Gesetz über die aufagben und befugnisse
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  • 1. 2012_17IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Deutschen Volkspolizei vom 11. Juni 1968
  • 2. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiZUR BEACHTUNG Die Informationen in diesem Dokument dienen ausschließlich zur Aufklärung und Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehen und der militärhistorischen und wissenschaftlichen Forschung. Die Veröffentlichung hat keinen politischen Hintergrund. Der Herausgeber distanziert sich ausdrücklich von Kriegsverherrlichung und extremistischen Zielen, sowie von menschen- oder völkerrechtswidrigen Handlungen. Anmerkungen und Fußnoten sind entsprechend der Quellen gekennzeichnet. Diesbezüglich auch Fotos und Abbildungen, welche nicht selbst erstellt wurden Die Datei und deren Inhalte wurden für den privaten Gebrauch erstellt. Eine gewerbliche Nutzung ist nicht gestattet. Eine Verwendung der Datei in Print- oder elektronischen Medien ist nur mit Zustimmung des Autors – hier der IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei – gestattet. Bei Verwendung von Auszügen aus dieser Datei, ist generell der Urheber zu vermerken. Dies betrifft auch Anmerkungen und Fußnoten. Diese Datei ist als Datenbankwerk im Sinne der §§ 5, 55a UrhG urheberrechtlich geschützt. Somit ist eine Vervielfältigung, unberechtigte Verbreitung oder öffentliche Wiedergabe nur mit schriftlicher Genehmigung des Erstellers dieser Datei gestattet. Es wird ausdrücklich jede Gewährleistung für die Benutzung dieses Dokuments ausgeschlossen. Das Dokument wurde so erstellt, wie es zur Verfügung gestellt wird. Für Haftungen gleich welcher Art, ist der Ersteller dieser Datei im Innerverhältnis ausgeschlossen. Sollten berechtigte Ansprüche bestehen, so ist vorab der Ersteller dieser Datei zu konsultieren. Gerichts- und anwaltliche Kosten hat der Antragsgegner zu tragen, sofern nicht besondere Gründe dem entgegen stehen. Bei Verletzung der zuvor genannten Bedingungen, behält es sich der Ersteller dieser Datei vor, Vermögensschäden welche aus der Verwendung dieses Dokuments, des Inhalts sowie der enthaltenen Informationen oder aus der Unmöglichkeit dieses Dokument zu verwenden entstehen, diese Ansprüche gegen den Verursacher geltend zu machen.Dienstvorschriften Seite 2
  • 3. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiInhaltsverzeichnisZUR BEACHTUNG ..................................................................................................................................... 2ERSTER TEIL Grundsätze ......................................................................................................................... 9 § 1. Charakter und Stellung ................................................................................................................. 9 § 2. Grundlagen der Tätigkeit .............................................................................................................. 9 § 3. Pflichten der Angehörigen der Deutschen Volkspolizei ............................................................... 9 § 4. Schutz der Würde und der Rechte des Menschen ....................................................................... 9 § 5. Zusammenarbeit mit den örtlichen Volksvertretungen und deren Organen ............................ 10 § 6. Zusammenarbeit mit den anderen Staatsorganen, Wirtschaftsorganen, Ausschüssen der Nationalen Front des demokratischen Deutschland und gesellschaftlichen Organisationen .......... 10ZWEITER TEIL Aufgaben und Befugnisse .............................................................................................. 10 § 7. Aufgaben .................................................................................................................................... 10 § 8. Wahrnehmung der Befugnisse ................................................................................................... 11 § 9. Verantwortlichkeit von Personen............................................................................................... 12 § 10. Legitimationspflicht .................................................................................................................. 12 § 11. Durchsetzung von gesetzlichen Bestimmungen, Abwehr von Gefahren und Beseitigung von Störungen .......................................................................................................................................... 12 § 12. Personalienfeststellung und Klärung eines Sachverhaltes ....................................................... 13 § 13. Durchsuchung, Verwahrung und Einziehung ........................................................................... 13 § 14. Betreten von Grundstücken, Wohnungen oder anderen Räumen .......................................... 14 § 15. Gewahrsam............................................................................................................................... 14 § 16. Durchsetzung von Maßnahmen der Deutschen Volkspolizei................................................... 14 § 17. Anwendung von Schußwaffen.................................................................................................. 15DRITTER TEIL Entschädigung und Rechtsmittel .................................................................................... 16 § 18. Entschädigung .......................................................................................................................... 16 § 19. Rechtsmittel.............................................................................................................................. 16VIERTER TEIL Schlußbestimmungen ..................................................................................................... 17 § 20. Übertragung von Befugnissen .................................................................................................. 17 § 21. Durchführungsbestimmungen.................................................................................................. 17 § 22. Inkrafttreten ............................................................................................................................. 18Erster Abschnitt Aufgaben und allgemeine Vorschriften ...................................................................... 18 § 1. Aufgaben der Polizei ................................................................................................................... 18 § 2. Verhältnis zu anderen Behörden ................................................................................................ 19Dienstvorschriften Seite 3
  • 4. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei § 3. Schutz der Würde und der Rechte der Bürger. .......................................................................... 19 § 4. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit ............................................................................................ 19 § 5. Ermessen, Wahl der Mittel ......................................................................................................... 19 § 6. Verantwortlichkeit für das Verhalten von Personen .................................................................. 19 § 7. Verantwortlichkeit für den Zustand von Tieren und Sachen. .................................................... 20 § 8. Unmittelbare Ausführung einer Maßnahme .............................................................................. 20 § 9. Inanspruchnahme nicht verantwortlicher Personen.................................................................. 20 § 10. Einschränkung von Rechten (Grundrechten). .......................................................................... 21 § 11. Legitimationspflicht .................................................................................................................. 21Zweiter Abschnitt Befugnisse der Polizei .............................................................................................. 21 § 12. Allgemeine Befugnisse.............................................................................................................. 21 § 13. Polizeiliche Verfügungen. ......................................................................................................... 21 § 14. Befragung, Auskunftspflicht. .................................................................................................... 21 § 15. Identitätsfeststellung................................................................................................................ 22 § 16. Erkennungsdienstliche Maßnahmen ........................................................................................ 22 § 17. Prüfung von Berechtigungsscheinen ........................................................................................ 23 § 18. Vorladung ................................................................................................................................. 23 § 19. Platzverweisung ........................................................................................................................ 23 § 20. Gewahrsam............................................................................................................................... 24 § 21. Richterliche Entscheidung ........................................................................................................ 24 § 22. Behandlung festgehaltener Personen. ..................................................................................... 24 § 23. Dauer der Freiheitsentziehung ................................................................................................. 25 § 24. Durchsuchung von Personen .................................................................................................... 25 § 25. Verfahren bei der Durchsuchung von Personen ...................................................................... 26 § 26. Durchsuchung von Sachen. ...................................................................................................... 26 § 27. Betreten und Durchsuchung von Wohnungen. ........................................................................ 26 § 28. Verfahren bei der Durchsuchung von Wohnungen.................................................................. 27 § 29. Sicherstellung. .......................................................................................................................... 28 § 30. Verwahrung .............................................................................................................................. 28 § 31. Verwertung, Vernichtung ......................................................................................................... 28 § 32. Herausgabe sichergestellter Sachen oder des Erlöses, Kosten. ............................................... 29Zweiter Unterabschnitt Datenerhebung .............................................................................................. 29 § 33. Grundsätze der Datenerhebung ............................................................................................... 29 § 33a. Datenerhebung. ...................................................................................................................... 30Dienstvorschriften Seite 4
  • 5. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei § 34. Datenerhebung bei öffentlichen Veranstaltungen, Ansammlungen und Versammlungen. .... 30 § 35. Datenerhebung durch Observation.......................................................................................... 31 § 36. Datenerhebung durch den verdeckten Einsatz technischer Mittel zur Anfertigung von Bildaufnahmen und Bildaufzeichnungen .......................................................................................... 31 § 37. Datenerhebung durch den verdeckten Einsatz technischer Mittel zum Abhören und Aufzeichnen des gesprochenen Wortes............................................................................................ 32 § 38. Datenerhebung durch den Einsatz von Personen, deren Zusammenarbeit mit der Polizei Dritten nicht bekannt ist. .................................................................................................................. 33 § 39. Datenerhebung durch den Einsatz Verdeckter Ermittler. ........................................................ 34 § 40. Polizeiliche Beobachtung. ......................................................................................................... 34 § 41. Datenspeicherung, -veränderung und -nutzung. ..................................................................... 35 § 42. Vorgangsverwaltung und Dokumentation ............................................................................... 36 § 43. Datenübermittlung ................................................................................................................... 36 § 44. Automatisiertes Abrufverfahren .............................................................................................. 37 § 45. Datenabgleich. .......................................................................................................................... 37 § 46. Besondere Formen des Datenabgleiches. ................................................................................ 37 § 47. Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten. ................................................................... 38 § 48. Errichtungsanordnung. ............................................................................................................. 39 § 49. Auskunft.................................................................................................................................... 39Dritter Abschnitt Vollzugshilfe.............................................................................................................. 40 § 50. Vollzugshilfe.............................................................................................................................. 40 § 51. Verfahren. ................................................................................................................................. 40 § 52. Vollzugshilfe bei Freiheitsentziehung ....................................................................................... 40Vierter Abschnitt Zwang ...................................................................................................................... 41 § 53. Zulässigkeit des Verwaltungszwanges ...................................................................................... 41 § 54. Zwangsmittel ............................................................................................................................ 41 § 55. Ersatzvornahme ........................................................................................................................ 41 § 56. Zwangsgeld. .............................................................................................................................. 42 § 57. Unmittelbarer Zwang. .............................................................................................................. 42 § 58. Androhung der Zwangsmittel. .................................................................................................. 42Zweiter Unterabschnitt Ausübung unmittelbaren Zwanges ................................................................ 43 § 59. Rechtliche Grundlagen. ............................................................................................................ 43 § 60. Begriffsbestimmung ................................................................................................................. 43 § 61. Handeln auf Anordnung. .......................................................................................................... 43 § 62. Hilfeleistung für Verletzte......................................................................................................... 44Dienstvorschriften Seite 5
