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Selbstlernkurs STRESSFREIES ARBEITEN Stufe 7
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Selbstlernkurs STRESSFREIES ARBEITEN Stufe 7

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Selbstlernkurs STRESSFREIES ARBEITEN Stufe 7 Selbstlernkurs STRESSFREIES ARBEITEN Stufe 7 Presentation Transcript

  • Stufe 1: Was stresst mich? Stufe 2: Entrümpeln Sie Ihr Büro! Stufe 3: Arbeiten Sie smarter! Stufe 4: Halten Sie sich fit! Stufe 5: Vermeiden Sie Missverständnisse! Stufe 6: Seien Sie freundlich!Stufe 7: Übernehmen Sie (wieder) die Kontrolle! © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 255
  • Impressum Copyright &Die private Nutzung des Selbstlernkurses „StressfreiesArbeiten“ ist kostenlos und nicht an Bedingungen geknüpft.Die kommerzielle Nutzung der Inhalte ist jedoch untersagt.Verantwortlich: Prof. Dr. Martin-Niels Däfler Frühlingstr. 19b 63869 Heigenbrückenwww.daefler.de© Bilder: Wenn nicht anders angegeben: www.pixelio.de oder privat © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 256
  • Guten Tag zu Stufe 7! Aus Stufe 1 wissen Sie noch, dass jeder Mensch Stress andersempfindet. Was den einen stresst, empfindet der andere als spannende Herausforderung. Damitist auch klar: Den wichtigsten Schlüssel, um Stress zu bekämpfen, besitzen nur wir selbst. Es istunsere Einstellung, unsere Bewertung einer Situation, die darüber entscheidet, ob wir unsgestresst fühlen. Die logische Folge ist: Stress und die damit verbundenen Belastungen müssen da gestoppt werden, wo Sie entstehen: In Ihrem Kopf! Wenn Sie sich etwa einreden, alles sofort und 110prozentig erledigen zu müssen oder jedem gerecht werden zu müssen, setzen Sie sich selbst unter Druck und geraten in Stress.Entscheidend bei der Stressbewältigung ist, dass Sie (wieder) die Kontrolleüber Ihre Gedanken erlangen und sich weniger fremdbestimmt fühlen.Sie haben es selbst in der Hand, Ihr Leben zu ändern und Stress zu reduzieren.Wie Ihnen das gelingen kann, erläutere ich im Folgenden mit meinem „Anti-Stress-ABC“ … © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 257
  • Achtsamkeit praktizieren„Achtsamkeit“ mag etwas esoterisch klingen – in der Tat kennen viele Menschenden Begriff aus dem Buddhismus, dessen Gedankengut zunehmend auch imWesten Verbreitung findet. Hier geht es uns allerdings nicht um eine bestimmteWeltanschauung, sondern um das zentrale Element von Achtsamkeit, nämlich dieAufforderung, seine Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment zubeziehen. Das heißt: Lassen Sie sich nicht von Ihren Gedanken an vergangene Ereig- nisse (etwa einen Streit mit dem Kollegen) oder kommende Aufgaben/Situa- tionen (z. B. die Präsentation vor dem Chef) beherrschen, sondern ver- suchen Sie, im Hier und Heute zu leben. Geschehenes können Sie nicht ungeschehen machen und Künftiges ist noch nicht passiert. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 258
  • Zugegebenermaßen ist es sehr schwierig, Achtsamkeit zu praktizieren, aber vielleicht hilft Ihnendie Vorstellung, dass Sie nicht Meister Yoda („Star Wars“) sind – dieser konnte mit der Machtseiner Gedanken Menschen durch die Luft schleudern –, sondern ein normal Sterblicher. Dasheißt: Ihre (negativen) Gedanken werden nichts ändern. Im Gegenteil: Erst Ihre negativenGedanken machen die Situation schlecht! Selbst, wenn Sie eine riesige Aufgabenliste haben, sokönnen Sie doch stets nur eine Sache machen. Wenn Sie die ganze Zeit, in der Sie etwa an derErstellung Ihres Monatsberichts sitzen, an Ihre anderen To-Dos denken, so werden sich diese dochnicht von allein erledigen. Das Einzige was passiert, ist, dass Sie sich schlecht und gestresst fühlen. Also: Verbieten Sie es sich selbst, an Belastendes zu denken und schenken Sie dem, was Sie gerade tun, Ihre volle Aufmerksamkeit!Dazu eine Übung: Beginnen Sie damit, eine Tätigkeit ganz bewusst auszu-führen – da kann etwas so Simples wie Zähne putzen sein – und steigernSie sich dann, indem Sie immer mehr Aufgaben ganz bewusst erledigen. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 259
