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Kurszeitung des Konversationskurses am Österreich Institut Ljubljana. © by Andreas Schiestl & others.

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  • 1. INHALTSVERZEICHNISVorwort..................................................................3Über die Autoren..................................................4Themenkatalog WS 2011/12...............................6Themenkatalog SS 2012.....................................8Peter Handke......................................................10Kleine Geschichte Österreichs...........................12Reisen ­ einst und jetzt.......................................14Exkursion Tirol....................................................16Schweiz ­ Land der Widersprüche?....................18Filmrezension: Free Rainer.................................20Österreich geht mit gutem Beispiel voran...........21Lemberg? Lviv!...................................................22Idiome einmal anders.........................................24
  • 2. "Andreas ist unser Lehrer. Er ist ein Polyglott, Musiker, Spaßreisender und vieles mehr. Er interessiert sich für slawische Sprachen und erforscht Subkulturen. Er spricht um die zehn Sprachen, kann Gitarre spielen und reist oft nach Osteuropa. Er macht den Kurs am Österreich Institut zu unserem third place." ­ Miša Lamut Liebe Leserin, lieber Leser, interessanten Artikeln füllen zu können. seit zweieinhalb Jahren leite ich bereits voller Freude den Auf freiwilliger Basis Konversationskurs am konnten alle, die wollten, an Österreich Institut der Zeitschrift mitarbeiten. Ljubljana. Seit dem Manche der Themen haben Sommersemester 2012 ist wir in unseren Kursen auch ein Alltagsdeutsch­ durchgearbeitet, andere Kurs dazugekommen. wurden frei nach Interesse gewählt. Vor einem Jahr erstellten wir Was Sie nun vor sich liegen gemeinsam eine haben, ist die Arbeit von acht Kurszeitung namens AutorInnen, die Sie auf den "TeeČajnik". Die Idee nächsten Seiten kennenlernen war es, dass die werden. KursteilnehmerInnen die Früchte ihrer Mir bleibt nichts anderes Arbeit beim übrig, als mich bei allen Deutschlernen in Mitwirkenden herzlich zu Händen halten und mit bedanken. Das Ergebnis, die anderen Menschen vorliegende Zeitschrift, teilen können. spricht, glaube ich, für sich. Auch in diesem Jahr Viel Spaß beim Lesen haben wir wieder wünscht Ihnen fleißig gearbeitet, um die zweite Ausgabe des Andreas Schiestl "TeeČajnik" mit Chefredakteur: Andreas Schiestl .© 2012 Сергей Шиманский Autoren: Ana Marija Toman, Miša Lamut, Nataša Gorkič, Špela Baričič, Primož Lesjak, Sonja Virag, Elisabeth Denner Gestaltung: Andreas Schiestl, Irena Kržan 3 Korrekturen: Tamara Kerschbaumer, Peter Prodinger
  • 3. Über die Autoren... Miša Lamut, Andreas Schiestl Nataša ist Kardiologin, die gerade ihre Doktorarbeit schreibt. Sie tanzt gern Salsa und geht regelmäßig ins Fitnessstudio. Wegen ihrer Arbeit kann sie das Angenehme (Reisen) mit dem Nützlichen (an Kongressen teilnehmen) verbinden. Ana Marija ist selbständige Übersetzerin. Sie übersetzt Belletristik, Kinderbücher wie auch Zeitungsartikel aus dem Englischen, Französischen und Deutschen. Sie mag viel Sport treiben (Joggen und Fitness) und liest sehr gern. Sie ist eine Weltenbummlerin – sie reiste schon nach China, Indien und Kasachstan. Miša ist Studentin an der Philosophischen Fakultät in Ljubljana, wo sie die deutsche und tschechische Sprache studiert. Ihre Hobbys sind Lesen, Bergsteigen und Reisen. Sie ist noch nicht sicher, was sie in der Zukunft beruflich machen wird, aber es wird etwas mit Fremdsprachen zu tun haben.4
  • 4. Lisa kam im Sommersemester nach Ljubljana, wo sie auf der Germanistikein Praktikum gemacht hatte. Sie hat unseren Lehrer Andreas ein paar mal als Co­Teacher unterstützt. Lisa ist studierte Linguistin ausOberösterreich. Ljubljana gefällt ihr so gut, dass sie entschieden hat, noch ein Semester hier zu bleiben. Špela ist Juristin und kommt aus Grosuplje. Sie ist zertifizierte Aerobic­ Leiterin und fährt Ski im Winter und Inlineskates im Sommer. Sie besucht den Kurs, weil sie mit der deutschen Sprache in Kontakt bleiben will. Primož ist ein passionierter Geschichtestudent an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät in Ljubljana. Er besuchte imSommersemester 2012 den AD9­Kurs. Primož kam meistens ein bisschen früher zum Kurs, um mit seinem Lehrer, Andreas, noch über historische Themen zu diskutieren. Sein Lieblingsgebiet ist die Geschichte von Österreich­Ungarn. Sonja besuchte den AD9­Kurs. Sie ist Psychiaterin, weshalb sie sehr beschäftigt ist und leider nicht immer zum Kurs kommen konnte. Am Ende dieses Jahres wird sie für längere Zeit nach Zürich gehen. 5
  • 5. THEMENKATALOG WS 2011/12 THEMENBLOCK: KOMPLEXE SYSTEMEStrange New WorldDie Frage, die hier im Mittelpunkt steht, ist, inwiefern sich das Leben des Menschen in den letzten 20Jahren verändert hat. Augenmerk wird dabei auf politische, soziale und persönliche Umwälzungen gelegt.Den zweiten Teil der Lektion bildet eine Diskussion über neue Medien (v.a. Mobiltelefonie, Internet,soziale Netzwerke, Google), wie sie in unseren Alltag eingreifen und unser Verständnis von Privatsphäreumdefinieren.Altruismus – Egoismus – FreiwilligkeitGibt es Altruismus, oder ist dieser Begriff nur ein Hirngespinst? Handeln wir nur vorgeblich selbstlos, umpersönlichen Nutzen daraus zu ziehen? Verschiedene Wissenschaftsdisziplinen sehen verschiedeneFaktoren als primäre Ziele des Menschen. Den meisten gemeinsam ist, dass sie das Konzept desAltruismus als irrational