Jahresbericht 2010, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi
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Jahresbericht 2010, Stiftung Kinderdorf Pestalozzi

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Kinder von ethnische Minderheiten oder aus armen Verhältnissen müssen besonders viele Hürden überwinden, um zu einer guten Ausbildung zu kommen: Es fehlt an Geld, an Wissen und Möglichkeiten. ...

Kinder von ethnische Minderheiten oder aus armen Verhältnissen müssen besonders viele Hürden überwinden, um zu einer guten Ausbildung zu kommen: Es fehlt an Geld, an Wissen und Möglichkeiten.
Kinder und Jugendliche sollen sich jedoch etwas zutrauen, sollen ihre Rechte kennen und die Fähigkeiten haben, ihre Interessen eigenverantwortlich und selbstbestimmt zu gestalten. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi unterstützt sie dabei.

Der Jahresbericht 2010 zeigt den „Hürdenlauf“ auf, den junge Menschen bewältigen müssen, bis sie Zugang zu Bildung erhalten. Oft kann wenig schon viel bewegen.

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  • 1. 2010 Jahresbericht
  • 2. VORWORT Gesellschaft in der Verantwortung. Vorwort 3 durchgesetzt werden könne. Der Anstieg der Jugendgewalt, immer mehr süchtige Jugend- R E P O R TA G E liche, ein alarmierender Verschuldungstrend, aber auch ein erschwerter beruflicher Einstieg Walter Robert Corti und seine Vision 4 für Jugendliche können deshalb kaum erstau- nen, stimmen aber nachdenklich. PROGRAMME Hürden in der Bildung abbauen 10 Gestern wie heute beweisen uns Kinder und Südosteuropa 13 Jugendliche jedoch auch, dass sie sich sehr Südostasien 15 wohl für ihre Zukunft interessieren und ihre Inte- gration in die Gesellschaft wollen. Vorausgesetzt, Zentralamerika 17 man schenkt ihnen das nötige Vertrauen! Ostafrika 19 Internationale Ausbildung 21 Zu einer erfolgreichen Integration gehört die Integration und Bildung 23 Auseinandersetzung mit sich selber und den eigenen Wurzeln, aber auch mit seinen Mitmen- JAHRESRECHNUNG «Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schen, seiner Umwelt, mit neuen Kulturwerten. schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat Eine zentrale Rolle spielen dabei Kontakte und Bilanz 28 keinen Respekt vor den älteren Leuten und Erfahrungen von einheimischen Kindern und Ju- Betriebsrechnung 30 schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen gendlichen mit ausländischen Altersgenossen. Revisionsbericht 32 Leute widersprechen ihren Eltern und tyranni- Aufwand Programme und Administration 34 sieren ihre Lehrer.» Diese Aussagen stammen Eine solche Integration wurde schon vom Be- Zahlen in Kürze 35 vom griechischen Philosophen Sokrates, der im gründer des Kinderdorfs Pestalozzi, Walter 5. Jh.v.Chr. so über die damalige Jugend urteil- Robert Corti, angestrebt, und sie ist in unserem te. Sie könnten jedoch ebenso gut auch heute Kinderdorf auch heute gelebter Alltag. Insbe- STIFTUNG in einer Zeitung stehen, denn solche Kritik über sondere über die Bildung und über den inter- Organe der Stiftung 36 die Jungen ist auch heute durchaus aktuell. kulturellen Austausch wird sie gefördert und unterstützt, um letztlich jungen Menschen den Impressionen vom Tag der offenen Tür 42 In Wirklichkeit ist die Jugend aber doch vor al- Weg in die Gesellschaft zu erleichtern. lem ein Spiegel der Gesellschaft, in der sie lebt, Impressum 43 oder mit anderen Worten: Wir alle stehen in der Verantwortung. So orientiert sich das Verhalten von Kindern und Jugendlichen heute oft an der Vorstellung, dass alles immer und sofort für alle Brigitta M. Gadient verfügbar sei, oder wenn nötig mit Gewalt Präsidentin des Stiftungsrates2 3
  • 3. R E P O R TA G E Er war unschweizerisch visionär. Ein Idealist, Als elfjähriger Bub hatte Walter Robert Corti ein ein Denker und ein Macher. Walter Robert Corti, Erlebnis, das ihn tief beeindruckte und für die Walter Robert Corti der Gründer des Kinderdorfs Pestalozzi, des- sen 100. Geburtstag die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi im Jahr 2010 feierte. Zeitlebens war weitere Zukunft prägte. Bei einem Ausflug mit seinen Brüdern auf das Stilfserjoch sah er, wel- ches Schlachtfeld der letzte Krieg zurückgelas- und seine Vision. der Philosoph und Autor mit der Frage nach der moralischen Verantwortung des Menschen be- schäftigt und entschlossen, sich für seinen sen hatte. In einer zerschossenen Uniform fand er den Brief einer Mutter an ihren Sohn. Schlag- artig wurde ihm bewusst, welches Grauen der Bauen wir eine Welt, in der die Kinder leben können Traum einer friedlichen Welt einzusetzen. Krieg bedeutet. Die Frage, wie man Kriege ver- hüten und verhindern könnte, liess ihn fortan nicht mehr los. Dann kam das Grauen des Zweiten Weltkriegs. Die unvorstellbare Not, unter der die Menschen litten. Als Student schon hatte Corti von einem Dorf der Gelehrten geträumt, in dem die Bedin- gungen friedlichen Zusammenlebens studiert würden. Nun rief er in der Monatszeitschrift «Du» zum Bau eines Dorfes für die vom Krieg versehrten Kinder auf. Und betonte von Anfang an die heilende Wirkung des Zusammenlebens von Kindern aus verschiedenen – damals stark verfeindeten – Nationen. Die Bereitschaft, das Trennende zu überbrücken, sei der erste Schritt eines Lernprozesses, an dessen Ende man mit Vielfalt umzugehen verstehe und sie wertschätze. Lernen, die Vielfalt zu schätzen Walter Robert Corti sprach Grundsätze an, die heute nichts an Bedeutung verloren haben. Seine Vision eines friedlichen Zusammenlebens lebt in der Tätigkeit der Stiftung Kinderdorf Pes- talozzi weiter. 1946 führte er Kinder aus ganz Europa in familienähnlichen Gruppen zusam- men, in denen sie von Lehrpersonen und Pflege- eltern aus ihrer eigenen Heimat nach neuesten pädagogischen und psychologischen Erkennt-4 5
