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Qualitätssicherung im E-Learning - Veränderungen durch derzeitige Technologien und Konzepte
 

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Kapitel des L3T Lehrbuch (http://l3t.eu)

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    Qualitätssicherung im E-Learning - Veränderungen durch derzeitige Technologien und Konzepte Qualitätssicherung im E-Learning - Veränderungen durch derzeitige Technologien und Konzepte Document Transcript

    • Ulf-­‐Daniel  EhlersQualitätssicherung im E-LearningVeränderungen durch derzeitige Technologien und KonzepteE-­‐Learning  2.0  führt  zu  einer  neuen  Lernkultur.  Diese  ist  gekennzeichnet  durch  eine  stärkere  Autonomieder  Lernenden,  die  weg  führt  von  einem  Wissenstransfermodell,  wie  es  in  vielen  Bildungskontexten  vor-­‐herrscht,   und   hin   zu   einem   Modell   der   gemeinsamen   Wissenskonstruk+on   und   Kompetenzentwicklung.Lernende  für  eine  ungewisse  ZukunJ  fit  zu  machen,  steht  im  Vordergrund,  sie  bei  ihrer  Entwicklung  zu  „re-­‐flek+erten   Prak+kern“   zu   unterstützen   und   sie   mit   einem   Poreolio   von   Handlungskompetenzen   auszu-­‐staGen,   mit   dem   sie   ihre   jeweiligen   Arbeits-­‐   und   Lebenskontexte   gestalten   und   innova+v   weiter   entwi-­‐ckeln  können.  Eine  neue  Kultur  des  Lehrens  und  Lernens,  wie  im  Beitrag  beschrieben,  stellt  auch  die  Auf-­‐fassungen  davon  in  Frage,  wie  Qualität  beurteilt,  entwickelt  und  gesichert  wird.  Verfahren,  die  auf  Betei-­‐ligung  des  Lernenden  und  den  Lernprozess  direkt  abzielen,  stehen  dabei  im  Vordergrund  und  weniger  or-­‐ganisa+onszentrierte   Prozesse.   Eine   Qualitätskultur   für   E-­‐Learning,   die   Verfahren   und   Methoden   für   E-­‐Learning  2.0  beisteuern  möchte,  zielt  auf  beteiligungsorien+erte  Verfahren  ab,  schafft  Räume  und  Mög-­‐lichkeiten  zur  Reflexion  und  bindet  Lernende  in  Feedback-­‐Prozesse  ein.  StellenwertQuelle:  Stefanie  Panke,  hGp://www.flickr.com/photos/liebestefanie/4919547054/  [2010-­‐12-­‐12](Abdruckerlaubnis  erhalten) #qualitaet #ver+efung   #werkzeugmethode Version  vom  1.  Februar  2011 Für  dieses  Kapitel  wird  noch  ein  Pate  gesucht, Jetzt Pate werden! mehr  Informa+onen  unter:  hGp://l3t.eu/patenschaJ
    • 2  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T) Learning 2.0 geführt werden. War die Qualitätsfrage1. Einleitung bereits zur Zeit von E-Learning 1.0 heiß diskutiert,Das E-Learning Portal e-teaching.org zeigt ein Video so existiert im Bereich E-Learning 2.0 eine nochdes Studierenden 2.0. Dieser wird im Video als „Net- größere Unsicherheit. Der vorliegende Beitrag gehtworked Student“ bezeichnet. Anstatt wie bisher brav diesen Fragen nach. Es wird aufgezeigt, welche Kon-jeden Tag zur Uni zu gehen, in Vorlesungen mitzu- sequenzen sich für die Qualitätsentwicklung des E-schreiben und für Klausuren zu lernen, sind Studie- Learning ergeben. Weiters werden exemplarischrende 2.0 damit beschäftigt, sich mithilfe von Online- einige Methoden beschrieben und praktische Anre-systemen eigene Lernlandschaften zusammenzu- gungen dazu gegeben, wie sich Methoden zur Quali-bauen. Dies sind individuelle Wissenssammlungen zu tätsentwicklung im E-Learning weiterentwickelnstudienrelevanten Themen, die sie mit anderen teilen sollten. In einem Ausblick wird diskutiert, ob eineund zusammen mit ihnen entwickeln. In Studien- neue Lernkultur auch zu einer neuen Qualitätskulturgruppen erarbeiten sie nicht nur mit anderen Studie- führt.renden, sondern auch mit Lehrenden und Experten 2. Qualität  für  Digitale  Lernwelten:  Von  der  Kontrolleanderer Universitäten eigenständig Projekte. Prü- zur  Par=zipa=on  und  Reflexionfungen finden nicht nur am Ende des Semesters alsKlausur statt, vielmehr begleiten Lehrende fort- Qualitätsentwicklung für E-Learning sowie fürlaufend ihre Portfolios, um anhand der Performanz Bildung allgemein wird zunehmend wichtiger. Dabeizu sehen, wie sich der Kompetenzerwerb entwickelt. werden Lerninhalte und Lernprozesse evaluiert undFür den Studierenden 2.0 ist die Universität ein Wis- Programme und Institutionen