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Österreich 2015: ärmer oder reicher?
 

Österreich 2015: ärmer oder reicher?

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Die vorliegende Prognose geht für die Jahre 2010 bis 2012 von der im Dezember 2010 publizierten OeNB‐Prognose aus. Die Prognose für 2013 bis 2015 wurde von Macro‐Consult erstellt. Diese Prognose ...

Die vorliegende Prognose geht für die Jahre 2010 bis 2012 von der im Dezember 2010 publizierten OeNB‐Prognose aus. Die Prognose für 2013 bis 2015 wurde von Macro‐Consult erstellt. Diese Prognose geht davon aus, dass der aktuelle Zyklus im Jahre 2012 seinen Konjunkturhöhepunkt überschreitet und in der Folge ein dreijähriger (bis 2015 dauernder) Abschwung einsetzt.
Diese mittelfristige Prognose unterscheidet sich von jener jüngst vom WIFO publizierten mittelfristigen Vorschau (Jänner 2011), die bis 2015 ein durchschnittliches Wachstum von 2,2% prognostiziert, einerseits dadurch, dass sie einen etwas anderen zyklischen Verlauf unterstellt und außerdem von einem, nach der Krise, merklich schwächeren Potentialwachstum ausgeht.
Der hohe Konsolidierungsbedarf in den öffentlichen Haushalten, steigende Steuerquoten, das Deleveraging im Finanzsektor aufgrund der neuen regulatorischen Anforderungen (u.a. Basel III) und die zunehmende Alterung der Gesellschaft mit den entsprechenden Anforderungen an die Sozialsysteme legen eine Abschwächung im Potentialwachstum nahe.

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    Österreich 2015: ärmer oder reicher? Österreich 2015: ärmer oder reicher? Document Transcript

    • Österreich 2015: ärmer oder reicher?Eine Prognose des Sparvolumens und der Geldkapitalbildung der privaten Haushalte Österreichs: 2011‐2015Macro‐Consult im Auftrag der Erste Bank Langfassung, April 2011 1 1
    • Gliederung I.  Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen II.  Volkswirtschaftliches Sparen und Sparquote III.  Private Geldkapitalbildung und privater  Geldkapitalbestand IV. Schlussfolgerungen 2Die folgende Studie gliedert sich folgendermaßen:I.Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenII.Volkswirtschaftliches Sparen und SparquoteIII.Private Geldkapitalbildung und privater GeldkapitalbestandIV.SchlußfolgerungenV.Anhang 2
    • Mittelfristige Prognose Österreich 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Reales BIP, % 2,0 2,1 2,3 1,8 1,6 1,0 Inflationsrate (HVPI), %  1,9 2,2 2,0 1,9 1,7 1,2 Arbeitslosenrate, %  4,5 4,4 4,3 4,3 4,5 4,8 Öffentliche  ‐4,1 ‐3,2 ‐2,9 ‐2,8 ‐3,0 ‐3,6 Budgetsaldo, % d. BIP Verfügbares Einkommen  0,6 3,5 4,1 3,3 1,4 1,0 nom., % Verfügbares Einkommen  ‐1,3 1,3 2,1 1,4 ‐0,3 ‐0,2 real, % Sparquote, % 9,1 8,5 9,2 9,5 8,6 8,1 Quelle: Macro‐Consult,2010;  3Die vorliegende Prognose geht für die Jahre 2010 bis 2012 von der im Dezember 2010 publizierten OeNB‐Prognose aus. Die Prognose für 2013 bis 2015 wurde von Macro‐Consult erstellt. Diese Prognose geht davon aus, dass der aktuelle Zyklus im Jahre 2012 seinen Konjunkturhöhepunkt überschreitet und in der Folge ein dreijähriger (bis 2015 dauernder) Abschwung einsetzt. Diese mittelfristige Prognose unterscheidet sich von jener jüngst vom WIFO publizierten mittelfristigen Vorschau (Jänner 2011), die bis 2015 ein durchschnittliches Wachstum von 2,2% prognostiziert, einerseits dadurch, dass sie einen etwas anderen zyklischen Verlauf unterstellt und außerdem von einem, nach der Krise, merklich schwächeren Potentialwachstum ausgeht. Der hohe Konsolidierungsbedarf in den öffentlichen Haushalten, steigende Steuerquoten, das Deleveraging im Finanzsektor aufgrund der neuen regulatorischen Anforderungen (u.a. Basel III) und die zunehmende Alterung der Gesellschaft mit den entsprechenden Anforderungen an die Sozialsysteme legen diese Abschwächung im Potentialwachstum nahe.Die mittelfristige WIFO‐Prognose vom Jänner 2011 kommt zu folgender, doch merklich unterschiedlicher Einschätzung 2011 2012 2013 2014 2015Reales BIP 2,2      2,0 2,1 2,2 2,2VPI 2,1 1,8 1,8 1,9 2,0Arbeitslosenrate  4,4 4,5 4,5 4,4 4,3Sparquote 10,2 10,0 10,1 10,3 10,7  3
    • 1,6% Quelle: OeNB, Macro‐Consult 4Im Durchschnitt der Periode 2000‐2005 betrug das durchschnittliche reale Wirtschaftswachstum Österreichs 1,6%. Im Zeitraum 2006‐2010 sank es nicht zuletzt infolge der scharfen Rezession im Jahre 2009 auf 1,2% ab. Für 2011 bis 2015 sieht die Prognose von Macro‐Consult ein durchschnittliches reales Wirtschaftwachstum von 1,8% real pro Jahr voraus. Das liegt – wie bereits erwähnt ‐ zwar um 0,4 Prozentpunkte niedriger als die jüngste mittelfristige WIFO‐Prognose, ist aber deutlich höher als die durchschnittlichen Wachstumsraten der vergangenen zwei Jahrfünfte und somit keineswegs als übertrieben pessimistisch anzusehen.     4
