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Erwachsenenbildungs-Magazin dreieck 01/2013
 

Erwachsenenbildungs-Magazin dreieck 01/2013

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Das Erwachsenenbildungs-Magazin "dreieck" wird 2-3mal jährlich vom Salzburger Bildungswerk herausgegeben. Es beinhaltet die Darstellung und Auseinandersetzung mit aktuellen bildungs- und ...

Das Erwachsenenbildungs-Magazin "dreieck" wird 2-3mal jährlich vom Salzburger Bildungswerk herausgegeben. Es beinhaltet die Darstellung und Auseinandersetzung mit aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen Themen und fungiert als Mitteilungs- und Serviceblatt über Veranstaltungen
des Salzburger Bildungswerkes.
Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,
PolitikerInnen sowie Medien.

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    Erwachsenenbildungs-Magazin dreieck 01/2013 Erwachsenenbildungs-Magazin dreieck 01/2013 Document Transcript

    • Wir sind Community-Education-Akteur!Betroffene zuBeteiligten machenAnders lebenund wirtschaftenRosinenpickereioder europäischerTourismus inIndienErwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes 01/2013salzburgerbildungswerk
    • DirektionGünther SIGNITZERGeschäftsführungTel: 0 662-87 26 91-14g.signitzer@sbw.salzburg.atSarah BaierSekretariatTel: 0 662-87 26 91-24sarah.baier@sbw.salzburg.atRichard BRESCHARÖrtliche BildungswerkeTel: 0 662-87 26 91-19richard.breschar@sbw.salzburg.atSonja CHRISTSekretariat/BuchhaltungTel: 0 662-87 26 91-11sonja.christ@sbw.salzburg.atHans EDERInstitut für Internationale SolidaritätTel: 0 662-87 26 91-20hans.eder@sbw.salzburg.atWolfgang ForthoferInstitut für EuropaTel: 0 662-87 26 91-21w.forthofer@sbw.salzburg.atUlrike FREIDLSekretariatTel: 0 662-87 26 91-22ulrike.freidl@sbw.salzburg.atMichaela HabetsederÖffentlichkeitsarbeitm.habetseder@sbw.salzburg.atKarin MARESCHSekretariatTel: 0 662-87 26 91-12karin.maresch@sbw.salzburg.atIsolde MRWAOrganisationTel: 0 6277-77 94isolde.mrwa@sbw.salzburg.atManuela PleningerÖffentlichkeitsarbeitTel: 0 662-87 26 91-16manuela.pleninger@sbw.salzburg.atBrigitte SINGERInstitut für ElternbildungTel: 0 662-87 26 91-15b.singer@sbw.salzburg.atChrista WIELANDInstitut für SeniorenbildungÖrtliche BildungswerkeTel: 0 662-87 26 91-17christa.wieland@sbw.salzburg.atInstitut für MedienbildungMartin SEIBTGeschäftsführungTel: 0 662-82 20 23-12seibt@imb-salzburg.atMonika HOHENLOHETel: 0 662-82 20 23office@imb-salzburg.atGemeindeentwicklungSalzburgAlexander GLASTel: 0 662-87 26 91-13alexander.glas@sbw.salzburg.atMilica GLIBOTel: 0 662-87 26 91-27milica.glibo@sbw.salzburg.atAnita MOSERTel: 0 662-87 26 91-18anita.moser@sbw.salzburg.atForum FamilieAndrea-Maria GRUBERPongau, Tel: 0664-8284180forumfamilie-pongau@salzburg.gv.atWolfgang MayrFlachgau, Tel: 0664-8284238forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.atCorona RETTENBACHERTennengau, Tel: 0664-8565527forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.atChristine SchläfferPinzgau, Tel: 0664-8284179forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.atMonika WeilharterLungau, Tel: 0664-8284237forumfamilie-lungau@salzburg.gv.atQualitätssiegelSalzburgerBildungswerkQualitätstestiertbis 2016Das Team des Salzburger BildungswerkesVeranstaltungstippsTag der Museen 12. Mai 2013Weltumwelttag 5. Juni 201350. Salzburger Singwoche18. bis 24. August 2013, Strobl,Bundesinstitut für ErwachsenenbildungBezirkstagung Tennengau3. Mai 2013, 15.00 UhrSeniorenwohnheim AbtenauThema: Keine Angst vor demdemographischen WandelReferent: Gerhard Huber,Landesrettungskommandant a.D.Europatag im Europark8. Mai 2013, 9.00 bis 19.30 UhrTheaterplatz im Europark, Europastraße 1,SalzburgEin Tag der Europa-Information anlässlichdes Europatags am 9. Mai 2013Salzburger BildungswerkSBWbildungswerk01/2013 dreieck
    • ImpressumEditorialDemokratie als Diskussionsthema? Natürlich, es gehört zu einer Demokratie,dass über Ausgestaltung, Kontrollrechte, Kompetenzverteilung und vieles mehrdiskutiert werden kann und muss. Aber Demokratie ist nicht nur eine Staatsform,sondern auch eine Lebensform. Bürgerschaftliches Engagement ist ein zentralerTeil dieser Lebensform. Wir sehen daher unsere Bildungsarbeit auch in der Auf-gabe, bürgerschaftliches Engagement zu fördern.„Weiterbildung als umfassendes formales und informelles Lernfeld muss ver-stärkt in den Blick nehmen, wie die Potentiale dieses Bildungsbereiches dafüreingesetzt werden können, sodass unser Zusammenleben menschlicher, ge-rechter, dem Nächsten zugewandter wird“ (Rainer Gürtler/Michael Jagenlauf).Damit sind nicht nur die Veranstaltungen zur Politischen Bildung und die Pro-jekte der Gemeindeentwicklung gemeint, sondern vor allem die notwendigeund grundsätzliche Ausrichtung hin zu einer Bildung zur Zivilgesellschaft.2013 ist das „Europäische Jahr der Bürgerinnen und Bürger“. Wir wollen dies alsAnlass nehmen, um das Thema BürgerInnenkompetenz und Bildung noch stär-ker in den Vordergrund zu stellen. Das Salzburger Bildungswerk hat sich dieserAufgabe immer gestellt. Der Beitrag von Hans Holzinger „Betroffene zu Beteilig-ten machen“ zeigt, dass wir auch mit Kooperationen unserer Einrichtung einenBeitrag dazu leisten. Unsere zentrale Aufgabe ist jedoch, die engagierten, eh-renamtlichen BildungswerkleiterInnen, die ein Netzwerk in vielen Gemeindenunseres Landes bilden, bei der Planung und Umsetzung ihrer Bildungsprojektezu unterstützen. Wenn Menschen ein Stück ihrer Lebenszeit und ihre Kompe-tenzen in den Dienst der Gemeinschaft stellen, braucht es optimale Rahmen-bedingungen. Wir sind in unserem Organisationsentwicklungsprozess auf derSuche, wie dies noch besser und stärker gewährleistet werden kann. Dazu ge-hört auch eine ausreichende und verlässliche Unterstützung der öffentlichenGebietskörperschaften. Einsparungen gehen auf Kosten der Menschen, diesich engagieren. Ehrenamtlichkeit darf für Menschen keinesfalls belastend undunbefriedigend werden. Vielmehr stellt sie eine Bereicherung und sinnvolle Le-bensform dar und ist zugleich eine Leistung für die Gesellschaft.Sie werden in diesem „dreieck“ wieder zahlreiche interessante Beiträge finden.Artikel über regionale Lebensmittelversorgung, Sprachförderung, Solarenergieund interkulturellen Tourismus zeigen die Breite unserer Themen. Dazu kom-men noch Berichte von erfolgreichen Projekten in den Gemeinden. Wir machenBildung lebendig. Lassen Sie sich davon motivieren, um auch aktiv dazu beizu-tragen, dass die hohe Lebensqualität in unserer Gesellschaft aufrechterhaltenbleibt.Dr. Günther SignitzerDirektor des Salzburger BildungswerkesHerausgeber und Verleger:Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer)Redaktion: Mag. Manuela Pleninger (MP)Imbergstraße 2/2, 5020 SalzburgTel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3E-Mail: office@sbw.salzburg.atwww.salzburgerbildungswerk.atZVR 200 288 147Grafik: Werbeagentur Gerhard GürtlerLektorat: Mag. Michaela HabetsederCoverfoto: © Fotolia, Foto Rückseite:Dr. Hans Stehrer, Bildungswerkleiter StroblFotos: Salzburger Bildungswerk(falls nicht anders angegeben)Druck: Schönleitner, KuchlGedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.Auflage: 2.200MitarbeiterInnen Redaktion:Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB)Dr. Hans Eder (HE)Dr. Wolfgang Forthofer (FT)Alexander Glas, Msc (AG)Mag. Michaela Habetseder (MiHa)Dr. Anita Moser (AM)Isolde Mrwa (IM)Mag. Martin Seibt MSc (MS)Dr. Günther Signitzer (GS)DSA Mag. Brigitte Singer (BS)Mag. Christa Wieland (CW)Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mitaktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischenThemen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran-staltungen des Salzburger Bildungswerkes.Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen inder Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,PolitikerInnen sowie Medien.Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken dieMeinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sichnicht immer mit der Auffassung von Redaktion undHerausgeber decken.Offenlegung nach dem Pressegesetz: AktuelleBerichte, Informationen und Stellungnahmen,die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über-parteilichen und konfessionell nicht gebundenenSalzburger Bildungswerkes stehen.Wir danken für die Zusammenarbeit undUnterstützung dem bm:ukk.dreieck-Leserservice:Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oderE-Mail: office@sbw.salzburg.atErscheinungsweise: 2-3mal jährlichAbonnement- und Einzelbestellung:Einzelheft € 4,- (exkl. Versand)Jahresabonnement € 11,-Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993,BLZ 35 000Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt,verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr.Vorstand des Salzburger BildungswerkesVors. LAbg. Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Bergham-mer, Dr. Andrea Eder-Gitschthaler, OSR WaltrautHofmeister, HR Dr. Andreas Kiefer, DI Nikolaus Lien-bacher, Dr. Lucia Luidold, Dr. Ursula Maier-Rabler,Stv. HR Prof. Dr. Wilhelm, Pölzl, Dipl. Päd. BSI RenateReifenauer, Primar i.R. Dr. Josef Rücker, LSI Mag.Josef Thurner, Stefanie Walch, HR Prof. Dr. MartinWiedemairPräsidentin des Salzburger BildungswerkesLH Mag. Gabi Burgstaller
    • 4 |18 24Internationale Solidarität01/2013 dreieckBlickpunkte06 Wir sind Community-Education-Akteur!Erwachsenenbildung08 Betroffene zu Beteiligten machen09 Frauen beteiligen sich, gestalten und entscheidenEltern-, Frauen- und Seniorenbildung11 Kamfu mir helfen?12 Alles neu für Anna ...14 Wie schön muss eine Frau sein?15 Sexismus in den KinderschuhenForum Familie16 Hast du die Hausübung schon gemacht? Ich hab nix auf!Gemeindeentwicklung18 Anders leben und wirtschaften19 Märchenhaftes Zusammentreffen der Generationen20 Barrieren erleben, begreifen, abbauen21 Zammhalten und Zammhelfn22 Gut umsorgt vor OrtEuropa und Politische Bildung23 Ein „verlängerter“ Politik-Lehrgang24 Fremde Heimat – Heimat in der Fremde?Internationale Solidarität24 Solartechnologie als Nord-Süd-Kooperations-Motor26 Rosinenpickerei oder europäischer Tourismus in IndienZeitspuren28 Zeitspuren von Venedig11Eltern-, Frauen- undSeniorenbildung GemeindeentwicklungFoto:AndreasHechenbergerZeitspuren: Der venezianische Löwe an derFassade der Kirche San Giovanni e Paolo. EineLegende besagt, dass es Krieg gibt, wenn dasBuch geschlossen wird.
    • dreieck 01/2013„Vieles ist leichtergeworden, abernicht alles besser“Mehr dazu aufSeite 32Inhalt3028Zeitspuren| 5Aus der Direktion29 Politische Bildung wird gefördert29 Ausgezeichnetes Modell in der BildungsarbeitAus Gemeinde und Bezirk30 Bezirkstagung Lungau30 Gutes Gefühl ...31 Weißbach gestern – heute – morgen32 Früher ...33 Über den Tellerrand schau‘n33 Schätze unserer Kulturlandschaft34 Ich leiste mir mein Leben! Kann ich mir mein Lebennoch leisten?35 „ALIQUANDO“36 Back to the 60-iesIMB – Institut für Medienbildung37 Der unschätzbare Wert der guten Kommunikationfür LebenszufriedenheitArbeitskreise39 Über das Sammeln von Geschichten ...Personalia41 Praxispreis für Erwachsenenbildung anWaltraud Listberger41 Anthering startet fit ins neue Bildungs- und Kulturjahr42 Das Bildungswerk Seeham ist wieder aktiv42 Gabriele Rupnik folgt Stefanie Walch in Hof42 Zum Gedenken42 Lieder singen – Freude bringen43 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert ...Veranstaltungs- und Buchtipps02 Veranstaltungstipps43 BuchtippsAus Gemeinde und BezirkGrafik: Albert Gruber„Aus anderer Sicht“Mehr dazu auf Seite 20
    • 01/2013 dreieck6 | BlickpunkteWesentliche Merkmale unsererBildungsarbeit sind neben demLernen durch aktive Beteiligungan der Gestaltung des kommunalen Lebensauch das Lernen durch gemeinsames Han-deln sowie das Lernen durch Vernetzung.Die methodische Ausrichtung an non-formalen Angeboten und teilnehmerori-entierten Lernsettings, die Schaffung vonaktivierenden und offenen Rahmenbedin-gungen sowie die Verschränkung hauptbe-ruflicher und ehrenamtlicher Erwachsenen-bildung zählen ebenfalls dazu. Damit sindwir mitten in der Community-Education-Aktionslinie „Strategie zum lebensbeglei-tenden Lernen in Österreich“ (LLL:2020,Beschluss der Bundesregierung). Insbeson-dere durch diese Aktionslinie gewinnt dielokale/regionale Bildungs- und Kulturarbeitder Bildungswerke eine sichtbare inhalt-liche und methodische Positionierung undAnerkennung im Spektrum der österrei-chischen Erwachsenenbildungsorganisati-onen.Lebensbegleitendes Lernen inÖsterreichIm Salzburger Bildungswerk zählen dieBildungswochen, Kerngespräche, Netz-werkarbeit, Arbeitskreise, das Veranstal-tungsservice und die Begleitung der ehren-amtlichen BildungswerkleiterInnen sowiedie Aktivtäten in der Gemeindeentwicklung(u.a. Generationendorf) zu den zentralenAufgaben. Darüber hinaus sind die Einrich-tungen im Ring Österreichischer Erwach-senenbildung Pioniere, wenn es um dieEntwicklung von Angeboten zur Erfassunginformell erworbener Kompetenzen geht.Bei der Weiterentwicklung wird es vor allemdarum gehen, die Förderung informellenLernens als eigenständigen und begrün-deten Erwachsenenbildungsbereich stärkersichtbar zu machen und ein eigenständigesKonzept des Freiwilligenmanagements undder Freiwilligenkoordination zu etablieren.Neue Formen der Wirkungsforschung müs-sen nicht nur die Ergebnisse des Lernensnachvollziehbar machen, sondern auch imSinne der Community-Orientierung par-tizipative Instrumente nutzen. Bedarfser-hebung und Erfolgsmessung sind dabei inden Gemeinden noch stärker als kommu-nikativer Prozess zu integrieren. Die Ergeb-nisse einer Studie des Institutes für HöhereStudien (IHS) im Auftrag des bmu:ukk unddie anschließenden Erhebungen zeigendeutlich, dass wir mit unseren Angebotenwesentliche Kriterien erfüllen:Integration von formalem, non-formalemund informellem LernenSchaffung von Lerngelegenheiten inner-halb und für die CommunityVerbindung von Bildungsarbeit mit Ge-meinwesenarbeit und/oder Regionalent-wicklungBottom-Up-Gestaltung, hier spielt die lo-kale Bevölkerung eine zentrale Rolle, nichtnur als Lernende, sondern auch in der Pla-nung und Umsetzung vor OrtInnovative, nicht-traditionelle Lernsettings– lernen soll nützlich sein und Spaß machenÖsterreichische Bildungswerkesetzen SchwerpunkteUm unsere Aktivitäten in diesem Bereichweiter zu verstärken, befassen sich die Mit-arbeiterInnen der Einrichtungen der Öster-reichischen Bildungswerke daher mit fol-genden Schwerpunkten:Auseinandersetzung mit der Dimension„Wirkungen der ehrenamtlichen Bil-dungsarbeit“ mit dem Ziel der Darstel-lung, wie dadurch die lokale/regionaleIdentität, Vernetzung und Kooperationdurch Bildung und Kultur und die Partizi-pation in den Gemeinden gefördert wird.Stärkung der ehrenamtlichen örtlichenStruktur (u.a. Bildungswerkleitungen)durch professionelle Einführung und Be-gleitung mit dem Ziel, dass auf örtlicherEbene methodisch und inhaltlich kom-Wir sind Community-Education-Akteur!Bildung innerhalb und für die Gemeinden: Bildungswerke liefern einen wichtigen BeitragZwei Tage nach der Kärntner Landtagswahl tagten Mitglieder des Verbandes Österreichischer Volks-bildungswerke in Klagenfurt. Es ging um gemeinsame Projekte, Veranstaltungen und österreichweiteStrategien. So unterschiedlich die verschiedenen Landesverbände arbeiten, gibt es doch einige wich-tige Gemeinsamkeiten: Die Ehrenamtlichkeit und Community-Education – Bildung innerhalb und fürdie Gemeinde – sind die wichtigsten. Aber auch der Austausch über interessante Projekte ist immerwieder sehr interessant. (RiB)COMMUNITYEDUCATIONCE
    • dreieck 01/2013Blickpunkte | 7petente Personen mit dem Bildungswerkverbunden sind, denen ein umfang-reiches Service zur Verfügung steht.Erweiterung des Themas „Förderung undAufwertung des Ehrenamts“ – anknüp-fend an das Portfolioangebot (ESF-Projektund SLIC-Workshops) mit dem Ziel, dassdie Bildungswerke ein Stück Gesamtzu-ständigkeit im Bereich „Ehrenamt undLernen/Ehrenamt und Kompetenz“ ge-winnen.Anknüpfen an die Erfahrungen und In-strumente der Bildungswerke mit derErfassung und Anerkennung von imEngagement informell erworbenenKompetenzen mit dem Ziel, dass dieKompetenzerfassungsangebote für Eh-renamtliche bei möglichst vielen Landes-verbänden zur Verfügung stehen.Wir können daher mit Stolz feststellen, dassein örtliches Bildungswerk ein paradigma-tischer Community-Education-Akteur ist.Diese Rolle ist zugleich reizvoll, heraus-fordernd und schwierig, sowohl für dieBildungswerkleitungen wie auch für dieEinrichtungen. Um diese Aufgaben verant-wortungsvoll und bestmöglich erfüllen zukönnen, brauchen wir das Vertrauen derPolitik und finanziell erheblich verbesserteRahmenbedingungen. (GS)OSR Waltraut Hofmeister, ehemalige Volksschul-lehrerin und Schulleiterin der VS Leopoldskron-Moos sowie Gemeinderätin a.D. der Stadt Salz-burg und seit über 20 Jahren Bildungswerkleiterinin Leopoldskron-Moos.Besonders das Vermitteln von generationenver-bindenden Angeboten, die Kontaktpflege zu den örtlichen Verei-nen, interkulturelle Veranstaltungen und die Pflege der Traditionim Stadtteil liegen mir am Herzen. Als Vorstandsmitglied des Salz-burger Bildungswerkes möchte ich Anregungen und Wünscheder örtlichen BildungswerkleiterInnen aktiv einbringen und alsAnsprechpartnerin fungieren.Stefanie Walch, ausgebildete Tourismuskauffrau,eingetragene Mediatorin sowie Mitinhaberin derWalch & Partner OG Unternehmensberatung undBezirksleiterin des Flachgaus (Fuschlseeregion).Lebenslanges Lernen und Bildung in verschie-densten Bereichen ist mir persönlich sehr wichtig.Durch meine Mitarbeit im Salzburger Bildungswerk möchte ichmöglichst viele Menschen dazu bewegen, sich mit dem eigenenLebensraum aktiv auseinanderzusetzen.DI Dr. Nikolaus Lienbacher MBA, gelernter Forst-wirt und Jurist, Direktor der Landwirtschaftskam-mer, begeisterter Musiker, Marathonläufer undNaturliebhaber.Aus- und Weiterbildung hat in meinem Lebeneinen hohen Stellenwert. Mein persönliches Anlie-gen ist es, dass sich die Bevölkerung mit den brennenden Fragender Zukunft, wie etwa dem Umgang mit den Lebensgrundlagen,mehr auseinandersetzt. Das Salzburger Bildungswerk soll dabeieine Schlüsselfunktion erfüllen.Renate Reifenauer, BA, Bezirksschulinspektorinim Bezirk Salzburg-Umgebung für Volksschulenund Sonderpädagogische Zentren.Bildung als Chance zur Entwicklung bzw. Weiter-entwicklung sowohl von Kindern, Jugendlichenals auch Erwachsenen liegt mir am Herzen. Nunhabe ich die Möglichkeit erhalten, meine Vorstellungen auch imSalzburger Bildungswerk einbringen zu dürfen. Mein Hobby istdas Reisen – oft auch in Länder, in denen Bildung leider noch kei-ne Selbstverständlichkeit ist.LSI Mag. Josef Thurner, Landesschulinspektor fürAPS, Lehramt für HS und PTS, Studium der Erzie-hungswissenschaften.Bildung als ganzheitliches, lebensbegleitendesKonzept bedingt die Weiterentwicklung in al-len Lebensphasen und in den verschiedenstenBereichen, um den vielfältigen Herausforderungen des Seinszu begegnen. Dabei spielt die Erwachsenenbildung neben derschulischen Bildung eine wesentliche Rolle. Die Tätigkeit beimSalzburger Bildungswerk gibt mir die Möglichkeit, auch in diesemBildungssegment aktiv mitzugestalten. Privat beschäftige ichmich gemeinsam mit meiner Familie mit Musik, Sport, Reisen undgutem Wein.Gemeinsam gestalten wir die (Bildungs-)ZukunftFür uns als Bildungseinrichtung ist es wichtig, unsere Tätigkeit auf die Zukunft hin auszurichten. Am 9. November 2012 wurde derneue Vorstand des Salzburger Bildungswerkes gewählt, mit einem deutlichen Signal an die Zukunft: So wurde mit fünf neuenMitgliedern der Vorstand erheblich verjüngt. Vielfach wird ihr Engagement im Hintergrund bleiben, und nur in wenigen Fällenwerden sie und ihre Tätigkeit in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Dennoch leisten sie einen wichtigen Beitrag. In dieser Ausgabestellen sich die neuen Mitglieder des Vorstands kurz vor.
