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  • 1. Aristoteles ( 384 – 322)
    • Metaphysik/Erkenntnistheorie
      • Primäre Realität = Substanz, Eigenschaften (Akzidenzien) existieren nicht unabhängig
    • Natur und Veränderung
      • jeder Gegenstand ist aus Form und Materie zusammengesetzt
      • 4 Ursachen v. Veränderung: 1. Form (formale Ursache), 2. Deren zugrundeliegende Materie (materielle Ursache), 3. Tätigkeit (hervorbringende Ursache), 4. Zweck (Endursache)  Teleologie  Ausschluß des Zufalls  Determinismus
  • 2. Aristoteles ( 384 – 322)
    • Kosmologie
      • es gibt keinen Anfang  Universum ist ewig
      • Es gibt keinen leeren Raum im Universum
      • Himmel mit vollkommenster aller Bewegungen: gleichförmige Kreisbewegung
    • Biologie
      • Gleichsetzung von Form der Lebewesen mit deren Seele: nährende Seele (Pflanzen), wahrnehmende Seele (Tiere), rationale Seele (Mensch)
      • Seele ist nicht unsterblich
  • 3. Aristoteles – die wichtigsten Streitpunkte
    • Metaphysik:
      • Substanz als primäre Realität
    • Naturphilosophie:
      • Determinismus
      • Seele ist nicht unsterblich
    • Kosmologie:
      • Universum ist ewig
      • Es gibt keinen leeren Raum
  • 4. Antike Aristoteles-Rezeption
    • Claudius Ptolemaios (um 150)
      • Ptolemäisches Weltbild: Ästhetische, philosophische und religiöse Argumente: Himmel als besonderer Ort  die dort angesiedelten Naturkörper müssen vollkommen sein
      • Planetenbewegung als Kombination gleichförmiger Kreisbewegungen erklären scheinbare Geschwindigkeits- und Richtungsverschiebungen: Epizykeltheorie (rückläufige Bewegungen von Planeten)
      • Es lassen sich nur Vermutungen darüber anstellen, ob eine göttl. Macht die Bewegungen am Himmel verursacht, oder ob die Dinge rein materieller Natur sind, der einzige Weg, der zur Gewißheit führt, ist die Mathematik
  • 5. Antike Aristoteles-Rezeption
    • Galenos v. Pergamon (129 – 210)
      • aristotelische Teleologie: Natur (Demiurg) tut nichts vergeblich
    • Boethius (480 - 524), Neuplatoniker
      • versuchte Fragen nach dem göttl. Vorauswissen und dem Wesen der göttl. Dreifaltigkeit mithilfe der aristotel. Logik anzugehen
      • Übersetzer der Aristotel. Logik und v. Euklids Elementen
  • 6. Septem Artes Liberales
    • Begriff v. Varro, (116 – 27 v. Chr.)
        • . Grammatik
        • . Rhetorik = Trivium (spätere Bezeichnung)
        • . Logik = “philologische Künste”
        • . Arithmetik
        • . Geometrie = Quadrivium (spätere Bz.)
        • . Astronomie = “naturwissenschaftliche Künste“
        • . Musik (-theorie)
        • . Medizin (später herausgekürzt)
        • . Architektur (später herausgekürzt)
  • 7. Septem Artes Liberales
    • Entspricht dem platonisch-aristotelischen Wissensprogramm
    • Martianus Capella (410 – 439): “Über die Hochzeit Merkurs und der Philologie”
  • 8. Bildungsförderung durch die Kirche
    • Bibel lesen  Alphabetisierung  Kirche wurde zur wichtigsten bildungsfördernden Kraft in Europa
    • Apologetik: Verteidigung des christl. Glaubens gegen gebildete Gegner
    • Anwendung der Gesetze der Logik
    • Theol als Wissenschaft
    • Skepsis ggü. Naturphil. des Aristoteles
    • Christentum richtete sich an gebildete Oberschicht
    • Durch die Kirche vergrößert sich der Kreis der Wissensträger
    • Gründung u. Unterhaltung v. Schulen
  • 9. Neuplatonismus u. Christentum
    • Phil. Grundl. zur Verteidigung des Heidentums gegen das Christentum  Schließung der ath. Schule durch Justinian I. 529.