  • Begräbnis vorstellenEine sehr einfache, wenn auch makabre Übung findet sich in zahl-reichen Zeitmanagement-Ratgeberbüchern, nämlich die Aufforde-rung, sich sein eigenes Begräbnis vorzustellen. Wie viele Menschenhaben sich auf ihrem Sterbebett wohl schon gewünscht, mehr Zeit mit ihren Lieben,statt im Büro verbracht zu haben? Wie viele haben es bereut, die Familie hinten angestellt undden Job überbewertet zu haben? Stellen Sie sich gedanklich den Moment vor, an dem der Partner, die Kinder, enge Freunde und andere Wegbegleiter am offenen Grab stehen – malen Sie sich aus, welche Trauerreden gehalten werden oder was beim Leichenschmaus über Sie erzählt wird. Wird es etwa heißen: „Er war ein gewissenhafter Buchhalter und fleißiger Mitarbeiter.“ oder werden Sie hören „Er war ein liebevoller Vater, der immer für uns da war.“?Durch dieses Gedankenspiel können Sie erkennen, was in Ihrem Leben bislang gut, und wasschlecht gelaufen ist. Sie werden herausfinden, was bzw. wen Sie vernachlässigt haben und waswirklich wichtig ist. Und: Sie werden es JETZT ändern können! © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 260
  • Chamäleon-Prinzip verinnerlichenWie Sie in der Einleitung zu Stufe 7 schon gelesen haben, liegt der wichtigste Schlüssel zurStressreduzierung in Ihrer Hand. Dazu allerdings müssen Sie bereit sein, sich zu wandeln –wie ein Chamäleon. Wer nicht aufgeschlossen dafür ist, an sich zu arbeiten und lediglichanderen oder dem Umfeld die Schuld für den eigenen Stress gibt, wird die Stufe 7 nichterreichen können. Die Behauptung „Ich bin jetzt schon X Jahre alt – da kann man nichts mehr machen“ darf nicht als Ausrede verwen- det werden. Sicher, der grundsätzliche Charakter lässt sich im Erwachsenenalter kaum noch ändern, wohl aber die Einstellung. Neurologen und Psychologen wissen nämlich schon länger, dass Menschen bis ins hohe Alter wand- lungsfähig sind. Also: Wecken Sie das Chamäleon in Ihnen! © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 261
  • Disziplin entwickelnJune Tangney, Professorin an der George Mason University in Virginia,hat herausgefunden, dass Menschen, die über hohe Selbstregulierungs-kompetenzen – also Disziplin – verfügen, weniger unter Stress leiden. June Tangney Bild: © psyclinic.gmu.eduDie Begründung ist nicht schwer nachzuvollziehen: Systeme – z. B. Ablage,Ordnungs- oder Terminplanungssysteme – helfen, Zeit zu sparen, doch jedesSystem ist nur so gut, wie sich sein Anwender diszipliniert an die Regeln hält. Sosinnvoll etwa der Vorschlag ist, jeden Tag einen Termin mit sich selbst zu verein-baren, so witzlos ist dieser Tipp, wenn man dann doch regelmäßig Ausnahmenmacht, weil dieses Meeting ja so wichtig und jener Anruf ja so dringend ist. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 262
  • Oder: Sie haben sich ein tolles Archivierungssystemausgedacht. Doch dieses funktioniert nur solange,bis Sie von einer dreitägigen Geschäftsreise zurück-kehren und sich dann nicht die Zeit nehmen, umden Posteingang systematisch abzulegen.Disziplin bedeutet jedoch nicht nur, sich an (selbst) gesetzte Regeln und Systemezu halten, sondern heißt auch, die (eigenen) Ziele konsequent zu verfolgen undsich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen zu lassen.Erfahren Sie auf der nächsten Folie mehr darüber, wie Sie sich zu mehr Disziplinzwingen können … © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 263