  • 4. nissen betreut werden sollten. Heute leben Kin- Stärkung der eigenen Mit ihrem sozialkritischen Weihnachtsmusical der und Jugendliche mit Migrationshintergrund «Die Armen des Littauer Weihnachtsmarktes» für einige Jahre fest im Kinderdorf. Sie kommen Identität siegte die sechste Klasse der Primarschule aus der Schweiz, sind oft bereits hier geboren, Walter Robert Cortis Zielstrebigkeit ist bewun- Littau-Dorf in der jüngeren Kategorie (7 bis 12 haben zum Beispiel Eltern, die vor den Kriegs- dernswert. Ihm zu Ehren lancierte die Stiftung Jahre). Die Schülerinnen und Schüler setzten wirren aus Osteuropa in die Schweiz flohen. Im Kinderdorf Pestalozzi 2010 den Wettbewerb sich mit dem Alltag und dem Hintergrund ver- Kinderdorf üben die Jugendlichen heute wie «go4peace» für Kinder und Jugendliche. Ge- schiedener sozialer und kultureller Gruppen damals den Balanceakt ihrer unterschiedlichen sucht wurden Schul- und Freizeitprojekte, die auseinander und erarbeiteten mit diesem Wis- Herkünfte und Werte. den gegenseitigen Respekt und das friedliche sen die Theater- und Musiktexte rund um eine Zusammenleben fördern. «Nicht nur haben Er- Bettlerfamilie. Die Idee des interkulturellen Austauschs, der wachsene das Kind zu belehren, wir müssen zwischen Jugendgruppen aus den Partner- auch von ihm lernen», war Corti überzeugt. Am Endet das Musical mit einem Happy End, so projekten der Stiftung in Südosteuropa und Tag der offenen Tür im Kinderdorf, am 100. Ge- liegt der Ursprung des Siegerprojekts der älte- Schweizer Schulklassen jedes Jahr im Kinder- burtstag des Kinderdorfgründers am 11. Sep- ren Kategorie (13 bis 18 Jahre) im Tod eines dorf stattfindet, geht bis in die ersten Aufbau- tember 2010, als 800 Erwachsene und Kinder Jugendlichen. Im Juli 2007 wurde der 19-jähri- jahre zurück. Es wurden Häuser für Schweizer das Kinderdorf besuchten, wurden die Preis- ge Nicky Hoheisel Opfer eines Gewaltaus- Schülerinnen und Schüler bereitgestellt, in de- trägerInnen gekürt. Sie hätten unterschiedlicher bruchs mehrerer, etwa gleichaltriger Disco- nen sie für einige Tage oder Wochen lebten und nicht sein können: die Projektplattform «for gänger. Seine Mutter initiierte zusammen mit in der Auseinandersetzung mit der internationa- nicky» gegen Jugendgewalt und das Musical Jugendlichen die Projektplattform «for nicky», len Kindergemeinschaft lernen sollten, ebenfalls «Die Armen des Littauer Weihnachtsmarktes». die jungen Menschen wie auch Erwachsenen für eine friedliche Welt zu sorgen. Arbeitsmittel zur Gewaltprävention zur Verfü- gung stellt. In der Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt beginnen sie, Fragen zu stellen und individuelle Erkenntnisse im Umgang mit Gewalt zu gewinnen. 2012 wird der «go4peace»-Preis ein zweites Mal vergeben – Informationen auf www.go4peace.ch So lebt die Vision von Walter Robert Corti weiter. » Dagmar Wurzbacher6 R E P O R TA G E 7
  • 5. Serbien | Snezana (11) Äthiopien | Demila (11) Elvis, der Junge aus der Roma Siedlung, ist Etwas Neues zu lernen, findet sie beson- ihr bester Freund. Mit ihm fährt sie jeweils ders spannend. Das hat sie auch dazu mit dem Fahrrad auf der Strasse vor dem gebracht, am Webstuhl zu sitzen und Haus. Fiuria, ein Roma Mädchen, ist ihre Schals zu weben. Nicht um diesen Beruf beste Freundin. Mit ihr spielt sie jeweils zu erlernen, denn sie will fliegen, Pilotin Schule. «Ich will dir immer helfen, ich will werden. Für die Welt wünscht sie sich, mit dir alles teilen», sagt sie mit leuchten- dass die Wünsche aller Menschen in den Augen. Erfüllung gehen. Sofort.
  • 6. EINSTIEG wegen Hunger und Mangelernährung nicht kräftig genug sind, diese Strapazen auf sich zu nehmen. Armut ist nicht nur Mangel an Geld, sondern vor allem auch Mangel an Wissen, Mangel an Mög- Hürden abbauen. lichkeiten, Mangel an Bewusstsein, Mangel an Empowerment. Empowerment bedeutet, dass sich die Menschen etwas zutrauen, dass sie et- Bildung spielt eine Schlüsselrolle im Kampf was können, dass sie ihre Rechte kennen und gegen die Armut Fähigkeiten haben, diese zu realisieren. Die Stif- tung Kinderdorf Pestalozzi unterstützt sie dabei. Während in Industrieländern Computer, Internet die traditionelle Benachteiligung in der Familie In 13 Ländern auf vier Kontinenten setzt sie sich und Email den Alltag beherrschen, bleibt Millio- und in der Schule überhaupt schliessen sie dafür ein, dass Bildungshürden abgebaut und nen von Kindern in Entwicklungsländern bis noch stärker vom Zugang zur Bildung aus. Leh- überwunden werden. Dass Kinder und Jugend- heute ein grundlegendes Recht vorenthalten: rerinnen und Lehrer beachten sie weniger, und liche Zugang zu qualitativ guter Bildung erhal- das Recht auf Bildung. UNICEF geht davon aus, Schulbücher vermitteln oft ein traditionelles oder ten, die das friedliche interkulturelle Zusammen- dass 101 Millionen Kinder keine Möglichkeit negatives Frauenbild. In ländlichen Gebieten leben fördert. haben, zur Schule zu gehen. Der Anteil der schicken Eltern vor allem ihre Töchter nicht zum Mädchen davon im Primarschulalter, die keinen Unterricht, weil ihnen der Schulweg zu gefähr- Zugang zu Grundschulbildung haben, liegt bei lich ist. Häufig ist der Schulbesuch auch so teu- Kinderrechte und mindestens 54 Prozent. er, dass die Eltern sich entscheiden, nur ihren Söhnen eine Schulbildung zu ermöglichen. Interkulturalität Die Hürden auf dem Weg zu Bildung sind zahl- Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi basiert ihre reich: Oft gibt es in den ländlichen, abgelegenen Hürden entstehen aber auch in den Köpfen der Entwicklungszusammenarbeit auf den Men- Regionen keine Schulen. Oder wenn es doch Menschen: Viele erkennen den Wert einer guten schen- und den Kinderrechten. Sie wird in part- welche gibt, sind diese schlecht ausgestattet. Schulbildung nicht oder können sich diese nicht nerschaftlicher Zusammenarbeit mit den betrof- Es gibt keine oder nur sehr schlechte Ausbil- leisten. Selbst dort, wo der Unterricht kostenfrei fenen Menschen ausgeführt und hat zum Ziel, dungsmöglichkeiten für Lehrkräfte. Die in den ist, steht Armut der Bildung eines Kindes ent- das Wissen und die Selbstverantwortung vor Städten ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrer gegen, da zusätzlich hohe Kosten für Schul- Ort zu stärken. Dabei ermöglichen wir es den wollen nicht aufs Land, wo die Lebensverhält- uniformen, den Schulweg oder Lernmaterialien Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, wel- nisse nicht ihren Ansprüchen genügen. Mäd- anfallen. Weil Kinder oft weite Wege zur Schule che in unsere Projekte involviert sind, aktiv ihre chen haben zusätzliche Hindernisse zu über- laufen müssen – ein, zwei oder drei Stunden –, Mitverantwortung wahrzunehmen, sich in ihrer winden: frühe Heirat, Schwangerschaften und ist ihnen der Schulweg dann verwehrt, wenn sie Umgebung für mehr Gerechtigkeit, für eine Gleichbehandlung der Geschlechter sowie Tole- ranz und Chancengleichheit zwischen ver- schiedenen Bevölkerungsgruppen einzusetzen. Nach Abschluss eines Projektes sind Probleme, welche den Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch verunmöglichten, nachhaltig und10 11
