Szenario-Projekt zur Versorgung von Menschen mit        Demenz im Jahre 2030 (Sze-Dem)                                    ...
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Hintergrund•  Die Anzahl der Menschen mit Demenz wird weltweit zunehmen!•  Die Demenz wird zu einer zunehmenden gesellscha...
Ziele  Es sollen gezielte Entscheidungen getroffen werden,      die die Weichenstellungen in die gewünschte               ...
Methode Die Szenario-Methode ist ein universelles Instrument,      das komplexe Zukunftsfragen systematisch               ...
Bildung konsistenter    Problemanalyse und Identifikation                     Sammlung wichtiger Deskriptoren        Bildu...
Methode            Problemanalyse und Identifikation                                       Grundlagen              der rel...
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Methode                         Sammlung wichtiger Deskriptoren                             zu den Einflussfeldern        ...
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Methode          Bildung und Auswahl alternativer                   Ausprägungen                                          ...
Bildung konsistenter    Problemanalyse und Identifikation                     Sammlung wichtiger Deskriptoren          Bil...
Methode     Bildung konsistenter Ausprägungsbündel mittels           Paarweiser Konsistenzbewertungen                     ...
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Methode                    Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder   Über 7 Billionen potenziell mögliche Kombi...
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Diskussion•  Die Personalsituation wird schwierig, aber nicht hoffnungslos!•  Die Versorgung von Menschen mit Demenz lässt...
Handlungsempfehlungen Basisprinzipien: •  Bei allen geplanten Maßnahmen ist stets das Wohl der Betroffenen zu    berücksic...
Handlungsempfehlungen Forschungsförderung •  Die Versorgungsforschung (im Bereich der Demenz) sollte insgesamt durch    ei...
Handlungsempfehlungen Grundlagenforschung und Technologie •  Neue therapeutische Verfahren sind hinsichtlich ihrer Wirksam...
Handlungsempfehlungen Professionelle Gesundheitsversorgung: •  Vorhandene Versorgungsstrukturen und -angebote sind bezogen...
Handlungsempfehlungen Gesellschaft und Demenz •  Projekte der gemeindenahen Versorgung („Quartier“) sollten gefördert und ...
Limitationen•  Gefahr der Überschätzung der scheinbaren Genauigkeit explorativer Szenarien•  Bewertung der Vorhersagegenau...
Stärken•  Unterstützt die systematische Auseinandersetzung mit unsicheren alternativen   Zukünften•  Reduktion der wahrgen...
Kontakt           Vielen Dank für Ihre                                             Kontakte:            Aufmerksamkeit!   ...
LiteraturBaker J, Lovell K, Harris N. How expert are the experts? An exploration of the concept of "expert" within Delphi ...
LiteraturGrebe H. Diskursethnographische Altersbildforschung – Ein Entwurf für die Analyse von Bildern des hohen Alters in...
LiteraturPiot P. HIV-Infektion: Die Antwort auf die Pandemie muss neu konzipiert werden. Dtsch Arztebl 2010; 107:A-2330.Ro...
Fazit•  Bei politisch und wirtschaftlich konstanten Rahmenbedingungen ist   eine sehr gute Versorgung von Menschen mit Dem...
Fragestellung•  Wie können Menschen mit Demenz in Zukunft versorgt werden?•  Wer soll dies leisten?•  Welche technischen H...
Beantwortung der Fragen                                   Wer soll dies leisten?•  Die Versorgung von Menschen mit Demenz ...
Beantwortung der Fragen Welche technischen Hilfsmittel könnten nutzbringend                 ein gesetzt werden?•  Der Szen...
Beantwortung der Fragen             Welche therapeutischen Optionen werden                  voraussichtlich verfügbar sein...
Beantwortung der Fragen                       Wie kann dies finanziert werden?•  Die Entwicklung der wirtschaftliche Lage ...
Beantwortung der FragenWelche Modelle zur Integration der Versorgung von Menschen mit  Demenz in den gesamtgesellschaftlic...
Beantwortung der FragenWie können Menschen mit Demenz in Zukunft versorgt                    werden?•  Die Versorgungssitu...
Methode     Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder                            Grundlagen                      ...
