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Herzbilder in der Kunst des 13. - 14. Jh. Zwischen Erotik und Mystik
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Herzbilder in der Kunst des 13. - 14. Jh. Zwischen Erotik und Mystik

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  • 1. .... ~ I@LL l{(~vML ~ (v.A1, Ao~ - ~)2- ~N- () 393 -+-L~HERZBILDER IN DER KUNSTDES 13 . - 14. JH . ZWISCHENEROTIK UND MYSTIKAndrzej Grzybkowski y 1 Eine der ver b reitesten und universalsten Darstellungen ,deren sinnbildli ch e Aussagekraft im mer n och aktuell und le­b en di g wirkt - die Ab b ild ung eines zweiläppigen, im U nter­teil zugespitzten Herzens - ist n och im Mirtelalte r ents tan­den, und hat sich in dessen spä te ren Periode verbreite t und y .3an Bede utung gewonnen . D as H erz stellt kein U rbild im ar ­chetypischen Sinne d ar. Es läßt sich weder aus den primiti­ven geome trischen D ar stellungen ableit en noch stellt dasmä nnlich e bzw. we ibliche G eschl echt dar. In der griechisch -rö m.ischen Wirklichkeit des Altertumsspielte n die Abbildungen eines H erzen s eine unt ergeo rdne­te Rolle, das H erz war kein A ttr ib ut der G öttin d er Lieb e . Be­k annt sin d nur etruskisc h -römi sche Bullae - he rzfö rmige Kä­ste hen; (sie werd en von M atrobi us erw ähn t) . D as H erzspie lte dageg en im G laube n und in Bestattungsb räuch en inAgypten eine seh r wic h tige RoUe. O be rh alb der Bandagen 1. Di e Herzfo rmen nach Höfler (D as Herz ): 1. Ägyptischeeines mumifizierten Lei chnams wurd e ein Skarabäus gelegt , Formen auf Grabsteinen des mittl eren Reiches; 2 . F orrnender im unteren Teil in F orm ein es H erzen s ausgeschnitte n au f Totenspeiselis ten; 3. Ägyptische Herzamule tte; 4. Hie­war - man che Exempl are waren gar in F orm eines H er zens roglyphen für das Gewissenherz; 5. Altägyptisc hes H erzge­gestaltet. Ein Herz in Form eines Ska rabä us - eine Darstel­ faß als Am ulett.lung, die seit der 17. D yna stie b ekannt war - war ein Symbolde r Auferste hung, de r Wiederge b ur t. 6 Eine noch andereForm wa r für das H er z auf zahlreic hen Abbildungen desO siris, der sein U rteil üb er den Versto rbenen fallen läßt stellung des in ein em H erzen abgebildeten K reuzes . Die Ver ­kennzeichn end. Auf eine r Wa ages ch alewar die Wahrheit ab­ bindung des Efeu s mit eschato logis che r Symbolik ve rr ät diegebildet (in Form einer Straußfeder b zw. des Standbildes der Verzierung der Sarkop h age von Ravenna aus dem 5.-6. Jh. 1)Göttin Macet ), und auf der anderen eine Vase, in der sieh ein Di e Kränze aus Chi-Rho wer de n vo n zwei Ruten mit her z­H erz befand. Di e ägyp tisch en H er zen aus der Ze it des Mitt­ förmigen Blätt ern an deren En de n eingefaß t . Auf einem derleren Reich es, di e als Toten opfer abge bilde t waren , weise n Sarko ph age, des W. Barbatianus, fin de t man d ar übe r hinau szwar eine ausge dehn te Gestal t auf, die jed och bereit s eine Zierlei ste, auf der ein e H erz en srei h e ab gebildet ist. Diezweiläppigen Form ähnelt [1 , 1]. E s ist un gewiß, ob es Op ­ immer deutlicher he rvortret ende Symbolik des Christen ­ferbrote in H er zform oder I deogra mme fü r tieri sch e Opfer­ tum s, die Efeublätter als Zeic hen der Ewigkeit scheint - ob­h erzen sind. zwar viel spä te r - von Durandus b estätigt worden zu sein; er In G riechenlan d war d er Rumpf des auf den Vasen ab ge­ schrieb, der Efeu bedeutete, daß die Seel e des M ens chenb ilde ten Dionysos mit Efeublättem um schlungen , eb en so we ite rlebt. sogar n ach dem Tod sein es Kö rpers."die herumtanz enden Gestalte n ." Als ein e immergrüne Pflan­ Agyptische Da rstellungen eines H erzens in zweiläppiger,ze war Efeu schon von jehe r ein Symbol der Treue und de s unten zugesp itzte r Form, drang zur koptischen K uns tewigen Lebens . Brautpaaren wurd en Efeuzweige zum Zei­ durch," jedoc h di e H yp othese von M . H öfler, d aß dann d aschen der treu en Liebe üb erwiesen.? Di eses alte Moti v eines Bild des H erzens aus dem/koptischen M önchtum nach Italienzweiläp pigen , im unter en Teil gespitzten Blatt es wurde als übertragen wo rde n w are ," läß t sich nicht über zeu gend be ­O rn ament durch die sassanidisch e Kunst übe rn omm en wo r­ gründen , mindest en s deswegen, d aß die Darstellungen vonde n und ist mit ih r bis zu Rom d ur ch dr ungen. Weil di e ein­ H erzen in diesem Land im 14.Jh. eine kegelige F orm hatten ."zelnen Blätt er als Zierelernent nebeneinander in Reihen ge ­ Di e Abb ild un gen eines H erzen s haben sich im Mitt elalte rordnet waren, wo bei jedoch auf eine n Zwe ig ve rzich tet wur ­ - verh ältnismäßig spä t , weil erst im 13 .Jh . - min destens au sde , ging der pflan zenartige Aus d ruck dieser D arstellung ver­ dr eierl ei G rün den verb reitet nämlich infolge ein er Visuali ­lor en . Von d er Verbreitung des H er zens in Rom zeugt noch sierun g des von der Mitte des 12.Jh. populär en literarischeneine Reihe von dek or ativen Elementen , z.B. der Kalender Mo tivs sowie der Veränderung theolog ische r An sch au un gendes Filocalus (354) od er die n och p rimitiven Darst ellungen über die Be ziehung von H erz und Seele und sch ließlich de ran den Wände n der Kat ako mb en an der via Lat ina (2. Hälf­ Ausb reitun g des Br auchs, das Herz des Vers torbenen sepa­te de s 4. Jh. },11 wo ein Ornament aus Efeublätte rn die figür ­ rat zu b esta tt en.lichen Szen en umrandet. In der plat onisch en Auffassung von d rei Seelenteilen w ar D ekoration en aus her zförmigen Efeublätt ern ko mme n die zweite Seele , die an das H erz geb unden war, fü r Emotio ­auch auf spätantiken Tonlampen in N ord afrika, auf dem Ge­ nen, vor allem für Zo rn und Li eb e verantwor tlich .is Die W ie­biet von Syrien und P aläs tin a, und sp äter noch des byzant i­ de rbelebung des H erzsymb ols im Mittelalter ste ht im Zu ­nisch en Reichs vo r," Von der Ch ristianisierung dieses Mo tivs samme nh ang mit dem Wo rt . Am An fan g d er d eutsch en Li­zeugen au ch Lämp ch en aus Karthago (5. J h .), mit eine r Dar ­ ter atur entsta nd eine D ichtung oder eine Abhandlung ­ 101