zertifiziert und akkre-sensraum, der nicht an der Wand des Hochschulge- ditiert. Qualitätsmanagement sieht vor, umfassendebäudes aufhört, sondern der sich überall dorthin er- Organisationsprozesse in einer Bildungseinrichtungstreckt, wo er seine eigene Wissensgemeinschaft hat – zu definieren und Indikatoren für deren Güte festzu-über Gebäudegrenzen hinweg, über Ländergrenzen legen. Qualitätssicherung untersucht, ob eine zuvorhinweg, durch unterschiedliche Kontexte und Leben- versprochene Qualität tatsächlich erreicht wird. Qua-sphasen. Der Studierende 2.0 benutzt E-Learning 2.0, litätskontrolle soll Fehler aufspüren und verhindern.um sich selbstorganisiert und vernetzt zu bilden. Bei Was aber passiert in E-Learning-2.0-Lernszenarien?einem Vortrag auf der Innovations in Learning Con- was passiert in diesen Fällen, wo Lernmaterialienference 2007 benutzt Stephen Downes (2007) die nicht von vornherein feststehen, Lernprozesse hoch-Metapher der „Walled Gardens“. Er beschreibt E- gradig unterschiedlich und uneinheitlich beschaffenLearning 1.0 als inselhaftes E-Learning, welches sich sein können und individuellen Lernwegen folgen?innerhalb der Gartenmauern abspielt, während ne- Und was ist mit denjenigen Bildungsprozessen, diebenan die Tür zur Welt offen steht. E-Learning der außerhalb von Programmen und jenseits von for-„Ne(x)t Generation“ reißt Löcher in diese Garten- malen Bildungsinstitutionen stattfinden? Wer be-mauern. Es führt zu einer neuen Lernkultur – einer stimmt die Qualität solcher Lernszenarien, was kannLernkultur der Netzgeneration. Diese ist gekenn- überhaupt noch qualitativ bewertet werden undzeichnet durch eine stärkere Autonomie der Ler- welche Methoden können herangezogen werden, umnenden, die wegführt von einem Wissenstransfer- Qualität zu verbessern?modell, wie es in vielen Bildungskontexten vor-herrscht, hin zu einem Modell der gemeinsamen Wis- Die   Sicherung   und   Entwicklung   von   Qualität   in   Lern-­‐senskonstruktion und Kompetenzentwicklung. Dafürbedarf es einer veränderten Konzeption und geeig- ! szenarien   muss   sich   vor   allem   auf   die   individuellen Lernprozesse   und   die   gezeigten   Leistungen   konzen-­‐neter Methoden der Qualitätsentwicklung. Aber was trieren.steckt wirklich dahinter? Was macht das neue, inno-vative Element aus, welches mit Web 2.0 (Tim Voraussetzung von und Ziel für E-Learning 2.0 istO’Reilly, 2005) und mit E-Learning 2.0 beschrieben eine starke Autonomie des Lernenden. Der Lernendewird? Und vor allem: Hat diese Entwicklung Konse- ist dabei hochgradig selbstgesteuert. Lernen findetquenzen dafür, wie wir Qualität im E-Learning si- nicht ausschließlich in Institutionen statt, sondernchern, managen und entwickeln? Und wenn ja: überall, ein Leben lang und multiepisodisch, in Lern-Brauchen wir neue Methoden und Konzepte, um zu- gemeinschaften und sozialen Netzwerken, unterkünftig die Qualität von E-Learning 2.0 zu gewähr- Nutzung von Social Software und individuell zusam-leisten und zu verbessern? Diese Fragen stehen am mengestellten Inhalten. Die Sicherung und Ent-Anfang vieler Debatten, die rund um den Begriff E- wicklung von Qualität in solchen Lernszenarien muss
    • Qualitätssicherung  im  E-­‐Learning.  Veränderungen  durch  derzei+ge  Technologien  und  Konzepte—  3sich demnach vor allem auf die individuellen Lern- eines Bildungsprozesses sei, sondern vielmehr dasprozesse und die gezeigten Leistungen (Performanz) Resultat einer Bewertung (Heid, 2000, 41). Qualität inkonzentrieren. Es geht um die Perspektive des Ler- der Bildung kann somit nicht als eine pauschale Klas-nenden, weniger um organisationale Prozesse sifizierung guter Schulen, Programme oder Lernsze-und/oder so genannte Input-Faktoren. Qualitätsbe- narien verstanden werden, sondern muss sich als Re-urteilung findet weniger mittels klassischer Methoden sultat eines transparenten Aushandlungsprozessesdes experten- und standardbasierten Qualitätsmana- von Werthaltungen, Anforderungen und Ergebnissengements, der Qualitätssicherung oder -kontrolle statt, verstehen (Ditton, 2000, 73). Posch und Altrichtersondern bedient sich partizipativer Methoden und re- (1997, 130) kommen zu dem Schluss, dass man nichtsponsiver