  • 6. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei § 63. Androhung unmittelbaren Zwanges......................................................................................... 44 § 64. Fesselung von Personen ........................................................................................................... 44 § 65. Allgemeine Vorschriften über den Schußwaffengebrauch ...................................................... 44 § 66. Schußwaffengebrauch gegen Personen ................................................................................... 45 § 67. Schußwaffengebrauch gegen Personen in einer Menschenmenge. ........................................ 45 § 68. Sprengmittel ............................................................................................................................. 45Fünfter Abschnitt Schadensausgleich, Erstattungs- und Ersatzansprüche .......................................... 45 § 69. Zum Schadensausgleich verpflichtende Tatbestände. ............................................................. 45 § 70. Inhalt, Art und Umfang des Schadensausgleiches.................................................................... 46 § 71. Ansprüche mittelbar Geschädigter........................................................................................... 46 § 72. Verjährung des Ausgleichsanspruches. .................................................................................... 47 § 73. Ausgleichspflichtiger, Erstattungsansprüche ........................................................................... 47 § 74. Rückgriff gegen den Verantwortlichen..................................................................................... 47 § 75. Rechtsweg................................................................................................................................. 47Sechster Abschnitt Richterliche Entscheidungen und Rechtsmittel ..................................................... 47 § 76. Verfahren bei richterlichen Entscheidungen. ........................................................................... 47 § 77. Rechtsmittel zur Beschwerde. .................................................................................................. 47 § 78. Beschwerde .............................................................................................................................. 48 § 79. Verwaltungsrechtsweg. ............................................................................................................ 49Siebenter Abschnitt Zuständigkeit und Sonderpolizeien ..................................................................... 49 § 80. Zuständigkeit. ........................................................................................................................... 49 § 81. Zentrales Kriminalamt. ............................................................................................................. 49 § 82. Gemeinsames Landeskriminalamt. .......................................................................................... 49 § 83. Regelung über das Gemeinsame Landeskriminalamt .............................................................. 49 § 84. Aufgaben des Gemeinsamen Landeskriminalamtes ................................................................ 49 § 85. Transportpolizei ........................................................................................................................ 50Achter Abschnitt Durchführungsregelungen und Inkrafttreten........................................................... 50 § 86. Durchführungsregelungen........................................................................................................ 50 § 87. Inkrafttreten ............................................................................................................................. 50Dienstvorschriften Seite 6
  • 7. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Deutschen Volkspolizei vom 11. Juni 1968 geändert durch Gesetz vom 24. Juni 1971 (GBl. I S. 49), Nr. 8 Gesetz vom 14. Dezember 1988 (GBl. I S. 329), Nr. 3 Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Polizei vom 13. September 1990 geändert durch Einigungsvertrag vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 889),Dienstvorschriften Seite 7
  • 8. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Deutschen Volkspolizei vom 11. Juni 1968 geändert durch Gesetz vom 24. Juni 1971 (GBl. I S. 49), Nr. 8 Gesetz vom 14. Dezember 1988 (GBl. I S. 329), Nr. 3 aufgehoben durch Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Polizei vom 13. September 1990 (GBl. I. S 1489)Die Deutsche Volkspolizei hat sich im Kampf um die Entwicklung und Festigung der Machtder Arbeiter und Bauern als ein zuverlässiges Organ der sozialistischen Staatsmacht derDeutschen Demokratischen Republik erwiesen. Arbeiter und Bauern, Söhne und Töchter desVolkes, übernahmen die ehrenvolle Aufgabe, in den Reihen der Deutschen Volkspolizei denAufbau der sozialistischen Gesellschaft und die Errungenschaften des Volkes zu schützen, dasfriedliche Leben und die Rechte der Bürger zu sichern. In aufopferungsvollem Einsatz habensie einen bedeutenden Beitrag zur Festigung der sozialistischen Staats- undGesellschaftsordnung geleistet.Die Gestaltung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus erfordert dieweitere Stärkung der sozialistischen Staatsmacht und den zuverlässigen Schutz dersozialistischen Entwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik. Es ist gemeinsamesAnliegen der sozialistischen Gesellschaft, ihres Staates und aller Bürger, jederzeit dieöffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten. Damit werden auch für die Arbeit derDeutschen Volkspolizei neue Maßstäbe gesetzt und an die Tätigkeit aller ihrer Angehörigenneue Anforderungen gestellt.Das erfordert:- die Tätigkeit der Deutschen Volkspolizei unablässig darauf zu richten, die sozialistischeEntwicklung in der Deutschen Demokratischen Republik aktiv zu unterstützen und derenSchutz zu gewährleisten sowie dazu beizutragen, daß jeder Bürger sein Leben in vollerWahrung seiner Würde, seiner Freiheit und seiner Menschenrechte in Übereinstimmung mitden Rechten und Interessen der sozialistischen Gesellschaft, des Staates und seiner Bürgergestalten kann- Gefahren für die sozialistische Gesellschaft und die Bürger vorzubeugen, eingetreteneStörungen sofort zu beseitigen und zielgerichtet den Kampf zur Verhütung und Aufklärungvon Straftaten sowie anderen Rechtsverletzungen zu führen- mit der Bevölkerung eng zusammenzuarbeiten und die Bereitschaft der Bürger,insbesondere der freiwilligen Helfer der Deutschen Volkspolizei zu fördern, bei derGewährleistung der sozialistischen Gesetzlichkeit, der Rechtssicherheit und Ordnungverstärkt mitzuwirken- die Zusammenarbeit der Deutschen Volkspolizei mit den örtlichen Volksvertretungen, denanderen Staatsorganen, den Organen der Arbeiter-und-Bauern-Inspektion, denWirtschaftsorganen, den gesellschaftlichen Organisationen und den Ausschüssen derNationalen Front des demokratischen Deutschland weiter auszubauen und zuvervollkommnenDienstvorschriften Seite 8
  • 9. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei- entsprechend den wachsenden politischen und fachlichen Anforderungen ein höheresNiveau der wissenschaftlichen Führung, Ausbildung und klassenmäßigen Erziehung derAngehörigen der Deutschen Volkspolizei zu erreichen.Dem Volke verbunden und vom Vertrauen des Volkes getragen, leistet die DeutscheVolkspolizei durch ihre Tätigkeit einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Entwicklung undFestigung der sozialistischen Gesetzlichkeit, der Gerechtigkeit und Rechtssicherheit sowie derGestaltung der sozialistischen Menschengemeinschaft. ERSTER TEIL Grundsätze§ 1. Charakter und Stellung.(1) Die Deutsche Volkspolizei gewährleistet als Organ der einheitlichen sozialistischenStaatsmacht der Deutschen Demokratischen Republik die öffentliche Ordnung und Sicherheit.Ihre gesamte Tätigkeit dient dem zuverlässigen Schutz der sozialistischen Staats- undGesellschaftsordnung, der sozialistischen Errungenschaften, des friedlichen Lebens und derschöpferischen Arbeit der Menschen. Durch die Erfüllung ihrer Aufgaben trägt sie dazu bei,die Würde und Freiheit, das Leben und die Gesundheit der Bürger zu schützen und ihreRechte zu gewährleisten.(2) Die Deutsche Volkspolizei wird durch den Minister des Innern und Chef der DeutschenVolkspolizei zentral geführt.§ 2. Grundlagen der Tätigkeit. Die Deutsche Volkspolizei wird auf der Grundlage derVerfassung der Deutschen Demokratischen Republik, der Gesetze und Beschlüsse derVolkshammer, der Erlasse und Beschlüsse des Staatsrates, der Anordnungen und Beschlüssedes Nationalen Verteidigungsrates, der Verordnungen und Beschlüsse des Ministerrates,anderer gesetzlicher Bestimmungen sowie der Befehle, Direktiven und anderen Weisungendes Ministers des innern und Chefs der Deutschen Volkspolizei tätig.§ 3. Pflichten der Angehörigen der Deutschen Volkspolizei. (1) Die Angehörigender Deutschen Volkspolizei haben getreu ihrem Eid ihre ganze Kraft in den Dienst dessozialistischen Vaterlandes zu stellen und durch selbstlosen Einsatz die öffentliche Ordnungund Sicherheit jederzeit zuverlässig zu gewährleisten. Sie haben das Vertrauensverhältnis zuden Bürgern ständig weiter zu festigen und das Ansehen des sozialistischen Staates zustärken. indem sie umsichtig, korrekt und konsequent auftreten, bei Gefahren oder Störungen,die die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigen, sofort einschreiten und Bürgerdurch Rat und Tat unterstützen,(2) Die Angehörigen der Deutschen Volkspolizei haben jederzeit größte Wachsamkeit zuüben und die Dienst- und Staatsgeheimnisse zu wahren.§ 4. Schutz der Würde und der Rechte des Menschen.(1) Der Schutz und die Achtung der Würde des Menschen, seiner Freiheit und seiner Rechtesind unverbrüchliches Gebot der Tätigkeit der Deutschen Volkspolizei.Dienstvorschriften Seite 9
  • 10. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Die Deutsche Volkspolizei darf in die Rechte von Personen nur eingreifen, soweit dasgesetzlich zulässig und zur Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheitunumgänglich ist.§ 5. Zusammenarbeit mit den örtlichen Volksvertretungen und derenOrganen. (1) Die Deutsche Volkspolizei unterstützt die örtlichen Volksvertretungen und deren Organebei der Durchführung der Aufgaben auf dem Gebiet der öffentlichen Ordnung und Sicherheit,insbesondere bei der Mobilisierung der Werktätigen zur bewußten Verwirklichung dersozialistischen Gesetzlichkeit und zur Unduldsamkeit gegenüber Rechtsverletzungen sowieDisziplinlosigkeiten,(2) Die Leiter der Dienststellen und die Abschnittsbevollmächtigten in den Gemeindeninformieren die örtlichen Volksvertretungen und deren Organe, unterbreiten ihnenVorschläge, erteilen auf Verlangen Auskünfte und erstatten Berichte über Probleme, soweitsie die Verantwortung der örtlichen Volksvertretungen und deren Organe zur Gewährleistungder öffentlichen Ordnung und Sicherheit, zum Schutz des sozialistischen Eigentums, zurEinhaltung und Festigung der sozialistischen Gesetzlichkeit und zur Gewährleistung derRechte der Bürger betreffen.§ 6. Zusammenarbeit mit den anderen Staatsorganen, Wirtschaftsorganen,Ausschüssen der Nationalen Front des demokratischen Deutschland undgesellschaftlichen Organisationen.(1) Die Deutsche Volkspolizei löst ihre Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit den Leiternder anderen Staatsorgane, der Organe der Arbeiter-und-Bauern-Inspektion, denGeneraldirektoren der VVB und den Leitern anderer wirtschaftsleitender Organe, denDirektoren der Kombinate und Betriebe und den Leitern anderer Einrichtungen, denVorständen der Genossenschaften, den Leitungen der gesellschaftlichen Organisationen undden Ausschüssen der Nationalen Front des demokratischen Deutschland sowie dengesellschaftlichen Kollektiven und stützt sich auf die Bereitschaft der Bürger, insbesondereder freiwilligen Helfer der Deutschen Volkspolizei, zur aktiven, Mitwirkung bei derGewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit.(2) Die Zusammenarbeit dient der komplexen Vorbeugung und Bekämpfung von Straftaten,Verfehlungen und Ordnungswidrigkeiten, zur Beseitigung ihrer Ursachen und Bedingungensowie zur Abwehr und Beseitigung anderer Gefahren und Störungen -und trägt dazu bei, daßdie zuständigen Staats- und Wirtschaftsorgane, Betriebe, Einrichtungen, Genossenschaften,Massenorganisationen und die gesellschaftlichen Kollektive ihrer Verantwortung zurWahrung der Ordnung und Sicherheit gerecht werden. ZWEITER TEIL Aufgaben und Befugnisse§ 7. Aufgaben.Dienstvorschriften Seite 10
  • 11. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(I) Die Deutsche Volkspolizei hat die öffentliche Ordnung und Sicherheit jederzeitzuverlässig zu gewährleisten, Ihr obliegt es im Rahmen ihrer Zuständigkeit:a) Straftaten, Verfehlungen und Ordnungswidrigkeiten vorausschauend und zielgerichtetvorzubeugen, alle Straftaten aufzudecken, zu untersuchen und aufzuklären, Verfehlungen undOrdnungswidrigkeiten zu ahnden sowie die Ursachen und Bedingungen der Straftaten,Verfehlungen und Ordnungswidrigkeiten aufdecken und beseitigen zu helfen,b) anderen Gefahren vorzubeugen und Störungen zu beseitigen, die das Leben oder dieGesundheit von Menschen sowie das sozialistische, persönliche oder private Eigentumbedrohen oder in anderer Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigen,c) die zum Schutz der Staatsgrenze für die Grenzgebiete festgelegte Ordnung durchzusetzen,d) die Ordnung und Sicherheit im Straßenverkehr, auf den Binnengewässern, den innerenSeegewässern im Bereich der Grenzzone sowie in den Seehäfen zu gewährleisten,e) den Personenverkehr und den Gütertransport auf dem Eisenbahngebiet im Binnen- undTransitverkehr zu schützen, insbesondere den Transport volkswirtschaftlich hochwertiger undgefährlicher Güter zu sichern,f) die Einhaltung der Ausweis-, Paß- und Meldebestimmungen zu gewährleisten,g) eine strenge Ordnung im Umgang mit Waffen, Sprengmitteln und Giften durchzusetzen,h) die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen für die Tätigkeit von Vereinigungen, dieDurchführung von Veranstaltungen und die Polizeistunde zu gewährleisten,i) wichtige Betriebe, Anlagen und Objekte zu sichern j) die im Rahmen derLandesverteidigung übertragenen Aufgäben zu erfüllen.(2) Bei Gefahren oder Störungen, für deren Abwehr oder Beseitigung andere Staatsorganezuständig sind, hat die Deutsche Volkspolizei auch tätig zu werden, wenn die öffentlicheOrdnung und Sicherheit erheblich beeinträchtigt ist und die Gefahren oder Störungen durchdie zuständigen Staatsorgane nicht mit eigenen Kräften und Mitteln abgewehrt oder beseitigtwerden können oder deren Mitarbeiter nicht gegenwärtig sind. Die Tätigkeit der DeutschenVolkspolizei erstreckt sich dabei auf die Einleitung oder Durchführung notwendigerSofortmaßnahmen, Wurden Maßnahmen ohne Kenntnis des zuständigen Staatsorgansgetroffen, ist dieses unverzüglich davon zu unterrichten.(3) Die Deutsche Volkspolizei gewährt anderen Staatsorganen bei der Durchsetzung vongesetzlich begründeten Maßnahmen Unterstützung, wenn deren Mitarbeiter bedroht odertätlich angegriffen werden oder ohne Gewährung von Schutz die Durchführung derangeordneten Maßnahmen nicht möglich ist.(4) Die Deutsche Volkspolizei erfüllt darüber hinaus die ihr durch andere gesetzlicheBestimmungen übertragenen Aufgaben.§ 8. Wahrnehmung der Befugnisse.(I) Die Angehörigen der Deutschen Volkspolizei sind entsprechend den ihnen übertragenenAufgaben verpflichtet, die in diesem Gesetz und in anderen gesetzlichen Bestimmungenfestgelegten Befugnisse so wahrzunehmen, daß gestaltend auf die öffentliche Ordnung undSicherheit Einfluß genommen, wirksam Gefahren vorgebeugt wird und Störungen beseitigtwerden, die das Leben, die Gesundheit von Menschen, das sozialistische, persönliche oderprivate Eigentum bedrohen oder in anderer Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheitbeeinträchtigen. Maßnahmen sind unter strenger Wahrung der gesetzlichen Bestimmungen indem Umfange zu treffen und nur so lange durchzuführen, wie dies zur Abwehr von Gefahrenoder zur Beseitigung von Störungen im Interesse der Wiederherstellung der öffentlichenDienstvorschriften Seite 11
  • 12. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiOrdnung und Sicherheit notwendig ist. Der Grund der Maßnahme ist dem Betreffendenmitzuteilen, soweit dies nicht durch den Zweck der Maßnahme oder die Umständeausgeschlossen ist.(2) Die freiwilligen Helfer der Deutschen Volkspolizei sind berechtigt, die ihnen durchgesetzliche Bestimmungen übertragenen Befugnisse wahrzunehmen.(3) Der Minister des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei kann Angehörige andererOrgane des Ministeriums des Innern zur Wahrnehmung der in diesem Gesetz geregeltenBefugnisse ermächtigen.§ 9. Verantwortlichkeit von Personen.(1) Wird die öffentliche Ordnung und Sicherheit: durch das Verhalten von Personen gefährdetoder gestört, hat sich die Deutsche Volkspolizei an denjenigen zu wenden, der diesen Zustandverursacht hat, oder an den, der für diese Person verantwortlich ist.(2) Wird durch eine Sache die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet oder gestört, hatsich die Deutsche Volkspolizei an den Rechtsträger, Eigentümer; Besitzer oder Verwalter derSache oder an die Person zu wenden, die die tatsächliche Gewalt über die Sache ausübt.(3) Die Deutsche Volkspolizei kann sich auch an andere Personen wenden, wenn die Gefahroder die Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit nicht auf andere Weise abzuwehrenoder zu beseitigen ist.§ 10. Legitimationspflicht.(1) Wenden sich Angehörige der Deutschen Volkspolizei an Personen, haben sie diesen ihrenDienstgrad und Namen zu nennen, soweit es nicht auf Grund der Umstände unzweckmäßigoder der Angehörige der Deutschen Volkspolizei bekannt ist.(2) Angehörige der Deutschen Volkspolizei in Zivil haben sich unaufgefordert mit demDienstbuch auszuweisen: Angehörige der Kriminalpolizei können sich auch mit derDienstmarke legitimieren; auf Verlangen ist das Dienstbuch vorzuzeigen.(3) Freiwillige Helfer der Deutschen Volkspolizei haben sich bei der Wahrnehmungübertragener Aufgaben unaufgefordert mit dem Ausweis für freiwillige Helfer auszuweisen.§ 11. Durchsetzung von gesetzlichen Bestimmungen, Abwehr von Gefahrenund Beseitigung von Störungen.(1) In Erfüllung der ihr übertragenen Aufgaben ist die Deutsche Volkspolizei befugt, zurDurchsetzung gesetzlicher Bestimmungen die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen undForderungen zu stellen. Sie ist berechtigt, Erlaubnisse und Genehmigungen zu erteilen sowieAusweise, polizeiliche Führungszeugnisse und Bescheinigungen auszustellen; sofern diegesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Sie ist befugt; Auskunft aus dem Strafregisteranzufordern.(2) Sind die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben oder wird den gesetzlichenBestimmungen oder den mit der Erteilung oder Ausstellung von Erlaubnissen,Dienstvorschriften Seite 12