  • 2. AJlDRZEJ GRZYBKOWSKI zwischen dem Kör per - dem Symbol des sündhaften sinnli­ chen Triebs - un d dem H erzen - einem Symbol der edlen, reinen und erhabenen Liebe dar." Das Herz sei also kein Körper. Es ist auch weder mit der Seele noch mit deren Teil identisch, weil der Körp er und das Herz eine gemeinsame Seele haben. Die Moral, die der junge Hartman zu verbrei ten versuchte , fand jedoch nur in be­ schränkrem Maße Widerhall. In Tristan von Gottfrie d von Straßburg besteht zwischen dem Herzen un d dem Körper kein Gegensatz mehr; im Konflikt gewinn t nicht - wie bei H artmann - das H erz, sondern die Begierd e einer sinnlichen Verbun denheit mit dem Geliebten. In Tristan wird die Min­ ne mit dem Tod verknüpft. Die Geliebten werden bis zum Tod dur ch die Gemeinschaft der edlen H erzen" verbunden. Auf G rund der Überp rüfung der Häufigkeit, mit der die Wörter herze, herzenleide und andere, die mit dem Begriff Herz verbunden werden, im Text auftreten, konnte festge­ stellt werden, daß sie im mittelalterlichen Minnesang unge ­ wöhnlich oft vorkommen ." D as H erz - mit Merkmalen der ritterlichen Großzügigkeit. G üte , Tapferkeit un d vor allem Liebe ausgestattet - wurde immer populärer un d mehr oder weniger großen Dichtern häufig besun gen. Binnen mindestens zweihundert J ahren , wenn das Herz von den Dichtern zum Symbol der Liebe erhob en wurde, hat jedoch jene Visualisierung gefehlt; auch in den Schriften des höfischen Romans und des Minnesangs, wo vom H erzen oft geredet wird, kommt dessen Darstellung sogar in Fo rm von Zieremblemen nicht vor." Das Fehlen einer visuellen Dar­ stellung wurd e durch die Säkularisierung des Begriffs Herz verursac ht, was zur Folge hatt e, daß die Kirche dieses Sym­ bol nur schwer akzeptieren konnte. Die Kirche bekämpfte jedoch den weltlichen Kult des H erzens nicht - sie versuch­ te nur diesen Kult wie jedes andere Ubel zu besiegen - aus demselben Grund exkomm unizierte sie die hoch gestellt= Ehebrechern nicht un d verweigerte ihnen die christliche Be­ stattung pi cht .252. Florenz, Museo deIIOpera deI Duomo (frühe r auf der Eine Ubertragung der Symbolik der Liebe aus der weltli­Südfassade vom Kampanile), Luna-Meister, Caritas (nach chen in die himmlische Sphä re kam in der Mystik. des 13.Jh.G . Kre ytenberg). zum Vorschein ." Die Zisterzienserin, h1. Lu tgard, soll nach der Überlieferung (ihr Lebenslauf wurde von ihrem geisti­ gen Führer, Th omas von Cantimpre , abgefaßt ) den Willen geäußert haben, daß ihr H erz mit dem H erzen Jesu verbun ­Evangelienharm onie - die eine Paraphr ase des Evangeliums den wird . Sie erklärte: «Ich möch te Dein Herz haben»,war. Sein Verfasser, Otfried von Weissenburg , hatte. dieses wofür die Antwort kommen sollte: «und ich möchte das Dei­Werk in den J ahren 863 - 871 geschrieben . Oh ne sich in phi­ ne»." Neb en der mystischen war jedoch auch eine anderelologische Probleme einer modemen Ubersetzung aus dem Tradition, die platonische, vorhan den , in der das H erz fürAlthoc hdeutschen und die Begrün dung der Richtigkeit des das Domizil der emotiven Seele gehalten wird, deren ambi­gegenwärtigen Aquivalents des Begriffs he rz einzulassen, valente Emotivität abwechselnd als Zorn ode r Liebe zumsoll nur gesagt werden, daß in keiner andere n Dichtung des Ausdruck kam . Jedenfalls werde n die Begriffe Seele un dfrühen Mittelalters so oft vorn Herzen geredet wird. Einen Herz so eng verb unde n, daß sie eigentlich nicht anders in­uns interess iere nden Sinn weist dieses Wort in der Klage von terpretie rt werden kön nen . Hild egard von Bingen definierteMaria Magdalena auf." Es handelt sich nicht um den Sinn, das H erz als domus animae. 28 Durandu s hielt das Herz in Ra­der mit dem künftigen Kult des HerzensJ verbunde n war, esu tionale divinorum offiaorum für einen mystischen Altar, aufsonde rn um das H erz einer Frau, die es ihm geopfert hat. Im dem die sinnlichen Begierde n, durc h Liebeshandl ungen ver­Minnesang des 12. Jh. - in der deutschen un d franzö sischen edelt, Go tt geopfert werden. Das Wort Herz wurde somitLiebeslyrik sowie auch in den etwas älteren andalusischen in die Kategorie der Seele miteingezogen."Lied ern - findet man einen umfangreichen Bestand an slüz­ Noch früh er hatte Augustinus das Herz als einen Op ­zelin an das H erz, brennendes Herz , fortgehendes H erz feraltar bezeichnet. Konr ad von Megenb urg äuße rte jedochusw. In dieser Dichtung ist das H erz - das Domizil der Lie­ noch um 1350 die Meinung , daß die Seele - deren höchstebe und Emotion - mit allen Arten des Liebesspiels, sowohl Vernunftgestalt - nur einen Teil des H erzens darstelle - derder sinnlichen als auch nicht mit Sinnen wahrnehmbaren zweite Teil wäre im Gehirn vorh anden." Auf die Ansicht,Liebe, der Mädchen als auch der Fra uenliebe, gleichwertig. daß sich die Seele ungeteilt im Ge hirn befind e, hat wohl dieH artmann von Aue stellte in seinem Büchlein (um arabische Wissenschaft Einfluß ausgeübt. Im Mittela lter1180-1185), das ganz de r Minne 20 gewidmet war, einen Streit wollte man die Seele auch im Blut, in den Lungen ode r in 102