  • Disziplin sollte kein Selbstzweck sein: Fragen Sie sich als erstes: Muss ich überhauptdiszipliniert sein und diese bestimmte Aufgabe erledigen? Könnte ich nicht vielleicht sogareinen Nutzen davon haben, die Sache nicht zu erledigen? Mitunter ist eine Aufgabe zu groß, als dass wir sie zügig und in einem Stück abarbeiten könnten. Das macht verdrossen und führt zu Lethargie. Versuchen Sie in einem solchen Fall, den großen Brocken in seine Einzelteile zu zerlegen. Mit dieser „Salamitaktik“ erreichen Sie Teilerfolge, die motivieren.Nehmen Sie sich nicht zu viel vor bzw. schätzen Sie Ihre Leistungsfähigkeit richtig ein.Scheitern ist programmiert, wenn die Ziele unrealistisch sind. Oft ist es sinnvoll zu ermitteln, warum man eine bestimmte Aufgabe ausführt. Wer den Grund und Sinn seines Handelns kennt, tut sich einfacher bei der Erledigung.Erkennen Sie an, dass nicht alles Spaß macht. Je länger wir uns vor der Erledigungunangenehmer Dinge drücken, desto mehr belasten sie uns und desto weniger Zeit bleibtfür die schönen Augenblicke. Also, lieber die unschönen Aufgaben gleich in Angriff nehmen. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 264
  • Erwartungshaltung senkenMal ganz ehrlich: Verlangen Sie vielleicht zu viel vom (Berufs-)Leben? Wollen Sieallem und jedem gerecht werden? Wollen Sie Aufgaben nicht zu 100 Prozent,sondern zu 110 Prozent gut erledigen? Wollen Sie immer der Beste sein, amschnellsten Karriere machen, das größte Haus in der Straße haben und das PS-stärkste Auto fahren? Erfolgreicher Manager, verständnisvoller Partner undliebevoller Vater zugleich sein? Klar, wenn Sie all das wollen, werden Sie stetsunzufrieden und gestresst sein. Was ich sagen will: Ihr Anspruchs-niveau an sich selbst bzw. Ihre Leistungen hat einen maßgeblichenEinfluss darauf, wie gestresst Sie sich fühlen. Denken Sie doch ein-mal darüber nach, ob Sie sich nicht die Latte zu hoch gelegt haben. Mehr muss nicht unbedingt besser sein! © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 265
  • Informationsdiät machenDie viel zitierte „Informationsflut“ ist inzwischen zu einem „Informationstsunami“ ange-schwollen und bedroht vor allem jene Menschen, die keine Dämme errichtet haben.Etwas weniger bildlich: Durch die Vielzahl an Informationsmedienund -kanälen fällt es uns immer schwerer, das Wesentliche zu erken-nen. Wir fühlen uns verpflichtet, alles zu konsumieren, was uns ange-boten wird. Doch das führt zwangsläufig zur Verstopfung und Stress!Fragen Sie sich: Auf welche Informationsmedien kannich verzichten? Muss ich wirklich alle Newsletter abon-nieren? Welchen Mehrwert bringt mir das Boulevard-magazin? Ist es wirklich nötig, dass ich sechs Fachzeit-schriften lese? Schaue ich mir die RSS-Feeds tatsächlich an?Trennen Sie sich mutig und guten Gewissens von jeglichem Informationsballast. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 266
  • Kraftspender suchenSicher kennen Sie das Gefühl: Wenn Sie mit gutgelaunten, sympathischen Menschen zusammen sind,geht es Ihnen selbst automatisch besser. Auch umgedrehtgilt dieser Zusammenhang: Miesepeter stecken Sie mit ihrer schlechten Laune an.Versuchen Sie deshalb, wann immer es geht, Zusammenkünfte mit den Menschenzu vermeiden, die Ihnen nicht gut tun und umgeben Sie sich mit Personen, dieIhnen Kraft geben, mit denen Sie gern beisammen sind und die positive Gefühlein Ihnen auslösen, und zwar sowohl im beruflichen, als auch im privaten Umfeld! © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 267