    • 2,7% Quelle: OeNB, Macro‐Consult 5Das nominell verfügbare Einkommen ist jenes Einkommen, das die privaten Haushalte entweder für Konsum‐ oder Sparzwecke zur Verfügung haben. Es enthält daher Lohn‐ und Gehaltseinkommen, Transfereinkommen und Vermögenseinkommen (wie etwa Zins‐ oder Dividendeneinkünfte). Die direkten Steuern (Einkommens‐ bzw. Lohnsteuer) und die Sozialversicherungsbeiträge werden hingegen abgezogen. Zwischen 2000 und 2005 stieg das verfügbare Einkommen der Österreicher, wie die Grafik zeigt, noch um 3,4% durchschnittlich jährlich, zwischen 2006 und 2010 schwächte sich dieser Einkommenszuwachs ‐ nicht zuletzt wegen dem Rückgang im Jahre 2009 ‐ auf 2,5% ab. 2009 und 2010 hat vor allem der Rückgang der Vermögenseinkommen das verfügbare Einkommen gedämpft. 2011 und 2012 werden hingegen die Vermögenseinkommen wieder stärker wachsen und daher auch die Dynamik des verfügbaren Einkommens beschleunigen. Für das bevorstehende Jahrfünft geht die vorliegende Prognose von einem durchschnittlichen Wachstum von 2,5% aus, wobei sich der jährliche Zuwachs im Zuge der Konjunkturabschwächung 2014 und 2015 auf nur mehr 1,4% bzw. 1,0% belaufen dürfte. 5
    • II. Volkswirtschaftliches Sparen  und Sparquote 6Die folgende Studie gliedert sich folgendermaßen:I.Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenII.Volkswirtschaftliches Sparen und SparquoteIII.Private Geldkapitalbildung und privater GeldkapitalbestandIV.SchlußfolgerungenV.Anhang 6
    • Volkswirtschaftliche Bedeutung des Sparens Warum ist das Sparen wichtig?  S = I  (geschlossene Wirtschaft, ohne Staat) Nur wenn genügend gespart wird, kann auch investiert werden.  Volkswirtschaftlich ist mit Investitionen (insbesondere in  Risikokapital) Innovation, technischer Fortschritt, höhere  Produktivität und damit mehr Wachstum verbunden.  Für den Einzelnen ist Sparen wichtig, um finanzielle Grundlagen  aufzubauen, die später entweder als Sicherheitspolster, als  Altersvorsorge oder als Einkommensquelle dienen.  7Die Identität I = S der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die eben sagt, dass das volkswirtschaftliche Sparen den Investitionen (Bauinvestitionen,Ausrüstungsinvestitionen und Lagerinvestitionen) entspricht, gilt an sich nur in einer Wirtschaft ohne Außenhandel (geschlossene Wirtschaft) und ohne Staatssektor. Für den Fall, dass der Staatshaushalt und die Leistungsbilanz ausgeglichen sind, entsprechen selbst in einer offenen Wirtschaft mit Staat die privaten Investitionen dem privaten Sparen. Im Anhang ist in Folie 36 die entsprechende Identität für eine offene Volkswirtschaft mit Staatssektor dargestellt.  7
    • Zwei Theorien zur Wirkung des Sparens 1. Neoklassisches Modell (langfristige Betrachtungsweise) besetzt  Sparen positiv Anstieg der Ersparnis  führt zu niedrigeren Kapitalmarktzinsen und  damit zu Anstieg der Investitionen und Beschleunigung des  technischen Fortschritts (höheres Produktivitätswachstum). Die  optimale Ersparnis ist durch Zeitpräferenzrate gegeben.  2. Keynesianisches Modell (kurzfristige Betrachtungsweise) besetzt  Sparen negativ vermehrtes Sparen führt zu Nachfrageausfall, dadurch sinken  Gewinne der Unternehmen (was nebenbei auch noch die  Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe schmälert). Außerdem  werden bei sinkender Nachfrage Erweiterungsinvestitionen  zurückgenommen. 8In der aktuellen Diskussion in und unmittelbar nach der Krise, haben keynesianische Positionen die wirtschaftspolitische Debatte dominiert. Sie betonen vor allem die kurzfristige staatliche Stimulierung von Konsum und Investitionen. Sparen mit seinen positiven langfristigen Auswirkungen auf Investitions‐ und Innovationstätigkeit in einer Volkswirtschaft gerät bei dieser Betrachtungsweise in den Hintergrund. Das neoklassische Modell betont hingegen die Wichtigkeit der Effekte des Sparens für die langfristigen Wachstumsperspektiven und den Wohlstand von Volkswirtschaften. 8
    • Verfügbares Einkommen und  volkswirtschaftliches Sparen (Mrd. EUR) 9Das verfügbare Einkommen betrug 2010 167,5 Mrd. EUR. Vor zehn Jahren, also im Jahr 2000 lag es erst bei 124,7 Mrd. EUR. In den letzten 10 Jahren ist das Einkommen jedes Jahr um durchschnittlich 3% gewachsen. Das jährliche volkswirtschaftliche Sparen der privaten Haushalte, das etwa im Gegensatz zu den Bestand an Geldvermögen oder Spareinlagen eine Flussgröße ist (siehe zum Unterschied zwischen Fluss‐ und Bestandsgrößen Folie 39 im Anhang), errechnet sich, indem man vom verfügbaren Einkommen den privaten Konsum der Haushalte abzieht. Es betrug im Jahre 2010 14,8 Mrd. EUR. Das volkswirtschaftliche Sparvolumen dürfte sich laut vorliegender Prognose bis 2013 zunächst auf 18,4 Mrd. EUR erhöhen, bevor es im Zuge der Konjunkturverlangsamung 2014‐2015 auf etwa 16,0 Mrd. EUR zurück geht. 9
    • Volkswirtschaftliches Sparen 2000‐2015 (Mrd. EUR) 10Das jährliche volkswirtschaftliche Sparvolumen der privaten Haushalte, das in Form von Immobilieninvestitionen (etwa Wohnungskauf),  Geldkapitalbildung oder sonstigem Vermögen erfolgen kann, folgt seit 2000 einem Aufwärtstrend, der freilich nicht sonderlich stark ausgeprägt ist. Im Jahr 2000 betrug dieses 11,5 Mrd. EUR, 2010 14,8 Mrd. EUR und für 2015 sind 16,0 Mrd. EUR prognostiziert. Die höchsten Werte konnten im abgelaufenen Jahrzehnt in den Jahren 2007 und 2008 mit 18,8 Mrd. EUR bzw. 18,5 Mrd. EUR erreicht werden. Im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2010 stieg das Sparvolumen um 2,6% durchschnittlich jährlich und damit um rund 0,75 Prozentpunkte rascher als die durchschnittliche Inflationsrate.  10