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NPK2011: Szenario-Projekt zur Versorgung von Menschen mit Demenz im Jahre 2030

  1. 1. Szenario-Projekt zur Versorgung von Menschen mit Demenz im Jahre 2030 (Sze-Dem) Ines Buscher Niederrheinischer Pflegekongress: Krefeld 28./29.09.2011Kerstin Goluchowicz, Ewa Dönitz, Bernd Beckert, Sabine Bartholomeyczik, Horst Christian Vollmar
  2. 2. GliederungHintergrundZieleMethodeErgebnisseDiskussionStärken und SchwächenDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 2
  3. 3. Hintergrund•  Die Anzahl der Menschen mit Demenz wird weltweit zunehmen!•  Die Demenz wird zu einer zunehmenden gesellschaftlichen und gesundheitsökonomischen Herausforderung!•  Wie sich die Versorgungssituation in der Zukunft gestalten wird und welche Weichen bereits heute gestellt werden könnten, um die zukünftige Situation in einer gewünschten Weise zu beeinflussen, ist unklar!(vgl. Bickel 2002; vgl. Hallauer 2002; vgl. Rothgang 2010; vgl. Ziegler/Dohlhammer 2010)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 3
  4. 4. Ziele Es sollen gezielte Entscheidungen getroffen werden, die die Weichenstellungen in die gewünschte Richtung unterstützen.•  Sze-Dem will den Blick für zukünftige Problemstellungen schärfen und Lösungsstrategien entwerfen•  Das Projekt will den heutigen Akteuren in Forschung und Politik Handlungsoptionen und Empfehlungen für den Umgang mit der zukünftigen Situation aufzeigen•  Hierzu wurden Szenarien für die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz im Jahre 2030 entwickeltDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 4
  5. 5. Methode Die Szenario-Methode ist ein universelles Instrument, das komplexe Zukunftsfragen systematisch behandeln kann.•  Diskussion mit Studierenden (Ermittlung der Einflussfelder)•  Experten-Workshop (Ermittlung relevanter Deskriptoren)•  Literaturanalyse (Beschreibung des Ist-Zustandes der Deskriptoren und Ableitung von Ausprägungen)•  Szenario-Workshop (Bewertung der gegenseitigen Beeinflussung der einzelnen Ausprägungen)(vgl. Beckert et al. 2008; vgl. Grausemeier et al. 1996; vgl. Kosow/Gaßner 2008)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 5
  6. 6. Bildung konsistenter Problemanalyse und Identifikation Sammlung wichtiger Deskriptoren Bildung und Auswahl alternativer Ausprägungsbündel mittels paarweiser der relevanten Einflussfelder zu den Einflussfeldern Ausprägungen Konsistenzbewertungen Forschung & Technologiemedizinische politischer &Versorgung & juristischer Pflege Versorgung Rahmen von MmD 2030 Gesellschaft, finanzieller Ethik & Werte Rahmen Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Ausarbeitung der Szenarien und Szenario-Interpretation DZNE – Standort Witten Seite 6
  7. 7. Methode Problemanalyse und Identifikation Grundlagen der relevanten Einflussfelder • Literatur Forschung & •  Seminare mit Technologie Studierendenmedizinische politischer &Versorgung & juristischer Pflege Versorgung Rahmen von MmD 2030 Gesellschaft, finanzieller Ethik & Werte Rahmen DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 7
  8. 8. Bildung konsistenter Problemanalyse und Identifikation Sammlung wichtiger Deskriptoren Bildung und Auswahl alternativer Ausprägungsbündel mittels paarweiser der relevanten Einflussfelder zu den Einflussfeldern Ausprägungen Konsistenzbewertungen Forschung & Technologie Deskriptor 1medizinische politischer & Regionale Forschung &Versorgung & Wirtschafts - Deskriptor 2 juristischer Technologie struktur Pflege Versorgung Rahmen von MmD 2030 Deskriptor 3 … Gesellschaft, finanzieller Ethik & Werte Rahmen Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Ausarbeitung der Szenarien und Szenario-Interpretation DZNE – Standort Witten Seite 8
