VCD Bahnhofstest 2010/11

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Der Verkehrsclub Deutschland hat alle 129 Bahnstationen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) hinsichtlich Service, Sicherheit und Sauberkeit geprüft. …

Der Verkehrsclub Deutschland hat alle 129 Bahnstationen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) hinsichtlich Service, Sicherheit und Sauberkeit geprüft.


VCD Landesverband Elbe-Saale für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

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  • 1. Ein Projekt der Ortsgruppe DresdenBahnhofstest 2010/11Service, Sicherheit und Sauberkeit an Bahnstationenim Verkehrsverbund Oberelbe Foto: Felix Thiele
  • 2. Vorwort –Warum ein Bahnhofstest?Liebe Leserinnen und Leser,Mobilität ist ein wichtiges Bedürfnis der Bevölkerung. Voraussetzung dabei ist dieSicherung einer umwelt- und stadtverträglichen, sicheren und sanften Mobilität, diedurch einen hohen Anteil des öffentlichen Personenverkehrs am Modal Split erreichtwerden kann.Um diese Attraktivität des öffentlichen Personenverkehrs zu fördern, muss Wert aufKundenorientierung gelegt werden. Neben bezahlbaren Fahrpreisen, Schnelligkeit,Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, gepflegten Fahrzeugen sowie ausreichenderTaktfrequenzen ist die Aufenthaltsqualität an Bahnhöfen und auf Bahnsteigen für dieAttraktivität einer Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln – so auch mit der Eisenbahn -von Bedeutung.In ihren Publikationen nennt die Deutsche Bahn AG „Wohlfühlbahnhöfe“ ihr Ziel.Doch wie kundenfreundlich sind unsere Bahnstationen wirklich? Welche Bereichebergen noch Verbesserungspotenzial? Haltestellen wie Bahnstationen sind der ersteKontakt mit dem öffentlichen Verkehr, und oft auch das sichtbarste Aushängeschild.Als "Vorzimmer des Verkehrs" müssen sie einladend und funktional zugleich sein.Ungepflegte Stationen mit unzureichendem Informationsangebot schrecken dagegenab.Um einerseits gelungene Umsetzungen des Infrasturkturmanagements imBahnhofsbereich aufzuzeigen und andererseits auf Missstände hinzuweisen, hat derVerkehrsclub Deutschland Landesverband Elbe-Saale e.V., Ortsgruppe Dresden, mitvorliegender Studie alle 129 dem Personenverkehr dienenden, bahnrelevantenStationen des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) hinsichtlich Service, Sicherheit undSauberkeit geprüft. Bahnhofstest 2010/11 1
  • 3. Inhaltsverzeichnis 1. Motivation ........................................................................................ 4 1.1 Der VCD und die Rolle der Ortsgruppe Dresden ............................................4 1.2 Überprüfte Stationen .....................................................................................5 1.3 Vorgehensweise........................................... Fehler! Textmarke nicht definiert. 2. Bewertung und Auswertung ............................................................... 6 2.1 Stationskategorisierung ..................................................................................6 2.2 Kriterien und Anforderungen .........................................................................7 2.3 Aspekt: Barrierefreiheit ..................................................................................8 2.4 Aspekt: Bike&Ride und Park&Ride ...............................................................10 2.5 Aspekt: Fahrgastinformation und –kommunikation ......................................11 2.6 Aspekt: Aufenthaltsqualität, Sauberkeit, Schadensfreiheit ............................13 2.7 Aspekt: Zugangebot ....................................................................................14 2.8 Die Gewichtung ...........................................................................................16 3. Die Ergebnisse ................................................................................. 17 3.1 Gesamteindruck ...........................................................................................17 3.2 Missstände und Defizite insgesamt ..............................................................18 3.3 Erfreuliche Merkmale insgesamt ..................................................................21 3.4 Die Letztplatzierten – So bitte nicht! ............................................................21 3.5 Die Testsieger – Vorbildlich! .........................................................................24 3.6 Im Fokus: Hauptbahnhof Dresden ...............................................................26 3.7 Im Fokus: Bahnhof Dresden-Neustadt .........................................................28 3.8 Die Stationen im Überblick ..........................................................................30 4. Fazit ................................................................................................ 38 4.1 Welche Maßnahmen müssen getroffen werden? .........................................38 4.2 Vorgesehene oder gegenwärtig durchgeführte Sanierungen........................39 4.3 Schlusswort und Dank .................................................................................41 5. Anhang ........................................................................................... 422 Bahnhofstest 2010/11