  • 3. HERZBILDER IN DERKUNST DES 13. . 14.JH. ZWISCHENEROTIK UND MYSTIKEingewe iden sehen. O bw ohl im Kon zil von Vienne im ] abre hen Kosten leisten konnten . In Eu rop a waren es dagegen nu r 1311 entschieden wurde, daß sich die Seele im ganzen Kör ­ die H erzen der Reichen, die besonders b ehandelt und sepa­per und in jedem sein er Teile zugleich befind et, wur de im­ rat bestatt et werd en konnten , was eigentlich an den H elden­ rner no ch b ehaupt et, das H erz wäre das Domizil der liebe ­ kult erinnert."auch der Liebe zwischen Gott und Mensch ." Der separ aten Bestattung der Leiche lag die Idee zugrun­ Ungefähr zur gleichen Zeit mit der un gewöhnli chen li­ de, daß das H erz an dem O rt seine ewige Ruhe finde t dertera rischen Karriere des H erzmotivs entwickelte sich insbe­ vom Versto rbenen zu seiner Lebenszeit gern besucht wu rde,sonde re im Nordteil E uropas de r Brauch einer sep araten Be­ oder wo er sich gewünscht hatt e, daß seine Körp ert eile nachstattun g der Leiche und der Eingewe ide" des Verstorbenen, dem Tode ruh en - oft waren es vonein ander weit weg ent ­dessen uralt e Traditi on noc h aus der megalitischen Kultur fern te Lehn sdomänen. Der Leib und das Blut des H err­bekan nt ist. Die Versto rbenen wurden ber eits dama ls vor der schers zeichne ten sich durch ein e besondere Auswir kung s­Bestattung exkav iert, was auf eine r Entfernung der am kraft aus" - dieser Glauben ist vor allem in der fr anzösischenschnellsten verde rbenden un d faulenden Innenor gan e b e­ politischen Th eologie entwic kelt worden . Das Zerst ückelnruhte." Aus der ältesten mittelalterlichen Q uelle erfahren der Leichen wurde darüber hin aus durch den Kult der Reli­wir von der Exkav ation der Leiche Kar! des Kahlen, der 877 quien ersetz t - die Teilung der Leiche und die Verteilun g derin den Alpen verstorben war." Im Reich war dieser Brau ch dem H eiligen angehör end en Gegenstän de wu rden für eineseit dem 10. Jh . (Otto 1) bek annt; in Frankreic h sind Ub er­ fromme und die Kraft verleihende Tat gehalten."lieferungen aus dem 12. Jh . bekannt, in England verbreitete Die Ermit tlung, ob unter den G rabsteinen nur H erzen ru ­er sich ab der Mitt e desselbe n Ja hrhunderts. Da s Herz und hen , ist schwer, weil die In schriften keine Unterscheidungdie Ein geweide bestattete man in den erhabenen Orten, in zwischen H erz un d viscera machen und sich auf eine stereo ­der Mitt e des Kirche ncho rs, wo - ähnli ch wie im Fall der Lei­ type Formel: «hierruht [. ..] » beschr änken ." Urn en, Gefäße,chen (Skelette) - G rabsteine mit der Abbildung einer ru­ Kästchen fürs H erz wurden aus Gold oder Silber, meistenshen den Gestalt errichtet wurden ." jedo ch aus Leder gefertigt. Aus dem Lied der Kreuzritter des N ich t selten waren drei - häufig kostb are - G rab steine, Landgrafen Thüringens Ludwig III.erfahren wir, daß die ausdie für einen Verstor benen bestimmt waren. Die Bestattung der Leiche herausgenommenen weiche n Teile in einen kost­des H erzens ode r oiscera zeichne te sich durch kein besonde­ baren Behälter, der als laguncula" bezeichnet wird, gelegtres Ritual aus." Separ ate Bestattungen der Leichent eile wa­ wurden. Die Herzen wurden auch in versch iedene Steintru ­ren nicht ausschließlich den köni glichen H äusern vor behal­ hen gelegt, in Nischen ausgestellt ode r in die Mauern , Pfei­ten, sie bildeten auch das Privileg de r Fürsten und der geist­ ler bzw. Fußböden eingefügt und nicht immer mit Grabstei­lichen Würdenträger.}) nen ode r bron zenen G rabplatten zuge dec kt." Erst das H erz Die erste Bestattung eines H erzens (jedoch nicht Einge ­ von Richard Löwenherz erhielt - obwo hl erst ein halb esJahr­weide) von Rob ert dArb rissel, dem Gründer des Klost er s hundert nach dem Tod e dieses Königs, nämlich im J ahreFont evrault fand im J ahr e 1117 im Kloster O rsan statt , wo 1199 - sein eigenes Denkm al in Rou en. Die Leiche wurde indas H erz in einem herzensförmigen Silberkästchen unter ei­ Font evrault bestatt et, die Ein geweide dagegen nach Char ­nem kleinen steinernen Grabstein bestattet wu rde." roux" gebracht. Der 1285 versto rbene Philipp III. der Küh­ Ein e Statistik derartigen Bestattungen ist nicht einfach, ne wurde in vier verschiedenen O rten bestatt et. Aus den er ­weil erstens nur wenige Quellennachweise vorliegen, zwei­ halt enen Überre sten seines G rabsteins geht hervor, daß dietens die Begriffe H erz und uiscera abwechselnd verwendet einzelnen Stücke seiner Leiche nicht als Teile sondern als diewurden, und drittens P robleme mit der Datierung auftreten. Vertretung des ganzen Körpers b etr achtet waren - in Nar­Bradford nennt trotzdem eine Anzahl von 220 für Englan d bonn e wur de auf dem G rabmal die volle Ges talt des Königsvom 12. bis 15. Jh. Di e Kir che duldete diese Praktiken , nur abgebil det ." Eine Zeichnung, auf der das nicht erh alteneweil die Klöster von den d arin befindli chen H erzen ho ch ge­ Grabdenkmal seines Sohnes, Philip p IV. des Schönen, dar­stellten und reichen P ersönlichk eiten Pr ofite hatten . Erst gestellt ist, zeugt davon, daß sich die G rabm äler der H erzengriff der Papst Bonifatius VIII. im J ahre 1299 in seiner Bulle von den and eren figürlichen Grabmäler ni cht un terschie­in diesen Brauch ein. O bwohl das Verbot in das kanonische den . Die Gr absteine für die Herzen von dem bereits er ­Recht miteinbezogen worden war, erteilten Benedikt us XI. wähn ten Robert d Arbrissel und Thib aut V. von Champagneund Johannes XX II. weiterhin Genehmigungen. D ie Na ch­ (gest . 1270 in P rovins) hatt en weder die F orm ein es H erzensfolger dieses zweiten Papstes nahm en hohe Beträge für das noch einer Urne sondern die einer Pyramide." Das ersteGenehmigen der Leichenteilun g ein." französische G rabmal eines Herzens, auf dem auch das H erz Es ist nicht bekannt, ob im griechisch-römischen Alter ­ abgebildet war, wu rde für den 1285 versto rbene n Kar! An­tum das Herausnehm en der H erzen verstorbenen berühm­ jou (1326, Sr. Denis) errichtet [3 ]; der Verstorbene hält mitten Männern und Frauen nur zu Ehr en der Versto rbenen seiner H and einen Behälter fürs H erz an der Brust fest."verbreitet war.40 Bei Germanen war die Leiche unantastbar ­ Die Darstellung eines H erzens in der Kunst kann in funk ­jede Verletzung des G ebots , die Leiche des Verstorbenen tioneller Hinsicht in Grababb ildungen und sonstige D ar­nicht anrühren zu dürfen zog eine Str afe nach sich." Der mit­ stellunge n, die