    • Theorien zum Sparverhalten  Lebenszyklushypothese (Modigliani/Brumberg, 1954):  Individuum baut in Erwerbsphase Vermögen auf, das in der Zeit der  Pension konsumiert wird – daher Einkommen und Altersstruktur  der Gesellschaft entscheidend für Sparquote  Zinsabhängiges Sparen: bei höhere Zinsen schränken Haushalte  Gegenwartskonsum und üben Konsumverzicht (Bosworth, 1993).   Öffentliche Pensionssysteme (Feldstein, 1976): je stärker das  Pensionssystem ausgeprägt, desto niedriger die Sparquote  Unsicherheit in Form von Inflation bzw. Arbeitslosigkeit (Deaton,  1977)  Rationale Erwartungen über die Folgen von Budgetdefiziten – Ricardianische Äuquivalenz (Barro, 1974) 11Nach der Lebenszyklushypothese (Modigliani und Brumberg, 1954) unterliegen Konsumentscheidungen einem intertemporalen Entscheidungsprozess mit dem Ziel der Nutzenmaximierung. In einer einfachen Ausprägung unterteilt das Modell die Lebenszeit des Individuums in eine Erwerbs‐ und in eine Pensionszeit. In der Erwerbszeit wird Vermögen aufgebaut, das dann in der Pensionszeit ‐ um das gewohnte Konsumniveau halten zu können – ausgegeben wird. Aufgrund dieser Annahmen kommt dem Einkommenswachstum und der Altersstruktur der Bevölkerung eine zentrale Rolle bei der Erklärung der gesamtwirtschaftlichen Sparquote zu.Ein weiter Einflussfaktor ist die Zinsentwicklung, wobei der Effekt auf das Sparverhalten theoretisch nicht völlig eindeutig ist. Bei hohen Zinsen werden die privaten Haushalte üblicherweise den Gegenwartskonsum einschränken und mehr sparen, um in Zukunft mehr konsumieren zu können. Dem könnte freilich entgegen wirken, dass sich die Haushalte aufgrund der besseren Ertragsaussichten einem höheren Einkommen in der Zukunft gegenübersehen. Welcher der beiden Effekte letztlich überwiegt, ist eine empirisch zu beantwortende Frage. Unsicherheit in Form von Inflation und Arbeitslosigkeit kann die optimale Verteilung der Ressourcen auf Gegenwart und Zukunft ebenfalls verändern (Deaton,1977). Nach Feldstein (1976) beeinflussen öffentliche Pensionssysteme das private Sparen, da die Haushalte privates Vermögen durch Forderungen gegenüber dem Sozialversicherungssystem ersetzen. Barro (1974) schließlich argumentiert, dass die Haushalte die intertemporale Budgetrestriktion des Staats bei ihren Sparentscheidungen berücksichtigen. Verschuldet sich der Staat und finanziert seine Ausgaben nicht über Steuern, so werden die Haushalte mehr sparen, weil sie davon ausgehen, dass in Zukunft zur Schuldentilgung die Steuern wieder erhöht werden müssen. 11
    • Bestimmungsgründe der Sparquote der privaten Haushalte in Österreich Geschätzter  Erwarteter  Determinanten Zusammenhang   Zusammenhang (Elastizität) Wachstum des verfügbaren  Positiv 0,2 Einkommens (in %) Altersstruktur der Gesellschaft negativ selten signifikant Realzinssatz positiv selten signifikant Arbeitslosenrate negativ /positiv nicht signifikant Inflationsrate negativ ‐0,9 Budgetdefizit positiv 0,2 12In dieser Tabelle sind zunächst die zu erwartenden Zusammenhänge für ökonometrische Schätzgleichungen von „Sparfunktionen“ aus den theoretischen Überlegung angeführt. Außerdem werden in der Spalte „Geschätzter Zusammenhang (Elastizität), die wesentlichen, signifikanten Schätzergebnisse der Regressionsanalyse (siehe dazu die Folien 34 und 35 Im Anhang) zusammengefaßt. Der Koeffizient des Einkommenswachstums von +0,2 besagt, dass eine 1‐prozentige Erhöhung des nominell verfügbaren Einkommens, die Sparquote der österreichischen Haushalte um 0,2 Prozentpunkte erhöht. Gleichzeitig ergibt die empirische Analyse, dass ein Anstieg der Inflation um 1 Prozent, die Sparquote um 0,9 Prozentpunkte senkt. Offenbar reagieren die Österreicher in ihrem Sparverhalten sehr sensitiv auf Inflationsprozesse. Außerdem erbrachte die Schätzung  ‐ allerdings nicht in allen Gleichungen ‐ einen signifikant positiven Koeffizienten für das Budgetdefizit, der besag, dass eine Erhöhung des Defizits im Sinne der Ricardianischen Äuqivalenztheorie zu einer Erhöhung der Sparquote führt. 12
    • Sparquote im  internationalen Vergleich Österreich Euroraum‐16 EU‐27 2001 8,0 9,0 7,4 2002 8,0 9,5 7,2 2003 9,1 9,2 7,0 2004 9,3 9,0 6,3 2005 9,7 8,4 6,1 2006 10,4 8,0 5,7 2007 11,6 8,3 5,4 2008 11,8 8,4 5,7 2009 11,1 9,6 7,9 2010 9,1 8,8*) 7,0*) *) Schätzung auf Basis 2009Q4‐2010Q3 Quelle: Statistik Austria, 2011. 13Österreich verfügt im Vergleich zum Euroraum und zur EU über eine traditionell höhere Sparquote. 2009 lag diese in Österreich bei 11,1% des verfügbaren Einkommens, in der Eurozone hingegen nur bei 9,6% und in der EU sogar nur bei 7,9%.  Ingesamt war in den Jahren vor der globalen Finanzkrise ein Anstieg  der europäischen Sparquoten zu beobachten, der mit der guten Einkommensentwicklung in diesen Jahren erklärbar ist. Mittlerweile hat in allen europäischen Staaten ein krisenbedingter Rückgang eingesetzt, der freilich in Österreich merklich stärker ausgeprägt war als im übrigen Europa.Länder mit hohen Sparquoten haben gerade in Krisenzeiten den großen Vorteil, dass sie Budgetdefizite überwiegend über inländische Ersparnisse finanzieren können (z.B. Italien, Japan), während solche mit niedrigen Sparquoten (z.B. Griechenland, Irland) auf die Auslandsfinanzierung angewiesen sind. 13