  • 4. 5.1 Der Bewertungsbogen ................................................................................ 425.2 Die Gewichtungstabelle .............................................................................. 445.3 Pressespiegel und Öffentlichkeitsarbeit ....................................................... 475.4 Ansprechpartner und Treffpunkte ............................................................... 49 Bahnhofstest 2010/11 3
  • 5. 1. Motivation 1.1 Der VCD und die Rolle der Ortsgruppe Dresden Der Verkehrsclub Deutschland ist ein eingetragener Verein, der sich seit 1986 mit effizienter Mobilität und stadtverträglicher Verkehrsentwicklung beschäftigt. Seinen bundesweit 60.000 Mitgliedern und Förderern bietet der VCD Interessenvertretung, Beratung und praktische Leistungen vom Schutzbrief bis zur ökologischen Rentenversicherung. Seine Ziele sind ein optimales Bus- und Bahnangebot, mehr Platz für Fahrräder, umweltschonende Autos, mehr Sicherheit für Kinder, sichere und gute Fuß- und Radwegeverbindungen auch für Senioren und Mobilitätsbeschränkte. So sieht verkehrsträgerübergreifende nachhaltige Mobilität aus. Um diese Zielvorstellung zu verwirklichen, setzt sich der VCD für eine stadtverträgliche, zukunftsfähige Verkehrsentwicklung ein. Der VCD ist somit der einzige Verkehrsclub mit Klimaschutzfaktor, dessen Credo lautet: Wir machen uns stark für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität! Zukunftsfähige Verkehrspolitik ist für den VCD nicht nur auf ein einziges Verkehrsmittel fixiert, sondern setzt auf eine intelligente Kombination und das sinnvolle Miteinander aller Arten von Mobilität. Dabei arbeitet der VCD auf zwei unterschiedlichen Ebenen: Zum einen berät er als Fach- und Lobbyverband Politik und Wirtschaft, initiiert innovative Projekte, setzt Themen auf die Agenda und begleitet Gesetzgebungsprozesse. Zum anderen vertritt der VCD als Mitglieder- und Verbraucherverband die Interessen aller mobilen Menschen. Dem Landesverband Elbe-Saale, der die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen umfasst, gehören 1.300 Mitglieder an. Aktive Ortsgruppen gibt es unter anderem in Dresden, Leipzig, Halle, Erfurt, Gera und Freiberg. Dresden, als mitgliederstärkste Ortsgruppe im Landesverband, behandelt vor allem regionale Themen in der Region Dresden. So verfolgt und bewertet sie aktuelle politische Entwicklungen wie den Entwurf des Luftreinhalteplans oder des Nahverkehrsplans des Verkehrsverbundes Oberelbe. Außerdem berät die Ortsgruppe hinsichtlich Verkehrsplanung und Fahrgastmanagement, wie dem Ausbau von Straßen oder der Einführung von Sozialtickets, mit dem Ziel, gestaltend in die Zukunftsplanung einzugreifen. Des Weiteren ist sie am Runden Tisch zum Entwurf des Verkehrsentwicklungsplanes 2025 beteiligt und bearbeitet jedes Jahr ein größeres Projekt. Im Jahr 2009 befasste sich die Ortsgruppe mit optimaler Verkehrsplanung für Fußgänger am Beispiel von Straßenüberwegen in Dresden.4 Bahnhofstest 2010/11
  • 6. 1.2 Überprüfte StationenÜberprüft wurden alle 129 Stationen im Einzugsgebiet des VerkehrsverbundesOberelbe (VVO), die von Personenzügen bedient werden.Der Netz- und Tarifzonenplan zeigt den Verbundbereich des VVOQuelle: Verkehrsverbund Oberelbe, Stand Dezember 2010 Bahnhofstest 2010/11 5
  • 7. 2. Bewertung und Auswertung 2.1 Stationskategorisierung Um jeden Bahnhof anforderungsgerecht zu betrachten und dadurch die Stationen vergleichbar und den Handlungsbedarf objektiv bestimmbar zu machen, ist es wichtig, das Notenschema explizit aufzuschlüsseln, um eine Gleichheit der Benotung zu erreichen. Des Weiteren gilt für unterschiedliche Bahnhofskategorien ein differenziertes Verständnis von Anforderungen an deren Qualität. Deshalb wurden die überprüften Bahnhöfe kategorisiert, wobei auf ein einheitliches Verständnis der verschiedenen Bahnhofskategorien Wert gelegt werden muss. Diese Kategorisierung hängt von der verkehrlichen Bedeutung der Station ab. Die Ausformulierung der einzelnen Bewertungskriterien erfolgt in Anlehnung an gesetzliche Grundlagen. Die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) enthält folgende Formulierungen: „Bahnhöfe sind Bahnanlagen mit mindestens einer Weiche, wo Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden dürfen.“ (§ 4 Abs. 2, EBO II), sowie „Haltepunkte sind Bahnanlagen ohne Weichen, wo Züge planmäßig halten, beginnen oder enden dürfen.“ (§ 4 Abs. 8, EBO II). Darauf aufbauend folgt der VCD, bis auf kleine Ausnahmen, der Kategorisierung der Deutschen Bahn AG (Kategorien 1 bis 6), die alle Stationen nach ihrer verkehrlichen Bedeutung, vor allem unter Berücksichtigung des Fahrgastaufkommens, einordnet. Dabei wurden die von der DB vorgegebenen Kategorien 1 und 2, 3 und 4, sowie 5 und 6 vom VCD zusammengefasst. Im weiteren Sprachgebrauch werden Stationen, die der Kategorie 3 zugeordnet werden, „Haltepunkte“ genannt, diejenigen der Stationskategorie 2 „Bahnhöfe“ und diejenigen der Kategorie 1 „Hauptbahnhöfe“, wobei letzte Gruppe nur Dresden-Hauptbahnhof und Dresden-Neustadt betrifft. Allen drei Stationskategorien diente der gleiche Bewertungsbogen, jedoch unterschied sich die Gewichtung.6 Bahnhofstest 2010/11