und illusorisch abtun. Dennoch ist es ein Konzept, mit dem geistig gearbeitetwird. Durch eine Analyse von Biographien von historischen Persönlichkeiten, die als altruistisch gelten(Mutter Theresa, Florence Nightingale, Will Keith Kellogg), soll ein Verständnis des Altruismus­Egoismus­Paradigmas extrahiert werden.FILM: Free Rainer (DE, 2007) THEMENBLOCK: GESCHICHTE ZWISCHEN VISION UND LÜGEReisen – einst und jetztDie Industrielle Revolution erlaubte es der Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung auch zu reisen. Wassteckt hinter dem Wunsch, die Welt zu sehen? Wie reisten die Menschen in der Vergangenheit? Wie heute?Der Traum davon, wie ein Vogel zu fliegen, ist längst Realität geworden. Auch war die Menschheit im Allund auf dem Mond, wovon Jules Verne und H.G. Wells nur träumen konnten. Reisen hat sich verändert.Durch Texte über die Industrielle Revolution, über die ersten Flugversuche durch Otto von Lilienthal unddie Gebrüder Wright und das Desaster von Lakehurst, das das Ende der Luftschifffahrt bedeutete, begebenwir uns zuerst auf eine Reise in die Vergangenheit, bis wir schließlich Spekulationen über die Zukunft desReisen anstellen werden.Retrofiktion und SteampunkIst die Zeit der großen Abenteuer, Erfindungen und Entdeckungen, als Forscher sich von Pfeilen gejagtdurch den Dschungel kämpften, um die letzte unbekannte Zivilisation zu entdecken, oder als die Lüftedurch Zeppeline neu erforscht wurden, vorbei? Vielleicht ja. Aber eine neue Subkultur hat es sich zurAufgabe gemacht, diese Zeit (zumindest in Gedanken) zurückzuholen, oder, besser gesagt, so zu leben, alshätte das Viktorianische Zeitalter nie geendet. Das heißt: Vergangenheit trifft die Zukunft. Aus einemliterarischen Genre hat sich eine neue Ästhetik entwickelt. Willkommen im Zeitalter des Steampunk!6
  • 6. Kontrafaktische GeschichteWas wäre, wenn Franz Ferdinand, der Thronfolger von Österreich­Ungarn, 1914 nicht dem Attentat vonSarajevo zum Opfer gefallen wäre? Oder was wäre, wenn die Konföderierten den amerikanischenSezessionskrieg gewonnen hätten? Solche „was wäre, wenn“­ Spekulationen, die einen Fixpunkt in derGeschichte gedanklich verändern, werden von dem Gros der Historiker als unwissenschaftlich abgelehnt.Dennoch liefert eine kontrafaktische Geschichte viel Stoff für interessante Diskussionen.GeschichtsfälschungGeschichte ist ein machtvolles Instrument. Wer sie manipuliert, beherrscht sie. Es gibt verschiedeneMotive für Menschen, Geschichte zu fälschen. Die einen fälschen aus ideologischen Gründen, die anderenaus Geldgier, manche bloß aus Spaß. Aus so einem Spaß wurde ernst, als 1983 ein Mann HitlersTagebücher glaubwürdig gefälscht hatte und diese dann vom Magazin Der Stern veröffentlicht wurden.Die großen Lügen der GeschichteDie Konstantinische Schenkung ist eine Urkunde, durch die der Papst Territorialansprüche inZentralitalien rechtfertigte. Es handelte sich aber um eine Fälschung. Diese und andere große Lügen derMenschheit (die Dolchstoßlegende, die Persische Mumie, die Grünberger Handschrift, …) werden unterdie Lupe genommen und diskutiert. Danach wird eine interessante Theorie näher beleuchtet: diePhantomzeit­Theorie, die besagt, dass die Jahre zwischen 614 und 911 nach Christus nie existiert haben.FILME: ZDF­Doku – Lügen der Menschheit Die letzten Stunden der Hindenburg THEMENBLOCK: DEKONSTRUKTION DES ALLTAGSWas haben wir gelacht? ­ Humor im AlltagHumor, Witz, Spaß ­ Worte, die uns täglich begleiten. Aber wer hat sich schon einmal Gedanken darübergemacht, woher Humor kommt, warum wir etwas witzig finden und warum andere einfach nicht "darüber"lachen können?Der dritte Platz des öffentlichen LebensDer Soziologe Ray Oldenburg entwarf im Jahre 1989 eine Theorie, um das Konzept "Alltag" besserverstehen zu können. Für ihn spielt sich unser tägliches Leben an drei Plätzen ab: Zuhause (erster Platz),Arbeit (zweiter Platz) und an öffentlichen Plätzen (dritter Platz), wie Bars, Pubs und Kaffeehäusern. Einwichtiger Schritt zur Entwicklung der Moderne war die Etablierung von dritten Plätzen. Kaffeehäuser undPubs sind Plätze zum ungenierten Meinungsaustausch ­ essentiell für die Entwicklung einer reflektivenZivilgesellschaft.PopulärkulturDie Jugend ist der Träger von Populärkultur. Jugend ist hier nicht als biologisches/natürliches Phänomenzu sehen, sondern also soziokulturelle Erscheinung. Welche Faktoren ("Facetten") sind ausschlaggebendfür die Entstehung von "Jugend" im soziokulturellen Sinne? Welche Bedeutung hat der scheinbarunmögliche Spagat zwischen Individualismus und Kollektivisierung der Jugend? 7
  • 7. THEMENKATALOG SS 2012 THEMENBLOCK: WIENWien ­ Träger der Gemütlichkeit und bester Freund vom TodWien ist in aller Munde. Die prunkvolle Kaiserstadt hat eine Faszination für sich. Wien ist anders, hatzwei Gesichter: Einerseits sehen sich die Wiener als Träger der so genannten Gmiatlichkeit,andererseits wird dem Freund Tod im Wienerlied gehuldigt. Man sagt, dass diese Nähe zum Tod dieWiener Mentalität ausmacht.Jugendstil in WienWenn man sich Wien vorstellt ist der Jugendstil - auch Art Nouveau genannt - nicht wegzudenken.Bedeutende Vertreter dieser Epoche sind der Architekt Otto Wagner, der das Bild Wiens wie keinanderer geprägt hat, und natürlich Gustav Klimt, der exzentrisch-kitschige Künstler, der in diesem Jahrseinen 15. Geburtstag gefeiert hätte. THEMENBLOCK: ALTERNATIVKULTURENWas ist eigentlich Hipster?