  9. 9. Methode Sammlung wichtiger Deskriptoren zu den Einflussfeldern Grundlagen Versorgungsangebote für Menschen mit Demenz und ihre •  Experten- Regionale Bezugspersonen Workshop („vonmedizinische Wirtschafts - der Stammzell- Konzeption und Umsetzung vonVersorgung & forscherin Versorgungsplänen struktur Pflege bis zur Architektin“) Wohnsituation von Menschen mit Demenz Personalsituation PflegearrangementsDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 9
  10. 10. Bildung konsistenter Problemanalyse und Identifikation Sammlung wichtiger Deskriptoren Bildung und Auswahl alternativer Ausprägungsbündel mittels paarweiser der relevanten Einflussfelder zu den Einflussfeldern Ausprägungen Konsistenzbewertungen Forschung & Deskriptor 1 Technologie Deskriptor 1medizinische politischer & Regionale Forschung &Versorgung & Wirtschafts - Deskriptor 2 juristischer Technologie Deskriptor 2 struktur Pflege Versorgung Rahmen von MmD 2030 Deskriptor 3 Deskriptor 3 … Gesellschaft, finanzieller Ethik & Werte Rahmen Deskriptor 4 Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Ausarbeitung der Szenarien und Szenario-Interpretation DZNE – Standort Witten Seite 10
  11. 11. Methode Bildung und Auswahl alternativer Ausprägungen Grundlagen Vielfältige Wohnformen in •  Experten- ausreichender Anzahl Workshop („vonWohnsituationvon Menschen Vielfältige Wohnformen aber der Stammzell- mit Demenz in unzureichender Anzahl forscherin Variationsarme Wohnformen bis zur Architektin“) Qualitativ angemessenes Personal verfügbar • Literatur- Personal verfügbar, aber sichtung Personal- nicht hinreichend qualifiziert situation Personalmangel DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 11
  12. 12. Bildung konsistenter Problemanalyse und Identifikation Sammlung wichtiger Deskriptoren Bildung und Auswahl alternativer Ausprägungsbündel mittels paarweiser der relevanten Einflussfelder zu den Einflussfeldern Ausprägungen Konsistenzbewertungen Forschung & Deskriptor 1 Technologie Deskriptor 1medizinische politischer & Regionale Forschung &Versorgung & Wirtschafts - Deskriptor 2 juristischer Technologie Deskriptor 2 struktur Pflege Versorgung Rahmen 5 2 4 von MmD 4 3 3 2030 Deskriptor 3 3 5 2 1 4 3 Deskriptor 3 … 4 3 2 3 1 5 2 Gesellschaft, finanzieller 3 1 5 2 3 3 4 Ethik & Werte Rahmen Deskriptor 4 Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Ausarbeitung der Szenarien und Szenario-Interpretation DZNE – Standort Witten Seite 12
  13. 13. Methode Bildung konsistenter Ausprägungsbündel mittels Paarweiser Konsistenzbewertungen Grundlagen Qualitativ Personal ange- verfügbar, Personal- •  Szenario- messenes Personal aber nicht hinreichend mangel Workshop verfügbar qualifiziert Vielfältige • Literatursichtung 4 3 3 Wohnformenin ausreichen- der Anzahl Vielfältige Legende:Wohnformen 1= totale Inkonsistenzaber in unzu- reichender 3 3 3 2= partielle Inkonsistenz Anzahl 3= neutral 4= gegenseitige Variations- Unterstützung armeWohnformen 2 3 4 5= starke gegenseitige Unterstützung DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 13
  14. 14. Bildung konsistenter Problemanalyse und Identifikation Sammlung wichtiger Deskriptoren Bildung und Auswahl alternativer Ausprägungsbündel mittels paarweiser der relevanten Einflussfelder zu den Einflussfeldern Ausprägungen Konsistenzbewertungen Forschung & Deskriptor 1 Technologie Deskriptor 1medizinische politischer & Regionale Forschung &Versorgung & Wirtschafts - Deskriptor 2 juristischer Technologie Deskriptor 2 struktur Pflege Versorgung Rahmen 5 2 4 von MmD 4 3 3 2030 Deskriptor 3 3 5 2 1 4 3 Deskriptor 3 … 4 3 2 3 1 5 2 Gesellschaft, finanzieller 3 1 5 2 3 3 4 Ethik & Werte Rahmen Deskriptor 4 Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Ausarbeitung der Szenarien und Szenario-Interpretation DZNE – Standort Witten Seite 14
  15. 15. Methode Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Über 7 Billionen potenziell mögliche Kombinationen! Darstellung der euklidischen DistanzDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 15
  16. 16. Methode Ausarbeitung der Szenarien Grundlagen und Szenario-Interpretation •  Ergebnisse der Szenario- berechnungen •  5 konsistente Szenarien Gregor KierkowiczDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 16