Designs. Ziel ist es, zu einer individuali- mehr erreichen kann als „jene Kriterien, die jedersierten und lernprozessbezogenen Beurteilung zu Stakeholder bei seinen Qualitätseinschätzungen be-kommen. Tabelle 1 zeigt die unterschiedlichen Ge- nutzt, so klar als möglich zu definieren und diese –genstände, auf die sich Qualitätsbeurteilung für E- zueinander in Wettbewerb stehenden – SichtweisenLearning 2.0 bezieht. zu berücksichtigen, wenn Qualitätsbeurteilungen vor- genommen werden“. Tradi=onelle Neue/zukünFige Für   Qualität   von   Bildunsprozessen   heißt   das,   zunächst Lernwelten Lernwelten Qualität  wird  durch  Exper-­‐ Qualität  wird  von  Lernen-­‐ ! einmal  zu  fragen,  welche  Stakeholder  mit  welchen  In-­‐ teressen  wie  am  Bildungsszenario  beteiligt  sind. ten  beurteilt den  und  Peers  beurteilt Lernplamorm Personal  Learning  Environ-­‐ ment In dieser Frage zeigt sich bereits ein deutlicher Von  Experten  erstellte Von  Lernenden  erstellte Unterschied zwischen dem broadcasting-orientierten Lerninhalte Inhalte E-Learning-1.0-Verständnis und dem eher beteili- Curricularer  Auoau Lerntagebücher/Poreolios gungsorientierten E-Learning-2.0-Verständnis. E- Kursstruktur Kommunika+on Learning 2.0 rückt die Lernenden nicht nur als Emp- Tutorverfügbarkeit Interak+on  zwischen  allen fänger in den Mittelpunkt, sondern auch als aktive Beteiligten Akteure, die selbst an der Definition und Evaluation Mul+media  (Interak+vität) Austausch  durch  Soziale von Qualität der Lernressourcen und der Lernpro- Netzwerke  und  Communi-­‐ +es  of  Prac+ce zesse beteiligt sind. Während nach der Konzeption Aneignungsprozesse Beteiligungsprozesse von E-Learning 1.0 Lernmaterialien vielfach von Ex- perten erstellt und bewertet werden, Lernplattformen Tabelle  1:  Unterschiedliche  Bedingungen  und  Gegen-­‐ durch Institutionen und Experten qualitätsgesichert stände  der  Qualitätsbeurteilung werden, stellen Lernende sich in E-Learning-2.0-Sze- narien ihre eigenen persönlichen Lernumgebungen Schaut man in die relevante Literatur über Qualität (PLE) zusammen, kreieren eigene Inhalte und lernenim Bildungsbereich, wird schnell deutlich, dass Quali- zusammen mit und von andere (vgl. Kapiteltätssicherung durchaus mehr als „Überprüfung #systeme). Lernmaterialien werden gegenseitig durchanhand von Standards“ sein kann: Harvey und Green die Peers bewertet.sehen für den Bildungsbereich nicht einen, sondern In E-Learning-2.0-Lernszenarien fällt den Ler-fünf grundsätzlich unterschiedliche pädagogische nenden als aktive Konstrukteure von LernmaterialienQualitätsverständnisse und kommen zu dem Schluss, (Co-Creator), Lernumgebungen (PLE) und Impuls-dass Qualität ein philosophischer Begriff sei (Harvey geber für eigene Lernprozesse eine wichtige Rolle bei& Green, 2000, 36). Ähnlich weisen auch Posch und der Definition von Erfolgs- und Qualitätskriterien zu.Altrichter darauf hin, dass Qualität ein Begriff ist, Dies ist übrigens eine Eigenschaft, die oftmals alsder nun im Hinblick auf die Werte der verschiedenen Barriere für die Integration von E-Learning 2.0 inInteressengruppen näher zu bestimmen sei (Posch & formale Bildungsprozesse empfunden wird. Denn dieAltrichter, 1997, 28). Als Folge davon sprechen sie Konkurrenz von Lernenden und Lehrenden und/von Qualität als einem relativen Begriff, der im Ver- oder anderen institutionellen Akteuren bei der Quali-hältnis zwischen den Stakeholdern als Aushandlungs- tätseinschätzung scheint oft unüberwindbar und nurprozess zu organisieren sei (ebenda.; ähnlich auch: über einen Machtverlust auf Institutionsseite auf-Harvey & Green, 2000, 17). Heid hebt hervor, dass lösbar.Qualität keine generelle, beobachtbare Eigenschaft