  • 8. 2.2 Kriterien und AnforderungenJede einzelne Station wurde in drei Bereiche gegliedert, die unabhängig überprüftwurden: Bahnhofsvorplatz und Empfangsgebäude außen Empfangsgebäude beziehungsweise überdachte Wartemöglichkeiten Bahnsteige und BahnsteigzugängeEinige Kriterien wurden in mehreren Kapiteln überprüft (Fahrscheinautomat,Liniennetzplan), andere nur in einem (B&R). Als Grundlage für die Erstellung derKriterien dienten folgende unterschiedliche Normen:Erscheinungsbild und Ausstattung des Bahnhofsvorplatzes und des EmpfangsgebäudesaußenBewertet wurden die Merkmale Sauberkeit, baulicher Zustand des Gebäudes und diePflege eventuell vorhandener Anlagen sowie das Vorhandensein vonFahrgastinformationen. Des Weiteren wurde getestet, ob Wegweiser auf wichtigePunkte wie Sehenswürdigkeiten oder Ämter hindeuten. Ist leicht ersichtlich, welcheLinien von welchem Bahnsteig zu welchen Zielen fahren? Sind Sitzgelegenheiten auchin Stoßzeiten ausreichend und Papierkörbe vorhanden?Erscheinungsbild und Ausstattung des Empfangsgebäudes innenSofern ein Gebäude vorhanden ist, wurden der bauliche Zustand, die Sauberkeit, sowiedas Vorhandensein von sanitären Anlagen nach DIN 18024-2, der Bauvorschrift fürbarrierefreie sanitäre Anlagen, bewertet. Selbstverständlich geschah dies im Rahmender Möglichkeiten der Bahnhofstester. Außerdem wurden die Aufenthaltsqualität, dieausreichende Zahl an Sitzgelegenheiten, die Nähe zu Bahngleisen und Anzeigetafelnund der Wind- und Wetterschutz der Gebäude untersucht.Erscheinungsbild und Ausstattung der Bahnsteige und BahnsteigzugängeBahnsteige und Bahnsteigzugänge wurden hinsichtlich Sitzgelegenheiten,Überdachung, sowie Windschutz und Wartemöglichkeiten untersucht. Obwohl dieVerordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) nur den Betriebvon Straßenbahnhaltestellen regelt, wird diese als Grundlage der Bewertungherangezogen. Die BOStrab regelt in Deutschland rechtliche Minimalanforderungen fürBahnsteige an Straßen- und U-Bahnen sowie an Bussen. Darin sind praktisch keineSchutzvorkehrungen für Passagiere zwingend vorgeschrieben, allerdings wird zu deren Bahnhofstest 2010/11 7
  • 9. Vorhandensein geraten: „Haltestellen sollen Bahnsteige besitzen sowie Wetterschutz- und Sitzmöglichkeiten bieten.“ (§31, Abs. 1, S. 3 BOStrab) Auch die Eisenbahnbetriebsordnung (EBO) schreibt keine Schutzmaßnahmen für wartende Passagiere an Bahnsteigen zwingend vor. Außerdem wurde wieder das Vorhandensein von Fahrgastinformationen, Fahrscheinautomaten, Sitzgelegenheiten, Uhren und ausreichender Beleuchtung kontrolliert. Zudem überprüften die Tester das Vorhandensein einer Lautsprecherdurchsage und ob der Stationsname auch vom Zug aus gut lesbar und die Abfahrtsanzeige intakt ist. Bahnsteig des Haltepunktes Grenzstraße Im Anhang ist ein Musterexemplar des Bewertungsbogens zu finden. 2.3 Aspekt: Barrierefreiheit Gemäß DIN 18 024-1, die die barrierefreie Ausstattung von Straßen, Plätzen, Wegen, öffentlichen Verkehrs- und Grünanlagen sowie Spielplätzen regelt, müssen Nutzer in die Lage versetzt werden, von fremder Hilfe weitgehend unabhängig zu sein. Dies gilt insbesondere für Rollstuhlbenutzer, Blinde, Sehbehinderte, Gehörlose, Hörgeschädigte, Gehbehinderte, Menschen mit sonstigen Behinderungen, ältere Menschen, sowie Kinder und klein- und großwüchsige Menschen. Dabei ist Barrierefreiheit nicht nur für Ältere, Blinde und Rollstuhlfahrer wichtig. Auch wer einen Kinderwagen schiebt oder einen Koffer schleppt, weiß offene, gut erkennbare Wege ohne Stolperfallen zu schätzen. Wichtig sind hierbei die problemlose Erreichbarkeit von Bus- oder Bahnsteig mit tatsächlich funktionierenden Aufzügen oder Rolltreppen oder das Vorhandensein eines taktilen Leitsystems. Für Bahnsteige gilt, dass sie einen Höhenunterschied von drei8 Bahnhofstest 2010/11