Überall gibt es sie, keiner möchte einer sein. Sie kleiden sich gut und hören alternative Rockmusik.Sie sind Hipster. Sind sie restituierte Bohemians oder moderne Dandys? Oder eine ganz neueBewegung? Willkommen in den Nullzigern!Was nach dem Punk kam...Seit den 50er-Jahren wird die Zeit meist in Dekaden, nicht mehr in Epochen, gemessen. Musik undAlternativkulturen waren ein wichtiger Faktor dieser Einheiten. Durch die Swinging 60s, vorbei an denwilden 70ern kommen wir zu den, hm..., kitschigen 80ern? Oder waren sie doch nicht so kitschig?Was ist New Wave, Post-Punk, Gothic Rock und Synthie-Pop? Hier wird einmal die andere, dunkle,Seite der 80er beleuchtet. THEMENBLOCK: GESCHLECHTERKAMPFGender StudiesDurch die Fokusierung auf die Rollen der Geschlechter gab es in der Wissenschaft seit den 60erneinen Turn. Dabei hat das Ganze mit einem weniger erfreulichen Experiment des SexualforschersJohn Money begonnen. Die Geschichte von David/Brenda Reimer erregt bis heute die Gemüter.Feminismus heuteDie ukrainische Frauenrechtsbewegung FEMEN ist schon lange nicht nur in der Ukraine bekannt.Durch ihr provokantes Auftreten, oben ohnen gehen Frauen auf die Straße, um für ihre Rechte undgegen Unrecht zu demonstrieren.8
  • 8. THEMENBLOCK: MAN LERNT NIE AUSLebenslanges LernenIst die Weisheit „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ heute noch zeitgemäß? Imgesellschaftlichen Wandel der Globalisierung und Entwicklung neuer Informations- undKommunikationstechnologien veraltet erwobenes Wissen und Qualifikation schneller. DieseVeränderungsprozesse beziehen sich nicht nur auf das Berufsleben, sondern auf alle Lebensbereiche.So ist es für den Einzelnen um leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben wichtig, sich denveränderten Lebensbedingungen anzupassen. Und dies bedeutet lebenslanges Lernen. LebenslangesLernen zu fördern bedeutet auch mehr in Menschen und ihr Wissen zu investieren.Kulturschock!Wer viel reist, kennt dieses Gefühl wahrscheinlich sehr gut ­ Kulturschock! Der anfänglichen Euphoriefolgt er meist, wenn man merkt, dass nicht alles so toll ist, wie man gedacht hat. Nach dem Schock folgtdie Akkulturation ­ jene Phase, in der wir endgültig entscheiden, ob wir der neuen Kultur positiv, neutraloder negativ gegenüberstehen. Was ist eigentlich Kultur? Und kann ein Kulturschock auch positiv sein? 9
  • 9. Portrait Peter HANDKE Exzentrischer Sprachspieler Ana Marija Toman Am Anfang des Wikipedia-Artikels über Peter Handke können wir lesen, dass er am 6. Dezember 1942 in Griffen, Kärnten, geboren ist und ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer ist. Aber hinter dem Namen Peter Handke verbirgt sich viel mehr. Schauen wir, wer er wirklich ist. Handke als Kind Handke hat erst kurz vor der Handke Probleme, Freunde Matura erfahren, wer sein zu finden. Auch in seinem Handkes Mutter war biologischer Vater ist. Die Zuhause fand er keine Ruhe, Kärntner Slowenin. Ihr Familie ist bald darauf nach weil sein Stiefvater Probleme Name war Maria Sivec. Berlin gezogen. Dort bekam mit Alkohol hatte und sich Während des Krieges hat sie Peter Handke eine kleine die Eltern oft stritten. den Soldaten Erich Schwester – Monika. Schöneman kennengelernt Das Leben in der DDR war Peter Handke hatte trotzdem und ist von ihm schwanger schwierig und deswegen ein idyllisches Dorfleben, wie geworden. Vor der Geburt haben sie sich entschlossen, wir in seinen Büchern lesen hat sie den Berliner Adolf zurück nach Österreich zu können. Bruno Handke geheiratet. gehen. Wegen seines Dialekts hatte der junge10
  • 10. Schul­ und veröffentlicht. Im selben JahrStudienjahre hat er auch seine Frau, die Schauspielerin Libgart Schwarz, kennengelernt. In Zitate vonPeter Handke war ein guterSchüler, seine Schularbeiten den nächsten Jahren sind sie viel umgezogen. Sie haben in Peter Handkewurden meistens mit Gut oder Düsseldorf, Paris undSehr gut benotet. Im Kronberg gewohnt. 1968Gymnasium hat sein Deutsch­ wurde ihre Tochter Aminaund Englischlehrer Dr. Was manche Politiker nicht geboren.Reinhard Musar Handkes im Kopf haben, haben sieTalent für Literatur entdeckt. im Kehlkopf.Sie sind oft spazieren gegangen Handke alsund haben über Literaturgesprochen. Der Lehrer hat Übersetzerihm empfohlen, Jus zu Theaterstücke haben 1979 ist Peter Handke nachstudieren. Jus­Studenten einen zeitlich Österreich zurückgekehrt. Inmussten wenige Monate begrenzten Nutzen, wie dieser Zeit ist er Übersetzerintensiv studieren, so sollte der Regenschirme oder geworden. Er hat aus demjunge Handke genug Zeit fürs Zahnbürsten. Wenn sie Englischen, Französischen,Schreiben haben. Handke hat ausgedient haben, Slowenischen und1961 mit dem Studium der gehören sie in die Altgriechischen übersetzt. ErRechtswissenschaft in Graz Mülltonne. hat sich bewusst fürangefangen. Zwischendurch unbekannte Autorenhat er geschrieben und ist oft entschieden.ins Kino gegangen. Aus Liebezum Film würde er später auch Schändlich der Sprache ist ein zentralesDrehbücher schreiben und Mathematiker, der kein Thema bei Handke. Sie ist dasRegie führen. Auch Rockmusik Philosoph wird. Werkzeug, um die Realität zuwar seine Leidenschaft. 1963 beschreiben. Das zeigt sich amhat er Alfred Holzinger, den besten in "Die Innenwelt derLiteraturabteilungs­Leiter von Außenwelt der Innenwelt"Radio Graz kennengelernt. Eine engagierte (1969). Die Sprache hat ihmPeter Handke hat nicht nur Literatur gibt es nicht. geholfen, eine Selbstfindungseine Texte präsentiert sondern Der Begriff ist ein darzustellen ("Mein Jahr in derauch ein Feuilleton über Widerspruch in sich. Es Niemandsbucht" (1994)). 2002verschiedene gibt engagierte ist sein Text "Der BilderverlustMassenphänomene Menschen, aber keine oder Durch die Sierra degeschrieben. engagierten Gredos", in dem er die aktuelle mediale Bildüberflutung Schriftsteller.Durchbruch kritisiert, erschienen. Seit 1966 hat Peter HandkeDas Jahr 1966 war das Jahr Die Sache mit Mann viele Auszeichnungen für seinevon Handkes Durchbruch. Sein und Frau kann doch Werke bekommen.Erstlingsroman "Die immer nur in TragikHornissen" wurde vom enden.Suhrkamp­Verlag 11