    • 01/2013 dreieck„Seit Jahren wird über die Gleich-gültigkeit und Interesselosigkeitder Staatsbürger geklagt. DieseHaltung verschwindet, wenn die Menschenerfahren, dass sie wirklich mitentwerfenund mitentscheiden können“: So RobertJungk in seinem 1981 erschienenen Buch„Zukunftswerkstätten“, eine Aussage, dieheute wohl aktueller ist denn je. Am 11.Mai 2013 wäre der Zukunftsdenker hundertJahre alt geworden. Gemeinsam mit Part-nerInnen wie dem Salzburger Bildungswerkorganisiert(e) die Robert-Jungk-Bibliothekfür Zukunftsfragen (JBZ) aus diesem Anlasseine Vielzahl von Veranstaltungen. „Betrof-fene zu Beteiligten machen“ lautet das Mot-to der Aktivitäten.Zum einen soll an das Denken und Wirkendes neben Leopold Kohr zweiten Alterna-tivnobelpreisträgers aus Salzburg erinnertwerden. So wird bis 3. Juni 2013 im Salz-burg Museum eine Ausstellung über den„Weltbürger und Salzburger“ Robert Jungkgezeigt, Führungen und Vorträge ergän-zen die Ausstellung. Noch bis 28. Juni 2013können in der Stiegenhaus-Galerie desHauses „Corso“ Fotos mit zum Teil erstmalsgezeigten Bildern aus Jungks Nachlass be-trachtet werden.Wichtig ist dem JBZ-Team jedoch das kri-tische Weiterdenken im Sinne Robert Jungks.Welche Zukunftsherausforderungen stehenan? Wie lässt sich der Anspruch an eine parti-zipative und demokratische Zukunftsgestal-tung in einer globalisierten Welt umsetzen?Ein bewegtes Leben für die Zukunft1913 als Kind einer jüdischen Künstlerfami-lie geboren, verbringt Jungk seine Jugendin der Geburtsstadt Berlin. Das Berufsvor-bild des Jugendlichen ist der „rasende Re-porter“ Egon Erwin Kisch, ein Freund desVaters – Jungk wird einiges von seinemVorbild übernehmen. Einen Tag nach demReichstagsbrand im Februar 1933 wird derjunge Student der Berliner Universität we-gen seines Auftretens gegen die „braunePropaganda“ verhaftet, kurz darauf aberwieder freigelassen. Doch der Verbleib inDeutschland war mittlerweile zu gefährlichgeworden. Die Stationen des Exils führenüber Paris und Prag nach Zürich, wo Jungkunter Pseudonym – Flüchtlinge durftenkeiner Arbeit nachgehen – für mehrereZeitungen Artikel verfasst. Nach dem Krieggeht Robert Jungk in die USA. Er lernt dortnicht nur seine spätere Frau Ruth kennen,sondern beginnt auch seine Karriere alsSachbuchautor.Engagement in der Anti-Atom-Bewegung1957 übersiedeln die Jungks nach Wien.Mit Günter Anders engagiert sich derAtomkritiker in der Bewegung „Kampf demAtomtod“ und in der Österreichischen Anti-Atom-Bewegung. In der Folge wendet sichJungk der Zukunftsforschung zu und orga-Robert Jungk und das Haus „Corso“: Kurz nach-dem die Jungks nach Salzburg übersiedelten undin der Steingasse eine Wohnung bezogen, erhieltRobert Jungk im Dachgeschoß des Hauses „Cor-so“ Arbeitsräume, in denen er seine Materialienarchivieren konnte und viele seiner Manuskripteverfasste. 1986 wurde hier seine Bibliothek für Zu-kunftsfragen eröffnet und damit ein öffentlicherOrt des Dialoges und der Dokumentation überZukunftsthemen geschaffen.Im Bild: Bürgermeister Heinz Schaden bei derEröffnung der Fotoausstellung über Robert Jungkin der Stiegenhaus-Galerie „Corso“.Robert Jungk: In Erinnerung an einen großen ZukunftsdenkerVON HANS HOLZINGER8 | ErwachsenenbildungBetroffene zu BeteiligtenmachenRobert Jungk bei einerDemonstration gegen dasAtomkraftwerk Temelinim Jahr 1993, knapp einJahr vor seinem Tod.
    • dreieck 01/2013Erwachsenenbildung | 9nisiert gemeinsam mit anderen internatio-nale Zukunftskonferenzen. 1971 verlagerndie Jungks ihren Wohnsitz nach Salzburg,wo sie eine Wohnung in der Steingassebeziehen. Jungk pendelt weiter zu seinenVorlesungen nach Berlin und engagiertsich im Widerstand gegen den Ausbauder Atomkraft in Deutschland. Whyl, Brok-dorf oder Gorleben gelten als erste Schau-plätze der Auseinandersetzungen. 1977erscheint Jungks Buch „Der Atomstaat“.Die Volksabstimmung gegen das österrei-chische Atomkraftwerk Zwentendorf imDezember 1978 gilt für ihn als Meilensteinin der Anti-AKW-Bewegung ebenso wie dererfolgreiche Widerstand gegen eine ato-mare Wiederaufbereitungsanlage im baye-rischen Wackersdorf – der Bau wird 1988,zwei Jahre nach der Atomkatastrophe vonTschernobyl, mit Unterstützung durch hef-tige Proteste auch aus Salzburg eingestellt.Ein WAA-Denkmal am Salzburger Mozart-platz erinnert an diesen Widerstand.Ehrungen in den letztenLebensjahrenIn seinen letzten Lebensjahren werdenRobert Jungk zahlreiche Ehrungen zuteil.Jungk stirbt am 14. Juli 1994 nach schwererErkrankung in Salzburg.„Wer lange lebt, hat oft genug erfahren,dass sich zwar nicht alles, aber doch vielesmit der Zeit zum Besseren wenden kann.Das eigene Ende ist unvermeidlich, abervon jedem Menschen geht ein Anstoß aus,der auf unvorhersehbare Weise in die Zu-kunft weitergeleitet wird.“Mit diesen Sätzen beendete Robert Jungkseine Autobiographie „Trotzdem. Mein Le-ben für die Zukunft.“, die er 1993, knapp einJahr vor seinem Tod, fertig stellen konnte.Zum Ausdruck kommt darin die tiefe Über-zeugung Jungks nach einer demokrati-schen Zukunftsgestaltung.Zukunftsdenker des20. JahrhundertsFür mich ist Robert Jungk einer der bedeu-tendsten Zukunftsdenker des 21. Jahrhun-derts, und er hat als Autor nicht nur vomSchreibtisch aus agiert, sondern sich direkteingebracht, auch wenn seine Bücher ingroßen Auflagen und vielen Sprachen er-schienen sind. Jungk war eine Galionsfigurin der Umwelt-, Anti-Atom- und Friedens-bewegung. Er hat wohl tausende Vorträgeund Reden gehalten, Zukunftswerkstättengeleitet. Dass er, anders als viele seiner jü-dischen MitbürgerInnen, durch frühe FluchtHitlers Holocaust entkommen konnte, warfür ihn eine Verpflichtung, sich Zeit seinesLebens für eine humane Zivilisation, füreine demokratische Gesellschaft einzuset-zen. Und er hat wohl als erster Nicht-Phy-siker das immense Zerstörungs- und Risi-kopotenzial der Atomtechnologie erkannt.Dieses war vorrangiges Thema seiner ers-ten Bucherfolge.Wo stehen wir heute? Die atomare Konfron-tation ist zurückgedrängt. Doch andere Pro-bleme sind geblieben: etwa der Nuklearab-fall, von dem niemand weiß, wie er wirklichentsorgt werden soll, oder die Rüstungs-ausgaben, die derzeit weltweit bei einer Bil-lion Dollar liegen und die wohl größte undschändlichste Ressourcenvergeudung dar-stellen. Andere Probleme sind dazugekom-men, etwa die Umwelt- und Klimakrise, dieVerschuldungskrise oder die Vergrößerungder Kluft zwischen Reichen und Armen.Würde Jungk heute noch leben, würde ersich wohl in Bewegungen für eine gerech-tere Weltfinanz- und Wirtschaftsordnungengagieren.Gerade jungen Menschen empfehle ichdie Auseinandersetzung mit Robert Jungk,da ohne Geschichtsbewusstsein keine Zu-kunftsgestaltung möglich ist – dies zeigtsein bewegtes Leben. Und Robert Jungkmacht Mut, sich für gesellschaftliche Fra-gen zu interessieren und zu engagieren. DieZukunft darf nicht allein den ExpertInnenüberlassen werden. Jede und jeder ist inder Lage, die Zukunft gemeinsam mit ande-ren eigenverantwortlich mitzugestalten, soeine Grundüberzeugung von Robert Jungk.Der steigende Komplexitäts- und Beschleu-nigungsdruck führt freilich zu wachsendenOhnmachtserfahrungen. Die Demokratisie-rung der Zukunft ist daher aus meiner Sichtnur möglich mit einer Aufwertung des Re-gionalen sowie einer neuen Verortung, er-gänzt um globale Vereinbarungen hinsicht-lich Umwelt- und Ressourcengrenzen. Nurwenn das Wirtschaften wieder eingebettetwird in das Nahfeld der Menschen, durchregionale Kreisläufe, durch neue Bilder voneinem guten Leben, in denen die Kultur desMiteinanders das Konkurrenzprinzip ablöst,eröffnen sich neue Entfaltungsräume fürHumanität – im Sinne Robert Jungks.Mehr zum Programm gibt es unterwww.robertjungk100.org sowiewww.jungk-bibliothek.at.Mag. Hans Holzinger ist seit 1992 wissenschaft-licher Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek fürZukunftsfragen, Nachhaltigkeitsexperte und Autorsowie Kurator der Ausstellung „Robert Jungk: Salz-burger und Weltbürger“.1987: Robert Jungk in „seiner“ Bibliothek für Zu-kunftsfragen im Gespräch mit Jakob von Uexküll,dem Begründer des Alternativen Nobelpreises.Fotos:JBZMögliche Zukunftstrends zu analysieren, vorkritischen Entwicklungen zu warnen und ins-besondere wünschbare Zukunftsszenarien zurDiskussion zu stellen, ist das Ziel des interdiszi-plinären wissenschaftlichen Teams der JBZ. Um-gesetzt wird dies durch Studien, Publikationen,Vorträge, Diskussionsrunden, Zukunftswerk-stätten und Projekte. Im Bild (v.li.) das JBZ-Team:Alfred Auer, Walter Spielmann (vorne), StefanWally und Hans Holzinger (hinten).
    • 01/2013 dreieck10 | ErwachsenenbildungIm Sinne einer Geschlechtergerechtigkeit und um eine The-menvielfalt zu gewähren, benötigt Demokratie weiblichesEngagement, weibliche Mitsprache und Mitgestaltung. NeueMedien wie Social Media-Plattformen und ihre damit einherge-henden kollektiven Ideen und Konzepte verändern neben deraktiven Mitsprache und Mitgestaltung auch die Erwartungen anPolitik und Verwaltung. Sie sind auf Grund ihrer EigenschaftenKatalysatoren für den Wunsch nach mehr Dialog, Partizipation,Transparenz und Hierarchieabbau. Daraus resultieren zum BeispielOnline-Beteiligungsmodelle oder Bürgerhaushalte.„Mut zur (e)Partizipation – Frauen beteiligen sich, gestalten undentscheiden“ soll Frauen zur aktiven Beteiligung motivieren. Auchgibt das Bildungsprogramm Frauen Werkzeuge in die Hand, umsich Gehör zu verschaffen und (e)Partizipation gezielt für demo-kratiepolitische Prozesse einzusetzen.Bei der Auftaktveranstaltung am 14. Juni 2013 und in drei We-binaren wird sowohl praktisches als auch theoretisches Wissenvermittelt. Zur Zielgruppe von „Mut zur (e)Partizipation – Frauenbeteiligen sich, gestalten und entscheiden“ zählen alle Frauen, dieden Nutzen von Social Media für (gesellschafts- oder demokratie-)politisches Engagement aktiv einsetzen möchten.Weitere Informationen finden Sie ab Mai 2013 unterwww.salzburg.gv.at/frauen_entscheidenWas wollen wir erreichen?Information über BeteiligungshaushalteKennenlernen erfolgreicher (e)PartizipationsprojekteAnwendungsmöglichkeiten von Social Media für(e)PartizipationWorum geht es?(e)Partizipation: Begrifflichkeit, Tools und Beispiele(e)Partizipation aus der Gender-Perspektive: Partizipative Haus-haltsplanung, Gender BudgetingHandlungsperspektiven für Projektideen* Die Inhalte werden zweisprachig und vorwiegend online angebotenWer soll teilnehmen?Neben Frauen, die bereits politisch aktiv sind, vor allem jeneFrauen, die ehrenamtlich tätig sind und großes Engagement zei-gen, aber noch keine Erfahrungen in Politik oder Öffentlichkeithaben.Über das Bildungsprogramm hinaus werden eine onlinegestütztePlattform und regionale Webcafés angeboten. Diese dienen, ne-ben der Möglichkeit der gemeinsamen Teilnahme an den Webi-naren, der lokalen Vernetzung.TermineAuftaktveranstaltung: Freitag, 14. Juni 2013,13.00 bis 18.00 Uhr, Pongau (Anmeldung erforderlich!)1. Webinar/Webcafé: Samstag, 13. Juli 2013,10.00 bis 11.30 Uhr, Pongau2. Webinar/Webcafé: Samstag, 7. September 2013,10.00 bis 11.30 Uhr, PinzgauTagung Südtirol (optional): Freitag, 20. September 2013,ganztags (Anmeldung erforderlich!)*3. Webinar/Webcafé: Samstag, 12. Oktober 2013,10.00 bis 11.30 Uhr, LungauAbschlussveranstaltung: Samstag, 8. November 2013,13.00 bis 18.00 Uhr, Pinzgau (Anmeldung erforderlich!)Anmeldung unter http://bit.ly/Anmeldung_eMutAnmeldeschluss: 15. Mai 2013Für die Auftakt- und Abschlussveranstaltung sowie für die Webi-nare entstehen keine Teilnahmegebühren.Um an den Webinaren teilnehmen zu können, sollten die Teilneh-merinnen mit einem schnellen und stabilen Internetzugang sowieeinem Computer (nicht älter als ca. 3 Jahre) und wenn möglich miteiner Webcam und einem Headset ausgestattet sein.* Für die Veranstaltung in Südtirol wird bei einer Mindestteilnehmerinnenzahlvon 20 Personen ein Transfer zur Verfügung gestellt. Etwaige Übernachtungs-und Verpflegungskosten sind von den Teilnehmerinnen selbst zu übernehmen.Italien • Österreich Italia • AustriaUNIONE EUROPEAFondo europeo per lo sviluppo regionaleEUROPÄISCHE UNIONEuropäischer Fonds für regionale EntwicklungSei regioni un obiettivo• Sechs RegioneneinZielFrauen beteiligen sich,gestalten und entscheidenMut zur (e)Partizipation: Bildungsprogramm„Mut zur (e)Partizipation – Frauen beteiligen sich,gestalten und entscheiden“ ist ein Folgeprojektvon „Frauen entscheiden / donne che decidono“(CUP 29E11001480007), welches aus Mitteln desEuropäischen Fonds für regionale Entwicklung(EFRE) gefördert und vom Land Salzburg undden Partnerregionen kofinanziert wird.salzburgerbildungswerk
    • dreieck 01/2013Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung | 11Auf Grund des großen Anteils an Kin-dern mit Sprachauffälligkeiten beiSchuleintritt (rund 50 %) hat sich imLungau eine Initiative zur frühkindlichen,also vorschulischen Sprachförderung gebil-det.Die kindliche Sprachentwicklung ist mit ca.viereinhalb Jahren im Wesentlichen abge-schlossen. Somit ist es besonders wichtig,Sprachauffälligkeiten rasch zu erkennenund zu beheben. In den letzten beiden Jah-ren wurden daher die 4- bis 5- Jährigen allerLungauer Kinderbetreuungseinrichtungenauf Lautbildungsfehler oder sprachlicheAuffälligkeiten gescreent (Fachausdruckder Logopädie – ermöglicht das Erken-nen von sprachlichen Schwierigkeiten). Esfolgte eine Mitteilung an die Eltern sowieeine Empfehlung für die weitere Vorge-hensweise. Daraufhin wurde vom Salzbur-ger Bildungswerk gezielt die Informati-onsveranstaltung „Sprachförderung für zuHause“ angeboten.Mit viel Engagement und Begeisterungschulten die Logopädinnen Regina Hön-egger und Maria Praschl die Eltern in dieser„Heimarbeit“. So schilderten sie die früh-kindliche Sprachentwicklung in Altersab-schnitten, gaben Tipps und Anregungenzur Förderung der Sprache und stelltenSpiele vor, die auf unterhaltsame Weise dieMundmotorik trainieren und die auditiveWahrnehmung schulen.Darüber hinaus gab es für die Eltern Anre-gungen zu folgenden Themenbereichen:Kindern Sprechanlässe geben, Bilderbüchervorlesen, Bildergeschichten legen und er-klären lassen sowie Sprach- und Wortspiele.Entwickelt wurde dazu eine Broschüre fürdie Eltern. Diese ist bei Monika Weilharter,Forum Familie Lungau, erhältlich: monika.weilharter@salzburg.gv.at .Begleitet wurde diese Initiative von Veran-staltungen des Salzburger Bildungswerkes:„Lesefreude früh wecken“ und Sprachbas-telworkshops.„Die Freude am Vorlesen in dieFamilien tragen“Wichtige PartnerInnen dieses Projekts sindöffentliche Bibliotheken im Lungau. So ist„Mit Büchern wachsen“ eine Kooperationvon Bibliothek und Kindergarten, die dasZiel hat, Kinder von klein auf mit der Biblio-thek vertraut zu machen.„Die Freude am Vorlesen in die Familien tra-gen“ ist ein Leitsatz dieser Zusammenarbeit.Hier sollen Brücken zwischen Kindergarten,Kindern, Eltern und Bibliothek geschlagenwerden, die nachhaltig wirken. Gleichzeitigerleben und erfahren Eltern, wie wichtigund wesentlich Sprache, Spiel und Reimefür die Entwicklung der Kinder sind und wiesehr diese die spätere Lesefähigkeit begüns-tigen können.Gabriele Aigner ist Bildungswerkleiterin in Tamsweg.Mitglieder der Arbeitsgruppe „Frühkind-liche Sprachförderung im Lungau“:Gabriele Aigner, Bildungswerkleiterinund BibliothekarinIlona Gloner, KindergartenpädagoginRobert Grießner, Salzburger BildungswerkMaria Praschl und Regina Hönegger,LogopädinnenMonika Weilharter, Forum FamilieUnterstützt wurde das Projekt als regio-nales Leaderprojekt vom Sozialfestival „Tuwas, dann tut sich was“, von Salzburger Bil-dungswerk und Rotary Club Lungau.* BilderbuchtitelEine Logopädin zeigt beim Elternabend ein-fache mundmotorische Übungen für Kinder,die Eltern in den Alltag einbauen können.Kamfu mir helfen?*Fantasiewort? Sprachspiel? Sprachfehler? VON GABRIELE AIGNERFoto:AndreasHechenberger