  • 7. ganzheitlich gelöst, sodass weitere Generatio- nen von Kindern auch später noch davon profi- Programm Südosteuropa tieren können. Werte, Wissen, Fähigkeiten Moldawien k Interkulturelle Bildung k Kinderrechte Der Qualität der Bildung messen wir eine hohe Bedeutung bei: Ein qualitativ guter Unterricht Rumänien k Interkulturelle Bildung bedeutet neben guten Resultaten im Lesen, k Zugang zu Bildung Schreiben oder Rechnen auch, dass darin Wer- Serbien te, Wissen und Fähigkeiten vermittelt werden, k Interkulturelle Bildung welche nötig sind, um in der unmittelbaren k Zugang zu Bildung Umgebung, aber auch in einer zunehmend Mazedonien globalisierten Welt erfolgreich bestehen zu kön- k Interkulturelle Bildung k Zugang zu Bildung nen. In den Projekten der Stiftung Kinderdorf k NGO-Bericht zur Umsetzung der Pestalozzi werden deshalb Lehrpersonen so UN-Konvention über die Rechte der Kinder ausgebildet, dass sie auch unter erschwerten Bedingungen, zum Beispiel mit sehr grossen Klassen und wenig Unterrichtsmaterialien, einen Erdzan lebt mit seinen Eltern und Geschwistern Schulweg heimwärts weinte der Junge. Auch qualitativ guten Unterricht durchführen und so in der Roma Siedlung Baraki, nahe Kumanovo bei seinen Eltern fand er keine Unterstützung,Bild jedes Kind in seinen Fähigkeiten fördern kön- nen. Lehrpläne werden in den Projekten den in Mazedonien. Doch er wohnt nicht immer dort. Auf der Suche nach Arbeit reist die ganze im Gegenteil. Sie forderten ihn auf, zu Hause zu bleiben, wenn es ihm in der Schule nicht gefalle, lokalen Bedürfnissen angepasst, und spezifi- Familie einmal im Jahr durch das Land; alle ar- und stattdessen mit seinem Vater arbeiten zuHürden-Bild sche Themen für die Stärkung des friedlichen Zusammenlebens, wie zum Beispiel Themen beiten mit. Wenn sie genug Geld verdient ha- ben, wohnen sie wieder ein Jahr in Baraki. gehen oder auf seine kleine Schwester aufzu- passen. der lokalen Kultur, interkulturelle KommunikationSeitenüber- oder Kinderrechte, werden erarbeitet. Die Wanderarbeit ist nicht der einzige Grund, warum Erdzan die Schule früher nicht regelmäs- Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit dem Projekt «Grundschulbildung für Roma Kinder und Kinder, welche an den Projekten teilnehmen, sig besuchte. Und warum er nicht gern dorthinlaufend entwickeln so ihr Selbstwertgefühl, sie erhöhen ihre Aufmerksamkeit und Leistungen im Unter- ging. Als der heute 12-Jährige eingeschult wur- de, sprach er kein Wort Mazedonisch. Seine Jugendliche» in Mazedonien die Voraussetzungen, um diese Bildungshürde abzubauen oder zu überwinden. richt und entfalten ein vertieftes und bewusste- Mitschülerinnen und Mitschüler mieden ihn, der res Verständnis ihrer eigenen Kultur sowie der Lehrer schrie ihn an. Erdzan konnte dem Unter- Situation ihrer Umgebung und ihres Landes. Mit richt nicht folgen, und was noch schlimmer war: diesen Fähigkeiten werden sie in Zukunft wich- Die Familie hatte kein Geld, um Schulhefte, Filz- tige Arbeit für die Entwicklung und die Armuts- stifte oder Bleistifte zu kaufen; einfachste Dinge, reduktion in ihrer Umgebung leisten können. die jedes Kind in der Schule benötigt. Auf jedem12 PROGRAMME 13
  • 8. Heute geht Erdzan am Nachmittag, sobald hier tauschen sie ihre Meinungen aus, hier for- der Schulunterricht zu Ende ist, direkt in das mulieren und diskutieren sie ihre Vorurteile. Hier Programm Südostasien Bildungszentrum unserer Partnerorganisation werden sie Freunde, unabhängig von ihrer Volks- Vrama Si. Hier verbessert er sein Mazedonisch, zugehörigkeit. Da in erster Linie die Eltern für das er inzwischen schon fliessend spricht. Hier ihre Kinder verantwortlich sind und deren Zukunft macht er seine Schulaufgaben. Ausgebildete beeinflussen, werden auch sie in das Programm Lehrpersonen unterstützen ihn dabei und helfen einbezogen. Sie lernen, warum Bildung so Myanmar/Burma ihm, die Lücken zu schliessen, die sich auf- wichtig ist und wie sie ihre Kinder unterstützen k Alternative Schulbildung in Gemeindeschulen k Unterstützung der öffentlichen Schulen und grund der Wanderarbeit auftun. Erdzan besucht können. Ein oftmals langer und aufwendiger der Gemeindeschulen mittlerweile die 6. Klasse. Dank der Unterstüt- Prozess. k Ausbildung von Lehrkräften zung im Bildungszentrum kann er dem Schul- Laos stoff folgen und musste keine Klasse repetieren. In ihren Programmländern Mazedonien, Ser- k Vorschulbildung bien, Rumänien (Abschluss 2010) und Molda- k Unterstützung der öffentlichen Schulen k Förderung von traditionellem Wissen Hier erhält er aber auch Bücher und Schulmate- wien fördert die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi k Entwicklung lokaler Lehrpläne rial, etwas zu essen und warme Kleider sowie den Zugang zu Schulbildung für Roma Kinder Thailand Schuhe, ohne die er in der kalten Jahreszeit we- und Jugendliche. Ein zweiter Schwerpunkt k Alternative Schulbildung in Gemeindeschulen der die Schule noch das Bildungszentrum be- sind interkulturelle Jugendarbeit und Bildung, k Unterstützung der öffentlichen Schulen k Entwicklung lokaler Lehrpläne suchen könnte. die Jugendliche unterstützen, Toleranz und k Unterricht in der Muttersprache Weltoffenheit zu erwerben, damit sie den Grund- Erdzan gefällt es heute in der Schule. Seine stein zur Entwicklung eines friedlichen Zu- Lehrerinnen und Lehrer verstehen seine Situa- sammenlebens legen. Die jungen Menschen tion und nehmen sich Zeit für ihn. In Workshops erhalten in unseren Projekten die Kompetenzen, sensibilisieren Mitarbeitende unserer Partneror- Fähigkeiten und Gelegenheiten, ihre Rechte Im Sommer ist das Ende des Schuljahres. Mai Fragen zu stellen, und spricht heute noch nicht ganisation die Lehrpersonen für die Bedürfnisse einzufordern. Yang wird den nationalen Abschlusstest der genug Thai, um die Aufgaben richtig zu machen. der Kinder verschiedener Ethnien. Diese inter- Primarschule machen – wie alle 10-Jährigen in kulturelle Bildungsarbeit ist Teil der Lehrpläne Thailand. Mai Yang hat Angst, ihn nicht zu be- Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit und erreicht damit auch Schülerinnen und Verantwortliche Südosteuropa: stehen. «Ich bin gar nicht gut in der Schule, da- dem Projekt «Unterricht in der Muttersprache» Schüler, die nicht zu ethnischen Minderheiten Argine Nahapetyan bei möchte ich so gerne alles lernen», sagt das in Thailand die Voraussetzungen, um diese Teilnehmende: 49 645 gehören. Gleichzeitig besuchen Kinder und Ju- Kosten: Fr. 1 074 143 Mädchen, das der Volksgruppe der Hmong Bildungshürde abzubauen oder zu überwinden. gendliche verschiedener Bevölkerungsgruppen angehört. Als Mai Yang in den Kindergarten in ihrer Freizeit in den Bildungszentren interkul- kam, sprach die Kindergärtnerin Thai. In der turelle Workshops. Hier reden sie miteinander, Schule ebenfalls. Die Kinder verstanden die Lehrerin nicht, die Lehrerin die Kinder auch nicht. «Ich wusste überhaupt nicht, was sie von mir wollte, und tat so, als ob ich verstanden hätte, was mit der Zeit sehr anstrengend wur- de.» Da nützte es auch nichts, wenn die Lehre- rin das Gesagte wiederholte oder lauter sagte. Mai Yang getraute sich mit der Zeit nicht mehr,14 PROGRAMME 15