  • 11. Reise Geschichte Kleine Geschichte von der Entstehung bis zur Gründung der ersten Republik Auszug aus Primož Lesjak erhoben hat und ihr Herrschaftsgebiet "Die Kapuzinergruft" ausdehnte, das wichtigste Element. In von Joseph Roth dieser Zeit sind auch die Steiermark,Das Gebiet des heutigen Österreich Kärnten, Krain, Tirol und andere »In dieser Monarchie« ­war schon vor vielen Jahrhunderten Länder ein Teil von diesem Gebiet erwiderte Graf Chojnicki, er warbesiedelt, aber was als Anfang der geworden. der älteste unter uns ­ »istGeschichte Österreichs gilt ist einDokument aus dem Jahre 996, in dem nichts merkwürdig. Ohne Vom 15. Jahrhundert an wurden unsere Regierungstrottel« (erder Name „ostarrichi“ erstmals habsburgische Länder ständig von liebte starke Ausdrücke) »wäreerwähnt wurde. Dieses Gebiet hatte den Türken angegriffen. Die Türken ganz gewiss auch demauch andere Namen, zum Beispiel hatten ganz Ungarn erobert und äußerlichen Anschein nach gar„Ostland“, „Osterland“ oder einfach damals war es eine große Bedrohung, nichts merkwürdig. Ich willlateinisch „Austria“. Aber das war dass sie auch die österreichischen damit sagen, dass dasnoch keine politische Einheit, sondern Länder besetzen würden. Aber nach sogenannte Merkwürdige fürein von Bayern abhängiges der zweiten Belagerung von Wien im Österreich­Ungarn dasHerzogtum. Erst später wurde Jahr 1683 war mit dem Selbstverständliche ist. Ich willÖsterreich von Kaiser Friederich I., österreichischen Sieg die größte zugleich damit auch sagen,Barbarossa, zu einem selbstständigen Bedrohung weg. dass nur diesem verrücktenHerzogtum erhoben. Europa der Nationalstaaten und Im 18. Jahrhundert hat mit der der Nationalismen dasIn der Entwicklung Österreichs waren sogenannten Pragmatischen Sanktion Selbstverständliche sonderbardie Habsburger, eine Dynastie, die erstmals in der Geschichte der erscheint. Freilich sind es dieÖsterreich zum Erzherzogtum Slowenen, die polnischen und 12
  • 12. erhalten. Der Kaiser hat den Aufstand in Ungarn niedergeschlagen, und im Jahr 1851 die von ihm selbstÖsterreichs oktroyierte Verfassung aufgehoben. Die Monarchie war somit gerettet. In dieser Zeit hat sich auch der sogenannte Deutsche Bund aufgelöst, Habsburgerdynastie eine Frau, Maria und damit war Österreich nicht mehr Theresia, den Thron der ein Element im weiteren deutschen österreichischen Erbländer besetzt. Einigungsprozess. Einige Länder in der Nachbarschaft waren damit nicht zufrieden und ein Im Jahr 1867 hat die Monarchie sich Krieg um die österreichischen in zwei Teile, Österreich und Ungarn, Erbländer brach aus. Am Ende war es als eine Realunion, zerteilt. Maria Theresia gelungen, die meisten Mit diesem Ausgleich mit Ungarn dieser Länder zu erhalten. waren die anderen, kleineren Völker in der Monarchie nicht zufrieden. Dieruthenischen Galizianer, die Einige Länder in der Nachbarschaft ganze Monarchie war einKaftanjuden aus Boryslaw, die waren damit nicht zufrieden und ein Vielvölkerstaat, in der nebenPferdehändler aus der Bacska, Krieg um die österreichischen Deutschen auch Slowenen,die Moslems aus Sarajevo, die Erbländer brach aus. Am Ende war es Tschechen, Slowaken, Kroaten,Maronibrater aus Mostar, die Maria Theresia gelungen, die meisten Serben, Ukrainer, Polen, RumänenGott erhalte singen. dieser Länder zu erhalten. und Italiener lebten. Nationale Wünsche von diesen Nationen führtenAber die deutschen Studenten Kaiser Franz II. hatte im Jahr 1804 zu Nationalitätenkonflikten, die auchaus Brünn und Eger, die das Kaisertum Österreich gegründet im Parlament, dem Reichsrat, sehrZahnärzte, Apotheker, und den Titel als Kaiser von stark wurden.Friseurgehilfen, Österreich angenommen. Zwei JahreKunstphotographen aus Linz, später war er gezwungen die Krone Die Monarchie in dieser Zeit hatteGraz, Knittelfeld, die Kröpfe aus des Heiligen Römischen Reiches auch großen Einfluss aufden Alpentälern, sie alle singen Deutscher Nation, zu dem auch die Südosteuropa. Im Jahr 1878 hat diedie Wacht am Rhein. Österreich österreichischen Länder gehörten, Monarchie Bosnien und Herzegowinawird an dieser Nibelungentreue niederzulegen, womit dieses zu annektiert und trat in Konflikt mit denzugrunde gehn, meine Herren! bestehen aufhörte. Interessen von Serbien und Russland.Das Wesen Österreichs ist nicht Von 1804 an begann das politischeZentrum, sondern Peripherie. System von Minister und Kanzler Nach dem Attentat von Sarajevo hat Metternich. Typisch für diese Zeit die Monarchie Serbien den KriegÖsterreich ist nicht in den Alpen waren die Zensur und Repression, um erklärt und binnen drei Wochenzu finden, Gämsen gibt es dort die sogenannte Alte Ordnung zu begann der Erste Weltkrieg.und Edelweiß und Enzian, aber erhalten. Österreich formierte sich zukaum eine Ahnung von einem dieser Zeit mit Preußen und Russland Im Herbst 1918 war die Monarchie,Doppeladler. Die zu einem Bündnis, die Heilige die ein Teil der Zentralmächte war,österreichische Substanz wird Allianz. besiegt und das bedeutete auch ihrgenährt und immer wieder Ende. In dem Gebiet der Monarchieaufgefüllt von den Im Jahr 1848, dem Frühling der sind viele neue Staaten entstanden:Kronländern.« Nationen, kam es zu einer Revolution, der SHS­Staat, die Tschechoslowakei, in der viele Völker der Monarchie Ungarn und Deutsch­Österreich. Freiheit und Demokratie forderten. Da war auch die Gefahr, dass die Im November 1918 wurde schließlich(Joseph Roth, Kapuzinergruft, Monarchie zerfallen könnte. Nur der die Erste Republik ÖsterreichKiepenheuer & Witsch, Köln, kaiserlich­königlichen Armee und gegründet.1999, 13. Auflage, S. 17­18) dem neuen Kaiser Franz Joseph ist es gelungen, den Staat einheitlich zu 13