    • 4  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T) Die Rolle der Qualitätsentwicklung ändert sich. Ist ierung von Lernprozessen und -ergebnissen ange-sie vielfach in traditionelleren Lernszenarien noch die strebt. In E-Learning-2.0-Szenarien werden vieleeiner Prüfung und Kontrolle von Qualität, so wird sie dieser Prozesse vom Anbieter eines Programms aufin E-Learning-2.0-Szenarien mehr zur Rolle eines Er- den Lernenden verlagert. Qualitätskonzepte müssenmöglichers von Lernfortschritten. Lernmethoden daher Lernende in ihrer Fähigkeit zur Qualitätsent-und Qualitätsentwicklung rücken eng zusammen. wicklung durch Reflexion unterstützen, lernerorien-Methoden wie Feedback, Reflexion und Empfeh- tierte Evaluationsformen ermöglichen und Ler-lungsmechanismen kommen in den Vordergrund. nenden die notwendigen Werkzeuge zur Qualitätsent-Charakteristische Rahmenbedingungen, die in der wicklung ihrer eigenen persönlichen LernumgebungQualitätsentwicklung für E-Learning-2.0-Szenarien an die Hand geben.beachtet werden müssen, sind im Folgenden aufge- Vom  Empfänger  zum  Entwickler  von  Lernmaterialienführt: Um zu ermitteln, wie die Materialien und Medienei-Von  Rezep=on  zu  Par=zipa=on genschaften optimal auf den Lernprozess wirkenDie Metapher für Lernen ändert sich. Im E-Learning folgt Qualitätsbeurteilung in E-Learning-2.0-Sze-2.0 macht sich Qualität nicht so sehr an der Eva- narien nicht der Logik einer Wirkungsforschung. Esluation einer vorgefertigten Lernumgebung oder geht nicht um Lernprozesse, die in einem einheit-eines von Experten produzierten Lerninhaltes fest. lichen Lernszenario stattfinden. Vielmehr stehen dieNicht die Rezeption, sondern die aktive Beteiligung Prozesse der Entwicklung, der flexiblen Nutzung undsteht im Vordergrund, also die Frage, inwieweit ein der Validierung über soziale Austauschprozesse mitLernszenario dazu anregt, individuelle, persönliche anderen Lernenden im Mittelpunkt.Lernumgebungen zu kreieren, eigene Lerninhalte zu- Von  der  „Lernerinsel“  Learningmanagementsystem  zumsammenzustellen und mit anderen zu teilen. Internet  als  Lernumgebung  Von  Kontrolle    zu  Reflexion Kerres (2006) weist darauf hin, dass Lernmanage-Qualitätsentwicklung für E-Learning-2.0-Szenarien mentsysteme (LMS) wie eine Insel funktionieren, dieverlagert den Fokus von einem Konformitätsfokus im großen Materialozean des Word Wide Web einenhin zu einer Reflexion des Lernprozesses. Lernende abgeschlossenen Bereich darstellen. E-Learning-2.0-werden dabei unterstützt, eigene Lernfortschritte, Bil- Szenarien verstehen LMS nur als Startpunkt und alsdungsstrategien, Bedarfe usw. zu reflektieren, zu er- Wegweiser für die eigene Suche und Verwendung vonkennen und umzusetzen und den Beitrag von Bil- Materialien aus dem Internet, ihre Weiterentwicklungdungsmedien dabei kritisch zu reflektieren. Ziel ist, und Verknüpfung mit Werkzeugen, die flexibel zueine persönlich ideale Konfiguration von Bildungs- persönlichen Lernportalen arrangiert werden können.medien und -strategien zu erlangen, die durch selbst- Die Qualitätsbeurteilung konzentriert sich daherständige Reflexion weiter entwickelt wird. nicht mehr auf die Materialien innerhalb des LMS, sondern auf die Lernprodukte sowie auf gegebenen-Von   der   Produktorien=erung   über   die   Prozessorien-­‐ falls in einem E-Portfolio dokumentierte Lernpro-=erung  hin  zur  Perfomanz-­‐  und  Kompetenzorien=erung zesse.Weniger die Lernmaterialprodukte, mit denen gelernt Von  Klausuren  zur  Performanzwird, stehen im Vordergrund der Qualitätsent-wicklung; auch nicht die Prozesse eines Anbieters. Lernfortschritte und Leistungen zeigen sich nicht nurQualitätsentwicklung konzentriert sich auf die Per- in Prüfungen, sondern sind vor allem in den in Port-formanz der Lernenden, die von ihnen erstelltenLernprodukte, Entwicklungsschritte und ähnliches(etwa in E-Portfolios), die den Weg zur Handlungs-kompetenz kennzeichnen. Die  hier  aufgeführten  Änderungen  führen  starke  Kon-­‐Von   Bildungsplanung   für   den   Lernenden   zur   Bildungs-­‐ ! fliktpotenziale   mit   sich,   die   in   Bildungsins+tu+onen bei   der   Einführung   einer   neuen   Qualitäts-­‐   und   Bewer-­‐planung  durch  den  Lernenden tungskultur   auJreten   können.   Die   Einführung   einerQualität von Lernszenarien wird oftmals durch eine neuen  Bewertungskultur  auf  Basis  von  Methoden,  wiesorgfältige Analyse der Bildungsbedarfe, eine umfas- sie   exemplarisch   im   nächsten   AbschniG   beschriebensende Konzeptionsphase, rückgekoppelte Lernmate- werden,   ist   kein   automa+sch   ablaufender   Prozess, sondern   muss   umsich+g   und   par+zipa+v   geregeltrialdesign- und Entwicklungsprozesse und die Evalu- werden.