    • 01/2013 dreieck12 | Eltern-, Frauen- und SeniorenbildungDrei- bis sechsmal im Jahr flattert beiüber 28.600 Müttern und Vätern ausSalzburg ein Elternbrief ins Haus.Diese werden vom Land Salzburg gemein-sam mit dem Salzburger Bildungswerkherausgegeben und beschäftigen sich seitüber 30 Jahren mit aktuellen Entwicklungs-themen, liefern hilfreiche Tipps sowie Infor-mationen für die ersten sechs Lebensjahredes eigenen Kindes – und das alles gratis.Eine aktuelle statistische Auswertung zeigt:Die Eltern brauchen „Anna“ und ihre Briefe,die beispielhaft die Entwicklung eines Kin-des darstellen – die Nachfrage steigt. DasLayout der Mappe und Druckwerke wurdenun den Inhalten angepasst und frischergestaltet. Und es wird auch in die Zukunftgedacht: Bald schon bekommt Anna in ihreMappe voller Abenteuer eine mehrspra-chige Erstinformation dazu.Anna ist die kleine Lady, die wir auf demWeg in die Welt begleiten. Sie lässt unsteilhaben an ihrer Entwicklung und ihrenAbenteuern mit ihrer Familie.Die Elternbriefe sind die ideale Begleitungfür die ersten sechs Lebensjahre eines Kin-des. Auch die internationale Forschung imfrühkindlichen Bereich gibt hier recht. Die-se geht davon aus, dass, je qualitätsvollerfrühe Hilfen angeboten werden, wenigerErziehungsprobleme auftauchen.Viele Eltern kennen die Elternbriefe schonaus ihrer eigenen Kindheit – sie werden er-staunt sein, wenn sie die Texte von damalsmit den heutigen vergleichen. „Wir haltendie Briefe stets aktuell und gehen auf heu-tige Bedürfnisse der Eltern ein“, so DSAMag. Brigitte Singer, die Leiterin des Insti-tuts für Elternbildung.Die Elternbriefe bekommen 2013 ein neuesGesicht. Eines jedoch hat sich nicht ge-ändert: Diese Briefe sind ein kostenlosesAngebot des Landes in Zusammenarbeitmit dem Salzburger Bildungswerk für alleEltern. Sie erhalten passend zum Alter ihresKindes (2- bis 4-mal pro Jahr) bis zum 6. Le-bensjahr per Post wichtige Informationenzu Entwicklung, Erziehung und Gesundheitin der Familie.Mehr als ein x-beliebigerElternratgeber„Ein Redaktionsteam aus Fachleuten derErziehungswissenschaft und Elementar-pädagogik, der Psychologie, der Erwach-senenbildung und der Eltern- und Fami-lienberatung treffen sich regelmäßig undarbeiten laufend an der Aktualisierung derElternbriefe. Ihnen als Unterstützung dientein kompetenter Fachbeirat mit Exper-tinnen und Experten aus Medizin, Erzie-hungswissenschaft, Elementarpädagogikund Montessori-Pädagogik, Physiotherapie,Ergotherapie, Logopädie, Psychologie, Psy-chotherapie, Ernährungsberatung u.v.m..Somit ist garantiert, dass alle Eltern denneuesten Stand aus diesen Fachdisziplinenkennen lernen“, so Mag. Robert Luckmann,Leiter des für Erwachsenenbildung zustän-digen Referats in der Bildungsabteilungdes Landes und Mitherausgeber der Eltern-briefe.„Nicht zuletzt ist es uns aber auch immerwichtig, den Alltag nicht aus dem Blick zuverlieren. So haben wir auch Eltern vonBabys und Kleinkindern, einen ‚Patchwork-papa‘ und eine Zwillingsmutter in unsererRunde, die sich das Werk auch von der prak-tischen Seite her ansehen – denn wir wol-len mit unserer kontinuierlichen Begleitungfür die erste Zeit mit Kind kein x-beliebigerElternratgeber, sondern ganz auf die ak-tuellen Bedürfnisse der Salzburger Elternzugeschnitten sein“, so Luckmann weiter.Die Evaluation zeigt:„Uns geht’s genau so!“„Viele Rückmeldungen von Eltern, die sichverstanden fühlten und immer wiederAlles neu für Anna ...Die Elternbriefe erhalten ein neues LayoutAus dem Pinzgau, Flachgau, Tennengau undPongau sind jeweils rund 30 % der ausgesendetenFragebögen wieder retourniert worden. 23 % derangeschriebenen Personen aus dem Lungau ha-ben geantwortet, und die höchste Rücklaufquotewurde in der Stadt Salzburg mit 37 % erreicht.30 %Flachgau29 %Tennengau29 %Pongau29 %Pinzgau37 %Salzburg23 %LungauRücklaufquote nachVerwaltungsbezirken
    • dreieck 01/2013Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung | 13erstaunt über die Treffsicherheit unsererThemen sind, geben uns recht! Neben denvielen positiven Rückmeldungen von Elternist es für uns wichtig, regelmäßig eine wis-senschaftliche Evaluation durchzuführen,die ElternbriefbezieherInnen direkt nachihren Eindrücken und ihrer Zufriedenheitzu befragen“, so Singer und Luckmann. DieEvaluationen 2007 und 2012 haben sehrpositive Ergebnisse geliefert. Schon alleinder hohe Rücklauf von knapp über 30 %mit einem Stichprobenumfang von 508Personen war sehr erfreulich. Bei der Eva-luation 2012, die unter wissenschaftlicherBegleitung von Univ. Ass. Dr. Andreas Pa-schon von der Universität Salzburg, Fach-bereich Erziehungswissenschaft, und denAutorinnen Tanja Obex BA und Marion Atz-mannstorfer BA durchgeführt wurde, stelltesich heraus, dass die Eltern zu 95 % die El-ternbriefe mit Sehr gut und Gut beurteilen.Detailergebnisse – Auszüge ausder Evaluation„Die allgemeine Bewertung der Elternbriefefällt überdurchschnittlich gut aus. Die Le-serschaft bekundet eine hohe Zufrieden-heit und betont vor allem die Hilfestellungin Erziehungsfragen, die ihnen so zukommt.Besondere Erwähnung findet in diesemZusammenhang der Abbau von Unsicher-heiten beim ersten Kind.“Auch die Erscheinungsart in Briefform, perPost und zur Ablage in der Mappe fand der-art positive Bestätigung, dass selbst das Re-daktionsteam überrascht war.„Derzeit werden die Elternbriefe, je nachAlter des Kindes, 2- bis 4-mal jährlich perPost an die Eltern verschickt. Für 76 % derbefragten Eltern ist diese Häufigkeit genaurichtig, 18 % finden es zu selten und wür-den sich kürzere Abstände zwischen denAussendungen wünschen. (...) Momentangibt es die Elternbriefe nur in Papierform,dies befürworten auch 90 % der Befragten.10 % geben an, die Elternbriefe lieber elek-tronisch in Form von E-Mails erhalten zuwollen.“Papas mit dabeiDarüber hinaus lesen die Elternbriefe „re-gelmäßig und ausführlich“ über 80 % derVäter oder Partner in der Familie! Darüberfreut sich das Redaktionsteam sehr, denngerade Väter sind in der Elternbildung oftnoch seltene Exoten, was ob ihrer wich-tigen Erziehungsaufgabe schade ist.„In diesem Fall, liebe Männer, freut es michsehr, dass Sie so treue Fans von Anna sind!“,so Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller.„Anna findet übrigens, dass Eltern manch-mal ,leicht reizbare Gorillas‘ sind, aber,einfach cool‘ für den Rest des Familienall-tages“, so das Redaktionsteam ergänzend.Die Elternbriefe können kostenlos im Refe-rat Erwachsenenbildung, Öffentliche Bibli-otheken, Bildungsmedien bestellt werden:Online: elternbriefe.salzburg.at/bestellungTelefonisch: 0662-8042-5610.Eltern, die die Sammelmappe mit dem ers-ten Brief und der Bestellkarte nicht nach derGeburt im Krankenhaus erhalten haben,können sie selbstverständlich auch späterjederzeit nachbestellen. (BS/MP)KontaktDSA Mag. Brigitte SingerTel: 0662-872691-15, Fax: 0662-872691-3E-Mail: b.singer@sbw.salzburg.atStatistische DatenFragebogenerhebung im Zeitraum August/September 2012N = 508, Streuung: Bundesland SalzburgZielgruppe: BezieherInnen der Elternbriefe desLandes SalzburgThema: Nutzung und Wirkung der Elternbriefe,Beurteilung (inhaltlich, Erscheinungsform) derElternbriefeAlter des Kindes, für das der Elternbrief bezogen wird Beurteilung der Elternbriefe2010 2011Jünger als 1Jahr1 Jahr bis 2Jahre2 bis unter 3Jahre3 bis unter 4Jahre4 bis 6 Jahre0,1965 7030,278 3090,1495 1240,1910,1850 %5 %10 %15 %20 %25 %30 %2011Sehr gutgutBefriedigendEher schlechtSchlecht0,635 7030,335 3090,04 124000 %10 %20 %30 %40 %50 %60 %70 %Diese Abbildung zeigt die Verteilung auf die verschiedenen Altersgruppen derKinder, für die der Elternbrief bezogen wird. 28 % der Kinder sind zwischen 1und 2 Jahren, 20 % sind jünger als 1 Jahr. 19 % der Befragten sind Eltern 3- bis4-jähriger Kinder, 18 % haben Kinder zwischen 4 und 6 Jahren. 15 % der ant-wortenden Personen beziehen den Elternbrief für 2- bis 3-jährige Kinder.Rund zwei Drittel (65 %) beurteilen die Unterlagen als sehr gut,33 % bewerten sie als gut, und nur 3 % finden die Inhalte derElternbriefe befriedigend. Keiner der Befragten beurteilt dieElternbriefe schlecht, weshalb von einer hohen Zufriedenheitausgegangen werden kann. sehr gut gut befriedigend eher schlecht schlecht Jünger als 1 Jahr bis 2 bis unter 3 bis unter 4 bis 1 Jahr unter 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 6 Jahre
    • 01/2013 dreieck14 | Eltern-, Frauen- und SeniorenbildungSchönheit ist relativ. Schönheit begleitetund begegnet uns fast täglich in un-serem Alltag. Die Werbung suggeriertuns ein Bild von Frauen, dem viele gerechtwerden wollen. Durch diese manipuliertenBilder steigt der Druck, der vor der Haustürkeinen Halt macht. Mädchen und Frauenwerden immer früher und immer mehr mitder Schönheitsindustrie konfrontiert. Schön-heitsoperationen, Diätwahn, Fitnessstressund Perfektion sind Themen, mit denen sichschon Schulmädchen beschäftigen.Gerade aus der Sicht der Hautärztin Dr. Bir-gitt Hantich konnten wir beim Frauensalonin Abtenau eindringlich erfahren, dass vieleSchönheitsoperationen gar nicht so pro-blemlos sind, wie uns immer vorgegaukeltwird. Und vor allem: Es sind Operationenzumeist ohne medizinischen Grund. JedeNarkose stellt ein Risiko dar, das nicht ver-harmlost werden darf. Bis vor kurzem gabes keine einheitlichen Standards für Schön-heitsoperationen (Brustkorrektur, Fettab-saugungen, Augenkorrekturen, Liftingsetc.), es ist sozusagen ein Glück, wenn manin die richtigen Hände gerät. Gar nicht zureden von den Eingriffen, die im Auslandgemacht werden, weil sie dort billiger sind.Das Beispiel einer 2-fachen Mutter, die sicheiner solchen Operation unterzog und anden Komplikationen verstarb und deshalbihre 2- und 5-jährigen Töchter nicht beim Er-wachsenwerden begleiten kann, ist sicher-lich nicht alltäglich, aber wirklich passiert.Dagegen gibt es sehr viele andere, nicht soinvasive Methoden, mit denen bei verschie-denen Problemen geholfen werden kann.Ein großer Punkt ist die Ernährung, die ge-rade beim Hautbild sehr viel bewirken kann.Bin ich schön?!Die Psychologin MMag. Annemarie Plei-ninger machte sehr humorvoll klar, dassSchönheit auch mit Psyche zu tun hat – undumgekehrt. Also speziell unsere schlech-ten Phasen sollten uns nicht dazu verlei-ten, nichts mehr für uns zu tun. Auf sich zuschauen ist auch etwas Gutes für die Seele,und das sollte abseits der Schönheitsindus-trie passieren und nicht deswegen. Denndie Psyche spielt hier eine große Rolle: Wannfühlen wir uns glücklich und schön? Alleinein der Regel nicht, sondern es sind immerMenschen in unserer Familie, unseremFreundeskreis, von denen wir Anerkennungbekommen – viele förmlich einfordern. Diebekommt man aber nicht ausschließlich,wenn wir den „Extrembildern“ (sicher keineIdealbilder) aus der Hochglanzillustriertenentsprechen, sondern vielfach für andereDinge. Und auch Singles sei gesagt: KeinenPartner zu haben, liegt selten allein am Aus-sehen. Viele Freundschaften halten längerals Ehen! Also ist der soziale Kitt, der unszusammenhält und erfolgreich macht, nichtunbedingt in der Schönheit zu finden.Frauen müssen sich also nicht länger unterDruck setzen lassen, welchem Bild sie zuentsprechen haben.Wir warfen den Blick auf diese (Schönheits-)Industrie, die natürlich auch viel Geld um-setzt, und auf ihre Gefahren. GleichzeitigEin Rückblick auf den Frauensalon in AbtenauEin Abend für die Schönheit nutzten diese wunderbaren Frauen, um sich vom Friseur Figarouno für den Frauensalon mit neuen Farben, Frisuren undMake Up verwöhnen zu lassen. Ein Dank an alle, die sich präsentierten! Das war, wie an den 8 Modellen zu sehen ist, wirklich beeindruckend.21. Salzburger Frauensalon2. Juli 2013, 19.00 Uhr, Salzburg, Bildungshaus St. VirgilFreundinnen der KunstTriangeln eine Performance mit 3 Frauen auf 3 Hometrainern mit 3 Büchern.Alles zum Thema: Multitasking, Stress, Frauen, Alltag, Perfektionismus, Work-Life-Balance,Körperkult: also dem Hamsterrad des Frauenlebens!Wir dürfen gespannt sein.Anmeldung erforderlich: Tel: 0662-65901-514Spielleiterin: Mag. Regina Augustin, Moderation: Mag. Brigitte SingerAnkündigungWie schön muss eine Frau sein?
    • dreieck 01/2013Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung | 15Das konnte aktuell ja wohl niemandübersehen: Unerwartet aber heftigschwappte die Sexismus-Debatterein in unser Wohnzimmer. Rann klebrigaus unseren Fernsehern und fand sich glib-berig in vielen Zeitungen.Nichts gelernt? Seit Jahren nicht zugehört?Ein Sager macht die Runde in der Presseund in der Öffentlichkeit, findet verständ-nisloses Kopfschütteln, ruft sehr vertrauteErinnerungen wach, lässt Hände abwinken-de Gesten machen, begleitet von einem‚Ach, was regt ihr euch denn schon wiederauf?‘ – und das alles 2013 und nicht etwavor 30 Jahren ... ein fahler Beigeschmack.Eine andere Art von verständnislosem Kopf-schütteln lässt sich aber hartnäckig nichtaus meiner Halswirbelsäule verscheuchen:Das letzte Mal tauchte es auf, als ich fas-sungslos eine Kinderunterhose in Händenhielt (für zarte fünf Lebensjahre, also Gr.116), auf der stand, ganz süß verschnörkeltin Begleitung zweier Bienchen, „so sweetand hot“ ... Oder, so berichtet von einerFreundin nach einem Besuch in einem Lon-doner Kinder- und Jugendmodengeschäft,„spooning leads to forking“ (frei übersetzt:Kuscheln führt zu Sex). Ist das ein Warn-hinweis? Eine Bestätigung, dass Eltern, diedas kaufen, wirklich cool (oder einfach nurdoof) sind, oder dokumentiert das: DiesesKind ist aufgeklärt?Ebenfalls gesehen Söckchen, auf denensteht: „for spice girls“. Es hilft mir auch nichtwirklich, wenn ich dann ein T-Shirt mit zweiChilis finde, auf dem zu lesen ist: „My sweetspice world“. Natürlich gibt es noch „MamasLiebling“ oder „Mit Liebe gemacht“, aberwozu diese zweideutigen Anspielungen?!Böse Zungen behaupten: „Du suchst ja rich-tig nach Dingen, die dich ärgern, du schaustviel zu genau!“. Würden Sie dem auch nochzustimmen, wenn Sie Unterwäsche fürkleine Mädchen finden, die wie ein Bustiergeschnitten sind? Oder wenn auf der Rück-seite der Unterhose steht: „sweet follower“.Jetzt muss ich natürlich ehrlicherweise zu-geben, dass ich nicht in die Bubenabteilunggerast bin, um zu sehen, was da geradeTrend ist. Ich glaube jedoch kaum, hierUnterwäsche mit „so strong“ oder „hardand smart” vorfinden zu können. Weil „sosweet and hot“ passt für Buben eigentlichnur, wenn sie im Sommer einen honigver-schmierten Wollpulli anhaben müssen.Sie sehen, meine alltäglichen Wege reichenaus, um mich mit diesem Sexismusthemazu beschäftigen, da brauche ich gar nichtdie statistischen Berichte zu sexistischenWerbekampagnen studieren oder mich da-mit aufhalten, dass Frauen laut der Einkom-mensverteilung 2012 immer noch um einDrittel weniger verdienen.In Salzburg gibt es seit 2009 eine watch-group, die zumindest registriert und pu-blik macht, wenn Unternehmen in denSexismuskübel greifen: http://www.watch-group-salzburg.at/Und PINK STINKS http://pinkstinks.de/ hatnicht nur die Farbe Pink auf ihrer Verfol-gungsagenda. Für alle, die dazu mehr wol-len als ein Achselzucken!In diesem Sinne Augen auf!Sexismus in den KinderschuhenOder: Sex sells an allen Ecken und Hinterteilen?!LIPPGLOSSEdiskutierten wir die Möglichkeiten abseitsdieser schmerzhaften Eingriffe. An diesemAbend in Abtenau waren die PsychologinMMag. Annemarie Pleininger, die Hautärz-tin Dr. Birgitt Hantich sowie die Kosmeti-kerin Ulrike Auer zu Gast, die das ThemaSchönheit und selbstbewusstes Auftretenvon Frauen in vielen Facetten mit den an-wesenden Frauen zur Diskussion brachten.Außerdem zeigte der Frisiersalon „Figarou-no“ anhand von 8 Modellen eine Präsenta-tion. Die engagierten Mitarbeiterinnen vonRenate Quehenbergers Salon arbeiteten fürdiese Frisurenshow sogar an ihrem freienTag und verdienen wirklich großen Applausfür die viele Mühe. Im Anschluss an diesenSalon konnten sich Frauen auf der Beauty-couch von der Kosmetikerin beraten lassen.Für über 70 Frauen aus Abtenau und Umge-bung war das ein äußerst gehaltvoller undgelungener Frauensalon, der durch die viel-fachen Ideen und Initiativen von Bildungs-werkleiterin Hilde Baumgartner ermöglichtwurde. (BS)Mag. Brigitte Singer leitetdas Institut für Frauen-und Elternbildung imSalzburger Bildungswerk.
    • 01/2013 dreieck16 | Forum FamilieEine Situation, die so oder ähnlich inunzähligen Familien stattfindet. Dasgegenseitige Vertrauen wird zerstört,und verletzende Beschuldigungen und Vor-würfe prägen das Gesprächsklima in derFamilie. Wie finden Eltern und damit auchihre Kinder aus dieser schier ausweglosenSituation heraus?Dazu haben wir zwei Expertinnen zum The-ma Hausübungen befragt:Barbara Rinner hat langjährige Erfahrungmit Kindern zum Thema Lernen, Schul-Mo-tivation und Hausübungsmanagement. Sieist Lerntrainerin und Dipl. Elternbildnerin,bekannt mit den beliebten Ferienprogram-men „Lernen mit allen Sinnen“. ReginaLindner-Wiesner ist Montessori-Pädago-gin, Partner- und Familienberaterin, Super-visorin und Coach.Frau Rinner, Frau Lindner-Wiesner, wasantworten Sie verzweifelten Eltern, diemit der Frage nach einem Ausweg aus die-ser hoffnungslosen Hausübungsmisere anSie herantreten?Der erste Schritt ist immer eine notwendigeSelbstreflexion der Eltern. Wie ist eigentlichihre eigene Einstellung zum Thema Haus-übungen? Erachten sie diese als wichtigoder bloß als lästiges Übel? Haben sie im-mer und gerne Hausübungen gemacht?Oftmals wiederholen sich ja die Situationen.Wie reagieren die Eltern auf diese Heraus-forderung?Vielfach zeigt sich sehr rasch, dass auch diebetroffenen Eltern als Kinder unter der Situ-ation gelitten haben. Manchmal gab es dasehr strenge Eltern, die viel Druck ausge-übt haben – etwas, was sie bei den eige-nen Kindern unbedingt vermeiden wolltenund jetzt nicht wissen, ob sie dadurch zunachgiebig sind. Jedenfalls ist es immer so,dass das eigene Bild der Eltern zum ThemaHausübung bzw. Schule sich sehr auf dieKinder überträgt. Daher ist diese „Ursachen-forschung“ immer ein erster und wichtigerSchritt zur Verbesserung der Situation.Ein Interview, geführt von CoronaRettenbacher mit den ExpertinnenBarbara Rinner und ReginaLindner-WiesnerHelfen Sie dem Kind, sich Ziele zu setzen.Erstellen Sie gemeinsam einen Zeitplan.Gestalten Sie den Arbeitsplatz bewusst.Wecken Sie das Interesse am Lernstoffallgemein.Erkennen Sie den Lerntyp. Wie nimmtmein Kind am besten wahr?Salamitaktik: Teilen Sie die Hausübungenein.Pausen sind notwendig!Anerkennung motiviert!Eine positive Lernumgebung hilft.Fördern und stärken Sie das Selbstver-trauen Ihres Kindes!10 Tipps zum Thema HausübungHast du die Hausübung schongemacht? Ich hab nix auf!