  • Nein-Sagen lernenWer zu allen und jedem bereitwillig „ja“ sagt, wird sich schnell kaum noch vor Aufträgen,Anfragen und Arbeitskreisen retten können. Denn: Die meisten Menschen besitzen einenuntrüglichen Instinkt für Zeitgenossen, die einem keinen Gefallen abschlagen können. Einganz wichtiger Schritt hin zu stressfreiem Arbeiten besteht deshalb darin, öfters miteinem „Nein“ zu antworten. Dazu ein paar Tipps … Ein Nein lässt sich am charmantesten verkaufen, wenn man bereit ist, eine Teillösung anzubieten: „Können Sie das bis heute um 12:00 Uhr erledigen?“ „Heute geht leider gar nichts mehr, aber das ist das Erste, was ich morgen mache.“Den „Antragsteller“ stoßen Sie nicht vor den Kopf, wenn Sie eine glaubwürdigeBegründung haben: „Gern hätte ich das für Sie gemacht, aber ich muss heute pünktlichgehen, da ich noch einen Zahnarzttermin habe.“ © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 268
  • Die Beziehung zum Anfrager bleibt intakt, wenn Sie es schaffen, Verständniszu äußern: „Klar, ich verstehe, dass ihr momentan total im Stress seid. Leiderist’s bei uns nicht besser – wir haben nächste Woche Messeaufbau.“ Etwas weniger taktvoll, dafür umso wirksamer ist es, grundsätzlich zu antworten: „Sorry, ich kann die Abrechnung nicht für Sie machen. Ich habe mir fest vorgenommen, zukünftig nur noch abteilungsinterne Aufgaben zu erledigen.“Generell sollten Sie Ihr Nein nicht mit zu vielen Argumentenbegründen. Je mehr Punkte, manchmal auch Ausreden, Sieverwenden, desto angreifbarer werden Sie. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 269
  • Obstgärtner-Prinzip anwendenObstbäume müssen regelmäßig beschnitten und ausgelichtet werden, damit sieFrüchte in guter Qualität bekommen. Ähnlich sollten wir im Berufs- und Privatlebenhandeln: Prüfen Sie regelmäßig Ihre Verpflichtungen! Sie sind in Ihrem Unter-nehmen in vier Projekten engagiert, sind stellvertretender Vorsitzender desElternbeirats und Kassenwart des Sportvereins? Das sind zuviele „Sonderaufgaben“ – überlegen Sie, von welchen Sie sichtrennen können! Und: befolgen Sie zukünftig das „Kleider-schrank-Prinzip“! Genauso, wie ein Kleiderschrank nur einebeschränkte Kapazität hat, so haben auch Sie nur einebestimmte Aufnahmefähigkeit: Für jedes neue Hemd (neueAufgabe), die kommt, muss ein altes Hemd (alte Aufgabe) aussortiert werden. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 270
  • Positiv(er) denkenEbenso offensichtlich zu verstehen, wie schwierig umzusetzen, ist die Empfehlung, positiv(er) zu denken. Wenn es doch so einfach wäre! Menschen, die dazu neigen, das Glas als halb leer zu betrachten, werden nicht plötzlich die Welt durch die rosa- rote Brille sehen – dessen bin ich mir bewusst. Ziel ist also nicht, den Charakter zu ändern, sondern bewusst zu machen, wie sehr eine negative Einstellung zu Stress beiträgt und Tipps zu geben, mit denen sich ein wenig Zuversicht gewinnen lässt. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 271
  • Sie haben es hier schon öfters gelesen: (Negative) Gedankenüben eine gewaltige Kraft aus. Allein ein einziger unange-nehmer Gedanke kann genügen, eine wahre Lawine anschlechten Gefühlen und Stress auszulösen.Angenommen, es ist Sonntagabend, Sie haben es sich auf der Couch gemütlichgemacht und wollen Tatort schauen. Doch plötzlich kommt Ihnen dieBesprechung, die Sie morgen Vormittag mit einem kritischen Kunden haben, inden Sinn. Sie malen sich den Verlauf des Gesprächs aus. Vielleicht wird es so sein,wie beim letzten Mal und der Kunde wird unzufrieden gehen. Eventuell wird ersich beim Chef beschweren … und schon ist die gute Wochenendstimmung dahin– in Ihrem Kopf läuft schon der Film von morgen. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 272