  • 13. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiGenehmigungen, Ausweisen oder Bescheinigungen gegebenen Auflagen zuwidergehandeltoder werden diese Dokumente mißbräuchlich benutzt, kann sie die Deutsche Volkspolizeinach den jeweils dafür geltenden gesetzlichen Bestimmungen einschränken, zurücknehmen,entziehen oder für ungültig erklären. Entscheidungen sind nach gründlicher Prüfung undEinschätzung des Sachverhaltes und der mit den Maßnahmen verbundenen Auswirkungen,insbesondere auf den Beruf, staatsbürgerliche Verpflichtungen oder wichtige persönlicheBelange zu treffen.(3) Zur Vorbeugung oder Abwehr von unmittelbaren Gefahren oder zur Beseitigung vonStörungen, die das Leben, die Gesundheit von Menschen, das sozialistische, persönliche oderprivate Eigentum bedrohen oder in anderer Weise die öffentliche Ordnung und Sicherheitbeeinträchtigen, ist die Deutsche Volkspolizei verpflichtet, wirksame Maßnahmen zu fordernoder unmittelbar selbst auf Kosten des Verantwortlichen durchzuführen, sofern dieBeseitigung dieses Zustandes keinen Aufschub duldet.(4) Die Deutsche Volkspolizei kann Personen zur Unterstützung auffordern, wenn die für dieGefahr oder Störung Verantwortlichen nicht oder nicht rechtzeitig herangezogen werdenkönnen. oder die eigenen Kräfte und Mittel nicht ausreichen und für das Leben oder dieGesundheit der aufgeforderten Personen keine erhebliche Gefahr besteht oder nicht anderewichtige Pflichten verletzt werden.(5) Forderungen können mündlich, schriftlich oder durch Zeichen erhoben werden,Schriftliche Forderungen sind zu begründen und haben eine Rechtsmittelbelehrung zuenthalten.§ 12. Personalienfeststellung und Klärung eines Sachverhaltes.(1) Personalien dürfen nur dann festgestellt oder aufgenommen werden, wenn es zurErfüllung polizeilicher Aufgaben unbedingt erforderlich ist.(2) Können Personalien nicht an Ort und Stelle zweifelsfrei festgestellt werden, ist eineZuführung zulässig. Sie ist auch zulässig, wenn es zur Klärung eines die öffentliche Ordnungund Sicherheit erheblich gefährdenden Sachverhaltes unumgänglich ist.(3) Bürger, die einen zivilrechtlichen Anspruch gegenüber einem anderen Bürger glaubhaftbegründen, sollen auf Ersuchen durch Feststellung und Austausch der Personalien unterstütztwerden.§ 13. Durchsuchung, Verwahrung und Einziehung.(1) Personen, die dringend verdächtig sind, Sachen bei sich zu führen,a) durch deren Benutzung die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet oder gestört wirdoderb) die der Einziehung unterliegen,dürfen einschließlich der von ihnen mitgeführten Gegenstände zum Zwecke der Verwahrungoder Einziehung dieser Sachen durchsucht werden, wenn nur dadurch die öffentliche Ordnungund Sicherheit gewährleistet werden kann. Beim Passieren von Gebieten, für die besondereKontrollmaßnahmen festgelegt sind, können mitgeführte Sachen durchsucht werden:Dienstvorschriften Seite 13
  • 14. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Sachen können, sofern die Voraussetzungen nach Abs. 1 vorliegen, ohne Durchsuchung inVerwahrung genommen worden. Die Verwahrung ist auch zur Sicherung des Eigentumszulässig.(3) Nach Wegfall der Gründe ist die Verwahrung aufzuheben. Die dadurch, entstandenenKosten sind der Deutschen Volkspolizei auf Verlangen zu erstatten.(4) Die Deutsche Volkspolizei kann Sachen einziehen, wenn sie in gesetzlichenBestimmungen dazu ausdrücklich ermächtigt ist oder wenn Sachen ihrer Beschaffenheit undZweckbestimmung nach eine dauernde erhebliche Gefahr für die öffentliche Ordnung undSicherheit bilden und die Rückgabe aus diesen Gründen ausgeschlossen ist.§ 14. Betreten von Grundstücken, Wohnungen oder anderen Räumen.Sind unmittelbare Gefahren für das Leben oder die Gesundheit von Personen oder fürbedeutende Werte abzuwenden oder muß ein Zustand beseitigt werden, der im erheblichenMaße die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet oder stört, dürfen Grundstücke,Wohnungen oder andere Räume betreten werden.§ 15. Gewahrsam.(1) Wird die öffentliche Ordnung und Sicherheit durch Personen erheblich gefährdet odergestört, können diese, insbesondere wenn das Leben oder die Gesundheit von Personengefährdet wird, in Gewahrsam genommen werden, sofern nicht. auf andere Weise die Gefahroder Störung beseitigt werden kann. In Gewahrsam können auch Personen genommenwerden, die aus Einrichtungen entwichen sind, in die sie zwangsweise eingewiesen wurden,(2) Der Gewahrsam ist unverzüglich aufzuheben, wenn der Grund dafür weggefallen ist. Erdarf die Dauer von 24 Stunden nicht überschreiten.(3) Den in Gewahrsam genommenen Personen können die dadurch entstandenen Kostenauferlegt werden.§ 16. Durchsetzung von Maßnahmen der Deutschen Volkspolizei.(1) Wird den von der Deutschen Volkspolizei auf der Grundlage dieses Gesetzesangeordneten Maßnahmen nicht nachgekommen, können sie im Wege der Ersatzvornahmeauf Kosten des Verantwortlichen durchgeführt werden.(2) Wird der Deutschen Volkspolizei bei der Ausübung ihrer Befugnisse Widerstandentgegengesetzt oder werden von ihr angeordnete Maßnahmen, deren Durchführungunerläßlich ist, behindert oder nicht befolgt, ist die körperliche Einwirkung zulässig, wennandere Mittel nicht ausreichen, um ernste Auswirkungen für die öffentliche Ordnung undSicherheit zu verhindern. Die Anwendung von Hilfsmitteln ist nur gestattet zur Abwehr vonGewalttätigkeiten, Verhinderung von Fluchtversuchen oder wenn die körperliche Einwirkungnicht zum Erfolg führt. Es sind dabei diejenigen Mittel anzuwenden, die im Verhältnis zur Artund Schwere der Rechtsverletzung und des Widerstandes stehen. Die körperliche Einwirkungund die Anwendung von Hilfsmitteln ist nur so lange zulässig, bis der Zweck der Maßnahmeerreicht ist.Dienstvorschriften Seite 14
  • 15. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 17. Anwendung von Schußwaffen. (1) Schußwaffen dürfen nur im äußersten Falle angewendet werden, wenn andereMaßnahmen der körperlichen Einwirkung ohne oder mit Hilfsmitteln erfolglos blieben oderoffensichtlich keinen Erfolg versprechen. Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personenist erst dann zulässig, wenn durch Waffenwirkung geben Sachen der Zweck nicht erreichtwird.(2) Die Anwendung von Schußwaffen ist gerechtfertigt:a) um die unmittelbar bevorstehende Ausführung oder die Fortsetzung einer Straftat zuverhindern, die sich den Umständen nach als ein- Verbrechen gegen die Souveränität der Deutschen Demokratischen Republik, den Frieden,die Menschlichkeit und die Menschenrechte- Verbrechen gegen die Deutsche Demokratische Republik- Verbrechen gegen die Persönlichkeit- Verbrechen gegen die allgemeine Sicherheit oder gegen die staatliche Ordnung oder- anderes Verbrechen, das insbesondere unter Anwendung von Schußwaffen oderSprengmitteln begangen werden soll oder ausgeführt wird, darstelltb) zur Verhinderung der Flucht oder zur Wiederergreifung von Personen- die eines Verbrechens dringend verdächtig sind oder wegen eines Verbrechensfestgenommen oder verhaftet wurden- die eines Vergehens dringend verdächtig sind, wegen eines Vergehens festgenommen,verhaftet oder zu einer Strafe mit Freiheitsentzug verurteilt wurden und wenn Anhaltspunktevorliegen, daß von Schußwaffen oder Sprengmitteln Gebrauch gemacht oder in anderer Weisedie Flucht mittels Gewalt oder tätlichen Angriffs gegen die mit der Durchführung derFestnahme, Verhaftung, Bewachung oder Beaufsichtigung Beauftragten durchgeführt wirdoder daß die Flucht gemeinschaftlich begangen wird- die zu einer Strafe mit Freiheitsentzug verurteilt und in die strenge oder allgemeineVollzugsart eingewiesen wurdenc) gegen Personen, die wegen eines Verbrechens oder Vergehens Festgenommene, Verhafteteoder zu einer Strafe mit Freiheitsentzug Verurteilte mit Gewalt zu befreien versuchen oderdabei behilflich sind.(3) Die Anwendung von Schußwaffen ist durch Zuruf oder Abgabe eines Warnschussesanzukündigen, sofern nicht die unmittelbar bevorstehende Gefahr nur durch die gezielteAnwendung der Schußwaffe verhindert oder beseitigt werden kann.(4) Bei der Anwendung von Schußwaffen ist das Leben der Person nach Möglichkeit zuschonen. Verletzten ist unter Beachtung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen Erste Hilfezu erweisen, sofern es die Durchsetzung der polizeilichen Maßnahme zuläßt.(5) Die Anwendung von Schußwaffen gegen Personen, die sich dem äußeren Eindruck nachim Kindesalter befinden, ist unzulässig. Das gleiche gilt, wenn unbeteiligte Personengefährdet werden können. Gegen Jugendliche und weibliche Personen sind nach MöglichkeitSchußwaffen nicht anzuwenden.(6) Die Anwendung von Schußwaffen regelt sich im einzelnen nach der vom Minister desInnern und Chef der Deutschen Volkspolizei zu erlassendenSchußwaffengebrauchsbestimmung,Dienstvorschriften Seite 15
  • 16. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei DRITTER TEIL Entschädigung und Rechtsmittel§ 18. Entschädigung. (1) Personen, die, beider Unterstützung. der Deutschen Volkspolizei Schaden erleiden,erhalten Schadensersatz. Das gilt nicht, wenn sie zur Mithilfe bei der Beseitigung der vonihnen verursachten Störung hinzugezogen wurden.(2) Der Umfang des Schadensersatzes regelt sich nach den geltenden Bestimmungen.§ 19. Rechtsmittel.(1) Gegen die nach diesem Gesetz getroffenen Maßnahmen der Deutschen Volkspolizei istdie Beschwerde zulässig,(2) Die Beschwerde Ist innerhalb einer Frist von 14 Tagen, nachdem der Beschwerdegrundbekannt wurde, bei der Dienststelle der Deutschen Volkspolizei schriftlich oder mündlicheinzulegen, die die Maßnahme getroffen hat.(3) Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Hiervon können Ausnahmen gewährtwerden.(4) Gibt der Leiter der Dienststelle der Beschwerde nicht oder nicht in vollem Umfange statt,ist sie innerhalb einer Woche dem Leiter der übergeordneten Dienststelle zu übersenden,Dieser entscheidet innerhalb einer Frist von 2 Wochen endgültig. Ist im Ausnahmefall eineEntscheidung innerhalb dieser. Frist nicht möglich, so ist dies dem Betreffenden mitzuteilen.(5) Entscheidungen über Beschwerden haben schriftlich oder mündlich zu ergehen und sindzu begründen.(6) Soweit gegen Maßnahmen der Deutschen Volkspolizei Rechtsmittel nach anderengesetzlichen Bestimmungen zulässig sind, finden diese Bestimmungen Anwendung.Durch Gesetz vom 24. Juni 1971 erhielt der § 19 folgende Fassung:"§ 19. Beschwerdeverfahren. (1) Gegen die nach diesem Gesetz oder anderenRechtsvorschriften von der Deutschen Volkspolizei getroffenen Entscheidungen unddurchgeführten Maßnahmen der Deutschen Volkspolizei kann Beschwerde eingelegt werden.Der von der Entscheidung oder Maßnahme Betroffene ist darüber zu belehren, daß erBeschwerde einlegen kann. Eine Belehrung kann etnfallen, soweit dies durch die Umstände,unter denen die Maßnahme durchgeführt werden muß, ausgeschlossen ist.(2) Die Beschwerde ist schriftlich oder mündlich unter Angabe der Gründe innerhalb einerFrist von zwei Wochen nach Zugang oder Bekanntgabe der Entscheidung oder Kenntnis derMaßnahme bei der Dienststelle einzulegen, die die Entscheidung getroffen oder dieMaßnahme angeordnet hat.(3) Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Die für die Entscheidung jeweilszuständige Dienststelle kann jedoch die Durchführung der ausgesprochenen Maßnahmen biszur endgültigen Entscheidung vorläufig aussetzen.(4) Über die Beschwerde ist innerhalb einer Woche nach ihrem Eingang zu entscheiden. WirdDienstvorschriften Seite 16
  • 17. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeider Beschwerde nicht oder nicht in vollem Umfange stattgegeben, ist sie innerhalb dieser Fristdem übergeordneten Leiter zur Entscheidung zuzuleiten. Der Einreicher der Beschwerde istdavon zu informieren. Der übergeordnete Leiter hat innerhalb weiterer zwei Wochenendgültig zu entscheiden.(5) Kann in Ausnahmefällen eine Entscheidung innerhalb der Frist nicht getroffen werden, istrechtzeitig ein Zwischenbescheid unter Angabe der Gründe sowie des voraussichtlichenAbschlußtermins zu geben.(6) Entscheidungen über Beschwerden sind den Einreichern der Beschwerdenbekanntzugeben und zu begründen.(7) Die Rechtsmittelregelungen des Strafprozeß- und Ordnungswidrigkeitsrechts bleibenhiervon unberührt."Durch Gesetz vom 14. Dezember 1988 erhielt der § 19 Abs. 4 folgende Fassung:"(4) Über die Beschwerde ist innerhalb von 2 Wochen nach ihrem Eingang zu entscheiden.Wird der Beschwerde nicht oder nicht in vollem Umfang stattgegeben, ist sie innerhalb dieserFrist dem übergeordneten Leiter zur Entscheidung zuzuleiten. Der Einreicher der Beschwerdeist darüber zu informieren. Der übergeordnete Leiter hat innerhalb weiterer 2 Wochen zuentscheiden. Diese Entscheidung ist endgültig, soweit sich aus § 19a oder anderenRechtsvorschriften nicht anderes ergibt.Durch Gesetz vom 14. Dezember 1988 wurde an dieser Stelle folgender § eingefügt:"§ 19a. Zulässigkeit des Gerichtsweges. (1) Gegen die Entscheidung überEntschädigungsansprüche gemäß § 18 kann der Bürger, nachdem über seine Beschwerdeentschieden worden ist, Antrag auf Nachprüfung durch das Gericht stellen. Das Gericht kannin der Sache selbst entscheiden.(2) Für die Durchführung des Verfahrens ist das Kreisgericht zuständig, in dessen Bereich dieDienststelle der Deutschen Volkspolizei ihren Sitz hat, die die erste Entscheidung getroffenhat.(3) Für das Verfahren gelten die Bestimmungen des Gesetzes über die Zuständigkeit und dasVerfahren der Gerichte zur Nachprüfung von Verwaltungsentscheidungen." VIERTER TEIL Schlußbestimmungen§ 20. Übertragung von Befugnissen.(I) Der Ministerrat kann anderen Organen die Ausübung der in diesem Gesetz geregeltenBefugnisse übertragen.(2) Die Angehörigen des Ministeriums für Staatssicherheit sind ermächtigt, die in diesemGesetz geregelten Befugnisse wahrzunehmen.(3) Die Angehörigen der Nationalen Volksarmee sind berechtigt, in Erfüllung militärischerWach-; Ordnungs- und Sicherungsaufgaben entsprechend den vom Minister für NationaleVerteidigung getroffenen Festlegungen, die in diesem Gesetz geregelten Befugnissewahrzunehmen.§ 21. Durchführungsbestimmungen.Dienstvorschriften Seite 17
  • 18. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiDer Minister des Innern und Chef der Deutschen Volkspolizei ist berechtigt, die zurDurchführung erforderlichen Bestimmungen zu erlassen.§ 22. Inkrafttreten.Dieses Gesetz tritt am 1. Juli 1968 in Kraft. Das vorstehende, von der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik am elften Juni neunzehnhundertachtundsechzig beschlossene Gesetz wird hiermit verkündet. Der Vorsitzende des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik W. Ulbricht Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Polizei vom 13. September 1990 geändert durch Einigungsvertrag vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 889), Anlage II Kapitel II Sachgebiet C Abschnitt III Nr. 2. aufgehoben infolge der Landespolizeigesetze von Brandenburg: vom 11. Dezember 1991 (GVBl. S. 636), Mecklenburg-Vorpommern: vom 4. August 1992 (GVBl. S. 489), Sachsen vom 30. Juli 1991 (GVBl. S. 300), Sachsen-Anhalt: vom 19. Dezember 1991 (GVBl. S. 538) und Thüringen: vom 4. Juni 1992 (GVBl. S. 199) Erster Abschnitt Aufgaben und allgemeine Vorschriften§ 1. Aufgaben der Polizei.(1) Die Polizei hat die Aufgabe, Gefahren für die öffentliche Sicherheit oder Ordnungabzuwehren (Gefahrenabwehr). Sie hat im Rahmen dieser Aufgabe auch für die Verfolgungvon Straftaten vorzusorgen und Straftaten zu verhüten (vorbeugende Bekämpfung vonStraftaten) und auch die erforderlichen Vorbereitungen für die Hilfeleistungen inGefahrenfällen zu treffen.(2) Der Schutz privater Rechte obliegt der Polizei nach diesem Gesetz nur dann, wenngerichtlicher Schutz nicht rechtzeitig zu erlangen ist und wenn ohne polizeiliche Hilfe dieVerwirklichung des Rechts vereitelt oder wesentlich erschwert werden würde.(3) Die Polizei leistet anderen Behörden Vollzugshilfe (§§ 50 bis 52).Dienstvorschriften Seite 18