  • 10. Zentimetern zu den entsprechenden Fahrgasträumen an mindestens einem Zugangnicht überschreiten dürfen. Witterungsschutz auch für Rollstuhlbenutzer ist vorzusehen.Öffentliche Fernsprechstelle und Notrufanlage müssen auch durch Rollstuhlbenutzerangefahren und benutzt werden können. Bedienungselemente, z. B. an Geld- undFahrkartenautomaten, Schaltern, Tastern sowie alle Notrufschalter, müssen anfahrbarund auch mit eingeschränkter Greiffähigkeit leicht benutzbar sein und eine Höhe von85 Zentimetern vorweisen, gleiches gilt auch für Ablageflächen. Durch optischkontrastierende Gestaltung müssen sie leicht für blinde und sehbehinderte Menschenerkenn- und nutzbar sein. Alle Gebäudeebenen müssen stufenlos, gegebenenfalls miteinem Aufzug oder einer Rampe, erreichbar sein. An stark frequentierten, zentralenBahnhöfen sind Sanitäranlagen nach DIN 18024-2 vorzusehen, die vorsieht, dass injeder Sanitäranlage mindestens eine für Rollstuhlbenutzer geeignete Toilettenkabineeinzuplanen ist.Der Haltepunkt Köttewitz ist für Mobilitätsbeschränkte schwer erreichbar, da an beidenZugängen eine sehr steile Steigung zu überwinden ist, einmal abwärts, einmal aufwärts.Dagegen hat der Haltepunkt Burkhardswalde-Maxen zwar einen durch eine nur schwachansteigende Rampe barrierefreien Zugang, jedoch fällt das Schieben eines Rollstuhles, Rollatorsoder Kinderwagens aufgrund des Kieselsteinbelages schwer.Von den 127 getesteten Stationen sind nur 43 rollstuhlgerecht. Obwohl in den letztenJahren große Anstrengungen unternommen wurden, den Zugang zu öffentlichenVerkehrsmittel mobilitätseingeschränkten Personen zu ermöglichen, zeigte derBahnhofstest noch große Mängel an vielen Haltepunkten. Durch den teilweisenAusbau der S 1 im Stadtgebiet von Dresden haben sich die Bedingungen sehrverbessert. Demgegenüber fehlen im Bereich Sächsische Schweiz sowie zwischenDresden-Neustadt und Meißen behindertengerechte Zugänge. Bahnhofstest 2010/11 9
  • 11. 2.4 Aspekt: Bike&Ride und Park&Ride Um die Verkehrsträger miteinander besser zu verknüpfen muss ein einfacher Wechsel vom Fahrrad bzw. Pkw zum ÖPNV gewährleistet werden. Gerade im ländlichen Raum ist es unerlässlich, dass an Bahnstationen oder auch wichtigen Busverknüpfungspunkten Möglichkeiten zum Abstellen von Fahrrädern und Pkw vorhanden sind. So wird das Einzugsgebiet einer Station mit relativ wenig Aufwand erheblich vergrößert, was sich positiv auf die Nachfrage auswirkt. An vielen Stationen im VVO wurde das Konzept des B&R erfolgreich umgesetzt, wie das Beispiel Ottendorf-Okrilla Süd zeigt. Auch Frauenhain geht bei der Umsetzung von B&R beispielhaft voran.10 Bahnhofstest 2010/11
  • 12. Bei der Einrichtung der Abstellmöglichkeiten sollten nach Auffassung des VCD gewisseMindeststandards erfüllt sein: kurze Zugangswege zur Station ausreichende Kapazität überdachte Fahrradständer Abstellmöglichkeiten sollten gut sichtbar bzw. wahrnehmbar sein übersichtliche Zugangswege zu den Abstellplätzen Sauberkeit und Schadensfreiheit sollten selbstverständlich sein2.5 Aspekt: Fahrgastinformation und –kommunikationBei der Deutschen Bahn AG gilt die Richtlinie 813.03 „Wegeleit- undInformationssysteme“ mit der Ergänzung vom August 2003 „Bahnhöfe, Transporteureund Verkehrsverbünde – integrierte Gestaltungs- und Informationssysteme“ sowie dasDesign-Manual (Nr. 813.9391). Bahnstationen sind demnach einheitlich auszustatten.Diese Ausstattung ist im VVO-Gebiet fast vollständig abgeschlossen. In Einzelfällen sindfehlende Details der Ausstattung zu verzeichnen.Königsbrück bietet seinen Besuchern eine große Vielfalt an Informationen, wie Ausflugstipps undUmgebungspläne. Bahnhofstest 2010/11 11
  • 13. Für Verwirrung seitens der Fahrgäste sorgt ein Aushang in Mühlbach, auf dem die Reisenden darauf hingewiesen werden, dass die Züge nur mit gültigem Fahrschein zu betreten sind. Da an der Station jedoch kein Automat vorhanden ist, bekommen unwissende Reisende Panik, die sich erst legt, wenn sie lesen, was – nach einigen weiteren Sätzen – ganz unten auf dem Aushang zu lesen ist: „Wir können Ihnen an diesem Bahnsteig leider keinen Fahrscheinverkauf anbieten. Steigen Sie bitte ein und nutzen Sie nach Betreten des Fahrzeuges den Automaten im Zug.“ Vorbildlich ist Dresden-Klotzsche ausgestattet: Überdachter und wettergeschützter Wartebereich, DB Pluspunkt zum Ticketerwerb und Vorhandensein wichtiger Aushänge und Informationen.12 Bahnhofstest 2010/11
  • 14. 2.6 Aspekt: Aufenthaltsqualität, Sauberkeit, SchadensfreiheitBei der Ausstattung der Stationen muss nach Funktion und Bedeutung untergliedertwerden. So haben große Bahnhöfe mit vielen Fahrgästen und Umsteigern andereAusstattungsanforderungen als Haltepunkte, an denen nur wenige Züge verkehren.Grundsätzlich sollten am Bahnsteig Sitzgelegenheiten und ein Wetterschutz zumUnterstellen vorhanden sein. Eine ausreichende Beleuchtung ist für die Sicherheitunbedingt notwendig. Alle Stationen sollten über längere Zeiträume hinweg keinegroben Beschädigungen aufweisen und regelmäßig gereinigt werden. Es sollteerkennbar sein, dass an der Station noch Züge halten. Abfalleimer und Aschenbechertragen zur Sauberkeit bei.Der Bahntunnel in Radebeul Ost wirkt abschreckend.Bei erhöhtem Fahrgastaufkommen bzw. Umsteigern sind überdachte Bahnsteigewünschenswert. In den großen Bahnhöfen mit Fernverkehrsanschluss sollte es beheizteWarteräume geben. Kleine Versorgungsangebote wie Bäcker und Bistro runden dasAngebot ab. Die Bahnsteige sollten immer überdacht sein. Bahnhofstest 2010/11 13