    • Alexandria passte sich dem christlichen Umfeld besser an als die athenische Schule und blieb bestehen.
    • Kirchenväter selbst neuplatonisch
      • Augustinus: Christentum als Vollendung der Lehre Platons (Monotheismus)
    • Christl. Neuplatonismus: „Das Eine = Christengott“ (Dyonysius Areopagita, 500)
    • umgekehrte Beeinflussung des Neuplatonismus durch die christl. Theologie
  • 10. Bildungsförderung durch die Kirche
    • Gegner Tertullian (155 – 230): “Phil. als Quelle der Ketzerei”
    • Befürworter Augustinus (354 – 430): “Phil. als Magd der Religion
      • neuplatonisch fundiertes Verständnis der christl. Offenbarung
      • “ bei ihnen [den heidn. Wissenschaften] sind unschätzbare sittl. Anweisungen und viel wahres über die Anbetung des einzigen Gottes zu finden”
      • „ Das Wahre und Nützliche soll aus der heidn. Literatur herausgefiltert werden“
  • 11. Wissenschaft im Frühmittelalter
    • Alternative zur klassischen Bildung mit dem Mönchtum im 5. Jhd.: 550 Benedikt v. Nursia
    • Bibelstudium im Mittelpunkt
    • Enturbanisierung
    • Theologie wurde zur Leitwissenschaft (Phänomen der sich ablösenden wissenschaftlichen Interessen), in der röm. Antike waren das noch Medizin, Logik u. Rhetorik
    • 6. Jhd. Klöster in Irland mit besonders intensiven Studium heidn. Schriften
    • Kreativität in anderen Bahnen: Überleben, Pflege rel. Weltanschauungen, Bewahrung u. Weitergabe vorh. Kenntn,
    • Isidor v. Sevilla (560 – 636): oberflächl. Zusammenfassg. griech. Naturphil.
    • Beda Venerabilis ( - 735)
  • 12. Leitwissenschaften
    • Griechenland:
      • Metaphysik, Mathematik, Astronomie
    • Rom:
      • Medizin, Logik, Rhetorik
    • Mittelalter:
      • Theologie
    • Neuzeit (ab 16. Jhd)
      • Empirische Naturwissenschaften
  • 13. Wissenschaft in Byzanz
    • Aristoteleskommentatoren (Naturphil.) Themistos (-385), Simplikios ( - 533)
    • Johannes Philoponos ( - 570)
      • Übersetzung ins arab.
      • Aristoteleskritik: Verwerfung der Unterteilung in supra- u. sublunaren Kosmos, sowie dessen Unveränderlichkeit
    • Konzil v. Ephesos 431: Nestorianer flüchteten im 5. Jhd. nach Edessa (Syrien), von dort 489 weiter nach Nisibis (Persien): Dort theol. Schule mit aristotelischer Logik (Voraussetzung für Theologie), auch Ärzteschule in Nisibis
    • Nestorianer in Gondaschipur bis 6. Jhd. (Uni?)