  • 13. Reise Reisen einstund jetzt R Špela Baričič Reisen ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Vielleicht ein Grund, warum Reisen so populär sind, stammt aus dem Fakt, dass die Leute nicht still sitzen können und sich einfach bewegen müssen. Deswegen hat der Mensch mit der Erforschung der Welt angefangen. Reisen hat auch viel damit zu tun, die Neugierde zu befriedigen.1214
  • 14. Zuerst sind Volksstämme vielherumgezogen um Essen zu gekommen. Die neue Mittelschicht hatte viel mit Vom Reisenbekommen oder vorKriegsgegnern zu fliehen. Damit Maschinen gearbeitet und hat viel Geld damit verdient. Wegen des und Bleibenhaben sie auch neue Orte und Fortschritts in der Industrie hatten vonStaaten gefunden. Die antiken und die Menschen mehr Zeit und Geld Peter Reikdie griechischen Zivilisationen um reisen zu können. Thomasbauten Straßen, damit sich die Cook war ein Mann, der 1841 alsVolksstämme leichter bewegen erster ein Urlaubspaket vorbereitet Immer einekonnten. So reisten die Menschen hat. Er hat mit Reisen nach Handvollin Karawanen. Die Leute, die Großbritannien angefangen und Erde fremder Ländergeschäftlich reisten um mit etwas danach hat sich sein Geschäftzu handeln, lernten neue Kulturen verbreitet. Reisen mit Flugzeugenund Menschen kennen. begann nach dem Zweiten Immer eineVermögende Griechen und Römer Weltkrieg. Es hat zur Entwicklung Nase vollwaren die ersten, die aus Spaß zu der Massenreise beitragen. Über Luft fremder Städteihren Sommerhäusern und die Jahren haben sich dieSeevillen in Pompeii und Baiae Modalitäten, Versicherungen,gereist sind. Technologie und Sicherheit des Immer einen Reisens verändert. Mund voll Sprache fremder Heute gibt es verschiedene Arten Menschen des Reisens, z.B. Öko­Tourismus, ethischen Tourismus, Freiwilligeneinsätze, mystischen Immer ein Tourismus, dunklen Tourismus, Auge voll Pop­Kultur­Tourismus, Licht fremder Schönheitschirurige­Tourismus Sonnen und individuelle Reisen. Es ist sehr interessant zu vergleichen,In der Vergangenheit sind die warum Menschen früher gereist Immer eineMenschen nicht so viel gereist, sind und warum sie das heute tun. Hoffnng vollweil es weniger Verkehrsmittel Traum eigenengab. Die meisten Leute sind in Lebensandere Länder gereist, um dort zustudieren oder zu arbeiten. Siesind mit Kutschen und später mitdem Zug gefahren. Es gab keinemodernen Verkehrsmittel wieAutos oder Flugzeuge, für längereReisen fuhr man mit dem Schiff.Von Europa in die USA konnteman nur mit dem Schiff fahren. Esgab große Schiffe, die Menschen Zusammenfassend kann ich nurund Seefracht verschiffen sagen, dass wir eine Tendenz zukonnten. Leute sind nicht zum Bewegung haben. DeswegenSpaß gereist, sondern sie haben haben wir Wünsche, die mitstudiert oder sind in den Krieg Reisen verbunden sind undgezogen. hoffentlich werden wir in Zukunft noch immer reisen wollen undDie Glanzzeit des Reisens aus können um neue Kulturen,Freizeitgründen ist mit der Menschen und Orte zu finden.Industriellen Revolution 15 July 2008
  • 15. ReiseLIENZ ­ BRIXEN ­ BOZEN ­ INNSBRUCK Von 18. bis 20. Mai 2012 fuhr ein Exkursion Teil der Konversationsgruppe nach Tirol. Eigentliches Ziel der Reise Tirol war die Stadt Innsbruck. Wir haben aber viel mehr gesehen. Dies ist die Geschichte, wie wir beinahe Ötzi getroffen hätten. Nataša Gorkič Am 18. Mai sind wir endlich Wir waren zufrieden, dass Der Weg hat uns danach nach Innsbruck gefahren. wir die ersten Kilometer nach Bozen geführt. Hier Wir haben vorher den schon zurückgelegt hatten. wollten wir den berühmten Termin ein paar Mal Bis Brixen haben wir Bergsteiger Reinhold verschoben. Einmal wegen mehrere Wörter gelernt (z.B. Messner besuchen, haben schlechtem Wetter, dann „die Lärche“), auch die das aber aus irgendwelchen weil wir nicht alle Zeit dafür Musikauswahl im CD­Player Gründen nicht geschafft. Wir hatten. Mit vollem Tank war groß. Inzwischen hat wollten auch Ötzi einen haben wir die ersten sich schon die Sprache auf Besuch abstatten, auch ohne Serpentinen vom Loiblpass den Straßentafeln geändert, Erfolg. Mit der Hilfe der genommen. Ohne zu den deutschen Namen ist fünften Symphonie von Navigationsgerät haben wir italienisch hinzugekommen. Gustav Mahler haben wir es erfolgreich bis nach Lienz In Brixen habe ich auch ein über den Brenner Igls geschafft. Hier hat die erste Kloster entdeckt mit alten erreicht. Unser „Papa“ Kaffeepause stattgefunden. Grabsteinen. Andreas hat im Gruberhof die Zimmer reserviert, alles hat geklappt.16
  • 16. Gemeinsam haben wir als nächstes die Kaiserresidenz in der Hofburg besucht und die Ausstellung des Alpenvereins. Eine Bierpause im Theresienbräu war sehr angenehm. Am nächsten Tag haben wir Innsbruck verlassen und uns nach Kufstein begeben. Dort konnten wir auf der Brücke über den Inn Festung die alten Gefängniszellen besuchen. Weil wir Deutschland nicht Ganz am frühen Morgen sind wir nach auslassen wollten, sind wir über Innsbruck gefahren. Hier hat sich unsere Berchtesgaden wieder zurück nach Gruppe in zwei Teile geteilt. Mit Misa Ljubljana gefahren. bin ich zu den Svarovski Kristallwelten Ich wollte diesen Text eigentlich im Tiroler gegangen. Die anderen sind ins Dialekt schreiben, aber aus technischen Stadtzentrum gegangen, um sich die Gründen war das leider nicht möglich. Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Leider war das Goldene Dachl wegen Renovierungsarbeiten nicht sichtbar.Liste von Wörtern, die wir neu gelernt haben: die Lärche, die Huldigung, der Kieberer (Slangwortfür Polizist), die Alm, der Stadel, der (Adler)Horst, „gmiatlich“ (gemütlich), die Leibeigenschaft,das Rondell (Kreisverkehr), die Quark­Sahne­Schnitte (Topfenstrudel in Berchtesgaden) Die Festung Kufstein Brücke über den Inn Lienz Bozen 17