  • Die Maxime lautet also, negative Gedanken sofort zu stoppen, wenn sie auftauchen.Dabei hilft Ihnen eventuell dieser Tipp: Betrachten Sie Probleme als„Normalfall“ und nicht als Störung. Probleme gehören einfach zum Leben.Schwierige Situationen haben auch meist eine positive Seite; sie bieten nämlich dieMöglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Sicherlich ist es Ihnen auch schon so ergangen: Siehatten ein Problem und konnten es lösen. Welches Gefühl hatten Sie danach? Ich ver-mute, ein gutes. Zudem haben Sie Erfahrungen gesammelt, die Ihnen vielleicht in Zukunftnutzen werden. Ändern Sie also Ihre Einstellung, wenn ein Problem auftaucht. Sagen Sienicht: „Oh je, ein Problem, wie schlimm“, sondern erkennen Sie in die schwierige Situa-tion an („es ist, wie es ist“) und suchen Sie den positiven Aspekt. Auf den Punkt gebracht:Probleme eröffnen stets auch eine Lernmöglichkeit, die Ihnen langfristig hilft und Siewachsen lässt. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 273
  • Kennen Sie das „Glückskeks-Prinzip“? Die Weishei- ten/Vorhersagen, die die chinesischen Gebäckteil- chen enthalten, scheinen oft deshalb zuzutreffen, weil sie unser Denken und Handeln unterbewusstbeeinflussen. Die Psychologie nennt das „sich selbst erfüllende Prophezeiungen“.Diese funktionieren allerdings nicht nur in einem positiven Sinne, sondern auch ineinem negativen. Dieser Zusammenhang ist vielfach nachgewiesen worden. Wersich selbst einredet „das schaffe ich nie“, wird kaum Erfolg haben. Betreiben Siealso keine negative „Selbstverbalisation“, sondern reden Sie sich selbstgut zu: „Wenn ich mich anstrenge, dann gelingt es.“ Freilich muss esrealistischerweise in Ihrer Macht stehen, eine negative Situation auchbewältigen zu können. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 274
  • Reaktionsmuster überdenkenEgal, ob im Berufs- oder Privatleben: Wir verhaltenuns oft wie Automaten. In vielen Situation reagierenwir instinkthaft. Es bedarf nur eines typischen Auslösers, und sofort läuft unsergewohntes Programm ab. Das ist evolutionsbiologisch gesehen auch durchaussinnvoll und effizient – man muss nicht stets neu überlegen, wie man zu handelnhat. Das ist allerdings auch gefährlich. Erinnern Sie sich an die Auflistung derStressoren von Stufe 1? Auf unsere persönlichen Stressoren – sei es „Lärm“ oderbestimmte Verhaltensweisen von Kollegen – reagieren wir ohne nachzudenken.Wie ein Dominostein in der Reihe kippen wir um …
  • Was also ist zu tun? Wir müssen Automatismen durchbrechen, indem wir neueVerhaltensweisen erlernen. Konkret: Überlegen Sie, welche Stressauslöser beiIhnen welche Reaktionen auslösen. Versuchen Sie dann, neueAntworten zu finden. Wenn Sie z. B. die Wichtigtuerei IhresKollegen bei Besprechungen nervt, dann könnten Sie künftigvielleicht denken: „Meyer braucht wohl viel öffentliche Anerkennung – gut, dassich das nicht nötig habe.“Neue Reaktionsmuster zu finden, bedeutet auch, zu erkennen, dass man vielöfters Wahlfreiheiten hat, als man denkt. Wie oft reden wir uns ein: „ich muss“,doch tatsächlich müssen wir gar nicht, sondern wir tun es einfach. Vielleicht hilftes Ihnen, wenn Sie stattdessen künftig sagen: „Ich entscheide mich für …“? Dieskann manchmal helfen zu erkennen, was wirklich ein Muss ist und was nicht. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 276
  • Verhältnismäßigkeit erkennenNur zu häufig verpassen wir alltäglichen Problemen den Status einer Katas-trophe – verglichen jedoch mit einem schlimmen Verkehrsunfall sind sie esnatürlich nicht. Versuchen Sie deshalb, immer wieder die VerhältnismäßigkeitIhrer Situation zu erkennen.Drei einfache Fragen helfen dabei: Was bedeuten meine Probleme im Vergleich zu einer schweren Krankheit? Was hat mich vor einem Jahr belastet? Wie wichtig wird das in einem Jahr sein? © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7 _Version a Folie 277