  • 14. Wissenschaft im Islam
    • Mit Koran Ende des 6. Jhd Etablierung der arab. Sprache
    • Omajaden in Damaskus nach Tod Mohammeds 632 traten in Kontakt mit gebildeten Persern und Syrern
    • Abbaside Almansor (754 – 775) Bagdad: intellektuelles, freizügiges Zentrum
    • Harun al Raschid (786 – 809, dessen Enkel) gründet Haus der Weisheit
      • Leitung: Hunain Ibn Ishaq ( 808 – 873, Nestorianer)
    • Al- Mamun (813 – 833, dessen Sohn), Haus der Weisheit wird zum Übersetzungszentrum
      • Thabit ibn Qurra (836 – 901, dreisprach. Heide)
    • Bis 1000 lag der gesamte Korpus griech. Med, Naturphil. u. Mathematik in arab. Übersetzung vor
  • 15. Wissenschaft im Islam
    • Al Battani (Albategnius, 858 – 929): astron. Beobachtungsprogramm in Raqqa
      • Trigonometrie (Sinus, Cosinus), Konzept der Null
    • Tafelwerke (Zij-al Sindhind)
    • 1259 – 14. Jhd Observatorium in Maragha als Wirkungsstätte bedeutender Astronomen
    • Ibn al Haytham (Alhazen, 965 – 1039):
      • Kritik an Ptolemaios, Optik (Katoptrik und Dioptrik)
      • Theorie des Lichts und des Sehens: Licht ist eine essentielle Form selbstleuchtender Körper. Sie kommt nicht selbstleuchtenden Körpern akzidentiell zu
    • Avicenna (980 – 1037), Neuplatoniker
      • Kanon der Medizin
    • Averroes (1126 – 1198)
      • Logik als Möglichkeit, aus den Daten der Sinne zur Erkenntnis die Wahrheit zu gewinnen
      • Logik als Gesetz des Denkens und der Wahrheit.
      • Konflikt mit den Sichtweisen der islamischen Orthodoxie, wurde nach Nordafrika verbannt
    • Andalusien: Jabir al Aflah, Al Bitruji, Ibn Rushd (Averroes)  direkter Einfluß auf Europa
    • produktive Überschreitung des antiken Wissens
    • Wissen nahm im Islam nie einen institutionalisierten Platz ein
    • Niedergang im 13. u. 14. Jhd
  • 16. Karolingische Renaissance
    • Karl der Große: Programm zur Stärkung v. Kirche u. Staat
    • Anhebung des klerikalen Bildungsniveaus (Hofschule Alkuins)
    • Einrichtung v. Dom- u. Klosterschulen
    • Höfische Wissenskultur ab Ende des 8. Jhd (lat. Sprachkenntn., Literatur, gebildete Höflinge, reisende Gelehrte, Bibliotheken), Hof = Wissenszentrum
    • Johannes Scotus Eriugena (850 – 875), am Hofe Karls des Kahlen
      • christl. gepr. Naturphilosophie
    • Gerbert d’Aurillac (aka. Papst Silvester II. 945 – 1003)
      • Wiederentdeckung und Verbreitung der aristotelischen Logik (sowie der anderen freien Künste)
      • Eigene Abhandlung über Logik
  • 17. Wissenschaft im Hochmittelalter
    • starke Monarchien sorgten für Recht u. Ordnung
    • Industrielle Revolution durch Wasserrad
    • Günstigeres Klima
    • Urbanisierung  Konzentration v. Vermögen
    • Wiederentdeckung u. Beherrsch. lat. Klassiker
    • Anwendung phil. Methoden auf das gesamte Fächerspektrum, inkl. Bibelstudium u. Theologie ( = vernunftgeleiteter Ansatz der Theol., Tradition der Apologetiker)
  • 18. Wissenschaft im Hochmittelalter
    • Anselm v. Bec u. Canterbury (1033 – 1109): ontol. Gottesbeweis ohne Berufung auf die Autorität der Bibel
    • Petrus Abaelardus (1079 – 1142) baute Anselms rationalistisches Programm weiter aus, wurde v. der religiösen Obrigkeit zwei mal verurteilt
      • Sic et non: Zusammenstellung widersprüchlicher Aussagen der Kirchenväter zu theol. Fragen, welche mit phil. Methoden untersucht worden
      • Stellt an Bibeltexte gelehrte Fragen dogmatischer, moral., rechtl. u. philologischer Art
  • 19. Platonismus des 12. Jhd
    • Platons Timaios (Erschaffung des Kosmos)  Schöpfungsbericht der Genesis
    • Thierry v. Chartres ( 1085 – 1150), Platoniker
      • beschränkt den dir. Einfl. Gottes auf den Anfangsmoment der Schöpfung, alles weitere hat natürl. Ursachen  Naturalismus
    • Wilhelm v. Conches (1090 – 1154), Platoniker:
      • “ Gottes Werk äußert sich in den natürl. Kräften”
      • “ Wer nach sekundären Ursachen sucht, leugnet nicht die Existenz der primären Ursache”
    • Immer deutlicher empfanden die Gelehrten die Existenz einer nat. Ordnung oder eines Naturgesetzes
    • Konflikt von Glaube und Vernunft
    • Adelard v. Bath (1116 – 1142):
      • “ Nur dann sollte Zuflucht zu Gott genommen werden, wenn alle natürl. Erklärungen nicht ausreichen”
      • 1126 Übersetzer der arab. Zijes (Tafelwerke)
    • Gefährl. Vordringen der Phil. auf das Territorium der Theol.