    • Mittelfristige Prognose der Sparquote 14Österreichs Sparquote hat im Verlauf der letzten 35 Jahre tendenziell etwas abgenommen. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre betrug sie zeitweilig noch über 13%, mittlerweile ist sie auf etwa 9% gefallen. Die obige Graphik zeigt sehr gut, dass die Schwankungen um den langfristigen Trend, konjunkturell erklärbar sind. In den Abschwungsphasen (1982‐1984; 1997, 2001‐2002, 2009‐2010) liegt die Sparquote deutlich unter der Trendgerade, in Phasen der Hochkonjunktur (1977‐1979; 1990‐1992; 2005‐2007) über dem Trend. Die Wirtschaftskrise nach dem 2. Erdölpreisschock gepaart mit stark steigender Inflation am Beginn der 1980er Jahre hat offensichtlich einen deutlichen Rückgang der Sparquote bewirkt. In der Periode 2000 bis 2007 hingegen, als am Anfang zunächst das Thema „Pensionsreform“ die Eigenvorsorge stärker in den Mittelpunkt rückte und in den Folgejahren das verfügbare Einkommen kräftig expandierte, nahm die Sparquote wieder merklich zu.Im Verlauf des Jahres 2010 sparten die privaten Haushalte nur mehr 9,1% ihres verfügbaren Einkommens. Diese Entwicklung ist die Folge des nominell (wie auch real) wachsenden Konsums verbunden mit einem nominell nur mehr leicht steigenden und real deutlich rückläufigem verfügbaren Einkommen (wofür vor allem der deutliche Rückgang der Vermögenseinkommen (u.a. niedrige Zinserträge) verantwortlich zeichnet).Die Prognose der Sparquote geht davon aus, dass diese – nach einem Rückgang auf 8,5% heuer ‐ aufgrund des sich kräftigenden Wachstums des verfügbaren Einkommens 2012 und 2013 wieder um gut einen Prozentpunkt auf 9,5% ansteigen wird, um dann im Zuge der unterstellte Konjunkturabschwächung 2014 und 2015 auf 8,1% zurück zu fallen.  14
    • Mittelfristige Prognose der Investitionsquote 15Ebenfalls rückläufig ist die Prognose der Investitionsquote (Anteil der nominellen Bruttoanlageinvestitionen am nominellen Brutto‐Inlandsprodukt):  Hatte diese in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre noch deutlich über 25% betragen, so lag sie in den vergangenen zehn Jahren (also in der Periode 2000‐2010) in einer Bandbreite zwischen 21% und 23% und dürfte in den kommenden Jahren bis 2015 auf etwas über 20% fallen.   15
    • III. Private Geldkapitalbildung und  privater Geldkapitalbestand 16Die folgende Studie gliedert sich folgendermaßen:I.Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenII.Volkswirtschaftliches Sparen und SparquoteIII.Private Geldkapitalbildung und privater GeldkapitalbestandIV.SchlußfolgerungenV.Anhang 16
    • Geldvermögensbestand der  privaten Haushalte 2006‐2010 Geldvermögensbestand 2010   460,8 Mrd. EUR,  insgesamt  davon  205,6 Mrd. EUR Spareinlagen  67,9 Mrd. EUR Lebensversicherungen  41,5 Mrd. EUR verzinsliche Wertpapiere  41,0 Mrd. EUR Investmentzertifikate  31,3 Mrd. EUR sonstige Anteilsrechte  18,2 Mrd. EUR börsennotierte Aktien  16,9 Mrd. EUR Bargeld  16,6 Mrd. EUR Pensionskassenansprüche  22,0 Mrd. EUR sonstiges Finanzvermögen  Quelle: OeNB 17Im Jahre 2010 betrug der Bestand an Geldvermögen der privaten Haushalte Österreichs 460,8 Mrd. EUR. Den größten Anteil machten die Spareinlagen (205,6 Mrd. EUR), gefolgt von den Lebensversicherungen (67,9 Mrd. EUR) und den verzinslichen Wertpapieren (41,5 Mrd. EUR) aus. Zwischen 2006 und 2010 hat sicher der Geldvermögensbestand von 398,8 auf 460,8 Mrd. EUR, also insgesamt um 15,5% bzw. um durchschnittlich jährlich um 3,7%  ‐ also schneller als die jährliche Inflationsentwicklung in dieser Zeit – erhöht.Zu den Definitionen der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung, die von der Oesterreichischen Nationalbank quartalsweise erhoben wird, siehe die Folien 37 und 38 im Anhang. 17
    • Geldvermögensbildung 2006‐2010 (in Mio. EUR) 2006 2007 2008 2009 2010 Bargeld 566 673 692 906 1.100 Täglich fällige Einlagen 2.838 1.396 1.109 13.130 3.000 Sonstige Einlagen 4.292 9.286 10.853 ‐5.869 ‐1.900 Verzinsliche Wertpapiere 1.133 3.764 4.705 ‐543 1.100 Börsennotierte Aktien 868 ‐748 664 327 1.400 Sonstige Anteilsrechte 695 440 586 257 100 Investmentzertifikate 1.595 ‐645 ‐3.956 923 2.300 Lebensversicherungsansprüche 3.671 2.711 2.047 2.856 2.900 Pensionskassenansprüche 940 615 282 1.177 700 Sonstiges Finanzvermögen 1.293 1.973 1.467 1.296 1.300 Geldvermögensbildung in Summe 17.893 19.465 18.449 14.459 12.000 Quelle: OeNB 18Die angeführte Tabelle zeigt die Entwicklung der Geldkapitalbildung österreichischer Haushalte im Verlauf der letzten fünf Jahre. Auffallend ist dabei der Abbau sonstigen Einlagen im Jahre 2009 und 2010 (5,9 Mrd. EUR bzw. 1,9 Mrd. EUR) bei gleichzeitigem Aufbau der täglich fälligen Einlagen. Dies ist vor allem auf die geringe Zinsdifferenz zwischen täglich fälligen und längerfristig gebundenen Spareinlagen zurückzuführen sein. Außerdem fällt  der Abbau von börsennotierten Aktien im Jahre 2007 um 748 Mio. EUR (Beginn der Finanzkrise) und der neuerliche Aufbau mit der Erholung der Aktienmärkte insbesondere im Jahre 2010 auf.  18