    • Qualitätssicherung  im  E-­‐Learning.  Veränderungen  durch  derzei+ge  Technologien  und  Konzepte—  5folios dokumentierten Lernverläufen (zum Beispiel in (Maehr & Stallings, 1972; Arter et al., 1994), espe-Wikis oder Weblogs), Lernprodukten und sozialen cially in academically oriented schools (Hughes et al.,Interaktionen nachvollziehbar. 1985) and among high need pupils“ (Henry 1994). In der Literatur finden sich positive Effekte für3. Konzepte  und  Methoden  zur  Qualitätsentwicklung  in Selbstevaluationsprozesse auf die Lernleistungdigitalen  Lernwelten (Maehr & Stallings, 1972; Arter et al., 1994; HughesDie Qualitätsbeurteilung in digitalen Lernwelten fo- et al., 1985). Studierende können sich dabei mit demkussiert sich auf den Lernprozess. Nicht externe Profil der eigenen Stärken- und Schwächen auseinan-Maßstäbe und interindividuelle Vergleiche werden dersetzen. Rolheiser und Ross (2001) führen aus, dassherangezogen (etwa über Klausuren, Tests oder As- Studierende, die ihre Leistungen positiv evaluieren,sessments), sondern Verfahren der Selbstbewertung sich höhere Ziele stecken, sich persönlich mehr fürintraindividueller Entwicklungsprozesse stehen im den Lernprozess einsetzen und mehr persönlicheVordergrund. Die angewandten Mittel bestehen we- Ressourcen mobilisieren. Ein Selbstbeurteilungs-niger aus Klausuren und Tests als vielmehr aus Re- prozess vollzieht sich in vier Schritten:flexion und Begutachtung von Lernprodukten und ▸ Schritt 1: Lernende werden in die Definition derE-Portfolios. Zwar ist E-Learning 2.0 als Trend eine Kriterien eingeführt, die zur Beurteilung herange-neue Entwicklung, jedoch gibt es mit den zugrunde zogen werden. Dies geschieht zumeist in Formliegenden Lernmodellen autonomen Lernens und des von Aushandlungsrunden. Es zeigt sich, dassLernens in „Communities of Practice“ bereits sub- weder Kriterien, die vorgegeben werden, nochstanzielle Erfahrungen und Methoden, wie Beurtei- Kriterien, die vollständig von Studierenden entwi-lungen und Qualitätsbewertungen von Lernpro- ckelt werden, so effektiv sind wie solche, die ge-zessen vorgenommen werden können. Diese Me- meinsam entwickelt werden. Studien zeigen, dassthoden können von Lehrenden genutzt werden, um Kriterien, die in Zusammenarbeit mit Lernendensie zusammen mit Lernenden dazu einzusetzen, entwickelt werden, Zustimmung und Zielmoti-deren Lernfortschritte zu evaluieren und individuelle vation erhöhen. Lernende werden zudem gleich-Lernplanungen zu ermöglichen. Lehrende haben zeitig bei der Entwicklung von eigenen Zielen ge-dabei die Rolle des Mentors, der Feedback und Rück- führt und machen Erfahrungen bei Wahl dermeldung gibt, bei der Reflexion von Lernerlebnissen Schwierigkeitsstufe. Es entwickelt sich zudem einehilft oder E-Portfolio-Einträge beurteilt. Im fol- Beratungshaltung zwischen Lehrenden und Ler-genden Abschnitt werden zwei Methoden zur Quali- nenden, die in E-Learning-2.0-Lernprozessen vontätsbeurteilung von Lernprozessen in digitalen Lern- hoher Bedeutung sein kann.welten exemplarisch vorgestellt ▸ Schritt 2: In diesem Schritt wenden Lernende dieSelbstevalua=on selbst gewählten Kriterien auf ihren eigenen Lern- prozess an. Dabei kann es wichtig sein, dass ihnenEine wichtige Methode, die enorme Potenziale für Beispiele zur Verfügung stehen, wie solche Bewer-die Qualitätsbewertung von Lernprozessen in E- tungen aussehen.Learning-2.0-Szenarien bietet, ist das Konzept der ▸ Schritt 3: In einem dritten Schritt bekommen Ler-Selbstbewertung. Dabei geht es nicht um eine ab- nende Feedback zu ihrer Selbsteinschätzung. Zielschließende (summative) Beurteilung der Lern- ist es, die eigenen Einschätzungen durch diesenleistung, sondern vor allem um eine Verbesserung der Feedback-Prozess zusammen mit Lehrenden zuLernfähigkeiten. kalibrieren. Eine Triangulation von eigener Ein- „Self-evaluation is defined as students judging the schätzung, der des Lehrenden und derjenigen derquality of their work, based on evidence and explicit Peers wird in die Bewertung einbezogen.criteria, for the purpose of doing better work in the ▸ Schritt 4: Im vierten Schritt werden Studierendefuture. When we teach students how to assess their aufgefordert, auf Basis der eigenen Einschätzungown progress, and when they do so against known Kompetenzentwicklungspläne zu entwickeln undand challenging quality standards, we find that there mit Lehrenden Strategien zu beraten, um dieseis a lot to gain. Self-evaluation is a potentially po- Ziele zu erreichen.werful technique because of it’s impact on studentperformance through enhanced self-efficacy and in- Qualitätsbeurteilung  mit  E-­‐PorVolioscreased intrinsic motivation. Evidence about the po- E-Portfolios – netzbasierte Sammelmappen – inte-sitive effect of self-evaluation on student perfor- grieren verschiedene Medien und Services. Studie-mance is particularly convincing for difficult tasks rende sammeln in ihrem E-Portfolio diejenigen Lern-