meistens- obgleich nicht ausschließlich - mittelalterliche Kult der mit dem H erzen des verstorbenen weltlichen Inhalten verb un den waren, aufgeteilt wer den .H errschers getrieben war, weist gewisse Ähnlichkeit mit dem Da zu ko mmen noch im 15. Jh . die Vorstellungen des H er ­altägyptischen Ritus auf," obwohl dieser auf eigene religiöse zens j esu" und die Abbildungen der Attribute de r H eiligenVorstellungen, die wed er mit dem griechisch-römischen An­ (Augustinus, Katha rina von Siena u.a.).tike noc h mit der späte ren Zeit etw as Ge meinsames hätten , Neben dem brenn end en H erz."gehört ein durc h ein Pfeilgestütz t war. Nur nach dem Glauben der Agypter das H erz durchbohrtes H erz) zu den popul ärsten Darstellungen. O b­mußte nach dem Tod Rechenschaft ablegen. Der Kult wu r­ wohl diese Darstellung der christlichen Abstammu ng ist,de in diesem Land mit H erzen aller Men schen getrieben, ob­ reicht sie noch in die prähisto rische Kunst un d der en J agd­wohl sich nur die Reichen die Mumifik ation wegen der ho­ abbildungen zurück, die u.a. auch in der Kunst der nord­ 103
  • 4. ANDRZ GRZYBKOWSKI EJ3-Sr.-Denis, Grabmal von Kar! I. Anjou (Fot. A. Gr zvbkowski).amerikanischen Ind ianer bekannt sind." Die Svmbolik eines sehen Szenen auf Erzeugnissen des französischen und italie­Pfeils, mit dem der mythologische Ero s zu durchb ohren nischen H andwerks. Bekannt sind auch monum entale D ar­pflegte, wurde von den Kirchenvä tern übernommen - in der stellungen, wie z.B. auf einer Tapisserie aus dem Anfang desAuslegung des h1. Augustin us verwandel te es sich in die Pfei­ 15.Jh . in Musee ClunyYEinenoch andere Allegorie des H er­le des Wortes C ortes." Die Methapher des h1. Augustinus , zens ist die G rausamkeit der Liebe.die ihren Brennpunkt in der Bekenntnis: «Du hattest unsere Bei den ältesten Bestattungen der Herzen waren noch kei­He rzen mit den Pfeilen deiner Liebe d urchbohrt [.. .J» (IX, ne G rabmäler bekannt. Das H erz von Robert C uiscard , der2)" errei chte, nutzte u.a. Walter von der Vogelweide (wenn 1085 währ end eines Kriegszugs auf der In sel Keph alleniaer nur tatsächlich de r Verfasser der Minnelehre - 40, 35f. ist) verstorben war, wurde von Normannen in einer Krypta deraus, der selbst F rau Minne mir der Rolle des Schütz en be­ Kath edrale zu Ot ranto bestattet. Die Bestattung des H erzenstr aut hatte, was dann zahlreiche Wiederspiegelungen in der (oder ande rer Leichen teile), die mit dem Kult der ReliquienKunst (englische, fran zösische und deut sche Spiegelrahmen viel Gemeinsames aufwies, war im Gegensatz dazu noch lan­sowie Minnek astchen ) fand ." Frau Minne will mit ihren ge Zeit nicht formbildend. Laguncula für uiscera von Otto IH .Pfeilschüssen ins H erz Liebe erregen . hat für uns eine formlose Gestalt." Die Worte des bere its er­ Auf einer Elfenbeindarstellung in.Lo uvre hält ein Mann wähn ten Liedes der Kreuzritter über Landgraf Ludwig tei­in seiner ausgestreckten H and ein H erz, das von einer Frau len uns mit, daß der Brude r sein H erz gepulvert hatte (er pul­mit einem Pfeil dur ch bohrt wird - offensichtlich ist es ein verte da: hertze sin), um es in scbo ne: cbofselin 67 zu legen ­Symbol der sinnlich en Liebe. Die zahlreichen Abbildungen die Form des He rzens war somit darin nicht erhalten.eines durchbohrten H erzens auf Kästchen, und Tapisserien" Die älteste Darstellung eines H erzens in mittelalterlichersind eigentlich sehr ähnlich : ein Mann kniet vor einer Fra u Kunst bilden wahrscheinlich die Abbildungen auf engli­mit einem He rzen in ausgestreck ter H and, und die Dame schen und walisischen Grabsteinen. Die sepulkrale Skulp ­durchbohrt dieses H erz. Die Popularität dieser Darstellun g tur, die sich auf den Britischen Inseln durch ungewöhnli chewur de durch die Ub erzeugung noch der altertümlichen Arz­ ikonographische Invention un d eine Fülle von ausdrucks­te, daß jede Verletzung des He rzens tödlich sei, nicht gestört . vollen Bewegungsformen figürlicher Darstellungen aus­Das Verlieb tsein ist also einer Selbstopferun g gleich. Man zeichnete," entwickelte auch ein origineller Dar stellungstypkönnte in diesem Fall eine Karikatur, Autopersiflage, Ver­ des Verstorbenen, der mit seinen beiden Händen ein H erzspottung des höfischen .Minnedienstes vermuten , um so oder eine das H erz enthaltende Vase hielt. Dieser Darstel­mehr, daß der junge Mann nicht immer ein Ritter sondern ein lungstyp ist eigentlich in anderen Ländern unbekannt - undStadtbürger ist." wenn sie auch vereinzelt vorkommen (beispielsweise die Das Thema eines Austausches von H erzen ist nicht so sehr zahlreichen königlichen Grabmäler in Frankreich), stam­in den oben erwäh nten mystischen Verlangen der hl. Lut­ men sie aus der späteren Zeit (Karl Anjou; das H erz Karl v.,gard als in der weltlichen Dichtun g verwurzelt; Iwein, der Ti­ in Rouen, 1368, nicht erhalten) ." Das Vorhandense in dertelheld bei Ha rtman von Aue tauscht bei dem Abschied von Grab mäler mit Darstellungen eines H erzens wird bis zur Re­Laudin e sein Herz aus." Ein ander es literarisches Vorbild formation durch zahlreiche Denkmäl er, von denen minde­war wohl auch die Dichtung von Wirn t von Grafenberg." stens zig Beispiele genannt werden kön nten, bewiesen; deren Die Gestalt eines Mannes, der - be gleitet von der beflü­ Zahl ist schwer festzustellen , weil die Besch ädigun g der mei­gelten Pers onifizierung der Frau Minne ?- sein Herz auf aus­ sten Grabmäler deren Anordnung erschwert. Da rüber hin­gestreckter Hand opfert, findet man in zahlreichen allegori­ aus können nicht alle Gegenstände, die von den abgebilde­