  • 15. Guten Wetterschutz und eine gepflegte Atmosphäre bietet die Station Weixdorf Bad. 2.7 Aspekt: Zugangebot Untersucht wurden die Verknüpfung von Bahn und Bus sowie das Vorhandensein von Umsteigemöglichkeiten, die Nähe zur Bushaltestelle und die Abstimmung der Taktzeiten. In Königsbrück können Fahrgäste direkt und ohne die Überwindung von Stufen vom Bahnsteig aus den Bussteig erreichen. Ein Bahnhof ist nur entsprechend attraktiv, wenn Züge in einem nachvollziehbaren Takt fahren. Wünschenswert sind leicht merkbare Taktfolgen (30- bzw. 60-Minutentakt), an14 Bahnhofstest 2010/11
  • 16. großen Bahnhöfen leicht merkbare Abfahrtszeiten. So prägt sich leicht ein, dass AmHauptbahnhof Dresden jeweils zu jeder vollen und halben Stunde die S1 in beideRichtungen abfährt. Dabei ist ein gut abgestimmtes Zugangebot nur sinnvoll, wenn dasGesamtpaket stimmt, also auch die Bus-Zubringer funktionieren.Als Negativbeispiel lässt sich die stark frequentierte Strecke nach Leipzig nennen. DieZüge dieser Relation im Einstundentakt sind tagsüber regelmäßig voll und Sitzplätzeknapp. Verständlich ist, dass aufgrund des Fernverkehrs kein Halbstundentaktangeboten werden kann, jedoch sollte geprüft werden, ob möglicherweise zweiNahverkehrszüge nacheinander angeboten werden können. Alternativ dazu wären einRE und ein RB mit mehreren Zwischenhalten denkbar.…denn was nutzt der schönste Bahnhof, wenn kein Zug fährt? Bahnhofstest 2010/11 15
  • 17. 2.8 Die Gewichtung Um einen quantitativen Vergleich der Bahnstationen untereinander zu schaffen sowie das Gesamtniveau der Qualität der Bahnstationen im VVO zu ermitteln, wurden die vom VCD bewerteten Faktoren gewichtet. Unterschiedliche Kriterien flossen unterschiedlich stark in die Gesamtbeurteilung ein. Dabei ergibt sich die Kategorienote aus dem Quotienten der Summe der gewichteten Noten und der Summe der Gewichtungsfaktoren. Die Gesamtnote ergibt sich dann aus dem Quotienten der gewichteten Kategorienoten und der Summe der Kategoriegewichtungsfaktoren. Wieder gilt zu beachten, dass für die drei Stationskategorien unterschiedliche Gewichtungen berücksichtigt wurden. Die Gewichtungsfaktoren sind der Tabelle im Anhang zu entnehmen. Gesetzliche Grundlagen, Normen und Verordnungen, sowie internationale Standards lieferten die Grundlagen unserer Kriterienbewertungen. Bei der finalen Bewertung entschieden wir uns für ein Punktesystem, das die unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Kriterien, wie auch die Einordnung der Stationskategorien berücksichtigt. Jedes Kriterium wurde einzeln analysiert und diskutiert, um eine ergebnisorientierte Gewichtung zu erhalten. Dabei wurden Gewichtungspunkte von 1 bis 4 vergeben, wobei 1 für die weniger wichtigen und 4 für die essentiellen Kriterien stand. Dabei wurden die drei Stationskategorien einzeln betrachtet, da an einen Bahnhof der Kategorie 2 andere Anforderungen gestellt werden, als an einen Haltepunkt der Kategorie 3 und an einen Hauptbahnhof der Kategorie 1. Für jede Stationskategorie wurde durch Addition der Gewichtungspunkte eine Maximalpunktzahl ermittelt:  Kategorie 1 - Hauptbahnhof: 242  Kategorie 2 – Bahnhof: 214  Kategorie 3 – Haltepunkt: 132 Da aufgrund von Baumaßnahmen, zeitweisen Außerbetriebseins oder schlichtem Nichtvorhandenseins bei einzelnen Stationen bestimmte Aspekte nicht bewertet werden konnten und somit bei der Ermittlung der Gesamtbewertung auch nicht berücksichtigt wurden, weicht die zu erreichende Maximalpunktzahl teilweise von diesen Angaben ab.16 Bahnhofstest 2010/11
  • 18. 3. Die Ergebnisse3.1 GesamteindruckZusammenfassend lässt sich sagen, dass die beiden Hauptbahnhöfe, DresdenHauptbahnhof und Dresden-Neustadt, die Tester weitestgehend zufriedenstellten unddem überwiegenden Teil der Anforderungen genügten. Die 16 Bahnhöfe der Kategorie2 erzielten sehr stark voneinander abweichende Ergebnisse. Einige dieser Stationenerfüllten die Anforderungen zu weiten Teilen, andere erreichten nur sehr wenigePunkte. Die 111 getesteten Haltepunkte (Kategorie 3) schnitten sehr schlecht ab: Nur14 davon erreichten gute Ergebnisse (mindestens 80% der Punkte). Es stellte sichheraus, dass die Aufenthaltsqualität und Fahrgastinformation umso geringer ausfällt, je„kleiner“, abgelegener und als Verkehrsknotenpunkt unbedeutender eine Station unddas sie umgebene Gebiet ist.Eindrücke. Bahnhofstest 2010/11 17
  • 19. 3.2 Missstände und Defizite insgesamt Durchweg negativ wurde das unzureichende Vorhandensein von Sitzgelegenheiten bewertet. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Zahl der überdachten und windgeschützten Sitzplätze schon bei leicht überdurchschnittlichem Fahrgastaufkommen unzulänglich. Häufig müssen sich Fahrgäste bei Regen unter ein kleines Dach drängen, durch das kaum Abstand zum Nebenmann gewährt wird. Darüber hinaus ist der Zustand der Sitzgelegenheiten häufig unzumutbar und intolerabel oder Wartende können sich nur durch den Verzehr von Speisen und Getränken eine Sitzgelegenheit in einem Bistro oder Imbiss „erkaufen“. Gleichfalls lässt auch der Zustand von Wartehäuschen und Wetterschutz zu wünschen übrig. Häufig wirken diese Häuschen aufgrund von starken Verschmutzungen und Vandalismusschäden nicht einladend und mindern so die Aufenthaltsqualität des Reisenden.18 Bahnhofstest 2010/11