  • Wunderformel entwickelnÜberlegen Sie sich einen Satz, den Sie sich in stressigen/schwierigenSituationen selbst vorsagen können. Dazu ein paar Anregungen:• „Ich bin das Auge des Sturm.“• „Ich bin der Fels in der Brandung.“• „Ich bin ruhig und gelassen“• „Ich lasse mich nicht stressen.“• „Auch diese Situation wird vorübergehen.“• „In einem Jahr werde ich darüber lachen.“ © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 278
  • Zeitdiebe verhaftenMit dem Begriff „Zeitdieb“ meine ich persönliche Eigenschaften bzw. Charakter-züge, die Zeit stehlen und so zu Stress führen. Ein konkretes Beispiel: Es ist nichtder unangemeldete Besucher, der uns stresst, sondern es ist unser Unvermögen,auf den Eindringling zuzugehen und ihm freundlich zu sagen, dass er gerade störtund Sie sich gern verabreden können. „Abwehrschwäche“ heißt also der wahreZeitdieb und nicht „Besucher“.Dabei möchte ich weder ein Brevier von Unarten verfassen, noch will ich mir anmaßen,über bestimmte Charaktere zu urteilen. Auch soll dies kein philosophisches Traktat sein. Ichwill Sie lediglich dazu anregen, einmal darüber nachzudenken, welche Ihrer persönlichenEigenschaften Ihnen Zeit stehlen und damit Stress auslösen. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 279
  • Welche Zeitdiebe bestehlen Sie? Im Folgenden habe ich eine (sicherlich nichtvollständige) Fragenliste erstellt, die Ihnen als Grundlage dienen soll, um sichselbst zu prüfen: Welche der genannten Eigenschaften treffen auf mich zu? In wie weit tragen die zutreffenden Eigenschaften dazu bei, Stress bei mir zu verursachen? Bin ich bereit, an diesen Eigenschaften zu arbeiten, um mein Stressniveau zu senken? Mit welchen Gegenmitteln kann ich die negativen Auswir- kungen dieser Eigenschaften eindämmen?Für die Beantwortung der Fragen sollten Sie sich etwas Zeit und vor allem Ruhegönnen, denn schließlich sind es ganz persönliche Dinge, die Sie hinterfragen … © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 280
  • Zeitdiebe-Checkliste_1 Abwehrschwäche: Kann ich schlecht „Nein“ sagen? Aktionismus: Kenne ich meine privaten und beruflichen Ziele? Arbeite ich Aufgaben nach ihrer Priorität ab? Habe ich klare Pläne? Verzettele ich mich mit zu vielen Projekten? Handle ich oft, ohne nachzudenken? Angst: Wovor habe ich Angst? Warum? Welche Ängste lähmen mich? Empathielosigkeit: Versuche ich zu verstehen, was andere möchten? Kann ich mich in andere hineinversetzen? Geschwätzigkeit: Bin ich neugierig? Beteilige ich mich an Gerüchten? Gier: Bin ich vielleicht zu ambitioniert bzw. zu „karrieregeil“? Will ich immer mehr? Habe ich die Fähigkeit, zufrieden sein zu können? © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 281
  • Zeitdiebe-Checkliste_2 Hobbyismus: Widme ich den Aufgaben, die mir Spaß machen oder liegen, mehr Zeit als den wirklich wichtigen Dingen? Vernachlässige ich drängende To-dos zu Gunsten von „Lustaufgaben“? Ideenlosigkeit: Tue ich mir schwer, kreativ zu sein? Benötige ich viel zu lange, um Lösungen zu finden? Kritiklosigkeit: Akzeptiere ich alles, was mir aufgetragen wird? Hinterfrage ich die Dinge, die ich erledigen soll? Versuche ich, denn Sinn bzw. das eigentliche Ziel meiner Tätigkeiten zu ermitteln? Misstrauen: Überprüfe ich alles lieber zwei Mal? Bin ich eventuell kontroll- wütig? Kann ich anderen vertrauen? © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 282