    • dreieck 01/2013Forum Familie | 17Viele Eltern wollen den Streit in der Fami-lie dadurch umgehen, dass sie Nachhilfefür ihre Kinder besorgen, die ja auch dieHausübung gleich miterledigen kann. Istdas ein möglicher Ausweg?Nachhilfe ist in vielen Fällen als Unterstüt-zung beim Bewältigen des Lernstoffes einenotwendige Hilfe. Aber die Nachhilfekraftkann und soll nicht die Verantwortung fürdie eigene Arbeit der Kinder übernehmen.Es ist daher auch für NachhilfelehrerInnenwichtig, dem Kind klar zu machen, wiewichtig Hausübungen sind. Weil es ohneÜbung einfach keinen Erfolg gibt.Sie nehmen also zunächst die Eltern in dieVerantwortung. Bedeutet das jetzt, dasses nur an den Eltern liegt, oder welchesMaß an Verantwortung liegt denn bei denKindern selber?Die Hauptverantwortung liegt natürlich beiden Kindern. Es geht um ihren Schulerfolg,um ihr Leben. Sie sind die GestalterInnenihrer Zukunft. Doch diese Erkenntnis istkeinem Menschen in die Wiege gelegt, siemuss erst entstehen und reifen. Dabei sol-len und können die Eltern sie unterstützen.Es geht also beim Thema Hausübung auchum das Erkennen, wie wichtig es ist, für daseigene Fortkommen Verantwortung zuübernehmen.Wie lässt sich denn nun dieses Gefühl fürdie Eigenverantwortung des Kindes ent-wickeln?Die wichtigste Basis, um Eigenverantwor-tung übernehmen zu können, ist ein aus-reichendes Maß an Selbstvertrauen. DasKind braucht Sicherheit, es muss sich auchzutrauen, selber Verantwortung überneh-men zu können. Diesen Glauben an sichgilt es beim Kind zu stärken. Vorwürfe undständiges Erinnern an Misserfolge sind dawenig hilfreich. Es geht darum, Positives zuverstärken und auch kleine Erfolge bewusstanzuerkennen.Welche praktischen Maßnahmen zurkonkreten Umsetzung raten Sie denBetroffenen bei Ihren Informationsveran-staltungen und Workshops?Wir haben ein Programm entwickelt, das inzehn konkreten Schritten hilft, die Situationzu verbessern (siehe Tipps im Kasten). EinSchritt ist zum Beispiel die bewusste Ge-staltung eines fixen Arbeitsplatzes, an demdas Kind die Hausübungen macht. Wer sei-ne Hausübungen einmal am Küchentisch,einmal im Wohnzimmer und das nächsteMal im Garten macht, entwickelt kein Ge-fühl für eine vertraute Lernumgebung. Dasrichtige Licht, wie zum Beispiel seitlicherLichteinfall, die richtige Temperatur und diegute Sitzposition helfen ebenfalls. Ordnungist natürlich auch immer ein Thema, sollteaber nicht überbewertet werden. Ordnungist kein Selbstzweck, sie hilft lediglich, un-nützes Suchen zu vermeiden.Was raten Sie Eltern, deren Situationschon so verfahren ist, dass das ThemaSchule alles beherrscht?Natürlich ist es wichtig, sich rechtzeitig die-sem Thema zu stellen. Doch vielfach ist dieSituation tatsächlich schon sehr schwierig,weil sich die Verhaltensmuster sehr ver-härtet haben und das Kommunikationskli-ma ohne Hilfe von außen kaum mehr zuverbessern ist. Daher bieten wir auch Coa-chings für Familien an. Und wir wenden unsauch an LehrerInnen, die diesem Problemebenfalls oft fast hilflos gegenüber stehen.Eine nachhaltige Lösung ist nur durch eingutes Zusammenspiel von Eltern und Schu-le möglich. Wir haben daher vor einiger Zeitsehr erfolgreich begonnen, „Hausübungs-projekte“ in Schulen durchzuführen. Sokommt von allen Seiten Schwung in dieverfahrene Situation, und alle entdeckenwieder Freude und Motivation am ThemaHausübung.Vielen Dank für das interessante Gespräch!Kontakt:Barbara Rinner, Lerntrainerin undDipl. Elternbildnerin,Tel: 0664-45 298 61,E-Mail: b.rinner@iilo.atDipl. Päd. Regina Lindner-Wiesner MSc,Supervision/Coaching/LebensberatungTel: 0664-88 602 284,E-Mail: regina.lindner@sol.atMag. Corona Rettenbacher, Forum FamilieTennengau, Tel: 0664-85 655 27Wer wir sind und was wir tun!KinderbetreuungHilfe bei konkreten Anfragen zurKinderbetreuung, FerienbetreuungUnterstützung bei der Schaffung vonneuen BetreuungsplätzenHilfs- und BeratungsstellenWegweiser für Familien betreffendeAnliegen, Fragen und ProblemeAuskunft über regionale Hilfs- undBeratungsangeboteInformation über materielle Förde-rungen und Beihilfen „Geld für dieFamilienkassa“Unterstützung und Begleitung neuerFamilienprojekteVernetzung und Informationsaus-tausch in der RegionSoziale VernetzungEnge Kooperation mit Gemeinden,Sozialeinrichtungen und InitiativenZahlreiche Informationen, Downloads,Kinderbetreuungsangebote sowie denLungauer Elternbildungskalender unterwww.salzburg.gv.at/forumfamilie.htmlForum Familie – Eltern-Servicedes Landes in allen BezirkenIm Bild (v.li.) die MitarbeiterInnen von ForumFamilie: Dr. Wolfgang Mayr (Flachgau), MonikaWeilharter (Lungau), Christine Schläffer (Pinz-gau), Andrea-Maria Gruber (Pongau) und Mag.Corona Rettenbacher (Tennengau).
    • 01/2013 dreieck18 | GemeindeentwicklungHaben Sie schon mal probiert, sicheinen Monat lang nur von dem zuernähren, was vor Ort angebaut,geerntet und verkauft wird? Versucht, mitder Energie auszukommen, die im Ort pro-duziert wird? „Regionale Versorgung“ istmittlerweile aufgrund der zunehmendenLebensmittel- und Energieknappheit, aberauch aufgrund der „Kreditklemme“ hochak-tuell. Im Zuge der Diskussionen über PeakOil und Klimawandel lancieren Landwirt-schaft und Ernährung wieder zu existenti-ellen Themen.Die Gemeindeentwicklung Salzburg be-schäftigt sich 2013 mit dieser regionalenEnergie- und Lebensmittelversorgung.Bei der Tagung „Das Geld im Dorf lassen II“lieferten ExpertInnen Anfang April wichtigeImpulse für eine zukunftsfähige Ausrich-tung unserer regionalen Lebensmittelver-sorgung und beschäftigten sich mit Fragen,wie wir regionale Wirtschaftskreisläufe ambesten fördern können. Welche vorbild-haften Beispiele gibt es bereits, und welcheAnreize können dabei alternative, komple-mentäre und verantwortungsvolle Finan-zierungssysteme geben?Gemeinsam mit LandwirtInnen, Vertrete-rInnen aus dem Finanzbereich, den Ge-meinden, mit zivilgesellschaftlichen Akteu-rInnen und mit KonsumentInnen wurdenModelle für eine zukünftige regionale Ver-sorgung diskutiert und auf die Umsetzungin unserer Region geprüft.Regionale Lebensmittelversorgungund deren FinanzierungAls Folge der Globalisierung verlieren vorallem ländliche Regionen ihre strukturelleEigenständigkeit. Um als Region zukunfts-fähig zu sein, ist es erforderlich, ökonomischhandlungsfähig zu bleiben und gleichzeitigeine regionale, vielfältige, sozial- und um-weltverträgliche Landwirtschaft zu betrei-ben, die als Wert an sich anerkannt wird.Weiters werden für kleinere Betriebe Netz-werke entlang der regionalen Wertschöp-fungskette für ihre weitere Existenz immerwichtiger sein. Oft ist in der Landwirtschaftdie Kapitalsituation unbefriedigend oder esmuss sogar restrukturiert werden.Andersleben undwirtschaftenFoto:pixelio.deAusblickRegionale Versorgung mit Energie und LebensmittelWie können unsereGemeinden energie-unabhängig werden?Antworten bekommen Siebei einer Exkursion am8./9. November 2013.Exkursionsprogrammunter www.gemeindeent-wicklung.atBioenergie-Region Achental Energiedorf WildpoldsriedExkursion ins Energiedorf Wildpoldsried und in dieBioenergie-Region Achental
    • dreieck 01/2013Gemeindeentwicklung | 19Zugleich gibt es ein wachsendes Bedürf-nis der AnlegerInnen nach einer Sparform,bei der der sinnvolle Einsatz des Geldeswichtiger ist als die in Zahlen ausdrückbareRendite. Die Regionalwert AG aus Freiburg,Hermes-Österreich, der Verein MehrWertaus Steyr-Kirchdorf oder die Raiffeisen-kassen Südtirols mit ihrer Sparte „EthicalBanking“ ermöglichen ihren AnlegerInneneine Win-Win-Situation, denn: Gemeinsamleisten sie einen Beitrag zu einer lebens-werten Zukunft.Nachhaltiges Anlegen undEthical Banking?!Im Rahmen der Tagung „Das Geld im Dorflassen“, übrigens bereits die zweite mitdieser Thematik, wurden diese innovativenKooperationen von ErzeugerInnen und Ver-braucherInnen, GeldgeberInnen und Kredit-nehmerInnen vorgestellt.So bezeichnet sich beispielweise die Regi-onalwert AG als eine Bürgeraktiengesell-schaft, durch die Landwirtschaft und Re-gionalwirtschaft rund um Freiburg sozial,ökologisch und wirtschaftlich nachhaltiggestaltet werden. Auch der Verein Mehr-WertGeld gibt den Menschen die Möglich-keit, in die Region zu investieren. Die An-legerInnen entscheiden, wo ihr Geld wirktbzw. wohin es fließt. In 19 RaiffeisenkassenSüdtirols ist „Ethical Banking“ ein sinnvollesGeschäftsfeld, bei dem zweckgebundeneEinlagen von AnlegerInnen gesammeltund damit nachhaltige Projekte aus denBereichen Gerechter Handel, Weniger Han-dicap, Bäuerlicher Notstandsfonds, Biolo-gische Landwirtschaft, Erneuerbare Ener-gien und Energetisches Sanieren finanziertwerden. So auch bei der Plattform Hermes-Österreich, eine Solidargemeinschaft, dieMenschen und Einrichtungen die Möglich-keit bietet, Geld zur Förderung zukunftswei-sender Projekte, die vom konventionellenFinanzsystem meist nicht unterstützt wer-den, zur Verfügung zu stellen.Im Ernährungsbereich entstehen solida-rische Wirtschaftsformen. Ein Beispiel:Food-Coops – hier schließen sich Menschenzusammen, um regionale und biologischeLebensmittel einzukaufen. In dieser Art vonEinkaufsgenossenschaft übernehmen dieMitglieder auch Arbeit wie zum Beispiel dasVerteilen oder Verrechnen der Ware. EinenSchritt weiter geht das Konzept des gemein-samen Landwirtschaftens, CSA, communitysupported agriculture, genannt. Ein öster-reichisches Beispiel dafür ist der OchsenherzGärtnerhof in Gänserndorf. Der gemein-schaftlich getragene Demeter-Landwirt-schaftsbetrieb ist darauf ausgerichtet, einenKreis von etwa 200 Menschen mit Gemüsezu versorgen, die dafür im Gegenzug dieAusgaben des Gemüseanbaues überneh-men. (AG)Vorlesen und Erzählen sind wichtigeBestandteile unserer Kultur. Geradein unserer technisierten Welt bedarfes ab und zu wieder entsprechender Ent-schleunigung. Erzählen und Vorlesen sinddafür probate Mittel und überdies für diekindliche Entwicklung von enormer Bedeu-tung; dies zeigen auch zahlreiche Studien.Mobile Märchenecke in ParschWie berichtet, startete im Salzburger Stadt-teil Parsch im vergangenen November dasProjekt „Mobile Märchenecke“, eine weitereInitiative im Rahmen der Generationendorf-aktivitäten. Die „Mobile Märchenecke“ wur-de mit dem 2. Preis (und 2.500 Euro) beimWettbewerb „Zsammkemma“ der Gemein-deentwicklung Salzburg ausgezeichnet. Indie Märchenecke für Jung und Alt sind inParsch alle eingeladen, die Geschichten undMärchen lieben, vor allem ErzählerInnen al-ler Generationen und Kulturen. Die Initiato-rInnen des Stadtteilvereines Parsch und desArbeitskreises Palschuki wünschen sich einebunte Mischung von Märchen aus Salzburgund aus anderen Kulturen. VS-DirektorinMartina Fantl aus Parsch freut sich überregen Zulauf. „Das Vorlesen und Erzählenvon Geschichten bietet (Groß-)Eltern undKindern nicht nur die Möglichkeit, wertvolleZeit miteinander zu verbringen, sondernunterstützt das Kind auch in seiner Ent-wicklung. Kinder brauchen neben Spielenauch (Bilder-)Bücher, um sich ein Bild vonder Welt machen zu können. Ganz neben-bei fördern das Vorlesen und Erzählen auchdie Fantasie, die Kreativität, das symbolischeDenken und die Sprach- und Lernentwick-lung“, so Fantl.Die Märchenecke soll jeden Monat in einemanderen Seniorenheim oder in einer ande-ren Schule im Stadtteil ihren Platz finden.Zurzeit befindet sie sich in der Volksschu-le Abfalter, wo zahlreiche Vorlesestundenstattfinden. (AM)Märchenhaftes Zusammentreffender GenerationenGerti Fischer als Erzählerin und Vorleserin inder mobilen Märchenecke im Stadtteil Parsch.Foto:VSParsch
    • 01/2013 dreieckFotos:SozialeInitiativeSalzburg„Altern in guter Gesellschaft“ istin der Flachgauer GemeindeLamprechtshausen kein leeresSchlagwort. Die Aktivitäten sind vielfältigund nachhaltig.Die demografische Entwicklungist allgemein bekannt: (Nicht nur)Salzburg vergreist. Welchen He-rausforderungen muss sich un-sere Gesellschaft deshalb schonjetzt und künftig stellen? DieGemeindeentwicklung Salzburgsucht und findet Antworten. Eineist das Projekt „Altern in guterGesellschaft“. Seit 2011 ist dieGemeinde Lamprechtshausen indiesem Programm und wird beider Planung und Realisierungvon Hilfsleistungen unterstützt.Sozialer HilfsdienstgegründetVor kurzem wurde der VereinSozialer Hilfsdienst Lamprechts-hausen (SHL) gegründet. DieserVerein wird der Gemeinde un-terstehen und sich durch Mit-gliedsbeiträge sowie Gemein-desubventionen finanzieren. Für2013 hat die Gemeinde bereits 10.000 Eurobudgetiert.Die wichtigsten Aufgaben des Vereinesund der Sozialbeauftragten der Gemeindewerden Hilfestellungen im psychosozialen,gesundheitlichen und im Haus-haltsbereich sein. Dazu zählenbeispielsweise die Unterstützungbei Ansuchen und Behördengän-gen, die Begleitung zum Arzt, beiBesorgungen, die Zusammenar-beit und Koordination von Hilfen(Angehörige, Nachbarn, sozialeDienste), die Unterstützung vonAngehörigen sowie die Beratungin sozialen Problemlagen. Hilfe-stellungen im hauswirtschaft-lichen Bereich, wie der Unterstüt-zung bei der Haushaltsführung(Einkaufen, Wohnungsreinigung,Wäsche etc.), kommt ebenfallseine große Bedeutung zu.„Bei uns haben immer wiederLeute angefragt, wieso wir etwakein Essen auf Rädern anbieten“,sagt die Sozialbeauftragte Wal-burga Gwechenberger. Darausund aus dem Projekt „Altern inguter Gesellschaft“ sei die Ideefür einen Sozialen Hilfsdienst im Ort ent-standen.Das Vorbild ist Seeham. Dort wurde der So-ziale Hilfsdienst bereits 1991 ins Leben geru-fen. 30 Helferinnen und Helfer, die meistenvon ihnen selbst in Pension, leisten mehrals 5000 ehrenamtliche Arbeitsstunden proJahr. 2012 wurden 67 Menschen betreut.Aktueller Schwerpunkt:Barrierefreie GemeindeHeuer steht in Lamprechtshausen die „Bar-rierefreie Gemeinde“ im Mittelpunkt zahl-reicher Veranstaltungen und Angebote. DasReferat für Familie und Generationen unddie Soziale Initiative Salzburg leisten hierwertvolle Unterstützung. „Wir wollen damitsichtbare und unsichtbare Barrieren in un-serer Gemeinde aufzeigen, die Menschensensibilisieren und in der Folge für mehrBarrierefreiheit sorgen“, bringt Bgm. JohannGrießner das Anliegen auf den Punkt.Die zu enge Tür, die zu hohe Gehsteig-kante, der Fußgängerübergang ohne tast-bare Markierung oder akustisches Signal,das mangelnde Bewusstsein innerhalb derGemeinde: Die Teilnahme am gesellschaft-20 | GemeindeentwicklungBarrieren erleben, begreifen, abbauenIm Rahmen des Schwerpunktes „BarrierefreieGemeinde“ hat der erste Teil des Projektes „Ausanderer Sicht“ bereits stattgefunden. Die Schü-lerinnen und Schüler der MusikhauptschuleLamprechtshausen haben dabei unter anderemhautnah erfahren, was es heißt, im Rollstuhl aufeine Barriere zu treffen oder wie es sich anfühlt,nichts zu sehen.