  • 5. HERZBILDER IN DER KUNST DES U. - 14.JH. ZWISCHEN EROTIKUND MYSTIKten Verstorbenen in den Händen gehalten werde n, alsHerzda rstellungen angesehen werden. Das ikonographi scheHauptproblern liegt jedoch darin, daß die Bestattun gen vonH erzen nicht immer mit deren Abbil dungen bezeichnetwu rden; dort, wo sie tatsächlich bestattet wurden , haben wirdügegen nicht mit der separaten Bestattung einzelne r Lei­chenteile sonde rn mit der ganzen Leiche zu tun . In einigen F ällen könn en wir jedo ch na ch C. Bontell dieÜbereinstimmung der Darstellung auf dem G rabmal mitdem Inhalt dieses G rabs nachweisen." Es scheint jedoch, daßsich aus der Inschrift auf der Grabpl atte aus dem 13 .Jh. (?) inde r Kathed raleChichester (<<CI. GIST. LE. COVER, Iv lAVD .DE [.. ,J») ergibt [4J, daß wir in diesem Fall mit der tatsäch­lichen Bestattung eines H erzens zu tun haben; zur ähnlichenSchlußfolgerung kommt man vielleicht bei den Messingpla t­ten auf dem Grab von Rob en Kerville in Wiggenhale (No r­folk, 15.Jh .) und von AnneMuston in Salrwood (Kenr, 1476)sowie bei der kuri osen G rabplatte , die sich in einer Nischede r Kirche in Bredon (Worcestershire) befindet [5J. Die ältesten englischen Grabsteine wurden in der Technikeines hoh en Reliefs gefertigt. Der vom Versto rbenen in denHänden gehaltene Gegenstand hätt e normal erweise einH erz - falls er ein H erz darstellen sollte - auf eine naturali­stische Weise nachbilden mü ssen; die Technik einer Mes­singplatte (die seit dem 1. Viertel des 14 . ]h. an gewend etwar), die einer P rojektion auf der flachen Ebene bedarf, neig­te eher zu einer Stilisieru ng und stellte das H erz in Form ei­nes umgeri ssenen Efeubl attes dar. D as sollte jedoch erst im14 . ]h. erfolgen - der älteste bekann te Gr abstein dieser Art(126 1) ist bisweilen die Da rstellung eines Verstorb enen, der 5. Nischengrabmal in Bredon, Worcestershire (nach Bou­kein Herz sondern eine kleine Vase ohn e Deckel , die jedoch tell, Christian Monuments).kein litu rgisches Gefäß war [6], in den H änden hält. Der Bi­schof Ethelmer, ein Verwandte r des Königs H einrich III. ,war in P aris verstorben , wo auch seine Leiche bestatt et wur ­ 6. Winchester, Kathedrale, Grabmal des Bischofs Ethelmar .4. Chichester, Kathedrale, Grabplatte (nach Boutell, Cbri­stian. Monum ents ). (n ach Boutell, Cbristian Monurnents), 105
  • 6. ANDRZE] GRZYBKOWSKlde. Das H erz wurde jedoch , seinem Willen gem äß , in die Ka­ hampton (Norfolk) [9] . Hier häl t ein Ritter - William Ger­th ed rale Winches ter geb racht. " W ir h aben somit mit einem bridge - eine n eiförm igen Gegenstand, der dank den dreigar nich t häufigen Fall zu tun , wenn auf dem Grabmal die st rahlenförrnigen Kerben als Herz id entifiziert wurde." D ieta tsächliche Bestattung eine s H erzens abgebildet wa r. Ob ­ auf einer etwas spä te ren Grabplatte von Rich ard Boselyngr .wo hl die Forsch er der sep ulk ralen en glisch en Skulp tur den ho rpe (Buslingth orp e, Lin cs. 1335 -1345) [10] gegrabe nevom Bischof geh altenen G egenstan d ein H erz nennen , ist es Zeichnung macht immer noch den Eindruck eine r dr eidi ­eh er eine Vase für uiscera, eine Ar t Reliquienbehälter. Ein en men sion alen Darstellung." Man beh au ptet, d aß de r von Ma­ähnlichen G egenstand hält in den Händen der Ritter auf ei­ thilda H eriz in den H änden geh altene Ge genstand auf einemnem aus dem 13.Jh. sta mme nden Grabmal in G illing (York­ der schö nsten gotische n G rabmäler in G on alston (N otts.,shire) [7].72 D as M otiv wird iko n ographisch d ur ch ein e nur um 1300) [U ] ein unguen tarium sei." Dank der Ah nlichkeitzum Teil sich tb are Ab bildun g des Ver storben en , der durc h dieses G egenstands zu den H erzdarstellun gen auf den ob enzwei Öffnungen im Sarkoph agdec kel zu sehe n ist b erei ch ert. erwähnten italienisch en Denkmälern scheinen die ZweifelD eren Verb in dung , vierblättr igen Reliefs und ein e blumen­ beseitigt zu sein .artige Verzieru ng b ilde n ein Kr euz . Eventuelle Zweifel be­ Man kö nnte n och mindestens ein Dutzend Beispiel e vonzüglich der treffenden Erkennun g des vom Verstorbenen in G rabmälern mit H erzd ar stellun gen aus dem Ende des 13.de n Händen geh altene n G egenst ands wird durch andere Jh. hin zu setzen," wo b ei einige von ihn en in be dingtem MaßeG rabmäler b ehoben : das G rab einer Frau in East Tisted aus dem dritten Viertel dieses Jahrhundert s dati ert werden(H amps hire, En de 13. Jh .) [8] 7) und ein an de res in Wick­ können . Diese Grabmäler haben jedoch nichts mit der Be­7. Grabmal in Gilling, Yorkshire (n ach Boutell, Christian 8. G rabmal in East Tisted, Hamspshire (nach BouteIl,Monuments) . Chri stian iVJonuments ). 106
  • 7. HERZBILDER IN DER KUNST DE S 13 -1 4.]H. ZWISCHEN EROTlK UND MYSTIK9. Grabmal von William Gerbridge, Wickhampton, Norfolk(nach Tummers , Early Secular Effigies). 11. Grabmal von Mathilda Heriz, Gonalston, Notting­ hamshire (nach Tummers, Early Secular Effigies ). allmählich die alte Or antengeste. In diesem Sinne ist die Ge­ stalt des Verstorbenen mit den Dedikati onsbildern zu ver­ knüpfen. Der symbolische Wert - das Herz - wird G ott im Gebet geopfert. In manchen sepulkralen Darstellungen scheint der Ge­ gensatz zwischen Minne und der Religiosität dahinzuschw­ inden. Das diesseitige literarische Konzept des Todes von j;Iinne wird im religiösen Sinne umgestaltet. Mathilde von Magdebu rg hat die Idee des Todes der Minne in ihre Minne zur Go tt übertr agen. Ein mystischer Tod als Mittod in der Passion Christi versetzt die weltlichen Konnotationen des H erzens in die Sphäre der Religion. In jeder besond eren Fo rm der G rabmäler, auf denen die das H erz in den Händen haltende Gestalt mit der Form des Kreuzes verschmolzen ist, wird auf bildliche Weise die Idee der Hin gabe von Gefühlen10. Grabplatte von Richard Boselyngthorpe, Buslingthor­ dem Gott verwirklicht. Dies schließt jedoch die Int erpreta­pe, Lincolnshire (nach Norris, Monumental Bras sest. tion nicht aus, daß die H erzen auf G rabplatte n ein sün den­ freies H erz, das vom Go tt ent gegengenommen werden kann , veranschaulichen. Die späteren Inschriften aufS pruchbanden bestätigen diestatturig der H erzen zu tun. Viviane Egli" hat das Herz (oder Tatsache, daß die Abb ildung des He rzens von der tatsächli­den Behälter) mit Recht als ein Attribut interpretiert, dem ei­ chen Bestattung get renn t zu betrachten ist; gleichzeitig zeu­ne religiös-mystische Bedeu tung beizumessen ist. In form a­ gen sie von einer ikonographischen Evolution des Motivs,ler und sachlicher Hi nsicht ist das H erz hier der devoten Ge­ das seine weltliche Genese und mystische Subtilität verlorbetshaltung einzuordnen. Im 13. Jh . werden die Hände im­ und zum Zeichen des Glauben s des Verstor benen wurde.mer näher zueinander gehalten - diese Ha ltung verdräng te Auf der Abbildung des H erzens auf dem G rab von Roben 107