  • Zeitdiebe-Checkliste_3 Neugierde: Interessiere ich mich über die Maßen für Dinge, die eigentlich nicht zu meinem Aufgabenbereich gehören? Zwingt mich meine Neugierde dazu, in den E-Mail-Posteingang zu schauen, sobald es geklingelt hat? Panik: Bin ich leicht aus der Ruhe zu bringen? Beunruhigen mich schon kleinste Abweichungen? Fällt es mir schwer, in Ausnahmesituationen einen kühlen Kopf zu bewahren? Pedanterie: Bin ich mehr als ordentlich? Werde ich nervös, wenn nicht alles genauso angeordnet ist, wie ich es mir vorstelle? Perfektionismus: Muss bei mir stets alles 100 Prozent korrekt sein? Verbringe ich mehr Zeit mit der Erledigung von Aufgaben als nötig wäre, nur damit alles bis ins kleinste Detail richtig ist. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 283
  • Zeitdiebe-Checkliste_4 Pessimismus: Sehe ich das Glas immer als halb leer an? Vermute ich in allem und jedem stets das Schlechte? Bedrücken mich viele verschiedene Themen? Pflichtgefühl: Mache ich erst dann Feierabend, wenn auch wirklich alle Aufgaben erledigt sind, auch wenn ich total müde bin? Nehme ich neue Aufgaben selbst dann an, wenn ich schon mehr als ausgelastet bin? Prokastination: Verschiebe ich Aufgaben gern auf den nächsten Tag? Warte ich mit der Erledigung von Arbeiten bis zum letzt‘ möglichen Termin? Rechthaberei: Fällt es mir schwer, die Meinung anderer anzuerkennen? Stecke ich viel Energie darein, andere zu überzeugen, dass ich recht habe? © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 284
  • Zeitdiebe-Checkliste_5 Sammelwut: Muss ich alles aufheben, was ich erhalte – egal, ob Kataloge, E-Mails oder Werbegeschenke? Fällt es mir schwer, mich von alten, nicht mehr benötigten, Dingen und Unterlagen zu trennen? Selbstüberschätzung: Mute ich mir oft mehr zu als ich tatsächlich leisten kann? Fällt es mir schwer, den Aufwand zur Erledigung einer Aufgabe realistisch einzuschätzen? Überheblichkeit: Bin ich davon überzeugt, dass andere weniger leistungsfähig oder kompetent sind als ich? Werte ich die Tätigkeiten anderer oft ab? © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 285
  • Zeitdiebe-Checkliste_6 Unfreundlichkeit: Wie würden mich meine Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzten bezeichnen: als umgänglichen oder als schroffen Menschen? Welche Grundeinstellung habe ich anderen gegenüber? Unordentlichkeit: Suche ich oft nach Dingen? Räume ich meinen Arbeitsplatz erst dann auf, wenn ich überhaupt keinen Platz mehr finde? Zwanghaftigkeit: Befürchte ich regelmäßig, Aufgaben nicht korrekt ausge- führt zu haben? Muss ich bestimme Gedanken/Situationen immer wieder durchdenken? Führe ich manche Handlungen aus, obwohl ich das gar nicht will? © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 286
  • $;M MNL?MMN $;M E;HH C=B Die letzte Aufgabe unseres Selbstlernkurses lautet: GC=B >;A?A?H NOH Nehmen Sie bitte den Zettel, den Sie auf Stufe 1 angelegt und hoffentlich im Kursverlauf üppig ergänzt haben, wieder zur Hand. Stellen Sie sich bitte nun so konkret wie möglich vor, wie sich Ihr Leben positiv ändern wird, wenn Sie all diese Maßnahmen umgesetzt haben. Indem Sie dieses Gedankenspiel machen, also Ihre stress- $;M ?HNMJ;HHN GC=B freie Zukunft visualisieren, finden Sie hoffentlich immer wieder die Energie und das Durchhaltever- mögen, die einzelnen Aufgaben auch konsequent umzusetzen. © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 287
  • Damit sind wir am Ende des Selbstlernkurses angelangt. Ich hoffe, Sie habeneiniges darüber gelernt, wie Sie Stress vermeiden und entspannter arbeitenkönnen. Ich empfehle Ihnen, immer mal wieder in die einzelnen Lektionen zuschauen, um sich an den ein oder anderen Tipp zu erinnern. Zunächstwünsche ich Ihnen jedochviel Disziplin und Erfolg auf Ihrem Wegin ein stressfreies (Arbeits-)Leben! Ihr Martin-Niels Däfler © www.stressfreies-arbeiten.org Stufe 7_Version a Folie 288