    • dreieck 01/2013Gemeindeentwicklung | 21Die Verbesserung der Lebensqualitätvon älteren Menschen steht in See-ham im Rahmen des Projektes derGemeindeentwicklung Salzburg „Altern inguter Gesellschaft“ bereits seit mehrerenJahren im Mittelpunkt vieler zukunftswei-sender Initiativen. „Dabei tauchte auch vonverschiedenen Seiten der Wunsch auf, ge-meinsame Aktivitäten mit dem örtlichenJugendzentrum zu initiieren“, erzählt WernerHöck, der Obmann des Sozialen Hilfsdienstes.Mag. Maria Erker, die Leiterin des Jugendzen-trums, war von dieser Idee begeistert, und soist nun das gemeinsame Projekt „Zsammhal-ten und Zsammhelfn“ entstanden.„Jugendliche aus Seeham gehen dabei äl-teren Menschen und Familien im Alltag zurHand“, bringt es Maria Erker auf den Punkt.Das Jugendzentrum übernimmt kleine Ar-beiten des Alltags: Hilfe bei der Gartenar-beit, beim Einkaufen, bei Büroarbeit undam PC, Autowaschen, Spazierführen vonHunden, Unterstützung bei Umzügen, Ser-vierhilfe bei Feiern und Festen, Pflege vonGräbern im Sommer und noch vieles mehr.Jugendliche setzen Akzente in ihrerGemeinde„Diese Unterstützung können alle in An-spruch nehmen“, erläutert Höck, der gleich-zeitig darauf hinweist, „dass es sich dabeium zeitlich begrenzte Arbeiten handelt“.Eine Gruppe von Jugendlichen im Alter vonzwölf bis 21 Jahren steht dafür abwechselndzur Verfügung. Erker: „Es sind in der RegelSchülerInnen und Lehrlinge, die sich aufdiese Weise in die Dorfgemeinschaft, in dasAlltagsleben einbringen wollen. Sie möch-ten damit auch zeigen, dass Teenager nichtnur destruktiv sind, sondern auch positiveAkzente setzen können“. Gleichzeitig ist sieüberzeugt, „dass die Jugendlichen erfahrenwerden, dass Hilfsbereitschaft auch Spaßmachen und zur Stärkung des Selbstwertesbeitragen kann“.Die Jugendlichen arbeiten bei diesem Projektunentgeltlich, ein kleiner Unkostenbeitragals Anerkennung für ihr soziales Engagementist aber willkommen. „Zusätzlich erhalten dieJugendlichen von der Gemeinde Seehameinen Sozialzeitausweis, wo ihr Engagementauch dokumentiert und bestätigt wird undder ihnen für den weiteren Lebensweg hilf-reich sein kann“, ergänzt die ressortzustän-dige Landesrätin Dr. Tina Widmann.„Um die verschiedenen Hilfsaktionen für allezufriedenstellend planen zu können, ist füruns die Meldung eine Woche im Voraus injedem Fall hilfreich“, weist Erker noch aufeinen wichtigen Aspekt hin. Sozialer Hilfs-dienst und Jugendzentrum arbeiten mittler-weile schon an der nächsten gemeinsamenAktion. Werner Höck: „Wir planen eine Bü-chertelefonzelle auf dem Dorfplatz“. (MiHa)Mit Jänner 2013 wurde das Angebot„Zsammhalten und Zsammhelfn“gestartet.Anfragen für Hilfsdienste anMag. Maria ErkerSamstag von 8.00 bis 12.00 UhrHandy: 0664-1710032 oderE-Mail: maria.erker@sbg.atwww.juz-seeham.at.tfIn Seeham gehen Jugendliche älteren Menschen und Familien zur HandZammhalten und ZammhelfnDie Unterstützungder Jugendlichen istbeispielsweise beiFesten der Gemein-de und/oder beiArbeiten des Alltagsgefragt.Foto:JUZSeehamlichen Leben wird dadurch erschwert oderblockiert.Mit der Bewusstseinsbildung kann nichtfrüh genug begonnen werden. So werdenin Lamprechtshausen beispielsweise auchdie Hauptschülerinnen und -schüler im Rah-men des Projektes „Aus anderer Sicht I undII“ für diese Thematik sensibilisiert: Sie er-fahren im Rolliparcours und im BlindenzeltBarrieren, lernen altersbedingte Beeinträch-tigungen kennen und kommen mit Gehör-losen in Dialog.Eine barrierefreie Begehung der Gemein-de mit Gemeindevertretern und Betrof-fenen, Selbsterfahrungsmöglichkeiten, Psy-chisches Wohlbefinden, ein Ausflug insbarrierefreie Weidmoos, sichtbare und un-sichtbare Aspekte einer barrierefreien Ge-meinde, Mobil unterwegs, Kriminalpräven-tion uvm.: Die Themen und Angebote desJahresschwerpunktes sind zahlreich undvielfältig.Und die Gemeinde geht mit gutem Beispielvoran: 2013 wird mit den Arbeiten zum bar-rierefrei erreichbaren Gemeindeamt begon-nen. (MiHa)
    • 01/2013 dreieck22 | GemeindeentwicklungIm Rahmen des Projektes „Altern in guterGesellschaft“ der GemeindeentwicklungSalzburg ist in Kooperation mit derFachhochschule Salzburg, StudienzweigGesundheit und Krankenpflege, und denSalzburger Landeskliniken ein neues Pro-jekt mit dem Titel „Gut umsorgt vor Ort“entstanden. Studierende der FH Salzburgvermitteln im Rahmen eines Pflichtprakti-kums in der Modellgemeinde Mattsee ein-fache, zielführende Handgriffe, Tipps undInformationen für die Betreuung zu Hause.Erkrankt ein Familienmitglied und stehtBetreuung oder Pflege daheim an, sind alleBetroffenen plötzlich und unerwartet mitmassiven Veränderungen konfrontiert. Nurin wenigen Familien wird zeitgerecht darü-ber gesprochen, was im Falle einer Erkran-kung, die zur Pflegebedürftigkeit führt, zutun ist. Dabei sind die dadurch entstehen-den Veränderungen im Familienalltag, inden sozialen Beziehungen und in der Auto-nomie, sowohl der Pflegenden als der Ge-pflegten, schwerwiegend und wirken sichauf den Alltag und die Zukunftsperspekti-ven nachhaltig aus.Überforderungen vorbeugenMeist sind es die Frauen, die die Pflegever-antwortung übernehmen. Im Bemühen,für den von fremder Hilfe abhängigenMenschen möglichst passende Rahmen-bedingungen zu schaffen, um zumindesteinige der Krankheitsfolgen zu lindern,überfordern sich die pflegenden Famili-enmitglieder oft. Pflege- und Betreuungs-arbeit ist Schwerarbeit und bedeutet psy-chische und körperliche Belastung. DasResultat ist häufig Stress, Abgeschlagenheit,eigene Erkrankung. Unabhängig davon, obsich jemand bewusst für die Begleitung altgewordener Familienangehöriger entschie-den hat oder durch eine akute Erkrankungeine plötzliche Pflegeübernahme erforder-lich wurde, ist es wichtig, frühzeitig fremdeHilfe und damit wertvolle Unterstützung inAnspruch zu nehmen.Heben und Tragen ohne sich zu plagen ...,Wie man sich bettet so liegt man ..., Was-ser ist zum Waschen da und ..., Geh demKeim nicht auf den Leim ..., Auch das Augeisst mit!, Vorbeugen ist besser als Heilen..., Im Keim ersticken...:Das waren die einladenden Titel dieser in-novativen Projektreihe der Studierendendes fünften Semesters des StudienzweigesGesundheits- und Krankenpflege.Inhalte bildeten rückenschonende Arbeits-weisen zur Erleichterung von alltäglichenBewegungen, prophylaktische Maßnah-men speziell zur Vermeidung von Wundlie-gen und Lungenentzündungen, Durchfüh-rung von Körper- und Hautpflege, Erlernenvon notwendigen Hygienemaßnahmenund der hygienegerechte Umgang mit Pfle-geutensilien, das genussvolle Zubereitenund Anrichten von Speisen sowie der Ein-satz von Hilfsmitteln zur Flüssigkeits- undNahrungsaufnahme. Abgeschlossen wurdemit Tipps für prophylaktische Maßnahmenspeziell zur Vermeidung von Stürzen, Obsti-pation und Pilzinfektionen der Schleimhautsowie entsprechender Maßnahmen zur ge-eigneten Mundhygiene.Das Projekt der Gemeindeentwicklung Salz-burg und ihrer Kooperationspartner unter-stützt auf der einen Seite die pflegendenAngehörigen vor Ort und gibt auf der ande-ren Seite den FH-Studierenden die Chance,praktische und didaktische Erfahrungen zusammeln.Das erfolgreiche Projekt soll im Herbst in ei-ner weiteren Projektgemeinde fortgesetztwerden. (AM)„Im Keim ersticken“: Die TeilnehmerInnen ausden Gemeinden Seeham und Mattsee bekamenim Rahmen dieses Moduls Tipps zu notwendigenHygienemaßnahmen bei spezieller Pflege vonStoma, Tracheostoma, Magensonde und venösenZugängen.Gut umsorgt vor OrtInnovative Projektreihe ist ein voller ErfolgFoto:FHPuch/Urstein
    • dreieck 01/2013Europa und Politische Bildung | 23Schon im Februar 2012 hätte der Lehr-gang „Politik in Österreich und in derEU“, den Katholisches BildungswerkSalzburg und Salzburger Bildungswerkgemeinsam konzipiert hatten, mit einerExkursion zu den „Zentren der politischenMacht“ in Wien abgeschlossen werden sol-len. Die engagierten Teilnehmerinnen undTeilnehmer wollten aber mehr! „Auf zur EUnach Brüssel!“ lautete das Motto, und dankVerbindungsbüro des Landes Salzburg zurEU und Österreichischer Gesellschaft fürPolitische Bildung konnte der Lehrgangnun kürzlich mit einem hoch interessantenProgramm in der „EU-Hauptstadt“ sehr pra-xisnah abgerundet werden.Wir bedanken uns bei Botschaftsrätin Mir-jam Dondi von der Ständigen VertretungÖsterreichs bei der EU, bei Georg Busch,dem ehemaligen Abteilungsleiter der Ge-neraldirektion ECFIN der EuropäischenKommission, bei EU-Parlamentarier HeinzK. Becker und bei Thomas Glöckel von derGeneraldirektion G des Rats der Europä-ischen Union für spannende und kritischeInformationen über die EU. Bei Michae-la Petz-Michez bedanken wir uns für dieZusammenstellung des attraktiven Be-suchsprogramms – nicht zum ersten undsicher nicht zum letzten Mal – und für ihreAusführungen zum Thema „Salzburg in derEU“. (FT)Ein „verlängerter“ Politik-LehrgangAbgeordneter Heinz K. Becker (Mitte) mit der Gruppe im Europäischen Parlament.VorschauAuch nach fast 23 Jahren deutscher Einheit hat Mecklenburg-Vorpommern den wirtschaftlichen Anschluss an die „alten Bun-desländer“ noch nicht gefunden. Woran liegt es? Der Tourismusboomt, und das Land entwickelt sich zu einem modernen Dienstleis-tungsstandort in der Gesundheitsfürsorge. Auf der anderen Seite feh-len große wirtschaftliche Unternehmungen. Nach 22 Jahren „AufbauOst“ ist „das Glas halb voll“, so der Leiter der Europäischen AkademieMecklenburg-Vorpommern in Waren an der Müritz, Andreas Handy,der uns bei der Zusammenstellung des Reiseprogramms unterstützt.Diese Studienfahrt wird den gesamtgesellschaftlichen Strukturwandelin den Blick nehmen und dessen Probleme aufzeigen. Sie wird sich aberauch der Kultur und den Schönheiten des Landes widmen und ein um-fassendes Bild des Bundeslandes im hohen Nordosten Deutschlandswiderspiegeln. (FT)Mecklenburg-Vorpommern heuteStudienfahrt vom 29. September bis 4. Oktober 2013Das Detailprogramm wird im späten Frühjahr vorliegen.Informationen erhalten Sie schon jetzt bei WolfgangForthofer im Institut für Europa, Tel: 0662-872691-21bzw. w.forthofer@sbw.salzburg.at.Foto:M.Großmann/pixelio.de
    • 01/2013 dreieck24 | Europa und Politische Bildung| Internationale SolidaritätKurz berichtetDas Institut für Europa veranstaltete in Kooperation mit demRenner-Institut Salzburg einen Stadtrundgang zum Thema„Salzburg unter dem Hakenkreuz“. Der Rundgang setzte sichschwerpunktmäßig mit der Erinnerungskultur in Salzburgauseinander. Dazu wurden zahlreiche Denkmäler besucht, u.a. das Antifaschismus-Mahnmal am Bahnhof und das Mahn-mal für die Opfer der Euthanasie im Mirabellgarten. Für diefachkundige Begleitung bedanken wir uns bei Dr. AlexanderNeunherz (8.v.re.) (FT)„Wie ich in den Pinzgau kam und jetzt dort lebe“, „Was bedeutet fürmich ‚Heimat‘?“, „Wo liegt meine Heimat nun tatsächlich?“ und„Der Pinzgau wäre mir (noch mehr) Heimat, wenn ...“ waren einigeThemen der Diskussion in Saalfelden, die von Moderator Bernhard Schaus-berger (ORF-Landesstudio Salzburg) mit Angehörigen verschiedener Natio-nalitäten Ende Herbst zur Sprache gebracht wurden. Zwei Probleme zogensich wie ein roter Faden durch die Erzählungen der Podiumsgäste: Spracheund Arbeit waren hohe Hürden auf dem Weg zur Integration. (FT)Fremde Heimat – Heimatin der Fremde?Am Podium: Miro Stojakovicund Marja van Essen (sitzend),Kenan Özcan, Hazem Ham-za, Mara Stojakovic, SabineAschauer-Smolik (Bildungs-zentrum Saalfelden), Wolf-gang Forthofer (SalzburgerBildungswerk) und BernhardSchausberger (stehend v.li.).Foto:G.DürnbergerGemeinden als Partner vonzentraler Bedeutung:Mitwirkung erwünscht.Die Solarenergie-Technologie boomt.Wir sehen sie aller Orten, oben wieauch unten: auf unseren Dächern(noch mehr auf deutschen), auf den Wiesen... ja, es werden sogar Häuser speziell fürdie Solarenergie-Nutzung konzipiert – siedrehen sich mit der Sonne. Super Sache! Eskommt inzwischen sogar vor, dass zu vielSolarenergie produziert wird. Wer hätte dasgedacht, dass die Energiewende so zügigvorangeht? In Österreich hinken wir leiderwie bei vielen Innovationen hinterher –aber: Es wird auch hier zu Lande besser.Zu exklusiv profitorientiert –Desert-TecInternational geht das Desert-Tec-Projekt,mit dem auf vielen Quadratkilometern So-larstrom in der Sahara vorwiegend für Euro-pa erzeugt werden wird, voran. Freilich, dasieht man bereits, dass da die internationa-Fotos:IntersolSolartechnologie als Nord-Süd-Kooperations-Motor
    • dreieck 01/2013len Solarkonzerne „die Hand drauf“ haben,d.h. die Energieerzeugung und -verteilungnach rein wirtschaftlichen Kriterien beherr-schen wollen. Was dabei auffällt: Es gibt kei-ne Tabus mehr, was die Zusammenarbeitbetrifft. So hat gerade beim Desert-Tec-Vorhaben ein chinesischer StaatskonzernSiemens Deutschland abgelöst: Privat- undstaatskapitalistische Unternehmen gebensich die Hand – immer und dort, wo Ge-winne zu erzielen sind. Wir plädieren hin-gegen für eine Nutzung der Solarenergie,bei der wirtschaftliche Interessen nicht ein-seitig favorisiert, sondern mit umweltbezo-genen, sozialen und politischen Interessenharmonisiert werden.Solartechnologie – Problemlöserund Motor gerechter BeziehungenGenau das versuchen wir, im Rahmenunseres Handlungsspielraumes selbervoran zu treiben: bei den Nord-Süd-Koo-perationen (früher Entwicklungshilfe/-zu-sammenarbeit genannt). Ausgangspunktist die Erkenntnis, dass es in vielen Süd-Regionen beides im Überfluss gibt – dieEnergie der Sonne und ... materielle Armut,inklusive Mangel an (erneuerbarer) Energie.So ist zum Beispiel die Sonneneinstrahlungauf dem bolivianischen Hochland um denFaktor 1,8 höher (also fast doppelt so hoch)als in unseren Breiten. Hinzu kommt, dassdie Phase der sonnenreichen Trockenperi-ode ca. neun Monate dauert. Damit ist zuermessen, welches Potenzial hier verfügbarist – auch für die Bekämpfung materiellerArmut, dokumentiert etwa durch ein Jah-reseinkommen von ca. 300 Euro pro Fami-lie.Complejo Solar Oruro:Land Salzburg, Gemeinden undSolidaritätsgruppen sind dabeiMit dem „Complejo Solar Oruro“ haben wireine Organisation angeregt und mit be-gründet, die systematisch Solartechnolo-gie-Komponenten einführt und verbreitet.Die Basis hierfür ist das Konzept von INTER-SOL im Rahmen des bolivianischen Vereins„Complejo Solar Oruro“ – mit finanziellerFörderung durch Mittel der Salzburger Lan-desregierung (Mittel des Klimabündnisses),von e5-Gemeinden (St. Johann, Wals, Elix-hausen) und Solidaritätsgruppen (Thalgau,St. Johann, Taxenbach). Darüber hinaussetzen wir Zivilersatzdiener als Technikerein. Technologisch handelt es sich zumBeispiel um Solarlampen – in Verbindungmit Solarmodulen (wie die Lampen groß-teils in Bolivien zusammengestellt), solarenHandyladegeräten, Solarradios, Sets fürwiederaufladbare Batterien und Solarpum-pen. Mit entscheidend dafür ist die sehrgute Zusammenarbeit mit Ambros Huber,Metall- und Kunststofftechnik aus Halfing,und damit verbunden mit ExpertInnen derTechnischen Universität München. Im Rah-men des Bildungsauftrags des SalzburgerBildungswerkes informieren wir über densystematischen Einsatz der Solartechnolo-gie auf verschiedenen Ebenen: in Schulen,Gemeinden.Erfreulich wäre es, wenn sich mehr Men-schen und örtliche Bildungswerke dafürinteressieren würden! (HE)Internationale Solidarität | 25InfoIm Juni 2013 wird eine Solartagungzum behandelten Themenbereichstattfinden. Näheres erfahren Sie beiINTERSOL: www.intersol.at.
    • 01/2013 dreieck26 | Internationale SolidaritätDer Tourismus Indiens ist ein enormerWirtschaftsfaktor. Zum einen gibtes eine indische Ober- und Mittel-schicht, die sich problemlos touristischeAktivitäten leisten kann – das sind einigewenig hundert Millionen von den rd. 1,2Mrd. EinwohnerInnen (jüngste Volkszäh-lung). Und zum anderen ist die Anziehungs-kraft Indiens für AmerikanerInnen und vorallem auch EuropäerInnen ungebrochen.Die partielle Unsicherheit, die etwa von denislam-terroristischen oder naxalitischen Ak-tivitäten ausgeht, stellt nicht wirklich eineGefahr dar.Ein anderes Thema ist die Art des zum Bei-spiel europäischen Tourismus in Indien.Warum „europäischer Tourismus“? Nun,weil die Tendenz darin besteht, dass wir(EuropäerInnen) uns die Feinheiten der Kul-tur, Natur aussuchen, quasi die „Rosinen“herauspicken ... inkl. der Dienstleistungen,die wir uns allemal leisten können. Undviele von uns möchten dann natürlichauch den europäischen Standard bei derVersorgung. Es müssen zwar nicht WienerSchnitzel verfügbar sein, aber McDonalds,Becks-Beer oder Ähnliches wären schonfein. Anders bei unserem Abenteuer-, Eth-no- oder Ökotourismus. Da sind wir großzü-giger, aber wenn irgendwas nicht funktio-niert oder Streiks sind, ist uns das doch eingroßes Ärgernis.Wie kommt „unser“ Tourismus inIndien an?Die Frage, wie das alles bei der indischenGesellschaft, den DienstleisterInnen etc.ankommt, stellen wir uns kaum. Sie bietenan, wir kaufen. Das war es dann. Die Eigen-heiten der indischen Gesellschaft und Kul-tur, die Geschichte, die aktuelle wirtschaft-liche, politische, soziale Lage etc. bleibenmeist ausgeblendet. Wie übrigens auchumgekehrt: Wenn AsiatInnen (oder auchAmerikanerInnen u.a.) zu uns kommen, in-teressieren sie sich auch kaum für aktuellegesellschaftliche Prozesse, sie bewegensich im Angebots- und Nachfrage-Bereichdes Tourismus. Ein wenig anders ist daszum Beispiel beim „Urlaub auf dem Bau-Fotos:IntersolRosinenpickerei oderIndien: Destination für „interkulturellen Tourismus“?!
    • dreieck 01/2013Internationale Solidarität | 27europäischer Tourismus in Indienernhof“, bei dem es meist zu interessanten,„basis“-bezogenen Interaktionen zwischenden Bauernfamilien, der Gemeinde und denTouristInnen kommt.Das Konzept ...... des „interkulturellen Tourismus“ mittrans-kulturellen Elementen ist anders: Esverweist auf einen Prozess, bei dem beideSeiten sich als KulturträgerInnen verste-hen und an Interaktionen interessiert sind,die Teil eines „gelungenen kulturellen Ler-nens“ mit wechselseitigem Mehr-Wert sind(Mehr-Wert ist mehr als Austausch von mo-netären oder Tausch-Äquivalenzen).Ein wechselseitiger Lernprozess –spannend, ergiebigAuf Indien bezogen hieße das dann, dasshiesige „Touris“ nicht nur Geld nach Indienmitbringen, sondern sich selber, d.h. be-rufliche, kulturelle, politische Erfahrungen.Diese sollen dann in Indien bei den „Tou-rismuspartnerInnen“ in Form von Gesprä-chen, Vorträgen, Diskussionen, Interviewsoder als Teil praktischer Lebenserfahrungeneingebracht werden. Freilich – selektiv,d.h., dort, wo indische PartnerInnen (Tou-rismuspartnerInnen, VertreterInnen ver-schiedener Berufsgruppen, PolitikerInnen,LehrerInnen) ihrerseits Inputs zu analogenThemenbereichen anbieten. Beispiele da-für wären: Gandhis Bedeutung heute, Ös-terreichische Wirtschaftsbeziehung undihre Effekte, Erfahrungen mit interreligiöserTheorie und Praxis, konkrete Kooperati-onen mit indischen PartnerInnen: häuslicheBioanlagen, Frauenempowerment etc. DasErgebnis sollte ein wechselseitiges Annä-hern sein – mit multiplen Lerneffekten: fürden Tourismussektor, aber auch für die (ört-liche) Gesellschaft und Kommunen als sol-che. Natürlich sollten dann auch „unsere“Touris von ihren Lernprozessen berichten.Das ist kein Umfunktionieren klassischertouristischer Interessen, sondern eine, wiewir meinen, dringend notwendige „Kom-plementierung“ und teilweise sicher auchKorrektur gängiger Tourismusformen. (HE)Informationen, ev. auch Gesprächskreiseund ggf. Vorbereitung auf einen interkul-turellen Tourismus mit PartnerInnen inIndien, Guatemala, Peru/Bolivien bei Dr.Hans Eder, Salzburger Bildungswerk undINTERSOL, Tel: 0662-872691-20,E-Mail: hans.eder@sbw.salzburg.at.
