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Das Erwachsenenbildungs-Magazin "dreieck" wird 2-3mal jährlich vom Salzburger Bildungswerk herausgegeben. Es beinhaltet die Darstellung und Auseinandersetzung mit ...

Das Erwachsenenbildungs-Magazin "dreieck" wird 2-3mal jährlich vom Salzburger Bildungswerk herausgegeben. Es beinhaltet die Darstellung und Auseinandersetzung mit
aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen
Themen und fungiert Mitteilungs- und Serviceblatt über Veranstaltungen
des Salzburger Bildungswerkes.
Das „dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen in
der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen,
PolitikerInnen sowie Medien.

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    dreieck Ausgabe01 2011 dreieck Ausgabe01 2011 Document Transcript

    • Erwachsenenbildungs-Magazin des Salzburger Bildungswerkes 01/2011Ehrenamtlich im „Süden“arbeiten?!Für Integrationgibt es kein PatentrezeptKrebs: Eine Krankheit, dieniemanden unberührt lässt salzburger bildungswerk
    • Wasserkraft ist Weitblick Damit Energie und Umwelt zusammenpassen. SAUBERE WASSERKRAFT liefert mehr als 80 Prozent unseres Stromes in Salzburg. ZUKUNFT IN ARBEITWasser liefert Öko-Strom. Seit Generationen – für Generationen.Deshalb setzt die Salzburg AG verstärkt auf diese unerschöpfliche Energiequelle. Auch wenn Sie davon immerweniger sehen – dank moderner Kraftwerksplanung. Erleben Sie Weitblick: www.salzburg-ag.at
    • Editorial Impressum Herausgeber und Verleger: Salzburger Bildungswerk (Dr. Günther Signitzer) Redaktion: Manuela Pleninger (MP) Imbergstraße 2/2, 5020 Salzburg Tel. 0662-87 26 91-0 Fax 0662-87 26 91-3 E-Mail office@sbw.salzburg.at www.salzburgerbildungswerk.at ZVR 200 288 147 Grafik: Werbeagentur Gerhard Gürtler Coverfoto: © iStockphoto.comBildung ist Ehrensache, Engagement ist freiwillig und Lernen bereichert: Unter Fotos: Salzburger Bildungswerk (falls nicht anders angegeben)diesem Motto könnte auch das Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011 stehen. Das Salz- Druck: Schönleitner, Kuchlburger Bildungswerk stellt seit der Gründung im Jahr 1956, also vor 55 Jahren, seine Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.Tätigkeit in dieses Umfeld, und wir haben dies in unserem Leitbild verankert. Viele Auflage: 2.200Evaluationen sowie positive Resonanzen zeigen nachweisbar die Qualität unserer MitarbeiterInnen Redaktion: Dipl.-Ing. Richard Breschar (RiB)Arbeit. Für 2011 haben wir unsere Weiterbildungsangebote unter dem Titel „forum Dr. Hans Eder (HE)freiwilligenarbeit“ verstärkt. Damit gelingt es uns, über die Bildungswerkleitungen Dr. Wolfgang Forthofer (FT)hinaus Menschen anzusprechen, die zum Beispiel an unserem Lehrgang Freiwilli- Alexander Glas (AG) Mag. Michaela Habetseder (MiHa)genkoordinatorInnen teilnehmen. Mag. Barbara Holzner (bh) Dr. Anita Moser (AM)Natürlich sehen wir zuerst die vielen Menschen, die sich dankenswerter Weise ehren- Isolde Mrwa (IM) Martin Seibt (MS)amtlich in den sogenannten Blaulichtorganisationen engagieren. Aber auch darüber Dr. Günther Signitzer (GS)hinaus ist die ehrenamtliche Tätigkeit ein unverzichtbares Element einer demokra- Dr. Konstantia Url (UK)tischen Gemeinschaft. Ohne Basisinitiativen, Dorfgemeinschaften, Stadtteilvereine Dr. Martin Wiedemair (m.w.)und viele andere mehr würde unsere Demokratie verarmen. Ehrenamtliche Tätigkeit Blattlinie: Darstellung und Auseinandersetzung mitin der Nachbarschafthilfe, im Sozial- und Gesundheitsbereich, Kultur und Sport ist ein aktuellen bildungs- und gesellschaftspolitischen Themen, Mitteilungs- und Serviceblatt über Veran-tragendes Element unserer hohen Lebensqualität. Das Salzburger Bildungswerk ist staltungen des Salzburger Bildungswerkes.ein Teil dieser Bewegung, und uns geht es vornehmlich über Einzelinteressen hinaus Das „Dreieck“ richtet sich an MitarbeiterInnen inum das Bemühen, gemeinwesenorientiert zu denken und zu handeln. Als Bildungs- der Erwachsenenbildung, MultiplikatorInnen, PolitikerInnen sowie Medien.einrichtung wollen wir eine große Breite bei Altersgruppen und Bildungsschichtenansprechen und motivieren, sich auf das Abenteuer Bildung einzulassen. Diese Brei- Namentlich gekennzeichnete Beiträge drücken die Meinungen der AutorInnen aus. Sie müssen sichte und der Umfang unseres Angebotes sind nur durch das große ehrenamtliche En- nicht immer mit der Auffassung von Redaktion undgagement unserer BildungswerkleiterInnen, der MitarbeiterInnen auf Bezirksebene Herausgeber decken.und in den Arbeitskreisen sowie der vielen MitarbeiterInnen bei den Kooperations- Offenlegung nach dem Pressegesetz: Aktuellepartnern auf örtlicher Ebene möglich. Dafür wieder einmal ein herzlicher Dank und Berichte, Informationen und Stellungnahmen, die im Zusammenhang mit der Tätigkeit des über-die Bitte, mit uns gemeinsam in diesem wichtigen Feld weiterzuarbeiten! parteilichen und konfessionell nicht gebundenen Salzburger Bildungswerkes stehen.Wir haben nun ein Team für die Öffentlichkeitsarbeit: Michaela Habetseder hat Wir danken für die Zusammenarbeit undnach der Karenz die Tätigkeit im Bildungswerk wieder aufgenommen und teilt sich Unterstützung dem bm:ukk.den Aufgabenbereich mit Manuela Pleninger, die ihre Ausbildung an der Universität Dreieck-Leserservice:Salzburg fast abgeschlossen hat. Diese Kombination aus bewährter Erfahrung und Fragen an die Redaktion: Tel. 0662-872691-0 oderfrischem Zugang zu neuen Entwicklungen, u.a. WEB 2.0, wird das Team stärken und E-Mail: office@sbw.salzburg.at Erscheinungsweise: 3mal jährlichfür die Bildungswerkleitungen eine tatkräftige Unterstützung sein. An dieser Stelle Abonnement- und Einzelbestellung:auch ein Dank an Konstantia Url, die in den vergangenen Jahren die Öffentlichkeits- Einzelheft € 4,- (exkl. Versand)arbeit im Bildungswerk geleistet und viele neue Ideen und Lösungen eingebracht Jahresabonnement € 11,- Einzahlungen: RVS Salzburg Kto-Nr. 00047993,hat! BLZ 35 000 Wenn bis 31. Dezember keine Abbestellung erfolgt,Das aktuelle Dreieck bietet wieder einen attraktiven Überblick über unsere Veran- verlängert sich das Abo jeweils um ein weiteres Jahr.staltungen und Projekte. Berichte von interessanten Begegnungen in den Gemein- Vorstand des Salzburger Bildungswerkes Rektor Dr. Josef Sampl, HR Dr. Alfred Berghammer,den zeigen ein Bild der vielfältigen Tätigkeit von Menschen, die sich neben ihren HR Dipl. Ing. Günter Daghofer, Dr. Andrea-Gitsch-beruflichen oder persönlichen Verpflichtungen ehrenamtlich für die Gemeinschaft thaler, BSI Josef Irnberger, HR Dr. Andreas Kiefer,einsetzen und aktiv daran teilnehmen. Wir machen Bildung lebendig! Senatsrat Dr. Heinz Klier, Dr. Lucia Luidold, Dr. Ursula Maier-Rabler, HR Dr. Eduard Paulus, HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Prim. Dr. Josef Rücker,Dr. Günther Signitzer OStR Prof. Felix Strohbichler, Prof. Dr. MartinDirektor Wiedemair Präsidentin des Salzburger Bildungswerkes LH Mag. Gabi Burgstaller
    • 4 | Inhalt Ehrenamt, Freiwilligen- tätigkeit und neuen Formen Foto: Fotolia des Bürger- engagements Mehr dazu auf08 Erwachsenenbildung 15 Gemeindeentwicklung Seite 20. Blickpunkte Gemeindeentwicklung 07 Herbsttagung mit Energie ... 15 Impulse für ein lebendiges Miteinander in Hallein 16 Barrieren erleben, begreifen, abbauen 18 Barrierefreie Wirtschaft in Theorie und Praxis Erwachsenenbildung 19 Im Generationendorf Hallein-Rif wird g’lacht und g’spüd 08 Für Integration gibt es kein Patentrezept 19 Gemeinsam statt einsam 10 Krebs: Eine Krankheit, die niemanden unberührt 20 Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und neuen Formen des lässt Bürgerengagements in Salzburger Gemeinden Eltern-, Frauen- und Seniorenbildung Europa und Politische Bildung 11 Alleinerziehend, aber nicht allein sein ... 21 „Viel Europa“ in Frankreich 11 Kulinarisch-Philosophisches im Salzburger 21 Brüssel sehen, Europa verstehen? Frauensalon 22 Entdecken Sie Mazedonien, den Kosovo und Mähren 12 Igor und Ida spinnen nicht mehr 23 Eine Fährfahrt für den Frieden 14 Vorlesen? Ich? Das trau ich mir jetzt zu! 23 Türkische Lebenswelten in der Riedenburg Internationale Solidarität 24 Ehrenamtlich im „Süden“ arbeiten?! 25 Interkultureller Tourismus: Ein interaktiver friedensrelevanter Prozess Aus der Direktion 27 Politische Erwachsenenbildung steht hoch im Kurs Rückblick 2010 Aus Gemeinde und Bezirk ab Seite 28 01/2011 dreieck
    • | 5 Foto: Intersol21 Europa & Politische Bildung 24 Internationale Solidarität 28 Aus Gemeinde und Bezirk Aus Gemeinde und Bezirk Personalia 28 Familienfreundliches Zederhaus 36 Neue Bildungswerkleiterin für Hintersee 28 Lebendige Vielfalt 37 Gold für Frieda Aigner 29 Optische Genussreise mit 14 FotokünstlerInnen 37 Engagement verGOLDet 29 Grödig ist gesund und fit 37 Neuer Bildungswerkleiter: Alois Hammerschmid 30 Bogen spannen 38 Das Salzburger Bildungswerk gratuliert 30 Ein Dorf erzählt seine Geschichte 38 Teamwork im Salzburger Bildungswerk 31 Mut zur Zivilcourage auf allen Ebenen ... 38 Zum Gedenken Annemarie Dengg 31 Köstendorf sammelte Geld für die Kinderkrebshilfe 32 Eine Vielfalt an Tennengauer Bildungsaktivitäten 32 Flachgau unter neuer Bezirksleitung Veranstaltungstipps 33 Lebenskunst – Kunst zu leben 06 Veranstaltungstipps 33 Aktiver Pinzgauer Bezirk mit viel Potential 34 Russland und der Osten Europas 34 BELLISSIMO ... 35 Ein Bezirk für Alt & Jung Arbeitskreise 35 Bildungswochen bringen Bewegung in den Ort IMB – Institut für Medienbildung 36 Medienpädagogik und Filmschaffen mit schärferem Fokus Energie bewusst leben: Langenegg zeigt, wie’s gehen könnte! Das war die Herbsttagung 2010. Mehr dazu auf Seite 7 dreieck 01/2011
    • 6 | Das Team des Salzburger BildungswerkesDirektion Barbara HoLZNER GemeindeentwicklungGünther SIGNITZER Institut für Seniorenbildung SalzburgGeschäftsführung Örtliche Bildungswerke Alexander GLASTel: 0 662-87 26 91-14 Tel: 0 662-872691-17 Tel: 0 662-87 26 91-13g.signitzer@sbw.salzburg.at barbara.holzner@sbw.salzburg.at alexander.glas@sbw.salzburg.atRichard BRESCHAR Karin MARESCH Anita MoSERÖrtliche Bildungswerke Sekretariat Tel: 0 662-87 26 91-18Tel: 0 662-87 26 91-19 Tel: 0 662-87 26 91-12 anita.moser@sbw.salzburg.atrichard.breschar@sbw.salzburg.at karin.maresch@sbw.salzburg.at Sarah REITHERSonja CHRIST Isolde MRWA Tel: 0 662-87 26 91-27Sekretariat Organisation gemeindeentwicklung@sbw.salzburg.atTel: 0 662-87 26 91-11 Tel: 0 6277-77 94sonja.christ@sbw.salzburg.at isolde.mrwa@sbw.salzburg.at Forum FamilieHans EDER Manuela PLENINGER Barbara BRANDNERInstitut für Internationale Solidarität Öffentlichkeitsarbeit Pongau, Tel: 0664-8284180Tel: 0 662-87 26 91-20 Tel: 0 662-87 26 91-16 forumfamilie-pongau@salzburg.gv.athans.eder@sbw.salzburg.at manuela.pleninger@sbw.salzburg.at Wolfgang MAyRWolfgang FoRTHoFER Brigitte SINGER Flachgau, Tel: 0664-8284238Institut für Europa Institut für Elternbildung forumfamilie-flachgau@salzburg.gv.atTel: 0 662-87 26 91-21 Tel: 0 662-87 26 91-15 Corona RETTENBACHERw.forthofer@sbw.salzburg.at brigitte.singer@sbw.salzburg.at Tennengau, Tel: 0664-8565527Ulrike FREIDL forumfamilie-tennengau@salzburg.gv.atSekretariat Institut für Medienbildung Christine SCHLäFFERTel: 0 662-87 26 91-22 Martin SEIBT Pinzgau, Tel: 0664-8284179ulrike.freidl@sbw.salzburg.at Geschäftsführung forumfamilie-pinzgau@salzburg.gv.atMichaela HABETSEDER Tel: 0 662-82 20 23-12 Monika WEILHARTERÖffentlichkeitsarbeit seibt@imb-salzburg.at Lungau, Tel: 0664-8284237m.habetseder@sbw.salzburg.at Monika HoHENLoHE forumfamilie-lungau@salzburg.gv.at Tel: 0 662-82 20 23 office@imb-salzburg.at Qualitätssiegel Salzburger Bildungswerk Qualitätstestiert am 03. 07. 2008 Veranstaltungstipps Bildungswochen Exkursion nach Langenegg 48. Salzburger Singwoche Thalgau, 15. Mai bis 19. November 2011 „energie bewusst leben“ 21. bis 27. August 2011, Strobl, Bundesinstitut Hintersee, 7. bis 15. Mai 2011 27. bis 28. Mai 2011 St. Wolfgang Bad Hofgastein, 23. bis 28. Mai 2011 Hüttschlag, 25. bis 29. Mai 2011 Medientage in Mauterndorf Herbstfahrt des Salzburger St. Andrä, 4. bis 12. Juni 2011 23. bis 28. Mai 2011, Mauterndorf, Bildungswerkes nach Linz Thomatal, 7. bis 14. August 2011 Lungau 23. bis 24. September 201101/2011 dreieck
    • Bl i ck p u nk te | 7Herbsttagung mit Energie …Die TeilnehmerInnen der Herbsttagung 2010. E nergie im Dorf“ war das Thema der Herbsttagung 2010 in Altenmarkt.„ Besonderes Interesse weckten bei den TeilnehmerInnen die beiden Vorträge der Bürgermeister Alfred Klepatsch aus Windhaag und GeorgMoosbrugger aus Langenegg. Sie erklärten, wie man das Projekt energieeffizi-ente Gemeinden mit dem Einsatz und der „menschlichen“ Energie möglichstvieler BürgerInnen richtig angeht und schließlich startet. Aber auch über dieSchwierigkeiten und Hürden im Aufbau einer energieautonomen Gemeinde,wie Langenegg, konnte man mehr erfahren. Und es geht doch! Eindrucksvoll berichtete Dr. Christoph Etzelsdorfer, Weltrekordhalter und Paralympicssieger, über seinen Umgang mit den Herausforderungen des Das Thema Energie spielt auch 2011 eine Rolle. Lebens.„Energie bewusst leben“: Die Gemeindeentwicklung wird am 27. und 28. Mai2011 Langenegg, die energieeffizienteste Gemeinde Europas (European EnergyAward 2010) und Gewinner des Europäischen Dorferneuerungspreises 2010, be-suchen. Das Exkursionsthema „energie bewusst leben“ wird in der kleinen Vorarl-berger Gemeinde eindrucksvoll gelebt. Langenegg verwirklicht die Vision einerunabhängigen Energiezukunft. Darüber hinaus machen soziales Engagement,Initiativen zur Stärkung der Dorfgemeinschaft, Aktivitäten zur Wirtschaftsbele-bung und die Maßnahmen zur Ortskernentwicklung Langenegg zu einem leben-digen Dorf voller Energie. (AG)Details zur Exkursion unter www.gemeindeentwicklung.at,Anmeldung bei Alexander Glas, Tel: 0662-872691-13, Im Bild die ReferentInnen der Herbsttagung, die den TeilnehmerInnen vielfältige Facetten von Energie näheralexander.glas@sbw.salzburg.at brachten. dreieck 01/2011