  17. 17. Ergebnisse „(…) In diesen Zeiten kann die Forschung kaum noch etwas für den Menschen erreichen. (…) Wen kümmert es, dass Menschen mit Demenz notdürftig von ihren Familien versorgt werden oder völlig verwahrlost in ihren Wohnungen dahin vegetieren? (…) Die staatliche „Gesundheitsversicherung“ hat die gesetzlichen Leistungen so weit runter gefahren, dass nur noch „die überlebenswichtigen Leistungen“ finanziert werden. Was für Menschen mit Demenz da noch übrig bleibt sind sedierende Präparate.(…)“ (Auszug aus der Storyline)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 17
  18. 18. Ergebnisse „(…) In der Uhr ist ein Positionschip enthalten, der mit der Überwachungszentrale der Wohnsiedlung verbunden ist und diese automatisch verständigt, wenn Herr S. seinen Flur verlässt. (…) Der alleinstehende Mann leidet sichtlich unter diesem Zustand ebenso wie unter Vereinsamung. (…) Herr S. hatte keine Wahl: Entweder blieb er unter Aufsicht in seiner Wohnung oder er hätte in das nächstgelegene Pflegeheim umziehen müssen. (…) Die Einzigen, die sich um Menschen wie ihn kümmern, sind preiswerte Arbeitskräfte (…)“ (Auszug aus der Storyline)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 18
  19. 19. Ergebnisse „(…) jetzt schicken die mir einmal in der Woche eine Demenztrainerin. Eine junge Ärztin. Die erzählt mir was über irgendwelche Programme. Ich versteh kein Wort. (…) Dann kam die mit so einem technischen Quatsch an, den ich kaufen soll. Viel zu teuer und ich weiß gar nicht wie man damit umgeht. Soll mich angeblich entlasten. Und stell dir vor, da schlägt die mir noch vor zu einer Risikountersuchung zu gehen. (…) Als wenn ich das jetzt wissen will. Ich habe andere Probleme. (…)“ (Auszug aus der Storyline)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 19
  20. 20. Ergebnisse „Der 13-jährige Robert muss zur U10. Diese Untersuchung (…) ist mittlerweile bei allen 12-14 jährigen Schülern Pflicht. Bei Robert wurde dabei mittels Genanalyse (…) festgestellt, dass er ein 65-prozentiges Risiko hat, bis zu seinem siebzigsten Lebensjahr an einer Alzheimer- Demenz zu erkranken. (…) Wegen des erhöhten Risikos hat ihn die Kinderärztin zur Impfung einbestellt. Eigentlich mag Robert keine Spritzen, aber seine Mutter hat gesagt, dass sie sonst seine Krankenkassenbeiträge nicht mehr bezahlen könne. (…)“ (Auszug aus der Storyline)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 20
  21. 21. Ergebnisse „(…) Gemeinsam mit der Demenzberaterin wurde der Hilfeplan angepasst. Frau B. erhält jetzt eine ambulante Tagesbetreuung. Die gerontopsychiatrische Fachkraft Frau A. besucht sie zweimal täglich für mehrere Stunden. Dank ihrer hohen kommunikativen Kompetenzen findet sie schnell einen Zugang zu Frau B. und kann Missverständnisse zwischen ihr und der Umwelt entschärfen. Auch wirkt Frau B. wesentlich entspannter, seitdem Frau A. mit ihr gemeinsam alte Fotoalben anschaut, ihren geliebten Beethoven hört und mit Duftölen und speziellem Licht für eine gemütliche Atmosphäre sorgt. (…)“ (Auszug aus der Storyline)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 21
  22. 22. Diskussion•  Die Personalsituation wird schwierig, aber nicht hoffnungslos!•  Die Versorgung von Menschen mit Demenz lässt sich kaum ohne die Nutzung ehrenamtlicher und ausländischer Kräfte abdecken!•  Wirksame Interventionsmöglichkeiten können die gesellschaftliche Akzeptanz der Demenz als „normale Erkrankung“ unterstützen!•  Die gesellschaftliche Definition der Demenz als „normale Krankheit“ kann positive Auswirkungen auf das bürgerschaftliche Engagement für Menschen mit Demenz haben!•  Die Koordination der Versorgung, die v.a. den spezifischen Bedürfnissen der Generationen und den regionalen Gegebenheiten Rechnung trägt, ist möglich!•  Innovationen können nachhaltig umgesetzt werden!DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 22