  • 9. Mai Yangs kleine Schwester besucht jetzt den verstehen und sprechen. Lehrmaterial beruht Kindergarten, in dem die Kindergärtnerinnen auf dem Wissen der angestammten Volksgrup- Programm Zentralamerika ihre Muttersprache verstehen und auch spre- pen, vermittelt Geschichten und Zeichnungen chen. Schritt für Schritt unterrichten sie die Kin- aus dem Dorfleben. Kinder und Jugendliche der in Thai, weil es wichtig ist, diese Sprache zu werden über ihre Rechte aufgeklärt und dabei lernen. Die Kinder verstehen besser, was von unterstützt, sich in ihrem Umfeld für die Verwirk- ihnen verlangt wird, und ihre Fragen werden be- lichung dieser Rechte einzusetzen. antwortet. Die Lehrerinnen erzählen den Kin- Guatemala dern Geschichten aus der Volksgruppe der k Interkulturelle und zweisprachige Bildung Hmong, unterrichten sie über das alte Wissen in Verantwortliche Südostasien: El Salvador ihrer Gemeinschaft und lassen die Kinder spie- Brigit Burkard k Kultur des Friedens und Berufsbildung Teilnehmende: 82 766 len und aktiv teilnehmen. Dieser Zugang über Kosten: Fr. 1 185 231 Honduras k Innovative Bildungsangebote die Muttersprache und Kultur stärkt das Selbst- bewusstsein der Kinder und somit deren Lernfä- higkeit für die zweite Sprache. «Meine Schwes- ter geht sehr gerne in den Kindergarten und ist nicht so schüchtern wie ich», erzählt Mai Yang. Wenn sie die Hausarbeiten erledigt hat, darf Flo- ras. In ihrer Klasse ist sie die Älteste. «Die ande- rencia zur Schule gehen. Doch das kommt sel- ren Kinder, die regelmässig in die Schule gehen, Kindgerechter Unterricht, Lehrpläne, welche lo- ten vor. «Die wenigen Male, die ich in die Schule sind zwar jünger als ich, können aber schon kales Wissen und traditionelle Fertigkeiten be- gegangen bin, konnte ich meine Eltern überzeu- mehr», erzählt sie. «Das macht mich traurig, inhalten, ausgebildete Lehrpersonen: In ihren gen, dass alle Hausarbeiten gemacht sind. und ich fühle mich dumm.» Dennoch möchte Programmländern Laos, Thailand und Myan- Oder ich habe ihnen versprochen, dass ich am Florencia weiterhin in die Schule gehen und mar/Burma stärkt die Stiftung Kinderdorf Pesta- nächsten Tag mehr helfe.» Waschen, kochen, etwas lernen. lozzi ethnische Minderheiten in bildungsarmen putzen und auf die kleineren Geschwister auf- Regionen. Lokale Lehrerinnen und Lehrer wer- passen: eine lange, zu lange Liste für ein zehn- Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit den ausgebildet, welche die Sprache der Kinder jähriges Mädchen. Florencia hat fünf jüngere dem Projekt «Kinder haben Zugang zu Gemeinde- Geschwister und einen älteren Bruder. Arbeitet schulen mit qualitativ guter Bildung» in Honduras ihre Mutter auf dem Feld, ist sie alleine verant- die Voraussetzungen, um solche Hürden abzu- wortlich für die Kleinen. Und wenn ihr Vater und bauen oder zu überwinden. ihr Bruder von der Arbeit nach Hause kommen, bereitet sie das Essen zu. Ihre Eltern sind der Meinung, dass sie in der Schule nichts lernt, was sie im täglichen Leben benötigen würde oder für ihre Zukunft wichtig wäre. Eine Stunde ist Florencia zu Fuss in die Schule unterwegs. Fruchtbare Hochtäler, umringt von 1000 bis 1800 Meter hohen Bergen, prägen die Region Comayagua im Südwesten von Hondu-16 PROGRAMME 17
  • 10. Seit diesem Jahr geht Florencia regelmässiger Innovative Bildungsprojekte, die Beziehung der zur Schule. Unsere Partnerorganisation Proyec- ethnischen Gruppen zueinander, Interkulturalität Programm Ostafrika to Aldea Global hat mit der Dorfgemeinschaft und Kultur des Friedens: In ihren Programmlän- eine Schule ganz in der Nähe ihres Elternhauses dern Honduras, Guatemala und El Salvador Eritrea gebaut. Florencias Lieblingsthemen sind Eng- fördert die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi den k Unterstützung der ländlichen Schulen k Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu lisch und die Kinderrechte. Manchmal kommt Zugang zu Schulbildung für Kinder und unter- Sanitäreinrichtungen es bei ihr zu Hause mit den Eltern zu heftigen stützt Jugendliche bei den Herausforderungen Äthiopien Diskussionen über die Rechte der Kinder. «Mei- des Erwachsenwerdens in einer oft gewaltge- k Alternative Schul- und Berufsbildung ne Eltern werden auch unterrichtet», sagt sie prägten Umgebung. In Guatemala liegt dabei k Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu lachend. der Schwerpunkt auf zweisprachiger und inter- Sanitäreinrichtungen kultureller Bildung. In El Salvador steht die Ver- Tansania k Alternative Schulbildung Unsere Partnerorganisation bildet sowohl Lehr- mittlung von praktischen Fertigkeiten im Zent- k Grundschulbildung für Strassenkinder sowie kräfte als auch Eltern aus mit dem Ziel, ihre Kin- rum, um den Jugendlichen den Übergang von für Kinder, die mit Behinderungen leben der besser und gezielter in ihrer Ausbildung der Schule ins Berufsleben zu erleichtern. Und k Gewaltprävention in der Schule und zu Hause k Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu unterstützen zu können. 