    • 01/2013 dreieck28 | ZeitspurenAnfang November unternahmenwir nach zwei mehrtägigen erdge-schichtlichen Exkursionen sowienach Berlin, Bratislava, Karlsbad und Meck-lenburg-Vorpommern unsere letzte größe-re Exkursion im Jahr 2012. Das Ziel: Venedig.Mit einer Gruppe an Kunst und Kultur In-teressierten aus Salzburg, Bayern und derSchweiz machten wir uns mit dem Zug aufdie Reise, um Venedig zu erkunden.Dort angekommen, stiegen wir auf das Va-poretto (Schiff) um und fuhren zu unseremHotel nahe der Kirche Santa Maria dellaSalute. Von unserem ruhig gelegenen Ho-tel aus erkundeten wir Venedig, das immerwieder fasziniert und dessen Kunstschätzeauf einer einzigen Reise kaum zu erfassensind. Auch wenn wir unbeschwert denFlair dieser Stadt auf dem Wasser genießenkonnten, bedurfte es gerade hier vielfältigerHinweise zum Verständnis – von der geo-graphischen Situation der 117 Lagunenin-seln, auf denen Venedig erbaut wurde, vondem Ursprung der Stadt und ihrer langenGeschichte, von der Bauweise der Palästeund Kirchen bis hin zu den einzelnen Kunst-werken.Unter dem Motto „Erste Begegnung oderWiedersehen mit Venedig“ besuchten wirzunächst die berühmtesten der Sehenswür-digkeiten: Die Dogenkirche San Marco mitihrem unvergleichlichen Mosaikschmuck,den Dogenpalast mit seinen prachtvollausgestatteten Repräsentationssälen, dieFrari-Kirche mit den Altargemälden vonBellini und Tizian, die Domenikanerkirche„Zanipolo“ als schönstes Beispiel oberitali-enischer Bettelordensarchitektur, Palladiosberühmte Kirchenbauten auf der Kloster-insel San Giorgio und auf der Giudecca,die Scuola di San Rocco, für die Jacopo Tin-toretto mehr als 60 Gemälde gemalt undgestiftet hat. Natürlich besuchten wir auchZeitspuren von VenedigVON ANDREAS DEUSCHBlick auf Santa Mariadella Salute (von derAccademia-Brücke)Kanal neben SanGiovanna e Paolo
    • dreieck 01/2013Zeitspuren | 29Aus der Direktion |Kurz informiertFür die Durchführung des Projekts SLIC II – Fähigkeiten undErfahrungen älterer Menschen wertschätzen hat der Ring Ös-terreichischer Bildungswerke von Sozialminister Rudolf Hunds-torfer Ende Februar 2013 eine Auszeichnung als „Good Practice-Modell in der Bildungsarbeit älterer Menschen 2012“ erhalten.Das Grundtvig-Projekt wurde unter der Leitung des Österreichi-schen Roten Kreuzes gemeinsam mit dem Ring ÖsterreichischerBildungswerke durchgeführt. Im Rahmen des Projekts wurden Eh-renamtliche für die Leitung der Workshops „Wie finde ich das pas-sende Engagement?“ ausgebildet. (GS)Ausgezeichnetes Modell in derBildungsarbeitIm Bild (v.li.) Rudolf Hundstorfer, Charlotte Strümpel (Österr. Rotes Kreuz),Wolfgang Kellner (Ring Österr. Bildungswerke), Barbara Kuss (Forschungs-institut des Roten Kreuzes) und Monika Wild (Österr. Rotes Kreuz).Auch 2013 vergibt die Österreichische Gesellschaft fürPolitische Bildung (ÖGPB) Fördermittel für Projekte in derPolitischen Bildung. 2013 sollen Projekte in fünf verschie-denen Schwerpunktbereichen finanzielle Unterstützung erhalten.Minderheiten in Europa und europäische MinderheitenpolitikEqual Pay: Modelle, Erfahrungen, ZugängePolitische Literatur – Politik in der LiteraturNeue Formen, Mittel und Plattformen des PolitischenBarrierefreiheit in der Erwachsenenbildung und den öffentli-chen BüchereienOnline-Bewerbungen sind bereits möglichFörderfähig sind Einrichtungen der Erwachsenenbildung aus denMitgliedsbundesländern der ÖGPB, nämlich Burgenland, Nieder-österreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol und Vorarl-berg. Die Antragsfrist endet am 30. April 2013.Weitere Informationenerhalten Sie unterwww.politischebildung.atPolitische Bildung wird gefördertdie Museen, allen voran die Accademia, dieHauptwerke aller venezianischer Maler prä-sentiert, darunter Gemälde von Giovanniund Jacopo Bellini, von Giorgione, Carpac-cio, Tizian, Veronese, Tiepolo und Gaurdi.Bei einer Tagesfahrt begaben wir uns zuden Anfängen Venedigs, zu den Lagunen-inseln Torcello und Burano, und damit zuden Ursprüngen der Stadt. Der gewählteTermin Anfang November erwies sich alsgoldrichtig. Einerseits, da zu dieser Zeitnoch angenehme Temperaturen herrsch-ten, andererseits, weil die Zahl der Tou-ristInnen erträglich war. Darüber hinaushatten wir doch Glück, da wir neben demschönen Wetter während der Reise von denHochwässern vor und nach unserem Auf-enthalt verschont blieben. Unsere Gruppewar wie so oft bei unseren Exkursionen vondieser Reise begeistert. Auch mich wird essicher wieder nach Venedig ziehen.Mag. Andreas Deusch ist Projektleiter von Zeitspuren.Nähere Informationen zu Zeitspurenunter www.zeitspuren.at oder beiAndreas Deusch, Tel: 0699-10905138,E-Mail: zeitspuren@sbg.atReferent Dr. Klaus Zimmermanns erklärt dieFassade der Kirche di San Paolo.
    • 01/2013 dreieck30 | Aus Gemeinde und BezirkBildungswerkleiterin Rosemarie Gfrerer und Bgm. AlfredPfeifenberger haben heuer zur jährlichen Bezirkstagungnach Zederhaus eingeladen. Mit berechtigtem Stolz habendie beiden ihre vielen Aktivitäten rund um das „Familienfreund-liche Generationendorf“ vorgestellt. Konnten sie doch einen gro-ßen Teil einer langen „Wunschliste“ erfolgreich abarbeiten. Nunstehen sie vor der nächsten Herausforderung: Die zweite „endgül-tige“ Zertifizierung als „Familienfreundliches Generationendorf“,bei der sie die Gemeindeentwicklung Salzburg wieder tatkräftigunterstützen wird.Dank der Koordination von Bezirksleiter Robert Grießner arbeitendie Lungauer Bildungswerke sehr gut zusammen und tragen re-gionale Vorhaben wie den Elternbildungskalender, die Sprachför-derung, die Brainweek 2013 (Internationale Woche des Gehirns)oder die Präsentationen des Films „Früher ...“ von Gunther Naynarund Thomas Mayer. Auch Biosphärenparkthemen werden vonden örtlichen Bildungswerken aufgegriffen. Innovative Idee sollendie Gemeinden fit für die Zukunft machen. So berichtete Bürger-meister Sepp Kandler aus Muhr von „Oma allein zu Haus“, eineminnovativen und zukunftsträchtigen Projekt, das der Vereinsa-mung alleinstehender, älterer Menschen entgegenwirken undneue Wohnmöglichkeiten schaffen soll. (RiB/AG)Treffen der Lungauer Bildungswerke in ZederhausBezirkstagung LungauBei Mundartveranstaltungen gibt esdie größten Gemeinsamkeiten indem so vielfältigen Bildungspro-gramm der Oberpinzgauer Bildungswerke.Ausgehend von der Niedernsiller Mund-artautorin Gerlinde Allmayer wird auchsalzachaufwärts regelmäßig in Mundartgelesen. Zur Freude der Gemeindebürge-rInnen werden neben historischen Themenund Kursen rund um den HollersbacherKräutergarten auch viele Elternbildungs-und Gesundheitsvorträge bis hin zu Ge-dächtnistrainings angeboten.Bürgermeisterin Sonja Ottenbacher hob beidem Treffen der Oberpinzgauer Bildungs-werke die ausgezeichnete gemeinschafts-bildende Wirkung der örtlichen Bildungs-werkarbeit am Beispiel Stuhlfelden hervor.Einer der Höhepunkte im letzten Jahr wardie Bildungswoche in Bramberg. Eben-so erfreulich die hohe Nachfrage nachder dreiteiligen Reihe über „Pubertät“ desForums Familie. Neben den jährlichen An-geboten wie Hollersbacher Kräutertage,Theateraufführungen in Stuhlfelden oderder Niedernsiller Stund werden sich dieörtlichen Bildungswerke heuer auch aneinem Programm der „Lernenden Region“beteiligen. Sie organisieren unter dem Titel„Rest hat Wert“ um den Weltumwelttag am5. Juni 2013 in fast allen Gemeinden unterder Leitung von Birgit Weißenbichler ge-meinsam mit verschiedenen Kooperations-partnerInnen Veranstaltungen über nach-haltigeres Konsumverhalten in Bezug aufNahrungsmittel. Das ehrgeizige Projekt solldazu beitragen, ein Umdenken anzuregen.Dabei werden Menschen über ihren beson-deren Lebensstil berichten und interessanteProjekte und Ideen vor den Vorhang geholt.Mehr wird aber noch nicht verraten ... (RiB)... beim Regionaltreffen der BildungswerkleiterInnen in StuhlfeldenGutes Gefühl ...Im Bild die VertreterInnen derörtlichen Bildungswerke (v.li.):Gerlinde Allmayer, WolfgangReichssöllner, Andrea Rieder,Christine Schläffer, Georg Kirch-ner, Bgm. Sonja Ottenbacher,Siegfried Kopp, Birgit Weißen-bichler-Kallunda und RichardBreschar aus der Direktion.
    • dreieck 01/2013Aus Gemeinde und Bezirk | 31Mit dem Thema „Unsere Gemeindegestern – heute – morgen“ spann-ten Bildungswerkleiterin ChristineHaitzmann und Bgm. Josef Michael Ho-henwarter bei der 12. Bildungswoche imNovember 2012 einen Bogen vom Gesternüber das Heute bis zum Morgen.Der eigenen Geschichte auf der Spur: Unterdem Titel „Weißbach. Ein Dorf geht seinenWeg“ sind in der Pinzgauer Gemeinde imRahmen eines mehrteiligen Projektes einGemeindebuch erschienen und ein Video-film mit Zeitzeugenberichten entstanden.Diese DVD dokumentiert, wie es früher war.Sie wurde der Weißbacher Bevölkerung imRahmen der Bildungswoche präsentiert undfand beim Publikum großen Anklang. Bgm.Hohenwarter erläuterte die Entstehungs-geschichte, und Filmproduzent Hans Fuchsaus Saalfelden war ebenfalls zur Präsentati-on gekommen, die von den AltweißbacherBläsern und der Altweißbacher Tanzlmusimusikalisch umrahmt wurde.Ein Ausblick ins Morgen wurde mit derVerleihung des Prädikates Naturparkschu-le, dem Vortrag über Demenz und mit derStartveranstaltung zur Gemeindeentwick-lung 2013 gewagt. Der Geschäftsführerdes Verbandes der Naturparke Österreichs,Franz Handler, verlieh die Auszeichnungsur-kunde zur „Naturparkschule“, die von Schul-direktorin Christine Berger mit den Schul-kindern und Bgm. Josef Hohenwarter stolzentgegengenommen wurde. Naturpark-Ge-schäftsführerin Christine Klenovec arbeitetauch mit der Schule zusammen, das Lebenin und mit der Natur wird im Unterrichtimmer wieder thematisiert, und so habendie Kinder aus Weißbach in diesem Bereichein großes Wissen. Bei mehreren Stationenwurden die verschiedenen Sinne der Besu-cherInnen angesprochen. Ein Naturpark-Buffet rundete die Veranstaltung fein ab.Das Heute repräsentierten unter anderemdas Jubiläum „25 Jahre Bücherei“, der Tagder Vereine sowie das aktuelle Thema „Ge-sund durch Klettern“. Eine feierliche Mess-feier stand am Beginn des Jubiläumsfestesder Bücherei. Als Ehrengäste konnten LR Dr.Tina Widmann, LAbg. Margit Pfatschbacher,Dr. Christina Repolust, die Leiterin des Re-ferates für Bibliotheken und Leseförderungder Erzdiözese Salzburg, Ehrenbürgerin Ma-rianne Hengl und Ehrenbürger Altbgm. Pe-ter Hohenwarter begrüßt werden. Nach derMesse gab Büchereileiterin Irmgard Leitin-ger einen Überblick über die vergangenen25 Jahre in der Pfarr- und Gemeindebüche-rei.Christine Haitzmann ist Bildungswerkleiterin inWeißbach.Weißbach gestern – heute – morgenEin Rückblick auf die 12. BildungswocheVON CHRISTINE HAITZMANNIm Bild (v.li.) Bildungswerkleiterin ChristineHaitzmann, Bgm. Josef Michael Hohenwarterund Filmemacher Hans Fuchs bei der DVD-Präsentation.Die Volksschule vonWeißbach darf sichnun als „Naturpark-schule“ bezeichnen.Diese Auszeichnungwurde den Volks-schulkindern undihrer Direktorinim Rahmen derBildungswoche ver-liehen.
    • 01/2013 dreieck32 | Aus Gemeinde und BezirkIn Filmen über das Bauernleben voneinst überwiegen oft Kitsch und Nostal-gie, oder es wird die harte Seite diesesLebens überspitzt dargestellt. „Vieles istleichter geworden, aber nicht alles besser“,meint dazu Gunther Naynar. Er hat 2011ein ehrgeiziges Projekt gestartet: Lungau-er Bauernleben von einst und jetzt sollteso verfilmt werden, dass ein direkter Ver-gleich des damaligen Bauernlebens zumheutigen Leben auf dem Land möglich ist.Bilder unterschiedlicher Generationen vomEinst und vom Jetzt sollen wertfrei neben-einander stehen und gegenseitig die unter-schiedlichen Lebenswelten vermitteln.Dies ist vor allem deshalb notwendig, weildie heute 70- bis 90-Jährigen einen sehr ra-dikalen Wandel miterlebt haben, den sichjüngere Generationen heute gar nicht mehrvorstellen können: Von der manuellen Ar-beit in der Landwirtschaft hin zur Mecha-nisierung, von Selbstversorgungshöfen zuMarktwirtschaftsbetrieben, die Auflösungalter gesellschaftlicher Strukturen, die Öff-nung des ehemals abgeschlossenen Lun-gaus durch neue Mobilität und Tourismus.Durch die rasante Entwicklung ging wahr-scheinlich einiges verloren, was heute wie-der erlernt werden sollte.Vieles ist leichter geworden, abernicht alles besser ...Mit dem Lungauer Filmemacher ThomasMayer begab sich Gunther Naynar auf dieSuche nach alten „Resten“. Gemeinsamhaben sie dieses Projekt innerhalb vonzwei Jahren verwirklicht. Im Jahreskreiswurden verschiedene Tätigkeiten gefilmtund Zeitzeugen interviewt. Angehörigejüngerer Generationen konnten dabei zuverschiedenen Anlässen lernen, wie es frü-her war. Nun steht der Film „Früher ...“ zurVerfügung. Er spannt in 108 Minuten einenspannenden Bogen zwischen zwei Welten,musikalisch untermalt von den LungauerQuerschlägern. Zwischen März und Maiwird er Dank der Unterstützung des Bezirks-leiters Robert Grießner und vieler Bildungs-werkleiterinnen und -leiter in den LungauerGemeinden präsentiert. (RiB)Früher ...Ein Dokumentarfilm von Gunther Naynar und Thomas MayerGunther Naynar, ein ehemaligerKunstprofessor am Gymnasi-um Tamsweg, lebt mit seinerFamilie auf dem Hiasnhof inGöriach, wo er sehr erfolgreichbiologische Landwirtschaft undSelbstvermarktung betreibtund sehr aktiv im örtlichenBildungswerk mitarbeitet.
    • dreieck 01/2013Aus Gemeinde und Bezirk | 33Da das Gasteinertal bekanntlich eineTourismusregion ist, sind wir fremdeMenschen gewöhnt. Sie kommenaus Deutschland, Holland und anderenEU-Ländern. In den letzten Jahren verstärktauch aus Russland, Bulgarien, Polen odervon noch viel weiter her. Sie kommen zuHunderten und Tausenden zu uns. Sie fah-ren Schi, sie steigen auf unsere Berge undbaden in unseren warmen Quellen. Wir be-gegnen ihnen freundlich und aufgeschlos-sen, denn sie lassen viel Geld hier, und dasbraucht das Tal. Ansonsten bleibt wenigNachhaltiges von diesen TouristInnen undwie es scheint, stört das auch niemanden.Die 15 Männer dagegen, die auch aus frem-den Ländern gekommen sind, in diesemFall aber als Asylwerber und die ein paarWochen mitten in unserem Ort „geparkt“wurden, lassen kein Geld da. Sie sorgtenaber gleich bei ihrem Erscheinen für einigesAufsehen und viel Unmut. Die Gründe sindmittlerweile vielfach in den Medien behan-delt worden.Einigen von uns ist es aber den Versuchwert, nicht den üblichen Weg der Ausgren-zung zu gehen, sondern eine Situation desGebens und Nehmens zu schaffen. Und davier junge Männer aus der Gruppe Köchesind, wurde kurzerhand in der Schulkücheder Volksschule Bad Hofgastein mit einerGruppe Einheimischer gekocht – libane-sisch und indisch. Wir haben köstlich ge-speist, und wir haben schon ein weiteresTreffen vereinbart.Es ist ein kleiner Beitrag des Austauschs aufgleicher Augenhöhe. Und wenn die frem-den jungen Männer aus unserem Tal wiederweggehen, werden wir positive Erinne-rungen an die lustigen, exotischen (Koch-)Stunden behalten. Hoffentlich unsere Asyl-werber auch!Dr. Heidi Mimra ist Bildungswerkleiterin in BadHofgastein und Obfrau des Vereins KULTUR.GUT.Über den Tellerrand schau‘n VON HEIDI MIMRAIm Rahmen des Projektes „Schätze unserer Kulturlandschaft“ isteine weitere Dokumentation der Stadtteile Aigen, Parsch undGaisberg mit über 69 Objekten abgeschlossen und präsentiertworden. Im Generationenstadtteil Parsch beteiligte sich eine en-gagierte Gruppe bei der Erhebung dieser Objekte. Die Gesamtlei-tung des Projektes hatte der Klein- und Flurdenkmälerforscher derStadt Salzburg, Dr. Guido Friedl, inne.Das einzigartige Gefüge von Kunst-, Kultur- und Naturlandschaftdes historischen Zentrums der Stadt Salzburg ist im Jahr 1997 mitdem Prädikat „Weltkulturerbe“ ausgezeichnet worden. Nebenden überwiegend in der Altstadt konzentrierten künstlerischenund städtebaulichen Zeugnissen von Weltgeltung gibt es jedocheine weitere, über das gesamte Stadtgebiet ausgebreitete kultu-relle Ebene, nämlich jene der Klein- und Flurdenkmäler. Dazu ge-hören religiöse Kleindenkmäler wie Kreuze und Bildstöcke, aberauch Gedenktafeln, Freiplastiken, Brunnen, Salettl und Teile vonBauwerken wie Tore, Hauszeichen usw.Diese früher kaum beachtete Denkmalgruppe wird von der StadtSalzburg seit 2005 im Rahmen des EuRegio-Programmes „Schät-ze unserer Kulturlandschaft“ erfasst und dokumentiert. Mit des-sen Hilfe werden die Objekte dieser Gruppe in ihrer Bedeutungfür die lokale Geschichte gewürdigt, stärker ins Bewusstsein derBevölkerung gerufen und dadurch nicht selten der Vergessenheitentrissen oder vor dem Untergang bewahrt. (RiB/AM)Das Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Magistrat Salzburg, Stadtplanung,Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen sowie dem Salzburger Bil-dungswerk als Projektträger und wird von der Gemeindeentwicklung Salzburgunterstützt.Schätze unserer KulturlandschaftDie Stadt Salzburg setzt dasEuRegio-Programm fort.Pressebild:K.RauscherEngagierte Gruppe:Die Kleindenkmal-forscherInnen, eineArbeitsgruppe desGenerationenstadt-teils Parsch.Klein- und Flurdenkmal inParsch: Die FUCHSgruppelinks neben dem Eingangder Volksschule Parschwurde 1962 vom BildhauerJosef Magnus geschaffen.