  • 19. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(4) Die Polizei hat ferner die Aufgaben zu erfüllen, die ihr durch andere Rechtsvorschriftenübertragen sind.§ 2. Verhältnis zu anderen Behörden.Die Polizei wird, außer in den Fällen des § 1 Abs. 1 Satz 2, nur tätig, soweit die Abwehr derGefahr durch eine andere Behörde nicht oder nicht rechtzeitig möglich erscheint. Sieunterrichtet die anderen Behörden unverzüglich, von allen, Vorgängen, deren Kenntnis für dieAufgabenerfüllung der anderen Behörden notwendig sein kann.§ 3. Schutz der Würde und der Rechte der Bürger.(1) In Übereinstimmung mit den völkerrechtlich anerkannten Menschenrechten undentsprechend den Grundrechten, -pflichten, und -freiheiten der Bürger sind der Schutz und dieAchtung der menschlichen Würde, der persönlichen Freiheit und der Rechte der Bürgeroberste Pflicht der Polizei.(2) In die Rechte der Bürger darf nur eingegriffen werden, soweit dies auf Grund vonRechtsvorschriften zulässig ist.§ 4. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.(1) Von mehreren möglichen und geeigneten Maßnahmen hat die Polizei diejenige zu treffen,die den einzelnen und die Allgemeinheit voraussichtlich am. wenigsten beeinträchtigt.(2) Eine Maßnahme darf nicht zu einem Nachteil führen, der zu dem erstrebten Erfolgerkennbar außer Verhältnis steht.(3) Eine Maßnahme ist nur solange, zulässig, bis ihr Zweck erreicht ist oder sich zeigt, daß ernicht erreicht werden kann.§ 5. Ermessen, Wahl der Mittel.(1) Die Polizei trifft ihre Maßnahmen nach pflichtgemäßem Ermessen.(2) Kommen zur Abwehr einer Gefahr mehrere Mittel in Betracht, so genügt es, wenn einesdavon bestimmt wird. Dem Betroffenen; ist auf Antrag zu gestatten, ein anderes ebensowirksames Mittel anzuwenden, sofern die Allgemeinheit dadurch nicht stärker beeinträchtigtwird.§ 6. Verantwortlichkeit für das Verhalten von Personen.(1) Verursacht eine Person eine Gefahr, so sind die Maßnahmen gegen sie zu richten.(2) Ist die Person noch nicht 14 Jahre alt, entmündigt oder unter vorläufige Vormundschaftgestellt, können Maßnahmen auch gegen die Person gerichtet werden, die zur Aufsicht übersie verpflichtet ist.Dienstvorschriften Seite 19
  • 20. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(3) Verursacht eine Person, die zur Verrichtung bestellt ist, die Gefahr in Ausführung derVerrichtung, so können Maßnahmen auch gegen die Person gerichtet werden, die die anderezu der Verrichtung bestellt hat.§ 7. Verantwortlichkeit für den Zustand von Tieren und Sachen. (1) Geht von einem Tier oder einer Sache eine Gefahr aus, so sind die Maßnahmen gegen denInhaber der tatsächlichen Gewalt zu richten. Die nachfolgenden für Sachen geltendenVorschriften sind auch auf Tiere anzuwenden.(2) Maßnahmen können auch gegen den Eigentümer oder einen anderen Berechtigtengerichtet werden. Das gilt nicht, wenn der Inhaber der tatsächlichen Gewalt diese ohne denWillen des Eigentümers oder Berechtigten ausübt.(3) Geht die Gefahr von einer herrenlosen Sache aus, so ,können die Maßnahmen gegendenjenigen gerichtet werden, der das Eigentum :an der Sache aufgegeben hat. Maßnahmenzur Feststellung des ehemaligen Eigentümers sind zulässig.§ 8. Unmittelbare Ausführung einer Maßnahme. (1) Die Polizei kann eine Maßnahme selbst oder durch einen Beauftragten unmittelbarausführen, wenn der Zweck der Maßnahme durch Inanspruchnahme der nach den §§ 6 oder 7Verantwortlichen nicht oder nicht rechtzeitig erreicht werden kann. Der von der MaßnahmeBetroffene ist unverzüglich zu unterrichten.(2) Entstehen der Polizei durch die unmittelbare Ausführung einer Maßnahme Kosten, so sinddie nach den §§ 6 und 7 Verantwortlichen zum Ersatz verpflichtet. Mehrere Verantwortlichehaften als Gesamtschuldner. Die Kosten können im Verwaltungszwangsverfahrenbeigetrieben werden.§ 9. Inanspruchnahme nicht verantwortlicher Personen.(1) Die Polizei kann Maßnahmen gegen andere Personen als die nach den §§ 6 oder 7Verantwortlichen richten, wenn1. eine gegenwärtige erhebliche Gefahr abzuwehren ist,2. Maßnahmen gegen die nach den §§ 6 oder 7 Verantwortlichen nicht oder nicht rechtzeitigmöglich sind oder keinen Erfolg versprechen,3. die Polizei die Gefahr nicht oder nicht rechtzeitig selbst oder durch Beauftragte abwehrenkann und4. die Personen ohne erhebliche eigene Gefährdung und ohne Verletzung höherwertigerPflichten in Anspruch genommen werden können.(2) Die Maßnahmen nach Absatz 1 dürfen nur aufrecht erhalten werden, solange die Abwehrdieser Gefahr nicht auf andere Weise möglich ist:Dienstvorschriften Seite 20
  • 21. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 10. Einschränkung von Rechten (Grundrechten).Aufgrund dieses Gesetzes können die Rechte (Grundrechte) auf Leben und körperlicheUnversehrtheit, Freiheit der Person und auf Unverletzlichkeit der Wohnung eingeschränktwerden.§ 11. Legitimationspflicht. (1) Auf Verlangen des von einer Maßnahme Betroffenen hat der Angehörige der Polizei sichauszuweisen, soweit der Zweck der Maßnahme dadurch nicht beeinträchtigt ist.(2) Beim Einsatz von Polizei als geschlossene Einheiten hat jeder Angehörige der Polizei zurGewährleistung der Identifizierbarkeit deutlich sichtbar eine Dienstnummer zu tragen. Zweiter Abschnitt Befugnisse der Polizei Erster Unterabschnitt Allgemeine und besondere Befugnisse§ 12. Allgemeine Befugnisse.(1) Die Polizei kann die notwendigen Maßnahmen treffen, um eine im einzelnen Fallebestehende Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung (Gefahr) abzuwehren, soweitnicht die §§ 13 bis 68 die Befugnisse der Polizei besonders regeln.(2) Zur Erfüllung der Aufgaben, die der Polizei durch andere Rechtsvorschriften zugewiesensind (§ 1 Abs. 4), hat sie die dort vorgesehenen Befugnisse. Soweit solche Rechtsvorschriften.Befugnisse der Polizei nicht regeln, hat sie die Befugnisse, die ihr nach diesem Gesetzzustehen:§ 13. Polizeiliche Verfügungen. (1) Als Maßnahmen im Sinne des § 12 Abs. 1 können auch polizeiliche Verfügungenerlassen werden.(2) Die Erteilung einer polizeilichen Verfügung kann schriftlich, mündlich oder durchZeichen erfolgen. Schriftliche Verfügungen sind zu begründen und haben eineRechtsmittelbelehrung zu enthalten.§ 14. Befragung, Auskunftspflicht. (1) Die Polizei kann jede Person befragen, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daßsie sachdienliche Angaben machen kann, die für die Erfüllung einer bestimmten polizeilichenAufgabe erforderlich sind. Für die Dauer der Befragung kann die Person angehalten werden.Dienstvorschriften Seite 21
  • 22. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Eine Person, deren Befragung nach Absatz 1 zulässig ist, ist verpflichtet, auf FrageNamen, Vornamen, Tag und Ort der Geburt, Wohnanschrift und Staatszugehörigkeitanzugeben. Sie ist zu weiteren Auskünften verpflichtet, soweit gesetzlicheHandlungspflichten bestehen.§ 15. Identitätsfeststellung. (1) Die Polizei kann die Identität einer Person feststellen,1. zur Abwehr einer Gefahr;2. wenn sie sich an einem Ort aufhält, von dem Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daßa) dort Personen Straftaten von erheblicher Bedeutung verabreden, vorbereiten oder verüben,b) sich dort Personen treffen, die gegen aufenthaltsrechtliche Vorschriften verstoßen oderc) sich dort Straftäter verbergen;3. wenn sie sich in einer Verkehrs- oder Versorgungsanlage öder -einrichtung, einemöffentlichen Verkehrsmittel, Amtsgebäude oder einem anderen besonders gefährdeten Objektoder in dessen unmittelbarer Nähe aufhält und Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß inoder an Objekten dieser Art Straftaten begangen werden sollen, durch die Personen oder dieseObjekte gefährdet sind, und dies auf Grund der Gefährdungslage oder auf die Personbezogener Anhaltspunkte erforderlich ist;4. an einer Kontrollstelle, die von der Polizei eingerichtet worden ist, um eine Straftat vonerheblicher Bedeutung zu verhüten. Die Einrichtung einer Kontrollstelle ist nur .mitZustimmung das Innenministers oder einer von ihm benannten Stelle zulässig, es sei. denn,daß Gefahr im Verzuge vorliegt.(2) Die Polizei kann die zur Feststellung der Identität erforderlichen Maßnahmen treffen. Siekann den Betroffenen insbesondere anhalten, ihn nach seinen Personalien befragen undverlangen, daß er Angabe zur Feststellung seiner Identität macht und mitgeführteAusweispapiere zur Prüfung aushändigt. Der Betroffene kann festgehalten werden, wenn dieIdentität auf andere Weise nicht oder nur unter erheblichen Schwierigkeiten festgestelltwerden kann. Unter den Voraussetzungen des Satzes 3 können der Betroffene sowie die vonihm mitgeführten Sachen durchsucht werden.§ 16. Erkennungsdienstliche Maßnahmen. (1) Erkennungsdienstliche Maßnahmen sind insbesondere1. die Abnahme von Finger- und Handflächenabdrücken,2. die Aufnahme von Lichtbildern,3. die Feststellung äußerer körperlicher Merkmale,4. Messungen und ähnliche Maßnahmen.(2) Die Polizei kann erkennungsdienstliche Maßnahmen vornehmen, wenn1. eine nach § 15 zulässige Identitätsfeststellung auf andere Weise nicht oder nur untererheblichen Schwierigkeiten möglich ist,2. das zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten erforderlich ist, weil der Betroffeneverdächtig ist, eine Tat begangen zu haben, die mit Strafe bedroht ist und wegen der Art undAusführung der Tat die Gefahr der Wiederholung besteht.(3) Ist die Identität festgestellt, sind in den Fällen des Absatzes 1 Ziffer 1 die imZusammenhang mit der Feststellung angefallener erkennungsdienstlichen Unterlagen zuDienstvorschriften Seite 22
  • 23. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeivernichten, es sei denn, ihre weitere Aufbewahrung ist nach Absatz 1 Ziffer 2 oder anderenRechtsvorschriften zulässig.(4) Die betroffene Person ist bei Vornahme der erkennungsdienstlichen Maßnahmen über dieVernichtungspflicht zu informieren.Sind die Unterlagen ohne Wissen des Betroffenen angefertigt worden, so ist ihm mitzuteilen,welche Unterlagen aufbewahrt werden, sobald dies ohne Gefährdung des Zwecks derMaßnahme geschehen kann.§ 17. Prüfung von Berechtigungsscheinen.Die Polizei kann verlangen, daß ein Berechtigungsschein zur Prüfung ausgehändigt wird,wenn der Betroffene aufgrund einer Rechtsvorschrift verpflichtet ist, diesenBerechtigungsschein mitzuführen.§ 18. Vorladung.(1) Die Polizei kann eine Person schriftlich oder mündlich vorladen, wenn1. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß die Person sachdienliche Angaben machen kann,die für die Erfüllung einer bestimmten polizeilichen Aufgabe erforderlich sind, oder2. das zur Durchführung erkennungsdienstlicher Maßnahmen erforderlich ist.(2) Beil der Vorladung soll deren Grund angegeben werden. Bei der Festsetzung desZeltpunktes soll auf den Beruf und die sonstiger Lebensverhältnisse des BetroffenenRücksicht genommen werden.(3) Leistet ein Betroffener der Vorladung ohne hinreichender Grund keine Folge, so kann siezwangsweise durchgesetzt werden,1. wenn die Angaben zur Abwehr einer Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Personerforderlich sind oder2. zur Durchführung erkennungsdienstlicher Maßnahmen.Die zwangsweise Vorführung darf nur aufgrund richterlicher Anordnung erfolgen, es seidenn, daß Gefahr im Verzuge vorliegt.Die im Strafverfahrensrecht bestehenden Bestimmungen über verboteneVernehmungsmethoden gelten entsprechend.(4) Für die Entschädigung von Personen, die auf Vorladung als Zeugen erscheinen oder dieals Sachverständige herangezogen werden, gelten die Regelungen über die Entschädigung vonZeugen und Sachverständigen entsprechend.§ 19. Platzverweisung.Die Polizei kann zur Abwehr einer Gefahr eine Person vorübergehend von einem Ortverweisen oder ihr vorübergehend das Betreten eines Ortes verbieten. Die Platzverweisungkann ferner gegen Personen angeordnet werden, die den Einsatz der Feuerwehr oder vonHilfs- oder Rettungsdiensten behindern.Dienstvorschriften Seite 23
  • 24. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 20. Gewahrsam. (1) Die Polizei kann eins Person in Gewahrsam nehmen, wenn1. das zum Schutz der Person gegen eine Gefahr für Leib und Leben erforderlich ist,insbesondere weil die Person sich erkennbar in einem die freie Willensbestimmungausschließenden Zustand oder sonst in hilfloser Lage befindet oder2. das unerläßlich ist, um die unmittelbar bevorstehende Begehung oder Fortsetzung einerStraftat oder einer Ordnungswidrigkeit von erheblicher Bedeutung zu verhindern; dieAnnahme, daß eine Person eine solche Tat begehen oder zu ihrer Begehung beitragen wird,kann sich insbesondere darauf stützen, daßa) sie die Begehung der Tat angekündigt oder dazu aufgefordert hat oder Transparente odersonstige Gegenstände mit sich führt; dies gilt auch für Flugblätter solchen Inhalts, soweit siein einer Menge mitgeführt werden, die zur Verteilung geeignet ist, oderb) bei ihr Waffen, Werkzeuge oder sonstige Gegenstände aufgefunden werden, die ersichtlichzur Tatbegehung bestimmt sind oder erfahrungsgemäß bei derartigen Taten verwendetwerden, oder ihre Begleitperson solche Gegenstände mit sich führt und sie den Umständennach hiervon Kenntnis haben mußte, oderc) die bereits in der Vergangenheit aus vergleichbarem Anlaß bei der Begehung von Straftatenoder Ordnungswidrigkeiten von erheblicher Bedeutung für die Allgemeinheit als Störerbetroffen worden ist und nach den Umständen eine Wiederholung dieser Verhaltensweise zuerwarten ist oder3. das unerläßlich ist, um eine Platzverweisung nach § 19 durchzusetzen.(2) Die Polizei kann Minderjährige, die sich der Obhut der Sorgeberechtigten entzogen haben,in Gewahrsam nehmen, um sie den Sorgeberechtigten oder dem zuständigen Organ derJugendhilfe zuzuführen.(3) Die Polizei kann Personen, die aus Einrichtungen entwichen sind, in die sie zwangsweiseeingewiesen wurden, in Gewahrsam nehmen und in die Einrichtung zurückbringen.§ 21. Richterliche Entscheidung.(1) Wird eine Person aufgrund von § 15 Abs. 2 Satz 3, § 18 Abs. 3 oder § 20 festgehalten, hatdie Polizei unverzüglich eine richterliche Entscheidung über Zulässigkeit und Fortdauer derFreiheitsentziehung herbeizuführen. Der Herbeiführung der richterlichen Entscheidung bedarfes nicht, wenn anzunehmen ist, daß die Entscheidung des Richters erst nach Wegfall desGrundes der polizeilichen Maßnahmen ergehen würde.(2) Die Entscheidung nach Absatz 1 trifft das Kreisgericht, in dessen Zuständigkeitsbereichdie Person festgehalten wird. Das Verfahren richtet sich nach den Vorschriften des Gesetzesüber das gerichtliche Verfahren bei Freiheitsentziehung.§ 22. Behandlung festgehaltener Personen. (1) Wird eine Person aufgrund von § 15 Abs. 2 Satz 3, § 18 Abs. 3 oder § 20 festgehalten, istihr unverzüglich der Grund bekanntzugeben.(2) Der festgehaltenen Person ist unverzüglich Gelegenheit zu geben, einen Angehörigen odereine Person des Vertrauens zu benachrichtigen, soweit dadurch der Zweck derFreiheitsentziehung nicht gefährdet wird. Unberührt bleibt die Benachrichtigungspflicht beiDienstvorschriften Seite 24
  • 25. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeieiner richterlichen Freiheitsentziehung. Die Polizei soll die Benachrichtigung übernehmen,wenn die festgehaltene Person nicht in der Lage ist, vor, dem Recht nach Satz 1 Gebrauch zumachen und die Benachrichtigung ihrem mutmaßlichen Willen nicht widerspricht. Ist diefestgehaltene Person minderjährig, entmündigt oder unter vorläufige Vormundschaft gestellt,so ist in jedem Fall unverzüglich derjenige zu benachrichtigen, dem die Sorge für die Personobliegt.(3) Die festgehaltene Person soll gesondert, insbesondere ohne ihre Einwilligung nicht indemselben Raum mit Straf- oder Untersuchungsgefangenen untergebracht werden. Männerund Frauen sollen getrennt untergebracht werden. Frauen sind von Männern getrennt inGewahrsamsräumen unterzubringen. Der festgehaltenen Person dürfen nur solcheBeschränkungen auferlegt werden, die der Zweck der Freiheitsentziehung oder die Ordnung8m Gewahrsam erfordert.(4) Sind medizinische Behandlungen erkennbar erforderlich oder benötigt der BetroffeneMedikamente, sind unverzüglich Maßnahmen einzuleiten, die auch die ärztlicheBegutachtung der Gewahrsamsfähigkeit umfassen.§ 23. Dauer der Freiheitsentziehung. (1) Die festgehaltene Person ist zu entlassen,1. sobald der Grund für die Maßnahme der Polizei weggefallen ist;2. wenn die Fortdauer der Freiheitsentziehung durch richterliche Entscheidung für unzulässigerklärt wird;3. in jedem Fall spätestens bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen, wenn nicht vorherdie Fortdauer der Freiheitsentziehung aufgrund eines anderen Gesetzes durch richterlicheEntscheidung angeordnet ist.(2) Eine Freiheitsentziehung zum Zwecke der Feststellung der Identität darf die Dauer voninsgesamt zwölf Stunden nicht überschreiten.§ 24. Durchsuchung von Personen. (1) Die Polizei kann außer in den Fällen des § 15 Abs. 2 Satz 4 eine Person durchsuchen,wenn1. sie nach diesem Gesetz oder anderen Rechtsvorschriften festgehalten werden kann,2. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sie Sachen mit sich führt, die sichergestelltwerden dürfen,3. sie sich erkennbar in einem die freie Willensbestimmungen ausschließenden Zustand odersonst in hilfloser Lage befindet,4. sie sieh an einem der in § 15 Abs. 1 Ziffer 2 genannten Orte aufhält und Tatsachen dieAnnahme eines unmittelbaren Zusammenhangs rechtfertigen oder5. sie sich in einem Objekt im Sinne des § 15 Abs. 1 Ziff. 3 oder in dessen unmittelbarer Näheaufhält und Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß in oder an Objekten dieser ArtStraftaten begangen werden sollen.(2) Die Polizei kann eine Person, deren Identität nach diesem Gesetz oder anderenRechtsvorschriften festgestellt werden soll, nach Waffen, anderen gefährlichen Werkzeugenoder Explosivmitteln durchsuchen, wenn dies nach den Umständen zum Schutz desPolizeiangehörigen oder eines Dritten gegen eine Gefahr für Leib und Leben erforderlich ist.Dienstvorschriften Seite 25