    • 6  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T)artefakte, die sie im Verlauf einer Veranstaltung oder (Häcker, 2005, 14). Ein E-Portfolio ist daher eineauch während des gesamten Studiums erstellen. Das Methode der Leistungsbeurteilung, die eine Kombi-elektronische Portfolio können Studierende be- nation aus Fremd- und Selbstevaluation bietet.nutzen, um ihre Kompetenz auszuweisen und ihren 4. „Löcher  in  der  Gartenmauer“:  Neue  Lern-­‐  und  Quali-­‐Lernprozess zu reflektieren. Es werden Arbeitsergeb- tätskultur  für  E-­‐Learningnisse, verbunden mit Anmerkungen von Tutoren,Lehrenden und Kommilitonen, Feedbacks und per- Stephen Downes (2007) benutzt bei einem Vortragsönlichen Reflexionen gesammelt. auf der Innovations in Learning Conference von E-Portfolios eignen sich zur Qualitätsbeurteilung: Brandon Hall die Metapher der „Walled Gardens. Er„Sind E-Portfolios ein Assessment des Lernens oder bezieht sich damit darauf, was Kerres (2006) als insel-für das Lernen?“ (Ainsworth & Viegut, 2006). E- haftes E-Learning bezeichnet, wenn er das soge-Portfolios können dabei zur abschließenden Be- nannte E-Learning 1.0 beschreibt. E-Learning 2.0wertung (summativ) oder zur fortlaufenden Verbes- reißt Löcher in diese Gartenmauern. Es führt zuserung (formativ) herangezogen werden (vgl. Kapitel einer neuen Lernkultur.#assessment). Wie in Tabelle 2 ersichtlich, unter-scheiden sich Zweck, Ausgestaltung und Inhalte der Die   neue   Lernkultur   ist   gekennzeichnet,   durch   eineE-Portfolios zur summativen Bewertung des Lerner-folgs deutlich von denjenigen zur formativen Be- ! stärkere   Autonomie   der   Lernenden,   die   weg   führt   von einem   Wissenstransfermodell,   wie   es   in   vielen   Bil-­‐wertung der Lernunterstützung. dungskontexten  vorherrscht,  und  hin  zu  einem  Modell der   gemeinsamen   Wissenskonstruk+on   und   Kompe-­‐ Hinsichtlich der Qualitätsbeurteilung wird das E- tenzentwicklung.  Portfolio als Weg von ausschließlich fremd be-stimmter, testorientierter Leistungsfeststellung durchdie Lehrenden, hin zu einer stärker selbstbestimmten Lernende für eine ungewisse Zukunft fit zuLeistungsdarstellung durch die Lernenden ver- machen, steht im Vordergrund, sie bei ihrer Ent-standen. E-Portfolios sind kompetenzorientiert. Es wicklung zu „reflektierten Praktikern“ (Schön, 1983)wird dabei nicht betont, was Lernende falsch ge- zu unterstützen und sie mit einem Portfolio vonmacht haben, sondern was sie können. Portfoliobe- Handlungskompetenzen auszustatten, mit dem siefürworter betonen häufig die natürliche Brücken- ihre jeweiligen Arbeits- und Lebenskontexte gestaltenfunktion des Portfolios, das heißt die Verbindung, die und innovativ weiter entwickeln können. Sicherliches zwischen Lehren, Lernen und Beurteilen herstellt wird Lernen an sich dadurch nicht neu erfunden. E-­‐PorVolios  für  summa=ve  Beurteilungen E-­‐PorVolios  für  forma=veBeurteilungen Zweck  des  E-­‐Poreolio  wird  vorgeschrieben Der  Zweck  des  E-­‐Poreolios  wurde  mit  den  Lernenden  abge-­‐ s+mmt Es  ist  festgelegt,  welche  Lernartefakte  im  E-­‐Poreolio  für  eine Artefakte  werden  von  den  Lernenden  ausgewählt,  um  damit Bewertung  vorhanden  sein  müssen die  Geschichte  ihres  Lernens  zu  erzählen E-­‐Poreolios  werden  üblicherweise  am  Ende  eines  Schuljah-­‐ E-­‐Poreolios  werden  laufend  gepflegt,  über  ein  Schuljahr,  Se-­‐ res,  Semesters  oder  Programms,  unter  Zeitbeschränkung  an-­‐ mester  oder  Programm  hinweg,  mit  flexibler  Zeiteinteilung gefer+gt Die  E-­‐Poreolios  und/oder  Artefakte  werden  üblicherweise Die  E-­‐Poreolios  und  Artefakte  werden  mit  den  Lernenden benotet,  basierend  auf  einer  Matrix  und  quan+ta+ven  Daten begutachtet  und  benutzt,  um  Rückmeldung  zur  Verbesse-­‐ für  ein  externes  Publikum rung  des  Lernens  zu  geben Das  E-­‐Poreolio  ist  üblicherweise  durch  die  vorgegebenen  Er-­‐ Die  Organisa+on  des  E-­‐Poreolios  ist  durch  die  Lernenden  be-­‐ gebnisse,  Ziele  oder  Standards  strukturiert s+mmt  oder  mit  den  Mentoren/Beratern/Lehrenden  ausge-­‐ handelt Manchmal  werden  sie  benutzt,  um  wich+ge  Entscheidungen Sie  werden  kaum  genutzt,  um  wich+ge  Entscheidungen  zu zu  treffen treffen Summa+v:  Was  wurde  bis  heute  gelernt?  (Vergangenheit  -­‐ Forma+v:  Welche  Lernbedürfnisse  gibt  es  in  der  ZukunJ? Gegenwart) (Gegenwart  -­‐  ZukunJ) Extrinsische  Mo+va+on  ist  notwendig   Intrinsische  Mo+va+on  mobilisiert  die  Lernenden Publikum:  extern,  geringe  Auswahlmöglichkeiten Publikum:  Lernende,  Familie,  Freunde Tabelle  2:  Funktionen  eines  E-­‐Portfolios  zur  Beurteilung  (basiert  auf  Hornung-­‐Prähäuser  et  al.,  2007)