  • 17. Kulturschock Die Schweiz - Land der Widersprüche?Das ist doch das Land der Schönheit, der unversehrten Natur, wunderbarer Landschaften,der imposanten Berge, des Käses, des Fondus, der Schokolade und der Uhren....Es gibtauch reizende Skitouren, sterile Sauberkeit und alle sprechen über Geld, Versicherungenund Banken. Es ist auch das Land, das in der Vergangenheit immer für seine politischeNeutralität bekannt war. Die Schweizer sind pünktlich wie die Uhr, sie sind höflich undruhig.....ist das wirklich wahr? Sonja ViragBevor ich zum ersten Mal in Gruppenlottospiel. Vor zweidie Schweiz gekommen war, Jahren war ich eine Woche aufdachte ich: Das ist das Urlaub in einem kleinen Dorf Einige Wörter, die für„Gelobte Land“. in Degen. Ich spielte Lotto mit das Schweizer DeutschIch habe einen guten Freund den Dorfbewohnern. Zu Beginn typisch sind:aus Zürich, weswegen ich waren alle Leute wie mein Bilddieses Land und seine des typischen Schweizers: das Velo ­ das FahrradBevölkerung schon ziemlich höflich und ruhig. Aber am der Vortritt ­ der Vorranggut kennen gelernt habe. Ende wurden sie sehr laut und das Trottoir ­ der GehsteigEs gibt jedoch einige auch aggressiv - ich war der Chauffeur ­ der FahrerWidersprüche, wie sich das wirklich überrascht! Das sind der Coiffeur ­ der FriseurLand selbst darstellt und wie die Schweizer, dachte ich mir! das Morgenessen ­ dases wirklich ist.... Und ich dachte weiter. Warum FrühstückSchweizer haben viel Geld, brauchen sie so viel Geld, das Glacé ­ das Speiseeisaber das Geld liegt auf den wenn sie doch so genügsam das Tram ­ die StraßenbahnBanken. Sie achten auf ihr leben. Und es ist mirGeld immer und überall. Sie aufgefallen, dass die Schweizer grillieren ­ grillenhaben nie genug davon, auch keine Phantasie haben, ahnden ­ bestrafenweswegen sie immer noch oft was sie mit diesem Geld tun stossen ­ drücken, schiebenLotto spielen. könnten. Ich bin nur eine Frau der Mittelklasse vom Balkan.In einigen Dörfern haben sie Ich werde nie viel Geld haben,noch einmal pro Woche das weil ich nicht genug Wissen ...AAN DE SLAG SCHOOL GENK Safiental–Winter, Pulverschnee in den Bergen, ein romantisches Tal, wo Leute Rätoromanisch sprechen, kein Tourismus... weit weg von der Welt. Das ist wahr. Es ist auch wahr, dass, wenn der Frühling einzieht, die Schneefelder in Safiental immer kleiner werden und der Löwenzahn die ersten Wiesen gelb färbt. Das ist kein Widerspruch.18
  • 18. darüber habe, wie das Minute. Nur eine Minute vor wir hier auch etwas über dieBankwesen funktioniert. Aber Abfahrt des Zuges... nationalistische Politikmeine Philosophie ist: »Geld ist sprechen, aber die gibt eszum Ausgeben da.« Es gibt Mein Freund hat mir vielmals jetzt mehr oder weniger fastkeinen vernünftigen Grund, das gesagt, dass er nie verstehen in allen europäischenGeld auf der Bank zu haben. könnte, warum die Leute vom Staaten.... Aber wo ist jetztDeswegen kann ich meinen Balkan ein so großes die politische Neutralität derFreund nicht verstehen. Nationalbewusstsein haben. Schweizer, die aus der »Ihr seid so leidenschaftlich Vergangenheit bekannt ist? und laut, wenn eure Fußballmannschaft ein Spiel Ja, es gibt auch noch viele gewonnen hat«, hat er mir andere Beispiele für die gesagt. Dann habe ich mich schweizerischen daran erinnert, als die Widersprüche. Und ich bin Schweiz gegen Spanien bei sicher, dass Sie jetzt verstehen der Fußballmeisterschaft können, warum ich und mein gewonnen hat. Ich war in der Freund aus der Schweiz so So wird Lotto in der Schweiz gespielt Schweiz. Alle Leute waren viel streiten und nicht gut auf der Straße und haben miteinander auskommenEs gibt auch andere schweizerische Lieder können.Widersprüche im Leben der gesungen. Sie waren laut undSchweizer, die mir aufgefallen haben viel Lärm gemacht.sind. Ich bin davon überzeugt, Und ich kenne keinen Staat,dass sie zu viel Zeit haben. wo so viele Flaggen - nichtObwohl sie meinen, dass sie nur an Feiertagen – gehisstzu viel arbeiten, sind sie werden. Ist das nicht dasimmer ein, zwei Stunden vor größte Zeichen fürdem Abflug des Flugzeugs, Nationalbewusstsein? Aberoder der Abfahrt des Zuges Schweizer suchen immer nacham Flughafen oder am einer Ausrede.Bahnhof. Das kann ich nichtverstehen! Sie könnten eine Und meistens ist dieseStunde mehr arbeiten. Ich bin Ausrede: Ihr Leute vomimmer pünktlich auf die Balkan. Ja, vielleicht könnenDie Schweiz in "Asterix bei den Schweizern" 19 11