    • Geändertes Anlageverhalten durch die Krise (Anteile am Geldvermögensbestand in %) Quelle: OeNB, eigene Berechnungen 19Das Anlageverhalten der privaten Haushalte Österreichs hat sich im Zuge der globalen Finanz‐ und Wirtschaftskrise merklich verändert: Die Österreicher sind seit Ausbruch der Krise – wenig überraschend ‐ deutlich risikoscheuer in ihren Veranlagungen geworden.  Der Anteil der Einlagen (täglich fällig und gebundene) erhöhte sich von 43% (2006) auf 47% (2009) am gesamten Geldvermögensbestand, auch das Bargeld nahm in diesem Zeitraum von 3% auf 4% zu. Hingegen ging der Anteil von riskanteren Investments wie etwa Investmentzertifikaten von 11% (2006) auf 8% (2009)  und von Aktien von 5% (2006) auf 3%(2009) deutlich zurück. Diese Entwicklung war zu einem guten Teil auch durch den Rückgang der Aktienkurse bedingt. 19
    • Bestimmungsgründe des  privaten Geldkapitalbestands  Erklärende Variable Bargeldhaltung kurzfristiges Zinsniveau Zinsdifferenz zwischen kurz‐ und  Täglich fällige Einlagen langfristigem Zinsniveau Zinsdifferenz zwischen kurz‐ und  Sonstige Einlagen langfristigem Zinsniveau, Langfristiges Zinsniveau und wirtschaftliche  Verzinsliche Wertpapiere Lage Börsennotierte Aktien,  Höhe der Leitzinsen und Aktienindex;  Anteilsscheine und  Einmaleffekte 2010 Investmentzertifikate Lebensversicherung,  Langfristiger Trend,  Pensionskassenansprüche steuerliche Begünstigung 20Die Prognose des Geldvermögensbestandes und der Geldvermögensbildung für den Zeitraum 2010 bis 2015 geht von folgenden Einflußgrößen auf die verschiedenen Aggregate aus: Die Höhe der Bargeldhaltung hängt vor allem mit der Höhe der kurzfristigen Zinsen zusammen. Je höher die kurzfristigen Zinsen, desto höher die Opportunitätskosten der Bargeldhaltung und desto geringer die Bargeldhaltung. Täglich fällige Einlagen werden vor allem dann gehalten, wenn die Zinsdifferenz zwischen kurz‐ und langfristigem Zinssatz gering oder im Falle einer inversen Zinsstruktur sogar negativ ist, so dass eine längere Bindung nicht attraktiv ist. Die genau umgekehrte Logik erklärt die Anlage in sonstige Einlagen (länger gebundene Einlagen), die dann attraktiv ist, wenn die Zinskurve relativ steil verläuft. Der Anteil der verzinslichen Wertpapiere läßt sich am besten mit dem Niveau der langfristigen Zinssätze erklären. Außerdem spielt bei diesem Aggregat der Konjunkturverlauf eine Rolle: im Konjunkturabschwung steigt der Wertpapieranteil am Geldkapitalbestand, im Konjunkturabschwung sinkt er. Börsennotierte Aktien, Anteilsscheine und Investmentzertifikate hingegen vergrößern ihren Anteil an der Geldkapitalbildung typischerweise im Konjunkturaufschwung (zunächst niedrige Leitzinsen und steigender Aktienindex), während sie im Abschwung stark an Bedeutung verlieren. Die Lebensversicherungen und Pensionskassenansprüche scheinen einer langfristigen Trendentwicklung zu gehorchen.  20
    • Annahmen für die Prognose  der privaten Geldkapitalbildung 2010 2011 2012 2013 2014 2015 BIP real 2,0% 2,1% 2,3% 1,8% 1,6% 1,0% Inflationsrate 1,9% 2,2% 2,0% 1,9% 1,7% 1,2% EZB‐Leitzins 1,00% 1,06% 2,19% 2,81% 2,00% 1,38% 10‐jähriger EUR‐Bond  3,79% 4,50% 5,50% 4,50% 3,50% 3,30% (Benchmark) Euro‐Stoxx 50,  2800 3360 3696 3881 3493 3388 Jahresendstand Veränderung in % ‐5,1% 20% 10% 5% ‐10% ‐3% Quelle: Macro‐Consult 21Die Prognose der Geldkapitalbildung geht von der eingangs dargestellten mittelfristigen Wirtschaftsprognose und folgender Zins‐ und Aktienmarktentwicklung 2010 bis 2015 aus:Die EZB hebt den Refinanzierungssatz (Leitzins) bis Mitte 2013 auf 3% an, um die Inflationsgefahren zu brechen, und senkt in der Folge wieder ab.Die 10‐jährigen Renditen für den EUR‐Benchmark‐Bond erhöhen sich aufgrund steigender Inflationserwartungen im Zeitraum 2011 und 2012 auf 5,5% und verringern sich dann, nachdem klar geworden ist, dass die EZB mit ihrer Inflationsbekämpfungsstrategie erfolgreich ist, in den Jahren 2013 bis 2015. Die europäischen Aktienbörsen legen im Jahr 2011 um 20%, 2012 um 10% und 2013 noch um 5% zu, bevor sie dann um 10% bzw. 3% in den Jahren 2014 bis 2015 sinken.  21
    • Prognose der privaten  Geldkapitalbildung 2010‐2015 22Die Prognose der jährlichen Geldkapitalbildung 2011 bis 2015 zeigt aufgrund der getroffenen Annahmen folgende Entwicklung:1. die täglich fälligen Einlagen, die 2010 und 2011 stark zugenommen hatten, dürften zunächst in den Jahren 2011 und 2012 aufgrund der steiler werdenden Zinskurve wieder abgebaut werden.2.Die sonstigen Einlagen hingegen, die 2009 stark zurückgekommen sind, werden in den Jahren 2011 bis 2013 hingegen stark forciert, da ihre Attraktivität aufgrund des steigenden langfristigen Zinsniveaus zunimmt. 3.Insgesamt ist damit zwischen 2011 und 2015 mit einem kumulativen Anstieg der Spartätigkeit der privaten Haushalten in Form von täglich fälligen bzw. gebundenen Einlagen in der Höhe von rund 24 Mrd. EUR zu rechnen. Das entspricht in etwa 30% der in diesem Zeitraum stattfindenden Geldkapitalbildung.4.Die jährliche Spartätigkeit der privaten Haushalte in Form von verzinslichen Wertpapieren, die 2009 leicht negativ und 2010 leicht positiv war, steigt bis 2014 auf knapp 5 Mrd. EUR an.5.Investmentzertifikate und börsennotierte Aktien gewinnen in der Geldkapitalbildung in den Jahren 2010 bis 2013 wieder etwas an Terrain, werden aber – trotz positiver Aktienkursentwicklung ‐ durch die Wertpapierertragssteuer in ihrer Dynamik gebremst.6.Trotz niedriger Garantiezinses, dürften sich die Lebensversicherungen – nicht zuletzt wegen der relativen steuerlichen Besserstellung – gegenüber Aktien und Investmentfonds, weiterhin entsprechend ihrem langfristigen Trend entwickeln. 22