1110 Mütter und Väter in Honduras liegt der Hauptfokus auf Bildungs- Sanitäreinrichtungen aus 45 Gemeinden lernten letztes Jahr, welche angeboten in ländlichen Regionen. Rechte ihre Kinder haben und wie man sie res- pektiert – und dass auch Mädchen ein Recht «Am Wochenende ist es meine Aufgabe, Wasser ist sie so müde, dass sie dem Schulunterricht haben, zur Schule zu gehen. Was Florencias Verantwortliche Zentralamerika: zu holen.» Mit dem Esel und einem Kanister läuft kaum folgen kann. Die Lehrpersonen haben Eltern jedoch überzeugt hat, ist, dass auch Gisela Wattendorff Aziza am Morgen zur vier Kilometer entfernten keine Zeit, neben dem Unterrichten und Vorbe- Teilnehmende: 55 550 Wissen und Fertigkeiten auf dem Lehrplan ste- Kosten: Fr. 1 165 230 Wasserstelle. Klettern wäre der richtige Aus- reiten auch noch Wasser zu holen. hen, die sich auf die lokalen Traditionen und druck, denn der kleine Bach befindet sich in ei- Bedürfnisse der Landbevölkerung beziehen. nem tiefen Tal, das Aziza über Stock und Stein Aziza hasst es manchmal, zur Schule zu gehen, Nachhaltige Entwicklung basiert auf lokalem, durchqueren muss. Während der Woche sind und ist oft kurz davor aufzugeben. Wenn sie kulturellem Erbe. Mit dem Gelernten kann Flo- ihre Eltern für die Wasserbeschaffung zuständig. sich auf die Schule vorbereitet, denkt sie vor al- rencia ihre Eltern zu Hause unterstützen. lem ans Wassertragen und nicht an das, was sie Trotzdem muss Aziza auch dann früh aufstehen, eigentlich lernen sollte. denn ihr Schulweg dauert zwei Stunden. Schwer bepackt läuft die 10-Jährige zehn Kilometer über Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit dem das karge braune Land, durch die brütende Hit- Projekt «Gemeindeschulen» in Äthiopien die ze des Hochlandes. Schulbücher und Schulma- Voraussetzungen, um solche Hürden abzubauen terial, fünf Liter Wasser für den Lehrer, mindes- oder zu überwinden. tens einen Liter für sich selbst: «Es ist für mich eine grosse Herausforderung und ziemlich unan- genehm, neben meiner Schultasche noch zwei Wasserbehälter zu tragen. Sehr oft laufe ich hungrig zur Schule. Wegen der Dürre haben wir eine schlechte Ernte gehabt, und wir essen meistens nur einmal pro Tag, gegen Abend.» Oft18 PROGRAMME 19
  • 11. Die Eltern von Aziza und ihren Mitschülerinnen Bildung. Die Möglichkeit, den Unterricht in der und Mitschüler haben die Initiative ergriffen und Nähe des Wohnortes zu besuchen, schützt die Programm Internationale Ausbildung planen gemeinsam mit unserer lokalen Partner- Mädchen vor Vergewaltigung und Missbrauch organisation EFDA (Education for Development auf dem langen Schulweg und fördert so die Association) eine neue Gemeindeschule, die für Bildung für Mädchen und Frauen. Vorurteile und jedes Kind in der Umgebung in einer halben Ausgrenzung Frauen und Mädchen gegenüber Stunde erreichbar ist. Unsere Partnerorganisa- werden in den Schulbüchern und im Unterricht Schweiz tion legt dabei grossen Wert darauf, dass die thematisiert. k emPower – Interkulturelle Ausbildung für junge Erwachsene Menschen selber Initiative entwickeln und sich k Interkulturelle Austauschprojekte für die Schulbildung ihrer Kinder engagieren. Wenige Jahre sind es oft nur, welche die Kinder Dies geschieht im Rahmen der staatlichen Bil- in die Schule gehen können. In diesen Jahren dungspolitik. Die Dorfgemeinschaft baut die wollen wir die Kinder so weit unterstützen, dass Schulen samt dazugehörigen Brunnen. Azizas sie ausreichend lesen, schreiben und rechnen Eltern sitzen im Schulkomitee und sind mit- können. Zusammen mit einem Verständnis für In Rumänien ist es nicht selbstverständlich, «Ich habe mit dunkelhäutigen Kindern aus dem verantwortlich für die Schulleitung. An den von die Werte des friedlichen Zusammenlebens und dass sie miteinander reden oder sogar spielen, Kinderdorf gespielt, und sie waren viel netter, als unserer Partnerorganisation durchgeführten der Fähigkeit, selber sein Lernen zu organisie- die elfjährige Daria und die gleichaltrige Narcisa. ich immer gehört habe», wird Daria ihren Eltern Kursen eignen sie sich entsprechende Kennt- ren, soll sie dieses Grundwissen dazu befähi- Daria ist Rumänin, Narcisa auch, aber sie gehört als Erstes erzählen, wenn sie nach Hause nisse an. Die Lehrerinnen und Lehrer werden gen, das Leben in die eigene Hand zu nehmen. der Volkssgruppe der Roma an, der grössten kommt. «Wir haben festgestellt, dass wir viel vom Staat zur Verfügung gestellt und bezahlt. Durch die Mitsprache in unseren Projekten stär- staatenlosen ethnischen Minderheit Europas, Gemeinsames haben, und es hat Spass ge- Unsere Partnerorganisation bildet sie in kin- ken die Kinder ihr Selbstbewusstsein und kön- die in allen Ländern auf Misstrauen und Aus- macht.» Auch die Erfahrungen mit den jungen dergerechten Unterrichtsmethoden aus. Aziza nen sich besser auf ihr künftiges Leben vorbe- grenzung stösst. Bei ihrer Begegnung im Serbinnen und Serben haben die Vorstellungen muss nun keine stundenlangen Fussmärsche reiten. Kinderdorf Pestalozzi haben Daria und Narcisa der zwei Mädchen verändert: «Zu Hause wird mit schweren Wasserbehältern mehr auf sich Freundschaft geschlossen. immer erzählt, dass sie unfreundlich seien. Wir nehmen. haben uns aber toll verstanden.» Verantwortliche Ostafrika: Im Rahmen der Interkulturellen Austauschpro- Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi verbessert Dr. med. Carmen Meyer jekte sind Daria und Narcisa für zwei Wochen Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit den Teilnehmende: 149 402 durch ihre Projekte in ihren Programmländern Kosten: Fr. 1 796 655 nach Trogen gereist. Sie haben nicht nur über- Interkulturellen Austauschprojekten im Kinderdorf Tansania, Äthiopien und Eritrea die Qualität der raschende Begegnungen in der Gruppe unter- Pestalozzi die Voraussetzungen, um interkulturelle einander gemacht, sondern auch Kinder, die im Kommunikationshürden abzubauen oder zu Kinderdorf leben, und Jugendliche einer zweiten überwinden. Austauschgruppe aus Serbien kennengelernt.20 PROGRAMME 21
  • 12. Interkulturelle Kompetenz ist heute für Jugend- Das Vermitteln von Kommunikationsfähigkeiten liche, die in einer vielschichtigen Welt aufwach- ist auch das wichtigste Anliegen des Pro- Programm Integration und Bildung sen, eine Schlüsselqualifikation. Die Stiftung gramms emPower, der interkulturellen Ausbil- Kinderdorf Pestalozzi verfügt über langjährige dung für junge Erwachsene. 