  • 19. VerschiedenesFree Rainer ­Dein Fernseher lügt Über den Film Produktionsland: teilgenommen hat, unschuldig war, was Deutschland, Österreich die Dopingaffäre angeht. Rainer stellt Originalsprache: deutsch fest, dass er mit schlecht gemachten Erscheinungsjahr: 2007 Recherchen zu dem Selbstmord dieses Länge: 135 Minuten Mannes beigetragen hat. mit: Moritz Bleibtreu, Elsa Als er nach Hause kommt, trifft er die Sophie Gambard, Milan Entscheidung, gute Shows zu machen. Peschel, Gregor Bloéb Aber die Einschaltquoten sehen leider ganz schlecht aus. Die Show wird vom Programm genommen und Rainer kommt auf die Idee, Einschaltquoten zu manipulieren. Auch Pegah, die Dame, die den Autounfall verursacht hat, macht dabei mit. Allmählich bekommen sie andere Mitglieder, die am Anfang bei ihrer Arbeit auch einige Fehler machen und dabei das ProjektFilmrezension fast ruinieren. Zum Glück ist das nicht passiert, die Einschaltquoten gehen langsam in die Nataša Gorkič Höhe. Dann wird die Gruppe entdeckt, auf die Einschaltquoten hat das aberAm Anfang sehen wir Rainer bei einer keinen Einfluss mehr.Spielshow, in der er für die gute Launedes Publikums sorgt. Die Themen sind Begeistert von ihrem Erfolg beginntmanchmal provozierend um eine gute die Gruppe mit ihrem neuen Projekt ­Einschaltquote zu erreichen. Damit die Manipulation der Daten, die sichRainer nicht verzweifelt in seinem auf das Kaufverhalten der Kunden vonArbeitsleben, greift er zu Kokain. Geschäften beziehen. Damit endet der Film.Eines Tages hat Rainer einenAutounfall. Eine junge Dame fuhr Dabei ist es interessant, dass einoffensichtlich absichtlich gegen seinen Slowene schon vor zwanzig Jahren einWagen. Er überlebte. Gerät, das die Einschaltquote misst,Im Krankenhaus hat er einen Traum, in erfunden hat. Im Zusammenhang mitdem das TV­Publikum seiner Shows einem Schweizer beherrscht er jetztentscheidet, ihm keine ärztliche Hilfe 80% der Weltproduktion dieserzu leisten, weil er eine verdummende Messgeräte, die in jedem FernseherShow macht. eingebaut sind.Danach wird er wach, sieht sich um Es bleibt nur offen, aus welchemund findet die junge Dame, die verletzt Fernseher das Signal richtig ist. Aberim Zimmer liegt. Bald ist sie weg, lässt das ist schon ein Teil der Statistik, dieaber einen Artikel zurück, in dem steht, nie lügt.dass ihr Großvater, der in seiner Show
  • 20. Österreich geht mit gutem Beispiel voran spreche eher davon, dass ich mich für Deutschen nicht mächtig wären. Ich bin Elisabeth Denner eine Menge schriftlicher mir sicher, dass es auch in Deutschland Unsinnigkeiten ein wenig irgendwo "Uwes Würstchenbude" undIhr Bewusstsein für sprachliche fremdschämen musste. dergleichen gibt. Vielleicht sprechenKorrektheit hat soeben protestiert? Gut. Ein schönes Beispiel für einen wir anstatt schlechtem Deutsch einfachSie müssen wissen, als studierte sogenannten "Deppenapostroph", auf zu gutes Englisch?Linguistin machen mich sprachliche den uns eine KursteilnehmerinFehler besonders hellhörig – ich bin aufmerksam machte, fanden wir schongeradezu schmerzanfällig dafür. Nicht, unweit der Grenze. "Ist das nicht eindass wir Linguisten keinen Humor Fehler?", fragte sie und deutete auf dasverstehen. Sprache ist biegsam und das Schild "Hansis Würstelstand" (NameSpiel mit ihr ist eine Kunstform. Kunst von der Redaktion geändert). Jawohl,wiederum darf bekanntlich alles. Ich denn das Genitiv­s hat im Deutschenliebe das Spiel mit der Sprache und keinen Apostroph. Den benötigt manfreue mich besonders über die Perlen, nur in der englischen Sprache. Weil wirmit denen meine Kursteilnehmer im diese ständig vor Augen haben, wirdFremdsprachenunterricht aufwarten. der Genitivapostroph fälschlicherweise("Wie heißt das, was ein Haus hat, so auch im Deutschen oft verwendet. Ich Doch genug von Apostrophen, es gabähnlich wie Tür, aber anders... Die freute mich, dass sämtliche Slowenen genügend andere Sprachpannen zuAugen von einem Haus. Ach ja, unserer Reisegruppe darüber Bescheid bewundern. So wie die Werbetafel einesFenster!"). Wunderschön, oder? wussten. Wir zählten daraufhin für eine Hotels am Straßenrand, die in großenDass sprachliche Kreativität im Weile die Deppenapostrophe, die uns Lettern mit "Jäger­ und Gästeschießen!"hektischen Alltag meist zu kurz kommt, überall begegneten. Aber als wir nach lockte. Oder zu locken versuchte. Unsfinde ich schade. Aber darum soll es kurzer Zeit schon über zehn gesehen entlockte sie nur herzhaftes Gelächter.hier gar nicht gehen. hatten, wurde die Sache langsam peinlich und wir hörten mit dem Zählen Eine Spezialität aus Tirol scheint diesesIm Mai durfte ich die auf. Zumindest laut, denn mir stach Getränk zu sein: ein Radler mit demKonversationsgruppe des ÖI Ljubljana immer noch jeder falsche Apostroph ins Saft der rätselhaften Lemettenfrucht.auf eine Exkursion nach Innsbruck Auge und ließ mich mehr und mehr anbegleiten. Natürlich hoffte ich, dass die der Deutschkompetenz meiner Die größte linguistische Attraktion warKursteilnehmer Gefallen an meinem Landsleute zweifeln. aber dieses Innsbrucker Modegeschäft,Heimatland finden werden. Das Wetter Besonders das – wahrscheinlich weltweit grausam: der einzigartig ­ "Hod Couture" anstatt Apostroph als "Haute Couture" verkauft. Das ist falsche höchst kreative Sprachverwendung! Pluralendung, wie Dort gibt es übrigens Damenmode von bei "Frische Hot Größe 38 – 54, laut dem Dogs". Das wäre Aushängeschild für "men & women". nicht einmal im Tja, wir Österreicher sind eben Englischen richtig aufgeschlossen. und mir fällt auch kein Beispiel ein, Was lernen wir daraus? Bei niedriger wie man so etwas sprachlicher Schmerzgrenze ist das als freie einzige Hilfsmittel der Humor. Liebespielte auch schön mit und zeigte sich künstlerische Sprachverwendung Slowenen und andere Deutschlernende:von seiner besten Seite. Von der rechtfertigen könnte. Bitte nehmen Sies uns nicht übel, wennSprache her... naja. Nicht, dass die Aber deshalb muss man noch lange wir nicht immer mit gutem BeispielKursteilnehmer mit dem Tirolerischen nicht den bösen Zungen Recht geben, vorangehen!nicht zurechtgekommen wären. Ich die behaupten, dass die Österreicher des 21