  • 20. Viele Wartehäuschen sind sehr heruntergekommen und bieten keine große Aufenthaltsqualität. Bahnhofstest 2010/11 19
  • 21. In Radeberg dagegen können sich Fahrgäste und Wartende wohlfühlen.20 Bahnhofstest 2010/11
  • 22. 3.3 Erfreuliche Merkmale insgesamtDer überwiegende Teil der getesteten Stationen ist gut mit Fahrgastinformationenausgerüstet und bietet Reisenden ein vielfältiges Angebot an Verbund- undUmgebungsplänen und Tarifinformationen. Zudem erhalten Reisende Ausflugstippsund weitere wichtige Hinweise, wie die Hausordnung und Empfehlungen für weitereBeförderungsmöglichkeiten (Sachsenticket, Elbe-Labe-Ticket, Schmalspurbahnen).Die in den Informationsvitrinen ausgehängten Informationsmedien machen bis auf dieklassischen Abfahrts- und Ankunftsplakate sowie die Tarifinformationen einenuneinheitlichen Eindruck. Als hilfreich und verständlich wurden Informationen zubaustellenbedingten Fahrplanänderungen empfunden.Das Konzept des B&R, sowie des P&R, also die Möglichkeit, Motorfahrzeuge undFahrräder abzustellen, wurde größtenteils gelungen umgesetzt. Sowohl Parkplätze, wieauch Fahrradständer waren an vielen Stationen in ausreichender Zahl vorhanden.Wünschenswert wäre, dass vor allem Fahrradabstellanlagen in geringerer Distanz zuden Bahnsteigen vorhanden wären, da diese teilweise zu weit davon entfernt sind undsomit näher liegende Geländer und Laternenpfahle als Abstellmöglichkeit genutztwerden. Des Weiteren sollten diese zumindest teilweise überdacht sein.3.4 Die Letztplatzierten – So bitte nicht!Als besonders schlechte Bahnhöfe sollen hier diejenigen genannt werden, die nurzwischen 25 und 40% der Anforderungen erfüllen. So lassen sich die StationenBurkhardswalde-Maxen, Dresden-Cotta, Hartmannmühle, Lauenstein, Oberschlottwitz,Pirna-Copitz, Rathmannsdorf, Schmilka-Hirschmühle, Schöna, Stadt Wehlen undWülknitz nennen. Diesen Stationen aus der dritten Stationskategorie, dem Haltepunkt,mangelt es nicht nur an Sitzgelegenheiten und Fahrgastinformationen, zudem istteilweise auch kein barrierefreier Zugang möglich.Noch schlechter, mit etwa 25% erfüllter Anforderungen, steht es um dieAufenthaltsqualität in Bischheim-Gersdorf, Gröditz, Helmsdorf, Köttewitz,Obervogelgesang und Stolpen, die teilweise keinerlei Wetterschutz bieten. Bahnhofstest 2010/11 21
  • 23. Viel zu bemängeln hatten Tester an den Haltepunkten Bischheim-Gersdorf, Gröditz, Köttewitz, Obervogelgesang und Stolpen.22 Bahnhofstest 2010/11
  • 24. Absolutes Schlusslicht aller Stationen ist Lohmen mit gerade einmal 17% erfüllterAnforderungen. Lohmen bot zum Testzeitpunkt weder eine dynamischeFahrplananzeige, noch eine Zeitanzeige oder eine verständliche Durchsage beiZugeinfahrt. Ferner bot der Haltepunkt Lohmen nur sehr wenige Sitzgelegenheiten, dieaußerdem nur notdürftig überdacht sind. Besonders bemängelt wurde das Fehlen einesAushangfahrplans und mehrerer Seitenscheiben des Wartestandes. Dies ist jedoch demhohen Aufkommen von Vandalismus zuzurechnen, das die Instandhaltung desHaltepunktes stark erschwert. Der Bahnsteig kann zumindest von einer Seitebarrierefrei erreicht werden, jedoch ist der Weg stark von Unkraut bewachsen, sodassdas Schieben eines Rollstuhles, Kinderwagens oder Rollators schwerfällt.Unter den Stationen der Kategorie 2 belegen Dresden-Industriegelände und Dresden-Zschachwitz die letzten Plätze. Die Station Dresden-Zschachwitz erreichte nur 28% derPunkte, da das Angebot an P&R und B&R zu gering ist, das Wartehäuschen schadhaftist und starke Vandalismusschäden aufweist und die Station insgesamt abschreckendwirkt. Noch schlechter, mit nur 26% der Punkte, schnitt die Station Dresden-Industriegelände ab, da aufgrund der zu geringen Bahnsteigbreite dieBewegungsfreiheit eingeschränkt ist und das Wenden eines Rollstuhls erschwert wird.Zudem ist der Zugang nur über eine steile Fußgängerbrücke möglich. Bahnhofstest 2010/11 23
  • 25. 3.5 Die Testsieger – Vorbildlich! Zufriedenstellende Ergebnisse in Kategorie 3 mit mindestens 75% erreichten: Cossebaude, Freital-Potschappel, Großenhain Cottbusser Bahnhof, Hoyerswerda Neustadt, Kamenz, Laußnitz, Niederau und Nossen. Den überwiegenden Teil der Anforderungen (über 85%) erfüllten außerdem Altenberg, Arnsdorf, Freital-Deuben, Glashütte, Klingenberg-Colmnitz, Königsbrück, Nünchritz und Tharandt. Testsieger unter den Haltepunkten sind Pirna (92%) und Radeberg mit 94%, sowie Dresden Flughafen mit 96%. Die Nutzung des Bahnhofsgebäudes Radeberg ging seit der Wende immer weiter zurück, bis im Jahre 2002 die Stadt Radeberg das Bahnhofsgebäude von der Bahn kaufte, um dessen Verfall zu stoppen. Im Jahre 2007 wurde die vollständige Sanierung fertig gestellt und die Mittelhalle, als Bestandteil der Übergangsstelle Bus/Bahn, übergeben. Außerdem zogen die ersten neuen Mieter ein, unter anderem die Wärmeversorgung Radeberg, der RVD Regionalverkehr Dresden und ein Kioskbetreiber. Seither ist der Haltepunkt Radeberg sehr ästhetisch und modern gestaltet und kann als Vorbild für eine erfolgreiche Sanierung und Nutzung herangezogen werden. Beispielhaft sind unter den Bahnhöfen der Kategorie 2 die Stationen Reick, Strehlen, Freiberger Straße, Dobritz, Bad Schandau, die zwischen 85% und 93% der Punkte erreichten. Die genannten Stationen sind weitestgehend barrierefrei und rollstuhlgerecht und bieten kurze Wege zu Anschlussmöglichkeiten.24 Bahnhofstest 2010/11