  • 8. ANDRZE] GRZYBKOWSKI Alen im Martham (Norfolk; 1487) findet man folgend e Wor­ lisieren (William Aldeb urgh , Aldb oro ugh, Yorks.; um 1360te: «POST. TE NEBRlS. SPERO . LVCEM. LAVS. DEO. [12].82 Es kamen die Abbildungen zweier H erzen ~uf Gr ä­MEO».7 9Auf den Banderolen, die aus dem H erzen heraus­ bern der Eh ep aare vor [13]. 8 3Der ikonogr aphi sche Wechselgehen, kann des öfteren ein Zitat aus dem 19. Kapitel des (was retrosp ektiv Lich t auch in die oben vorgebrachte Inter­Buchs Job (25-26) gefunden werden, in dem von der Aufer­ pretation der Grabmäler aus dem 13. Jh . bringen läßt) sollstehung des Leibe s und vom Er blicken Gottes die Rede ist. erst im 15. Jh . erfolgen, als auf dem H erzen zum ersten MalAuf der Abbildung des H erzens sind folgende Wörter zu se­ das Hi ero grarrun IHS erscheinen wird, wie z.B. auf zwei Plat­hen: Credo quod oder nur noch Credo, un d auf den Spruch­ ten der Serie B einer Londoner Werkst att (1436; 1446)8 und4banden die Wörter: «Cor mundum crea in me, Deus». Auf der auf einer Platte der Serie E (1446), auf der auße r des ob en er­Londoner G rabplatte (All Hall ows; 1437) von j ohn und]o­ wähnten Mon ogramms die Oberfläche des H erzens mitanna Bacon auf dem H erzen das Wo rt Merc» gegraben. zahlreichen kleinen Wun den bedeckt war [14]. 8 Darüber 5 Di e scheinba r problematische Darstellun g eines Gefä s­ hinaus hält der 1460 verstorbene Benediktiner Rob ert Beau­ses, die unmittelbar der Darstellun g des H erzens in F orm ei­ ner, der auf der Grabplatte in Saint Albans abg ebild et ist, einnes Efeu blattes voranging , kann einen literarischen Ur­ H erz mit sichtb aren Bluttropfen in seinen H änden." Auf ei­spru ng h aben : in [wein (Vers 7018-7054) wird das Wort ua: ner etwas sp äteren Grabpl att e von ] ohn Colard (1491) wach­in der Bedeutung eines H erzgefässes verwende t, was du rch sen aus dem H erzen H änd e und Füße mit Wun den, die fünfdie Bestattungspraxis begründet wer den konn te." Wunden Chris ti veranschaulichen 87 heraus. Unter dem Ein­ Im 14. Jh. wurden die G rabm äler mit Herzdarstellun gen fluß des Kultes vom H erzen ] esu kam es also zu einer be­imm er seltene r," die weit verbreitete Technik eines Messing­ zeichnend en ikon ogr aph ischen Umw andlung" - die erstenabg usses ermöglichte die Zeichnungen wunschgemäß zu sti­ Veranschaulichungen dieses Kultes entstand en in der deu­12. Grabplatte von Wtlliam AIdenburgh, Aldborough, 13. Grabplatte sir de Redford und seiner Gemahlin, Bro­Yorkshire (nach Haines, A Manual). ughton, Lincolshire (nach Clayton, Catalogue ). 108
  • 9. HERZBILDER IN DERKUNSTDES l3. . 14. ]H. ZWISCHEN EROTIK UND MYSTIK wurden, wie dem Kreuz oder dem Stern mit einem G riff, kann man vermu ten, daß es sich allgemein um ein positives Zeichen handelte, das mit den höheren G esellschaft sschich­ ten verbund en war. Wenn von den Darstellungen ausserh alb der G renzen der Kuns t die Rede ist, muß man die Existenz der heute nicht mehr erhaltenen un d schwer zu datierenden Herzamulette aus Wachs und Teig erwähn en, die gegen Dämonen und Feind e angewandt wurden. 92 In unserer Übersicht erwies sich die geograph ische Ver­ teilung der H erzdarstellungen in Europa als überr aschend . Es ist ein scheinbares Parado xon, daß die Grabmäler mit Herzdarstellungen in Deutschland überhaupt unb ekannt waren . Vielleicht deswegen, daß seine Konn otationen im Sinne der Minne als allzu weltlich zu sein schienen, um durch die sepulkrale Kun st adaptiert werden zu können . In Frank­ reich bedeutete eine Abbildung des Herzens auf dem Grab ­ mal nur die tatsächliche Bestattun g des Herzens, die übri­ gens nur auf Könige und Fürsten beschränkt war. In En g­ land, wo das literarische Motiv des Herzens noch lange kei­ nen literarischen Hintergrund hatte (wegen der Verspätung der englischen Literatur gegenüber der vom Kontinent) wur ­ de die Grabdarstellung zum eigentlichen Medium. Jeden­ falls haben wir hier mit einer Korrelation zwischen einer be­ deutenden Anzahl von H erzbestattungen und einer Anzahl dessen Abbildungen in der sep ulkralen Kunst zu tun. Wenn trotzdem die Darstellung eines Herzens nur ausnahmsweise dessen Bestattung bedeutete, sollte vielleicht dieser Veran­14. Grabplatte von John Merstun, Lillingstone LovelI, schaulichung die Rolle eines Er satzes beigemessen werden.Buckinghamshire (nach Norris, Monumental Brasses ), Die H erzdarstellungen auf Grabmälern waen mit dem Ide enfeld der M inne un d der Mystik eng verbunden. Ob­ wohl Otfried von Weissenburg als erster das H erz im reli­ giösen Zusammenhang anbringen hatte, waren dessen Aus­tschen Kunst des 15. Jh., obwohl die Anfänge der religiösen wirku ng im Vergleich mit der später angekomm enen gewal­Verehrung (Gebet, Lied) ber eits aus dem 12. ]h. datieren . tigen qelle der weltlichen Literatur nur sehr gering - geradeDie Ubertragung der weltlichen höfischen Liebe in die Lie­ diese Literatur hat bei der Verbreitung des Herzmotivs diebe zu Christus wird auf einem Holzschnitt aus dem 15. ]h. entscheidende Rolle gespielt . 