  • 21. Blog Lemberg? Lviv! A Die Tage in Lviv sind sonnig und warm. Der Andreas Schiestl Charme der Stadt ist überall zu spüren. Vieles Alle Jahre wieder verschlägt es mich in die westukrainische Stadt Lviv. Sie ist das intellektuelle Zentrum der Ukraine, die "inoffizielle Hauptstadt". Hier wird fast aussschließlich Ukrainisch gesprochen. Von Kraków fuhren wir mit einem Autobus der Eurolines nach Lviv. Als ständiger Ukrainereisender war mir die Stadt natürlich nicht unbekannt. Hier war ich öfter und länger als in anderen ukrainischen Städten. Normalerweise reiste ich per Eisenbahn. Den Busbahnhof sah ich jedoch zum ersten Mal, als erinnert noch an die Zeit, als Lviv Teil der wir um 6 Uhr früh dort ankamen. In dicke Donaumonarchie war, wo sie unter dem Namen Lemberg oder Leopolis bekannt war. Überall Jugendstilbauten wie in Wien, Graz oder Ljubljana, hin und wieder fahren Fiaker vorbei. In den engen Backsteingassen sind erstaunlich viele junge Menschen unterwegs, vor allem Frauen. Lviv wird auch die Stadt der Frauen genannt, da es dort mehr Frauen als Männer geben soll. Warum, weiß niemand. Eine Lviver Freundin hatte eine Erklärung parat: "Mutter Natur kann sehr komisch sein". Erstaunlich kreativ zeigen sich die Westukrainer in der Gestaltung von Themenbars. Da wäre etwa das Café Nebelschwaden gehüllt sah das monumentale Masoch, in dem die Kellner ihre Gäste in eiserne Sowjetgebäude gruselig aus und vermittelte Ketten legen und auspeitschen. Leopold Ritter meinen drei Begleitern einen ersten Eindruck der von Sacher­Masoch, Autor des Bestsellers "Die Ukraine. Da die Taxis am Bahnhof gewöhnlich Venus im Pelz" war aus Lemberg. mehr verlangen, gingen wir ein paar Minuten und stiegen an der Hauptstraße in ein Taxi. Wir handelten einen guten Preis aus und stiegen ein. Der alte Lada wurde durch einen manuellen Kurzschluss unter der Motorhaube gestartet, es ging los. Durch einen Tipp hatten wir von einer Jugendherberge im Zentrum von Lviv erfahren. Es war sehr schön dort. Wir nahmen das Vierbettzimmer für vier Nächte.22
  • 22. Eine Bar der besonderen Art ist die "Kryjivka". Lviv befindet sich stark im Umbau. Überall gibtHier wird mit der Partisanengeschichte der Stadt es Baustellen, die jedoch nicht wie bei unsgespielt. Hauptplatz Nummer 14. Keine abgesperrt sind. Die Leute gehen durch, dieBeschilderung. Klopft man an die Tür wird manvon einem Partisanen in Uniform mit einemautomatischen Gewehr bedroht."Haslo!/Passwort!" schreit er. Ich antworte:"Slava Ukrajini!/Ehre der Ukraine!". "Herojamslava!/Ehre den Helden!". Der Partisane öffnet,nach mehrmaligem Fragen, ob wir dennwirklich keine Russen seien, eine Bücherwand,der Weg zur Bar in den Keller ist frei. DieKellner und Kellnerinnen sind allesamt inUniformen der Ukrainischen Partisanenarmeegekleidet. Dort gibt es gutes Bier, Stare Misto(Alte Stadt), und ausgezeichnetes Essen. Ausden Boxen dröhnt Partisanenmusik, man hatwirklich das Gefühl, dazuzugehören. Diversen Geschäfte links und rechts haben geöffnet. EsGeschichten zufolge sollen einige Gäste, die gibt viele Märkte, in jedem Stadtteil einenrussisch gesprochen haben, von anderen Gästen großen. Hier verkaufen Bauern vom Land ihrhinausgetragen worden sein. Obst, Gemüse und Fleisch. Manche Reiseführe sagen, dass die Ukraine nichts für Feinschmecker sei. Blödsinn! Es gibt viele gute Gerichte, die meisten sind halt sehr fettig. Vegetarier würden es hier auf die Dauer schwer haben. Im Jazzklub Dzyga bekamen wir eine besondere Delikatesse als Nachspeise, Schweineschmalz in Schokolade. Zutaten: 100% Cholesterin. Wie jedesmal in Lviv schlägt die Gemütlichkeitsgefahr zu. Dreimal schon hätte ich fast den Zug versäumt, so auch dieses Mal.Dass eine solche Bar die Gemüter erregt, ist Wir laufen mit unserem schweren Gepäckklar. Die Bar hat auch eigene Merchandise wie Richtung Bahnsteig, zwei Minuten bis zurT­Shirts, Feldgeschirr, Gewehre, Uniformen und Abfahrt. Gerade in diesem Moment geraten wirCDs mit Partisanenmusik, die man gleich beim in eine Polizeikontrolle. Zum Glück haben dieKellner/bei der Kellnerin kaufen kann. Polizisten keinen Grund gefunden uns festzuhalten. Kaum im Zug fuhr dieser bereitsAn den Nachmittagen gehen wir auf den los. Vermutlich ist die Gemütlichkeitsgefahr derSchlossberg (Vysokyj zamok), den unterbewusste Wunsch, in Lviv zu bleiben.Vergnügungspark (Park kultury), der schon Wieso denn auch nicht?lange keinem westlichen TÜV­Standardentspricht und fahren mit der Maršrutka, demHaupttransportmittel (Mischung aus Taxi undBus) zum Freilichtmuseum "Ševčenkivskyjhaj". 23
  • 23. Idiome einmal anders... Andreas SchiestlPhrasen und Idiome sind sehr wichtige Bestandteile jeder Sprache. Meistens haben sie eineübertragene Bedeutung. Was aber, wenn man diese Idiome einmal aus einem anderenBlickwinkel betrachtet? Andreas kann nicht grüßen Andreas macht sich sein eigenes Bild Andreas kann Elli Andreas schlägt Nico beim das Wasser nicht reichen SpielenIdiom im Sinne von idiomatische (Rede­) Wendung ist eine feste Wortgruppe (Phraseologismus), derenGesamtbedeutung sich nicht oder nur teilweise aus der Bedeutung seiner Bestandteile ergibt.Als idiomatisch gelten im Deutschen beispielsweise die Redewendungen „an die eigene Nase fassen“ (für„die Schuld bei sich selbst suchen“), „ins Gras beißen“, „den Löffel abgeben“, „den Schirm zumachen“, „dieHufe hochmachen“ (für „sterben“). Die Wendung „ins Gras beißen“ etwa zeigt, dass die Verbindung derbeiden Wörter „Gras“ und „beißen“ nur in der deutschen Sprache einen Sinn ergibt, mit dem diese für sichallein genommen nichts zu tun haben. (de.wikipedia.org/wiki/Idiom) 24