  • 26. Die Tester fanden auch sehr fahrgastfreundliche Haltepunkte vor, wie hier in Arnsdorf,Glashütte, Flughafen, Königsbrück und Nünchritz. Bahnhofstest 2010/11 25
  • 27. 3.6 Im Fokus: Hauptbahnhof Dresden Auf ihrer Webseite verspricht die Deutsche Bahn AG: „Unsere Mitarbeiter sorgen für Sauberkeit und Sicherheit im und um den Hauptbahnhof Dresden“. Dass dies nur teilweise der Fall ist, hat unser Bahnhofstest ermittelt. Der Hauptbahnhof Dresden ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt im Verkehrsverbund Oberelbe und verfügt über eine Fläche von 4.186 m². Das Fahrgast- und Besucheraufkommen beträgt 60.000 Personen täglich, die laut DBAG mit täglich 50 Fernverkehrs-, 249 Nahverkehrszügen und 236 S-Bahnen reisen. Im Bahnhofstest erreichte der Hauptbahnhof 77% der Punkte, was für einen derart wichtigen Knotenpunkt unzureichend ist. Auffallend ist, dass im und außerhalb des Bahnhofsgebäudes kaum Sitzgelegenheiten außerhalb der Bistros und Kioske vorhanden sind, sodass wartende Fahrgäste genötigt werden, Gastronomie in Anspruch zu nehmen. Im Hauptbahnhof werden Reisende auf vielfältige Weise über Fahrpläne, Fahrscheine und Ausflugsziele informiert. Trotz kleinerer Mängel schnitt der Hauptbahnhof deshalb im Bahnhofstest im Bereich Fahrgastinformation- und kommunikation mit am besten ab. Innerhalb des Gebäudes ist zwar ein Stadt- und Umgebungsplan vorhanden, über den sich Besucher und Ortsfremde informieren können, jedoch ist dieser nicht auf Anhieb zu finden, da er hinter einer Bäckerei versteckt ist.26 Bahnhofstest 2010/11
  • 28. Fahrscheinautomaten sind bei Normalbetrieb in ausreichender Zahl vorhanden, jedochunzureichend für Stoßzeiten und bei sehr hohem Fahrgastaufkommen, beispielsweisebei Sportturnieren oder Stadtfesten.Äußerlich präsentiert sich das Bahnhofsgebäude sehr ästhetisch und optischansprechend. Trotz der Dauerbaustelle bietet das Gebäude einen tollen Anblick durchdie Verschmelzung von traditioneller Bauweise und modernster Architektur. Diemeisten der bewerteten Anforderungen wurden vom Bahnhofsvorplatz und derEmpfangshalle erfüllt. Sowohl die hohe Zahl an Zugängen in allen Himmelrichtungen,die vielfältigen Möglichkeiten der Fahrgastinformation, wie auch die intelligenteVerknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln überzeugten.Dringend verbessern muss sich allerdings die Situation um Fahrradabstellmöglichkeitenauf allen Seiten des Gebäudes. In Ermangelung ausreichender Fahrradständer werdenRäder willkürlich abgestellt, was zur Versperrung wichtiger Fluchtwege führt und dieGefahr von Fahrraddiebstahl steigert. Aus diesen Gründen fordert der VCD dieEinrichtung eines zentralen Fahrradhauses nach dem Vorbild anderer Städte wie Kieloder Münster.Grundsätzlich bietet der Hauptbahnhof seinen Fahrgästen und Besuchern ein großesSpektrum an Service und Information, jedoch birgt er noch viel Verbesserungspotential.Zu berücksichtigen ist allerdings, dass sich der Bahnhof derzeit im Umbau befindet. Innaher Zukunft soll den Fahrgästen „ein neues, vielfältiges Shopping- undGastronomieangebot mit flexiblen Öffnungszeiten“ zur Verfügung stehen. Ob sichdadurch auch die Aufenthaltsqualität verbessert, gilt es abzuwarten. Eine Überprüfungdes zukünftigen Zustands ist geplant. Bahnhofstest 2010/11 27
  • 29. 3.7 Im Fokus: Bahnhof Dresden-Neustadt Der Bahnhof Dresden Neustadt, auch Neustädter Bahnhof genannt, befindet sich nördlich der Elbe und wurde 1901 in Betrieb genommen. Etwa 30.000 Reisende täglich nutzen den zweitgrößten Dresdner Bahnhof. Der Durchgangsbahnhof ist mit dem Empfangsgebäude Richtung Schlesischen Platz angelegt. Auf dem Vorplatz trifft man auf ÖPNV, sowie Taxistand, Pkw-Parkplätze und die überfüllten Radabstellplätze. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens wurde mit Modernisierungsmaßnahmen begonnen. Zu erwähnen ist hier die Modernisierung des Empfangsgebäudes, der Decke und der Wände, sowie die Neugestaltung des Wartebereiches und der dynamischen Abfahrtstafeln. Die Empfangshalle ist ebenerdig, jedoch sind die beiden Tunnel, die zu den vier Bahnsteigen führen, von allen vier Eingängen nur über mehrere Treppenstufen zu erreichen. An allen Eingängen sind Notrufsäulen installiert, die ein mobilitätsbeschränkter Reisende betätigen kann, um Hilfe durch das Servicepersonal anzufordern, jedoch ist dies nicht im Sinne der Barrierefreiheit: Als barrierefrei gelten Gebäude, die für jeden Menschen ohne Hilfe zugänglich gemacht werden. Ein Mensch möchte nicht abhängig sein von der Hilfe anderer, zudem stellt sich die Frage, wer hilft, Hürden zu überwinden, wenn außerhalb der gewöhnlichen Arbeitszeiten