2010 wurde das praktische Erfahrungen, wie Brücken gebaut Programm evaluiert und weiterentwickelt. Der Schweiz werden können. Wenn sich Kinder und Jugend- vierte Lehrgang startete Ende Februar mit k Integrationsprogramme k Bildungsprogramme liche aus unseren Projekten in Südosteuropa 20 Studierenden aus den vier Regionen, in de- oder aus der Region um Tschernobyl im Kinder- nen wir tätig sind: Südosteuropa, Südostasien, dorf treffen und in Kursen mit den Themen Inter- Zentralamerika und Ostafrika. Während neun kulturalität, Anti-Rassismus und Kinderrechte Monaten leben und studieren die jungen Er- auseinandersetzen, dann wird interkulturelles wachsenen aus unseren Partnerorganisationen Zusammenleben gelernt und praktisch geübt. im Kinderdorf Pestalozzi. Wenn sie in ihre Hei- Wangpo ist mit seinen Gedanken eigentlich wohner kamen, damals, 1946. Heute wohnen Die Bereitschaft, das Trennende zu überbrü- mat zurückgehen, sind sie Multiplikatorinnen schon ganz woanders. Und die Beine, ganz Kinder, die bereits in der Schweiz leben, im cken, ist der erste Schritt eines Lernprozesses, und Multiplikatoren, die das Erlernte an Kinder, zappelig, wollen auch dorthin. Zu seinen Schul- Kinderdorf. Sie hatten Schwierigkeiten in der an dessen Ende man mit Vielfalt umzugehen Jugendliche und Erwachsene in unseren Pro- kollegen in Trogen, Musik hören, tanzen, abhän- Schule, mit der Lehrstelle, in der Familie, mit versteht und sie wertschätzen kann. jekten weitergeben. gen. Warum er hier im Kinderdorf lebt, darüber dem kulturellen Spagat, den viele Kinder in der mag der 11-Jährige nicht nachdenken, schon Schweiz vollführen müssen. Wangpo wurde in «Ich wünsche mir, dass ich auch zu Hause zei- gar nicht einer Erwachsenen erzählen. Schulter- der Schweiz geboren. Die Grosseltern flohen gen kann, wen ich mag, egal, woher sie oder er Verantwortliche: zucken, der Blick irgendwohin. Welches Kind, aus Tibet. Der Konflikt zwischen den Generatio- kommt.» Die Erfahrung, dass RumänInnen und Interkulturelle Austauschprojekte: bereits in den ersten Turbulenzen der Pubertät, nen tritt bei Familien mit Migrationshintergrund Damian Zimmermann Roma im Kinderdorf gemeinsam gespielt haben emPower: Marlen Rutz Cerna will das schon? besonders zutage. Bei Wangpo ist es in der und dass Unterschiede auch spannend sein Teilnehmende: Schule schief gelaufen, Streit zu Hause folgte. können, will Narcisa zu Hause ihren Eltern, ihren Austausch: 1186 (davon 155 Betreuungspersonen) Wangpo ist eines der 27 Kinder, die im Kinder- Wangpo verbrachte seine Tage dann mehr emPower: 2010 kein Lehrgang Freundinnen und allen Nachbarn weitergeben. Kosten: Fr. 1 528 446 dorf Pestalozzi wohnen. Ständig. Wer in einer draussen als im Schulzimmer. Da war er gerade So kommt der Stein für eine Kultur des Friedens der fünf Wohngruppen lebt, hat Not erfahren mal neun Jahre alt. ins Rollen. und findet hier Schutz. Wangpo wohnt im «Yambhu Lagang». Das ist tibetisch und heisst Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft mit «Stätte der Weisheit». Alle Häuser im Kinderdorf den Integrationsprogrammen im Kinderdorf haben Namen, oft weisen sie auf die Länder hin, Pestalozzi die Voraussetzungen, um kulturelle aus denen die ersten Bewohnerinnen und Be- und schulische Hürden abzubauen oder zu überwinden.22 PROGRAMME 23
  • 13. «Ich will mich verbessern.» Mit viel Motivation grund besuchen Schweizer Schulen und erfor- und Überzeugung schrieb Wangpo im letzten dern eine ganz neue, methodische Haltung für Herbst der Lehrerin der öffentlichen Schule ei- den Schulunterricht. Wir bieten für Schulklassen nen Brief. Er wollte von der internen Kinderdorf- aus der ganzen Schweiz schulergänzende Kur- Schule in die Regelschule wechseln. Er hat sein se an, welche sich den Themen kulturelle Vielfalt Ziel erreicht, ein erstes. Sein Zwischenzeugnis und Anti-Rassismus widmen. So will die Stiftung zeigt ausschliesslich gute Noten. Im September die Gesellschaft sensibilisieren und künftigen 2009 kam Wangpo ins Kinderdorf. Seither hat interkulturellen Konflikten vorbeugen. Die Mög- sich viel geändert, nicht nur schulisch. Alle 14 lichkeit zum Austausch mit Jugendlichen aus Tage besucht er seinen Vater – und kann schon Südost- und Osteuropa, welche die Begegnung viel besser mit ihm reden. Zaghaft hat er auch zwischen den Kulturen zum eigentlichen Thema mit seiner Mutter wieder Kontakt aufgenom- macht, ist so in der Schweiz einzigartig. men, eine Beziehung ist am Entstehen. Wangpo ist glücklich im Kinderdorf. «Hier bin ich mit Kin- Seit 2010 führen wir mit der Stiftung Mercator dern aus ganz verschiedenen Ländern zusam- Schweiz als Partnerin und in Zusammenarbeit men. Sie können Freunde von mir werden, oder mit dem Volksschulamt der Bildungsdirektion auch nicht. Und es kommt überhaupt nicht da- des Kantons Zürich erstmals das ganzheitliche rauf an, woher sie kommen.» Sein spezielles Bildungsprojekt «V3 – Verschiedenheit – Vielfalt – Hobby sind Fische. «Im Bodensee schwimmen Verständnis» durch. Am Projekt nehmen Schul- nicht dieselben Fische wie im Zürichsee», verrät klassen aus dem Kanton Zürich teil. Die Kompe- er geheimnisvoll. Später will er Banker werden. tenzen, die sie im interkulturellen Austausch Dies hat er sich zum Ziel gesetzt, zum zweiten. erwerben, vertiefen sie später mit dem Medium «Mit dem Geld kann ich gut für meine Familie Radio im Schulunterricht vor Ort, machen sie für sorgen.» Sagt’s und rennt aus dem Haus. die Öffentlichkeit hörbar und multiplizieren so ihre Erfahrungen. Lehrpersonen und Lernende Verglichen mit der klassischen Heimplatzierung beschäftigen sich in diesem Projekt mit Themen bieten wir mit dem Wohnen im Kinderdorf einen rund um Toleranz und interkulturelles Zusam- eindeutigen Mehrwert. Durch individuelle Förde- menleben. Ziel dieser einmaligen Form des Pro- rung in den sozialpädagogischen Wohngruppen jektes ist es, das Zusammenleben im Klassen- Austausch | Patricia (13) und Bianca (12) und der internen Schule lernen die Kinder und und Schulalltag zu verbessern. Jugendlichen, ihre Eigenarten und kulturellen Identitäten zu bewahren und sich dennoch be- ruflich und privat in die Schweizer Gesellschaft Verantwortliche Integrationsprogramme: Es ist in Ordnung, anders zu sein. Erst zu integrieren. Patrick Horber/Alexandra Wölbitsch Bildungsprogramme: Heinz Wohnlich musst du das aber selber verstehen und Die Bildungsprogramme vermitteln die über Teilnehmende: Integration: Durchschnittlich 27 Kinder/Jugendliche akzeptieren. Dann können Unterschiede 60-jährige Erfahrung und das Wissen der Stif- Bildung: 3636 (davon 242 Betreuungspersonen) Kosten: Fr. 4 859 407 auch plötzlich spannend sein. Und das tung Kinderdorf Pestalozzi vielen Schulklassen aus der Schweiz und deren Lehrpersonen. Zu- wollen wir auch unseren Freundinnen zu nehmend mehr Kinder mit Migrationshinter- Hause erklären.24 25
  • 14. Thailand | Yin Sar (15) Moldawien | Anatolii (13) Yin Sar findet es gut, dass heute im Kindergarten zweisprachig unterrichtet Die meisten seiner Freunde haben nach wird. Wenn Kinder ihre eigene Sprache vier Schuljahren ihre Ausbildung schon gut lernen, ist es für sie auch einfacher, abgeschlossen. Anatolii will jedoch eine neue Sprache hinzuzulernen. «Die weiterhin die Schule besuchen. Auch heutigen Kindergärtler haben es leichter wenn seine Eltern es lieber sähen, dass als ich», sagt Yin Sar leise. er zu Hause hilft.