    • Qualitätssicherung  im  E-­‐Learning.  Veränderungen  durch  derzei+ge  Technologien  und  Konzepte—  7 In der Praxis: Reflexion im Netz Nachfolgend   werden   zunächst   die   Phasen   der   Kompetenz-­‐ 2.   Die   Vernetzung   (Phase   2)   erfolgt   auf   Basis   sozialer   Interak-­‐ entwicklung   dargestellt.   Daran   anschließend   erfolgt   die   Be-­‐ +onen.   Studenten   mit   gleichen   thema+schen   Interessen schreibung   der   Umsetzung   dieser   Phasen   an   einem schließen   sich   zu   einzelnen   Gruppen   zusammen   und   defi-­‐ konkreten  Praxisbeispiel  –  der  Lehrveranstaltung  Projektma-­‐ nieren  ihr  Projekt.  Die  Gesamtgruppe  wird  damit  in  einzelne nagement   (WirtschaJsinforma+k)   des   Bachelorstudiengangs Gruppen   unterteilt,   die   jeweils   komplexe   Probleme   lösen. WirtschaJsinforma+k   der   Universität   Duisburg-­‐Essen.   Die Alle   weiteren   Ak+vitäten,   wie   Diskussionen,   FortschriG, Lehrveranstaltung  wurde  im  WS  2007/2008  mit  circa  60  Stu-­‐ Überlegungen,   Erfahrungen   und   Ergebnisse   werden   in   We-­‐ dierenden   durch-­‐geführt.   Das   kompetenzorien+erte   Design blogs  dokumen+ert.   sieht   sechs   Phasen   vor   (Abbildung   1,   mehr   dazu   auch   in Ehlers  et  al.,  2010).   3.  In  der  driGen  Phase  (Erarbeitung)  werden  die  Themen  von den  Gruppen  selbstständig  erarbeitet  und  entsprechende  In-­‐ forma+onen   systema+sch   gesammelt.   Reflexionen   in   den Weblogs   sind   hier   von   zentraler   Bedeutung.   Die   erarbeiteten Zwischenergebnisse   werden   mit   dem   Mentor   in   einem Feedback-­‐Gespräch  reflek+ert  und  disku+ert. 4.   In   der   vierten   Phase   (Vernetzung)   arbeiten   die   Gruppen zwar  weiterhin  für  sich  alleine  an  den  Aufgaben  und  der  The-­‐ menerarbeitung,   aber   es   finden   darüber   hinaus,   durch   den Mentor   organisiert,   ein   bis   zwei   Netzwerk-­‐Events   staG.   Ziel dabei  ist  es,  dass  sich  die  Gruppen  untereinander  über  Vor-­‐ gehensweise,   Probleme,   Problemlösungen   und   ähnliches Abbildung  1:  Ablauf  der  Lehrveranstaltung  in  Phasen austauschen   und   ihre   Erfahrungen   teilen.   Die   Erfahrungen werden  weiterhin  in  den  Weblogs  dokumen+ert.   Ziel   ist   es   dabei,   Studierende,   ausgehend   von   der   Themen-­‐ findung,  in  ein  kon+nuierliches  Reflek+eren  einzubinden,  das 5.   In   der   fünJen   Phase   (Präsenta+on)   berichten   die   Studie-­‐ durch   das   Schreiben   in   Weblogs   unterstützt   wird   und   sowohl renden  den  jeweils an-­‐deren  Gruppen  ihre  Ergebnisse  (Lehr-­‐   individuelle   als   auch   Gruppen-­‐   und   Peer-­‐Reflexionprozesse funk+on/Lehreinheit).   Die   anderen   Gruppen   reflek+eren enthält.   diese   Ergebnisse   und   Inhalte   in   Bezug   auf   ihre   eigenen   Pro-­‐ jekte.   1.  In  der  ersten  Phase  (Themenfindung)  setzen  sich  die  Stu-­‐ dierenden   mit   dem   vorliegenden   Thema   so   auseinander, 6.   In   der   abschließenden   Feedback-­‐Phase   (Reflexion)   werden dass  sie  zunächst  ihre  Fragen  zum  Themenbereich  der  Veran-­‐ Erfahrungen   ausgetauscht.   Es   erfolgen   Rückmeldungen staltung   formulieren   und   schließlich   komplexe   Probleme sowohl  von  den  Gruppen  untereinander  als  auch  vom  beglei-­‐ selbstständig  definieren  und  disku+eren.   tenden  Mentor.  