  • 26. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiDasselbe gilt, wenn eine Person nach anderen Rechtsvorschriften vorgeführt oder zurDurchführung einer Maßnahme an einen anderen Ort gebracht werden soll.§ 25. Verfahren bei der Durchsuchung von Personen.(1) Personen dürfen nur von Personen gleichen Geschlechts oder Ärzten durchsucht werden;dies gilt nicht, wenn die sofortige Durchsuchung zum Schutz gegen eine Gefahr für Leib undLeben erforderlich ist.(2) Die Durchsuchung: von Personen erfolgt durch Abtasten des bekleideten Körpers, dasKontrollieren der Bekleidung auf manuelle Weise oder durch die Verwendung dafürvorgesehener technischer Hilfsmittel.(3) Eine Durchsuchung kann unterbleiben, wenn der Be-troffene die gesuchten Sachenfreiwillig herausgibt.§ 26. Durchsuchung von Sachen. (1) Die Polizei kann außer in Fällen des § 15 Abs. 2 Satz 4 eine Sache durchsuchen, wenn1. sie von einer Person mitgeführt wird, die nach § 24 durchsucht werden darf;2. Tatsachen die Abnahme rechtfertigen, daß sich in ihr eine Person befindet, diea) in Gewahrsam genommen werden darf,b) widerrechtlich festgehalten wird oderc) hilflos ist;3. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sich in ihr eine andere Sache befindet, diesichergestellt werden darf;4. sie sich an einem der in § 15 Abs. 1 Ziff. 2 genannten Orte befindet und Tatsachen dieAnnahme eines unmittelbaren Zusammenhangs rechtfertigen oder5. sie sich in einem Objekt im Sinne des § 15 Abs. 1 Ziff. 3 oder in dessen unmittelbarer Nähebefindet und Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß Straftaten in oder an Objekten dieserArt begangen werden sollen;6. es sich um ein Land-, Wasser- oder Luftfahrzeug handelt, in dem sich eine Person befindet,deren Identität nach § 15 Abs. 1 Ziff. 4 festgestellt werden darf; die Durchsuchung kann sichauch auf die in dem Fahrzeug enthaltenen Sachen erstrecken.(2) Bei Durchsuchung von Sachen hat der Inhaber der tatsächlichen Gewalt das Recht,anwesend zu sein. Ist er abwesend, so sollen sein Vertreter oder ein anderer Zeugehinzugezogen werden. Dem Inhaber der tatsächlichen Gewalt ist auf Verlangen eineBescheinigung über die Durchsuchung und ihren Grund zu erteilen.§ 27. Betreten und Durchsuchung von Wohnungen. (1) Die Polizei kann eine Wohnung ohne Einwilligung des. Inhabers betreten unddurchsuchen, wenn1. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sich in ihr eine Person befindet, die nach § 18Abs. 3 vorgeführt oder nach § 20 in Gewahrsam genommen werden darf;2. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sich in ihr eine Sache befindet, die nach § 29Ziffer 1 sichergestellt werden darf;3. das zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Personoder für Sachen von bedeutendem Wert erforderlich ist oderDienstvorschriften Seite 26
  • 27. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei4. von der Wohnung Immissionen ausgehen, die nach Art, Ausmaß oder Dauer zu einererheblichen Belästigung der Nachbarschaft führen.(2) Die Wohnung umfaßt die Wohn- und Nebenräume, Arbeits-, Betriebs- undGeschäftsräume sowie anderes befriedetes Besitztum.(3) Während der Nachtzeit ist das Betreten und Durchsuchen einer Wohnung in den Fällendes Absatzes 1 nur zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib, Leben oder Freiheiteiner Person, für Sachen von bedeutendem Wert oder zur Beseitigung eines Zustandes, der dieöffentliche Sicherheit oder Ordnung in erheblichem Maße beeinträchtigt, zulässig.(4) Wohnungen dürfen jedoch zur Abwehr dringender Gefahren jederzeit betreten werden,wenn aufgrund tatsächlicher Anhaltspunkte erfahrungsgemäß anzunehmen ist, daß dorta) Personen Straftaten von erheblicher Bedeutung verabreden, vorbereiten oder verüben,b) sich Personen ohne erforderliche Aufenthaltserlaubnis treffen oderc) sich Straftäter verbergen.(5) Arbeits-, Betriebs- und Geschäftsräume sowie andere Räume und Grundstücke, die derÖffentlichkeit zugänglich sind oder zugänglich waren und den Anwesenden zum weiterenAufenthalt zur Verfügung stehen, dürfen zum Zwecke der Gefahrenabwehr (§ 1 Abs. 2)während der Arbeits-, Geschäfts- oder Aufenthaltszeit betreten werden.§ 28. Verfahren bei der Durchsuchung von Wohnungen.(1) Durchsuchungen dürfen, außer bei Gefahr im Verzug, nur durch den Richter angeordnetwerden. Die Entscheidung trifft das Kreisgericht, in dessen Zuständigkeitsbereich dieWohnung liegt.(2) Bei der Durchsuchung einer Wohnung hat der Wohnungsinhaber das Recht, anwesend zusein. Ist er abwesend, so ist, wenn möglich, sein Vertreter oder ein erwachsener Angehöriger,Mitbewohner oder Nachbar zuzuziehen,(3) Dem Wohnungsinhaber oder seinem Vertreter ist der Grund der Durchsuchungunverzüglich bekanntzugeben, soweit dadurch der Zweck der Maßnahmen nicht gefährdetwird.(4) Über die Durchsuchung ist eine Niederschrift zu fertigen. Sie muß die verantwortlicheDienststelle, Grund, Zeit und Ort der Durchsuchung und das Ergebnis der Durchsuchungenthalten. Die Niederschrift ist von einem durchsuchenden Polizeiangehörigen und demWohnungsinhaber oder der zugezogenen Person zu unterzeichnen: Wird die Unterschriftverweigert, so ist hierüber ein Vermerk aufzunehmen. Dem Wohnungsinhaber oder seinemVertreter ist auf Verlangen eine Abschrift der Niederschrift auszuhändigen.(5) Ist die Anfertigung der Niederschrift oder die Aushändigung einer Abschrift nach denbesonderen Umständen des Falles nicht möglich oder würde sie den Zweck der Durchsuchunggefährden, so sind dem Betroffenen lediglich die Durchsuchung unter Angabe derverantwortlichen Dienststelle sowie Zeit und Ort der Durchsuchung schriftlich zu bestätigen.Dienstvorschriften Seite 27
  • 28. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 29. Sicherstellung.Die Polizei kann eine Sache sicherstellen,1. um eine gegenwärtige Gefahr abzuwehren,2. um den Eigentümer oder den rechtmäßigen Inhaber der tatsächlichen Gewalt vor Verlustoder Beschädigung einer Sache zu schützen,3. wenn sie von einer Person mitgeführt wird, die nach dem Gesetz oder anderenRechtsvorschriften festgehalten wird und die Sache verwendet werden kann, uma) sich zu töten oder zu verletzen,;b) Leben oder Gesundheit anderer zu schädigen,c) fremde Sachen zu beschädigen oderd) die Flucht zu ermöglichen oder zu erleichtern, oder4. wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sie zur Begehung einer Straftat oderOrdnungswidrigkeit gebraucht oder verwertet werden soll.§ 30. Verwahrung.(1) Sichergestellte Sachen sind in Verwahrung zu nehmen. Läßt die Beschaffenheit derSachen das nicht zu oder erscheint die Verwahrung bei der Polizei unzweckmäßig, sind dieSachen auf andere geeignete Weise aufzubewahren, oder zu sichern. In diesem Fall kann dieVerwahrung auch einem Dritten übertragen werden.(2) Dem Betroffenen ist eine Bescheinigung auszustellen, die den Grund der Sicherstellungerkennen läßt und die sichergestellten Sachen bezeichnet. Kann nach den Umständen desFalles eine Bescheinigung nicht ausgestellt werden, so ist über die Sicherstellung eineNiederschrift aufzunehmen, die auch erkennen läßt warum eine Bescheinigung nichtausgestellt worden ist. Der Eigentümer oder der rechtmäßige Inhaber der tatsächlichen Gewaltist unverzüglich zu unterrichten.(3) Wird eine sichergestellte Sache verwahrt, so hat die Polizei nach MöglichkeitWertminderungen vorzubeugen. Das gilt nicht, wenn die Sache durch einen Dritten aufVerlangen eines Berechtigten verwahrt wird.(4) Die verwahrten Sachen sind zu verzeichnen und so zu kennzeichnen, daß Verwechslungenvermieden werden.§ 31. Verwertung, Vernichtung.(1) Die Verwertung einer sichergestellten Sache ist zulässig, wenn1. ihr Verderb oder eine wesentliche Wertminderung droht,2. ihre Verwahrung, Pflege oder Erhaltung mit unverhältnismäßig hohen Kosten oderSchwierigkeiten verbunden ist,3. sie infolge ihrer Beschaffenheit nicht so verwahrt werden kann, daß weitere Gefahren fürdie öffentliche Sicherheit oder Ordnung ausgeschlossen sind,4. sie nach einer Frist von einem Jahr nicht an einen Berechtigten herausgegeben werdenkann, ohne daß die Voraussetzungen der Sicherstellung erneut eintreten würden, oder5. der Berechtigte sie nicht innerhalb einer ausreichend bemessenen Frist abholt, obwohl ihmeine Mitteilung über die Frist mit dem Hinweis zugestellt worden ist, daß die Sache verwertetwird, wenn sie nicht innerhalb der Frist abgeholt wird.Dienstvorschriften Seite 28
  • 29. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Der Betroffene, der Eigentümer und andere Personen, denen ein Recht an der Sachezusteht, sollen vor der Verwertung gehört werden. Die Anordnung sowie Zeit und Ort derVerwertung sind ihnen mitzuteilen, soweit die Umstände und der Zweck der Maßnahmen eserlauben.(3) Die Sache wird durch öffentliche Versteigerung verwertet. Bleibt die Versteigerungerfolglos, erscheint sie von vornherein aussichtslos oder würden die Kosten der Versteigerungvoraussichtlich den zu erwartenden Erlös übersteigen, so kann die Sache freihändig verkauftwerden. Der Erlös tritt an die Stelle der verwerteten Sache. Läßt sich innerhalb angemessenerFrist kein Käufer finden, so kann die Sache einem gemeinnützigen Zweck zugeführt werden.(4) Sichergestellte Sachen können unbrauchbar gemacht oder vernichtet werden, wenn1. im Falle einer Verwertung die Gründe, die zu ihrer Sicherstellung berechtigten,fortbestehen oder Sicherstellungsgründe erneut entstehen würden, oder2. die Verwertung aus anderen Gründen nicht möglich ist. Absatz 2 gilt sinngemäß.§ 32. Herausgabe sichergestellter Sachen oder des Erlöses, Kosten. (1) Sobald die Voraussetzungen für die Sicherstellung weggefallen sind, sind die Sachen andenjenigen herauszugeben, bei dem sie sichergestellt worden sind. Ist die Herausgabe an ihnnicht möglich, können sie an einen anderen herausgegeben werden, der seine Berechtigungglaubhaft macht. Die Herausgabe ist ausgeschlossen, wenn dadurch erneut dieVoraussetzungen für eine Sicherstellung eintreten würden.(2) Sind die Sachen verwertet worden, ist der Erlös herauszugeben. Ist ein Berechtigter nichtvorhanden oder nicht zu ermitteln, ist der Erlös zu hinterlegen. Der Anspruch auf Herausgabedes Erlöses richtet sich nach den Bestimmungen des Zivilrechts.(3) Die Kosten der Sicherstellung und Verwahrung fallen den nach den §§ 6 oder 7Verantwortlichen zur Last. Mehrere Verantwortliche haften als Gesamtschuldner. Zweiter Unterabschnitt Datenerhebung§ 33. Grundsätze der Datenerhebung.(1) Die Polizei kann personenbezogen Daten nur erheben, soweit dies durch dieses Gesetzoder andere Rechtsvorschriften über die Datenerhebung der Polizei zugelassen ist.(2) Personenbezogene Daten sind grundsätzlich bei dem Betroffenen zu erheben.Personenbezogene Daten des Betroffenen können auch bei Behörden, öffentlichen Stellenoder bei Dritten erhoben werden, wenn die Datenerhebung beim Betroffenen nicht oder nurmit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist oder wenn die Erfüllung der polizeilichenAufgaben gefährden würde.(3) Personenbezogene Daten sind von der Polizei grundsätzlich offen zu erheben.(4) Werden Daten beim Betroffenen oder bei Dritten offen erheben, sind diese auf Verlangenin geeigneter Weise hinzuweisenDienstvorschriften Seite 29
  • 30. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei1. auf die Rechtsgrundlage der Datenerhebung,2. eine im Einzelfall bestehende gesetzliche Auskunftspflicht oder die Freiwilligkeit derAuskunft.Der Hinweis auf die Rechtsgrundlage der Datenerhebung oder eine im Einzelfall bestehendegesetzliche Auskunftspflicht kann zunächst unterbleiben, wenn hierdurch die Erfüllung derpolizeilichen Aufgabe oder die schutzwürdigen Belange Dritter beeinträchtigt oder gefährdetwürden.§ 33a. Datenerhebung.(1) Die Polizei kann personenbezogene Daten über die in §§ 6, 7 und 9 genannten Personenund über andere Personen erheben, wenn dies erforderlich ist1. zur Gefahrenabwehr, insbesondere zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftaten (§ 1 Abs.1),2. zum Schutz privater Rechte (§ 1 Abs. 2)3. zur Vollzugshilfe (§ 1 Abs. 3) oder4. zur Erfüllung ihr durch andere Rechtsvorschriften übertragener Aufgaben (§ 1 Abs. 4)und die §§ 12 bis 32 die Befugnisse der Polizei nicht besonders regeln.(2) Die Polizei kann ferner über1. Verantwortliche für Anlagen oder Einrichtungen, von denen eine erhebliche Gefahrausgehen kann,2. Verantwortliche für gefährdete Anlagen oder Einrichtungen,3. Verantwortliche für Veranstaltungen in der Öffentlichkeit,4. Personen, deren besondere Kenntnisse und Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr benötigtwerden,Namen, Vornamen, akademische Grade, Anschriften, Telefonnummern und andereInformationen über die Erreichbarkeit sowie nähere Angaben über die Zugehörigkeit zu einerder genannten Personengruppen erheben, soweit dies zur Vorbereitung für die Hilfeleistung inGefahrenfällen erforderlich ist.§ 34. Datenerhebung bei öffentlichen Veranstaltungen, Ansammlungen undVersammlungen.(1) Die Polizei kann personenbezogene Daten bei oder im Zusammenhang mit öffentlichenVeranstaltungen und solchen Ansammlungen, die nicht dem Versammlungsgesetzunterliegen, erheben, soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß dabei Straftatenbegangen werden. Die Unterlagen sind spätestens zwei Monate nach Ablauf derVeranstaltung oder Ansammlung zu vernichten, soweit sie nicht im Einzelfall zurBekämpfung von Straftaten und erheblichen Ordnungswidrigkeiten erforderlich sind.(2) In öffentlichen Versammlungen kann die Polizei personenbezogene Daten nur erheben,wenn tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, daß bei oder im Zusammenhang mit derVersammlung Straftaten begangen werden. Die Anfertigung von Bild- oderTonaufzeichnungen ist nur zu-lässig, wenn tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, daßdie Begehung einer Straftat droht. Die Unterlagen sind nach Beendigung der Versammlungunverzüglich zu vernichten, sofern sie nicht zur Verfolgung von Straftaten oderOrdnungswidrigkeiten benötigt werden.Dienstvorschriften Seite 30
  • 31. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(3) § 41 Abs. 6 und § 47 Abs. 4 bleiben unberührt.§ 35. Datenerhebung durch Observation. (1) Die Polizei kann personenbezogene Daten erheben durch eine durchgehend länger als 24Stunden oder an mehr als an zwei Tagen vorgesehene oder tatsächlich durchgeführte undplanmäßig angelegte Beobachtung (längerfristige Observation)1. über die in den §§ 6 und 7 genannten und unter den Voraussetzungen des § 9 über die dortgenannten Personen, wenn dies zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib, Leben oderFreiheit einer Person erforderlich ist,2. über Personen; soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß diesen PersonenStraftaten von erheblicher Bedeutung begangen werden sollen, sowie über deren Kontakt-oder Begleitpersonen, wenn die Datenerhebung zur vorbeugenden Bekämpfung dieserStraftaten erforderlich ist.Dabei dürfen auch personenbezogene Daten über andere Personen erhoben werden, soweitdies erforderlich ist, um eine Datenerhebung nach Satz 1 durchführen zu können.(2) Eine längerfristige Observation darf nur durch den Leiter der Dienststelle der Polizeiangeordnet werden.(3) Personen, gegen die sich Datenerhebungen richteten, sind nach Abschluß der Maßnahmehierüber durch die Polizei unverzüglich zu unterrichten, sobald dies ohne Gefähr-ung desZwecks der Datenerhebung erfolgen kann. Eine Unterrichtung durch die Polizei unterbleibt,wenn wegen desselben Sachverhalts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen denBetroffenen eingeleitet worden ist.(4) Auf eine Observation, die nicht die in Absatz 1 genannten Voraussetzungen erfüllt(kurzfristige Observation), finden die Absätze l bis 3 keine Anwendung. Durch einekurzfristige Observation kann die Polizei personenbezogene Daten über die in den §§ 6 und 7genannten und andere Personen nur erheben, soweit dies zum Zwecke der Gefahrenabwehr (§1 Abs. 1) erforderlich ist und ohne diese Maßnahme die Erfüllung der polizeilichen Aufgabegefährdet wird.§ 36. Datenerhebung durch den verdeckten Einsatz technischer Mittel zurAnfertigung von Bildaufnahmen und Bildaufzeichnungen. (1) Die Polizei kann personenbezogene Daten erheben durch den verdeckten Einsatztechnischer Mittel zur Anfertigung von Bildaufnahmen und Bildaufzeichnungen1. über die in den §§ 6 und 7 genannten Personen, wenn dies zur Abwehr einer gegenwärtigenGefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person erforderlich ist,2. über Personen, soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß von diesen PersonenStraftaten von erheblicher Bedeutung begangen werden sollen, sowie über deren Kontakt-oder Begleitpersonen, wenn die Datenerhebung zur vorbeugenden Bekämpfung dieserStraftaten erforderlich ist.Dabei dürfen auch personenbezogene Daten über andere Personen erhoben werden, soweitdies erforderlich ist, um eine Datenerhebung nach Satz 1 durchführen zu können.Dienstvorschriften Seite 31