  • 20. Die Übersetzungswelle (10. - 13. Jhd)
    • Eindruck, daß im Islam und in Byzanz die eigentl. Quellen geistigen Reichtums lagen  geistig überlegene Kulturen
    • Gerhard v. Cremona (1114 – 1187) , Toledo
    • William v. Moerbeke (13. Jhd)
    • Gesamtwerk Aristoteles wurde nun bekannt  im 13. Jhd wich die plat. Phil. dem Ansturm der Aristoteliker
    • Sicherheit konnte man nur aus den log. Schriften gewinnen (z.b. Syllogismus: prima et secunda praemissae, conclusio)
    • Prinzipiell neue Fundierung v. wssnschftl. Denken
  • 21. Aufstieg der Universitäten
    • Wohlstand  ab 1200 Renaissance des Bildungswesens
    • Bedarf nach Organisation (Sicherstellung v. Rechten, Privilegien u. Rechtsschutz
    • Zünfte (zur gleichen Zeit) als Organisationsmodell
    • “ Universitas” – Zusammenschluß von Personen
    • Vorexaminiertenfakultät der 7 freien Künste ( = Hilfswissenschaften)
    • Drei Graduiertenfakultäten Medizin, Recht, Theologie
    • Ergänzung des Lehrplans des Quadriviums um die 3 phil. Fächer Moralphil., Naturphil. u. Metaphysik, aristotel. Naturphilosophie
  • 22. Der Weg in den Konflikt
    • Autorität der Tradition wird von der Autorität der Argumente abgelöst  Logik als Wissenschaft rückt in den Vordergrund
    • Bis dahin konnte zwar die Vernunft nicht die letzten Mysterien des Glaubens ergründen, aber auch nicht in unauflöslichen Widerspruch zu ihm geraten, so daß die Theol. sich vertrauensvoll der Vernunftmittel der Phil. bedienen konnte
    • Aristoteles: (Beendigung der Übersetzung und) Verbreitung ab erstes Jahrzehnt des 13. Jhd
    • Mit den naturphil. Schriften (erst seit dem 12. Jahrhundert durch Übersetzungen aus dem Arabischen und Griechischen bekannt), zu denen auch Übertragungen aus arabischen Aristoteleskommentaren, besonders des Averroes hinzukamen geriet das Verhältnis von Vernunfterkenntn. (scientia) und Glaube (fides) in ein neues Spannungsverhältnis.