  23. 23. Handlungsempfehlungen Basisprinzipien: •  Bei allen geplanten Maßnahmen ist stets das Wohl der Betroffenen zu berücksichtigen •  Dazu gehört auch eine Teilhabe der Menschen mit Demenz an allen Prozessen und Entscheidungen, die ihre Person betreffen Personalprobleme: •  Es sind wissenschaftliche und politische Konzepte zu entwickeln und zu evaluieren, wie der Personalmangel aufgefangen werden kann •  Konzepte sowie gesetzliche Regelungen zur Einwanderung von Fachkräften sind zu entwickeln und umzusetzen (vgl. Georgieff 2008,2009; vgl. von Kutzleben 2011)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 23
  24. 24. Handlungsempfehlungen Forschungsförderung •  Die Versorgungsforschung (im Bereich der Demenz) sollte insgesamt durch ein höheres Fördervolumen gestärkt werden •  Sie sollte so gestaltet werden, dass auch „Freiheiten“ in Grundlagen-, translationaler, klinischer und anwendungsnaher Forschung möglich sind, um auf diese Weise kreative neue Ideen zu generieren •  Speziell die Implementierungsforschung sollte durch ein höheres Fördervolumen gestärkt werden, denn die besten Ergebnisse sind nutzlos, wenn sie nicht eingesetzt werden (vgl. BMBF 2010: vgl. Piot 2010)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 24
  25. 25. Handlungsempfehlungen Grundlagenforschung und Technologie •  Neue therapeutische Verfahren sind hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit zu überprüfen •  Neue diagnostische Verfahren sind hinsichtlich ihrer therapeutischen Konsequenzen zu hinterfragen •  Ethische Konsequenzen (z.B. der Einsatz von Biomarkern, um das Alzheimer-Risiko zu ermitteln) sollten auf breiter gesellschaftlicher Basis diskutiert werden •  Unterstützende und autonomieförderenden Technologien sind hinsichtlich ihrer Effektivität und Effizienz zu untersuchen (vgl. Georgieff 2008)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 25
  26. 26. Handlungsempfehlungen Professionelle Gesundheitsversorgung: •  Vorhandene Versorgungsstrukturen und -angebote sind bezogen auf ihren Nutzen für die Betroffenen nach wissenschaftlichen Kriterien zu evaluieren und weiterzuentwickeln •  Beratungs- und Versorgungsstrukturen sind so zu gestalten, dass sie für die Betroffenen transparent sind Familiäre Pflege und Ehrenamt: •  Selbsthilfegruppen sollten in ihrer Funktion des „Stimmorgans für Betroffene“ weiter gefördert und in diesen Prozess einbezogen werden •  Unterstützende und entlastende Maßnahmen für pflegende Angehörige sind weiterzuentwickeln, zu evaluieren und zu vernetzen •  Der Gestaltung bürgerschaftlichen Engagements sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden (vgl.SVR 2009; vgl. Bührlen et al. 2008; vgl. Bierboom et al. 2011; vgl. Grass-Kapanke et al. 2008; vgl. IQWiG 2009; vgl. Olazaran et al. 2010; vgl. Sauer/Wißmann 2007; vgl. Vogelwiesche/ Sporket 2008)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 26
  27. 27. Handlungsempfehlungen Gesellschaft und Demenz •  Projekte der gemeindenahen Versorgung („Quartier“) sollten gefördert und wissenschaftlich evaluiert werden. Hierbei ist auch die Einbindung quartiersnaher Strukturen (Geschäfte, Kirchen, etc.) vorzusehen •  Haben sich Versorgungssettings, Pflegearrangements oder Technologien als sinnvoll erwiesen, so sollten diese nachhaltig in die Versorgung implementiert werden •  In der Gesellschaft ist die Sensibilität bezüglich der Demenzerkrankungen und den Folgen für die Betroffenen weiter zu stärken •  Impulse aus der Gesellschaft sollten an forschende Organisationen und Unternehmen weitergereicht werden (vgl. KDA 2007; vgl. Grebe 2010; vgl. Kruse 2010)DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 27