  • 32. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Ein verdeckter Einsatz technischer Mittel zur Anfertigung von Bildaufnahmen undBildaufzeichnungen in oder aus der Wohnung (§ 27 Abs. 2) des Betroffenen ist nur unter denVoraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 1 zulässig.(3) Der verdeckte Einsatz technischer Mittel zur Anfertigung von Bildaufnahmen undBildaufzeichnungen darf nur durch den Leiter der Dienststelle der Polizei angeordnet werden.Die Erhebung personenbezogener Daten in oder aus der Wohnung des Betroffenen durch denverdeckten Einsatz der in Satz 1 genannten technischen Mittel darf nur durch den Richterangeordnet werden.Bei Gefahr im Verzug kann die Maßnahme durch den Leiter der Dienststelle der Polizeiangeordnet werden. Eine richterliche Entscheidung ist unverzüglich herbeizuführen. DerHerbeiführung der richterlichen Entscheidung bedarf es nicht, wenn anzunehmen ist, daß dieEntscheidung des Richters erst nach Beendigung der Maßnahme ergehen wird.(4) Eine Anordnung nach Absatz 3 bedarf es nicht, wenn das technische Mittel zurAnfertigung von Bildaufnahmen und Bildaufzeichnungen ausschließlich zum Schutz der beieinem polizeilichen Einsatz tätigen Personen mitgeführt und verwendet wird. Aufzeichnungensind unverzüglich nach Beendigung des Einsatzes zu löschen, es sei denn, sie werden zurVerfolgung von Straftaten benötigt. § 41 Abs. 6 sowie § 47 Absätze 4 und 5 bleibenunberührt.(5) Personen, gegen die sich Datenerhebungen richteten, sind nach Abschluß der Maßnahmehierüber durch die Polizei unverzüglich zu unterrichten, sobald dies ohne Gefährdung derDatenerhebung erfolgen kann. Eine Unterrichtung durch die Polizei unterbleibt, wenn wegendesselben Sachverhalts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Betroffeneneingeleitet worden ist.(6) Bildaufzeichnungen, die mit einem selbsttätigen Aufzeichnungsgerät angefertigt wurdenund ausschließlich Personen betreffen, gegen die sich die Datenerhebungen nicht richteten,sind unverzüglich zu vernichten, es sei denn, sie werden zur Verfolgung von Straftatenbenötigt.§ 37. Datenerhebung durch den verdeckten Einsatz technischer Mittel zumAbhören und Aufzeichnen des gesprochenen Wortes.(1) Die Polizei kann personenbezogene Daten erheben durch den Einsatz technischer Mittelzum Abhören und Aufzeichnen des gesprochenen Wortes1. über die in den §§ 6 und 7 genannten Personen, wenn dies zur Abwehr einer gegenwärtigenGefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Person erforderlich ist,2. über Personen, soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß von diesen PersonenStraftaten von erheblicher Bedeutung begangen werden sollen, sowie über deren Kontakt-oder deren Begleitpersonen, wenn die Datenerhebung zur vorbeugenden Bekämpfung dieserStraftaten erforderlich ist.Dabei dürfen auch personenbezogene Daten über andere Personen erhoben werden, soweitdies erforderlich ist, um eine Datenerhebung nach Satz 1 durchführen zu können.Dienstvorschriften Seite 32
  • 33. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Ein verdeckter Einsatz technischer Mittel zum Abhören und Aufzeichnen desgesprochenen Wortes in oder aus der Wohnung (§ 27 Abs. 2) des Betroffenen ist nur unterden Voraussetzungen des Absatzes 1 Nr. 1 zulässig.(3) Der verdeckte Einsatz technischer Mittel zum Abhören und Aufzeichnen desgesprochenen Wortes darf nur durch den Leiter der Dienststelle angeordnet werden. DieErhebung personenbezogener Daten in oder aus der Wohnung des Betroffenen durch denverdeckten Einsatz der in Satz 1 genannten technischen Mittel darf nur durch den Richterangeordnet werden. Bei Gefahr im Verzug kann die Maßnahme durch den Leiter derDienststelle angeordnet werden. Eine richterliche Entscheidung ist unverzüglichherbeizuführen: Der Herbeiführung der richterlichen Entscheidung bedarf es nicht, wennanzunehmen ist, daß die Entscheidung des Richters erst nach Beendigung der Maßnahmeergehen wird.(4) Einer Anordnung nach Absatz 3 bedarf es nicht, wenn das technische Mittel zum Abhörenund: Aufzeichnen des gesprochenen Wortes ausschließlich zum Schutz der bei einempolizeilichen Einsatz tätigen Personen mitgeführt und verwendet wird. Aufzeichnungen sindunverzüglich nach Beendigung des Einsatzes zu löschen, es sei denn, sie werden zurVerfolgung von Straftaten benötigt. § 41 Abs. 6 sowie § 47 Absätze 4 und 5 bleibenunberührt.(5) Personen, gegen die sich Datenerhebungen richteten, sind nach Abschluß der Maßnahmehierüber durch die Polizei unverzüglich zu unterrichten, sobald dies ohne Gefährdung desZwecks der Datenerhebung erfolgen kann. Eine Unterrichtung durch die Polizei unterbleibt,wenn wegen desselben Sachverhalts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen denBetroffenen eingeleitet worden ist.(6) Aufzeichnungen des gesprochenen Wortes, die mit einem selbsttätigenAufzeichnungsgerät angefertigt wurden und ausschließlich Personen betreffen, gegen die sichdie Datenerhebungen nicht richteten, sind unverzüglich zu vernichten, es sei denn, sie werdenzur Verfolgung von Straftaten benötigt.§ 38. Datenerhebung durch den Einsatz von Personen, derenZusammenarbeit mit der Polizei Dritten nicht bekannt ist. (1) Die Polizei kann personenbezogene Daten erheben durch den Einsatz von Personen,deren Zusammenarbeit mit der Polizei Dritten nicht bekannt ist,1. über die in den §§ 6 und 7 genannten und unter den Voraussetzungen des § 9 über die dortgenannten Personen, wenn dies zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib, Leben oderFreiheit einer Person erforderlich ist,2. über Personen, soweit Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß von diesen PersonenStraftaten von erheblicher Bedeutung begangen werden sollen, sowie über deren Kontakt-oder Begleitpersonen, wenn die Datenerhebung zur vorbeugenden Bekämpfung dieserStraftaten erforderlich ist.Dabei dürfen auch: personenbezogene Daten über andere Personen erhoben werden, soweitdies erforderlich ist, um eine Datenerhebung nach Satz l durchführen zu können.Dienstvorschriften Seite 33
  • 34. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Der Einsatz von Personen, deren Zusammenarbeit mit der Polizei Dritten nicht bekannt ist,darf nur durch den Leiter der Dienststelle oder einen von ihm Beauftragten angeordnetwerden.(3) Personen, gegen die sich Datenerhebungen richteten, sind nach Abschluß der Maßnahmehierüber durch die Polizei unverzüglich zu unterrichten, sobald dies ohne Gefährdung desZwecks der Datenerhebung erfolgen kann. Eine Unterrichtung über den Einsatz von Personen,deren Zusammenarbeit mit der Polizei Dritten nicht bekannt ist, kann unterbleiben, wenn derweitere Einsatz dieser Personen oder Leib oder Leben einer- Person dadurch gefährdet wird.Eine Unterrichtung durch die Polizei unterbleibt, wenn wegen desselben Sachverhalts einstrafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen den Betroffenen eingeleitet worden ist.§ 39. Datenerhebung durch den Einsatz Verdeckter Ermittler. (1) Die Polizei kann durch einen Angehörigen, der unter einer ihm verliehenen, aufunbestimmte Zeit angelegte Legende eingesetzt wird (Verdeckter Ermittler),personenbezogene Daten über die in den §§ 6 und 7 genannten und andere Personen erheben,wenn1. dies zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit einer Personerforderlich ist,2. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß Straftaten von erheblicher Bedeutung begangenwerden sollen, und dies zur vorbeugenden Bekämpfung dieser Straftaten erforderlich ist.(2) Soweit es für den Aufbau und zur Aufrechterhaltung der Legende unerläßlich ist, dürfenentsprechende Urkunden hergestellt oder verändert werden. Ein Verdeckter Ermittler darfunter der Legende zur Erfüllung seines Auftrages am Rechtsverkehr teilnehmen.(3) Ein Verdeckter Ermittler darf unter der Legende mit Einverständnis des Berechtigtendessen Wohnung betreten. Das Einverständnis darf nicht durch ein über die Nutzung derLegende hinausgehendes Vortäuschen eines Zutrittsrechts herbeigeführt werden. Im übrigenrichten sich die Befugnisse eines Verdeckten Ermittlers nach diesem Gesetz oder anderenRechtsvorschriften.(4) Der Einsatz eines Verdeckten Ermittlers darf nur durch den Leiter der Dienststelleangeordnet werden.(5) Personen, gegen die sich Datenerhebungen richteten, sind nach Abschluß des Einsatzeseines Verdeckten Ermittlers hierüber durch die Polizei unverzüglich zu unterrichten, sobalddies ohne Gefährdung des Zwecks der Maßnahme erfolgen kann. Eine Unterrichtung kannunterbleiben, wenn dadurch der weitere Einsatz des Verdeckten Ermittlers oder Leib oderLeben einer Person gefährdet wird. Eine Unterrichtung durch die Polizei unterbleibt, wennwegen desselben Sachverhalts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen denBetroffenen eingeleitet worden ist.§ 40. Polizeiliche Beobachtung. (1) Die Polizei kann personenbezogene Daten, insbesondere die Personalien einer Personsowie Kennzeichen des von ihr benutzten oder eingesetzten Kraftfahrzeuges, zur PolizeilichenBeobachtung in einer Datei speichern (Ausschreibung zur Polizeilichen Beobachtung), wenn1. die Gesamtwürdigung der Person und der von ihr bisher begangenen Straftaten erwartenDienstvorschriften Seite 34
  • 35. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeiläßt, daß sie auch künftig Straftaten von erheblicher Bedeutung begehen wird,2. Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß die Person Straftaten von erheblicher Bedeutungbegehen wird, und dies zur vorbeugenden Bekämpfung dieser Staftat erforderlich ist.(2) Im Falle eines Antreffens der Person oder des von ihr benutzten oder eingesetztenKraftfahrzeuges können Erkenntnisse über das Antreffen sowie über Kontakt- undBegleitpersonen und mitgeführte Sachen an die ausschreibende Polizeidienststelle übermitteltwerden.(3) Die Ausschreibung zur Polizeilichen Beobachtung darf nur durch den Richter angeordnetwerden. Die Anordnung ist auf höchstens ein Jahr zu befristen. Eine Verlängerung um nichtmehr als jeweils, ein Jahr ist zulässig, soweit die Voraussetzungen des Absatzes 1 weiterhinvorliegen. Spätestens nach Ablauf von jeweils 6 Monaten ist von der ausschreibendenPolizeidienststelle zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Anordnungen noch bestehen.Das Ergebnis dieser Prüfung ist aktenkundig zu machen.(4) Der Betroffene ist nach Beendigung der Ausschreibung zur Polizeilichen Beobachtungdurch die Polizei über die Ausschreibung und die Löschung zu unterrichten, sobald dies ohneGefährdung des Zwecks der Maßnahme erfolgen kann. Die Unterrichtung durch die Polizeiunterbleibt, wenn. wegen desselben Sachverhalts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahrengegen den Betroffenen eingeleitet worden ist.§ 41. Datenspeicherung, -veränderung und -nutzung. (1) Die Polizei kann rechtmäßig erlangte personenbezogene Daten in Akten oder Dateienspeichern und verändern sowie sonst nutzen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgabenerforderlich ist.(2) Die Nutzung personengebundener Daten ist nur zu dem Zweck zulässig, zu dem diePolizei die Daten erlangt hat. Die Nutzung zu einem anderen polizeilichen Zweck ist zulässig,soweit die Polizei die Daten zu diesem Zweck erheben dürfte.(3) Die Polizei kann personenbezogene Daten, die im Rahmen von Ermittlungsverfahren überPersonen gewonnen wurden, die verdächtig sind, eine Straftat begangen zu haben, in Dateienspeichern und verändern sowie sonst nutzen, soweit dies zur vorbeugenden Bekämpfung vonStraftaten erforderlich ist.(4) Die Dauer der Speicherung ist auf das erforderliche Maß zu beschränken. Sie darf 3 Jahrenicht überschreiten. Nach jeweils einem Jahr, gerechnet vom Zeitpunkt der letztenSpeicherung, ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen nach Absatz 1 noch vorliegen; dieEntscheidung trifft der Leiter der Dienststelle der Polizei öder ein von ihm Beauftragter.Speicherungsdauer und Prüfungstermine für Daten nach Absatz 3 dürfen bei Erwachsenenzehn und bei Jugendlichen fünf Jahre nicht überschreiten.(5) Werden Bewertungen in Dateien gespeichert, muß feststellbar sein, bei welcher Stelle dieUnterlagen geführt werden,, die der Bewertung zugrunde liegen.(6) Die Polizei kann gespeicherte personenbezogene Daten zur polizeilichen Aus- oderFortbildung nutzen oder zu statistischen Zwecken auswerten, sofern schutzwürdige BelangeDienstvorschriften Seite 35
  • 36. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeides Betroffenen nicht verletzt werden. Die Absätze 2 und 3 finden insoweit keineAnwendung.§ 42. Vorgangsverwaltung und Dokumentation.Die Polizei kann zur Vorgangsverwaltung oder zur befristeten Dokumentation polizeilichenHandelns personenbezogene Daten speichern und ausschließlich zu diesem Zwecke nutzen. §41 findet insoweit keine Anwendung.§ 43. Datenübermittlung.(1) Zwischen Dienststellen der Polizei können in Übereinstimmung mitdatenschutzrechtlichen Regelungen personen-bezogene Daten übermittelt werden, soweit dieszur Erfüllung polizeilicher Aufgaben erforderlich ist. § 41 Abs. 2 gilt entsprechend.(2) Sind andere Behörden oder, öffentliche Stellen für die Gefahrenabwehr zuständig, kanndie Polizei diesen Behörden oder öffentlichen Stellen die bei ihr vorhandenenpersonenbezogenen Daten übermitteln, soweit die Kenntnis dieser Daten zur Erfüllung derAufgaben des Empfängers erforderlich erscheint.(3) Im übrigen kann die Polizei personenbezogene Daten an Behörden und öffentliche Stellenübermitteln, soweit dies zur1. Erfüllung polizeilicher Aufgaben;2. Abwehr einer Gefahr durch den Empfänger oder3. Verhütung oder Beseitigung erheblicher Nachteile für das Gemeinwohl oder für dieschutzwürdigen Belange einzelnererforderlich ist. Unter der. Voraussetzungen des Satzes 1 Ziff. 1 oder 3 kann die Polizeipersonenbezogene Daten an nichtöffentliche Stellen oder Personen übermitteln.(4) Die, Polizei kann personenbezogene Daten an ausländische öffentliche Stellen sowie anüber- oder zwischenstaatliche Stellen übermitteln, soweit dies zur1. Erfüllung einer Aufgabe der übermittelnden Dienststeile der Polizei oder2. Abwehr einer erheblichen Gefahr durch den Empfänger erforderlich ist. Die Übermittlungunterbleibt, soweit Grund zu der Annahme besteht, daß dadurch gegen den Zweck einesdeutschen Gesetzes verstoßen würde oder schutzwürdige Be-lange des Betroffenenbeeinträchtigt würden. Der Empfänger ist darauf hinzuweisen, daß die übermittelten Datennur zu dem Zweck genutzt werden dürfen, zu dessen Erfüllung sie ihm übermittelt wurden.(5) Die Polizei kann personenbezogene Daten nach den Absätzen 2 bis 4 nur zu dem Zweckübermitteln, zu dem sie die Daten erhoben oder gespeichert hat. Abweichend von Satz 1 kanndie Polizei personenbezogene Daten, die sie zur vorbeugenden Bekämpfung von Straftatennach § 35 Abs. 1 Ziff. 2 erhoben oder nach § 41 Abs. 3 gespeichert hat, nach Maßgabe derAbsätze 2 bis 4 übermitteln, soweit dies für die Erfüllung dort genannter Aufgaben durch denEmpfänger unerläßlich ist und dieser die Daten auf andere Weise nicht oder nicht rechtzeitigoder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand erlangen kann.(6) Unterliegen die von der Polizei zu übermittelnden Daten einem Berufs- oder besonderenAmtsgeheimnis, ist für die Zulässigkeit der Übermittlung durch die Polizei fernererforderlich; daß der Empfänger die Daten zur Erfüllung des gleichen Zwecks benötigt; zudem sie die Polizei erhaben hat oder hätte erheben können.Dienstvorschriften Seite 36
  • 37. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(7) Andere Behörden und sonstige öffentliche Stellen können personenbezogene baten an diePolizei übermitteln; soweit dies zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben erforderlich erscheint.Auf Verlangen sind die Daten zu übermitteln. Die Polizei darf entsprechendeÜbermittlungsersuchen nur stellen, wenn die Voraussetzungen für die Datenerhebungvorliegen.(8) Die übermittelnde Dienststelle der Polizei prüft die Zulässigkeit der Übermittlung. Erfolgtdie Übermittlung aufgrund eines Ersuchens des Empfängers, hat die übermittelnde Stellelediglich zu prüfen, ob das Übermittlungsersuchen im Rahmen der Aufgaben des Empfängersliegt. Die Zulässigkeit der Übermittlung im übrigen prüft sie nur, wenn hierfür im Einzelfallbesonderer Anlaß besteht. Der Empfänger hat der übermittelnden Stelle die zur Prüfungerforderlichen Angaben zu machen.(9) Der Empfänger darf die übermittelten personenbezogenen Daten, soweit gesetzlich nichtsanderes bestimmt ist, nur zu dem Zweck nutzen, zu dem sie ihm übermittelt worden sind.Schutzwürdige Belange des Betroffenen dürfen nicht verletzt werden.(10) Anderweitige besondere Rechtsvorschriften über die Datenübermittlung bleibenunberührt.§ 44. Automatisiertes Abrufverfahren.Die Einrichtung eines automatisierten Verfahrens, das die Übermittlung personenbezogenerDaten durch Abruf ermöglicht, ist zulässig, soweit diese Form der Datenübermittlung unterBerücksichtigung der schutzwürdigen Belange der Betroffenen und der Erfüllungpolizeilicher Aufgaben angemessen ist und den rechtlichen Bestimmungen des Datenschutzesentspricht. Der Abruf durch andere als Dienststellen der Polizei ist ausgeschlossen.§ 45. Datenabgleich. (1) Die Polizei kann personenbezogene Daten der in, § 33 Abs. 1 Ziff. 1 und Abs. 2 Ziff. 1genannten Personen mit dem Inhalt polizeilicher Dateien abgleichen. PersonenbezogeneDaten sonstiger Personen kann die Polizei abgleichen, wenn dies aufgrund tatsächlicherAnhaltspunkte zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben geboten erscheint. Die Polizei kannferner im Rahmen ihrer Aufgabenerfüllung erlangte personenbezogene Daten mit demFahndungsbestand abgleichen.(2) Wird der Betroffene zur Durchführung einer nach einer anderen Rechtsvorschriftzulässigen Maßnahme angehalten und kann der Datenabgleich mit dem Fahndungsbestandnicht bis zum Abschluß dieser Maßnahme vorgenommen werden, darf der Betroffeneweiterhin für den Zeitraum angehalten werden, der regelmäßig für die Durchführung einesDatenabgleichs notwendig ist.§ 46. Besondere Formen des Datenabgleiches. (1) Die Polizei kann von öffentlichen oder nichtöffentlichen Stellen zur Abwehr einergegenwärtigen Gefahr für den Bestand oder die Sicherheit des Staates oder für Leib, Lebenoder Freiheit einer Person die Übermittlung von personen-bezogenen Daten bestimmterPersonengruppen aus Dateien zum Zwecke des Abgleichs mit anderen Datenbeständenverlangen, wenn tatsächliche Anhaltspunkte die Annahme rechtfertigen, daß dies zur AbwehrDienstvorschriften Seite 37