    • 8 | E r wa c h se n e n b i l d u n g Für Integration gibt esFoto: fotolia Ü ber 17 Prozent der Salzburger Bevöl- sorgungsbereich. Die gesamte Dienststelle organisiert von Silvia Kronberger von der kerung haben eine Zuwanderungs- wird von Erwin Eiersebner geleitetet. Wir Salzburger Verwaltungsakademie zusam- geschichte. Das Bundesland Salz- bieten in allen wichtigen Handlungsfeldern men mit namhaften Referenten. Der Kurs burg liegt damit österreichweit an dritter Integrationsmaßnahmen an, derzeit laufen startete erstmals im Jänner 2011 und soll Stelle hinter Wien und Vorarlberg. Seit rund 40 Projekte im ganzen Land Salzburg. Mitarbeitern beim Land, den Bezirkshaupt- September 2009 ist Manfred Oberlechner mannschaften oder Gemeinden Basics zum in der Migrationsstelle des Landes tätig. Welche aktuellen Projekte fördert die interkulturellen Verhalten und Handeln für Im Interview mit Konstantia Url spricht der Integrationsstelle derzeit? die tägliche Arbeit in die Hand geben. Das Integrationskoordinator des Landes über Da gibt es - um wirklich nur aktuelle und ist ganz wichtig, da sich nicht nur die Ein- seine Aufgaben, aktuelle Projekte und die einzelne exemplarisch herauszugreifen wohner unseres Landes, sondern auch die Wichtigkeit einer flächendeckenden Ver- - das sehr erfolgreiche „Start“-Stipendien- Kunden öffentlicher Ämter ändern und sorgung. Programm für Jugendliche mit Migrations- Mitarbeiter daher Kompetenzen benötigen, hintergrund. Dieses unterstützt Jugend- um auftretende Konflikte besser lösen zu Herr oberlechner, welche Aufgaben- liche aus Zuwandererfamilien mit einem können. Weitere wichtige Schwerpunkte bereiche nimmt die Koordinationsstelle Stipendium auf dem Weg zur Matura. Ins- sind die Arbeitsmarktintegration mit bei- für Migration des Landes Salzburg wahr? gesamt vergibt das Land gemeinsam mit spielsweise ausgebildeten Integrations- Die Dienststelle im Land Salzburg hat zwei dem Bund zehn Stipendien pro Jahr. Es gibt lotsinnen oder Mentorinnenprojekte oder umfassende Fachbereiche: den Integrati- auch einen Lehrgang zur interkulturellen die Gesundheitsaufklärung und Prävention onsbereich und den Asyl- und Grundver- Kompetenz für Verwaltungsbedienstete, für Migranten oder der herausragende und01/2011 dreieck
    • Er wa ch s en e nb ild u ng | 9kein Patentrezept wichtige Bereich der Vermittlung der deut- Dann findet man maßgeschneiderte Inte- schen Sprachkompetenz, hier zu erwähnen grationsmaßnahmen für den passenden sind jedenfalls „Mama lernt Deutsch“ oder Ort. Bundesweit im Rahmen des Nationalen das „Rucksack-Projekt“, das vom Land zu Aktionsplans Integration und auch auf EU- einem erheblichen Teil mitfinanziert und in und Europaratsebene gibt es viele kompe- die Regionen getragen wird. tente Partner und länderübergreifende Bei- spielprojekte, die eine Vorreiterrolle haben MMag. Dr. Manfred oberlechner Wie sieht die Situation in den Land- und wichtig sind für die tägliche Arbeit in Integrationskoordinator gemeinden aus? Gibt es dort eigene Salzburg. Amt der Salzburger Landesregierung Zuständige für Integration? Fachreferat Migration Integration passiert auf persönlicher Ebene, Sie sind auch in geringem Ausmaß daher ist die kommunale und direkte Inte- nach wie vor für die Universität tätig – Studien zur Migrations- und Integra- grationsarbeit so wichtig. Gerlinde Ulucinar wie wichtig ist die Wissenschaft für die tionsforschung an den Universitäten Yentürk ist eine sehr erfolgreiche Integra- tägliche Arbeit? Salzburg und Wien, an der Erasmus tionsbeauftragte in der Stadt Hallein. Ich Ja, ich bin sehr froh, dass ich die wissen- Universität Rotterdam sowie am In- arbeite mit ihr gerne zusammen. Integra- schaftliche Ebene nicht gänzlich verlassen stitute for Migration- and Ethnic Stu- tion ist auch Chefsache der Bürgermeister. muss und hier „mitspielen“ kann im besten dies an den Universitäten Amsterdam Daher ist es so wichtig, in die einzelnen Be- Sinne des Wortes, denn für mich ist Integra- und Straßburg. Praxisaufenthalte im zirke rein zu gehen. Dazu kontaktieren wir tionsarbeit vor allem auch eine kreative Ar- Verwaltungsbereich im Bereich „Mi- die Bürgermeister, was vor Ort notwendig beit. Da gibt es kein Patentrezept. Zum Teil gration und Integration“ u.a. beim Eu- ist. Denn Integration ist auch Schnittstellen- ist das viel Pionierarbeit. Und die Zusam- ropean Committee on Migration des management auf sehr unterschiedlichen menführung von Theorie und Praxis, von Europarates sowie beim Europäischen Ebenen. Integration gelingt, wenn die der Denkarbeit hin zur Praxisumsetzung, Parlament. Langjährige konkrete Pro- Bedürfnisse von Migranten und Einheimi- das ist die Herausforderung für mich in der jektarbeiten mit und für Migranten schen rund um das Thema Integration vor Verwaltung. Ich bekomme viele Inputs und in Salzburg. Erwachsenenbildungs- Ort bekannt sind. Das kann kein von oben Inspiration. Im Grunde genommen ist Inte- lehrer „Deutsch-als-Fremdsprache“. verordneter Top-Down-Prozess sein. Die grationsarbeit also eine sehr kreative Arbeit mit den Bürgermeistern entstehenden Pro- und sollte es auch sein. Kontakt: jekt-Ideen werden in Koordination etwa mit manfred.oberlechner@salzburg.gv.at Sozialarbeitern oder Bildungswerkleitern Was verstehen Sie darunter? ausgearbeitet und umgesetzt. So ist garan- Dass man Integration nicht verwaltet, son- tiert, dass Integrationsprojekte nicht nur in dern mit der Zielgruppe immer in Kontakt mit. Diesen Kontakt habe ich bis heute nicht der Stadt Salzburg Platz greifen, sondern bleibt. Da kommt es mir auch zugute, dass verloren, noch jetzt gebe ich beispielsweise flächendeckend wirksam sind. ich sehr engen Kontakt zu Sozialvereinen jede Woche einen Deutschkurs für Mitar- in Salzburg habe oder sehr lange in einer beiter des Landes und des Magistrats mit Stichwort flächendeckend: Die Migrati- arbeitsmarktpolitischen Betreuungseinrich- nicht deutscher Muttersprache. Wichtig ist onsstelle ist auch bundesweit vernetzt, tung gearbeitet habe – direkt im täglichen einfach, dass man sich selbst auch immer wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Kontakt mit Migranten. Und ich verdanke in seiner Arbeit in Frage stellt und evaluiert den anderen Bundesländern? den Migranten sehr viel, sie haben dazu und für Zugewanderte wie Einheimische Da gibt es regelmäßige Vernetzungstreffen beigetragen, dass ich mich in Salzburg wohl das Beste will. Dann funktioniert Integrati- auf Länderebene, und das ist wichtig, denn fühle, integriert bin. Integration ist keine on, wenn es eine Win-Win-Situation für uns für die Integration gibt es ja kein festste- Einbahnstraße. Ich habe viele Deutschkurse alle ist. (UK) hendes und überall funktionierendes Inte- gehalten und unzählige von Migranten grationsrezept. Es gibt in Österreich viele über Monate täglich begleitet. Wenn ich an Nähere Infos zum Stipendienprogramm regionale Besonderheiten – übrigens auch Migranten denke, dann fallen mir vor allem für Jugendliche mit Migrationshinter- zwischen Österreichern –, die man in der viele Gesichter und Begegnungen ein. Das grund unter www.start-stipendium.at Integrationsarbeit mit einbeziehen sollte. ist ein gutes Gefühl. Da bekommt man viel dreieck 01/2011
    • 10 | E r wa c h s e n e n b i l d u n g Krebs: Eine Krankheit, die niemanden unberührt lässt VON URSULA LEITICH V or hundert Jahren war die Geburtsstunde der Österrei- Prävention kann helfen - Pflegen und Hegen chischen Krebshilfe. Nach wie vor ist Krebs eine Krankheit, die Sie Ihren Körper - In einem gesunden Körper niemanden unberührt lässt, obwohl sich aus medizinischer steckt ein gesunder Geist Sicht in dieser Zeit viel verändert hat. Auf Grund besserer Diagnose- möglichkeiten kann Krebs immer früher erkannt werden, und durch Um das persönliche Krebsrisiko möglichst gering halten zu können, die Entwicklung neuer Behandlungen können viele Krebspatien- ist es notwendig, über die Möglichkeiten der Vorsorge und Früher- tInnen geheilt werden oder ein deutlich längeres Leben mit guter kennung Bescheid zu wissen. Lebensqualität führen. An Krebs zu erkranken kann leider nie ganz ausgeschlossen werden, sicher ist aber, dass man selbst durch rich- 3 ichtige Ernährung kann vor Krebs schützen. Fünf Portionen Obst R tiges Vorsorgen und Nützen der Früherkennung das Risiko und den oder Gemüse am Tag sind ideal. Ebenso ist der verantwortungs- Verlauf wesentlich beeinflussen kann. bewusste Umgang mit Alkohol wichtig. Ein gesunder Lebensstil senkt deutlich die Erkrankungsgefahr, und 3 an sollte jede Gelegenheit, Bewegung zu machen, nützen. M je früher Krebs durch die Selbst- oder Früherkennungsuntersu- Körperliche Aktivität kann das Krebsrisiko nachweislich senken. chungen entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Chan- Sportwissenschafter empfehlen 30 Minuten 3 Mal pro Woche. cen für den Krankheitsverlauf. Übergewicht und ein hoher Body-Maß-Index stehen in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko, an Krebs zu erkran- Gemeinsam mit dem Salzburger Bildungswerk wurde nun eine spe- ken. Auch Diabetes trägt dazu bei. zielle Vortragsreihe zum Thema Krebs zusammengestellt. Ihr Ziel ist 3 nzählige Untersuchungen belegen die Gesundheitsschäden, U es, möglichst viele Fragen, die rund um eine Krebserkrankung, aber die das Rauchen, aber auch das Passivrauchen, verursachen kön- auch in der Krebsprävention auftauchen, zu beantworten. Es sollen nen. Das Rauchen zu beenden und Nichtraucher zu bleiben ist Hilfestellungen und konkrete Antworten zu aktuellen Themen ge- schwer, aber nicht unmöglich. geben werden. 3 uch seelisches Wohlbefinden gehört zu einem gesunden Le- A bensstil und muss gepflegt werden. Es braucht den achtsamen Umgang mit sich selbst, um psychisch im Gleichgewicht zu blei- ben und seine Ressourcen nicht zu überfordern. 3 m Hautkrebs vermeiden zu können, ist es notwendig, die Ge- U fahren der Sonne richtig einzuschätzen, seinen Hauttyp zu ken- nen und zu wissen, welcher Lichtschutzfaktor benötigt wird. 3 ist wichtig, den eigenen Körper und die Möglichkeiten der Es Selbstuntersuchung zu kennen sowie über die Warnsignale für Krebserkrankungen Bescheid zu wissen. Krebs kann aber auch ohne bemerkbare Symptome entstehen. Um Krebs im Frühstadium zu entdecken und behandeln zu können, gibt es regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen von Brust, Gebärmutter, Haut, Darm oder Prostata. Diese ärztlichen Untersu- chungen können Leben retten. Wird eine Krebserkrankung recht- zeitig erkannt, kann sie in vielen Fällen geheilt werden. Mag. Dr. Ursula Leitich ist Psychologin, Psychotherapeutin, Ärztin für Allgemeinmedizin und Leiterin der Beratungsstelle in Salzburg. Die Österreichische Krebshilfe Salzburg informiert, berät und unterstützt Bei Fragen zur Vortragsreihe wenden Sie umfassend in allen Bereichen der Krebsprävention. sich an: Salzburger Bildungswerk, Mag. Weitere Informationen und Hilfe erhalten Sie am Beratungstelefon der Krebshilfe Barbara Holzner, Tel: 0662-872691-17 oderFoto: fotolia Salzburg unter 0662-873536 oder im Internet www.krebshilfe-sbg.at. E-Mail: barbara.holzner@sbw.salzburg.at 01/2011 dreieck
    • El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 11Alleinerziehend, aber nicht allein sein … VON MARION LECHNERU nter dem Motto „alleinERZIEHEND, auswahl und organisatorischen „Kleinig- aber nicht ALLEIN sein“ startete im keiten“. Wir alle vom alleinERZIEHER-Treff Oktober 2010 das erste Treffen für bedanken uns auch herzlich bei den Sorop-Alleinerziehende und Patchworkfamilien timistinnen Pinzgau: Durch ihre Spende istim Pinzgau im Vereinsheim in Bruck. Der es nun möglich, die zur Verfügung stehen-gelungene Start und das rege Interesse de Kinderbetreuung während den Treffenbestätigten Marion Lechner, hier die rich- kostenlos anbieten zu können. In diesemtige Initiative ergriffen zu haben. Nach dem Sinne helfen viele zusammen: Die Gemein-ersten Kennenlernen folgte ein Nachmit- de Bruck stellt die Räume kostenlos zurtag mit einer Lebens- und Sozialberaterin, Da wir mittlerweile eine gesellige Runde sind, Verfügung, das örtliche Bildungswerk unddie sich speziell mit der Problematik Allein- hieß es im Jänner, Rodel und Kinder einpacken das Institut für Elternbildung des Salzbur- und rauf auf die Kohlschnait ...erzieherInnen beschäftigte und mit guten ger Bildungswerkes unterstützen diesesRatschlägen und brauchbaren Tipps zur Angebot finanziell.Seite stand. siert und welche Maßnahmen man selber treffen kann, um den Alltagsbelastungen Wer sich angesprochen fühlt und InteresseDas nächste Treffen widmete sich dem standhalten zu können. hat, kann sich gerne bei Marion LechnerThema „Burnoutproyhylaxe und Zeitma- Weitere Vorträge und Freizeitaktivitäten melden und jederzeit in die Gruppe ein-nagement“, da viele Alleinerziehende einer sind schon in Planung! steigen. Tel: 0650-2008823, E-Mail: marion.Mehrfachbelastung durch Job, Kinderer- lechner@gmx.atziehung, Haushalt und der Zusatzanfor- Der tatkräftigen Unterstützung von Christi- Die Treffen finden jeden letzten Samstagderung, alles alleine managen zu müs- ne Schläffer vom Forum Familie Pinzgau ist im Monat am Nachmittag im Vereinsheimsen, ausgesetzt sind. Die beiden Coaches es zu verdanken, dass diese Treffen zustan- Bruck statt!Fini Lassacher und Sigrid Petschko gaben de kommen können. Sie unterstützt uns Marion Lechner ist alleinerziehende Mutter einerTipps, wie man sich am besten organi- bei der Kinderbetreuung, ReferentInnen- 4-jährigen Tochter aus Bruck an der Glocknerstraße.Kulinarisch-Philosophisches Salon à la Carte ... - Gebären, ernähren, genießen: Unter diesem Motto steht der 17. Salzburger Frauensalon amim Salzburger Frauensalon Dienstag, 28. Juni 2011, ab 19.00 Uhr in St. Virgil, Salzburg. Mag. Hanni Rützler, Ernährungswissenschafterin und Gründerin des Futurefoodstudios Wien, sowie die bekannte internationale Kulinarik-Journalistin Doris Maier werden gemeinsam mit den Besucherinnen über das Kochen und Essen philosophieren. Welche elementaren Zusammenhänge gibt es zwischen Essen und Geschlecht? Wie wird das Kochen von den Frauen empfun- den? Als Abenteuerkochen und Ernährungshighlight oder als lästige Pflicht? Warum hat die Globalisierung des Essens nicht unbedingt mehr Genuss zur Folge? Diesen und vielen anderen Fragen und Vorurteilen ist der kulinarische Salon à la Carte ge- widmet. Die Salonieren versprechen: Es wird nicht mit faulen Eiern ge- worfen, sondern übers Essen philosophiert ... dreieck 01/2011
    • 12 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildungIgor und Ida spinnen nicht mehrGewaltprävention und positive Konfliktbewältigung in Volksschulen VON ANGELIKA WALLNER mehr Eigenverantwortung an Konflikte gt cki zu mir“,bekla gt aber immer Di und deren Lösung heranzugehen. Trainiert„Er sa änen. kämpft mit den Tr wurden diese Kompetenzen mit Hilfe vonsi ch Valentin und ?“, kreativen Gruppenarbeiten, Rollenspielen, solchen Momenten hlst du dich in Kooperationsspielen, Arbeitsblättern, Dis-„Wie fü kussionsrunden sowie mediativ geführten orin.fragt die Mediat nd.“ Konfliktgesprächen. d auch ganz wüte „Ich werd e ganz traurig un Ein großes Anliegen in der Arbeit mit den Kindern war außerdem die Stärkung desG efühlen Raum zu geben und sie be- laden wurden, um mit den Kindern an der Selbstwertgefühls, aber auch der Selbst- nennen zu lernen, ist ein zentrales Verbesserung der Klassengemeinschaft zu und Fremdachtung. Die positiven Eigen- Anliegen des Projekts „Wenn Igor arbeiten. schaften bzw. Absichten der SchülerInnenund Ida spinnen...“. Denn einerseits eigene wahrzunehmen und zu benennen, war einGefühle auszudrücken, andererseits auch Das ursprünglich von Mag. Brigitte Singer Mittel, das wir einsetzten, um den Selbst-die Gefühle Anderer zu verstehen, ist eine und DSA Barbara Fleissner entwickelte wert zu stärken.der wichtigsten Grundlagen für eine po- Projekt wurde in all den Jahren an die un- Die Kinder erhielten außerdem einige Wo-sitive Konfliktbewältigung und selbstver- terschiedlichen Erfordernisse angepasst chen nach Beendigung des Projekts indivi-ständlich auch dafür, eigene und fremde und immer wieder geringfügig adaptiert, duelle und positive Post von Igor.Grenzen wahrzunehmen. Genau darum aber die Grundbausteine haben sich nichtging es in den letzten zehn Jahren, wenn verändert. Denn wie auch sonst in jederdie ReferentInnen des genannten Projekts (Arbeits-)Gruppe braucht es in einer Klassezum Thema Gewaltprävention für drei bestimmte Voraussetzungen für einen po-Vormittage in eine Volksschulklasse einge- sitiven Umgang miteinander: gemeinsame Grundregeln, eine gute Kommunikation, um Missverständnisse zu vermeiden, das Ansprechen von Gefühlen und den Mut, einem Konflikt offen entgegen zu treten. Genau diese Fähigkeiten wurden mit Hilfe von Igor und Ida, zwei Handpuppen, die schlaue Tipps geben oder auch einfach nur tröstend zur Seite stehen konnten, ge- schult. Und damit Igor und Ida sowie ihre Ideen Post an Igor ... auch nach dem Projekt weiterwirken konn- Manchmal bekamen aber auch umgekehrt ten, blieb eine der Handpuppen immer in Igor und Ida Post von den Kindern. der Klasse zurück. „Es ist toll, solche positiven Rückmeldungen zu erhalten und zu sehen, dass wir mit dem Mit Konflikten umgehen lernen ... Projekt Erfolge erzielen konnten. Diese Kinder können Eine weitere grundlegende Idee des Pro- Feedbacks sind die beste Motivation, Pro- schon früh ihre jektes war es, das Vertrauen der Kinder jekte wie diese abzuhalten und fortzufüh- Gefühle in Bildern in die eigene Konfliktlösungskompetenz ren“, so Eva Gitschthaler, Erziehungswissen- ausdrücken. zu stärken. Das sollte sie befähigen, mit schafterin und Mediatorin.01/2011 dreieck
