dem Projektauf die vielen Aktionspartner, die sich als gute „Geh Wald – statt Gewalt“. AusgebildeteFeen „ausgezeichnet“ haben, hinweisen. Erlebnispädagogen begleiten die Kinder im Vorschulalter in wöchentlichen AngebotenProjektpartner oder Zweitagesblöcken. Ziel ist es, das Selbst-• Förderverein Sicheres und Sauberes wertgefühl der Kinder zu stärken und Erfolgs- Stuttgart e.V. erlebnisse zu vermitteln. Gleichzeitig werden• Stuttgarter Straßenbahnen AG Fertigkeiten in gewaltfreier Kommunikation,• Einzelhandel Konfliktfähigkeit und Achtsamkeit vermittelt. Die Kinder lernen sich selbst und ihre Mit- schüler besser kennen und üben respektvol- 23
  25. 25. 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Präventionsbericht 2010 In der Natur Grenzen erfahren und Regeln erlernen len Umgang miteinander. Eigene Schwächen chen dazu veranlassen, sich einfallsreich mit und Stärken werden erfahren und akzeptiert. den Themen Selbstbild und eigene Identität auseinander zu setzen. Zum anderen wurden Das Programm läuft über mindestens ein auch Anregungen zur Berufswahl und Ein- Schuljahr, damit die Veränderungen im Sozi- blick in verschiedene kreative Berufssparten alverhalten nachhaltig wirken können. 2010 gegeben. Denn schulische und berufliche wurden ca. 100 Kinder pro Woche betreut. Perspektiven bieten einen hohen Anreiz, das eigene riskante Konsumverhalten zu über- Projektpartner denken und positiv zu verändern. • AVENTERRA e.V. • Deutsch-französische Grundschule Schülerinnen und Bewohnerinnen der päda- • Fuchsrainschule gogisch-therapeutischen Wohngruppe • ganz und gar betreuung e.V. für Mädchen mit Drogenproblemen JELLA nahmen teil und waren zwischen 15 und 18 Jahre alt. Mädchen.Machen.Medien II „Die Vielfalt von Mädchen-Sein heute“ – Thematischer Ausgangspunkt war die Dar- unter diesem Motto startete im September stellung von Mädchen und Frauen in den 2010 das Folgeprojekt von „Mädchen. Medien. Hierzu setzten sich die Teilnehmerin- Machen.Medien“. nen, begleitet durch Pädagogen, mit ihren Stärken und Schwächen, Talenten und Vor- Nach der erfolgreichen Plakatkampagne bildern auseinander. Die Mädchen suchten gegen riskanten Alkoholkonsum von 2009, und gestalteten ihre eigenen Antworten auf lag beim neuen Projekt der Schwerpunkt Identitätsfragen wie „Wie bin ich?“, „Wie auf Bildgestaltung und Fotografie. Die Idee will ich sein?“, „Wie will ich mich zeigen?“. dahinter: Zum einen sollte das Projekt Mäd- Im Anschluss wurden von den Mädchen24
  26. 26. 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Präventionsbericht 2010aussagekräftige Fotomotive entwickelt und Medienflutenals Höhepunkt gemeinsam mit einer Foto- „Medienfluten“ ist ein Projekt, mit dem unter-grafin und einer Visagistin in einem zweitägi- schiedliche Medien bewusst und konstruktivgen professionellen Fotoshooting in Szene genutzt werden. Es besteht aus verschiedenengesetzt. Zudem gab es einen Blick in Kommu- Modulen für Schüler, Lehrer und Eltern.nikationspolitik (Kommunikation zwischenOrganisation und Umwelt/Zielgruppe), Gra- Die Schülerinnen und Schüler bekommen diefik-Design und hinter die Kulissen des Staats- Aufgabe, ihren Medienkonsum und sozialetheaters. Zusammenhänge zu reflektieren und zu dis- kutieren sowie gesellschaftliche und persön-Entstanden sind interessante, spannende und liche Werte und das eigene Verhalten zuzum Teil lustige Fotomotive, die bei der Vernis- hinterfragen. Mit dem Projekt als Auftaktsage That’s me! – Mädchenwelten in Szene können Schulen das Thema Medienerziehunggesetzt wurde. Am 8.12.2010 konnten die nachhaltig in den Alltag integrieren. Beson-stolzen Mädchen in den Räumen von Lagaya ders Eltern werden in die Arbeit mit einbe-e.V. zahlreiche Gäste davon überzeugen. zogen, denn viele Erwachsene stehen dem Medienkonsum ihrer Kinder hilflos oderProjektpartner gleichgültig gegenüber. Weiter dient Medien-• Lagaya e.V. fluten als Fortbildung für Lehrkräfte und• Milla und Partner Agentur & Ateliers Schulsozialarbeiter, die nach der Schulung• Staatstheater Stuttgart das Thema selbstständig vertiefen können.• Schlossrealschule für Mädchen• Berufsbildende Schulen Internationaler Das Projekt wird an fünf Terminen in der Klas- Bund e.V. senstufe sieben durchgeführt und zusätzlich• Laura Siemon, Jessica Mayer ein Elternabend für die gesamte Schule an- Mit professioneller Unterstützung am Selbstbild arbeiten 25