  • 23. Die Verurteilungen v. 1210
    • 1210 Dekret des bischöfl Konzil in Paris: Bann auf die aristotel. Unterweisung
    • 1215 Erneuerung durch den päpstl. Legaten Robert de Courcon
    • 1231 Papst Gregor IX greift ein: Bestätigung und Erneuerung der Rechtsgültigkeit
    • Verbot, Aristoteles‘ Bücher zu lesen, wenn sie vorher nicht untersucht und von Fehlern bereinigt würden
    • “ Wissenschaften sollen dem Verständnis der hl. Schrift dienen”
    • “ Bereinigung”  Gregor erkannte sowohl Nutzen als auch Risiken  Gelehrten wurden dazu ermuntert, Aristoteles zu studieren
    • Rationalistisch-naturalistisch gepr. Weltbild war dem christl. Denken entgegengesetzt
  • 24. Hauptkonfliktpunkte
    • Kosmologie: Unvergänglichkeit (Kosmos entstand zu keinem Zeitpunkt und kann nicht vergehen)
    • Determinismus
    • Seele als Form (Organisationsprinzip) des Körpers kann nicht eigenständig bestehen
    • Schöpfungsdoktrin
    • Willensfreiheit (Sühne, Erlösung, Wunder)
    • Unsterblichkeit der Seele
  • 25. Erste Aussöhnungsbestrebungen
    • Robert Grosseteste (1186 – 1253): Neuplatonismus
      • Schriften zur Physik: Nebeneinander aristotelischer und nicht-aristotelischer Elemente
    • Roger Bacon (Franziskaner, 1220 – 1292): Nützlichkeit des neuen Wissenguts
      • Neue Phil. als Gottesgabe
      • Beweis v. Glaubensinhalten
      • Bekehrung Ungläubiger
      • Kirchenkalender (Astronomie)
      • “ Wenn Phil. gottgegeben ist, kann es keine Konflikte zw. ihr u. Glaubensinhalten geben”  Berufung auf Autorität Augustinus‘
    • Bonaventura (Franziskaner 1217 – 1274): Skeptiker
      • Verstand ohne göttl. Eingebung kann nicht zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen
  • 26. Christlicher Aristotelismus
    • Albert der Große (Dominikaner 1200 – 1280): Platoniker
    • Während sich Bacon auf Mathematik u. Optik beschränkte, wollte Albert den gesamten Aristotelischen Korpus erfassen u. auslegen
    • Vorstellung eines unvergängl. Universums ist auch phil. nicht haltbar!
    • Seele ist zwar nicht (nur) Form des Körpers, sie erfüllt aber die Funktion einer Form (ohne lediglich eine solche zu sein)
    • Verpflichtung auf das (aristotelische) rationale Programm: Phil. auf alle menschl. Bereiche anwendbar: Trennung v. Theol. u. Phil. auf Basis ihrer jeweil. Methodologie
    • Welt muß soweit wie mg. durch natürl. Ursachen erklärt werden
  • 27. Aristotelisierung des Christentums: Thomismus
    • Thomas v. Aquin (Schüler Alberts, 1224 – 1274)
    • Aristotel. Phil. u. christl. Theol. sind 2 Methoden der Wahrheitsfindung , die nicht notw. unvereinbar sein müssen ( Sinneswahrnehmung u. Verstand vs. Offenbarung, beides sind Gaben Gottes )
    • Unterschiedl. Erkenntn. sind nicht notw. widersprüchl.
    • Phil kann Erkenntn. des Glaubens durch das Formulieren v. Analogien aus dem Bereich der Natur erläutern
    • Phil liefert Argumente gegen Glaubenseinwände
    • Synthese der Lehren des Aristoteles und des Augustinus
    • In dem Versuch, Aristoteles zu christianisieren, aristotelisierte er das Christentum: Thomismus
  • 28. Radikaler Aristotelismus
    • Siger v. Brabant (1240 – 1284)
      • Averroismus
      • Sterblichkeit der Seele
      • Determinismus  keine Wunder
    • Boethius v. Dacia (um 1270)
      • Lehre von der “doppelten Wahrheit”
      • Rationalist
      • Schöpfungstheorie zieht übernatürliche Prinzipien in Betracht, die im Bereich der Phil. fehl am Platz sind
      • Auferstehung der Toten widerspricht dem (aristotel.) Determinismus
  • 29. Die Verurteilungen v. 1270 und 1277
    • 1270 verurteilt Etienne Tempier, Bisch.v. Paris 13 phil. Sätze v. Siger
    • die Zeit der eklektischen Annäherung an Aristoteles war vorüber
    • 1277 umfassendere Verbotsliste von 219 phil. Sätzen
  • 30. Die Verbotsliste
    • Lehre “v. 2 entgegengesetzten Wahrheiten”
    • Ewigkeit der Welt
    • Monopsychismus
    • Ablehnung der Unsterblichkeit des Individuums
    • Determinismus
    • Ablehnung der gött. Vorhersehung u. Willensfreiheit
    • Rationale Methoden (Rationalismus)
    • Ablehnung des Dogmatismus (Berufung auf Autoritäten)
    • Eigenständigkeit sekundärer Ursachen, wenn primäre Ursache (Gott) nicht mehr beteiligt ist (Naturalismus)
    • ab 1277 zusätzl.