    • Prognose der Struktur des  Geldvermögensbestandes 2015 Quelle: OeNB, Macro‐Consult 23Trotz der erheblichen Veränderungen in der prognostizierten jährlichen Geldkapitalbildung, sind daraus keine dramatischen Veränderungen im Geldvermögensbestand ableitbar: Zwei Entwicklungen sind dabei offensichtlich:1.Die Spareinlagen (sowohl täglich fällige Einlagen als auch sonstige Einlagen) dürften – dem langfristigen Trend entsprechend – im Rahmen des privaten Geldkapitalbestands etwas an Boden verlieren. Im Jahre 1980 etwa hatten die Spareinlagen noch 2/3 der Geldkapitalbildung ausgemacht.2.Festverzinsliche Wertpapiere und börsennotierte Aktien hingegen, die im Zuge der Finanzkrise deutliche Anteilseinbußen hinnehmen mußten, sollten mittelfristig  ihre Anteile wieder etwas erhöhen können können. 23
    • Österreichisches Geldkapitalvermögen  2006‐2015 (Mio. EUR) Quelle: OeNB, Macro‐Consult 24Insgesamt dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in den nächsten fünf Jahren von 469 Mrd. EUR heuer auf 538 Mrd. EUR im Jahre 2015 steigen. Im Jahre 2006 hatte es 399 Mrd. EUR betragen, 1980 gerade erst 67 Mrd. EUR.  24
    • Spareinlagen und verzinsliche Wertpapiere (in Mio. EUR) Quelle: OeNB, Macro‐Consult 25Betrachtet man die Entwicklung der Einlagen und der verzinslichen Wertpapiere etwas genauer, so zeigt sich hier eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung bei den verzinslichen Wertpapieren. Dies hängt auch damit zusammen, dass das Angebot an Wertpapieren der öffentlichen Hand, der Banken und der Unternehmung (u.a. als Folge von Basel III) merklich zunehmen wird. Dadruch wiederum wird das Wachstum der Bankeinlagen beeinträchtigt. Die rückläufige Entwicklung bei den sonstigen Einlagen in den Jahren 2009 und 2010 hängt mit dem niedrigen Zinsniveau für länger gebundene Spareinlagen bzw. dem geringen Zinsunterschied zu täglich fälligen Einlagen zusammen. Mit der steiler werdenden Zinskurve in den Jahren 2011 und 2012 gewinnen die sonstigen Einlagen an Dynamik, was aber zum großen Teil auf Umschichtungen von den täglich fälligen Einlagen hin zu länger gebundenen Einlagen zurückgeht.  25
    • Aktien, Anteilsrechte, Investmentfonds  und Lebensversicherungen (in Mio. EUR) Quelle: OeNB, Macro‐Consult 26Für die Entwicklung der Lebensversicherungen ergibt die vorliegende Modellprognose  trotz aktuell niedriger Renditen einen – wie schon in der Vergangenheit beobachtbaren ‐ relativ kontinuierlichen Anstieg von derzeit rund 68 Mrd. EUR auf gut 79 Mrd. EUR (2015). Die Entwicklung bei Investmentzertifikaten und börsennotierten Aktien spiegelt sowohl in den Jahren 2006 bis 2010, als auch in der Prognose bis 2015 die Konjunktur‐ bzw. Börsenentwicklung wieder. Insgesamt wachsen diese beide Teilaggregate der Geldkapitalbildung jedenfalls rascher als das Gesamtaggregat. 1980 hatten die handelbaren Wertpapiere (also Aktien, verzinsliche Wertpapiere und Investmentfonds) nur 9% der Geldkapitalbildung ausgemacht, nach der vorliegenden Prognose wird ihr Anteil 2015 deutlich über 20% betragen, was die langfristige Veränderung im Anlageverhalten demonstriert. Die sonstigen Anteilsrecht weisen hingegen – wie schon in der Vergangenheit – ein unterdurchschnittliches Wachstumstempo auf; dementsprechend verringert sich ihr Anteil laufend. 26
    • Der Wohlstand in Österreich wird steigen, die  Sparbereitschaft sinkt jedoch Durchschnittliches Geldkapital pro Person und Sparquote: 2005, 2010 und 2015 9,7% 9,1% in EUR 8,1% Quelle: OeNB, Macro‐Consult, Erste Bank 27Das durchschnittliche Pro‐Kopf‐Finanzvermögen in Österreich betrug im Jahre 2010 54.900 EUR. Davon entfiel der Großteil, nämlich 24.400 EUR bzw. 45% auf Spareinlagen. Bis 2015 dürfte sollte das Gesamtvermögen um mehr als 14% auf 62.800 EUR steigen. Der Anteil der Spareinlagen wird leicht auf 43% zurückgehen. 
    • Der Wohlstand in Österreich wird steigen, die  Sparbereitschaft sinkt jedoch Durchschnittliches Geldkapital pro Haushalt und Sparquote: 2005, 2010 und 2015 in EUR Sparquote € 15.500 110.100 € 17.100 +12,2% +2,3 % p.a. +15,5% +2,9% p.a. Quelle: OeNB, Macro‐Consult, Erste Bank 28Teilt man den gesamten Geldvermögensbestand durch die Anzahl der österreichischen Haushalte (2010: 3,6 Mio.), dann erhält man für das durchschnittliche Finanzvermögen pro Haushalt zuletzt einen Betrag von 127.200 EUR, wovon ebenfalls der Großteil (44,6%) auf Spareinlagen entfiel. Bis 2015 sollte auf der Haushaltsebenen das Gesamtvermögen auf 142.700 EUR steigen, der durchschnittliche österreichische Haushalt also in nominellen Größen um 15.500 EUR reicher werden. 