    • El ter n -, Fra uen - un d S en i oren b ild u ng | 13 darum ging, ihm die ganze Verant- wortung und Schuld am Konflikt Wir verabschieden uns von zuzuschieben, sondern dass sie Igor und Ida mit ein paar einerseits ihre Bedürfnisse äußern Eindrücken aus unserer und andererseits auch ihn verste- Arbeit und Rückmeldungen, hen wollten. In dieser Gewissheit die wir bekommen haben:Igor und Ida kamen (genau wie beteiligte er sich schließlich dochdie ReferentInnen) in den Klassen am Gespräch und strahlte übersmit unterschiedlichsten Themen ganze Gesicht, nachdem wir eine Nachhaltig arbeiten ...in Berührung. Manchmal ging es gute Lösung für den Umgang mit-einfach nur darum, die Klassen- einander gefunden hatten“, berich- Besonders berührt hat mich folgende Rückmeldung ei-gemeinschaft zu stärken und den tet Angelika Wallner, Dipl. Sozialar- ner Lehrerin. Nach dem Projekt war ihre Klasse viel auf-Kindern Zeit für positive gemein- beiterin und Mediatorin. merksamer und ruhiger im Unterricht. Dieser positivesame Erfahrungen zur Verfügung und nachhaltige Effekt führte dazu, dass das Projektzu stellen, vielfach aber waren 2004 hat das Projekt den Innova- ein weiteres Mal an der Schule für eine andere Klassees schwierige Situationen in der tionspreis des Landes Salzburg angefordert wurde. In dieser Klasse veränderte sich einKlasse, zu deren Lösung das Pro- erhalten und nach 11 Jahren, 107 anfänglich unruhiger und vorlauter Junge sehr zumjekt beitragen sollte: Streitereien, Schulklassen in diesem Projekt Positiven. Dies äußerte sich darin, dass er viel aufmerk-schwere Kränkungen, Rivalitäten, und 2247 Kindern, die wir ken- samer war und sich besser an Regeln halten konnte. EsAußenseitertum bis hin zum The- nen lernen durften, lässt sich die ist schön zu sehen, wie dieses Projekt nachhaltige Wir-ma Mobbing waren Themen, die Bilanz durchaus sehen: Es fanden kung zeigt und auch Kinder mit besonderen Bedürfnis-bearbeitet wurden. 107 Elternabende mit über 1100 sen davon profitieren können. Eltern statt, in denen die Themen Silvana Obmann, Psychologin, MediatorinGefühle ... Gewaltprävention, Konfliktlöse-Mit Kindern offen über Gefühle und kompetenz und Projektinhalte die Zwei Mädchen kamen in der Pause auf mich zu undStreitigkeiten zu sprechen, schafft Schwerpunktthemen waren. 110 baten um „Hilfe“. Sie hätten seit längerer Zeit einenNähe und somit auch Raum da- Lehrkräfte in ca. 80 Volksschulen Streit, könnten diesen aber nicht alleine lösen. Siefür, emotional berührt zu werden. waren bei den insgesamt 1284 Pro- möchten aber nun auch so „gut“ streiten können wieBerührt waren die ReferentInnen jektstunden dabei und erhielten Igor und Ida und suchten deshalb in der Pause meinenicht nur, wenn sich ein Konflikt für jedes Kind einen individuellen Hilfe. Die beiden Mädchen wollten den Streit nicht vorklären hat lassen und die damit Brief von Igor zu den Stärken und der Klasse besprechen, deshalb besprachen wir deneinhergehende Leichtigkeit direkt positiven Eindrücken jedes Kindes Streit unter sechs Augen. Die Freude, die die beidenim Raum spürbar wurde, sondern aus dem Projekt. Mädchen beim Lösen des Streits empfanden und wieebenfalls in den Momenten, wo Dieses Angebot wird mit dem sichtlich stolz die beiden Mädchen dann auf sich wa-spontane, ehrliche Reaktionen der Schuljahr 2010/2011 beendet und ren, blieb mir besonders in Erinnerung!Kinder Freude oder manchmal läuft in anderer Form weiter. Ab Linda Artbauer, Psychologin, Mediatorinauch Betroffenheit auslösten: dem Herbstsemester können nur mehr jene Volksschulen, die am Nach einem Projekt, das ich im Oktober 2009 absolviert„Markus zum Beispiel ärgerte oft Projekt „Gesunde Schule Salzburg“ habe, kam die Rückmeldung einer Klassenlehrerin, dieandere Kinder in seiner Klasse, hat- teilnehmen, auch Igor und Ida bu- dem Projekt anfangs äußerst skeptisch gegenüberte jedoch große Schwierigkeiten, chen. stand, danach aber „positiv überrascht und voll über-Kritik von seinen Klassenkamera- zeugt“ war. Ein schwieriger Bub aus dieser Klasse, der Angelika Wallner ist Diplomierte Sozial-dInnen anzunehmen. arbeiterin und Mediatorin. andere Mitschüler bedrohte und schlug, war nachAls dieser Konflikt angesprochen dem Projekt nicht mehr so unangenehm aufgefallen.und geklärt werden sollte, verkroch Während der Streitschlichtung hatte er sich bereitser sich unter einer Schulbank. Also sehr konstruktiv verhalten und Einsicht gezeigt. Im An-arbeiteten wir erst einmal mit sei- Folgende ReferentInnen haben beim schluss an das Projekt haben alle Kinder dieser Klasse Projekt „Wenn Igor und Ida spinnen ...“nen MitschülerInnen ganz behut- mitgearbeitet: DSA Barbara Fleissner, ihren eigenen „Gefühlefresser“ gebastelt (der hilft da-sam am Thema, und mit der Zeit DSA Angelika Wallner, Sandra Kirbach, bei, leichter über unangenehme Gefühle sprechen zufand Markus (unter der Schulbank Mag. Erika Fellner, DSA Susanne Nündel, können und sie dann besser loszuwerden). Bernhard Behr, Mag. Linda Kaltenhofer, Regina Prossinger, Juristin, Mediatorinaufmerksam zuhörend) heraus, Mag. Eva Gitschthaler, Mag. Silvanadass es den anderen Kindern nicht Obmann, Dr. Regina Prossinger dreieck 01/2011
    • 14 | E lte rn -, Fra u e n - u n d Senio renbildung Vorlesen? Ich? Das trau ich mir jetzt zu! Seminarreihe „Vorlesen in Theorie und Praxis“ VON CHRISTINA REPOLUST I ch bin hier, weil ich meinen Kindern Mit Einfachem begeistern Abend noch einmal dem Stimmtraining. „ sehr gerne vorlese!“ „Ich möchte Hier wird keine Vorlese-Einheit dem Zufall Die zwei Zusatzmodule „Vorlesen für Seni- in einem Altersheim vorlesen und überlassen, der Apfel als Geheimnis aus orInnen“ und „Vorlesen für Menschen mit weiß nicht genau, wie ich damit beginnen dem Korb geborgen, dann zer- und als Migrationshintergrund“ geben Impulse soll!“ „Kindergartengruppen und Volks- besondere Jause mit allen ZuhörerInnen für die Arbeit mit diesen ausgewählten schulklassen kommen regelmäßig in die geteilt. „Wenn Sie mehr als zwei Zutaten Zielgruppen. „Ich nehme von allen fünf Bibliothek: Wie lese ich spannend vor, wo- kaufen müssen, vergessen Sie diese Idee. Einheiten neben Wissen auch viele Vor- rauf muss ich beim Vorlesen achten?“... Es muss einfach sein, damit es die Eltern zu bilder mit. Mich hat die junge Germanis- Hause auch nachmachen können, es geht tin, Jasmina Maksimovic, die in der Stadt- Die Erwartungen an sich und die Semi- nicht um Quantität, sondern um Qualität.“ bücherei Hallein auf Bosnisch vorliest, mit narreihe sind wie immer hoch: Die eine Diese Tipps Brigitte Weningers begleiten ihrem Engagement, ihrer Liebe zur Litera- möchte eine bessere Atmung lernen, die die TeilnehmerInnen in die Praxis, die zwi- tur und den kleinen Menschen enorm be- andere witzige und spannende Bilderbü- schen den einzelnen Seminarteilen liegt. eindruckt“, bringt es hier eine Seminarteil- cher kennen lernen, die dritte von links das Da ist die Hemmung, in der folgenden nehmerin auf den Punkt. Vertrauen der SeniorInnen gewinnen und Seminareinheit zur Stimmtrainerin zu diese nicht überfordern. Das könnte Druck kommen, gleich viel geringer: „Ich werde Die Seminarreihe „Vorlesen in Theorie und erzeugen, wären da nicht kompetente das schon lernen, es muss ja nicht gleich Praxis“ ist eine Kooperation des Referates Referentinnen wie die Kinderbuchautorin perfekt sein!“ Mag. Hildegard Starlinger, für Bibliotheken und Leseförderung der Brigitte Weninger, die gleich in der ersten Schauspielerin und Stimmtrainerin, ver- Erzdiözese Salzburg mit Salzburger Bil- Einheit klarstellt: „Perfektion behindert mittelt Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit, dungswerk, Stadtbücherei Hallein und St. unsere Kreativität, es reicht, gut genug zu die richtige Atemtechnik und die Freude Virgil Salzburg. Mit finanzieller Unterstüt- sein: als LehrerIn, als KindergärtnerIn und daran, lange bei Stimme zu bleiben. zung des Landes Salzburg als VorleserIn. Bereiten Sie sich genau vor, Kontakt: Dr. Christina Repolust, aber lassen Sie sich durch Perfektionsan- Vom Laien zum Profi Tel: 0662-8047-2068, sprüche nicht die eigene Freude an den Das dritte Grundmodul widmet sich der christina.repolust@seelsorge.kirchen.net Vorleseeinheiten nehmen, verlieren Sie Sprachentwicklung, der Auswahl pas- Dr. Christina Repolust ist Leiterin des Referates für nicht den Humor!“ sender Bilder- und Kinderbücher sowie Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiözese rechtlichen Rahmenbedingungen, am Salzburg.01/2011 dreieck
    • G emei n deentw ick lu ng | 15 Impulse für ein lebendiges Miteinander in Hallein V ereinsamung, Entfremdung, Wert- Medien, sondern auch auf dem Initiativen- verlust, ...: Diesen gesellschaftlichen Stadtplan auf www.herzfuerhallein.at ver- Entwicklungen möchten engagierte öffentlichen“, berichtet Anita Memmer. Am Halleiner in ihrer Stadt unter dem Motto Ende des Jahres werden drei solidarische, „Ein Herz für Hallein“ entgegenwirken. „Da- kreative und nachhaltige Initiativen mit bei ist die Kreativität jeder und jedes Einzel- „Halleiner Münzen“ im Wert von 1.000, 700 nen gefragt“, meint die Initiatorin Dr. Anita und 400 Euro prämiert. Memmer vom Salzburger Bildungswerk Hallein. Ein Jahr lang sollen Impulse, welche Die InitiatorInnen von „Ein Herz für Hallein“ die Gemeinschaft, Kommunikation und In- verbinden mit ihrer Aktion mehrere Ziele: tegration fördern, öffentlich gemacht wer- Intergenerationelle und kulturverbindende den. Zu diesem Zweck wurden Ende Jänner Initiativen in Hallein bekannt machen, Bür- in der Keltenstadt 16 Briefkästen aufgestellt, ger miteinander ins Gespräch bringen, neue in die jeder und jede ihre Ideen einwerfen verbindende Aktivitäten anregen und Initi- können. Diese Briefkästen wurden von ativen bewerben sowie Partner finden und Schülerinnen und Schüler der HTL Hallein umsetzen. Aber auch Nähe ermöglichen: gebaut und kreativ gestaltet. zwischen Stadtteilen, Bevölkerungsgrup- pen, Jung und Alt sowie die eigene soziale Fass dir ein Herz und mach mit! Verantwortung bewusst machen und stär- „Wir werden die Briefkästen monatlich ent- ken, Vereinsamung und Isolation entgegen- „Bei allen Initiativen sollte leeren und die vorgeschlagenen Projekte wirken, Einfühlungsvermögen und Toleranz und Initiativen nicht nur in verschiedenen erhöhen. (MiHa) das Augenmerk auf das Brückenbauen gerichtet sein – Brücken zwischen SchülerInnen der HTL Hallein mit ihren kreativ gestalteten Briefkästen. Alt und Jung, Inländern und Ausländern, zwischen Nachbarn und den einzelnen Stadtteilen.“ Anita MemmerInitiatorin Anita Memmer hat ein Herz fürHallein. dreieck 01/2011
    • 16 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Barrieren erleben, begreifen, abbauen VON MANFRED FISCHER F ür mich ist die Bewusstseinsbil- Auch Bürgermeister Fritz Amerhauser wagt Sensibilisierungstage „ dung im Hinblick auf die Abschaf- sich auf den Rollstuhl-Parcours – für ihn eine So organisierten Maria Höpflinger und fung von Barrieren, die behinderte ungewohnte Erfahrung. Manfred Fischer vom Österreichischen Menschen einschränken, außerordentlich Zivil-Invalidenverband Flachgau (ÖZIV) in wichtig. Mit diesem Projekt machen wir Kooperation mit Christian Treweller von der auf bestehende Barrieren aufmerksam Sozialen Initiative Salzburg (SIS) zwei Sensi- und werden diese in der Folge abbauen“, bilisierungstage zum Thema Behinderung sagte Bürgermeister Fritz Amerhauser zum für die Schülerinnen und Schüler der Volks- Projekt „Barrierefreies St. Georgen“. Unter schulen Obereching und Holzhausen sowie dem Motto „Barrieren erleben, begreifen, für alle Gemeindebürger. abbauen“ läuft dieses Projekt seit Septem- ber 2010. Die dabei erkannten Barrieren Unter der Anleitung von selbst betroffenen betreffen nicht nur behinderte Menschen, Menschen konnte im Rollstuhl ein Hinder- sondern auch Mütter und Väter mit Kinder- nisparcours befahren werden. Dabei zeigte wägen, Menschen mit Gipsfuß, ältere Men- sich schnell, dass für Menschen im Rollstuhl schen, u.v.a. bereits kleine Stufen nicht überwindbare Ein Arbeitskreis bestehend aus Bewohne- Hürden darstellen können. Manfred Fischer, rInnen der Gemeinde, externen ExpertInnen selbst Rollifahrer, gab Tipps, wie die Hinder- sowie betroffenen behinderten Menschen nisse geschickt zu meistern sind. Er zeigte und deren Angehörigen initiierte eine Rei- auch auf, welche Hürden für Menschen im he von Veranstaltungen. Rollstuhl nicht zu bewältigen sind.Fotos: Soziale Initiative Salzburg Mit viel Konzentration und Geschicklichkeit überwinden die Volksschüler unter der Anleitung von Manfred Fischer (ÖZIV) im Rollstuhl die Hindernisse. Kleine Schwellen ent- puppen sich dabei als herausfordernde Hürden. 01/2011 dreieck
