Vortrag hehl

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Vortrag hehl

  1. 1. … Nicht gleich, aber gleich wertvoll ! Inklusion verlangt nach inhaltlicher Umsetzung „ Auf dem Weg in die inklusive KiTa und Schule“ 9.Bildungskonferenz in Osterode am Harz Simona Hehl 17. Juni 2011
  2. 2. Gliederung des Referats <ul><li>Un- Behindertenrechtskonvention: Folgerungen für KiTa & Schule </li></ul><ul><li>Schlüsselelemente inklusiver Bildung </li></ul><ul><li>Weiterentwicklung der Bildungssysteme </li></ul>Simona Hehl
  3. 3. Artikel 24 der UN-Konvention: Bildung <ul><li>Verpflichtet die Unterzeichnerstaaten zur Errichtung eines in Bezug auf Menschen mit Behinderungen inklusiven Bildungssystems, indem gemeinsames Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung der Regelfall ist. </li></ul>Simona Hehl
  4. 4. Artikel 24: Folgerungen für die Bildung <ul><li>Gesellschaftliche Anerkennung des Rechts auf Bildung für alle Kinder mit Behinderung </li></ul><ul><li>Schaffung eines inklusiven Bildungssystems </li></ul><ul><li>Realisierung der Bildungsziele in der sich die Fähigkeiten, Persönlichkeiten entfalten können sowie die gesellschaftliche Teilhabe gewährt wird </li></ul><ul><li>Bereitstellung angemessener, bedarfsgerechter und individueller Unterstützungssysteme </li></ul><ul><li>Bereitstellung von Lerngelegenheiten zum Erwerb von sozialen Kompetenzen , lebenspraktischen Fähigkeiten und zur Förderung der Kommunikation </li></ul><ul><li>Schulung von Pädagogen/innen, Lehrkräften und Entwicklung von Lernmaterialien </li></ul>Simona Hehl
  5. 5. Artikel 8: Der UN- Konventionen: Bewusstseinsbildung <ul><li>Die Bewusstseinsbildung verweist auf die hohe Bedeutung des Bildungssystems bei der Umsetzung der Inklusion </li></ul><ul><li>Rolle der Pädagogen/innen und Lehrkräfte </li></ul><ul><li>Bedeutung gezielter Fortbildungen für Pädagogen/innen und Lehrkräfte </li></ul><ul><li>Bedeutung des gemeinsamen Lebens und Lernens von Anfang an </li></ul>Simona Hehl
  6. 7. Was bedeutet: Den Kindern gerecht werden? Inklusive Bildung: Strukturelemente <ul><li>Adaptierbarkeit (adaptability) </li></ul><ul><li>Akzeptabilitiät (acceptabilitiy) </li></ul><ul><li>Zugänglichkeit (access) </li></ul><ul><li>Verfügbarkeit (availability) </li></ul><ul><li>(entwickelt von Katharina Tomasevski, Sonderbeauftragte der UN, in den 1990er Jahren) </li></ul>Simona Hehl
  7. 8. Bedeutung von Adaptierbarkeit <ul><li>Bildung muss sich an die wandelnden Erfordernisse von Gesellschaften und Gemeinwesen anpassen </li></ul><ul><li>Bildung muss sich auch den Bedürfnissen des Individuums anpassen denn nicht nur die Erfüllung gesellschaftlicher Erfordernisse, sondern auch die freie Entfaltung der Persönlichkeit in ihrer Einzigartigkeit und Einmaligkeit sind das Ziel von Bildung </li></ul><ul><li>Adaptierbarkeit bedeutet somit, dass unsere Bildungssysteme flexibel sein müssen </li></ul>Simona Hehl
  8. 9. Adaptierbarkeit 2 <ul><ul><li>Daraus folgt für Kindertagesstätten & Schulen: </li></ul></ul><ul><li>Bildungspläne, Bildungsgänge und Curricula müssen flexibler werden </li></ul><ul><li>z.B.: durch individuelle Bildungspläne, durch Ergänzung der Basiscurricula, durch gestufte Curricula </li></ul><ul><li>Die Verantwortung bleibt bei den Pädagogen/innen & Klassenlehrkräften </li></ul><ul><li>Inklusive Bildung heisst nicht, dass alle immer gemeinsam lernen: Gruppenbildung erfolgen aber nicht pauschal nach Leistung und Behinderungsart </li></ul>Simona Hehl
  9. 10. Akzeptabilität <ul><li>Die Akzeptabilität von Bildung: </li></ul><ul><li>Zielt auf den Inhalt und die Form der Bildung ab, die relevant, kulturell angemessen und hochwertig sein soll; </li></ul><ul><li>Orientiert sich an Bildungszielen, die sich zwar in den Mitgliedsstaaten unterscheiden können, für die die Menschenrechte jedoch den allgemeinen Orientierungsrahmen bilden </li></ul>Simona Hehl
  10. 11. Akzeptabilität 2 <ul><li>Daraus folgt für Kindertagesstätten & Schulen: </li></ul><ul><li>Die Form muss kulturell angemessen sein, d.h.: inklusive Bildung als Grundprinzip für Kindertagesstätten & Schulen </li></ul><ul><li>Die Inhalte müssen kulturell angemessen sein, d.h.: relevante Themen, keine vorschnellen Urteile über Bildungsinteressen </li></ul><ul><li>Kindertagesstätten & Schulen müssen so gestaltet werden, dass jedes Kind seinen individuellen Voraussetzungen gemäss gefördert und unterrichtet werden kann </li></ul><ul><li>Das Fehlen von Schulabschlüssen unterhalb des Förderschulabschlusses „lernen“ ist nicht akzeptabel! </li></ul>Simona Hehl