  28. 28. Limitationen•  Gefahr der Überschätzung der scheinbaren Genauigkeit explorativer Szenarien•  Bewertung der Vorhersagegenauigkeit ist aufgrund des hypothetischen Charakters der Szenario-Methode nicht anwendbar•  Szenarien beschreiben keine umfassenden Bilder der Zukunft und haben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Richtigkeit•  Die Qualität der Szenarien ist erheblich von der Kompetenz, der Informationsbasis und der Vorstellungskraft der beteiligten Experten abhängig•  Stellen keine Vorhersage der Zukunft dar, denn alle Schritte beinhalten immer subjektive Einschätzungen und Bewertungen abstrahierter komplexer Sachverhalte durch Experten(vgl. Bierbooms et al. 2011; vgl. Kosow/ Gaßner 2008; vgl. van Beek/Machenbach 1997; vgl. Wright et. al 2008; vgl. Schwarz 1996; vgl. Fink/Schlake 2000, vgl. Ling/Hadridge 2000; vgl. Baker et al. 2006; vgl. Gausemeier et al. 1996) DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 28
  29. 29. Stärken•  Unterstützt die systematische Auseinandersetzung mit unsicheren alternativen Zukünften•  Reduktion der wahrgenommene Komplexität der untersuchten Wechselwirkungen und macht Ergebnisse nachvollziehbar•  Unterstützung einer zukunftsoffenen Denkweise, indem sie alternative Zukunftsentwicklungen berücksichtigt•  gute Anschlussfähigkeit an weitere Verfahren der Zukunftsanalyse wie z.B. die Delphi-Befragung oder Roadmapping-Prozesse(vgl. Bierbooms et al. 2011; vgl. Kosow/ Gaßner 2008; vgl. van Beek/ Machenbach 1997; vgl. Wright et. Al 2008; vgl. Schwarz 1996; vgl. Fink/Schlake 2000) DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 29
  30. 30. Kontakt Vielen Dank für Ihre Kontakte: Aufmerksamkeit! Dipl-PfleWi (FH) Ines Buscher; Wissenschaftliche Mitarbeiterin Ines.Buscher@dzne.de PD Dr. Horst Christian Vollmar, MPH; Projektleitung: Horst.Vollmar@dzne.de Verwendete Literatur kann bei der Referentin angefragt werden.DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 30
  31. 31. LiteraturBaker J, Lovell K, Harris N. How expert are the experts? An exploration of the concept of "expert" within Delphi panel techniques. Nurse Researcher 2006; 14:59-70.Beckert B, Goluchowicz K, Kimpeler S. Die IT- und Medienwelt in Baden-Württemberg im Jahr 2020. Vier Basisszenarien. Stuttgart: MFG - Stiftung Baden-Württemberg, 2008.Bickel H. Stand der Epidemiologie. In: Hallauer JF, Kurz A, editors. Weißbuch Demenz Versorgungssituation relevanter Demenzerkrankungen in Deutschland. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag, 2002:10-4.Bierbooms JJ, Bongers IM, van Oers HA. A scenario analysis of the future residential requirements for people with mental health problems in Eindhoven. BMC Med Inform Decis Mak 2011; 11:1.Bührlen B, Kickbusch I, Biedenkopf KH, Gaisser S, Henke KD, Meyer-Krahmer F, Nusser M, Reiß T. Innovationssystem Gesundheit: Ziele und Nutzen von Gesundheitsinnovationen : Ergebnisse des 1. MetaForums "Innovation im Gesundheitswesen". Fraunhofer IRB Verl., Stuttgart, 2008.Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Rahmenprogramm Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Bonn, Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2010.Fink A, Schlake O. Scenario management - an approach for strategic foresight. Competitive Intelligence Review 2000; 11:37-45Gausemeier J, Fink A, Schlake O. Szenario-Management: Planen und Führen nach Szenarien. München, Wien: Carl Hanser Verlag, 1996.Georgieff P. Ambient Assistet Living. Marktpotenziale IT-unterstützter Pflege für ein selbstbestimmtes Alter. Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe: MFG - Stiftung Baden-Württemberg, 2008.Georgieff P. Aktives Alter(n) und Technik. Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) zur Erhaltung und Betreuung der Gesundheit älterer Menschen zu Hause. Strategiefondprojekt "Demografie und Innovation". Karlsruhe: Frauenhofer-Institut für System und Innovationsforschung, 2009.Grass-Kapanke B, Kunczik T, Gutzmann H. Studie zur Demenzversorgung im ambulanten Sektor - DIAS. In: Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie, editor. Berlin, 2008.DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 31