  27. 27. 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Präventionsbericht 2010 geboten. Da Medienschaffende und beglei- Stark durch Musik tende Fachkräfte der Schulsozialarbeit / Durch die Kooperation der Stuttgarter Musik- Mobilen Jugendarbeit aus dem jeweiligen schule mit öffentlichen Schulen können viele Stadtteil einbezogen werden, ist eine hohe Kinder und Jugendliche erreicht werden, die Fachlichkeit sowie nachhaltige Verankerung aus organisatorischen oder finanziellen Grün- an der Schule vor Ort gewährleistet. Medien- den das herkömmliche Angebot der Stuttgar- fluten wurde im Berichtszeitraum an elf Schu- ter Musikschule nicht wahrnehmen können. len durchgeführt. Der Musikunterricht fördert durch seine unmittelbare Wirkung insbesondere die Per- Einige Themenschwerpunkte im sönlichkeitsentwicklung, die Individualität, die Jahr 2010: Kommunikationsfähigkeit und die Teamfähig- • ein Medientagebuch erstellen und keit des einzelnen Schülers. Des Weiteren wird auswerten durch das gemeinsame Musizieren die Sozial- • Gründe für Medienkonsum bewusst und Kommunikationskompetenz der Kinder machen und Alternativen erarbeiten gefördert, da durch Musik Freundschaften • Handy, Internet, Chatten – Kostenfalle, besser gebildet und gepflegt werden. Abzocke im Netz, Regeln Die Stuttgarter Musikschule macht für Kinder Projektpartner und Jugendliche, die unter schwierigen so- • Caritasverband für Stuttgart e.V. zialen Bedingungen aufwachsen, kostenlose, • Förderverein Kinderfreundliches in sich abgeschlossene musikpädagogische Stuttgart e.V. Angebote unter dem Titel „Stark durch • Stuttgarter Zeitung Musik“. In Absprache mit Lehrerinnen und • Polizeipräsidium Lehrern bekommen Kinder und Jugendliche, • 10 Haupt- und Realschulen die besonderer Förderung bedürfen, die Mög- Gemeinsames Musizieren verbindet.26
  28. 28. 2.3 Sicherheit für unsere Kinder Präventionsbericht 2010lichkeit kostenlos für sie zugeschnittene Bil- Aktion Sicherer Schulweg –dungsangebote der Stuttgarter Musikschule Schulwegtrainingwahrnehmen zu können. Das flächendeckende Schulwegtraining, das zwischenzeitlich fester Bestandteil desInsgesamt nahmen 26 Klassen, mit 485 Schü- Anfangsunterrichts an Stuttgarter Schulen ist,lern, von 13 verschiedenen Grund- und Haupt- wurde als ergänzendes Modul zum Fahrrad-schulen in Stuttgart am Musikunterricht teil. führerschein entwickelt. Kinder erlernen dabei sicherheitsrelevante Verhaltensregeln,Neben den bereits genannten Zielen wird ins- um eigenverantwortlich am Straßenverkehrbesondere Wert gelegt auf die Entwicklung teilnehmen zu können.der Selbstwahrnehmung, des Selbstbewusst-seins und der Ermöglichung positiver Lern- Im Jahr 2010 haben 4.775 Kinder aus denerfahrungen und darauf aufbauend auf die ersten Klassen das von PolizeibeamtinnenStärkung der Kommunikationsfähigkeit und und Polizeibeamten der Verkehrserziehungder Teamfähigkeit der Schüler untereinander. betreute Schulwegtraining absolviert. DenLerninhalte sind unter anderem die Wahr- Kindern wurden die Verhaltensregeln in dernehmungsschulung, die Sensibilisierung aller Theorie vermittelt. Im Anschluss wurde dasSinne und der Umgang mit Körper und Erlernte im Rahmen individuell ausgearbeite-Stimme. ter Schulwege praktisch eingeübt. Der Schul- wegplan soll auch den Eltern der ErstklässlerProjektpartner beim Einüben des Schulwegs mit ihren Kin-• Stuttgarter Musikschule dern helfen. Aktuelle Schulwegpläne decken• Kulturamt den jeweiligen Einzugsbereich der Grund-• Staatliches Schulamt schule ab. Um die Nachhaltigkeit zu steigern,• Schulverwaltungsamt wurden die von der Polizei vermittelten Kindern die sichere Teilnahme am Straßenverkehr beibringen 27

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