9,bildhaft darge stellt - eine Frau , die eine liebende Seele ver­anschaulichen soll, schießt mit Pfeil und Bogen an Chri stus,der mit herausgestreckten Armen vor ihr steht ! Im Spätmittelalter wurde ein verwundetes, blutend esH erz zum beliebten, besonders in G raphik, Devotionsbild .auf denen das mit einem Pfeil durchbohrte Herz - ein Sym­bol der Liebe und des Leidens Christi - veranschaulicht war.Auf diese Weise kam es zu einer Verwischung der weltlichenund der literarischen Genese der Herzsymbolik. Die weitere und wohl auch die letzte ikonographischeUmwandlung erfolgte auf den Grabplatten aus den]ahr en1466 und 1533 , auf denen das H erz dur ch zwei aus den Wol­ken her ausgescho benen oder übe r dem Kopf der abgebilde­ten Gestalt befindlichen Hände wie ein Emblem gehaltenwird (Thomas Kn yghtley, Fawsley, Northans.; 1516)90 Obwohl wir uns hier ausschließlich mit kün stlerischenVeranschaulichungen befassen, sollte wegen der verhältnis­mäßig frühen Entstehung auf ein so seltsames Medium wieFiligran hingewiesen werden. Wasserzeichen in H erzens­form wurden -angefangen ab 1326- die mind esten s 160 Fa­b rikmarken verwendet [15], wobei das älteste Papier dieserArt in Italien hergestellt wurde. Diese Zeichen nahm en abder 1. Hälfte des 14. Jh . die Form eines Blattes an. Weil dasP apier mit Wasserzeichen vorwiegend in Kanzleien ange­wende t wurde, soll die erotische Symbolik dieses Zeichenseher ausgeschlossen werd en." Da im 15. Jahrhundert in den 15. Wasserzeichen, 14. - 15. jh. (nach Lewinsohn, EineWasserzeichen H erzen mit anderen Embl emen verbunden Weltges chichte) . 109
  • 10. - ANDRZEJ GRZYJ3KOWSKl ANMERKUNGEN1 Dieser Arakel ist eine veränderte und erweiterte F assung eines in polni ­ Eindruck des betreffenden Webemusters zu erreichen. Als ein anderes Bei­scher Sprache veröffentlichten Sammelwerkes Sztuka a erotyka [...l , War­ spiel de s be reits selbstständige n Auftretens eine s Herze ns auf Ornamentenszawa 1995 , S. 105 -122 . kann ein kleines Stoffstück 08x24 cm ) aus Ac hmim . au f dem ein e männli.2 R. LEVlNSOHN, Eine Weltgeschichte des Herzens. Erotile. Symbolik. Chzr­ Nimbus un d einem ein zigen großen H erz, das an der che Büs te mit einem urgte. Physiologie. Psychologie, Harnburg 1959 , S. 69. rechten Seite seines Gesic hts abg ebracht ist , dienen (4.-.5 . jh.) (Koptische, B. BAUER, S.v. Herz, in Realleakon für A ntike und Christentum, XIV, Kunst. Chnrten tum arn Nd, A usst. Kat. Villa Hügel - Essen , Essen 1963, S.Stu ttg arr 1988, Sp . 1128. 330). Ma n könnte viele Beisp iele ein es ähnlichen O rnaments mit Herzdar ­ • MACROBIUS, Saturnalia I, 6, 17 ; lv[acrobIus, F. Eyssenhardt recognavit , stellungen aufzählen .Lipsiae 1868, S. 26. " HÖFLER, Dar Herz, S. 266 .5 H. BONNE Reallexicon der iigyptirchen Relsgionsgescbicbte, Berlin-Ne w T, jJ Zu den ältes ten (1304- 1305) Beispielen gehört ein Herz als At tribut vonYork 1971 , S. 29 8. Ca ritas, die von GiotlO in der Kapelle Scrovegni gem alt hat (M. BOSKOVITS,6 V. HELCK, Y/ WESTENDORF, Lexicon der Ägyptologie, TI . Wiesbaden . M. WALLERSHOFF, Canta s, in Lexikon der cbn stlicben Ik onograpbie, h rsg. E.1975, Sp . 11 68. Kirschbaum, 1, Rom- Freiburg.Basel-Wien 1968, S. 35 1;]. GRUNDEL, Can­; Un abhängig von einem Skarabäus wurde auf die Br ust des Verstorbenen tas, in Lexik on des Mittelalters, Tl, München -Zürich 1983, Sp, 1507 -1508) .auch ein stein ern es Amulett in Fo rm eines Kruges gel egt. Dieser Brauch war In de r rech ten Han d hält sie eine Fruchtschaie, ab er di e H aupth andl un g istno ch in der Zeit vo r der 2 1. D yna stie verwurzelt, als die Eingeweide , u.a. das der Funktio n Am or Dei gewidmet: Caritas hebt ih re Arme nach oben undHerz, in vier Vasen ein geleg t und aufbewahrt, und nicht - wie später - er st gibt sie dem Gott, der in der re chten o beren E ck e zu sehen ist. Möglicher.einbalsamiert, um dann wieder in die M um ie hin eingelegt zu werden. A. NI­ weise tritt dieses Motiv eines Herzens als eines V ellen Sym bol s außer E ng­ IsuWItl KI, Mlty isymbole religijnestarozytnego Egiptu, Warszawa 1984 , S. 239, S land zum ersten Mal au f, R. FREYRAN , The Evolution of the Caritas Figure in25 4, Abb . 119 . tbe tb trteentb and fourt eentb Centunes, <Journal of the W arburg and Cou r­s M . H ÖFLER Dar Herz als Gebildbrot, «Archiv fü r Anth ropologie» , V , tauld Institutes» , XI (1948 ), S. 79 -80; Lexieon derchristlichen lleonograpbie,(1906),3 -4, S. 26 7 . II , 1970, S. 249. E s wurde dann im Re lief an der Tür zum Baptisterium von, Lexicon iconographicum mythologiae classicae, III, 1, Zürich-Mü nc hen Andrea Pisano in Florenz (1336) und an dem an liegenden G loc ken turm1986, S. 448, Nm . 2.54-2.59. (1344 - Abb . 2) wiederholt. D as H er z wird hier überall als ein niedriger, ke­10 G . H EINz· MOHR, Lexteen der Symbole. Bilder und Zereben der cbristli­ gelfö rmiger Klumpen d argestellt . D ie Personifiz ierung de r Barmherzigkeiteben Kunst , Fr eib ur g-Basel-W ien 199 1, S. 82-83. ha t ein H erz als Attribut d er Liebe übernommen (G . D E T ERVARENT, Attri­II L. KOTZSCHE-BREITENBRUCH, Die neue Katakombe an der via Latina in buts et symbolesdans lartprofane. 1450-1600. Dictionnaire dun langageper­Rom . Untersuchungen zur lleonograpbte der alttestamentlichen Wandmale­ S. 102). du, Ge neve 19.58, I,rei, Münster 1976, Taf. 23a; R. BIANCI-u-BANDlNELLI, Forma arttstica tardo 18 PLATO, Timajos, 69b-71d. Vergl . P. SADOWSKl, The Knigbt on His Quert:antica e apporti partici e sassanidi nella scultura e nella ptttura, in «An i del SymbolicPatterns ofIran sttion in SirGaurain and tbe Green Knight,Newark­co nvegno sul terna La Persia e U mondo greco-rom ano», «Qua dern i L ondon 1996 , S.155-157, 245 -246 .dellAceadernie Nazionale dei Lincei», LXXVII (1966 ), S. 330-331, Abb . B " «Su lin quement sie in nohheirn, thaz ir swinret innan bein, thaz sela johaufS . 