  • 38. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeider Gefahr erforderlich ist. Vorschriften über ein Berufs- oder besonderes Amtsgeheimnisbleiben unberührt.(2) Das Übermittlungsersuchen ist auf Namen, Anschrift, Tag und Ort der Geburt sowie aufim einzelnen Falle festzulegende Merkmale zu beschränken. Werden wegen technischerSchwierigkeiten, die mit angemessenem Zeit- oder Kostenaufwand nicht beseitigt werdenkönnen; weitere Daten übermittelt, dürfen diese nicht verwertet werden.(3) Ist der Zweck der Maßnahme erreicht oder zeigt sich, daß er nicht erreicht werden kann,sind die übermittelten und im Zusammenhang mit der Maßnahme zusätzlich angefallenenDaten auf dem Datenträger zu löschen und die Unterlagen, soweit sie nicht für ein mit demSachverhalt zusammenhängendes Verfahren erforderlich sind, zu vernichten. Über diegetroffene Maßnahme ist eine Niederschrift anzufertigen. Diese Niederschrift ist gesondertaufzubewahren, durch technische und organisatorische Maßnahmen zu sichern und am Endedes Kalenderjahres, das dem Jahr der Vernichtung der Unterlagen nach Satz 1 folgt, zuvernichten.(4) Die Maßnahme darf, außer bei Gefahr im Verzug, nur durch den Richter angeordnetwerden. Die Anordnung muß den zur Übermittlung Verpflichteten sowie alle benötigtenDaten und Merkmale bezeichnen: Haben die Dienststellen der Polizei bei Gefahr im Verzugdie Anordnung getroffen, so beantragen sie unverzüglich die richterliche Bestätigung derAnordnung. Die Anordnung tritt außer Kraft, wenn sie nicht binnen 3 Tagen vom Richterbestätigt wird.(5) Personen, gegen die nach Abschluß der Maßnahmen weitere Maßnahmen durchgeführtwerden, sind hierüber durch die Polizei zu unterrichten, sobald dies ohne Gefährdung desZwecks der weiteren Datennutzung erfolgen kann. Die Unterrichtung durch die Polizeiunterbleibt, wenn wegen desselben Sachverhalts ein strafrechtliches Ermittlungsverfahrengegen den Betroffenen eingeleitet worden ist.§ 47. Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten. (1) In Dateien gespeicherte personenbezogene Daten sind zu berichtigen, wenn sie -unrichtigsind. Wird festgestellt, daß in Akten gespeicherte personenbezogene Daten unrichtig sind, istdies in der Akte zu vermerken oder auf sonstige Weise festzuhalten.(2) In Dateien gespeicherte personenbezogene Daten sind zu löschen, und die dazugehörigenUnterlagen sind zu vernichten, wenn1. ihre Speicherung unzulässig ist,2. bei der nach bestimmten Fristen vorzunehmenden Überprüfung (§ 48 Abs. 1 Satz 3 Ziff. 8)oder aus Anlaß einer Einzelfallbearbeitung festgestellt wird, daß ihre Kenntnis für diespeichernde Stelle zur Erfüllung der in ihrer Zuständigkeit liegenden Aufgaben nicht mehrerforderlich ist.Die Fristen für die Überprüfung regelt der Minister des Innern durch Anordnung.(3) Stellt die Polizei fest, daß unrichtige oder nach Absatz 2 Ziff. 1 zu löschendepersonenbezogene Daten übermittelt worden sind und ist der Empfänger bekannt, ist ihm dieBerichtigung oder Löschung mitzuteilen; es sei denn, daß die Mitteilung für die Beurteilungder Person oder des Sachverhalts nicht oder nicht mehr wesentlich ist.Dienstvorschriften Seite 38
  • 39. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(4) Löschung und Vernichtung unterbleiben, wenn1. Grund zu der Annähme besteht, daß schutzwürdige Be-lange des Betroffenen beeinträchtigtwürden,2. die Daten zur Behebung einer bestehenden Beweisnot unerläßlich sind oder3. die Nutzung der Daten zu wissenschaftlichen Zwecken erforderlich ist.In diesen Fällen sind die Daten zu sperren und mit einem Sperrvermerk zu versehen. Siedürfen nur zu den in Satz 1 genannten Zwecken oder sonst mit Einwilligung des Betroffenengenutzt werden.(5) Anstelle der Löschung und Vernichtung nach Absatz 2 Satz 1 Ziff. 2 können dieDatenträger an ein Staatsarchiv abgegeben werden, soweit archivrechtliche Regelungen diesvorsehen.§ 48. Errichtungsanordnung. (1) Für jede automatisierte Datei der Polizei sind in einer Errichtungsanordnung mindestensfestzulegen:1. Bezeichnung der Datei,2. Rechtsgrundlage und Zweck der Datei,3. Personenkreis, über den personenbezogene Daten in. der Datei gespeichert werden,4. Arten der zu speichernden personenbezogenen Daten,5. Arten der personenbezogenen Daten, die der Erschließung der Datei dienen,6. Anlieferung oder Eingabe der zu speichernden personenbezogenen Daten,7. Voraussetzungen, unter denen in der Datei gespeicherte personenbezogene Daten anwelche Empfänger und in welchem Verfahren übermittelt werden,8. Fristen, nach deren Ablauf zu prüfen ist, ob die weitere Speicherung der Daten zurAufgabenerfüllung erforderlich ist, wobei nach Art und Schwere des Sachverhaltes und desAlters des Betroffenen zu unterscheiden ist.(2) Die Speicherung personenbezogener Daten ist auf das erforderliche Maß zu beschränken.In angemessenen Abständen ist die Notwendigkeit der Weiterführung oder Änderung derDateien zu überprüfen.(3) Der Minister des Innern regelt das Nähere durch Rechtsvorschriften.§ 49. Auskunft. (1) Der betroffenen Person ist entsprechend den datenschutzrechtlichen Bestimmungen aufAntrag gebührenfrei Auskunft zu erteilen über1. die zu ihrer Person gespeicherten Daten,2. die Herkunft der Daten und ,die Empfänger von Übermittlungen, soweit dies festgehaltenist,3. den Zweck und die Rechtsgrundlage der Speicherung und sonstigen Verwendung.In dem Antrag soll die Art der Daten, über die Auskunft erteilt werden soll, näher bezeichnetwerden. Bei einem Antrag auf Auskunft aus Daten kann erforderlichenfalls verlangt werden,daß Angaben gemacht werden, die das Auffinden der Daten ohne einen Aufwandermöglichen, der außer Verhältnis zu dem von der betroffenen Person geltend gemachtenDienstvorschriften Seite 39
  • 40. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiInformationsinteresse steht. Kommt die betroffene Person dem Verlangen nicht nach, kannder Antrag abgelehnt werden.(2) Absatz 1 gilt nicht für Daten, die ausschließlich zu Zwecken der Datenschutzkontrolle, derDatensicherung oder zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Betriebs einerDatenverarbeitungsanlage gespeichert werden.(3) Absatz 1 gilt außerdem nicht, soweit eine Abwägung ergibt, daß die dort gewährtenRechte der betroffenen Person hinter dem öffentlichen Interesse an der Geheimhaltung odereinem überwiegenden Geheimhaltungsinteresse Dritter zurücktreten müssen. DieEntscheidung trifft der Leiter der Dienststelle oder ein von ihm Beauftragter.(4) Die Ablehnung der Auskunftserteilung bedarf einer Begründung insoweit nicht, als durchdie Mitteilung der Gründe, auf die die Entscheidung gestützt wird, der mit derAuskunftsverweigerung verfolgte Zweck gefährdet würde.(5) Sind die personenbezogenen Daten in ein anhängiges Strafverfahren eingeführt, so ist vorErteilung der Auskunft die Zustimmung des Staatsanwaltes herbeizuführen. Im gerichtlichenVerfahren ist die Zustimmung des Gerichtes einzuholen.(6) Statt einer Auskunft über Daten in Akten können die Polizeidienststellen unbeschadet desAbsatz 3 Satz 1 der betroffenen Person Akteneinsicht gewähren. Dritter Abschnitt Vollzugshilfe§ 50. Vollzugshilfe. (1) Die Polizei leistet anderen Behörden auf Ersuchen Vollzugshilfe, wenn unmittelbarerZwang erforderlich ist oder erforderlich erscheint und die anderen Behörden nicht über diehierzu erforderlichen Dienstkräfte verfügen oder ihre Maßnahmen nicht auf andere Weiseselbst durchsetzen können.(2) Die Polizei ist nur für die Art und Weise der Durchführung verantwortlich.(3) Die Verpflichtung zur Amtshilfe bleibt unberührt.§ 51. Verfahren.(1) Vollzugshilfeersuchen sind schriftlich zu stellen; sie haben dem Grund und dieRechtsgrundlage der Maßnahme anzugeben.(2) In Eilfällen kann das Ersuchen formlos gestellt werden. Es ist jedoch auf Verlangenunverzüglich schriftlich zu bestätigen.(3) Die ersuchende Behörde ist von der Ausführung des Ersuchens zu verständigen.§ 52. Vollzugshilfe bei Freiheitsentziehung.Dienstvorschriften Seite 40
  • 41. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei (1) Hat das Vollzugshilfeersuchen eine Freiheitsentziehung zum Inhalt, ist auch dierichterliche Entscheidung über die Zulässigkeit der Freiheitsentziehung vorzulegen oder indem Ersuchen zu bezeichnen.(2) Ist eine vorherige richterliche Entscheidung nicht ergangen, hat die Polizei diefestgehaltene Person zu entlassen, wenn die ersuchende Behörde diese nicht übernimmt oderdie richterliche Entscheidung nicht unverzüglich nachträglich beantragt.(3) Die §§ 22 und 23 gelten entsprechend. Vierter Abschnitt Zwang Erster Unterabschnitt Erzwingung von Handlungen, Duldungen und Unterlassungen§ 53. Zulässigkeit des Verwaltungszwanges. (1) Der Verwaltungsakt, der auf die Vornahme einer Handlung oder auf Duldung oderUnterlassung gerichtet ist, kann mit Zwangsmitteln durchgesetzt werden, wenn erunanfechtbar ist oder wenn ein Rechtsmittel keine aufschiebende Wirkung hat.(2) Der Verwaltungszwang kann ohne vorausgehenden Verwaltungsakt angewendet werden,wenn das zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr notwendig ist, insbesondere weilMaßnahmen gegen Personen nach der §§ 6 bis 9 nicht oder nicht rechtzeitig möglich sindoder keinen Erfolg versprechen und die Polizei hierbei innerhalb ihrer Befugnisse handelt.§ 54. Zwangsmittel. (1) Zwangsmittel sind:1. Ersatzvornahme (§ 55),2. Zwangsgeld (§ 5),3. unmittelbarer Zwang (§ 57).(2) Sie sind nach Maßgabe der §§ 58 und 63 anzudrohen.(3) Die Zwangsmittel können auch neben einer Strafe oder Geldbuße angewandt und solangewiederholt und gewechselt werden, bis der Verwaltungsakt befolgt worden ist oder sich aufandere Weise erledigt hat.§ 55. Ersatzvornahme.(1) Wird die Verpflichtung, eine Handlung vorzunehmen, deren Vornahme durch einenanderen möglich ist (vertretbare Handlung), nicht erfüllt, so kann die Polizei auf Kosten desBetroffenen die Handlung selbst ausführen oder einen anderen mit der Ausführungbeauftragen.Dienstvorschriften Seite 41
  • 42. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Es kann bestimmt werden, daß der Betroffene die voraussichtlichen Kosten derErsatzvornahme im voraus zu zahlen hat. Zahlt der Betroffene die Kosten der Ersatzvornahmeoder die voraussichtlich entstehenden Kosten der Ersatz-vornahme nicht fristgerecht, sokönnen sie vollstreckt werden. Die Vollstreckung der voraussichtlichen Kosten unterbleibt,sobald der Betroffene die gebotene Handlung ausführt.§ 56. Zwangsgeld. (1) Das Zwangsgeld beträgt mindestens zehn und höchstens fünftausend Deutsche Mark. Esist schriftlich festzulegen.(2) Mit der Festlegung des Zwangsgeldes ist dem Betroffenen eine angemessene Frist zurZahlung einzuräumen.(3) Zahlt der Betroffene das Zwangsgeld nicht fristgerecht, so wird es vollstreckt. DieVollstreckung unterbleibt, sobald der Betroffene die gebotene Handlung ausfährt oder die zuduldende Maßnahme gestattet.§ 57. Unmittelbarer Zwang.(1) Die Polizei kann unmittelbaren Zwang anwenden, wenn andere Zwangsmittel nicht inBetracht kommen oder keinen Erfolg versprechen oder unzweckmäßig sind. Für die Art und.Weise der Anwendung unmittelbaren Zwanges gelten die §§ 58 ff.(2) Urmittelbarer Zwang zur Abgabe einer Erklärung ist ausgeschlossen.§ 58. Androhung der Zwangsmittel.(1) Zwangsmittel sind möglichst schriftlich anzudrohen. Dem Betroffenen ist in derAndrohung zur Erfüllung der Verpflichtung eine angemessene Frist zu bestimmen; eine Fristbraucht nicht bestimmt zu werden, wenn eine Duldung oder Unterlassung erzwungen werdensoll.Vor der Androhung kann abgesehen werden; wenn S 3t-" stände sie nicht zulassen,insbesondere wenn die sofortige Anwendung des Zwangsmittels zur Abwehr einergegenwärtigen Gefahr notwendig ist.(2) Die Androhung kann mit dem Verwaltungsakt verbunden werden durch den die Handlung,Duldung oder Unterlassung aufgegeben wird. Sie soll mit ihm verbunden, werden wenn einRechtsmittel keine aufschiebende Wirkung hat.(3) Die Androhung muß sich auf bestimmte Zwangsmittel beziehen. Werden mehrereZwangsmittel angedroht, ist anzugeben, in welcher Reihenfolge sie angewandt werden sollen.(4) Wird Ersatzvornahme angedroht, so sollen in der Androhung die voraussichtlichen Kostenangegeben werden.(5) Das Zwangsgeld ist in bestimmter Höhe anzudrohen.Dienstvorschriften Seite 42
  • 43. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(6) Die Androhung ist zuzustellen. Das gilt auch dann, wenn sie mit dem zugrunde liegendenVerwaltungsakt verbunden ist und für ihn keine Zustellung vorgeschrieben ist. Zweiter Unterabschnitt Ausübung unmittelbaren Zwanges§ 59. Rechtliche Grundlagen. (1) Ist die Polizei nach diesem Gesetz oder anderen Rechtsvorschriften zur Anwendungunmittelbaren Zwanges befugt, gelten für die Art und Weise der Anwendung die §§ 63 bis 68und, soweit sich aus diesen nichts Abweichendes ergibt, die übrigen Vorschriften diesesGesetzes.(2) Die zivil- und strafrechtlichen Wirkungen nach den Vorschriften über Notwehr undNotstand bleiben unberührt.§ 60. Begriffsbestimmung.(1) Unmittelbarer Zwang ist die Einwirkung auf Personen oder Sachen durch körperlicheGewalt, ihre Hilfsmittel und durch Waffen.(2) Körperliche Gewalt ist jede unmittelbare körperliche Einwirkung auf Personen oderSachen.(3) Hilfsmittel der körperlichen Gewalt sind insbesondere Fesseln, Wasserwerfer, technischeSperren, Diensthunde; Dienstpferde, Dienstfahrzeuge, Reiz- und Betäubungsstoffe sowie zumSprengen bestimmte explosionsfähige Stoffe (Sprengmittel).(4) Als Waffen sind Schlagstock, Pistole; Revolver, Gewehr und Maschinenpistolezugelassen.§ 61. Handeln auf Anordnung.(1) Die Polizeiangehörigen sind verpflichtet, unmittelbaren Zwang anzuwenden, der voneinem Weisungsberechtigten angeordnet wird. Dies gilt nicht;, wenn die Anordnung dieMenschenwürde verletzt oder nicht zu dienstlichen Zwecken erteilt worden ist.(2) Eine Anordnung darf nicht befolgt werden, wenn dadurch eine Straftat begangen würde.Befolgt der Polizeiangehörige die Anordnung trotzdem, so trifft ihn eine Schuld nur, wenn ererkennt oder wenn es nach den ihm bekannten Umständen offensichtlich ist, daß dadurch eineStraftat begangen wird.(3) Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit der Anordnung hat leer Polizeiangehörige demAnordnenden gegenüber vorzubringen, soweit das nach den Umständen möglich ist.Dienstvorschriften Seite 43
  • 44. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 62. Hilfeleistung für Verletzte.Wird unmittelbarer Zwang angewendet, ist Verletzten, soweit es nötig ist und die Lage eszuläßt, Beistand zu leisten und ärztliche Hilfe zu verschaffen.§ 63. Androhung unmittelbaren Zwanges. (1) Unmittelbarer Zwang ist vor seiner Anwendung anzudrohen. Von der Androhung kannabgesehen werden, wenn die Umstände sie nicht zulassen, insbesondere wenn die sofortigeAnwendung des Zwangsmittels zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr notwendig ist. AlsAndrohung des Schußwaffengebrauchs gilt auch die Abgabe eines Warnschusses.(2) Schußwaffen dürfen nur dann ohne Androhung gebraucht werden, wenn das zur Abwehreiner gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben erforderlich ist.(3) Gegenüber einer Menschenmenge ist die Anwendung unmittelbaren Zwanges möglichstso rechtzeitig anzudrohen, daß sich Unbeteiligte noch entfernen können. Der Gebrauch vonSchußwaffen gegen Personen in einer Menschenmenge ist Stets anzudrohen; die Androhungist vor dem Gebrauch zu wiederholen. Bei Gebrauch von technischen Sperren undDienstpferden kann von der Androhung abgesehen werden.§ 64. Fesselung von Personen. Eine Person, die nach diesem Gesetz oder anderen Rechts-vorschriften festgehalten wird,darf gefesselt werden, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sie1. Polizeibeamte oder Dritte angreifen, Widerstand leisten oder Sachen beschädigen wird,2. fliehen wird oder befreit werden soll oder3. sich töten oder verletzen wird und diese Gefahr nicht anders abgewendet werden kann.Dasselbe gilt, wenn eine Person nach anderen Rechtsvorschriften vorgeführt oder zurDurchführung einer Maßnahme an einen anderen Ort gebracht wird.§ 65. Allgemeine Vorschriften über den Schußwaffengebrauch. (1) Schußwaffen dürfen nur gebraucht werden, wenn andere Maßnahmen des unmittelbarenZwanges erfolglos angewendet sind oder offensichtlich keinen Erfolg versprechen. GegenPersonen ist ihr Gebrauch nur zulässig, wenn der Zweck, nicht durch Schußwaffengebrauchgegen Sachen erreicht werden kann.(2) Schußwaffen dürfen gegen Personen nur gebraucht werden, um angriffs- oderfluchtunfähig zu machen.(3) Gegen Personen, die dem äußeren Eindruck nach nicht 14 Jahre alt oder erkennbarschwanger sind, ist die Anwendung der Schußwaffe unzulässig. Das gleiche gilt, wennunbeteiligte Personen mit hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet werden.(4) Absatz 3 gilt nicht, wenn der Schußwaffengebrauch das einzige Mittel zur Abwehr einergegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben ist.;Dienstvorschriften Seite 44