    • Himmel hat Einfluß auf Seele u. Körper
    • Weltenjahrtheorie : Wiederholung der Geschehnisse alle 36000 Jahre (Himmelskörper wieder an derselben Position)
    • Himmlische Sphären werden von Seelen bewegt
    • Gott kann nicht mehr als ein Universum geschaffen haben
  • 31. Folge der Verurteilungen
    • Gelehrten wurden dazu ermuntert, nach nicht-aristotelischen Alternativen in Phys. u. Kosmologie zu suchen
    • Verbot der Weltenjahrtheorie  Nicole Oresme, mat. Abhandlung  Unwahrscheinlichkeit der Himmelskörper in exakt derselben Position
    • Unbegrenzte Schöpferkraft Gottes  Diskussion über mg. Welten u. imaginäre Sachverhalte  Raum außerhalb des Universums  endloser leerer Kosmos
    • dies führte zur spekulativen und hypothetischen Naturphil. des 14. Jhd.
    • allmähl. Assimilierung der aristotelischen Phil. durch die mittelalterliche Christenheit
    • wenn Gott jede beliebige Welt hätte erschaffen können, gibt es nur eine Möglichkeit zu erkennen, welche Welt er erschaffen hat  hinausgehen und betrachten  empirische Naturphil.  Grundstein für die mod. Wissenschaft
  • 32. Entwicklung im 14. Jhd
    • Entwicklung zum Skeptizismus
    • Aristotelische Gewißheitsansprüche werden in Frage gestellt
    • Aristoteles hatte die Existenz v. Ort, Raum und Leere außerhalb der Welt abgelehnt, dieser Ablehnung hatten sich die Gelehrten angeschlossen, bis die Verurteilungen v. 1277 zu einer Neubewertung der Frage führten  Umwandlung der aristotel. Kosmologie
    • Gegenseitige Einflußnahme v. Theologie u. Kosmologie: aristotel. Kosmologie wurde an die Bedürfnisse der Bibelauslegung angepaßt, gleichzeitig übernahmen die Bibelausleger die Grundl. der aristotelischen Kosmologie
      • Problem der aristotel. äußeren Planetensphäre versus an verschiedenen Tagen erschaffenen caelum und firmamentum  “dicke Planetensphären”
  • 33. Wilhelm v. Ockham (1285 – 1347)
    • Franziskaner in Oxford
    • schränkt Überscheidungsbereich zw. Theol. u. Phil ein  Trennung  Vorbereiter des Laizismus
    • Phil. kann nicht über Glaubensinhalte entscheiden
    • Über Gott kann man nichts wissen, man kann nur glauben
    • gg. Anselm v. Canterbury: die Wahrheit des christl. Glaubens kann nicht durch die Mittel der Vernunft bewiesen werden
    • Universalienstreit: Gegen Ideenlehre Platons
    • Schöpfertätigkeit Gottes  Die Welt besteht aus Einzeldingen
    • Gott bringt nicht Prinzipien, sondern viele Einzeldinge hervor
    • Theol. Begründung: Alles was ist, ist vom Ursprung individuell, kontingent (könnte auch in einer mg. Welt widerspruchsfrei anders sein), zufällig
    • Aristoteles: Welt als geordneter Kosmos, Ockham: Welt als eine v. Gott geschaffenen mg. Welten
    • Außerhalb Gottes als dem einzigen, notw. sein gibt es nur kontingente Dinge
    • Endlichkeit der menschl. Vernunft (Aristoteles: Ewige Ordnung der Welt)
    • Vom Papst aus der Kirche ausgeschlossen, findet beim dt. Kaiser Ludw. des Bayern in München Zuflucht
    • Auseinandersetzung v. Ludwig dem Bayern und Franziskanern (Armutsstreit) gegen Papst Johannes XXII. In Avignon
  • 34. Naturphil./Kosmologie der supralunaren Welt
    • Johannes Buridanus (1295 – 1358)
      • Bewegungswahrnehmung ist relativ
      • Aristotelisches Weltbild wird phil. entschieden