33 3, Taf. IX-X- 23-26; A. FERRUA,Le pitture della nuoua catacombadi thaz h erz a ruaritsulich srnerza»: Öt/rids Eoangelienbucb, hrsg. O . Erdmann.via Latina , Cirtä del Vaticano 1960, Tav. LXVII, LXXV Unrichtig ist also Halle 1882, IV,26 , S. 243; Vergl . LEWIN SOHN, Eine Weltgeschichte, S. 69-75 .die Behaup tung H öflers (Das Herz, S. 266 ,267), daß das H erz motiv in de r zo Minne bedeut e te sowoh l die Liebe des Menschen an Got r un d zwischenfrühchristlichen Kunst unbekannt wäre [di e Ka takombe an de r via Latina Mann und Frau als au ch di e Sorge um Hilfsbedürftige. F ür die oben er ­ist zwa r damals noch nic ht en tdeckt wo rden], oder daß wir mit einem zuge­ wähnten Minnesänger war de r Begriff Minne mi t dem späteren Won Lie­spit zte n, herzförm igen Efe ublau (H ed era distin gu en s) zu tun hätten, weil be identisch (J-P IPER,Überdie Liebe, München 1977, S. 19-20). E rst im spä ­außer dieser auch deu tlich ausgeprägte, stilisierte Herzen ohne Zwe ige vo r­ ten Mittelal te r wurde sie im pejo rativen Sinn an die sexuelle Bedeutung ein­kommen , die jede Spur deren p flanz lich en Herkunft verloren haben. Ein geschränkt. MmJ1e , in Sachwörterbuch der Meditivistik, hrsg . P. Dmzelba­Efeublatt als In terpunktionsze ichen in Epigraphik weis t ke ine sym b olische eher, Stu rtgart 1992 , S. 535 .Bedeutung auf (BAUER, Herz, SI . 1129 ). " HARIMANN VON AUE, Erstes B üchlein, in Hartmann von Aue, hrsg . F.12 R. FORRER, Die frühchristlichen A ltertbumer aus dem Gr ä erf elde von b Bech, Tl, Leipz ig 1867 , S. 39 ·1 03 ; Vergl., Deutsche Natzonal - LIteratur, IV,Achmin - Panapolis [n ebst analogen unedierten Funden aus Köln etc.] , Ha/ische Epik, TI, bearb P. Piper, Srurtgart (0. J.), S. 27; E. BARGHEER, Ein­ xvm.Strassburg 1893 , Taf . III , 12 ; VIII, 8; XVl, 1.5; XVII, 6; 1; H. MEN­ geweide Lebens- und Seelenk räfte des Leibesinneren im deutseben GlaubenZEL, Antilee Lampen im Römisch-Germanischen Zentralmuseum zu Mainz, und Braucb, Berlin-Leipzig 1931, S. 4.5.Mainz 1954 , S. 90 -91 , Nrn .598, 602 ;J. W HAYES ,Late Roman Pouery, Lon­ >1 V. EGU, Gebä rdesprache und Bedeutung mittelalterlieber Rittergrabbiider,don 1972 , S. 248 f., 271, Nm . 107- 112, 115- 116 ,281 -28.5; L.JOLY. Lucerne Zürich 1987 lD iss.) , S. 136 .de! Museo di Sabratha (<<Monografie di Ascheolog ia Li b ica» , XI), Rom a " C. GELLllTEK, Hdufigketrwörterbucb zum Mrnnesang des 13. [ahrbun­ 1974 , Nr. 1224, Tav. LI;]. DENEAUVE, Lampes de Carthage (<<Cent re de Re ­ derts. Nach der Auswahl von Hugo Kubn, T übingen 1971 , S. 10. Herzeeherohes sur lAfrique Medirerraneenne. Serie Archeolog ie»), Paris 1974 , S. gehört zu den um häufigsten verwendeten W ö rt ern. D ie Di ssert ation von F.144 , PI. LIV, N I. 534; BAUER, Herz, Sp . 1128; A Cataloque 0 the Lamps in / HEIMPLATZER, Die Metaphorik der Herzens im Minnerang des12.und 13]h ,tbe Britisb M useum , ITl: Roman Prouinaal Lamps, bearb. D .M . Bail ey, Lon ­ H eidel b erg 19.53 war für mich leider nicht zugänglich .don 1988, S. 303 , N I. Q2396 , PI. 63, Fig. 65. " LEWINSOHN, Eine Weltgeschichte, S.83 ·8 5 .U Die Sarkopbage der westlichen Geb iete der Imp erium Romanum, Tl, Die zs Ibid., S. 83 .ravennatlschen Sarkophage (<<D ie antike Sar kophagsreliefs», 8), bearb . J. " Üb er die Relationen Zvischen dem lV nesan g und der zisterzienseri· linKollw itz, H. H erdejü rg en , Berl in 1979 , Nr. Kat . B5, B9, BlO, B18 . schenMystik: H. KUHN, Liebe. Geschichteeiner Begriffs, (0.0.) 1975, S. 99­J4 HEINz-MOHR , Lexicon. 121." H ÖFLER, Dar Herz, S. 266-267. Bemerkenswe rt sin d hier insbesondere " A. WALZER, DarHerzim chnrtlichen Glauben, in Das Herz, I , Im Umkreisdie Funde au f der Nekropole Achmim (das antike Panapolis) in Oberägyp ­ des Glaubens, Biberach an der Riss 1965 , S. 108.ten (FORRER, DIe/ nihchnstlichen Alterthümer). Ein K reuz auf TonJampen lS Hzldegardis causae et curae, ed. P. Kaiser, Lipsiae 1903, S. 95, V. 36 .Wlrd durch ei ne Bo rdüre mit vereinzelt abgebildeten Herzen (o hne irgend­ " W,LZER, Das Herz, S. 108 -109 .weldle Spur deren blättrigen H erkunft) umrah m t; durch ein vertikales Or­ " KONRAD VON lvlEGENBURG, Das Buch der Natur [.. .], hrs g. F. Pfe iffer,nament aus äh nlic hen H erzen wird der Clavu s auf einem Sto ff aus dem En ­ Sturtgart 186 1, S_26 , V. 7.d e des4.]h . (Abb. 1-2) bedeckt (L. KYBf.lovA, DIealten Weberam Nil.Kop­ S. 110 . " WALZER, Das Herz,tirche Stoffe. Ein Beitrag zur iisthetirch-technologischen Problematik, P rague J2 c.A. BRADFORD, Heart BurIal, Lon d on 1933; BAR GHEER, EingewezdeLe­1967 , S. 80 , Nr. 28) . Eine Bordüre aus großen Herzen faß t eine figü rlich e bens- und Seelenkra/te; H . SCHADE. Dar Herz in Kunst und Geschichte, in DasSzene ein (Elia vor Maria mIt dem Kind) auf einem pontifikalen Pallium , das Herz, TI, Im Umkreis derKunrt, Bibe rach an de r Riss 1966, S. 10-15; E . W.in de r Techn ik der Seidenstickerei gefe rti gt wu rde (6 . J h .). Ein vertikal ver­ E scmlANN , Das Herz Ln Kult und Glauben, in Dar Herz,!, S. 27-31 ; F. ZOE­laufend er Str eIfen von Herzen begleitet die Darstell ung Christi , der eine n PFL, S.V. Bestattung, in RealleXIkon zur deutschen Kunrtgerc hichte, h rsg. O.Krokodil durchsticht. Durch drei frei auf dem Stoff verteilten H erzen - em Schmitt, H, Stutt gart 1948, S_34 7 -348; D . SCHAFFER, Mlttelalterltcbergrünes, gelbes un d gelb -grünes - wi rd die Abbildung des den Segen ertei­ Brauc bei der Überführung von Leichen, «Sitzungsberichre der Preussi ­ hlenden Christi aus dem 6.-7. Jh. (A bb . 1-.3 ) begleitet. Auf einer Seiden · sch en Akademie de r W issenschaften» , 1920, S . 47 8-498.stickerei aus einem christlichen Grab aus dem 8. Jh. be findet sich ein grü­ ;; Z . KRzAK,Megality Europy, W arsz aw a 1994 , S. 57.nes Herz in der Brustmllte de s gekreuzigten Christus (dieselb e Farbe ha ben >< SCHÄFFER, MIttelalterltc her Brauc S. 493-494; SCHADE, DasHerz, S. 1.5. h,d ie F üß e und Hände; Abb . 1-4). Die Wahl die ser farb e ha rte zum Z iel, den J5 K. BAUCH, Das mittelalterliche G· bbild. Figürliche Grabmiiler des 11. bzr a 110