  32. 32. LiteraturGrebe H. Diskursethnographische Altersbildforschung – Ein Entwurf für die Analyse von Bildern des hohen Alters in Medien und Alltag. In: van Elsbergen A, Engelhardt F, Stiefbold S, editors. Ansichten - Einsichten - Absichten Beiträge aus der Marburger Kulturwissenschaft. Marburg: Förderverein der Marburger kulturwissenschaftlichen Forschung und Europäischen Ethnologie e.V. , 2010:183-99.Hallauer JF. Epidemiologie für Deutschland mit Prognose. In: Hallauer JF, Kurz A, editors. Weißbuch Demenz Versorgungssituation relevanter Demenzerkrankungen in Deutschland. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag, 2002.Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Abschlussbericht: Nichtmedikamentöse Behandlung der Alzheimer Demenz. IQWiG-Berichte. Köln: IQWiG - Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2009.Kosow H, Gaßner R. Methoden der Zukunfts- und Szenarioanalyse - Überblick, Bewertung und Auswahlkriterien. Werkstatt Bericht. Berlin: Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), 2008:88.Kruse A. Lebensqualität bei Demenz? Zum gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit einer Grenzsituation im Alter. In: Kruse A, editor. Menschenbild und Menschenwürde als grundlegende Kategorien der Lebensqualität demenzkranker Menschen. Heidelberg: Akademische Verlagsgesellschaft, 2010:8-26Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), editor. Ergebnisanalyse des Werkstatt-Wettbewerbs Quartier und Handlungsempfehlungen. Köln: KDA/ Bertelsmann Stiftung, 2007.Ling T, Hadridge P. The Madingley scenarios for the future context of healthcare: understanding today by imagining tomorrow. Br Homeopath J 2000; 89 Suppl 1:S3-7; discussion S8-9.Olazaran J, Reisberg B, Clare L, Cruz I, Pena-Casanova J, Del Ser T, Woods B, Beck C, Auer S, Lai C, Spector A, Fazio S, Bond J, Kivipelto M, Brodaty H, Rojo JM, Collins H, Teri L, Mittelman M, Orrell M, Feldman HH, Muniz R. Nonpharmacological therapies in Alzheimers disease: a systematic review of efficacy. Dementia and Geriatric Cognitive Disorders 2010; 30:161-78.DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 32
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  34. 34. Fazit•  Bei politisch und wirtschaftlich konstanten Rahmenbedingungen ist eine sehr gute Versorgung von Menschen mit Demenz möglich•  Egal, wie erfolgreich oder nicht erfolgreich die Grundlagenforschung ist, die Investition in eine gute Versorgung zahlt sich für die Betroffenen auf jeden Fall aus•  Voraussetzung ist ein Umdenken in der GesellschaftDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 34
  35. 35. Fragestellung•  Wie können Menschen mit Demenz in Zukunft versorgt werden?•  Wer soll dies leisten?•  Welche technischen Hilfsmittel könnten nutzbringend eingesetzt werden?•  Welche therapeutischen Optionen werden voraussichtlich verfügbar sein?•  Wie kann dies finanziert werden?•  Welche Modelle zur Integration der Versorgung von Menschen mit Demenz in den gesamtgesellschaftlichen Kontext erscheinen sinnvoll?DZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 35
  36. 36. Beantwortung der Fragen Wer soll dies leisten?•  Die Versorgung von Menschen mit Demenz lässt sich kaum ohne die Nutzung ehrenamtlicher und ausländischer Kräfte abdecken•  Entsprechende Konzepte zur Förderung des Ehrenamtes sowie gesetzliche Reformationen der Einwanderungspolitik scheinen geradezu notwendig•  Gesellschaftlichen Ressourcen sollten gebündelt werden, um die vorhandenen oder nachwachsenden professionellen Fachkräfte im Gesundheitswesen (Pflegende, Haus- und Fachärzte, u.a.) ausreichend zu qualifizieren und angemessen zu vergütenDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 36
  37. 37. Beantwortung der Fragen Welche technischen Hilfsmittel könnten nutzbringend ein gesetzt werden?•  Der Szenario-Prozess konnte Auskunft darüber geben, wie technische Hilfsmittel in der Versorgung von Menschen mit Demenz eingesetzt werden können und sollen•  Hilfsmittel können zum einen primär dazu dienen, Menschen mit Demenz zu überwachen; sie können aber auch dazu beitragen, die Autonomie der Betroffenen zu erhalten und zu fördern•  Welche Entwicklungstendenz sich mehr durchsetzten wird, hängt im Wesentlichen von dem gesellschaftlichen Bild der Demenz und den personellen Ressourcen abDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 37