    • 01/2013 dreieck34 | Aus Gemeinde und BezirkMan nehme ...einen örtlichen Unternehmer, Schlosser,der weltweit exportiert (Simon Hirnsper-ger),einen regionalen Bankangestellten undFilialleiter mit mehr als 20-jähriger Erfah-rung und einem Blick für die finanziellenHerausforderungen und Probleme vonFamilien (Manfred Neuhofer)und den Landesgeschäftsführer des AMSSalzburg, der den Überblick über statis-tische Zahlen, Entwicklungen und Trendsam Arbeitsmarkt und einen guten Blick fürnationale und internationale Wirtschafts-prozesse hat (Siegfried Steinlechner).Dazu kommt der junge und engagierteRedakteur der Tennengauer Nachrichten,der die Moderation bei diesem Diskus-sionsabend übernommen hat (MatthiasPetry).... und schon ist ein interessanter und facet-tenreicher Diskussionsabend garantiert!Es wurde über die Veränderung des Spar-verhaltens geredet: Vor 20 Jahren hießSparen üblicherweise, dass man auf ein be-stimmtes Ziel hinarbeitet und sich Geld aufdie Seite legt. Heute bedeutet es eher, dassman sich ein günstigeres Gerät kauft anstel-le des teuersten und so Geld spart. Auch dasArbeitsverhalten hat sich verändert: Früherwar es üblich, langfristig – oft das ganzeArbeitsleben lang – bei einer/einem Dienst-geberIn zu bleiben. Heutzutage dauert diedurchschnittliche Arbeitszeit an einer Ar-beitsstelle nur noch eineinhalb Jahre. Sogarim öffentlichen Dienst sind diese Zeiten aufca. sechs Jahre gesunken.Sparbuch ade?!Im Großen und Ganzen hat Siegfried Stein-lechner jedoch ein positives Bild gezeichnet.Sogar in Zeiten der Krise vor einigen Jahrenhat sich der Tennengau relativ rasch wiedererholt. Dass der große Aufschwung, daswirtschaftliche Wachstum, wie wir es vorzehn Jahren noch gewohnt waren, im Mo-ment noch nicht zu erwarten ist, ist klar. Daswurde auch aus der Bankensicht bestätigt.Das Zinsniveau wird auch in absehbarer Zu-kunft niedrig bleiben. Aber umgekehrt lebtzum Beispiel Japan schon sehr lange mitdieser Situation. Die jahrelang bewährtenSparformen, besonders das Sparbuch, ver-lieren damit ihren Reiz. Dazu kommt, dassdas klassische Sparen, bei dem man sichmonatlich einen bestimmten Betrag aufdie Seite legt, für den/die durchschnittlicheArbeitnehmerIn mit Familie jedoch immerschwieriger wird. Ausgaben für die Schule,Wohnen etc. sind derart gestiegen, dassman üblicherweise sein Gehalt für diese„Alltagsausgaben“ zur Gänze benötigt. Um-gekehrt ist es erstaunlich, dass heute nichtunbedingt mehr Darlehen bei den zurzeitsehr niedrigen Zinsen aufgenommen wer-den, als es auch früher schon der Fall war.Auch die Gründe für Kreditaufnahmen ha-ben sich nicht sonderlich verändert.Der Themenkomplex „Wirtschaft – Armut– Leistbarkeit“ ist groß. Auch das Publikumhat lebhaft an der Diskussion teilgenom-men und zahlreiche eigene Erfahrungenbeigesteuert. Für einige ging die Diskussionin Kuchl an diesem Abend noch weiter. Undes war für mich als Bildungswerkleiterinsehr schön und interessant zu beobachten,wie eine Gruppe Menschen, die sich vorhernicht (oder nur vereinzelt) gekannt hat, füreinen Abend zusammenwächst, wie neueBeziehungen und Möglichkeiten entstehenund wie schnell man gemeinsame Bekann-te findet. Auch das ist Bildungs(werk)arbeit!Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl.Herr alleine: Moderator Mag. Matthias Petry.Podiumsdiskussion in Kuchl VON MARIA PLÖSSNIGIm Bild (v.li.) die Diskutanten am Podium:Simon Hirnsperger (Firma M.S.H., Kuchl),Manfred Neuhofer (Filialleiter SalzburgerSparkasse, Kuchl) und Siegfried Steinlechner(Landesgeschäftsführer AMS Salzburg).Ich leiste mir mein Leben!Kann ich mir mein Lebennoch leisten?Foto:Royalty-Free/Corbis
    • dreieck 01/2013Aus Gemeinde und Bezirk | 35Am 20. Oktober 1791 schrieb derneue Schulleiter und Organist Mi-chael Eckschlager an das Konsisto-rium in Salzburg, dass diese Zustände imSchulzimmer von Tallgau für Leib und See-le nicht länger zumuthbar seien.Direktor Hans Bendl sprach 1926 in einemSchreiben an die Behörde von pestähn-lichen Begebenheiten, Finsternis der Räu-me und zusammengepferchten Kindernauf faulen Holzböden, die mit Zementsä-cken ausgestopft sind und verweigerteschlichtweg die Abhaltung des Schulun-terrichtes.Wenn am 26. Mai 2013 im Rahmen einesgroßen Gemeinde- und Schulfestes mitden örtlichen Vereinen die neue, vielseitigbenützbare Volksschule Thalgau ihrer zu-künftigen Funktion übergeben wird, danngehören diese historischen Notizen end-gültig zu den Bildern der Vergangenheit.„Heil Hitler, Herr Lehrer!“Die diesjährige Bildungswoche erstrecktsich über ein Jahr und bietet Ausstel-lungen, Konzerte, Chronikpräsentationenund Gedenkveranstaltungen.Die Installation einer Gedenkbüste zum100. Todestag am 3. März 2013 würdigtenicht nur die Eröffnung der Bildungswo-che, sondern auch die Leistungen des In-dustriellen Nicolaus Gaertner als ThalgauerSchul- und Bildungsvisionär.Eine Sonderschau „Heil Hitler, Herr Lehrer!“stellte am 17. März 2013 in der „Hunds-marktmühle“ die Thalgauer Schulerinne-rung an die NS-Zeit von 1938 bis 1945 dar,wo vor 75 Jahren in jeder Schule mit denMethoden begonnen wurde, Gehirne undGedanken der Jugendlichen im Dienste der„arischen Volksgemeinschaft“ zu manipu-lieren und zu kollektivieren. Konferenzpro-tokolle geben als stumme Zeugen Einblickein Hingabe, Verblendung, Enttäuschungund Ernüchterung einer Generation.Nach den sehr erfolgreichen Bildungswo-chen und Sonderausstellungen „Bellissi-mo“ 2011 und „In nomine patris“ 2012, beidenen bedeutende Persönlichkeiten undEreignisse der örtlichen Heimatgeschichteim Mittelpunkt standen, präsentiert 2013der Kultur- und Museumsverein „Hunds-marktmühle“ unter Obfrau AnnelieseGrubinger zum Anlass der Eröffnung derneuen Volksschule die große Sonderschau„Aliquando“ über die 400-jährige Schulge-schichte Thalgaus. Bereits im Jahre 1613findet man in Thalgau die erste Spur von„schulhaltenden huelfspriestern“.2013 jährt sich auch zum 75. Mal die „Salz-burger Bücherverbrennung 1938“ am Re-sidenzplatz durch die Nationalsozialisten.Ein derartiger Vandalenakt fand auch inThalgau, als einzige Gemeinde im Bundes-land Salzburg, statt.Die Abschlussveranstaltung der 22. Thal-gauer Bildungswoche am 25. Oktober2013, verbunden mit der offiziellen Eröff-nung der neuen Schul- und Gemeindebi-bliothek, Mahnmal-Enthüllung und Prä-sentation der 600-seitigen Schulchronik,erinnert an diese Vorkommnisse von derVernichtung des Buches als einem symbo-lischen Zeichen der Auslöschung von Geistund Freiheit.Mag. DDr. Bernhard Iglhauser ist Bildungswerkleiterin Thalgau.„ALIQUANDO“Thalgau feiert 22. Bildungswoche und 400 Jahre SchulgeschichteVON BERNHARD IGLHAUSEROrganisatorInnen und SponsorInnen begin-nen Anfang März 2013 mit der Enthüllungder Gedenkbüste für Nicolaus Gaertner einespannende Jahresreise durch die 400-jährigeThalgauer Schulgeschichte. Im Bild (v.li.) GerdaStelzinger (Raiba Thalgau) und MuseumsobfrauAnneliese Grubinger (vorne), Bernhard Igl-hauser, Markus Reiter (Kulturausschuss), Bgm.Martin Greisberger, Wolfgang Kendlbacher (Ke-We), Willi Klinger (Eltek) und Franz Pospischil(Raiffeisen Salzburg).Mit der Enthüllung der Gedenkbüste wurdedie Bildungswoche 2013 „Aliquando“ eröffnet.Damit wurde Nicolaus Gaertner anlässlichseines 100. Todestages ein sichtbares Zeichengesetzt. Er war u.a. Gründer des KatholischenUniversitäts-Zweigvereines Thalgau, des Fort-bildungsvereines Thalgau und Umgebung, under errichtete die erste Thalgauer Volks- undSchulbibliothek. Günther Signitzer gratulierteder Gemeinde zu dieser Veranstaltungsreihe.Er dankte Bernhard Iglhauser für das her-vorragende Bildungsprogramm sowie Bgm.Martin Greisberger für die Unterstützung. DieVeranstaltungen in Thalgau sind mutig, regenzum Nachdenken an und sind ein Beispiel le-bendiger Bildung. VD Markus Reiter dankte alsObmann des Kultur- und BildungsausschussesBildungswerkleiter Bernhard Iglhauser für seinunermüdliches Engagement und die wichtigenInitiativen.Im Bild (v.li.) Bernhard Iglhauser, Direktor Gün-ther Signitzer, Bgm. Martin Greisberger undMarkus Reiter.Foto:FranzNeumayr
    • 01/2013 dreieck36 | Aus Gemeinde und BezirkEin Tanzcafé ganz im Stil der 1960erveranstaltete das Salzburger Bil-dungswerk in Kuchl im vergangenenNovember gemeinsam mit dem KuchlerTanzsportclub und den Ringl-Singers imörtlichen Pfarrsaal. Dabei wurde an eine Zeiterinnert, die vielen BesucherInnen noch gutin Erinnerung ist: In diesem Jahrzehnt wur-de die Berliner Mauer errichtet, die Kuba-Krise und das 2. Vatikanische Konzil fandenstatt. Nicht zu vergessen die Mondlandungmit der Apollo 11.Untermalt wurde dieses Programm miteinem bunten Reigen altbekannter Liederaus der Zeit: „Lady Sunshine“, „Fly me to theMoon“ sind wohl allen ein Begriff. Die Beat-les und Rolling Stones gehören ebenso zuden „Roaring 60-ies“ wie Elvis Presley undder Twist. Aber es wurde nicht nur Musikgehört und getanzt, denn Texte wie „RoteLippen soll man küssen“ oder „Ohne Krimigeht die Mimi ...“ kennt man ja noch undso wurde mitgesungen und mitgesummt.Daneben sorgten zahlreiche Sketche undEinlagen für Unterhaltung.Boogie-Woogie und Disco-FoxSpäter am Abend führte das damaligeStaatsmeisterpaar DI Walli Madereggerund Ing. Gerhard Bayer einen fulminantenBoogie-Woogie vor, außerdem brachte einInterview mit zwei Kuchlern (Helmut Salf-ner und Toni Springl) den BesucherInnendas Lebensgefühl und die Gepflogenheitenbeim Ausgehen und Amüsieren vor 50 Jah-ren näher.Der Abend war für Jung und Alt ein Genuss.Dementsprechend bunt gemischt war dasPublikum. Immer wieder hörte man denWunsch nach einer Wiederholung, undwenn es denn nicht die 60er Jahre seinsollten, dann zumindest die 70er! In derdarauffolgenden Woche gab es immerwieder Nachfragen zu diesem Tanzcafé –Begeisterung von denen, die dort warenund Bedauern auf Seiten jener, die zu Hau-se geblieben sind. Eine Bekannte erzählteauch, dass sie gemeinsam mit ihrer Mut-ter beim nach Hause Kommen spät in derNacht ihren Vater/Ehemann aus dem Schlafgerissen haben, nur im ihm zu sagen, wasfür eine tolle Veranstaltung er versäumt hat.Kuchl ist ein Ort, in dem von den zahl-reichen Vereinen viele (verschiedenar-tigste) Veranstaltungen organisiert werden.Es ist daher schon etwas Besonderes, wenneine Veranstaltung derart überschwäng-lich gelobt wird. Daher überrascht es auchnicht, dass sich die Ringl-Singers zu einerWiederholung des Tanzcafés entschiedenhaben. Am 13. April 2013 hieß es erneut:Back to the 60-ies!Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl.VON MARIA PLÖSSNIGBack to the 60-iesStaatsmeisterpaarDI Walli Madereg-ger und Ing. Ger-hard Bayer tanzteneinen fulminantenBoogie-Woogie.Was man damalsgelesen oder imKino angesehen hat,zeigte uns die Bibli-othek-Mediathek.Zeitschriften ausden frühen 60ernergänzten dasAngebot.
    • dreieck 01/2013Foto:©peshkova-Fotolia.comIMB – Institut für Medienbildung | 37Kooperation durch KommunikationDas Thema Kooperation und Kommuni-kation scheint auf den ersten Blick eineSelbstverständlichkeit zu sein. Wie sollteman sonst zusammenarbeiten, wenn nichtunterstützt durch Kommunikation? Mit demberühmten Kommunikationsforscher PaulWatzlawick gesprochen heißt das, dass allesKommunikation ist – man kann nicht nichtkommunizieren –, und jede Kommunikationhat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt. Eszählt immer mehr, wie man Botschaften for-muliert als der vermittelte Inhalt.Kooperation wiederum ist ein Miteinandervon Personen oder Institutionen mit einemgemeinsamen Ziel, ist durchaus komplexund hat einen gemeinsamen Nutzen für dieKooperationspartner, gemeinsamer Mehr-wert wird geschaffen. „Grundsätzlich ist imMenschen der Kommunikations- und Koo-perationswille positiv angelegt. Es brauchtgerade in der heutigen, schnelllebigenZeit gute und differenzierte Rahmenbedin-gungen, diesen Schatz in uns zu heben“, sa-gen Seibt und Holzer.Die wesentliche Erkenntnis eines idealty-pischen 7-Stufen-Modells von Widmannund Seibt (siehe Grafik Seite 38) ist, dass esfünf Stufen braucht, und damit ein erheb-liches Zeit- und Energie- und Kommunika-tionspotenzial, um in eine gute Koopera-tion in Form eines zeitnahen Handelns zukommen. Bereits ganz am Anfang brauchtes Vertrauen, um sich auf eine Kooperationeinlassen zu können. Auf guter Kommuni-kation aufgebaut entwickeln sich alle weite-ren Stufen der Kooperation: GemeinsamesDenken, Entwicklung gemeinsamer Bilder,die Vereinbarung klarer Ziele, Aufgaben undKompetenzen und gemeinsames Handeln.Kommunikationskompetenz mittels Schu-lung zu erwerben, hilft, ist alleine abernicht ausreichend, um den Anforderungengerecht zu werden. Egal ob im Privatlebenoder im Berufszusammenhang, es brauchtden Einsatz von Empathiefähigkeit, Selbst-reflexion und Soft Skills wie etwa Zuhören,Loben oder die Fähigkeit, über den Teller-rand zu blicken. Soziale Fähigkeiten, ge-paart mit einem reflektierten Wertesystem,helfen enorm, die heutzutage hohen An-forderungen des Lebens im Griff zu haben.Gute Kommunikationsfähigkeit bringt Rea-lisierungsstärke. Sie macht uns attraktiv fürZusammenleben und Zusammenarbeiten,verleiht unseren Handlungen Sinn, machtuns stark und resilient und kreiert Lebens-qualität in Form von Work-Life-Balance.Erfolg durch Kommunikation mitsich selbst und mit anderenBalanceeffekte wurden lange Zeit als Aus-gleichseffekte des Privatbereichs zu „harter“Arbeit gesehen. Wer es mit zu harter Arbeitübertreibt, der hat halt kein Privatleben undwird über Verwirklichung in seiner Arbeitglücklich. „Dem ist ganz und gar nicht so“,konstatiert der Karriereentwickler und Work-Life-Balance-Unternehmensberater Chris-tian Holzer. Immens gestiegene psychischeProbleme, ob über Arbeit oder Privatlebenmotiviert, sprechen eine klare Sprache. Esbraucht einen gesteigerten Selbstwert undpositive Lebensgefühle, um den hohen An-sprüchen heutzutage zu begegnen. Da giltes, im Job und im Privatleben mit dem eige-nen Emotionskostüm achtsam umzugehen.Der unschätzbare Wert der gutenKommunikation für LebenszufriedenheitInterdisziplinäre Erkenntnissefür den Gebrauch vonKommunikationskompetenz inPrivatleben und ArbeitVON MARTIN SEIBT und CHRISTIAN HOLZERMartin Seibt (li.) ist Kooperations- und Kom-munikationsexperte, Christian Holzer (re.) istKarriereentwickler und Work-Life-Balance-Unternehmensberater. Beide haben jüngstmit Buchveröffentlichungen einen Beitragzum Thema geleistet.