    • G emei n deentw ick lu ng | 17 sind Menschen mit unterschiedlichen Be- hinderungen. Sie arbeiten in der Werkstätte der Lebenshilfe Salzburg in Steindorf bei Straßwalchen. Die Musiker spielen bei ihren Konzerten ausschließlich Eigenkompositionen. „Die Peter Weiser erklärt den Lieder entstehen, indem ich mit der Gitar- Kindern den Umgang mit re musikalische Themen vorschlage. Die einem Blindenstock, bevor anderen Bandmitglieder bringen dann ihre sie in das „dunkle Zelt“ verschwinden. Ideen und Gefühle dazu ein – mit ihren In- strumenten. Sie beschreiben, wie sich die Melodie für sie anhört – etwa wie Regen-Peter Weiser – selbst blind - erklärte den die verschiedene Sehbehinderungen simu- tropfen“, beschreibt Hannes Kofler das kre-Kindern und anderen TeilnehmerInnen den lierten, durch ihre Gemeinde und erlebten ative Schaffen der sieben Musiker währendUmgang mit einem Blindenstock und wie noch bestehende Barrieren, wie Stufen oder ihrer Proben.er sich damit orientiert. Er führte sie weiters zu steile Rampen, am eigenen Leib.durch das „schwarze Zelt“. In der Dunkel- Das Seminar gab den Anstoß dafür, bei der Zusammengebracht hat die Musikerheit des Zeltes tasteten sich die Teilneh- nächsten Tagung der Flachgauer Bauamts- Hannes Kofler, der als Zivildiener in diemerInnen mit dem Blindenstock als Orien- leiter der Gemeinden das Thema „Barriere- Lebenshilfe-Werkstätte kam. Aufgrund sei-tierungshilfe über unebene Böden und an freiheit“ auf die Tagesordnung zu setzen. ner Musikbegeisterung gestaltete er Mu-Hindernissen vorbei – dies fanden beson- siknachmittage. Dabei fielen ihm das Takt-ders die Kinder faszinierend. Viele kamen Konzert der Band „Stand Up“ gefühl und die Musikbegeisterung einigerspäter mit ihren Eltern wieder, um diese das Im Rahmen des Projektes veranstaltete TeilnehmerInnen besonders auf. Auf seineProgramm ebenfalls erleben zu lassen. die Pfarre St. Georgen mit Pfarrer Gerhard Anregung formierte sich dann die Band Fuchsberger an der Spitze in der Ober- „Stand Up“. Bisher gab es zahlreiche Auf-„Es war für mich schön zu sehen, wie un- echinger Marienkirche ein Konzert der Band tritte bei Licht-ins-Dunkel-Sendungen desbefangen die Kinder Rollstuhl und Blinden- „Stand Up“. Schon nach den ersten Tönen ORF-Landesstudios Salzburg, Vernissagen,stock benützten. Die Neugierde war groß. sprang dabei der Funke der Begeisterung verschiedenen Jubiläumsfeiern und beiSie konnten so kurzzeitig eine Ahnung da- fürs gemeinsame Musizieren auf das Publi- Gottesdiensten.von bekommen, was es heißt, beeinträch- kum über. Zu hören waren u.a. der „Wos itigt zu sein“, sagte Doris Seyss, Direktorin mog“-Blues sowie die Lieder „Regentrop- Tourismusprojekt geplantder Volksschule Obereching, anlässlich der fen“ und „Glücklich sein“. Im Rahmen des Projektes „Barrierefreies St.Sensibilisierungstage in ihrer Schule. Georgen“ ist nun in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft Salzburg Re-Seminar zur Barrierefreiheit search das Erarbeiten barrierefreier Natur-,Im Jänner 2011 fand zum Thema „Barriere- Kultur- und Gesundheitsangebote in derfreiheit“ eine kostenlose Schulung statt. Ex- Gemeinde geplant. Darin sollen das Moor-perten von ÖZIV-Access in Wien arbeiteten bad St. Felix, das Weidmoos in der Nachbar- Foto: Manfred W.K. Fischerdabei die Bedeutung und den Nutzen von gemeinde Lamprechtshausen, die Museen,Barrierefreiheit für ALLE heraus. Die Schu- Kirchen sowie die Klein- und Flurdenkmälerlung war u.a. ein Angebot an die Wirtschafts- der Gemeinde integriert sein. Angedachttreibenden des Ortes. Denn: Ende 2015 lau- ist dabei u.a. die Erstellung von Handbike-fen die Übergangsfristen nach dem 2006 Routen für behinderte RadfahrerInnen. Die Band Stand Up bei einer Probe in Steindorfin Kraft getretenen Bundes-Behinderten- bei Straßwalchen.gleichstellungsgesetz aus. Bis dahin müssen Das Projekt „Barrierfreies St. Georgen“ wirdöffentlich zugängliche Gebäude (Ämter, von der Gemeinde selbst, dem Referat fürGeschäfte, Gaststätten, ...) für behinderte Die Band „Stand Up“ besteht aus sieben Familien und Generationen des LandesMenschen barrierefrei zugänglich sein. Musikern. Gerhard Bann, Marko Brumbauer, Salzburg sowie von der Gemeindeentwick- Daniela Feldbacher, Martin Graml, Rudi Hartl lung Salzburg unterstützt.Das Seminar bot dazu fundierte Informati- und Maria Schinagl spielen seit 2008 unteronen an. Im Praxisteil bewegten sich die Teil- der Leitung von Hannes Kofler zusammen. Mag. Manfred Fischer ist Mitglied des Österrei-nehmerInnen im Rollstuhl oder mit Brillen, Die erstgenannten sechs Bandmitglieder chischen Zivilinvalidenverbandes Flachgau. dreieck 01/2011
    • 18 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng Barrierefreie Wirtschaft in Theorie und PraxisFoto: iStock PhotoForschungspraktikum „Altern in guter Gesellschaft“ VON ROSEMARIE FUCHSHOFERD ie alternde Gesellschaft ist soziale Rosemarie Fuchshofer, die seit Anfang an Marketingkonzepte und Verkaufsstrategien Realität. Die Gemeindeentwicklung das Projekt Generationendorf sozialwissen- sprechen von den „Best Agers“, dem „Silver- trägt dieser Veränderung durch die schaftlich begleitet, und Statistikerin Mag. Market“ oder den „Silver Surfers“. Wie aberProjekte „Generationendorf“ und das daraus Ulli Stering versuchten mit 30 Studieren- sieht das reale, alltägliche Einkaufserlebniserwachsene „Altern in guter Gesellschaft“ den eine Klammer zwischen Theorie und von älteren Personen aus? Die Studieren-Rechnung. In Modellgemeinden wird seit Praxis herzustellen. Schwerpunkt des Pro- den versuchten diese Frage mittels Inter-mehreren Jahren erfolgreich daran gearbei- jektes war der Teilaspekt „Barrierefreie Wirt- views von Kunden, Verkaufspersonal undtet, mit möglichst breiter Einbindung der schaft“. Fragen, die es zu erforschen galt, Wirtschaftsexperten zu beantworten. EineBevölkerung auf kommunaler Ebene Lö- waren: Wie steht es mit der Versorgung von Exkursion in die Gemeindeentwicklungs-sungsversuche für diese wachsende soziale älteren Menschen mit Gütern des täglichen Modellgemeinden Mattsee und ElixhausenAufgabe zu entwickeln. Bedarfes? Welches akzeptable Angebot an bot Einsicht in die Lebensrealität älterer Textilien und Mode gibt es für Menschen Menschen. Ein Theorieteil und Zahlen zurIm vergangenen Semester war „Altern in über 65 Jahren und wo? Wie wird älteren demographischen Entwicklung dientenguter Gesellschaft“ Titel und Thema eines Konsumenten das sich ständig ändernde zudem als Grundlage für das AusarbeitenForschungspraktikums am Fachbereich Angebot an Unterhaltungselektronik und der Fragebögen und Interviewleitfäden. Er-Politikwissenschaft und Soziologie der neuer Technologie vermittelt? hoben wurden Erfahrungen und Einschät-Universität Salzburg. Lehrgangsleiterin Dr. zungen der Kundengruppe 65Plus, spezielle01/2011 dreieck
    • G emei n deentw ick lu ng | 19Wünsche und Bedürfnisse der Altersgrup- Defizite (schlechteres Sehen, Ungelenkig- von Hindernissen und Hürden, baulichen,pe, aber auch Hindernisse und Hürden, die keit etc.) hinweisen. Ältere Personen sind physischen und mentalen, verabsäumt,einem erfolgreichen, befriedigenden Ein- überwiegend markentreu und kaufen mit entstehen nicht nur Versorgungsproblemekaufserlebnis im Wege stehen. Vorliebe heimische Produkte. Mehr Zeit an bei den älteren Personen, man verdrängt der Kassa und Hilfe beim Einpacken und und vergrämt damit auch eine wachsendeAus den Ergebnissen lässt sich schließen, Transport werden als nötig erachtet. In ab- und eigentlich treue Kundenschicht ausdass ältere Personen Service und Bera- sehbarer Zeit wird ein weit größerer Teil der den Geschäften.tung sehr schätzen, gerne einkaufen, wenn Bevölkerung des Bundeslandes Salzburgund wo das Personal sich etwas mehr Zeit dieser Altersgruppe angehören als jetzt. Detailergebnisse der Befragungen könnennimmt (nehmen kann). Sitzmöglichkeiten Konsum wird mit zunehmendem Alter von auf der Homepage der Gemeindeentwick-und Kundentoiletten wären sehr gefragt, „Versorgungsnotwendigkeit“ abgelöst. Pas- lung Salzburg nachgelesen werden: www.ebenso Hilfen in den Geschäften, die das sen die Rahmenbedingungen nicht, kauft gemeindeentwicklung.atFinden und Erreichen von Waren erleich- man nur mehr das Nötigste. Die heimischetern. Spezielle Angebote dürfen nicht zu Wirtschaft ist gut beraten, sich auf die He- Die Soziologin Dr. Rosemarie Fuchshofer isteiner Stigmatisierung („Generation Kuki- rausforderung, die diese Entwicklung mit wissenschaftliche Begleiterin der sozialendent“) führen und nicht auf persönliche sich bringt, vorzubereiten. Wird der Abbau Gemeindeentwicklungsprojekte. Im Generationendorf Hallein-Rif wird g’lacht und g’spüd VON MARTIN STALLMAIER D er Verein Treffpunkt-Rif lud Anfang Februar zum ersten Hoagascht im Ge- nerationendorf. Das bunt gemischte Publikum wurde dabei vom Moderator Jo- hann Pötzelsberger mit Texten köstlich un- terhalten. Das offizielle Ende des Abends ging nahtlos in eine Tanzveranstaltung der Generationen über. Die Rifer Stubnmusi, die Geschwister Klappacher-Fuchsberger und die Anifer Tanzlmusi spielten und sangen bis kurz Gemeinsam statt einsam S nach Mitternacht. Damit nicht genug veran- eit drei Jahren bemühen sich im Halleiner Stadtteil Rif/Taxach die enga- stalteten Brigitte Schmidt und Dr. Joachim gierten Mitglieder von TREFFPUNKT-RIF, dem überparteilichen Verein für Dalfen am nächsten Tag das erste Rifer Gene- Stadtteilentwicklung, um ein vielseitiges Programm zur Förderung der rationen-Schachturnier, bei dem Jung- und nachbarschaftlichen Gemeinschaft. Im Rahmen des Projektes „Generationen- AltmeisterInnen aufeinander trafen. Der erste dorf“, das von der Gemeindeentwicklung Salzburg seit 8 Jahren in 10 Gemein- Platz ging dabei an Routinier Josef Kohlbau- den und einem Stadtteil mit großem Erfolg durchgeführt wird, sind in Rif viele er, dicht gefolgt vom 11-Jährigen Johannes nachhaltige Initiativen entstanden. Der Bogen reicht dabei vom Generationen- Krempl. Skirennen, über Kasperltheater, Konzerte, Vorträge bis hin zum „Visionen-Kaf- fee“, dem Kulturfrühstück und den Montagsstammtischen. Überall im Mittel- Martin Stallmaier ist Mitglied des Vereins punkt: Miteinander reden und sich (besser) kennenlernen. (MiHa) Treffpunkt-Rif. dreieck 01/2011
    • 20 | Geme i n d e e nt w i c k l u ng schaftshilfe, zeitlich befristete Projekte oder Selbsthilfegruppen. Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit Nach einer Studie des Landes Vorarlberg engagiert sich darin ein Fünftel der Bevöl- und neuen Formen des kerung. Aber auch diese Form muss in den Gemeinden organisiert und koordiniert Bürgerengagements in werden. Das Salzburger Bildungswerk bie- tet hierfür eine Ausbildung zur Freiwilligen- Salzburger Gemeinden koordinatorIn an. Gibt es auch in Salzburg „Bürgergemeinden“?M oderne „Dienstleistungsgesell- mit 57 in Pension geht, hat noch über 30 In Deutschland gibt es immer mehr „Bür- schaften“ sind mit tiefgreifenden Jahre Leben vor sich, wenn man die künf- gerkommunen“, in denen so genannte Veränderungen konfrontiert. Als tigen Verbesserungen in der Lebenserwar- neue Formen des BürgerengagementsFolge permanenter großer Geburtenrück- tung berücksichtigt. gelebt werden. In einer Bürgerkommunegänge und geringer Zuwanderung altert werden die Potentiale der Bürgerschaftund schrumpft die Bevölkerung. Das be- Warum Freiwilligentätigkeit immer zur Lösung gesellschaftlicher Problemedeutet weniger SteuerzahlerInnen, mehr wichtiger wird nutzbar gemacht. BürgerInnen sollen anAusgaben für Altersversorgung, Gesund- Freiwilliges Engagement und soziales Kapi- Entscheidungen und Aufgabenerfüllungenheit und Pflege. tal tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung beteiligt und die soziale Logik produktiv der Lebensqualität bei. Dadurch können gemacht werden. Dabei sollen engagierteNeben dem demografischen Wandel befin- Lebensstandard, Lebensqualität und Be- BürgerInnen und Unternehmen in Zeitenden sich die traditionellen Familienstruk- schäftigungsniveau angehoben werden, leerer Gemeindekassen nicht nur kosten-turen in Auflösung, Familiennetzwerke der soziale Zusammenhalt verbessert und günstig öffentliche Leistungen und Infra-fehlen. Eine verstärkte Individualisierung soziale Ausgrenzung bekämpft werden. strukturausstattung aufrechterhalten oderund Segmentierung, auch Vereinsamung Die Qualität sozialer Beziehungen fördert neue Projekte auf die Beine stellen, sondernund Vereinzelungstendenzen werden in die positive und nachhaltige Entwicklung sie können auch mitreden und mitent-der Gesellschaft festgestellt. Die Verände- von Gemeinschaften und ist eng mit dem scheiden. BürgerInnen kümmern sich umrungen des Arbeitsmarktes und der Be- persönlichen Glück und der individuellen Schwimmbäder und den öffentlichen Ver-schäftigungsverhältnisse, Integration von Gesundheit verknüpft. Folglich wird es im- kehr, pflegen öffentliche Grünflächen undZuwanderern, knappe Gemeindebudgets mer wichtiger, die Eigeninitiative und Frei- bilden Genossenschaften zur Nah-, Wärme-und begrenzte staatliche Ressourcen stel- willigenarbeit im Land zu organisieren und oder Altersversorgung. Sie investieren ihrelen die Solidargesellschaft vor weitere He- zu stärken. Innerhalb der Freiwilligenarbeit Arbeitskraft, Zeit, aber auch Vermögen.rausforderungen. Andererseits gibt es nun gewinnt vor allem der informelle Sektor,eine größere Anzahl von Personen, die sich also Menschen, die sich außerhalb der Ziel sind die Stärkung der Zivilgesellschaftpotenziell freiwillig engagieren können. Die klassischen organisierten Formen engagie- und Problemlösungsfähigkeit sowie der Auf-durchschnittliche Österreicherin, die heute ren, an Bedeutung. Dazu zählen Nachbar- bau einer „Bürgerkommune“, welche durch die aktive Teilnahme ihrer Mitglieder am öf-Foto: iStock Photo fentlichen Leben gestaltet und weiterentwi- ckelt wird. Für das BürgerInnenengagement in Gemeinden und Stadtteilen werden auch die Begriffe „kleine Demokratie“ oder „koo- perative Demokratie“ verwendet. Gerade auf kommunaler Ebene ist von großer Be- deutung, dass die Menschen ihre Gemein- de nicht als abstrakte Verwaltungseinheit sehen, sondern sich selbst als Teil dieser Ge- meinschaft begreifen. Gemeinden sollen da- bei Aktivierungs- und Unterstützungsfunkti- onen wahrnehmen. Die zentrale kommunale Unterstützungsfunktion ist der Aufbau einer Freiwilligeninfrastruktur. (AG)01/2011 dreieck
    • Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng | 21„Viel Europa“ in FrankreichBayern und Salzburger in Straßburg, Reims und Metz D rei interessante Städte und „viel Eu- ropa“ bot eine Studienreise von Ka- tholischem Bildungswerk Berchtes- gadener Land und Institut für Europa nach Frankreich. Neben ausführlichen Besichti- gungen der Städte Straßburg, Reims und Metz sowie der Winzergemeinde Hautvil- lers, oft als Geburtsort des Champagners bezeichnet, standen europa-politische Bil- Tanja Kleinsorge informiert über den Europarat. dungsaspekte im Vordergrund. santen Über- und Ausblick über die Europä- Michaela Obermeier (li.) vom Katholischen Bildungswerk Berchtesgadener Land und Patrick Grimm, Lehrer aus dem elsässischen ische Union und auf ihre mögliche Zukunft. Wolfgang Forthofer (re.) vom Salzburger Bil- Pulversheim, erläuterte Geschichte und Ge- Robert Schuman bereitete als französischer dungswerk bedanken sich bei Uschi Mascré- genwart seiner Heimat, die Abgeordnete Außenminister den Weg zur Schaffung der Deck, Viviane Reboud und Jacques Cohen Dr. Angelika Niebler ihre Arbeit im Europä- Montanunion vor. Später war er Präsident (Mitte, v.re.) von der Städtepartnerschaft ischen Parlament, und Michael Stange gab des Europäischen Parlaments. Er lebte und Reims-Salzburg für die Vorbereitung des Auf- enthalts in Reims. im Haus und Museum von Robert Schuman wirkte in Scy-Chazelles, wo er 1963 verstarb. in Scy-Chazelles bei Metz einen interes- (FT) Brüssel sehen, Europa verstehen? S tudierende und MitarbeiterInnen des EU-Kommissars für Regionalpolitik der Fachhochschule Salzburg Johannes Hahn, und MEP Paul Rübig. besuchten kürzlich in Zusam- Wir bedanken uns herzlich für die vie- menarbeit mit dem Institut für Europa len Informationen. im Salzburger Bildungswerk Brüssel – im Beisein des FH-Rektors Dr. Erhard Die StudentInnen zeigten sich be- Erhard Busek und die StudentInnen zu Besuch in der Busek, der seine Verbindungen zur Eu- geistert: „Mein Europaverständnis ist Europäischen Kommission. ropäischen Union bestens für ein hoch- definitiv gesteigert worden. Es sollte karätiges Programm nutzen konnte. für jeden EU-Bürger verpflichtend sein, Brüssel zu besuchen, vielleicht wür- Unsere GesprächspartnerInnen waren de dann die Arbeit der Europäischen Botschaftsrätin Mirjam Rinderer von Union mehr geschätzt werden, und der Ständigen Vertretung Österreichs, vielleicht würden dann alle EU-Bürger Michaela Petz-Michez vom Verbin- ein wenig über den eigenen Dorfrand dungsbüro des Landes Salzburg zur EU, blicken und mehr an einem Strang zie- Raimund Löw, EU-Korrespondent des hen. Welche Chancen hätten wir denn ORF, Jan Truszczynski, Generaldirektor global, wenn die EU zerbricht?“ der GD Bildung und Kultur der Europä- ischen Kommission, Karoline Entacher, Der Höhepunkt war zweifelsohne die in free Europe?“, wo sich die Vortragenden auch mit Attaché der Wirtschaftskammer Öster- 22 Sprachen übersetzte Tagung im Eu- den kritischen Fragen unserer TeilnehmerInnen reich, Stefan Zotti, Kabinettmitglied ropäischen Parlament zum Thema „Oil- konfrontiert sahen. (FT) dreieck 01/2011
    • 22 | E u ro p a u n d Po l i t i s che B ildungSv. Jovan Kaneo am Ohridseein MazedonienEntdecken Sie Mazedonien, Informationen zu beiden Reisen erhalten Sie von Wolfgang Forthofer im Institutden Kosovo und Mähren für Europa, Tel: 0662-872691-21 bzw. w.forthofer@sbw.salzburg.at.Studienreisen des Instituts für Europa 2011. Drei (noch) unbekannte Reiseziele laden ein, entdeckt zu werden:Mazedonien und der Kosovo, 21. bis 28. Mai 2011 Mähren, 1. bis 5. oktober 2011Mazedonien ist ein multiethnischer Binnenstaat, ein Gebirgsland mit meh- Tschechien hat mehr zu bieten als „nur“ Prag. Das Land hatreren Dutzend Zweitausendern. Im Südwesten im Dreiländereck mit Alba- sich zu einem Reiseziel im Aufwind entwickelt, dessen Kul-nien und Griechenland hat das Land Anteile am Ohrid- und am Prespa- turreichtum, interessante Städte und faszinierende Land-see. Im Nordwesten grenzt Mazedonien an den Kosovo, auch ein kleines schaften immer häufiger Besucher anlocken. Mähren, derBinnen- und Gebirgsland, dem wir einen Besuch abstatten werden. Die östliche Landesteil, mit Brünn (Brno), Olmütz (Olomouc), Ni-Reise wird einen Überblick über die politische, wirtschaftliche und soziale kolsburg (Mikulov) und Znaim (Znojmo), ist unser Reiseziel,Lage dieser Region im Südosten unseres Kontinents vermitteln. Sie richtet wobei auch die Veränderungen, die sich seit 1989 bzw. demsich an alle, die sich über beide Staaten informieren wollen und möch- tschechischen EU-Beitritt 2004 zeigen, eine große Rolle inte zum Verständnis für die Länder, ihre Geschichte und Gegenwart, ihre den Diskussionen spielen werden. (FT) Traditionen und Bevöl- kerungen beitragen, die hierzulande weitge- hend unbekannt sind. Bei Redaktionsschluss Foto: Tourismusverband Olmütz waren nur noch wenige Restplätze verfügbar. Der Arion- Die Hauptstadt der brunnen in Republik Kosovo: Prishtinë Olmütz01/2011 dreieck
    • Europa un d Pol i ti s ch e B ild u ng | 23 Eine Fährfahrt für den Frieden G olubica heißt das Schiff, das die 90er Jahren des vergangenen Jahrhun- Donau-Städte Vukovar in Kroatien derts forderte. und Backa in Serbien jetzt wieder Wenige Tage vor dem Treffen der bei- verbindet. Als erster hochrangiger Politi- den Staatsmänner war Vukovar Ort der Seminarvorbereitung während der Bahnfahrt ker aus Belgrad kam Serbiens Staatschef internationalen Konferenz „Die EU – Ein nach Vukovar. Tadic nach Vukovar, um zusammen mit Friedensprojekt. Kroatien und Serbien auf seinem kroatischen Amtskollegen Josipo- dem Weg in die Europäische Union“, an Wie hochrangig und wichtig diese Konfe- vic die Gedenkstätte Ovcara unweit Vu- der sich das Institut für Europa gemeinsam renz eingeschätzt wurde, zeigte sich auch kovars zu besuchen und die Opfer zu eh- mit dem Europa Zentrum Baden-Würt- an der Präsenz von Staatssekretär Andrej ren, die der Krieg in dieser Region um die temberg und dem European Network for Plenkovic vom kroatischen Außenminis- multiethnische Barockstadt in den frühen Education and Training, EUNET, beteiligte. terium und dem Generalkonsul Serbiens Die Organisatorinnen und Organisatoren in Vukovar, Zivorad Simic, des staatlichen von Europski Dom (Europahaus) Vukovar, kroatischen Fernsehens, von diversen Re- allen voran Prof. Dr. Ljiljana Gehrecke, leis- gionalsendern und verschiedenen Jour- teten Großartiges und führten nahezu nalisten, auch aus Belgrad. 100 Teilnehmende aus Kroatien, Serbien, Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Deutschland und Österreich sowie aus Programms „Europa für Bürgerinnen und Frankreich, Mazedonien, den Niederlan- Bürger“ der Europäischen Kommission ge- den und Slowenien professionell durch fördert. Unter den weiteren Zuwendungs- ein völkerverbindendes „Friedenspro- gebern war auch das Österreichische Kul- gramm“, das auch einen Schritt dazu bei- turforum in Zagreb. Wir bedanken uns für tragen konnte, aus dem Nebeneinander die Unterstützung. (FT) Die beiden Herren berichten aus der Arbeits- von Serben und Kroaten in der Region ein gruppe „Europa – eine Chance für die Jugend“ Miteinander zu machen.Türkische Lebenswelten in der RiedenburgKunst und Politik – eine gelungene MischungD ie Kunst des Marmorierens stand anlegen und auf dem Papier ihre Kreativität Jahrhundert wurde die gleiche Technik in im Mittelpunkt einer Vernissage in entfalten. China benutzt. Über die Seidenstraße ist die der Bashimi Art House Galerie in Die Ebru-Malerei ist eine der geschichts- Kunst schließlich über Persien nach Ana-Salzburgs Neutorstraße. Im Rahmen dieser trächtigsten Kunstarten. Schon im achten tolien gelangt. Im Westen wird Ebru auchVernissage informierte Prof. Dr. Erol Esen, „türkisches Papier“ genannt. Das Wort EbruLeiter des Zentrums für Europäische Stu- stammt aus dem Persischen und bedeutetdien an der Akdeniz Universität in Antalya Wasser – und Wasser ist einer der wesent-– dieses Zentrum ist Partner des Salzburger lichen Bestandteile, am besten destilliertes.Bildungswerkes im European Network for Dieses wird mit dem Pulver der AstragalusEducation and Training (EUNET) – über die Gummifers-Pflanze vermischt, damit eine„Türkei heute“, über Politik, Land, Leute und klebrige Flüssigkeit entsteht. Die FarbenLebenswelten. Semsettin Ziya Dagli führte werden aus der Erde gewonnen, die Erdedie BesucherInnen in die traditionelle Ebru- wird zermahlen und im Wasser gesiebt.Kunst ein. Diese konnten auch selbst Hand (UK + FT) dreieck 01/2011
    • 24 | Inte rn at i o n a l e So l i darität Ehrenamtlich im „Süden“ arbeiten?!Personaleinsätze bewährterFachkräfte: Ein Prozess des„gelungenen Lernens“ und„geglückten Lebens“W as tun im „Jahr des ehrenamt- lichen Engagements“? Eine Frage mit vielen Antworten. Fast jedeRzehnte BürgerIn ist in irgendeiner Form eh-renamtlich und freiwillig für die Gesellschafttätig. Die meist unverzichtbaren Service- Studentin Laura Magenau mit Pancha- Fotos: IntersolLeistungen könnten die Gesellschaft, der yat Vorsitzende Neelavya (in violett) undStaat, die öffentliche Hand nie und nimmer ihrer Tochter und Sunanda.bezahlen. Das heißt, unser „sozialer Wohl-fahrtsstaat“ basiert wesentlich auch auf eh- mit dem eigenen, ehrenamtlichen Engage- folgreich verlaufen – etwa in den INTERSOL-renamtlichen, unbezahlten Tätigkeiten. Die ment die im wesentlichen kapitalistischen Kooperationsregionen El Salvador, Guate-Ehrenamtlichen mit einem eigenen Jahr zu globalisierten Beziehungswelten zwischen mala, Bolivien und Indien, beispielsweisewürdigen, ist damit „recht und billig“, je- „Nord-Süd“ mit allen Problemen extremer in den Bereichen Solarenergie/Erneuerbaredenfalls sehr angemessen. Ungerechtigkeit, ja Elend und einseitiger Energien, BioLandbau, Wasserwirtschaft, Abhängigkeit positiv beeinflussen könnten. Vorschulerziehung, Sozialarbeit. Die meis-Ehrenamtlich – nur im Nahbereich? Ebenen nicht nur durch Kauf und Konsum ten der über 130 Einsätze in den letztenEingehender betrachtet, werden die Tä- von „fair trade-Produkten“, sondern auch fünf Jahren waren allerdings Studierendetigkeiten fast ausschließlich im unmittel- durch eigene praktische Tätigkeit vor Ort. mit FH-/Uni-Praktika und Zivilersatzdiener,baren Umfeld, in der eigenen Gemeinde, selten auch MaturantInnen.den eigenen Vereinen etc. geleistet. VomNahbereich bezieht man meist die Moti- Beitrag zum „gelingenden Lernen“vation, im Nahbereich will man auch den und „geglückter Lebensgestaltung“Erfolg des Engagements sehen und erfah- Die dabei gemachten Erfahrungen bewei-ren. Verständlich. Aber immer mehr Mitbür- sen, dass derartige Einsätze einen Mehr-gerInnen erweitern die Perspektiven: ge- Wert für alle Beteiligten bedeuten unddanklich, emotional, im konkreten Tun. Sie damit ein wichtiger Beitrag „gelingendenanalysieren die heutige globalisierte Welt, Lernens“ und „geglückter Lebensgestal-sehen, dass ihr Alltag vielfältig mit der „wei- tung“ sein können.ten Welt“ zu tun hat. Sie merken das beim Zivildiener Daniel Kogler mit KollegInnen vomKonsum am deutlichsten – beim Frühstück, Complejo Solar Oruro Bolivien beim Kochkurs mit Anmerkung: Bildungskarenz wird mitMittagessen, Abendessen –, bei den Trans- Solarkochern. „Arbeitslosen-Gehalt“ honoriert – und istportmitteln, bei der Kleidung: nichts hat nur damit faktisch wohl eine Verbindung vonmit unserer Produktion, mit „unseren“ Men- Konkrete Einsätze im „Süden“ – im unbezahltem, ehrenamtlichen Engage-schen zu tun. Die „andere“ Welt ist immer Rahmen der Bildungskarenz ment und geringer Bezahlung. Natürlichschon dabei. So auch bei der Wirtschaft, den Genau an dieser Stelle haken wir (Salzbur- setzen wir auch Fachkräfte außerhalb desDienstleistungen – nichts ist mehr nur lokal, ger Bildungswerk/Institut für Internationale Bildungskarenz-Modells ein! (HE)national determiniert. Diese Dimension ist Solidarität und INTERSOL) ein. Mit einemnun auch für manche Ehrenamtliche eine Personaleinsatzprogramm, das zum Bei- Nähere Infos zu Personaleinsätzen beigeistige, emotionale, berufsspezifische, spiel im Rahmen einer „Bildungskarenz“ Dr. Hans Eder, Tel: 0662-872691-20,sachkompetenz-bezogene Herausforde- geplant und begleitet wird. Die bisherigen E-Mail: hans.eder@sbw.salzburg.atrung. Sie fragen sich zum Beispiel, ob sie Erfahrungen sind sehr ermutigend und er-01/2011 dreieck
    • Inter n ati on a l e S ol id a rit ät | 25Fotos: Intersol Interkultureller Tourismus: Ein interaktiver friedensrelevanter Prozess K lar und unbestritten ist, dass jede Jeder Tourismus ist friedens- oder der finanzielle „Mehrwert“ vorwiegend ins Form des Wirtschaftens Friedens- un-friedensrelevant Ausland transferiert wird, nicht gerechtig- oder Unfriedensrelevanz hat. Es gibt Nun ist der Tourismus weltweit (mit oder keits- und friedensfördernd ist. keine Neutralität! Das gilt auch für jede ohne Krise) ein bedeutender Wirtschafts- gesellschaftsbezogene Aktivität. Denn: Ob und somit auch gesellschaftlich relevanter Interkultureller Tourismus – es sich nun um Produktionsverfahren oder Faktor. Viele Formen des Tourismus sind was ist anders? Dienstleistungsaktivitäten handelt, alles auch kulturell relevant. Ob es sich nun um Der „Interkulturelle Tourismus“ (auf spa- hat normativen Charakter. Und damit einen den noch immer boomenden „All-Inclusive- nisch Turismo Intercultural, TIC) wie wir ihn Konnex zu Ethik, Gerechtigkeit, Wertschät- Tourismus“ oder diverse Formen des „alter- zusammen mit der Fundacion Rigoberta zung, Achtung, zu kultureller Bejahung, So- nativen“ Tourismus (oder die vielen Formen Menchu (Stiftung der Friedensnobelpreis- lidarität – Bezüge zum „gelungenen Leben“, dazwischen) handelt. trägerin Rigoberta Menchu, 1992) konzi- zum Gemeinwohl oder dem Gegenteil. So- Fakt ist allzu oft, dass der All-Inclusive-Tou- piert haben und nunmehr umsetzen wollen, mit ist – in logischer Folge – die Relevanz rismus, bei dem die örtliche Bevölkerung ist anders. Durch Aktivitäten auf „gleicher für Frieden versus Un-Frieden evident. fast ausschließlich als billige Arbeitskräfte Augenhöhe“, transparent und unter aktiver ohne Gestaltungsmöglichkeit dabei ist und Partizipation der örtlichen Bevölkerung und dreieck 01/2011
    • 26 | Inte rn at i o n a l e So l i daritätihrer Organisationen, wollen wir ein Modell hellhörig: Eine Vertreterin der Indigenas,der Inter- und Transkulturalität in die Wirk- Frau noch dazu, bekennende Oppositio-lichkeit umsetzen, das zweifelsfrei friedens- nelle zur Regierung Guatemalas bekommtrelevant sein kann und sein wird. den Friedensnobelpreis. Und das genau 500 Jahre nach Beginn der Conquista (Ero-Interaktion mit der „Welt“ berung, nicht Entdeckung Amerikas) – eineder Mayas mittlere Sensation! Rigoberta organisiertDie Mayas gelten unbestritten als Kultur- mit den Mitteln des Friedensnobelpreisesträger mit einem enormen kulturellen die Stiftung „Rigoberta Menchu Tum –„Erbe der Menschheit“. Schließlich waren FRMT“ zu Ehren ihres Vaters, der bei dersie es, die z.B. für die Menschheit den Mais Besetzung der spanischen Botschaft in Ma-als Kulturpflanze „entwickelt“ haben. Sie peration endlich eine andere Ausrichtung nagua (1970) umkam.selber bezeichnen sich ja auch als „Mais- bekommen. Dass die Mayas trotz dieser Ge-menschen“, und wer Guatemala kennt, schichte mit eigenen und Fremdattacken Seit 1996 gibt es intensiveder wird im ganzen Land die verschie- kulturell und physisch bis heute überlebt Kontakte und Kooperationendendsten Maissorten bewundern können. haben, kann man sich mit einem enormen Wenige Jahre nach Zuerkennung des Frie-In den mehr als 100 Maissorten sind viele kulturellen Reichtum (agri-kulturell, hand- densnobelpreises luden wir (Entwicklungs-Kenntisse und Erfahrungen verankert – als werklich, Systeme der Gemeindeleitung politischer Beirat der Landesregierung„geistiges Eigentum“. Freilich: Die Historie etc.) und dem Faktum erklären, dass sie in und Universität) Rigoberta zu einem wis-der Mayas ist auch gezeichnet von kriege- den vergangenen Jahrhunderten wenige senschaftlichen Symposion nach Salzburgrischer Auseinandersetzung – untereinan- Fehler gemacht haben. ein. Allen wurde klar, dass diese Frau zwarder und mit anderen Völkern und Kulturen voll und ganz verankert in der guatemalte-zu Zeiten der kulturellen Hochblüte und Mayagemeinden im Bürgerkrieg: kischen Realität ist, aber auch Weltgeltungdes nachfolgenden Verfalls. Es mag durch- Friedensnobelpreis für Rigoberta hat mit ihrem Verständnis von Gerechtig-aus so sein, wie es uns diverse Kulturhistori- Menchu Tum