Zum Umgang mit Technikvisionen- und Utopien (Un)möglichkeiten neuer Technologien im Spannungsfeld zwischen Risikoevaluation und (Un)seriosität
Beobachtungen:
Zunehmendes geistes- und sozialwissenschaftliches
Interesse an „Technikvisionen“*
Aufkommen neuer Themenfelder wie „Nanoethik“
Interesse der Medien an utopischen Technikvisionen
(Bill Joy Debatte in „Die Zeit“)
Verschiebung der gesellschaftlichen Risikodiskussion
weg von physischen Risiken hin zu „ethischen“ Gefährdungen (?)
Gefahr einer „Verselbstständigung“ der Chancen- und Risikodebatte ?
Stufen der Risikoevaluation*:
Konkrete physische Gefährdungen ( z.B. Strahlenschutz)
Indirekte / mittelbare Gefährdungen ( z.B. Naturschutz)
Ideelle Gefährdungen ( z.B. Schutz kulturellen Erbes)
* In Anlehnung an Maslow * Themen wie bspw. der NBIC-Konvergenz“ und „Human Enhancement Technologies“ (HET) 4. „Metaphysische Gefährdung“ ( z.B. „Posthumanismus“)
Fragestellungen:
Wie realistisch / utopisch sind die diskutierten Visionen einzuschätzen?
- Welche Implikationen könnte die Beschäftigung mit utopisch-visionären
Aspekten haben? (F&E, Wirtschaft, Politik)
Inwieweit stimmen die Prämissen der philosophischen / sozialwiss. Debatten?
Was kann aus derzeitig verfügbaren Technologien werden?
- Was ist erwünscht / befürchtet und was ist realistisch?
Beispiele für „utopische Technikvisionen“:
Molecular Assembler (bspw.Drexler / Freitas)
Gentechnik zur „optimierenden Modifikation“ menschlicher Eigenschaften
Mensch-Maschine Hybridisierung („Cyborg“)
„ Starke KI“ (bspw. Moravec, Minsky, Kurzweil)
„ Mind Upload“ (Moravec)
Kryonik / Reanimation (Ettinger)
In der naturwiss. Scientific Community werden solche Ideen kaum anerkannt
In der philosophischen / sozialwissenschaftlichen Diskussion sowie den Medien
kommt ihnen jedoch zunehmendes Interesse zu*
Hinter „utopischen Visionen“ stecken bestimmte Weltbilder und Interessen, die nicht nur ökonomisch zu sehen sind („Extropianismus“)
Bereits möglich Vision Rudimentäres BCI Neuro-Digital Interface „ Schwache KI“ „Starke KI“ High-Tech Prothesen Cybernetic HET Brain Imaging Technologien Upload / Brain Emulation Ansätze in der Gentherapie Genetic HET Nanomotoren Nanomedizin / Nanobots Rapid Prototyping Assembler Experimente mit Suspended Animation Kryonik … weshalb sind bestimmte „Visionen“ so schwer „tot zu kriegen“?
Wie realistisch sind die Vorhaben? - „Vision-Assessment“ Inwiefern Soziopolitisch realisierbar? Laut derzt. Stand der naturwiss. Erkenntnis theoret. realisierbar? nein ja Nach dzt. Stand ökonomisch/technisch realisierbar? nein ja
Risiken
Ethische Fragestellungen
Soziopolitische Fragestellungen
Implikationen für die Zukunft der
Menschen
vorläufig vergessen… vorläufig vergessen…
Befragung hinsichtlich der Einschätzung ihrer praktischen Realisierbarkeit
- Ökonomen (wirtschaftliche Realisierbarkeit sowie Interesse?)
- Verfechter der besagten Technologien (warum Verfechter?)
Transformation der Debatten auf wiss. Basis und „Entpolemisierung“
2.) Befragung von Sozial- / Geisteswissenschaftler als auch von Naturwissen-
schaftlern bezüglich der Einschätzung der gesellschaftlichen Relevanz
benannter „Technikvisionen“ *
Gibt es „Verzerrungen“, d.h. als sehr unrealistisch eingestuften Technologien
kommt sehr großes geistes-/ sozialwiss. Interesse zu und umgekehrt?
Wenn ja, warum?
3.) Wie hoch ist der fundierte Wissensstand hierüber in der Allgemein- bevölkerung? (von Interesse wären bspw. auch Lehrer) Example: * In Anlehnung der Delphi-Methode
Gute empirische Gründe bezügl. einer physischen Gefährdung (Gesundheit, Umwelt etc.) existent? nein ja
Wer / was ist betroffen?
Art und Grad der Gefährdung?
Für wen bringt es dennoch Nutzen
(bspw. Schwerstkranke)
Woran liegt es, was kann evtl.
dagegen unternommen werden?
FAPP zuwenig Wissen? ja nein Vorsicht und kleine Schritte… Sind die mögl. Gefährdungen „ ethischer“/gesellschaftl. Natur? Moratorium
- Evaluation der Bedenken
Evaluation der Hintergründe
der Bedenken
Akzeptanz Neu überdenken Gesellschaftliche Evaluation
Visionen Technik / F & E Wirtschaft Gesellschaft Rationale, wiss. fundierte Machbarkeitsstudien von „Visionen“ (sowie eine Analyse ihrer sozialen (Entstehungs)zusammenhänge) sind Voraussetzung für eine sinnvolle (Chancen-Risiken-)Evaluation und gesellschaftliche Diskurse
Diskussion: > Wie sollte man mit visionären Technikvorstellungen umgehen? > Weshalb sind bestimmte „Visionen“ so schwer „tot zu kriegen“? Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit ! Project-2050 Societal Implications of Emerging Technologies www.project2050.wins.info
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