  38. 38. Beantwortung der Fragen Welche therapeutischen Optionen werden voraussichtlich verfügbar sein?•  Die Verbesserungen der therapeutischen Optionen werden zwar maßgeblich durch Forschung getriggert, zusätzlich sind aber politische Umsetzungsprogramme notwendig•  Psychosoziale Interventionen haben eine hohe Bedeutung•  Es kommt nicht auf die Wirksamkeit einzelner isolierter Interventionen an, sondern eher auf ein Gesamtkonzept, dass den Persönlichkeiten und den individuellen Lebensentwürfen der Betroffenen angepasst ist•  Auch hier erweisen sich die Qualifikation des Personals, das gesellschaftliche Bild der Demenz und innovative Wohnkonzepte als zentrale fördernde FaktorenDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 38
  39. 39. Beantwortung der Fragen Wie kann dies finanziert werden?•  Die Entwicklung der wirtschaftliche Lage in Deutschland ist zentral•  Aber auch bei einem moderaten Wirtschaftwachstum ist eine angemessene und sogar hochwertige Versorgung von Menschen mit Demenz möglich•  Zum Anderen wird die gesellschaftliche Sensibilität für das Thema Demenz und die Bereitschaft hierfür Ressourcen einzusetzen, über die Mittelverteilung entscheiden•  Im Hinblick auf die soziale Gerechtigkeit sollten zumindest Basisleistungen der Versorgung und Pflege von Menschen mit Demenz solidarisch getragen werdenDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 39
  40. 40. Beantwortung der FragenWelche Modelle zur Integration der Versorgung von Menschen mit Demenz in den gesamtgesellschaftlichen Kontext erscheinen sinnvoll?•  politische Umsetzungsprogramme zur Verhaltensveränderung in der Bevölkerung•  Vernetztes transparentes Informations- und Versorgungssystem•  Zusammenarbeit von Beratungsstellen mit Selbsthilfegruppen für Menschen mit Demenz und pflegenden Angehörigen•  Förderung eines entsprechenden Selbstverständnissens in den Gesundheitsprofessionen•  Ausbau von bedürfnisgerechten Wohnformen und einer autonomieerhaltenden Infrastruktur•  Zusammenarbeit zwischen professionellen Diensten, ehrenamtlichen Helfern, Kommunen, Architekten und Anbietern/ Entwicklern von Technologien•  Strategien gegen den quantitativen und qualitativen Personalmangel•  Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und pflegender Angehöriger•  Bereits bestehende Strukturen und Maßnahmen sollten nach wissenschaftlichen Kriterien evaluiert und weiter ausgebaut werdenDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 40
  41. 41. Beantwortung der FragenWie können Menschen mit Demenz in Zukunft versorgt werden?•  Die Versorgungssituation kann in Zukunft nicht nur stabilisiert, sondern möglicherweise auch erheblich verbessert werden•  Das geht auch bei einem prognostizierten Anstieg der Demenzerkrankungen auf ca. 2 Millionen Menschen und einem moderaten Wirtschaftwachstum und ohne die Entwicklung eines „Heilmittels“•  Ein „Umdenken“ und konsekutiv ein anderer Umgang mit Menschen mit Demenz in der Gesellschaft sind dafür genauso notwendig, wie der gesellschaftliche Konsens, gut qualifiziertes Personal in ausreichender Anzahl auszubilden und zu finanzieren•  Hierfür sollten umgehend entsprechende Handlungsstrategien entwickelt und umgesetzt werdenDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 41
  42. 42. Methode Ermittlung und Auswahl konsistenter Zukunftsbilder Grundlagen Gut gemeint und schlecht gemacht •  Konsitenz- Demenz meistern matrix Zusammenbruch der Versorgungsstrukturen • Szenario- software Demenz vermeiden Verwahrung von Menschen mit DemenzDZNE e. V. – Witten / Institut für Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz Seite 42

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