Lernen als Grundkonzept bleibt gleich. Wir erkennen des Lehrens und Lernens, wie im Beitrag be-vielmehr, wie neue pädagogische Verständnisse und schrieben, stellt auch die Auffassungen davon indidaktische Formen wie zum Beispiel Lehr- und Frage, wie Qualität beurteilt, entwickelt und gesichertLernszenarien gestaltet sein können. Und damit sind wird. Verfahren, die auf Beteiligung des Lernendenwir bei einer neuen Kultur des Lernens angelangt. Sie und den Lernprozess direkt abzielen, stehen dabei imfordert Bildungsorganisationen dadurch heraus, dass Vordergrund und weniger organisationszentriertesich das neue Lernen nicht mehr in „walled gardens“ Prozesse. Eine Qualitätskultur für E-Learning, dieabspielt, sondern über – sowohl physische als auch Verfahren und Methoden für E-Learning 2.0 bei-konzeptuelle – Institutionsgrenzen hinaus geht und steuern möchte, zielt auf beteiligungsorientierte Ver-viele traditionelle Regelungen und Verständnisse, wie fahren ab, schafft Räume und Möglichkeiten zur Re-in Stein gemeißelte Curricula, traditionelle Prüfungen flexion und bindet Lernende in Feedback-Prozesseoder ein „organisationsweit einzusetzendes Lernma- ein. Lerngemeinschaften werden in Reviewprozessenagementsysteme“ in Frage stellt. Eine neue Kultur und Bewertungsverfahren für Materialien, Konzepte
    • 8  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T)und Problemstellungen involviert und Qualitätsbeur- ▸ Ehlers, U.-D., Schneckenberg, D., Adelsberger, H. (2010). Webteilungen sind zielgruppenbezogen und nicht an ex- 2.0 and Competence Oriented Design of Learning - Potentialsternen Standardvorgaben orientiert. Eine solche and Implications for Higher Education. In: British Journal ofKonzeption von Qualität, von Qualitätsmethoden Educational Technology, 41 [keine weiteren Angaben er-und -instrumenten fordert Bildungsinstitutionen auf hältlich]allen Ebenen heraus: Institutionell müssen neue Rah- ▸ Häcker, T. (2005). Mit der Portfoliomethode den Unterrichtmenbedingungen festgelegt werden, die es beispiels- verändern. In: Pädagogik, 57 (3), 13-18.weise ermöglichen, auf E-Portfolio gestützte Bewer- ▸ Harvey, L. & Green, D. (2000). Qualität definieren – Fünf un-tungsprozesse als Prüfungsleistungen zu akzeptieren. terschiedliche Ansätze. In: A. Helmke; W. Hornstein & E.Auf Studienprogrammebene ist es wichtig, Lernme- Terhart (Hrsg.), Qualität und Qualitätssicherung im Bildungs-thoden und Curricula so zu konstruieren, dass sie bereich: Schule, Sozialpädagogik, Hochschule., Zeitschrift fürRaum für Steuerungen durch Lerner-Feedbacks Pädagogik. 41. Beiheft, Weinheim / Basel: Beltz, 17-40.lassen. Auf der Ebene von Lernaktivitäten müssen ▸ Heid, H. (2000). Qualität: Überlegungen zur Begründung einerLernende zunehmend mehr mit Reflexions- und pädagogischen Beurteilungskategorie. In: A. Helmke; W.Peer-Review-Prozessen vertraut gemacht werden, die Hornstein & E. Terhart (Hrsg.), Qualität und Qualitätssi-ihnen eine Rückmeldung über die Qualität ihrer cherung im Bildungsbereich: Schule, Sozialpädagogik, Hoch-Lernprozesse ermöglicht. Für Lehrende sind hierbei schule., Weinheim / Basel: Beltz.völlig neue Kompetenzen erforderlich, die es ihnen ▸ Henry, D. (1994). Whole Language Students with Low Self-di-ermöglichen, Social-Software-Werkzeuge für die be- rection: A self-assessment tool. Virginia: University of Virginia.schriebenen Qualitätsentwicklungsprozesse in Lehr- ▸ Holzkamp, K. (1993). Lernen. Subjektwissenschaftlicheveranstaltungen einzusetzen. Grundlegung. Frankfurt am Main: Campus. ▸ Hornung-Prähauser, Veronika; Geser, Guntram; Hilzensauer, Wolf & Schaffert, Sandra (2007). Didaktische, organisatorische Nach   der   Lektüre   des   Kapitels   sollten   Sie   mit   den   Ei-­‐ ? genschaJen   von   Web   2.0   für   Lernprozesse   vertraut sein  und  die  besonderen  Herausforderungen  der  Qua-­‐ und technologische Grundlagen von E-Portfolios und Analyse internationaler Beispiele und Erfahrungen mit E-Portfolio-Im- litätssicherung   kennen   gelernt   haben.   BiGe   listen   Sie plementierungen an Hochschulen. Salzburg. URL: http://edu- einige   Methoden   der   Qualitätssicherung   auf,   be-­‐ media.salzburgresearch.at/images/stories/e- schreibe  Sie  sie  jeweils  kurz  und  überlegen  Sie,  wie  Sie portfolio_studie_srfg_fnma.pdf [2011-01-10] eine   davon   in   einem   eigenen   Lehrveranstaltungs-­‐ ▸ Hughes M.; Ribbins P. & Hughes T. (1985). Managing Edu- design  einbauen  könntest. cation: the system and the institution. London: Holt, Rinehart and Winston. ▸ Kerres, M. (2001). Multimediale und telemediale Lernumge- bungen. Konzeption und Entwicklung. München: Oldenbourg.Literatur ▸ Kerres, M. (2006). Potenziale von Web 2.0 nutzen. In: A. Ho-▸ Ainsworth, L. & Viegut, D. (2006). Common formative assess- henstein & K. Wilbers (Hrsg.), Handbuch E-Learning, Köln: ments. How to Connect Standards-based Instruction and As- Deutscher Wirtschaftsdienst, 4.26, 1-16. sessment. Thousand Oaks, CA: Corwin Press. ▸ Maehr, M. & Stallings, R. (1972). Freedom from external eva-▸ Arter, J. 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