    • IV. Schlussfolgerungen 29Die folgende Studie gliedert sich folgendermaßen:I.Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenII.Volkswirtschaftliches Sparen und SparquoteIII.Private Geldkapitalbildung und privater GeldkapitalbestandIV.SchlußfolgerungenV.Anhang 29
    • Zusammenfassung und Schlussfolgerungen (1)1. Österreichs Wirtschaft dürfte nach dem Konjunkturaufschwung 2010 bis 2012 mittelfristig – also zwischen 2013 und 2015 ‐ wieder etwas schwächer wachsen. Im Durchschnitt der Jahre  2011 bis 2015 ist mit einem realen Wirtschaftswachstum von 1,8% jährlich zu rechnen.2. Dieser Konjunkturverlauf wird auch die Entwicklung der verfügbaren Einkommen und des  volkswirtschaftlichen Sparens bestimmen. Die verfügbaren Einkommen werden in den  kommenden fünf Jahren nominell um durchschnittlich 2,7% jährlich wachsen und damit  merklich langsamer als in der Periode 2000‐2010 (3,0%).3. Ökonometrische Schätzungen zeigen, dass die Sparquote der privaten Haushalt Österreichs  vor allem durch die Einkommens‐ und Inflationsentwicklung bestimmt werden. Darüber  hinaus  spielen auch die Budgetdefizite, der Realzinssatz und die Altersstruktur eine gewisse  Rolle für deren Verlauf.4. Angesichts der gedämpften Einkommensentwicklung – nicht zuletzt verursacht durch niedrige  Vermögenseinkommen der letzten Jahre – hat die Sparquote der privaten Haushalte zwischen  2008 und 2010 von 11,8% auf 8,8%  abgenommen. Dieser markante Rückgang kann auch in  den folgenden Jahren nicht wieder aufgeholt werden: Zwar zeichnet sich bis 2013 wieder ein  Anstieg auf 9,7% ab, aber in der darauf folgenden Konjunkturabschwächung wird die  Sparquote wieder auf 8,3% sinken. 30 30
    • Zusammenfassung und Schlussfolgerungen (2)5. Damit ist für die kommenden Jahre ein jährliches volkswirtschaftliches Sparvolumen in einer  Größenordnung zwischen 14,8 Mrd. EUR und 18,4 Mrd. EUR zu erwarten und liegt damit  deutlich niedriger als in den vergangenen fünf Jahren. 6. Österreich hat die globale Finanz‐ und Wirtschaftskrise gut gemeistert. Die öffentliche Hand  hat zurecht in der Krise gegengesteuert. Jetzt aber gilt es Spargesinnung zu stärken.  Denn  privates (und öffentliches) Sparen ist für die langfristige Wachstumsperspektive sehr wichtig.7. Häufige Änderungen steuerlicher und/oder anderer Rahmenbedingungen sind   kontraproduktiv für langfristiges  Sparen. Sie erschweren die Planungssicherheit.8. Die jährliche Geldvermögensbildung der privaten Haushalte wird sich entsprechend dem  Rückgang im Sparaufkommen in den kommenden Jahren ebenfalls abschwächen.9. Der Geldvermögensbestand der österreichischen Haushalte liegt aktuell bei gut 460 Mrd. EUR,  das entspricht einem durchschnittlichen Geldvermögen von EUR 127.200 pro Haushalt bzw.  54.900 pro Person. Bis 2015 sollte der gesamte Geldkapitalbestand auf 538 Mrd. EUR steigen,  jener pro Haushalt auf 142.700 EUR, jener pro Person auf 62.800 EUR).10. Der Großteil des Geldvermögensbestands wird derzeit in der Form täglich fälliger Einlagen  (13,7%) bzw. sonstiger Spareinlagen (32,8%) gehalten. Die Anteile dieser Anlagekategorien  dürften bis 2015 auf 12,5% bzw. 30,6% sinken. Dieser Rückgang entspricht einerseits dem  langfristigen Trend im Anlageverhalten und andererseits der prognostizierten Zinsentwicklung  (vergleichsweise niedrige kurzfristige Zinsen). 31 31
    • Zusammenfassung und Schlussfolgerungen (3)10. Der Anteil an verzinslichen Wertpapieren an der Geldkapitalbildung sollte hingegen zwischen  2010 und 2015 von 8,9% auf 10,3% steigen. Dafür ist die relativ attraktive Zinsentwicklung am  langen Ende der Zinskurve und das zu erwartende hohe Angebot an Wertpapieremissionen in  den kommenden Jahren verantwortlich.11. Die börsennotierten Aktien können zwar ihren Einbruch im Zuge der Finanzkrise wieder etwas  wett machen, aber ihr Anteil bleibt aufgrund des eher risikoaversen Anlageverhaltens der  Österreicher mit 4,5% 2015 eher bescheiden.12. Lebensversicherung profitieren in den kommenden Jahren davon, dass sie von der  Vermögenszuwachssteuer ausgenommen sind und sollten trotz niedriger garantierter  Zinssätze ‐ dem langfristigen Trend entsprechend – ihren Anteil an der privaten  Geldkapitalbildung weiter leicht erhöhen. 32 32
    • V. Anhang (Zusatzfolien) 33Die folgende Studie gliedert sich folgendermaßen:I.Gesamtwirtschaftliche RahmenbedingungenII.Volkswirtschaftliches Sparen und SparquoteIII.Private Geldkapitalbildung und privater GeldkapitalbestandIV.SchlußfolgerungenV.Anhang 33
    • Bestimmungsgründe der Sparquote der privaten Haushalte (abhängige Variable SPQ) Gleichung 1 2 3 4 5Variable Coefficient t-Statistic Coefficient t-Statistic Coefficient t-Statistic Coefficient t-Statistic Coefficient t-StatisticSPQ(-1) 0.638091 1.553.252 1.019.885 1.415.745 0.964138 1.382.828 0.967475 1.377.309 0.920082 1.550.439AQ 0.615003 0.490453AQ(-1) 0.271778 0.167181AQ(-2) -0.789505 -0.894153INF -0.442109 -0.991893 -0.939264 -4.589.857 -0.617831 -3.504.249 -0.660584 -3.796.424 -0.627935 -3.614.527INF(-1) 4.726.376 0.243338 -1.375.070 -1.580.389INF(-2) -1.951.879 -0.145831 -5.977.097 -0.694405U -0.254718 -0.350230U(-1) -0.851205 -0.598193U(-2) 1.002.632 1.054.803PD -0.085090 -0.268114 -0.159889 -0.852110 0.152937 1.230.444PD(-1) 0.174868 0.791225 0.280118 1.769.267 0.176431 1.413.046PD(-2) 0.149341 0.498300 0.286798 1.427.350Y_R2 0.302570 1.885.940 0.217913 2.334.690 0.231690 2.437.539 0.214090 2.261.676 0.200037 2.107.215Y_R2(-1) 0.207084 0.939625 0.241927 1.539.907 0.324158 2.384.333 0.354632 2.634.692 0.384547 2.875.303Y_R2(-2) 0.125999 0.822087 0.171667 1.367.554 0.250160 1.833.093 0.186248 1.473.848 0.166714 1.316.341REAL_I 4.835.325 0.248625 -1.365.325 -1.573.283 0.226869 1.183.389REAL_I(-1) -1.381.619 -0.102319 -5.599.121 -0.649072REAL_I(-2) -0.402909 -1.055.910 -0.409544 -2.069.177EURIBOR3 -4.810.185 -0.243085 1.401.458 1.592.204 -0.321921 -2.055.112 -0.161601 -2.038.099 -0.164611 -2.056.024EURIBOR3(-1) 1.377.690 0.102735 5.233.978 0.605120EURIBOR3(-2) 0.666040 1.933.678 0.524971 2.827.739R-squared 0.933398 0.907488 0.796744 0.784368 0.770765Adjusted R-squared 0.758567 0.808368 0.734883 0.730460 0.724918Durbin-Watson 2.677.566 2.486.911 2.049.562 1.892.767 1.809.598 34 34