  • 15. Jahresrechnung Bilanz Aktiven 2010 2009 Passiven 2010 2009 Flüssige Mittel 9 094 935 6 702 097 Verbindlichkeiten gegenüber Dritten und Projekten 677 600 699 010 Festgelder 1 005 925 500 930 Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 7 183 18 527 Forderungen gegenüber Dritten und Projekten 66 206 61 895 Passive Rechnungsabgrenzung 700 409 781 579 Übrige Forderungen 1 386 099 928 767 Vorräte 54 501 58 466 Kurzfristiges Fremdkapital 1 385 192 1 499 116 Aktive Rechnungsabgrenzung 315 780 284 040 Langfristige Finanzverbindlichkeiten 920 000 940 000 Umlaufvermögen 11 923 446 8 536 195 Langfristiges Fremdkapital 920 000 940 000 Mobilien und Fahrzeuge 487 962 582 638 Immobilien 12 317 457 12 631 431 Total Fremdkapital 2 305 192 2 439 116 Finanzanlagen 12 607 538 11 014 357 Fondskapital (zweckgebunden) 3 724 826 4 667 344 Anlagevermögen 25 412 957 24 228 426 Stiftungskapital 50 000 50 000 Fondsvermögen (zweckgebunden) 736 555 1 435 097 Bewertungsreserven 2 589 360 2 024 000 Freie Reserven 29 403 580 25 019 258 Total Aktiven 38 072 958 34 199 718 Organisationskapital 32 042 940 27 093 258 Total Passiven 38 072 958 34 199 718 (Beträge in Schweizer Franken)28 JAHRESRECHNUNG 29
  • 16. Jahresrechnung Betriebsrechnung 2010 2009 2010 2009 Legate 7 930 315 2 918 690 Finanzertrag 927 823 1 476 929 Spenden 7 291 286 7 956 118 Finanzaufwand –640 960 –193 424 Beiträge 6 563 386 6 561 621 davon DEZA 2 475 000 2 375 000 Finanzergebnis 286 863 1 283 505 davon LED 150 000 100 000 davon Glückskette 153 341 74 603 Liegenschaftenaufwand ausserbetrieblich –111 380 –147 612 Produkteverkäufe 223 719 285 349 Liegenschaftenertrag ausserbetrieblich 176 720 176 370 Ertrag aus Leistungen Kinderdorf 406 253 451 604 Übrige Erträge 304 708 266 893 Übriges Ergebnis 65 340 28 758 Gewinn aus Veräusserung von Anlagen 600 – Jahresergebnis vor Fondsergebnis 4 068 743 338 769 Betriebsertrag 22 720 267 18 440 275 Internes Fondsergebnis 142 320 – Aufwand Kinderdorf –695 576 –935 066 Fondsveränderung 738 619 1 933 249 Projektbeiträge –4 538 206 –5 187 660 Personal –8 336 137 –8 633 093 Fondsrechnung 880 939 1 933 249 Raummiete –17 015 –7 316 Unterhalt Gebäude und Mobilien –390 522 –281 038 Ergebnis vor Veränderung Organisationskapital 4 949 682 2 272 018 Unterhalt Fahrzeuge –17 203 –14 043 Versicherungen –54 053 –54 296 Veränderung Bewertungsreserven Wertschriften –565 360 56 000 Energie und Entsorgung –287 815 –272 162 Veränderung freie Reserven –4 384 322 – 2 328 018 Verwaltung und Informatik –540 285 – 410 281 Reise und Repräsentation –113 715 –100 834 Veränderung Organisationskapital –4 949 682 – 2 272 018 Öffentlichkeitsarbeit –307 282 –236 083 Fundraising –2 671 211 –2 169 846 Jahresergebnis – – Abschreibungen –841 703 –839 084 Übriger Betriebsaufwand –193 004 –272 967 Aufwand für die Leistungserbringung –19 003 727 –19 413 769 (Beträge in Schweizer Franken) Betriebsergebnis 3 716 540 – 973 49430 JAHRESRECHNUNG 31
  • 17. Jahresrechnung Revisionsbericht32 JAHRESRECHNUNG 33
  • 18. Zahlen in Kürze Programm- und Administrativkosten Im K I N D E R D O R F Programmkosten Verteilung der Programmkosten Kosten für die Leistungserbringung Integrationsprogramme: Durchschnittlich 27 Kinder/Jugendliche Integrationsprogramme 3 929 761 Bildungsprogramme: 3636 Teilnehmende Bildungsprogramme 929 646 (davon 242 Betreuungspersonen) Interkulturelle Austauschprojekte 1 528 446 Interkulturelle Austauschprojekte: Programmentwicklung 489 013 1186 Teilnehmende (davon 155 Betreuungs- Besucherzentrum 298 272 personen) Kinderdorf Trogen 952 854 Besucherzentrum: 3070 BesucherInnen emPower 95 964 Südosteuropa 1 074 143 Ostafrika 1 796 655 Zentralamerika 1 165 230 W E LT W E I T (Teilnehmende) Südostasien 1 185 231 Rumänien 8 609 Total Programmkosten 13 445 215 Serbien 33 180 Integrationsprogramme (29% Total Programmkosten (71% Mazedonien 6 891 Bildungsprogramme (7% Fundraising (18% Moldawien 965 Administrativkosten Interkulturelle Austauschprojekte (11% Öffentlichkeitsarbeit (3% Total Südosteuropa 49 645 Programmentwicklung (4% Zentrale Dienste (4% Äthiopien 77 020 Fundraising 3 495 691 Kinderdorf Trogen (7% Stiftungsdienste (4% Eritrea 19 133 Öffentlichkeitsarbeit 686 329 Besucherzentrum (2% Tansania 53 249 Zentrale Dienste 689 020 emPower (1% Total Ostafrika 149 402 Stiftungsdienste 687 472 Südosteuropa (8% Ostafrika (13% Honduras 8 903 Total Administrativkosten 5 558 512 Zentralamerika (9% El Salvador 6 919 Südostasien (9% Guatemala 39 728 Kosten für die Total Zentralamerika 55 550 Leistungserbringung 19 003 727 Myanmar/Burma 18 094 Laos 10 643 Die Jahresrechnung ist von der Revisionsstelle Thailand 54 029 PricewaterhouseCoopers AG geprüft und Total Südostasien 82 766 (Beträge in Schweizer Franken) vom Stiftungsrat verabschiedet worden. Der Revisionsbericht sowie die ausführliche Total weltweit 337 363 Jahresrechnung können bei uns bezogen oder auf www.pestalozzi.ch heruntergeladen werden.34 JAHRESRECHNUNG 35
  • 19. Organe der Stiftung Das oberste Organ der Stiftung Kinderdorf der Stiftungsziele und des Stiftungszwecks. Pestalozzi ist der Stiftungsrat. Dieser besteht Er wählt aus seiner Mitte den Stiftungsaus- aus Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, schuss. Mitglieder der Stiftungsorgane sind Bildung und Entwicklungszusammenarbeit. (Stand 1. April 2011): Der Stiftungsrat wacht über die Einhaltung S T I F T U N G S R AT GESCHÄFTSLEITUNG Brigitta M. Gadient*, lic. iur., LL.M., Die Geschäftsleitung trägt die operative Ver- Nationalrätin GR, Chur, Präsidentin antwortung für die Arbeit der Stiftung. In der Raeto Conrad*, Regensberg, Vizepräsident Geschäftsleitung sind alle Departemente der Arthur Bolliger*, Teufen, Quästor Stiftung vertreten. Prof. Dr. oec. Christian Belz*, Grub SG Dr. phil. Ivo Bischofberger*, Ständerat AI, Dr. oec. Urs Karl Egger, Vorsitzender Oberegg Jürgen Beck, Leiter Zentrale Dienste Dr. iur. Denis G. Humbert*, Thalwil Carmelina Castellino, Leiterin Marketing & Bernard Thurnheer*, Seuzach Kommunikation Beatrice Schulter, Leiterin Internationale Jesse Brown, Goldach SG Programme Samuel Eugster, Trogen Marc Fahrni, Trogen Heinz Wohnlich, Leiter Programme Schweiz, bis 30.6.2011 Laos | Buakhao (18) Dr. iur. Mario Frick, Balzers (FL) Ursina Pajarola, Leiterin Programme Walter Fust, Hessigkofen Schweiz, ab 1.8.2011 Dolkar Gyaltag, Bonstetten Interessiert hört Buakhao den Ausführun- Pia Hollenstein, St.Gallen REVISIONSSTELLE gen der Ausbildnerin zu. Sie liebt es, in Reto Moritzi, Abtwil Dr. phil. Annegret Wigger, Heiden PricewaterhouseCoopers AG ihrer Ausbildung zur Vorschullehrerin mehr über Kinderpsychologie und Um- * Stiftungsausschuss Der Stiftungsausschuss bereitet die ORGANIGRAMM weltschutz zu erfahren. Die 18-Jährige ist Geschäfte des Stiftungsrates vor und Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist in fünf eine von 120 jungen Frauen, die speziell überwacht den Vollzug der Beschlüsse. Departemente gegliedert: Direktion, Pro- gramme Schweiz, Internationale Programme, ausgebildet werden, um später Kindern Marketing & Kommunikation, Zentrale in ihren Dörfern die Freude am Schulbe- Dienste. Das Organigramm finden Sie auf www.pestalozzi.ch such zu wecken.36 STIFTUNG