keit, ihrer herausfordernden Interaktionker vermitteln, dass nämlich der Untergang Dieses Selbstbewusstsein hat dazu beige- zwischen der „neuen“ und der „alten“ Weltder Hoch-Phase der Mayakultur mit kriege- tragen, dass die indigenen Mayagemeinden (zwischen Europa und Lateinamerika) undrischen Handlungen zu tun hat – mit oder im 36-jährigen Bürgerkrieg ein enormes dem Verweis auf die wechselseitigen Ab-ohne Einfluss diverser klimatischer Verän- Widerstandspotenzial gegen die Militär- hängigkeiten, die mehr Konflikt- als Frie-derungen. diktaturen und das autoritäre Regime ent- denspotenziale aufweisen (sinngemäße wickelt und eingesetzt haben. Freilich – die Interpretation).Die Conquista konnte die Widerstandsbewegung URNG wurde nichtMaya-Kultur nicht ausrotten nur von ihnen rekrutiert, sondern auch von Der Aufenthalt in Salzburg war der BeginnFakt ist aber auch, dass die Conquista der ArbeiterInnen, StudentInnen, Teilen der Un- einer Kooperations- und Solidaritätspha-Spanier vieles von den Resten der Maya- ter- und Mittelschicht. Und es stimmt auch, se mit uns. Es wurden einige Projekte (mitHochkultur verneint und sogar bekämpft dass sich einige der Mayagemeinden, meist Unterstützung der Landesregierung) mithaben. Die Spanier praktizierten – anders erzwungen, mit dem Regime arrangierten – Flüchtlingen gefördert, die aus Mexico, teil-als im Andenbereich Perus und Boliviens als Überlebensstrategie. weise nach 20 Jahren, zurückkehrten, aber– eine sehr spezielle Beherrschungs- und faktisch kaum Unterstützung durch dieVerneinungsstrategie. Initiiert wurde sie Als 1992 der Friedensnobelpreis der jun- autoritären Regierungen Guatemalas beka-von Hernan Cortez, der den Azteken-König gen, 33-jährigen Indigena-, Bauern- und men. Weiters ko-finanzierten wir Modellfäl-Moctezuma „kennenlernen“, ihm seine Sozialaktivistin Rigoberta Menchu Tum zu- le eines fundamentalen LehrplanwechselsKenntnisse der Architektur, der Physik, der erkannt wurde, wurde man international für Volks- und Mittelschulen, mit denen dieAstronomie, des Landbaus entlocken, ihn FRMT versuchte, die Mayasprache und -kul-„verstehen“ wollte – um ihn dann doch tur intensiver im Schulsystem zu verankern,auch umzubringen. um dann in das Regelschulwesen übernom-Auch wenn wir mit Guatemala und gegen men werden zu können.die Mayas nicht direkt Krieg geführt haben,die (Neo-)Kolonialzeit und der „moderne“ Interkultureller Tourismus aufNeoliberalismus in seiner Fortsetzung wir- „gleicher Augenhöhe“ken bis heute als historische Hypothek nach Teil der Kooperation und Solidarität mit der– auch diese sollte durch intensive Formen FRMT war von Anfang an der interkulturelledes Miteinanders, der Solidarität und Koo- und gesellschaftliche Dialog und Diskurs. Im01/2011 dreieck
    • Inter n ati on a l e S ol id a rit ät | 27Zuge dessen entstand vor einiger Zeit die nen lernen. Weitere Elemente sind dasÜberlegung, ein eigenes Modell zur Förde- Dabei-Sein bei diversen wirtschaftlichenrung des Tourismus zu entwickeln. Mit den Aktivitäten (Fischerei, Agri-Kultur etc.). DasEckpfeilern Interkulturalität, Solidarität, Ge- zweite Wesenselement des TIC ist, dass dierechtigkeit, Reziprozität – wie wir das auch (österreichischen) TouristInnen sich selberim Bereich der Solidarwirtschaft seit einiger vermitteln: mit ihrem beruflichen, privaten,Zeit in die hiesige Diskussion um alternati- gesellschaftspolitischen, spirituellen Hinter-ve Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme grund (z.B. Elemente des Popul Puh, dem Hl.eingeführt haben. Bei der partizipativen Buch der Mayas). Die kulturelle Affirmation,Erarbeitung des „Interkulturellen Touris- die Bejahung des und der Anderen (in ganz-mus“ – TIC (Turismo InterCultural) waren in heitlicher Sicht, damit erlangt die Spiritua-den letzten Monaten seitens von INTERSOL lität auch eine besondere Bedeutung) sind transkultureller Lernprozess sein, der dieZivilersatzdiener und seitens der FRMT v.a. dabei zentrale Elemente – im Sinne eines kulturelle Sensibilität, Wertschätzung unddie Verantwortlichen des Luciano Pavarotti- sinn- und friedenschaffenden Prozesses. die Erkenntnis schärft, dass wir „im gleichenZentrums in San Lucas Toliman und weitere Boot Welt“ navigieren – und es letztlich nurKooperationspartner beteiligt. Abbau von kulturellen Barrieren eine oder keine Zukunft geben kann. Mit diesem dialogischen Ansatz sollen dieInzwischen liegt eine Pilotversion des TIC Barrieren zwischen einseitigem Konsum-/ Das Friedenspotenzial der Kulturen ist si-mit einem detallierten 17-tägigen Pro- Angebots-Tourismus im Sinne einer gleich- cher nicht ausgeschöpft. Wir sind aber dergramm vor. In Essenz geht es um eine Rei- wertigen „kulturellen Aktion“ aufgebrochen Überzeugung, dass eine „andere Welt“he von Programmelementen, bei denen werden. Ziel ist ein Mehr-Wert, der durch möglich ist. Und dass u.a. ein interkulturellhiesige „Touris“ die Mayakultur allgemein Geben und Empfangen auf gleicher Au- konzipierter und praktizierter Tourismusund Komponenten ihrer Spiritualität, ihres genhöhe geprägt ist. Damit verbunden soll ein Weg sein kann, das Friedenspotenziallokalen Wissens und ihrer Weisheiten ken- (im Idealfall) ein wechselseitiger inter- und einzubringen und umzusetzen. (HE)| A u s d e r D i re k t i o n Politische Erwachsenenbildung steht hoch im Kurs D ie Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung Erwachsenenbildungs-Einrichtungen aus den Mitgliedsbun- (ÖGPB) unterstützt auch heuer wieder Projekte der poli- desländern der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bil- tischen Erwachsenenbildung. 2010 konnte die eindrucks- dung (Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, volle Zahl von 170 Projekten mit einer Gesamtsumme von rund Steiermark, Tirol und Vorarlberg) können Projekte bei der ÖGPB 238.000 Euro gefördert werden. einreichen. Ende der Einreichfrist des Online-Antrags ist am 30. April 2011. 2011 vergibt die ÖGPB Fördermittel für Projekte politischer Weitere Informationen zur Projekteinreichung und das Online- Erwachsenenbildung. Mindestens 60 % der gesamten Förder- Antragsformular sind auf www.politischebildung.at zu finden. gelder sollen für folgende Schwerpunktthemen eingesetzt Für Hilfestellungen bei der Konzeption und Einreichung hat die werden: ÖGPB den Leitfaden „Wie aus guten Ideen erfolgreiche Projekte 3 uropäisches Jahr für aktives Altern und intergenerationelle E werden“ neu aufgelegt – dieser kann ab sofort auf der Webseite Solidarität 2012 heruntergeladen bzw. bestellt werden. 3 irtschaftskompetenz von Frauen steigern W 3 olitikdistanz der Jugend? P 3 oziale Bewegungen - Bestandsaufnahme S 3 oma und MuslimInnen als Feindbilder in Europa R dreieck 01/2011
    • 28 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk FamilienfreundlichesRückblick 2010 Zederhaus Lebendige Vielfalt Rückblick 2010 VON ROSEMARIE GFRERER V iele Gründe zu feiern gab es Ende Oktober 2010 in Zederhaus. So fand bereits die 10. Bildungswoche statt, außerdem feierte das örtliche Bildungswerk sein 50jähriges Bestandsju- biläum, und 1960 zogen die ersten Schulkinder in die Volksschule Zederhaus ein. Darüber hinaus ist Zederhaus seit letztem Jahr offiziell ein „familien- freundliches Generationendorf“. Daher hieß das Motto dieser Bildungswoche „Schule und Gesell- schaft im Wandel der Zeit“ und sollte ein wenig Rückblick, aber auch Gegenwart und Zukunft von Schule, Bildung und Gesellschaft beleuchten. Über 300 BesucherInnen ließen es sich nicht nehmen, nach der Eröffnungsrede von Bezirkshauptmann VON EVA BERGER U Dr. Robert Kissela zahlreichen Veranstaltungen wie nter dem Motto „Le- dem Begabungsförderungsunterricht „Atelierbe- bendige Vielfalt“ veran- trieb“, dem Vortrag von Rosemarie Gfrerer über den staltete das Salzburger Werdegang der „familienfreundlichen Gemeinde“ Bildungswerk Niedernsill im Ok- oder der Besichtigung und aktiven Teilnahme am tober 2010 die achte Bildungs- Schul- und Kindergartenalltag beizuwohnen. Auch woche. Als besonderer Anlass referierte DDr. Manfred Holztrattner, ehem. Gene- für diesen abwechslungsreichen raldirektor des Raiffeisenverbandes Salzburg, zum Veranstaltungsreigen stand das Thema „Bildung als Eckpfeiler der wirtschaftlichen 50-jährige Gründungsjubiläum und gesellschaftlichen Entwicklung“. Herr BSI Ro- des örtlichen Bildungswerkes. bert Grießner, Bezirksleiter des Salzburger Bildungs- Unter Mitwirkung der Vereine, werkes im Lungau, schaute kurz auf die erfolgreiche der Volksschule, der Gemeinde, der Kirche, der Gewerbetreibenden sowie 10. Zederhauser Bildungswoche zurück, bedankte vieler engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde eine Vielfalt von sich bei den OrganisatorInnen und beschloss den Themen zusammengestellt. Alle Altersgruppen sollten angesprochen wer- interessanten Abend. den, um in vielfältiger Weise miteinander in Kontakt zu kommen. Rosemarie Gfrerer ist Bildungswerkleiterin in Zederhaus. Bei der Eröffnung präsentierten sich 43 Niedernsiller Gewerbetreibende, Vereine und Institutionen im Turnsaal bzw. auf Dorfplätzen. Einer der Höhe- punkte war, als „Zuagroaste“ aus elf Nationen die Kultur ihres Landes vorstell- ten und regional typische Köstlichkeiten ihrer Heimat zur Verkostung anbo- ten. Die vielfältigen Angebote im Kindergarten, ein Workshop mit Bäuerinnen in der Volksschule, Pflegebera- tung, ein geschichtlicher Vor- trag, eine Abendwallfahrt rund ums Dorf, Tipps für Fitness, ein Familien-Spielenachmittag und eine Klangreise rund um die Welt lockten viele Besucherinnen und Besucher an. Eva Berger ist Bildungswerkleiterin in (Ganz) Jung und Älter feierten in Zederhaus gemeinsam. Niedernsill. 01/2011 dreieck
    • Aus G emei n de un d Bez irk | 29 Optische Genussreise mit 14 FotokünstlerInnen Rückblick 2010 D as ist eine optische Genussreise! Ich freue mich sehr, dass „ ich im Mai 2010 mit Oswald Wintersteller den Anstoß zum Adneter Fotografen-Stammtisch geben konnte, der nun schon ein halbes Jahr später eine so überzeugende Leistungsschau vorlegt!“ meinte die Adneter Bildungswerkleiterin Maria Klappacher bei der Ausstellungseröffnung der Adneter Fotografinnen und Foto- grafen in der Hauptschule Adnet im Dezember vergangenen Jahres. Wintersteller und sein Team präsentierten 70 Fotos. Michael Neureiter, der Tennengauer Bezirksleiter, ergänzte die be- rechtigten Komplimente Klappachers: „Der Adneter Fotografen- Stammtisch greift genau das auf, was das Bildungswerk will: Bildung Im Bild die Mitglieder des Adneter Fotografen-Stammtischs nach der durch Erweiterung der Perspektive, Kultur durch ein kreatives Mitei- Ausstellungseröffnung mit Bürgermeister Wolfgang Auer (re.) sowie nander, Gemeindeentwicklung durch kritische Blicke in die Lebens- (v.l.) Michael Neureiter, Maria Klappacher und Oswald Wintersteller, welt!“ dem Leiter des Fotografen-Stammtisches. Im neuen Adneter Fotografen-Stammtisch arbeiten neben Adnete- Als nächste Initiative haben sich Oswald Wintersteller und Maria rinnen und Adnetern auch fotobegeisterte Künstlerinnen und Künst- Klappacher im Salzburger Bildungswerk Adnet eine Kooperati- ler aus Kuchl und Abtenau mit: Bei jedem Treffen wird ein spezielles on mit der örtlichen Hauptschule vorgenommen: „Wie ich Ad- Thema behandelt – zum Beispiel „Wasser“, „Hallein“... „Vielleicht net sehe!“ Die unterschiedlichen Sichtweisen der Jugendlichen ergibt sich in den nächsten Jahren ein Thema ‚Taugl‘?“, überlegten und der Erwachsenen versprechen eine spannende nächste Wintersteller und Neureiter. Ausstellung! (MiHa) Rückblick 2010 Grödig ist gesund und fit VON HELMUT BRANDSTÄTTERD ie 6. Grödiger Bildungs- und Gesund- Weiters fand im neuen Gemeindeamt Grö- heitswoche fand im November 2010 dig ein Gesundheitstag mit kostenlosen statt und stand unter dem Motto Überprüfungen von Blutdruck, Blutzucker,„Grödig gesund und fit – Machen Sie mit!“ Lungenfunktion, Gehör und Sehkraft statt.LAbg. Rektor Dr. Josef Sampl und Bgm. Sportliche kamen beim Nordic Walking-Trai-Richard Hemetsberger eröffneten den ning mit Brigitte Obermoser und beim BOX-Veranstaltungsreigen und hießen die Be- Schnuppertraining mit Conny König auf ihresucherInnen herzlich willkommen. Neben Kosten. Die Möglichkeiten, die Firma Spagy-zahlreichen Informationen rund um das ra, die in Grödig homöopathische Mittel er-Thema Gesundheit standen viele verschie- zeugt, zu besuchen sowie Blut zu spendendene Aktivitäten und Veranstaltungen in bestanden ebenfalls. Den Abschluss bildeteden Volksschulen und in der Hauptschule das G‘sundheitskabarett mit Ingo Vogl. Allesim Vordergrund. Einheimische Ärzte hielten in allem waren es sehr aufschlussreiche undVorträge, unter anderem Dr. Adrian Specht- interessante Tage für die Gemeindebevöl-ler zum Thema „Gesund - krank, Krankheit kerung und darüber hinaus.ein Schicksal“. Aber auch Themen wie sind), Bluthochdruck, KinderkrankheitenImpfungen (und ob sie heute noch nötig und Rückenschmerzen wurden behandelt. Helmut Brandstätter ist Bildungswerkleiter in Grödig. dreieck 01/2011
    • 30 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Rückblick 2010Bogen spannen VON WOLFGANG REICHSSÖLLNERI n Stuhlfelden fand im vergangenen zert der Trachtenmusikkapelle, dem of- Jahr die 8. Bildungswoche statt. Da fenen Singen und der Brauchtumsgruppe im Oberpinzgau zu dieser Zeit gerade Tresterer, liefen Kinder und Jugendlichedie Europameisterschaft der Bogenschüt- gemeinsam mit beeinträchtigten Gleich- Kinder lasen aus ihren Werken.zen stattfand, stand sie unter dem Motto altrigen für einen guten Zweck.„Bogen spannen“. Der Bogen spanntesich über die Eröffnung des neuen Bü- Eine gänzlich andere Art der Bewegungchereistandortes im Gemeindehaus, die präsentierte Gerhard Rauchenwald mitWeihe und Präsentation des renovierten seinem Bildbericht über seine Mountain-Pfarrhofs über Lesungen aus der Kinder- bike-Wallfahrt von Stuhlfelden nach San-schreibwerkstatt unter Anleitung von Ger- tiago de Compostela.linde Allmayer, die später gemeinsam mitMax Faistauer zur Lesung „Bogen spannen Der Besuch der Veranstaltungen und dievon Gedanken zu Wörtern“ luden. positive Stimmung lassen darauf schlie-Außerdem wurde gesungen, getanzt, mu- ßen, dass die Spannung des Bogens ge- Kinder und Jugendliche laufen gemeinsam mitsiziert und gesportelt. Neben dem Kon- passt hat. beeinträchtigten Gleichaltrigen für einen guten Zweck. Rückblick 2010Ein Dorf erzählt seine Geschichte VON CHRISTINE HAITZMANNA m 21. November 2010 feierte Weißbach mit einem Tag der Zum Abschluss der Feierlichkeiten fand im Dezember in der Pfarr- Vereine neben 40 Jahre Union Sportverein und 60 Jahre Ka- kirche ein Adventsingen mit verschiedenen einheimischen Musik- meradschaft Weißbach auch 50 Jahre Salzburger Bildungs- und Gesangsgruppen und einem Hirtenspiel statt.werk Weißbach. Der Einzug der Vereine und die heilige Messe wur- Außerdem konnte im November die neue Weißbacher Dorfchro-den von der Trachtenmusikkapelle feierlich umrahmt. nik „Ein Dorf geht seinen Weg“ präsentiert werden. Sie ist ein Ge-Begleitend dazu fand im Mehrzweckraum der Volksschule die Aus- meinschaftswerk vieler ehrenamtlicher AutorInnen, die Redaktionstellung von Dr. Christine Schweinöster „Das untere Saalachtal vor übernahmen Renate und Georg Ponschab. Das 230 Seiten starke70 Jahren“ großen Anklang. Buch gibt Einblick in die Vegetati- on und Landschaft von Weißbach, das Bauernleben, die Volkskunst, die Brauchtumspflege, Sportge- schichte und das Vereinsleben. Die bebilderte Chronik konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die Zeit seit der Selbstständigwerdung der Ge- meinde im Jahre 1946, stellt aber auch interessante Verbindungen zur früheren Geschichte her. Christine Haitzmann ist Bildungswerkleiterin in Weißbach. (V.li.) Günther Signitzer, Bildungswerkleiterin Christine Haitzmann, LR Tina Widmann und Bgm. Josef Michael Hohenwarter.01/2011 dreieck