    • Nicole Oresme (1320 – 1382)
      • widerlegte Einwände gg. Erddrehung: relative Bewegung
      • Anpassung des Bibeltextes an Erdrehungs-Theorie, am Ende lehnt er selbst die Erddrehungstheorie ab
      • Die Bewegungsfrage ist weder aus Erfahrung, noch aus phil. Gründen noch aus dem Bibeltext heraus entscheidbar  sie bleibt phil. offen
      • Anwendung mathematischer Methoden auf naturwissenschaftliche Erscheinungen
      • natürliche Erscheinungen müssen auf natürliche (und nicht auf überirdische) Ursachen zurückgeführt werden
  • 35. Entwicklung im 16./17. Jhd
    • Neue Trägergruppen der neuen Wissenschaft  Bruch (Koyré)
    • Soziale Prozesse im 15. u. 16. Jhd sind der Entwicklung vorausgegangen
    • Neue Wissensträgergruppen:
      • Artefici und Virtuosi (Künstler-Ingenieure)
      • Humanistische Gelehrte
      • Universitätsgelehrte
    • Praktische Mathematik: Architektur, Navigation, Geographie, Ballistik, Hydraulik, kfm. Rechnen
    • Neue empirische Wissenschaften: Anatomie, Gastheorie/Vakuumlehre, Magnetismus
    • Neue mat. Techniken: symb. Algebra, analyt. Geometrie, Infinitesmalkalküle
  • 36. Entwicklung im 16./17. Jhd
    • 2 konkurrierende Systeme: Universität versus handwerkl. Wissen der Bürgergesellsch. (auch an aufgeklärten Höfen), z.B. Galileo Galilei
    • Neue Trägergruppen der Wissenschaft (Künstler-Ingenieure)
    • universalitäre Struktur wird aufgebrochen
    • Betonung des empir. Wissens
    • Die neuen Wssnschaft. des 17. Jhd (Galilei, Descartes, Gassendi, Boyle, Newton) verwarfen die aristotel. Metaphysik (Naturbegriff, Form und Materie, Substanz, Aktualität und Potentialität, 4 Qualitäten, 4 Ursachen  radikale Begriffsverschiebung
    • Neues Weltbild: Als Ersatz für die zweckgerichtete, organisierte u. organische Welt der aristotel. Naturphil. boten die neuen Metaphysiker eine mechanische Welt an, die von lebloser Materie, unaufhörl. Ortsbewegung u. zufäl. Kollision bestimmt war
    • An Stelle der aristotel. Teleologie, welche den Zweck innerhalb der Natur selbst ansiedelte, trat das zweckgerichtete Handeln eines Schöpfergottes, welcher die Natur von außen her kontrollierte
    • Aristotelesrezeption des Mittelalters hatte entscheidende Konsequenzen für die weitere Entw. der Naturphil.
  • 37. Entwicklung im 16./17. Jhd
    • Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543)
      • Zentrum liegt bei der Sonne
      • Heliozentr. Weltbild nicht kontrovers: mat. Beschreibungsmodelle müssen nicht mit der Realität übereinstimmen
      • Mat. Hypothesen müssen nicht wahr sein und stehen neben anderen Systemen
    • Giordano Bruno (1548 – 1600), Pantheist
      • Aristoteles-Gegner
      • Weltraum ist unendlich und ewig
      • Jesus ist nicht Sohn Gottes
    • Tycho Brahe (1546 – 1601)
      • „ sistema mundi“: Auflösung des geozentr. Weltbildes
      • Unveränderlichkeit des Himmels wird in Frage gestellt
    • Johannes Kepler (1571 – 1630)
      • Geheimnisse der Natur sind mathematisch
      • Sonne als kaus. Grund für Planetenbewegungen
      • Ellipsenberechnungen: Infinitesmal- u. Differentialrechnung
    • Galileo Galilei (1564 – 1642)
      • Fernrohrbeobachtungen: Siderius Nuncius
      • Himmelskörper sind nicht perfekt