    • Bestimmungsgründe der Sparquote der privaten Haushalte (abhängige Variable SPQ_D) Gleichung 1 2 3 Variable Coefficient t-Statistic Coefficient t-Statistic Coefficient t-Statistic Y_R2_D -0.005673 -0.052558 0.065643 0.563784 0.079103 0.684115 Y_R2_D(-1) 0.080337 0.555202 Y_R2_D(-2) 0.154897 1.293.559 INF_D -0.121534 -0.627318 AQ_D -0.122800 -0.159104 0.967742 1.628.139 1.016.273 1.727.281 AQ_D(-1) 2.542.489 2.261.873 AQ_D(-2) -2.072.950 -2.431.764 PD_D -0.331187 -2.127.858 -0.461359 -2.467.464 -0.506899 -2.846.047 PD_D(-1) 0.017279 0.101745 PD_D(-2) 0.333271 1.926.076 REAL_I_D 0.003541 0.019585 0.303319 1.167.201 0.033415 0.200764 REAL_I_D(-1) -0.164091 -0.950789 REAL_I_D(-2) -0.129247 -0.821423 EURIBOR3_D -0.281991 -1.283.814 U_D -0.771300 -1.338.952 -0.387269 -0.780415 R-squared 0.674084 0.355857 0.306547 Adjusted R-squared 0.463197 0.194821 0.199861 Durbin-Watson 1.734.757 2.219.745 2.057.892 35 35
    • Beziehung zwischen Spar‐ und Investitionsquote in  eine offenen Volkswirtschaft mit Staat(1)             BIP = Cp + Coe + Ip + Ioe + X – M(2) Yd = BIP – Td – Tid – SV + TR(3) Sp = Yd – Cp(4) = (3) In (1) eingesetzt:     BIP = Yd – Sp + Coe + Ip + Ioe + X – M und(5) = (2) in (4) eingesetzt:     Sp =  Ip + (Coe + Ioe + TR – Td – Tid – SV) + (X – M) und(6) = Gleichung 4 durch Yd gebrochen:  Sp/Yd  = Ip/Yd  + (Coe + Ioe + TR – Td – Tid – SV)/Yd + (X –M)/Yd  bzw.Private Sparquote  =  Private Investitionsquote +  Budgetdefizitquote + LeistungsbilanzquoteBIP = Brutto‐Inlandsprodukt Yd = verfügbares EinkommenCp = privater Konsum Td = direkte SteuernCoe = öffentlicher Konsum Tid = indirekte SteuernIp = private Investitionen SV = SozialversicherungsbeiträgeIoe = öffentliche Investitionen TR = Transferleistungen an priv. HaushalteX = Exporte i.w.S.M = Importe i.w.S. 36
    • Wichtige Definitionen der Gesamtwirtschaftlichen  Finanzierungsrechnung (GFR)Private Haushalte: Privatpersonen und selbstständig Erwerbstätige sowie Einpersonenfirmen.Bargeld und Einlagen: Banknoten,  Münzen aus unedlen Metallen, Bimetallmünzen, Silbermünzen, täglich fällige Konten bei Banken (Gehalts‐ und Pensionskonten, Sichteinlagen), Termin‐ und Spareinlagen sowie Konzernverrechnungskonten. Die Bewertung der Stände erfolgt zu Nominalwerten.Verzinsliche Wertpapiere und Finanzderivate: Geldmarktpapiere (Wertpapiere mit einer ursprünglich vereinbarten Laufzeit bis zu 1 Jahr), Kapitalmarktpapiere (Wertpapiere mit einer ursprünglich vereinbarten Laufzeit von mehr als 1 Jahr) sowie Finanzderivate,  die sowohl auf Zinskontrakten als auch auf Kapitalkontrakten basieren. Die Wertpapier‐transaktionen und die daraus resultierenden Wertpapierbestände inkludieren auch die aufgelaufenen und noch nicht abgedeckten (bezahlten) Zinsforderungen. Die Bewertung der Stände  erfolgt zu Marktwerten.Börsennotierte Aktien: Aktien eines Unternehmens, die an einer Börse notieren oder die in anderer Form auf einem Markt gehandelt werden. Die Bewertung erfolgt zu Marktwerten. 37 37
    • Wichtige Definitionen der Gesamtwirtschaftlichen  Finanzierungsrechnung (GFR)Sonstige Aktien und Anteilspapiere: nicht börsennotierte Aktien, inländische GmbH‐Anteile bzw. im Ausland Anteile an Kapitalgesellschaften sowie grenzüberschreitender Besitz von Grundstücken. Die Bewertung erfolgt im Fall von Anteilspapieren zum Buchwert des Eigenkapitals. Investmentzertifikate: Anteile von Kapitalgesellschaften, die entweder an einer Börse gehandelt werden (geschlossene Fonds) oder jederzeit von einer Kapitalgesellschaft emittiert bzw. von einer solchen zurückgenommen werden (offene Fonds). Die Bewertung erfolgt zu Marktwerten.Versicherungstechnische Rückstellungen: Ansprüche privater Haushalte aus Rückstellungen bei Lebensversicherungen und Pensionseinrichtungen sowie Ansprüche privater Haushalte und nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften aus Prämienüberträgen und Rückstellungen für eingetretene Versicherungsfälle. Die Bewertung erfolgt zu Buchwerten.Sonstige Forderungen/Verbindlichkeiten: Forderungen bzw. Verbindlichkeiten aus Handelskrediten und Anzahlungen sowie alle finanziellen Forderungen bzw. Verbindlichkeiten, die nicht in einer anderen Kategorie ausgewiesen werden. Mit Berichtsstichtag Jahresultimo 2002 zählen zu dieser Kategorie auch Banknoten und Münzen, die in Schilling denominiert sind.Quelle: OeNB 38 38
    • Bestands‐ und Flussgröße: Geldvermögensbestand und Geldvermögensbildung GVBt +1  = GVB t  + GVFt,  i wobei GVBt = ∑pit Gvit.  Der Geldvermögensbestand des Jahres t+1 (GVBt +1) setzt sich aus der   Summe des Geldvermögensbestands  des Jahres t (GVB t ) und  der  Geldvermögensbildung des Jahres t  (GVFt ) zusammen.  Der Geldvermögensbestand der Periode t (GVBt) ist die Summe über alle  Geldvermögenskategorien (Gvi) zum Zeitpunkt t, bewertet mit deren Preisen  pit. Der Geldvermögensbestand ist eine Bestandsgröße, die Geldvermögens‐ bildung ein Flussgröße. 39 39