    • Aus G emei n de un d Bez irk | 31Mut zur Zivilcourage auf allen Ebenen …... W ar das Motto des 3. Ignaz-Glaser-Symposions des Salz- burger Bildungswerkes in Bürmoos. Dabei wurdenwichtige Themen der heutigen Gesellschaft aufgegriffen, undhochkarätige ReferentInnen stellten sich zur Verfügung. Bei derPodiumsdiskussion über soziale Verantwortung in Finanz- undWirtschaftskreisen, die vom Chefredakteur der Salzburger Nach-richten Manfred Perterer moderiert wurde, forderte Landeshaupt-frau Mag. Gabi Burgstaller mehr Zusammenhalt der Gesellschaft.Die Chefs von Raiffeisenverband, Salzburg AG und Liebherr Bi-schofshofen, Dr. Günther Reibersdorfer, Dr. Arno Gasteiger undIng. Manfred Santner, zeigten auf, wie Unternehmen auch in Foto: Kurt Winklerwirtschaftlich schwierigen Zeiten soziale Verantwortung für ihreMitarbeiterInnen übernommen haben.Wie veränderte Arbeitsmodelle mit flexiblen Arbeitszeiten zu einerKooperation mit Kinderbetreuungseinrichtungen führen und für Im Bild (v.li.): Manfred Perterer, Daniel Krainer, Bgm. Peter Eder, GabiArbeitnehmerInnen sowie ArbeitgeberInnen zu einer Win-Win- Burgstaller, Günther Reibersdorfer, Arno Gasteiger und Manfred Santner.Situation werden können, veranschaulichte der Bürmooser Bür-germeister Peter Eder am Beispiel W&H Dentalwerk in Bürmoos. sundheits-Kabarett“ mit Ingo Vogl rundete eine gelungene Ver-Hubert Thiermeyer von der „ver.di Bayern“ würdigte einmal mehr anstaltung ab.das System der Sozialpartnerschaft in Österreich und beklagte dieZustände für MitarbeiterInnen deutscher Handelsketten. Respekt vor Anderen und Anderem forderten Bürgermeister Peter Eder und Bildungswerkleiter Daniel Krainer (nicht nur) von den Teil-Wie man Stammtischparolen mit gesunder Zivilcourage begeg- nehmerInnen dieses Symposions ein. Mit mehr Mut und mehr Zi-net, vermittelte in einem Workshop Dr. Hakan Gürses von der vilcourage könne man der zunehmenden Gewaltbereitschaft undÖsterreichischen Gesellschaft für Politische Bildung. Das „Ge- dem Werteverfall entgegen treten. (FT) Köstendorf sammelte Geld für die Kinderkrebshilfe V or 400 BesucherInnen schilderte der 24-jährige Köstendorfer Bernhard Steiner mit unzähligen Anekdoten und wunderbaren Bildern seine Er- lebnisse beim 3000 km langen Fußmarsch auf dem Jakobsweg von Köstendorf nach Santiago de Compostela in Spanien. Die BesucherInnen des Vortragsabends sammelten 2.300 Euro für das Pro- jekt „Sonneninsel“ der Kinderkrebshilfe in Seekirchen. Bernhard Steiner und Josef Kohlberger, Bildungswerkleiter von Köstendorf, konnten mit Stolz die Spende an den Präsidenten der Lions Seekirchen, Dr. Hannes Rosner, und an Vizepräsident Hans Spatzenegger übergeben. Der Chef des jungen Jakobswegpilgers, Robert Lechner von der Firma Job-Place, stockte mit 400 Euro die Spendensumme dann noch zusätzlich auf. (RiB) dreieck 01/2011
    • 32 | A u s G e me i n d e u n d B ezirk Eine Vielfalt an Flachgau unter neuer Tennengauer Bildungsaktivitäten Bezirksleitung Rückblick und Vorschau in der Region B ei der diesjährigen Flachgauer Bezirkstagung Ende März wurde Stefanie Walch im Gemeindezen- trum Grödig zur Bezirksleiterin der Regi- on Flachgau-Osterhorngruppe bestellt. Sie betreut somit die Gemeinden Ebenau, Faistenau, Fuschl am See, Hintersee, Hof bei Salzburg, Koppl, Plainfeld, St. Gilgen, Strobl und Thalgau. Da Stefanie Walch Aktive Teilnehmerinnen der Bezirkstagung selbst seit 2008 Bildungswerkleiterin in Stefanie Walch mit ihrem Flachgauer Tennengau. (v.li.) Bildungswerkleiterin Dr. Anita Memmer, Mag. Gudrun Hutegger, Hof bei Salzburg ist, kennt sie die Höhen Bezirksleiterkollegen Felix Strohbichler. Mag. Barbara Holzner und Mag. Corona und Tiefen dieser ehrenamtlichen Funkti- Rettenbacher vom Forum Familie. on sehr genau. so dass sie nicht verloren gehen. „Wenn Unter ihrer Tagungsleitung berichteten ein alter Mensch stirbt, dann ist es, als ob die BildungswerkleiterInnen über das eine ganze Bibliothek verbrennt“, sagt ein D ie diesjährige Bezirkstagung breite Feld ihrer Tätigkeiten in den Ge- afrikanisches Sprichwort. Dem wollen die Tennengau fand im Kolping- meinden. Ihre Bilanz: 2010 beschäftigten Bildungswerke in den nächsten Jahren haus Hallein statt. Anschlie- sich fast 30.000 TeilnehmerInnen in mehr entgegenwirken. ßend folgte die „Regionalkonferenz als 300 Veranstaltungen u.a. mit ihrer ei- Erwachsenenbildung“ mit einer Stra- genen Gesundheit, mit der Kultur ihrer Konsumverhalten und Energie tegiewerkstatt zur „Lernenden Region Region und mit dem Zusammenleben in sind wichtige Themen im laufenden Jahr. Tennengau“. Bei der Bezirkstagung, der Gemeinde. In Anlehnung an die Katastrophe in Japan geleitet von Bezirksleiter MMag. Mi- wollen die Bildungswerke technologische chael Neureiter, wurde die Vielfalt der Das war unsere Zeit! Entwicklungen kritisch unter die Lupe interessanten Bildungsaktivitäten im Generationen erzählen. nehmen. „Wir machen uns auf den Weg“, Tennengau wieder einmal deutlich. Großen Anklang fand ein neues Konzept beteuerte Josef Kohlberger, Bildungswerk- Ein „Herz für Hallein“, die jüngste Ini- des Arbeitskreises Seniorenbildung im leiter in Köstendorf, „und bringen einen tiative des Salzburger Bildungswerkes Salzburger Bildungswerk, das HR Dr. Al- Agenda 21-Prozess in Gang – wir brau- Hallein, wurde von Dr. Anita Memmer fred Berghammer vorstellte. Unter Mit- chen wieder mehr Lebensqualität“! Einen vorgestellt. Dabei geht es um die Ak- wirkung der örtlichen Bildungswerke besonderen Blick wollen wir auch auf die tivierung von Bürgerengagement für werden im Zuge des Projektes ältere Energie des Menschen für sich selbst und ein besseres Miteinander in der Stadt. Menschen ihre Geschichte(n) erzählen, für die Gemeinschaft werfen. (IM) Mittels Wanderbriefkästen werden neue Idee sowie Namen von Privat- personen und Vereinen gesammelt, die sich aktiv für ein gutes Zusam- menleben in Hallein einsetzen. Der neue Bezirkshauptmann Mag. Helmut Fürst sprach bei der Begrüßung von der „Lernenden Organisation Bezirks- hauptmannschaft“ und, dass er das Vereinswesen im Tennengau zur Chef- Im Bild die Teil- sache erklärt hat. (RiB) nehmerInnen der Bezirkstagung.01/2011 dreieck
    • Aus G emei n de un d Bez irk | 33Lebenskunst – Kunst zu leben Aktiver Pinzgauer VON FRANZISKA LINSINGER UND CHRISTINA REPOLUST Bezirk mit viel Potential D ie Bezirkstagung im Pinzgau unter der Leitung von Siegfried Kopp fand heuer, wie fast jedes Jahr, im Rahmen einer Regionalkonfe- Bgm. Sebastian Pirnbacher, renz in Zell am See statt. Dabei wurde Landeshauptfrau Gabi die derzeitige Situation der Bildungs- Burgstaller und Franziska werke im Bezirk vorgestellt. Das Resü- Linsinger freuten sich über mee: Besonders aktive Bildungswerke das große Interesse an der mit erfolgreichen Schwerpunktbil- 13. Bildungswoche. dungen, großen Teams und sehr guter Verankerung in den Gemeinden wech-D as Leben als Kunst aufzufassen gewählte Ziele – einmal schneller, einmal seln sich in der Pinzgauer Bildungs- ist eine Möglichkeit, das Leben langsamer – zu erreichen. Ich bin also für landschaft mit „weißen Flecken“ ab. künstlerisch und individuell zu mein Leben der verantwortliche Wande-beeinflussen eine andere. Diese Bil- rer, um Spuren zu hinterlassen!“ Der Pinzgau ist aber auch ein Bezirkdungswoche, die 13. in St. Veit, gab die der Spitzenwerte: St. Martin hat mitMöglichkeit dazu, Kunst zu leben und Werte leben Bildungswerkleiter Rudi Schmidererlieferte mit ihren Veranstaltungen einen Werte haben in Franziska Linsingers die meisten Bildungswochen im LandBeitrag zum gemeinsamen Miteinander. Leben stets eine große Rolle gespielt: Salzburg – heuer ist bereits die 23.Unter dem Motto „Lebenskunst – Kunst „Sicher können sich Werte verändern, Bildungswoche (6. bis 13. Novemberzu leben“ reichte die Themenpalette von ich bin mir aber sicher, dass die Werte, 2011) geplant. Weiters wird der größteeinem Vorlesetag über einen Workshop die wir heute leben und die heute als Kräutergarten von Bildungswerklei-für Volksschulkinder bis hin zu einem lebensbestimmend gelten, die Welt, d. terin Andrea Rieder in Hollerbach ge-Vortrag und Seminar für Eltern und Pä- h. die Gesellschaft von morgen prägen.“ führt, die Niedernsiller Stund gehört zudagogInnen sowie einem ökumenischen Das soll, das wird aus dem Programm den erfolgreichsten regelmäßig durch-Gottesdienst. der Bildungswoche ersichtlich, als Kunst, geführten Mundartveranstaltungen als Lebenskunst gesehen und genossen – heuer wird die 24. stattfinden –, und Was will das Leben von uns, werden. „Die Fundamente, die wir heute Wolfgang Reichssöllner ist am längs- von mir? schaffen, bauen auch auf der Vergangen- ten – seit 32 Jahren – als Bildungswer- heit auf, wir bauen ein bisschen weiter, kleiter im Land Salzburg aktiv. Insge-Franziska Linsinger, Bildungswerkleite- zeigen der nächsten Generation, was samt gesehen ein aktiver Bezirk mitrin St. Veit, fasst die Bildungswoche wie uns wichtig ist: Solidarität wird dann zu viel Potential an aktiven Menschen infolgt zusammen: „Vorlesen - Spuren einem Wert, wenn sie im Alltag gelebt den Bildungswerken. (RiB)hinterlassen, war ein Thema unserer Bil- wird und für alle im Ort erlebbar wird.dungswoche. Diese Überschrift möchte Das kann die Solidarität mit Kindern,ich als Resümee über diese Woche stel- Frauen oder SeniorInnen sein.“len. Die Woche hat aufgezeigt, dass fürjeden die Reise wo anders hinführt. Man Viele Menschen haben sich in dieser Wo-wird neugierig! Man spürt eine Sehn- che eingebracht und die verschiedenensucht, einen neuen Weg zu gehen! Man Angebote genützt, sich den Weg offensehnt sich nach Aufbruch und Verände- zu halten für ihre Lebenskunst – Kunstrung, hin zu neuen Ufern, ohne noch zu zu leben!wissen wo diese sein werden. Die Kunstjedes Wanderers ist es, die speziellen Ei- Franziska Linsinger ist Bildungswerkleiterin von St. Veit, Dr. Christina Repolust leitet das Referatgenschaften seines Weges optimal aus- für Bibliotheken und Leseförderung der Erzdiö-zunutzen, um gut unterwegs zu sein und zese Salzburg. dreieck 01/2011
    • 34 | A u s G e me i n d e u n d B ezirkRussland und der Osten Europas VON MARIA PLÖSSNIGW ussten Sie, dass nach der Atom- als die Verteilung ihres Ölreichtums haben katastrophe von Tschernobyl –, schwimmt Russland in Petrodollars – die 1986 sofort alle Betroffenen aus übrigens gerne für außertourliche Aufwen-der Ukraine ausgeflogen und – über ganz dungen verwendet werden, denn üblicher- des Landes über ihre Beurteilung – manRussland verstreut – in Krankenhäusern be- weise ist das Land autark, kann sich also könnte auch sagen „Charakterisierung“ –handelt wurden? Auf diese Weise sind sie völlig alleine versorgen. Wladimir Putins und Dmitri Medwedews,– im Todesfall – in die regulären Sterbesta- Diese und viele andere Details und Analysen das russische Bildungswesen, die Rolle undtistiken eingeflossen, sodass bis heute nicht hat Dr. Susanne Scholl vor kurzem einem Stellung der Frau in der russischen Gesell-festgestellt werden kann, wie viele Opfer sehr interessierten Publikum in Kuchl näher schaft bis hin zu persönlichen Erfahrungendieser bis dahin schwerste Unfall in einer gebracht. Immer wieder fand die Exper- und Anekdoten. Hier kam dem Kuchler Pu-kerntechnischen Anlage gefordert hat. Oder tin Zeit, einzelne interessante Details, die blikum ihre langjährige Erfahrung in Osteu-wussten Sie, dass Wien in Russland von sei- Weltgeschehen persönlich und „angreif- ropa zugute.ner Größe her als mittlere Kleinstadt gelten bar“ machen, in ihre Analyse einzuflechten, Aufgrund der positiven Rückmeldungenwürde? Und, dass die aktuelle, brisante Lage um aber immer wieder am ursprünglichen und Reaktionen aus dem Publikum darfin Nordafrika auch massive Auswirkungen Leitfaden anzuknüpfen und ihren Vortrag man hier von einem gelungenen und er-auf die russischen Exporteinnahmen hat? weiterzuführen. folgreichen Abend sprechen, der das BildMoskau profitiert enorm vom Aufstand in Auch für Fragen aus dem Publikum nahm über diese Weltmacht bei einigen vielleichtder arabischen Welt. Seitdem der Energie- sie sich Zeit und beantwortete sie ausführ- etwas ergänzt und verdeutlicht hat.bedarf weltweit wieder steigt – und die Re- lich und fundiert. Die Palette reichte hiergenten des Nahen Ostens andere Probleme von Einschätzungen zur politischen Zukunft Mag. Maria Plößnig ist Bildungswerkleiterin in Kuchl. BELLISSIMO … VON BERNHARD IGLHAUSER T halgau feiert vom 15. Mai bis 19. November 2011 die 20. Bildungswoche mit dem 200. Geburtstag des Biedermeiermalers Engelbert Mayrhofer. Wie in den vergangenen Jahren wird damit erneut ein bedeutender Thalgauer in den Mittelpunkt des Veranstaltungsreigens gestellt. Engelbert Mayrhofers Werke werden im Zuge der 20. Organisatoren und Sponsoren präsentieren bei der 20. Thalgauer Jubiläums- Thalgauer Jubiläums-Bildungswoche zum Beginn des In- Bildungswoche „Bellissimo“ 2011 erstmalig die Werke von Engelbert Mayrhofer. Im Bild (v.li.) Otto Andreas Fickert, Bgm. Martin Greisberger, Gerda Stelzinger (Raiba ternationalen Museumstags „Museums and Memory“ am Thalgau), Franz Pospischil (Raiffeisen Salzburg), Renate Wörndl (Kulturausschuss) 15. Mai 2011 vorgestellt. 23 AusstellerInnen aus der Ge- und Bernhard Iglhauser. meinde werden sich daran beteiligen. Mayrhofers Werke von Thalgau und der näheren Umgebung zeichnen sich der nicht nur als „Maler des Biedermeier“ mit seinen Werken Spuren der durch eine hohe Sensibilität im Blick für das Detail aus Unvergänglichkeit in Thalgau und darüber hinaus hinterlassen hat, son- und stellen die Heimat und Natur in besonders liebevoller, dern, so wie es auch heute der Aufgabe des Salzburger Bildungswerkes beschaulicher, jedoch sehr wirklichkeitsgetreuer Wei- entspricht, die Vermittlung von Kultur und Bildung als wichtige Pflege der se dar. Mit der 20. Jubiläums-Bildungswoche erfolgt die dörflichen Gemeinsamkeit gesehen hat. Würdigung eines Salzburger Heimatsohnes aus Thalgau, DDr. Bernhard Iglhauser ist Bildungswerkleiter in Thalgau.01/2011 dreieck