  11. 12. Zugänglichkeit <ul><li>Bedeutung für Kindertagesstätten und Schulen: </li></ul><ul><li>Für alle Kinder muss Zugang zu allen Bildungseinrichtungen und Bildungsprogrammen bestehen </li></ul><ul><li>Diskriminierungsfreie Zugänglichkeit bedeutet, dass das Menschenrecht auf Bildung unverzüglich und umfassend verwirklicht werden muss! </li></ul>Simona Hehl
  12. 13. Zugänglichkeit 2 <ul><li>Daraus folgt für Kindertagesstätten und Schulen: </li></ul><ul><li>Die Weiterentwicklung der Elementarpädagogik und schulischen Bildung für alle Kinder (kein Ausschluss für Kinder mit hohem Unterstützungsbedarf oder schwierigem Verhalten) </li></ul><ul><li>Kein Ressourcenvorbehalt </li></ul>Simona Hehl
  13. 14. Verfügbarkeit <ul><li>Bedeutung für Kindertagesstätten und Schulen: </li></ul><ul><li>Um die Verfügbarkeit von Bildung zu gewährleisten, sind funktionsfähige Bildungseinrichtungen und Curricula notwendig </li></ul><ul><li>Was für die Funktionsfähigkeit notwendig ist, hängt von dem Entwicklungskontext ab, indem diese wirksam werden </li></ul>Simona Hehl
  14. 15. Verfügbarkeit 2 <ul><li>Derzeitige Situation für Kindertagesstätten und Schulen: </li></ul><ul><li>Die Funktionsfähigkeit der allgemeinen Kindertagesstätten und des allgemeinen Schulsystems sind für Kinder mit Behinderungen zur Zeit nicht gewährleistet; diese Funktion übernehmen Sondereinrichtungen und das Förderschulsystem </li></ul><ul><li>Aufgenommen ins Regelschulsystem werden Kinder, die sich gut anpassen können: Kinder aus bildungsinteressierten Elternhäusern, Kinder die zielgleich unterrichtet werden und Kinder mit angepasstem Verhalten </li></ul>Simona Hehl
  15. 16. In den Bildungseinrichtungen der Zukunft… <ul><li>ist Vielfalt eine Bereicherung, </li></ul><ul><li>arbeiten Erzieher/innen Heilerziehungspfleger/innen, Heilpädagogen/innen und Therapeuten/innen im Team, </li></ul><ul><li>arbeiten Regelschullehrer/innen, Förderschullehrer/innen, Sonderpädagogen/innen, Schulhelfer/innen und Therapeuten/innen im Team, </li></ul><ul><li>wird kein Kind beschämt, oder zurückgelassen, durch „Reifetests“, oder „Sitzenbleiben“, </li></ul><ul><li>Ist die Förderung jedes Kindes entsprechend seinen Fähigkeiten die Aufgabe aller. </li></ul>
  16. 17. Was es nicht mehr geben darf: <ul><li>Defizit-Diagnostik, um Aussonderung zu begründen. </li></ul><ul><li>Überweisung von Kindern mit besonderem Förderbedarf in Sondereinrichtungen und an besondere Schulen gegen den Willen der Erziehungsberechtigten </li></ul><ul><li>Abstimmungen über die Beteiligung an Kindern mit besonderem Förderbedarf in Kindertagesstätten und Schulen am Unterricht </li></ul>
  17. 18. Das Bildungssystem trägt die volle Verantwortung dafür, das Recht auf Bildung sicherzustellen Es ist ausgestattet und in der Lage, Vielfalt zu begegnen durch: Flexible Lehr- und Lernmethoden angepasst an verschiedene Bedürfnisse und Lernstile Neuorientierung der Lehrer- Ausbildung Flexibles Curriculum geht auf verschiedene Bedürfnisse ein und ist nicht überladen mit akademischen Inhalten Wertschätzung von Vielfalt Einbindung von Eltern und Gemeinden Frühe Identifikation und Fördermaßnahmen für gefährdete Kinder Flexible Lehrmethoden mit innovativen Ansätzen für Unterrichtsmittel, Ausstattung und den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien An den Bedürfnissen orientierte, kinderfreundliche Umgebung Das gesamte Umfeld beteiligt sich aktiv und aus eigenem Antrieb an der Förderung von Inklusion Quelle: Deutsche UNESCO- Kommission e.V.. 2. Auflage. 2010. S.15. „Bildung aus der Perspektive der Inklusion“.
  18. 19. Auf dem Weg… <ul><li>„ Gewiss: Schonräume muss es geben. Die inklusive Gesellschaft, auf die die Konvention zielt, muss eine Gesellschaft sein, in der, bildhaft gesprochen, auch Nischen, Sofaecken und Ruhezonen existieren. Eine Gesellschaft ohne Schonräume wäre eine Horrorvorstelung. Es ist aber nicht einzusehen, dass man einen Teil der Bevölkerung- nämlich Behinderte- pauschal in die Schonräume einweist und den Rest der Bevölkerung davon fernhält. Dies gilt gerade auch für das Bildungswesen!“ </li></ul><ul><li>(Heiner Bielefeld, bis 2009 Leiter des Instituts für Menschenrechte, jetzt Professor für Philosophie in Bamberg) </li></ul>
  19. 20. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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