  • 45. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 66. Schußwaffengebrauch gegen Personen. (1) Schußwaffen dürfen gegen Personen nur gebraucht werden,1. um eine gegenwärtige Gefahr für Leib und Leben abzuwehren,Z. um die unmittelbar bevorstehende Begehung oder Fortsetzung eines Verbrechens odereines Vergehens unter Anwendung oder Mitführung von Schußwaffen oder Explosivmittelnzu verhindern,3. um eine Person anzuhalten, die sich der Festnahme oder Identitätsfeststellung durch Fluchtzu entziehenwenn siea) eines Verbrechens dringend verdächtig ist oderb) eines Vergehens dringend verdächtig ist und Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sieSchußwaffen oder Explosivmittel mit sich führt;4. zur Vereitelung der Flucht oder zur Ergreifung einer Person, die in amtlichem Gewahrsamzu halten oder ihm zuzuführen ista) auf Grund richterlicher Entscheidung wegen eines Verbrechens oder auf Grund desdringenden Verdachts eines Verbrechens oderb) auf Grund richterlicher Entscheidung wegen eines Vergehens oder auf Grund desdringenden Verdachts eines Vergehens, sofern Tatsachen die Annahme rechtfertigen, daß sieSchußwaffen oder Explosivmittel mit sich führt,5. um die gewaltsame Befreiung einer Person aus amtlichem Gewahrsam zu verhindern.(2) Schußwaffen dürfen nach Absatz 1 Ziff. 4 nicht gebraucht werden, wenn es sich um denVollzug von Jugendhaft handelt:§ 67. Schußwaffengebrauch gegen Personen in einer Menschenmenge.(1) Der Schußwaffengebrauch gegen Personen in einer Menschenmenge ist unzulässig, wennfür den Polizeiangehörigen erkennbar Unbeteiligte mit hoher Wahrscheinlichkeit gefährdetwerden. Dies gilt nicht, wenn der Schußwaffengebrauch das einzige Mittel zur Abwehr einergegenwärtigen Lebensgefahr ist.(2) Unbeteiligte sind nicht Personen in einer Menschenmenge, die Gewalttaten begeht oderdurch Handlungen erkennbar billigt oder unterstützt, wenn diese Personen sich aus derMenschenmenge trotz wiederholter Androhung nach § 63 Abs. 3 nicht entfernen.§ 68. Sprengmittel.Sprengmittel dürfen gegen Personen nicht angewendet werden. Fünfter Abschnitt Schadensausgleich, Erstattungs- und Ersatzansprüche§ 69. Zum Schadensausgleich verpflichtende Tatbestände.(1) Erleidet jemand infolge einer rechtmäßigen Inanspruchnahme nach § 9 einen Schaden, istihm ein angemessener Ausgleich zu gewähren. Das gleiche gilt, wenn jemand durch einerechtswidrige Maßnahme der Polizei einen Schaden erleidet.Dienstvorschriften Seite 45
  • 46. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(2) Der Ausgleich ist auch Personen zu gewähren, die mit Zustimmung der Polizei bei derErfüllung polizeilicher Aufgaben freiwillig mitgewirkt oder Sachen zur Verfügung gestellthaben und dadurch einer Schaden erlitten haben.(3) Weitergehende Ersatzansprüche, insbesondere aus der Staatshaftung, bleiben unberührt.§ 70. Inhalt, Art und Umfang des Schadensausgleiches. (1) Der Ausgleich nach § 69 wird grundsätzlich nur für Vermögensschaden gewährt. Fürentgangenen Gewinn, der über den Ausfall des gewöhnlichen Verdienstes oderNutzungsentgeltes hinausgeht, und für Nachteile, die nicht in unmittelbarem Zusammenhangmit der polizeilichen Maßnahme stehen, ist ein Ausgleich nur zu gewähren, wenn und soweitdies zur Abwendung unbilliger Härten geboten erscheint,(2) Bei einer Verletzung des Körpers oder der Gesundheit oder, bei einer Freiheitsentziehungist auch der Schaden, der nicht Vermögensschaden ist, angemessen auszugleichen, dieserAnspruch ist nicht übertragbar und nicht vererblich, es sei denn, daß er rechtshängiggeworden oder durch Vertrag anerkannt worden ist.(3) Der Ausgleich wird in Geld gewährt. Hat die zum Aus-gleich verpflichtende Maßnahmedie Aufhebung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit oder eine Vermehrung der Bedürfnisseoder den Verlust oder die Beeinträchtigung eines Rechtes auf Unterhalt zur Folge; so ist derAusgleich nach den Bestimmungen des Zivilrechts zu gewähren. Der Anspruch wird nichtdadurch ausgeschlossen, daß ein anderer dem Geschädigten Unterhalt zu gewähren hat.(4) Stehen dem Geschädigten Ansprüche gegen Dritte zu, so ist, soweit diese Ansprüche, nachdem Inhalt und Umfang dem Ausgleichsanspruch entsprechen, der Ausgleich nur gegenAbtretung dieser Ansprüche zu gewähren.(5) Bei der Bemessung des Ausgleichs sind alle Umstände zu berücksichtigen, insbesondereArt und Vorhersehbarkeit des Schadens und ob der Geschädigte oder, sein Vermögen durchdie Maßnahme der Polizei geschützt worden sind. Haben Umstände, die der Geschädigte zuvertreten hat, auf die Entstehung oder Verschlimmerung des Schadens eingewirkt, so hängtdie Verpflichtung zum Ausgleich sowie der Umfang des Ausgleichs insbesondere davon ab,inwieweit der Schaden vorwiegend von dem Geschädigten oder durch die Polizei verursachtworden ist.§ 71. Ansprüche mittelbar Geschädigter.(1) Im Falle der Tötung sind im Rahmen des § 70 Abs. 5 die Kosten der Bestattungdemjenigen auszugleichen, dem die Verpflichtung obliegt, diese Kosten zu tragen.(2) Stand der Getötete zur Zeit der Verletzung zu einem Dritten in einem Verhältnis, aufgrunddessen er diesem gegenüber kraft Gesetzes unterhaltspflichtig war oder unter-haltspflichtigwerden konnte, und ist dem Dritten infolge der Tötung das Recht auf den Unterhalt entzogen,so kann der Dritte im Rahmen des § 70 Abs. 5 insoweit einen angemessenen Ausgleichverlangen, als der Getötete während der mutmaßlichen Dauer seines Lebens zur Gewährungdes Unterhalts verpflichtet gewesen wäre. § 70 Abs. 3 ist entsprechend anzuwenden. DerAusgleich kann auch dann verlangt werden, wenn der Dritte zur Zeit der Verletzung gezeugt,aber noch nicht geboren war.Dienstvorschriften Seite 46
  • 47. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 72. Verjährung des Ausgleichsanspruches.Die Verjährung des Ausgleichsanspruches bemißt sich nach den Bestimmungen desZivilrechtes.§ 73. Ausgleichspflichtiger, Erstattungsansprüche.(1) Der Anspruch auf Ausgleich des Schadens ist bei der Dienststelle der Polizei geltend zumachen, in deren Zuständigkeitsbereich der Schaden entstanden ist.(2) Der Ausgleich des Schadens richtet sich nach den geltenden Rechtsvorschriften.§ 74. Rückgriff gegen den Verantwortlichen.Hat die Polizei Ausgleich geleistet, kann sie bei Vorliegen der Voraussetzungen von den nach§§ 6 oder 7 Verantwortlicher Aufwendungsersatz verlangen.§ 75. Rechtsweg.Für Ansprüche auf Schadensausgleich oder auf Erstattung und Ersatz von Aufwendungennach den §§ 73 Abs. 1 und 74 ist der Rechtsweg gegeben. Sechster Abschnitt Richterliche Entscheidungen und Rechtsmittel§ 76. Verfahren bei richterlichen Entscheidungen. (1) Für richterliche Entscheidungen über polizeiliche Maßnahmen gemäß §§ 21, 23 Abs. l, 36Abs. 3, 37 Abs. 3, 40 Abs. 3 und 46 Abs. 4 ist das Kreisgericht zuständig, in dessenZuständigkeitsbereich die Polizeidienststelle ihren Sitz hat, von der die Maßnahmedurchgeführt wurde.(2) Die richterliche Entscheidung ergeht ohne mündliche Verhandlung durch Beschluß desEinzelrichters. Der Beschluß ist schriftlich zu begründen, mit einer Rechtsmittelbelehrung zuversehen und dem Betroffenen zuzustellen.(3) Wird durch eine richterliche Entscheidung gemäß §§ 21 Abs. 1, 28 Abs. 1, 36 Abs. 3 oder46 Abs. 4 eine polizeilich angeordnete Maßnahme für unzulässig erklärt, hat der Betroffeneeinen Anspruch auf Schadensausgleich gemäß § 69 Abs. 1.§ 77. Rechtsmittel zur Beschwerde.(1) Dem von der richterlichen Entscheidung gemäß §§ 21 Abs. l, 28 Abs. l, 36 Abs. 3, 37Abs. 3, 40 Abs. 3 und 46 Abs. 4 Betroffenen, steht das Rechtsmittel der Beschwerde zu. DieBeschwerde ist binnen einer Woche nach Zustellung bei dem Kreisgericht, von dem derDienstvorschriften Seite 47
  • 48. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizeiangefochtene Beschluß erlassen ist, zu Protokoll der Rechtsantragstelle oder schriftlich durchden Betroffenen oder einen Rechtsanwalt einzulegen.(2) Das Kreisgericht hat über die Beschwerde innerhalb von drei Tagen zu entscheiden. Hältdas Gericht die Beschwerde für begründet, ist ihr stattzugeben; anderenfalls ist dieBeschwerde dem Bezirksgericht vorzulegen.(3) Das Bezirksgericht entscheidet innerhalb einer Woche abschließend über die Beschwerde.(4) Durch die Einlegung der Beschwerde wird die Durchführung des angefochtenenBeschlusses nicht gehemmt. Das Kreisgericht, dessen Beschluß angefochten wird, sowie dasBezirksgericht können Jedoch anordnen, daß die Durchführung des angefochtenenBeschlusses auszusetzen ist.§ 78. Beschwerde(1) Gegen die nach diesem Gesetz oder anderen Rechtsvorschriften von der Polizeigetroffenen Bratscheidungen und durchgeführten Maßnahmen der Polizei kann Beschwerdeeingelegt werden. Der von der Entscheidung oder Maßnahme Betroffene ist darüber zubelehren, daß er Beschwerde einlegen kann. Eine Belehrung kann entfallen, soweit dies durchdie Umstände, unter denen die Maßnahme durchgeführt werden muß ausgeschlossen ist.(2) Die Beschwerde ist schriftlich oder mündlich unter Angabe der Gründe innerhalb einerFrist von zwei Wochen nach Zugang oder Bekanntgabe der Entscheidung oder Kenntnis derMaßnahme bei der Dienststelle einzulegen, die die Entscheidung getroffen oder dieMaßnahme angeordnet hat.(3) Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Die für die Entscheidung jeweilszuständige Dienststeile kann jedoch die Durchführung der ausgesprochenen Maßnahmen biszur endgültigen Entscheidung vorläufig aussetzen.(4) Über die Beschwerde ist innerhalb von 2 Wochen nach ihrem Eingang zu entscheiden.Wird der Beschwerde nicht oder nicht in vollem Umfang stattgegeben, ist sie innerhalb dieserFrist dem übergeordneten Leiter zur Entscheidung zuzuleiten. Der Einreicher der Beschwerdeist darüber zu informieren. Der übergeordnete Leiter hat innerhalb weiterer zwei Wochen zuentscheiden.(ä) Kann in Ausnahmefällen eine Entscheidung innerhalb der Frist nicht getroffen werden, istrechtzeitig ein Zwischenbescheid unter Angabe der Gründe sowie des voraussichtlichenAbschlußtermins zu geben.(6) Entscheidungen über Beschwerden sind den Einreichern de„ Beschwerden schriftlichbekanntzugeben und zu begründen.(7) Die Rechtsrnittelregelungen des Strafprozeß- und Ordnungswidrigkeitsrechts bleibenhiervon unberührt.Dienstvorschriften Seite 48
  • 49. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei§ 79. Verwaltungsrechtsweg.Soweit keine besondere gerichtliche Zuständigkeit nach diesem Gesetz vorgesehen ist, ist derVerwaltungsrechtsweg gegeben. Siebenter Abschnitt Zuständigkeit und Sonderpolizeien§ 80. Zuständigkeit.(1) Die in diesem Gesetz festgelegten Aufgaben und Befugnisse werden durch dieSchutzpolizei, die Kriminalpolizei, die Bereitschaftspolizei, die Wasserschutzpolizei und dieTransportpolizei wahrgenommen.(2) Soweit nicht in anderen Rechtsvorschriften Aufgaben und Befugnisse für den Grenzschutzfestgelegt sind, nimmt er die Aufgaben und Befugnisse nach diesem Gesetz wahr. Sonderpolizeien§ 81. Zentrales Kriminalamt.Das Zentrale Kriminalamt (ZKA) ist die zentrale Dienststelle für kriminalpolizeilicheAufgaben auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik. Es nimmt die durchGesetz übertragenen kriminalpolizeilichen Aufgaben der Strafverfolgung undKriminalitätsvorbeugung wahr.Durch Einigungsvertrag vom 31. August 1990 wurde der § 81 mit Wirkung vom 2. Oktober1990 außer Kraft.§ 82. Gemeinsames Landeskriminalamt. Das zentrale Kriminalamt wird als Gemeinsames Landeskriminalamt der LänderBrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen im Sinnedes § 3 Abs. 2 des Gesetzes über die Einrichtung eines Bundeskriminalpolizeiamtes(Bundeskriminalamtes) weitergeführt, solange und soweit diese keine Landeskriminalämtererrichtet haben.§ 83. Regelung über das Gemeinsame Landeskriminalamt. Die Länder regeln durch Vereinbarung Sitz, Dienst- und Fachaufsicht sowie Kostentragungfür das Gemeinsame Landeskriminalamt. Solange und soweit solche Vereinbarungen nichtgetroffen sind, ist das Gemeinsame Landeskriminalamt dem Land Brandenburgvorübergehend angegliedert und sein vorläufiger Sitz ist Berlin. Die Kosten für dasGemeinsame Landeskriminalamt werden von den Ländern anteilig im Verhältnis derEinwohnerzahl der jeweiligen Länder getragen, die kein eigenes Landeskriminalamtunterhalten.§ 84. Aufgaben des Gemeinsamen Landeskriminalamtes.Dienstvorschriften Seite 49
  • 50. IG Historische Einsatzfahrzeuge der PolizeiDas gemeinsame Landeskriminalamt nimmt bis zu einer anderweitigen Regelung durch dieLänder deren kriminalpolizeiliche Aufgaben (gemäß § 1), insbesondere auch die Erstellungvon Expertisen und Informationsverarbeitung mit überregionaler Bedeutung wahr.§ 85. Transportpolizei.(1) Die Transportpolizei erfüllt als zentral geführte Polizei die in diesem Gesetz geregeltenAufgaben auf dem Gebiet der Bahnanlagen und nimmt hierzu die in diesem und anderenGesetzen für sie geregelten Befugnisse wahr.(2) Außerhalb des Gebietes der Bahnanlagen kann die notwendigen vorläufigen Maßnahmentreffen,1. solange bei Gefahr im Verzug die örtlich zuständige Polizeidienststelle die zur Abwehr derGefahr notwendigen Maßnahmen nicht treffen kann,2. um Personen, die auf dem Gebiet der Bahnanlagen auf frischer Tat angetroffen wurden, zuverfolgen und zu ergreifen.(3) Die Transportpolizei bearbeitet folgende auf dem Gebiet der Bahnanlagen begangeneStraftaten1. Diebstahl, Verwahrungsbruch und Unterschlagung, wenn sich die Gegenstände imEigentum, im Besitz oder im Gewahrsam der Eisenbahn befinden oder auf dem Gebiet derBahnanlagen verloren oder zurückgelassen worden sind,2. Diebstahl in Reisezügen sowie auf Bahnsteigen im Zusammenhang mit dem Reiseverkehr. Achter Abschnitt Durchführungsregelungen und Inkrafttreten§ 86. Durchführungsregelungen.Die zur Durchführung dieses Gesetzes erforderlichen Rechtsvorschriften erläßt derMinisterrat.§ 87. Inkrafttreten.(1) Dieses Gesetz tritt am 1. Oktober 1990 in Kraft.(2) Gleichzeitig treten außer Kraft:1. Gesetz vom 11. Juni 1968 über die Aufgaben und Befugnisse der Deutschen Volkspolizei(GBl. I Nr. 11 5.232) i. d. F. der Ziff. 8 der Anlage zum Gesetz vom 24. Juni 1971 über dieNeufassung von Regelungen über Rechtsmittel gegen Entscheidungen staatlicher Organe(GBl. I Nr. 3 S. 49) sowie der Ziff. 3 der Anlage zum Gesetz vom 14. Dezember 1988 zurAnpassung von Regelungen über Rechtsmittel der Bürger und zur Festlegung dergerichtlichen Zuständigkeit für die Nachprüfung von Verwaltungsentscheidungen (GBl. I Nr.28 S. 329),2. Verordnung vom 1. April 1982 über die freiwilligen Helfer der Deutschen Volkspolizei(GBl. I Nr. 16 S. 343).Dienstvorschriften Seite 50
  • 51. IG Historische Einsatzfahrzeuge der Polizei(3) In den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt undThüringen gilt das vorliegende Gesetz mit Ausnahme der §§ 81-85 bis zu dem Zeitpunkt, andem das jeweilige Land ein eigenes Polizeiaufgabengesetz in Kraft setzt. Die §§ 82-84 geltenbis zur speziellen Regelung der Aufgaben der Kriminalämter in den Ländern. Die §§ 80Absatz 2 und 85 gelten bis zur Herstellung der Einheit Deutschlands.(4) Mit dem Tage der Herstellung der Einheit Berlins treten das Allgemeine Gesetz vom 11.Februar 1975 zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in Berlin (AllgemeinesSicherheits- und Ordnungsgesetz - ASOG Bln. GVBl. S. 688), zuletzt geändert durch Gesetzvom 12. Dezember 1989 (GVBl. S. 2155) und das Gesetz über die Anwendung des un-mittelbaren Zwanges bei der Ausübung öffentlicher Gewalt durch Vollzugsbeamte desLandes Berlin (UZAG Bln.) vom 22. Juni 1970 (GVBl. S. 921), zuletzt geändert durch Gesetzvom 8. März 1985 (GVBl. S. 586) auch für den bisherigen Ostteil der Stadt in Kraft.Durch den Einigungsvertrag vom 31. August 1990 wurden dem Gesetz folgende Maßgabenbeigefügt:a) Dieses Gesetz bleibt bis zum Inkrafttreten von Polizeigesetzen der Länder in den in Artikel1 Abs. 1 des Vertrags genannten Ländern in Kraft, längstens jedoch bis zum 31. Dezember1991.b) Mit Wirksamwerden des Beitritts tritt der § 81 außer Kraft. Das vorstehende, von der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik amdreizehnten September neunzehnhundertneunzig beschlossene Gesetz wird hiermit verkündet.Berlin, den dreizehnten September neunzehnhundertneunzig Die Präsidentin der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik Bergmann-PohlDienstvorschriften Seite 51