    • 01/2013 dreieck38 | IMB – Institut für MedienbildungPersönlicher Erfolg ist durch Kommunika-tions- und Kooperationsfähigkeit herzustel-len und erzeugt dadurch Balancewirkung.Energie, Motivation und Optimismus derMenschen lässt Lebensqualität entstehen.Im Gegensatz dazu verursachen Kommuni-kationsschwächen Situationen, die langwie-rige Konfliktpotenziale in sich bergen. Sieöffnen ungewollter Begleitmusik Tür undTor.Es bedarf einer Steuerung und Führung vonProzessen, die gelingen. In moderner, zu-kunftsfähiger Ausprägung ist Führung zumErfolg vielschichtig, persönlich, verantwor-tungsvoll, komplex, beginnt bei der Refle-xion seiner eigenen Person, gesteht Freiräu-me zu, ist gesund, schafft Zeit, unterstützt,bringt Anerkennung und Wertschätzungins Leben, wird als fair empfunden und hatganze Systeme im Auge. Innensteuerungvor Außensteuerung könnte man sagen. ImInneren so gefestigt zu sein, um äußere Ein-flüsse immer in Relation zur eigenen Persön-lichkeit – und dem eigenen Unternehmen –bewerten zu können.Aufbauend auf einer Work-Life-Balance-Grundhaltung sollte gute Kommunikationund Kooperation zu Effekten führen, dieeine Balance von Arbeit, Gesundheit, sozia-len Beziehungen, eigenen Bedürfnissen undSinn herbeiführt, abzulesen an Freude anAktivitäten, an eigenem Handeln mit demErgebnis von Zutrauen und Lebensqualität.Quelle: C Stefanie Widmann,Martin Seibt. Kooperation.Publicis 2011.BuchtippsCHRISTIAN HOLZERUnternehmens-konzepte zur Work-Life-BalanceS. Widmann &M. SeibtKooperationWegweiser für Führungspersonen,Trainer und BeraterDas 7-Stufen-Modell von Widmann & SeibtVertrauen wächstVertrauens-vorschussgebenErlebenVom anderenVertrauens-vorschusserlebenIdeen zurKooperationGemeinsamesDenkenGedankenäußern„Versprechenabgeben“Schiller:„Drum prüfe,wer sich(ewig)bindet!“GemeinsamesBilden derKooperationentwickeln /MetapherfindenVereinbarungund klareZieleZeitnahesHandelnKooperationbeendenBeobachtungIch kann als Partner auch mein Vertrauenunter Beweis stellen.Bis hier kann die Kooperation noch ein sehrfragiles Gebilde sein und es ist unklar, ob siebestehen bleibt.1234567
    • dreieck 01/2013IMB – Institut für Medienbildung | 39Arbeitskreise |Im September 2013 startete das ehrgei-zige Projekt des Arbeitskreises Senioren-bildung „Das war unsere Zeit!“. Es zieltdarauf ab, in jeder der 119 Gemeinden desLandes Salzburg mindestens zwei Zeitzeu-gInnen zu unterschiedlichen Themenbe-reichen zu befragen und diese Interviewsauf Video aufzuzeichnen. Der Fokus liegtauf den Geburtsjahrgängen vor 1933, dennkeine Generation davor hat so viele Verän-derungen miterlebt wie jene der jetzt über80-Jährigen. In dieser Ausgabe möchten wirIhnen den Bildungsaspekt näher bringensowie einen kurzen Zwischenbericht geben.Geschichte besteht nicht nur aus epochalenEreignissen, sondern ganz wesentlich auchaus den zahlreichen Geschichten von Men-schen, die eine Epoche prägen. Sie sind es,die den Alltag gestalten, das Leben füllenund jene, die einen bestimmten zeitlichenAbschnitt nicht miterlebt haben, wissen las-sen, was zum Leben gehörte und was dasLeben letztlich ausgemacht hat. Diese Er-innerungen sind stets subjektive Zeugnisseim Kontext bestehender Tradition. Erinne-rungen können aber auch lediglich flüch-tige Aspekte eines bestimmten zeitlichenAusschnitts widerspiegeln.Bei der Erfassung individueller Lebensge-schichten ist es daher wichtig, sich bewusstzu machen, dass erzählte Erlebnisse undEreignisse nicht so wiedergegeben werden,wie sie tatsächlich passiert sind, sondernwie sie von Einzelnen wahrgenommen wur-den bzw. letztlich heute, zum Zeitpunkt derAbfrage, erinnert werden.Im Kontext der Frage, wo sich „Oral History“,pädagogisch verortet, ist es daher wichtigfestzuhalten, dass ZeitzeugInnen und ihreBerichte als kritisch zu lesende historischeQuelle und nicht als historische Wahrheitzu verstehen sind. Bei Oral History handeltes sich um eine Methode der Geschichts-wissenschaft, die auf dem Sprechenlassenvon ZeitzeugInnen basiert, wobei die Ge-sprächspartnerInnen möglichst wenig vomInterviewer/von der Interviewerin beein-flusst werden. Dadurch wird der Versuchunternommen, die subjektive LebensweltBildungsaspekte unseres Projekts „Das war unsere Zeit! –Eine Generation erinnert sich ...“Über das Sammeln von Geschichten ...Christian HolzerKarrierecoach, Unternehmensberater seit 2007mit Schwerpunkt WLB (Work-Life-Balance),Projektleiter zeitbalance (betriebliche Work-Life-Balance-Beratung 2009-2011) sowie PublicRelations und Employer Branding für mitarbeiter-orientierte Unternehmen.www.christianholzer.atBlogs: http://christianholzer.twoday.netMag. Martin Seibt, MScKommunikationstrainer in Kooperation mit demEAK, Unternehmensberater in Kooperation mitwww.keytrain.eu undwww.impulswerkstatt.comGeschäftsführer des Instituts für Medienbildungin Salzburg mit zahlreichen Kooperationen imKultur- und Bildungsbereich. Mitglied in denLeitungsteams der Universitätslehrgänge „In-terpersonelle Kommunikation“ (UNI Salzburg)und Multimedia Leadership (Donau UniversitätKrems) sowie Buchautor:Kooperation, Publicis 2011.Das Work-Life-Balance-Antriebs-Handlungs-Wirkungsmodell von Christian HolzerQuelle: Christian Holzer.Unternehmenskonzeptezur Work-Life-Balance,Publicis 2013.HandlungselementeHandlungselementeAußensteuerungInnensteuerungKommunikationKooperationWirkungLebens-qualitätResilienzInnovations-fähgikeitAntriebselementeSinnWLBArbeitGesund-heitSozialeBeziehungenEigeneBedürfnisse
    • 01/2013 dreieck40 | Arbeitskreiseund persönliche Sichtweisen für die Nach-welt darzustellen.In diesem Zusammenhang ist auch die Fragebedeutsam, warum sich eine Bildungsein-richtung wie das Salzburger Bildungswerkmit Lebensgeschichten auseinandersetztund worin der Bildungsaspekt eines solchennarrativen Projektes letztlich liegt.Lebensgeschichtliche GesprächeDie Interviews in unserem Projekt sind soangelegt, dass nicht nur in knappen Ant-worten auf ausgewählte Fragen reagiertwird, sondern Episoden und GeschichtenEingang in die Interview- und Videoauf-zeichnungen finden, die es in ihrer ausführ-lichen Schilderung ermöglichen, den Zuhö-rerInnen situative Zusammenhänge, aberauch emotionale Eindrücke verständlich zuvermitteln.Ein solches auf die Lebensgeschichte ge-richtetes Interview wird auch als lebens-geschichtliches Gespräch bezeichnet, dasweiter gefasst ist, als ein klassisches nar-ratives Interview, welches sich an einemInterviewleitfaden orientiert, der bei allenGesprächen als durchgängiges Band ange-legt wird.Biographisches LernenUnserem pädagogischen Verständnis nachgehen wir davon aus, dass es eine grund-sätzliche Notwendigkeit jedes Menschen ist,sich im Laufe des Älterwerdens und im Fort-schreiten der Lebensphasen immer wiederein aktuelles Bild von sich zu machen. Nurdadurch ist eine dem Lebensalter gemäßeSicht der Dinge möglich. Lebensgeschicht-liche Bildungsarbeit ist, so verstanden, eineMethode, diese Prozesse der Selbstreflexionund Verortung im Hier und Jetzt anzuleiten.Was mit dem Erzählen von Geschichten undder damit verbundenen Bewertung der ei-genen Vergangenheit sichtbar wird, wirktbereits im biographischen Bildungsprozessunmittelbar auf den Erzähler/die Erzählerinselbst zurück und regt direkt zur Auseinan-dersetzung mit dem eigenen Leben an.Manche TeilnehmerInnen, denen zu Beginndes Projekts das aktive Nachdenken überdas eigene Leben ungewohnt war, wurdenso zum Ausprobieren dieser aktiven Hal-tung angeregt.Interpretation durch dieZuhörerInnenUnser Projekt verfolgt auch das Ziel, dieÖffentlichkeit, d.h. die BetrachterInnen derVideobeiträge, möglichst direkt mit denAussagen unserer InterviewpartnerInnenin Kontakt zu bringen. Auf eine Interpreta-tion, etwa durch das Aufzeigen von Zusam-menhängen und historischen Fakten etc.,wurde bewusst verzichtet. Vielmehr sollenvor allem die BetrachterInnen des Films ausihrem alltäglichen Vorverständnis herausselbst die Interpreten der lebensgeschicht-lichen Erzählungen sein. Die ZuhörerInnenkönnen sich somit selbst ein authentischesBild darüber machen, wie Menschen in ih-rem beruflichen, familiären, sozialen Umfeldgelebt haben und welchen Einfluss ihre ge-machten Erfahrungen auf ihr heutiges Le-ben haben.Wertschätzung gegenüber einerGenerationDie bereits durchgeführten Interviews zei-gen, dass die Anteilnahme, das Zuhören undinteressierte Nachfragen nach subjektivenErlebnissen für die Interviewten eine beson-dere Form der Wertschätzung darstellt. DerUmstand, dass sich eine Bildungseinrich-tung den Erfahrungen einer Generation inso umfassender Form zuwendet, ist von derAnnahme geleitet, dass uns diese Generati-on etwas zu sagen, etwas mit- und weiterzu-geben hat. Wesentlich ist, dass nicht die Ge-schichte selbst einer Bewertung unterzogenwird, im Sinne von ‚besonders interessant’,‚herausragend’ oder ‚sensationell’, sonderndass eine jede Lebensgeschichte eine ein-zigartige Schilderung darstellt, die aufgrunddieser Einzigartigkeit Wert ist, festgehaltenund weitererzählt zu werden.Wir dürfen also gespannt sein, auf welcheErzählungen wir im Laufe dieses Projektsnoch treffen werden. Die bereits stattgefun-denen Videoaufzeichnungen sind in jedemFall viel versprechende Dokumente. Offensind noch die Punkte der Verwertung derAufzeichnungen sowie die bereits begon-nene Transkription der Interviews. (CW)Weitere Informationen zum Projekt undüber die Möglichkeit der Beteiligungerhalten Sie bei Stefanie Walch,Projektleiterin von „Das war unsere Zeit“,Tel: 0664-3520011E-Mail: stefanie@walch-partner.comoder office@sbw.salzburg.atVerwendete Literatur:Alheit, Peter/Dausien Bettina: Bildung als „biogra-phische Konstruktion“? Nichtintendierte Lernpro-zesse in der organisierten Erwachsenenbildung. In:Report. Literatur- und Forschungsreport Weiterbil-dung (Thema: Biographieforschung und biographi-sches Lernen). 1996, Nr. 37.Institut für Gesellschaftswissenschaften und histo-risch-politische Bildung, Technische Universität Ber-lin; Magazin vom 11. Februar 2009 (Nr. 3/09);Stiftung Erinnerung-Verantwortung-Zukunft.http://www.lernen-aus-der-geschichte.de/
    • dreieck 01/2013Bgm. Johann Mühlbacher und Bildungswerk-leiterin Karin Eisl.Personalia | 41Den Salzburger Landespreis für Er-wachsenenbildung und ÖffentlichesBibliothekswesen bekamen Volks-schuldirektorin OSR Waltraud Listbergerund Vizebgm. Peter Listberger von Landes-hauptfrau Mag. Gabi Burgstaller überreicht.„Die zumeist ehrenamtlich ausgeübte Tätig-keit verdient volle Anerkennung und Unter-stützung, deshalb werden mit diesem Preisdie Verdienste von Menschen, die sich seitvielen Jahren in der Erwachsenenbildungengagieren, gewürdigt“, erklärte Gabi Burg-staller bei der Überreichung in Salzburg.Waltraud Listberger leitet seit 7. November1992 das Salzburger Bildungswerk Alten-markt. Seit Beginn arbeitet auch ihr MannPeter im örtlichen Bildungswerk mit. PeterListberger unterstützt zudem als Vizebür-germeister alle anderen Bildungsanbieterin seiner Gemeinde sowie überregionaleInitiativen (wie zum Beispiel die Regional-konferenz für Erwachsenenbildung Pongau2011) tatkräftig. Seit 20 Jahren organisiertdas Ehepaar Listberger ein sehr mutiges Bil-dungsprogramm und fordert damit die Ge-meindebürgerInnen heraus. Neben vieleninnovativen Veranstaltungen und durchausgewagten Themen beinhaltet ihr Bildungs-programm auch traditionelle, jährlich wie-derkehrende Veranstaltungen, die teilweiseschon zum Lebensrhythmus vieler gehören.Dazu zählen die Elternbildungs- und Seni-orenbildungsveranstaltungen ebenso wiegeschichtliche Vorträge und Reiseberichte.Insgesamt haben Waltraud und Peter List-berger über das Salzburger BildungswerkAltenmarkt bereits 200 Bildungsveranstal-tungen für rund 25.000 Teilnehmerinnenund Teilnehmer organisiert, darunter einigeGroßveranstaltungen und sechs Bildungs-wochen. (MP)Für mutiges und innovatives Bildungsprogramm ausgezeichnetBei der Eröffnung der Gesundheits-woche in Anthering wurde KarinEisl als neue Leiterin des örtlichenBildungswerkes Anthering bestellt.Karin Eisl ist ausgebildete Kindergarten-pädagogin und leitet seit vielen Jahreneinen Kindergarten. Sie ist auch im Bereichder Sprachförderung für Kinder mit nichtdeutscher Erstsprache tätig. BürgermeisterJohann Mühlbacher bedankte sich bei derneuen Bildungswerkleiterin für ihre Bereit-schaft zum Engagement und zeigte sichsehr erfreut, dass das örtliche Bildungs-werk wieder besetzt werden konnte.Direktor Dr. Günther Signitzer gratulierteder Gemeinde Anthering zu der großar-tigen Gesundheitswoche und bedankt sichbei der Obfrau des Sozialvereines Anthe-ring Elfriede Lebesmühlbacher für die Or-ganisation. Durch die intensive Vorberei-tung wurde es ein Gemeinschaftsprojektund im besten Sinne eine Bildungswoche.Er sei überzeugt, dass mit Karin Eisl einbreites Bildungs- und Kulturprogrammin der Gemeinde realisiert werden könne:„Damit wird ein wichtiger Beitrag für dieGemeinschaft geleistet“. Abschließenddankte Günther Signitzer der Gemeinde fürdie vorbildliche Unterstützung. (RiB)Anthering startet fit ins neue Bildungs- und KulturjahrPraxispreis für Erwachsenenbildungan Waltraud ListbergerFoto:LMZFranzNeumayr/SB
    • 01/2013 dreieck42 | PersonaliaLieder singen – Freude bringenDie Volksschule Altenmarkt wurde für ihr Projekt „Gemein-same monatliche Singstunde, Lieder singen – Freude brin-gen“ von Landesrätin Dr. Tina Widmann mit dem SalzburgerLöwen 2013 ausgezeichnet. Der Jugendpreis der Salzburger Volks-kultur soll das Kulturerbe vor allem bei Kindern und Jugendlichenbewahren sowie die Verbundenheit mit der Volkskultur in jungenJahren fördern. Wir gratulieren Bildungswerkleiterin und Volks-schuldirektorin Waltraud Listberger und bedanken uns für die In-itiierung dieses Projektes.Unerwartet verstarb Oberschulrat Eberhard Herbst am 8. Fe-bruar 2013 im Alter von 86 Jahren. Von 1972 bis 1990 war erals engagierter Leiter des Salzburger Bildungswerkes St. Mar-tin bei Lofer tätig und hat in dieser Zeit durch zahlreiche Bil-dungswochen, Gemeindespiegel und Ortsbegehungen über-aus interessante und vielfältige Initiativen gesetzt. EberhardHerbst hat sich außerdem durch sein unermüdliches Engage-ment für die Gemeinde St. Martin und deren Menschen sowiedurch sein pädagogisches Wirken ausgezeichnet. Wir werdenOSR Eberhard Herbst ein ehrendes Gedenken bewahren.Zum GedenkenBürgermeister Peter Altendorfer freut sich über eine neue Bildungswerkleiterin in See-ham! Christine Winkler wurde im Rahmen des in Seeham traditionellen Obleutetreffenszur neuen Bildungswerkleiterin bestellt. Sie folgt Erna Herbst, die völlig unerwartet voreinem Jahr verstorben ist.Christine Winkler war Kindergartenleiterin und möchte nun ihre Zeit in der Pension auch Bil-dungs- und Kulturthemen widmen. Zu ihren ersten Vorhaben zählt sie Aktivitäten, die denGemeindebürgerInnen ihre Gemeinde näher bringen und die Gemeinschaft fördern sollen.Dazu gehören die Erstellung der Infomappe für NeubürgerInnen und eine Grenzwanderung imHerbst. Organisatorisch unterstützen möchte sie auch Bgm. a. D. Mag. Mathias Hemetsberger,der im nächsten Jahr an einer Chronik arbeiten will. Bezirksleiterin Gabriele Romagna und Dr.Anita Moser vom Salzburger Bildungswerk, die auch das Projekt „Altern in guter Gesellschaft“ inSeeham begleitet, freuen sich über die künftige Zusammenarbeit in der Region. (RiB)Im Bild die neue Bildungswerkleiterin ChristineWinkler (Mitte) mit (v.li.) Bgm. Peter Altendorfer,Anita Moser, Gabriele Romagna und Vizebgm.Bernhard Kaltenegger.Bei der Veranstaltung „Gewusst wie“im Rahmen der Brainweek 2013, derInternationalen Woche des Gehirns,übergab Stefanie Walch die Leitung des Bil-dungswerkes an Mag. Gabriele Rupnik. Walchleitete das Bildungswerk Hof fünf Jahre undhat dabei sehr viele verschiedene Methodenausprobiert und viele Themen umfangreichbearbeitet, zum Beispiel: Bildungswoche, Ju-gendprojekt – Politische Bildung, Erzählnach-mittag, Kunst-Kultur-Kulinarik im Rauchhaus,Klein- und Flurdenkmälererhebung, Elternbil-dung und vieles mehr.Stefanie Walch verabschiedete sich zumGlück aber nicht vom Salzburger Bildungs-werk, sondern wird in Hof weiter mitarbei-ten und als Bezirksleiterin des Flachgausweiterhin in diversen Gremien, seit Novem-ber auch im Vorstand des Salzburger Bil-dungswerkes, vertreten sein. BürgermeisterDr. Werner Berktold dankte Stefanie Walchfür ihr großartiges Engagement: „Hof hatsicher sehr von Ihrer Arbeit profitiert“. Auchdanke er ihr dafür, dass sie sich um einemehr als würdige Nachfolge gekümmerthabe. Damit sei eine kontinuierliche Wei-terarbeit im Salzburger Bildungswerk Hofmöglich.Gabriele Rupnik, die neue Bildungswerklei-terin, hat im zweiten Bildungsweg Geografiestudiert und ist selbstständige Wirtschafts-mediatorin. Sie arbeitet seit längerer Zeitim örtlichen Bildungswerk mit und bereitetbereits ihre erste Bildungswoche mit demThema K.U.L.T. anlässlich der Eröffnung desneuen Kulturzentrums in Hof vor. Die Mitar-beiterInnen des Salzburger Bildungswerkesfreuen sich auf die neue Zusammenarbeitund wünschen Gabriele Rupnik eine erfül-lende Tätigkeit! (RiB)Das Bildungswerk Seeham ist wieder aktivGabriele Rupnik folgt Stefanie Walch in HofIm Bild (v.li.) Dipl. Ing. Richard Breschar, Mag.Gabriele Rupnik und Stefanie Walch.
    • dreieck 01/2013BuchtippsGerlinde AllmayerKara MeliVerlag: manggei verlag 2012ISBN: 978-3950162349, 80 Seiten, € 13,90Mit Bildern von Maria Schneiderund Gerd AllmayerKarawanen-Lied von Max FaistauerAufruhr in der Wüste oder Schorschi reincarnatedREZENSION VON PETER HAUDUMWer kennt nicht Schorschi, das vorwitzige Manggei aus GerlindeAllmayers bezauberndem Kinderbuch „Himmel über der Nase“aus dem Jahre 2010? Schorschi hat nun, wenn man das so sagendarf, eine Schwester im Geiste bekommen: Das KamelmädchenKara Meli. Kara Meli ist wie Schorschi mit einer riesengroßenPortion Lebensfreude, Mutterwitz, Mitgefühl und Übermut aus-gestattet und noch dazu mit einem großen sängerischen Talentbegabt. Und all diese positiven Eigenschaften benötigt Kara Meliauch, um ihrer Familie, den anderen Kamelen der Herde sowieauch ihrem Besitzer Kali Ben Halimasch das Überleben zu sichernund das Weiterbestehen alter beduinischer Lebensweise undTraditionen zu ermöglichen. Denn die sind bedroht durch dasGewinnstreben einer Gruppe von kapitalistischen Rüsseltieren, inder Alltagssprache Schweine genannt. Sie sind verantwortlich da-für, dass die Kamele mehr und schwerere Lasten schleppen müs-sen als früher, sich zwischen Karawanenetappen weniger langeausruhen dürfen und Gras fressen müssen, das zwar wie verrücktwächst, aber nicht sättigt. Doch trotz all ihrer Kamelschläue undihres Mutes könnte Kara Meli das nicht schaffen, hätte sie nichteinen Freund gewonnen, nämlich Heinzi, ein etwa gleichaltri-ges Schweinchen, das ihr von den Übeltaten der erwachsenenSchweine erzählt. Mit dessen Hilfe gelingt es Kara Meli auch, denSchweinen das Handwerk zu legen und ihre Machenschaften ab-zustellen. Doch wie sie und Heinzi das alles bewerkstelligen, dassei nicht verraten. Das soll die (Vor)Leserin/der (Vor)Leser selbstherausfinden, indem sie/er den Abenteuern Kara Melis folgt, sichvon dem Kamelmädchen etwas vorsingen lässt und sich an dengelungenen Illustrationen und den eingefügten ganzseitigen Fo-tos einer fremden Welt erfreut.Das Buch sei allen empfohlen: den Kindern, die es sich vorlesenlassen oder bereits selber lesen können, den Eltern und Großel-tern und all jenen Kleinen oder Großen, die wie Kara Meli an diepositive Wirkung des Gesangs glauben.Mag. Peter Haudum ist Germanist und Mitglied des Arbeitskreises„Regionale Sprache und Literatur“.Fritz GruberMosaiksteine zur GeschichteGasteinsund seiner Salzburger UmgebungEigenverlag, ISBN 978-3-200-02728-2528 Seiten, € 38,-Der Verfasser beschäftigt sich seit rund 40 Jahren mit der Mon-tangeschichte im Bereich der Hohen Tauern. Bei seinen Archiv-studien machte er sich parallel dazu auch immer Notizen zurallgemeinen Geschichte des Gasteinertales. Aus diesen Noti-zen, zahlreichen Bildern und Tausenden von Kopien aus demgesichteten archivalischen Material entstand nun das „Mosaik-steinebuch zur Geschichte Gasteins und seiner Salzburger Um-gebung“. Im Vordergrund steht die Geschichte des Bergbaus unddes Badewesens: Bereiche, durch die das Gasteinertal durch dieJahrhunderte berühmt ist. Daneben werden Einzelschicksale vonwichtigen Persönlichkeiten aufgegriffen.Bgm. Gerd Brand, Vorsitzender des BildungswerkesSt. MargarethenMag. Peter Braun, Vorsitzender der ARGE SalzburgerErwachsenenbildungMartin Dietrich MAS, Bildungswerkleiter in GollingDipl. Ing. Josef Erbschwendtner, ehem. Bildungswerkleiterin St. GeorgenRobert Ertl, Bildungswerkleiter in ForstauDir. Bernhard Hutter, Bezirksleiter PongauDr. Anita Memmer, Bildungswerkleiterin in HalleinRudolf Schmiderer, Bildungswerkleiter in St. Martin bei Loferzum runden Geburtstag.Hofrat i.R. Dr. Karl Edtstadler, ehemaliger Leiter des Bildungs-werkes Elixhausen und Flachgauer Bezirksleiter, zur Verleihungdes Ehrenzeichens des Landes Salzburg.Dr. Michael Becker, langjähriges Mitglied im ArbeitskreisHeimatsammlungen, zur Verleihung des Berufstitels „Hofrat“.Das Salzburger Bildungswerk gratuliert ...Personalia | 43
    • salzburgerbildungswerkÖsterreichische Post AGInfo-Mail. Entgelt bezahlt.Wir machenBildung lebendig!www.salzburgerbildungswerk.at