  • 20. und Kinder zu haben. Tansania | Mariam (14) Suaheli und Mathematik ihre beiden sich ein schönes Zuhause, zu heiraten andere Menschen zu lehren ihr Berufs- ziel. Später in ihrem Leben wünscht sie Wapete (Volleyball) ist ihr Lieblingspiel, Lieblingsfächer, eine friedliche, förderli- che Umgebung ihr grösster Wunsch, und Wir bauen eine Welt für Kinder – Helfen Sie uns dabei! • mit einer Spende per Einzahlungsschein oder online via Internet • mit einer Patenschaft, indem Sie regelmässig ein konkretes Länderprogramm unterstützen • mit der Berücksichtigung der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Ihrem Testament • mit dem Beitritt zum Freundeskreis Vor der Einzahlung abzutrennen / A détacher avant le versement / Da staccare prima del versamentoEmpfangsschein/Récépissé/Ricevuta Einzahlung Giro Versement Virement Versamento GirataEinzahlung für / Versement pour / Versamento per Einzahlung für / Versement pour / Versamento per Zahlungszweck / Motif versement / Motivo versamento Meine Spende ist bestimmt für: den dringendsten Einsatz oder: JB 2010Siftung/Fondation/Fondazione Siftung/Fondation/Fondazione eine PatenschaftKinderdorf Pestalozzi Kinderdorf Pestalozzi Spendenbestätigung erwünschtVillage d’ enfants Pestalozzi Village d’ enfants PestalozziVillaggio Pestalozzi per bambini Villaggio Pestalozzi per bambini Giro aus Konto Virement du compte9043 Trogen 9043 Trogen Girata dal conto Einbezahlt von / Versé par / Versato daKonto/Compte/Conto 90-7722-4 Konto/Compte/Conto 90-7722-4Fr. c Fr. c • •Einbezahlt von/Versé par/Versato da 441.02 4.02 105 Die Annahmestelle L’office de dépôt 900077224> 900077224> 900077224> L’ufficio d’accettazione 900077224> 900077224> 900077224> 39
  • 21. Stiftung Kinderdorf PestalozziKinder undBeitrag hilftgen unsere Ge- und Jugendlichen inSchweiz und im Situationen einen Weg in eine Jeder Jugendliche prä mit, Kindern rationen. Damit wir in der schwierigen lichen in schwierigen Situationen einen Weg und Jugendlichen in Entwicklungsländerngenwart und sollen unsere Zukunft mitgestal- Ausland benachteiligte Kinder und Jugend- in eine eigenständige Zukunft aufzuzeigen. eine Schul- und Berufsbildung. eigenständige Zukunft aufzuzeigen.unterstützen können, sind fördern SieMit einer Spende fördern Sie das friedlicheten. Sie sind die Erwachsenen von morgen, liche Mit einer Spende wir auf die das friedliche Zusammenlebendie Verantwortung tragen für sich, für die verschiedener Kulturen. Ausserdem ermöglichen Sie angewiesen. Zusammenleben verschiedener Ent- Unterstützung vieler Menschen vielen Kindern und Jugendlichen in Kulturen. Gene- Jeder Beitrag hilft mit, Kindern und Jugend- Ausserdem ermöglichen Sie vielen KindernGesellschaft und für die nächstenSchul- und Berufsbildung. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! wicklungsländern eine Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! abschluss. Guatemala | Florentino (18) abschliessen und Lehrer in seiner nicht gleichtun, sondern die Schule Florentinos ältere Schwester hat die junge Mann im Dorf mit einem Schul- Schule abgebrochen. Er möchte es ihr Gemeinde werden. So wäre er der erste41
  • 22. Impressum Impressionen vom Tag der offenen Tür am 11. September 2010. Jahresbericht der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi 2010 | ISSN 0256-6516 AUTORINNEN UND AUTOREN Markus Berger, Carmelina Castellino, Roland Schnetz, Dagmar Wurzbacher FOTOS Marcel Giger, Regina Kühne, Roland Schnetz, Sandra D. Sutter, Silvia Voser, Jürg Zürcher, Archiv Kinderdorf Pestalozzi REDAKTION Dagmar Wurzbacher K O R R E K T O R AT Pablo Egger | www.lektorat-egger.ch G E S TA LT U N G Festland AG | festland.ch DRUCK Hautle Druck, St.Gallen LITHO Heusser Satz, St.Gallen Dieser Jahresbericht wurde auf umwelt- freundlich hergestelltem Papier gedruckt.42 43
  • 23. D I E S T I F T U N G K I N D E R D O R F P E S TA L O Z Z I I S T S E I T 1 9 5 3 Z E W O - Z E R T I F I Z I E R T. Das Gütesiegel steht für zweckbestimmten, wirtschaftli- chen und wirksamen Einsatz Ihrer Spende, transparente Information und aussagekräftige Rechnungslegung, unabhängige und zweckmässige Kontrollstrukturen sowie aufrichtige Kommunikation und faire Mittelbeschaffung. NPO - LABEL F ÜR M A NA G EM ENT EX C E L L E N C E U N D I S O 9 0 0 1 Die Arbeit der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ist transparent und professionell. Ihre Ressourcen und damit die Spenden werden wirkungsvoll eingesetzt. Für ihr Qualitäts- und Managementsystem hat die Stiftung im Jahr 2009 das NPO-Label für Management Excellence und das Zertifikat für die ISO-Norm 9001: 2008 erlangt. S C H W E I Z E R I S C H E S Q U A L I T Ä T S Z E R T I F I K AT F Ü R WEITERBILDUNGSINSTITUTIONEN Das eduQua-Zertifikat • zeichnet eine gute Weiterbildungsinstitution aus; • trägt dazu bei, die Qualität der Weiterbildungs- institutionen zu sichern und zu entwickeln; • schafft mehr Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten. SWISS NPO-CODE Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi richtet ihre Organisation und Geschäftsführung nach den von den Präsidentinnen und Präsidenten der grossen Hilfswerke herausgegebenen Corporate-Governance-Richtlinien für Nonprofit-Organisa- tionen in der Schweiz aus (Swiss NPO-Code). Eine im Auftrag dieser Organisation durchgeführte Prüfung hat ergeben, dass die Grundsätze des Swiss NPO-Codes eingehalten werden. K O N TA K T Stiftung Kinderdorf Pestalozzi Kinderdorfstrasse 20 CH- 9043 Trogen Telefon +41 71 343 73 73 Fax +41 71 343 73 00 kinderdorf@pestalozzi.ch44 Postkonto 90-7722-4 www.pestalozzi.ch