    • Aus G emei n de un d Bez irk | 35Ein Bezirk für Alt & JungNeue Aufgaben für die örtlichen BildungswerkeDie Lungauer Bezirkstagung fand heuer im neuen Gemeindezen-trum Thomatal statt.I m Fokus standen neue Herausforderungen für die Bildungsar- beit, verursacht durch demografische Veränderungen. Mag. Dietmar Blesky, Demographic-Change-Consultant aus Tho-matal, hat in seinem Kurzvortrag anschaulich belegt, welche The- Jedes Jahr gut besucht: die Bezirkstagung im Lungau.men künftig für den Lungau besonders bedeutend werden. Generationenregelungen und das bewusste Zusammenführen derVon Generation zu Generation Generationen in der gemeinwesenorientierten Erwachsenenbil-An erster Stelle, im Hinblick auf ein längeres Leben, stehen Gesund- dung eine wichtige Rolle einnehmen.heit und Ernährung, gefolgt von Kunst, Geschichte, Politik und Tech- Bezirksleiter Robert Grießner freut sich, dass Bildungswerkleite-nik. Aber es wird auch dringend notwendig sein, das Spannungs- rInnen in den Lungauer Gemeinden das Generationenthema be-feld Alt-Jung künftig gut aufzubereiten. Hier benötigen besonders reits schon jetzt forcieren. „In Einzelveranstaltungen und besondersÜbergaben und Übergangsphasen von Jung und Alt sowohl in pri- in Bildungswochen – davon sind heuer drei, in St. Andrä, Thomatalvaten (zum Beispiel Pflegeregelungen) als auch in wirtschaftlichen und St. Margarethen, geplant– gelingt es ausgezeichnet, die Be-Bereichen (Übergabe Senior-Junior) eine sehr gute Vorplanung. völkerung für diesen Themen zu sensibilisieren“, so BezirksleiterDabei werden die Bewusstseinsbildung über die Bedeutung von Grießner. (MP)| A r be i t sk re i se Bildungswochen bringen Bewegung in den OrtPongau: Bildungswochenklausur 2011B ei der diesjährigen Bildungswochenklausur in Pfarrwerfen „Die Einbindung vieler MultiplikatorInnen in die Themenfindung wurden die 2010 im Land Salzburg durchgeführten Bildungs- und Planung einer Bildungswoche garantiert den Erfolg“, meint Dr. wochen genau unter die Lupe genommen. Aus allen Bezir- Martin Wiedemair, der Leiter des Arbeitskreises „Bildungswochen“.ken des Landes traf man sich auch dieses Jahr, um die Methode Bil-dungswoche zu durchleuchten. Was macht den Erfolg der einzelnen Gemeindebürger gestalten mitBildungswochen aus? Wo gibt es Möglichkeiten zur Verbesserung? 2010 haben insgesamt zwölf Bildungswochen stattgefunden, viele zu den Themen Energie und Gesundheit. Dabei haben wieder zahl- reiche Gemeindebürgerinnen und -bürger ehrenamtlich die jewei- lige Bildungswoche vorbereitet und mitgestaltet. Heuer wird es im Land Salzburg voraussichtlich 15 Bildungswochen geben. „St. Veit startete bereits im Februar, es folgen Thalgau, Hin- tersee und Bad Hofgastein im Mai, St. Andrä im Juni, Thomatal im August und Goldegg im September“, informiert Martin Wiedemair. Danach gestalten unter anderem die Gemeinden St. Margarethen, Piesendorf, St. Martin bei Lofer und St. Georgen ihre Bildungswo- chen. Die allererste Bildungswoche fand genau vor 50 Jahren im Pongau Bildungswochen-ExpertInnen des Arbeits- – in Goldegg – statt. Gleichzeitig zu diesem Jubiläum wird heuer die kreises bei ihrer Klausur in Pfarrwerfen. 800. Bildungswoche des Landes wieder in Goldegg stattfinden. (RiB) dreieck 01/2011
    • 36 | IM B – I n st i t u t f ü r M edienbildungMedienpädagogik und Filmschaffenmit schärferem FokusAktion Film strukturiert sich als Institut für Medienbildung neu VON MARTIN SEIBTW as 1956 als die „Aktion der gute Kulturverlust gesehen und die Aktion Film Zusätzlich gibt es noch einen Forschungs- Film“ in Salzburg gestartet ist, als medienpädagogische Einrichtung oft zu bereich und die Ausbildungsschiene Kar- ging ab 1985 in die „Aktion Film“ Rate gezogen. Im 21. Jahrhundert liegen die riere Plus, bei der in Kooperation mit derüber und ist seit 1. Jänner 2011 das „Institut Herausforderungen bei elektronischen Me- Donauuniversität Krems für PädagogInnenfür Medienbildung“ IMB. dien und bei der sorgsamen und sinnvollen Medienkompetenz für Schule, Unterricht Nutzung dieser neuen Medien. und Weiterbildung als UniversitätslehrgangMartin Seibt, Geschäftsführer des IMB, meint angeboten wird. Außerdem wird weiterhindazu: „Wir haben mit dem neuen Titel und Martin Seibt: „Immer schon ist es darum ein Verleihservice von audiovisuellen Gerä-der neuen Struktur den Entwicklungen der gegangen, dass Eltern und Multiplikatoren ten zu günstigen Preisen angeboten.letzten Jahre Rechnung getragen. Wir ha- Medienkompetenz erwerben sollten, umben uns auf Grund des Auftauchens neuer es an die Kinder weiterzugeben. Mit viel Viele neue Projekte am IMBMedien wie Internet noch mehr in Richtung Zuwendung und Aufmerksamkeit können Etliche Projekte aus den sieben BereichenMedienbildung entwickelt. Unsere Kultur- Erwachsene am Medienleben der Kinder kommen im ersten Halbjahr 2011 zumschiene des Filmemachens bleibt weiterhin teilnehmen und zum Beispiel Kreativität un- Abschluss. Von der Leiterin der Abteilungein Kernbereich unseres Angebotes, und wir ter Einbeziehung aller Medien fördern. Zum Research, Christine Wijnen, wurden zusam-setzen das Medium Film und das Filmema- Umgang mit Medien gehört aber auch, dass men mit Salzburger Schülerinnen der Bun-chen zusätzlich zur medienpädagogischen Grenzen konsequent gesetzt und Hand- deslehranstalt für wirtschaftliche Berufe inArbeit ein.“ lungsalternativen aufgezeigt werden.“ Ried am Wolfgangsee Castingshows unter die Lupe genommen und untersucht, in-Die Medienwelt ist ein Abbild der Gesell- Alles unter einem Dach wieweit Jugendliche von diesen Shows inschaft. Die „Aktion der gute Film“ war als Das neue Institut für Medienbildung ist in ihrem Verhalten beeinflusst werden. Wei-Gegenpart zum Auftauchen des Massen- sieben Bereiche gegliedert, die Aktion Film ters entsteht in Zusammenarbeit mit demmediums Fernsehen gegründet worden, bleibt als Instrument des Filmemachens BRG Salzburg ein neuer Film als medienpä-damit Filmkultur nicht verloren geht. Auch erhalten, daneben entstanden medienpä- dagogisches Projekt.das starke Aufkommen von Comics in den dagogische Abteilungen wie edu-media,60er und 70er Jahren wurde allgemein als i-media oder Medien und Gesellschaft. Mag. Martin Seibt MSc ist Geschäftsführer des IMB| Pe r s on a l i a Neue Bildungswerkleiterin für Hintersee Z ur neuen Leiterin des Salzburger Bildungswerkes Hintersee wurde bei der Obleuteversammlung Anfang Februar Brigitte Weißenbacher bestellt. Sie hat bereits als Obfrau des Kultur- vereines Hintersee einige sehr erfolgreiche Bildungsveranstaltungen organisiert und möchte diese weiter forcieren. In der Prioritätenliste ganz oben steht heuer eine würdevolle Umrahmung zur Eröffnung des neuen multifunktionellen Gemeindezentrums. Bezirksleiterin Stefanie Walch aus Hof freut sich auf die Zusammenarbeit und, dass damit ein Bildungswerk in der Osterhorngruppe wieder aktiviert Die neue Bildungswerkleiterin Brigitte Weißenbacher (2.v.li.) mit (v.re.) werden konnte. (RiB) Bürgermeister Paul Weißenbacher, Stefanie Walch und Richard Breschar.01/2011 dreieck
    • Per sona lia | 37 Gold für Frieda AignerF rieda Aigner, der Bildungswerkleiterin von Anthering, wur- de kürzlich die Ehrennadel in Gold des Salzburger Bildungs- werkes verliehen. Seit 1992 leitete sie engagiert das örtlicheBildungswerk, und „es ist ihr in diesen Jahren hervorragend gelun-gen, ein qualitätsvolles und erfolgreiches Bildungsprogramm für dieMenschen in Anthering anzubieten“, betonte Direktor Dr. GüntherSignitzer anlässlich der Überreichung der Auszeichnung. Foto: Andreas PirnerAusgehend von ihrem „Bildungskräutergarten“ mit zahlreichenAktionen und Aktivitäten widmete sie sich den Themen Kulturund Generationen. „Frieda Aigner ist es auch in besonderer Wei-se gelungen, die Bevölkerung zu motivieren“, zeigte sich Günther Frieda Aigner mit „ihren“ Bürgermeistern Johann Mühlbacher (re.) undSignitzer überzeugt. Herausragende Projekte wie die Zeitreise in Alois Ehrenreich (li.), mit dem Flachgauer Bezirksleiter Felix Strohbichlerdas 18. Jahrhundert, die Veranstaltungen zum Thema „Heimat ist ...“ (2.v.re.) und mit Günther Signitzer (2.v.li.).oder die Tage der Begegnungen waren vorbildlich. Dazu kamen dievolkskulturellen Aktivitäten wie die Herausgabe des Mundartwör- Signitzer dankte der langjährigen und überaus engagierten Lei-terbuches, die Gestaltung der Museumsvitrine und die Antheringer terin. Bgm. Johann Mühlbacher schloss sich diesem Dank an undKulturtage. betonte, wie wichtig es sei, in einer Gemeinde aktive ehrenamtlicheInsgesamt hat Frieda Aigner über 400 Veranstaltungen mit über Menschen zu haben, die sich um Gemeinschaft, Kultur und Bildung30.000 TeilnehmerInnen vorbereitet und durchgeführt. Günther annehmen. (GS)Engagement verGOLDet20 Jahre war Martin Eisenmann als Bildungswerkleiter in Erfreulich ist auch die Rückendeckung in der Gemeinde: „Wir wer- Maria Alm aktiv. Dafür wurde ihm im vergangenen De- den Alois Hammerschmid bei seiner Arbeit auf alle Fälle unterstüt- zember von Direktor Dr. Günther Signitzer die Ehrenna- zen“, sicherte Bürgermeister Alois Gadenstätter bei der Bestellungdel in Gold verliehen. zu und hob die Wichtigkeit der Bildungswerkarbeit für das örtliche„Rund 100 Veranstaltungen hat Martin Eisenmann in den ver- Gemeinschaftsleben hervor.gangenen zwei Jahrzehnten vorbereitet und durchgeführt, dazuzählen auch drei Bildungswochen“, zog Günther Signitzer bei der Das Salzburger Bildungswerk Maria Alm wurde 1965 gegründet.Verleihung Bilanz. Besondere Schwerpunkte waren für den pensio- Insgesamt wurden in der Pinzgauer Gemeinde bereits 9 Bildungs-nierten Volksschuldirektor die Elternbildung, hier vor allem das The- wochen durchgeführt. (MiHa)ma „Lesen und Literatur“, sowie kulturelle Veranstaltungen.„Ehrenamtliches Engagement ist nicht selbstverständlich“, zeigtesich der Direktor des Salzburger Bildungswerkes bei der Überrei-chung der Ehrennadel überzeugt, „ich danke Martin Eisenmanndeshalb für seinen unermüdlichen Einsatz ganz herzlich“.Neuer Bildungswerkleiter: Alois HammerschmidAlois Hammerschmid heißt der neue Mann im Bildungswerk Maria Im Bild (v.li.) Bgm. Alois Gadenstätter,Alm. Er wurde im Rahmen der Ehrung von Martin Eisenmann zum der neue Bildungswerkleiter Aloisneuen Bildungswerkleiter bestellt. „Ich freue mich, dass es gelun- Hammerschmid, Martin Eisenmanngen ist, eine anerkannte und kompetente Persönlichkeit für diese und Günther Signitzer.Funktion zu finden“, betonte Günther Signitzer. dreieck 01/2011
    • 38 | Pe rs o n a l i a Das Salzburger Teamwork im Salzburger Bildungswerk gratuliert Bildungswerk M anuela Pleninger verstärkt seit HR Mag. Franz Bamberger, Leiter der Jänner das Team des Salzburger Abt. 2 beim Amt der Salzburger Lan- Bildungswerkes. Sie ist gemein- desregierung, zur Vollendung des 60. sam mit Mag. Michaela Habetseder, die Lebensjahres. aus der Karenz zurück gekehrt ist, für die Angela Bergauer, Generalsekretärin des Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Ringes Österreichischer Bildungswerke, FOTO: Luigi Caputo zur Übernahme des Vorsitzes der Kon- Manuela Pleninger: Wissenswertes ferenz der Erwachsenenbildung Öster- Ich möchte Menschen informieren und als reichs (KEBÖ). Sie tritt die Nachfolge von Sprachrohr fungieren. Dr. Michael Sturm, Geschäftsführer bfi So sehe ich meine Aufgaben als Mitar- Österreich, an. Manuela Pleninger (re.) betreut haupt- beiterin der Öffentlichkeitsarbeit. In einer sächlich die Agenden des Salzburger Ing. Günther Brennsteiner, Bürgermeis- Wissensgesellschaft wie unserer sichte, Bildungswerkes, Michaela Habetseder (li.) ter von Niedernsill, zum 50. Geburtstag. verbreite und informiere ich zielgerecht in erster Linie jene der Gemeindeentwick- MMag. Michael Neureiter, Tennengau- über Aufgaben, Ziele, Projekte und Veran- lung Salzburg. er Bezirksleiter des Salzburger Bildungs- staltungen des Salzburger Bildungswerkes. werkes und Landtagspräsident a.D, zur Dabei ist mir wichtig, die Arbeit der eh- Ich befinde mich gerade im Endspurt Verleihung des Großen Ehrenzeichens renamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitar- meines Magistrastudiums der Kommu- des Landes Salzburg. beiter zu würdigen und der Öffentlichkeit nikationswissenschaft, mit Schwerpunkt Theresia oblasser, Mundartautorin, einen Mehrwert bieten zu können. Public Relations und Unternehmenskom- zum 70. Geburtstag. munikation, und habe unter anderem Menschen verbinden und für Salzburg Research als PR-Assistentin Barrieren verschwinden fungiert. Wenn ich nicht gerade kom- muniziere, sportle oder lache, arbeite ich Mein Ziel ist es, Menschen mittels Infor- ehrenamtlich als Pressesprecherin für den mation am Laufenden zu halten, zu bil- Salzburger Wasserballverein Paris Lodron den, aber auch zu unterhalten. Ich möchte oder arbeite an meiner Freelancertätigkeit mit Inhalten und Veranstaltungen einen als Texterin. Ich würde mich als geselligen Beitrag zur Botschaft des Bildungswerkes Typ beschreiben die gerne unter Leuten – Bildung lebendig zu machen – leisten ist und sich schon jetzt auf neue Heraus- und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter forderungen freut. In diesem Sinn auf aktiv bei ihrer Arbeit unterstützen. gute Zusammenarbeit! HR Prof. Dr. Wilhelm Pölzl, Vizepräsi- dent des Salzburger Landesschulrates Zum Gedenken und langjähriger stellvertretender Vorsitzender des SBW-Vorstandes, A zum Ehrenkreuz für Wissenschaft und m 31. Jänner 2011 ist Annemarie Dengg, Salzburger Landtagsabgeordnete Kunst I. Klasse, verliehen von Dr. Claudia a.D. und ehemalige Bildungswerkleiterin, im Alter von 91 Jahren verstorben. Schmied, Bundesministerin für Unter- Annemarie Deng war von 1966 bis 1972 Bildungswerkleiterin von St. Johann richt, Kunst und Kultur. und Pionierin auf diesem Gebiet, war sie doch die erste Frau, die dieses Amt im Land Johann Quehenberger, Bürgermeister Salzburg bekleidete. Von da an ging es stetig bergauf, und so freut sich das Salzbur- von Abtenau, zur Vollendung des 60. ger Bildungswerk heute über seine, mehr als die Hälfte weiblichen Bildungswerkleiter. Lebensjahres. Annemarie Denggs engagierte Arbeit als Bildungswerkleiterin brachte eine Fülle an Ursula Schupfer, Gemeinderätin der Veranstaltungen und interessanten Projekten. Wir haben Annemarie Dengg in ihrer Stadt Salzburg, zum 40. Geburtstag. Tätigkeit und Person sehr geschätzt, unsere Anteilnahme gilt allen Angehörigen.01/2011 dreieck
    • Tel. 06212/2341-278 windhager.comBeim Heizen weht jetzt ein anderer Wind:EINER, DER NICHTAUF KOSTEN UNSERERZUKUNFT GEHT. Wärme mit Zukunft Seit nunmehr 90 Jahren ist der Name Windhager untrennbar mit hochwer- tiger Heizkesseltechnologie „Made in Austria“ verbunden. Darauf basiert ein Erfahrungsschatz, der es uns ermöglicht, Heizlösungen zu entwickeln, die stets den einen entscheidenden Schritt weiter gehen und unserem Firmen- credo „Wärme mit Zukunft“ gerecht werden. Fachwissen, Innovationsgeist vor allem aber Begeisterung für unsere Kun- den und Geschäftspartner sind die Basis für unseren Erfolg. Mit gutem Grund zählt Windhager daher heute zu den international führenden Herstellern von Holz- und Pelletskesseln und ist ein etablierter Anbieter von Heizsystemen für alle Brennstoffe und Solar.
    • Österreichische Post AG Info-Mail. Entgelt bezahlt. www.salzburgerbildungswerk.atsalzburger Wir machen bildungswerk Bildung lebendig!