des Servicepersonals Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Das selbstständige Erreichen des Bahnsteiges ist für mobilitätsbeschränkte Menschen ebenfalls kaum möglich, da weder Rolltreppe, noch Aufzug vorhanden sind. Die Ansage der ankommenden oder abfahrenden Züge auf den Bahnsteigen und in den Tunneln ist für Fahrgäste, insbesondere für sehbeeinträchtigte Reisende hilfreich, aber fehlende Bodenmarkierung macht die Orientierung dorthin sehr schwierig. Neben DB Service Point, DB Reisezentrum und mehreren Fahrkartenautomaten gibt es Blumen-, Lebensmittel- und Zeitschriftenläden sowie mehrere Imbissstände in der Empfangshalle. Einen bewachten Aufenthaltsraum, der im Winter beheizt und regelmäßig gesäubert wird, findet man gegenüber der Toiletten. Innerhalb der Halle sind acht Gleise vorhanden, die dem Personenverkehr zur Verfügung stehen. Die Gleise außerhalb der Halle sind nur für den Güterverkehr. Nur während der Bauarbeiten an den Gleisen und28 Bahnhofstest 2010/11
  • 30. Tragwerken waren diese mit Behelfsbahnsteigen versehen worden. Diese Nutzung istjedoch vorbei. In den Tunneln und auf den Bahnsteigen sind elektronischeAnzeigetafeln für die jeweiligen Gleise zu finden. Die Bahnsteige sind sauber, allerdingsmehr als in die Jahre gekommen, was den positiven Gesamteindruck, den man in derEmpfangshalle vermittelt bekommt, trübt. Die anstehende (nicht nur geplante)Sanierung lässt auf eine Verbesserung des Gesamteindrucks hoffen.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Bahnhof Dresden-Neustadt imBahnhofstest 75% der Punkte erreichte, was keinem schlechten Ergebnis entspricht,aber zur weiteren Optimierung des Fahrgastmanagements anregen sollte. Bahnhofstest 2010/11 29
  • 31. 3.8 Die Stationen im Überblick Einen Überblick über den Gesamteindruck einzelner Stationen gibt die nachfolgende Tabelle. Sofern positive oder negative Merkmale bei der Bewertung auffielen, finden diese ebenso Erwähnung. Legende der Symbole:  mehr als 80% der Punkte erreicht  50 bis 80% der Punkte erreicht  weniger als 50% der Punkte erreicht Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Altenberg  3 - - Mangelhafte Arnsdorf  3 Fahrgastinformation Überdachung Keine Durchsage bei Bad Schandau  2 Taktiles Leitsystem Zugeinfahrt Verschmutzungen, Bärenhecke- Ausreichend Johnsbach  3 Sitzgelegenheiten nicht befestigter Schotter Kein Bärenstein  3 - Fahrscheinautomat Bischheim- Gersdorf  3 - - Kein Wartebereich an vier Burkhardswalde- Fahrscheinautomat, Maxen  3 Seiten windgeschützt, wenig ebenerdiger Zugang Fahrgastinformation Dynamische Schlechter baulicher Cossebaude  3 Abfahrtsanzeige Zustand des Gebäudes Unzureichende Coswig  2 Reisecenter Barrierefreiheit Deutschenbora  3 - - Vandalismusschäden Dohna  3 Rampe am Wartehäuschen30 Bahnhofstest 2010/11
  • 32. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Fehlende Dresden Cotta  3 Beleuchtung Fahrgastinformation UnzureichendeDresden Dobritz  2 Aufzug Fahrradabstell- möglichkeiten Dresden Flughafen  3 Aufzüge - DresdenFreiberger Straße  2 - - Dresden Schadensfrei und Kein Friedrichstadt  3 sauber Fahrscheinautomat Dresden Grenzstraße  3 Windschutz vorhanden - Dresden Fahrpaninformation, Fahrradabstellanlagen Hauptbahnhof  1 Touristeninformation unzureichend Dresden Ausreichend UnzureichendeIndustriegelände  2 Sitzgelegenheiten Wegweisung SchlechteDresden Kemnitz  3 Sitzgelegenheiten Erreichbarkeit der Bushaltestelle Dresden Gebäude verschlossen, Klotzsche  2 Notrufsäule Zustand schlechtDresden Neustadt  1 - - Dresden Niedersedlitz  2 - Rampe zu steilDresden Pieschen  3 - - Unzureichende Dresden Plauen  3 Sitzgelegenheiten Fahrradabstell- möglichkeiten Dynamische Dresden Reick  2 Abfahrtsanzeige P&R vorhanden KeinDresden Stetzsch  3 - FahrscheinautomatDresden Strehlen  2 Ansage bei Zugeinfahrt - Bahnhofstest 2010/11 31
  • 33. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Dresden Trachau  3 - - Dresden Schadhafter Zschachwitz  2 - Bahnhofsvorplatz Kein Ausreichende Dührröhrsdorf  3 Bahnsteigbreite Fahrscheinautomat, kein Wartehäuschen Vandalismusschäden am Wartehäuschen, Edle Krone  3 - unzureichende Beleuchtung Zerstörte Zeitanzeige, Neue schlechte Frauenhain  3 Sitzgelegenheiten Erreichbarkeit der Bushaltestelle Schlechte Freital-Deuben  3 P&R vorhanden Beschilderung Keine Ampel an Reisezentrum Freital-Hainsberg  3 vorhanden vielbefahrener Straße am Bahnhofsvorplatz Fahrscheinautomat Freital-Hainsberg und Nicht barrierefrei West  3 Fahrgastinformation erreichbar vorhanden Freital- Umgebungsplan Unzureichende Kfz- Potschappel  3 vorhanden Abstellplätze Unzureichende Bushaltestelle Geising  3 erreichbar Fahrradabstell- möglichkeit Glashütte  3 Fahrscheinautomaten P&R kostenpflichtig Schadhaftes Gebäude Glaubitz  3 - innen Stadt- und Goßdorf- Unzureichende Kohlmühle  3 Umgebungsplan Überdachung vorhanden32 Bahnhofstest 2010/11
  • 34. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Fahrscheinautomat Unzureichender Gröditz  3 vorhanden Windschutz Großenhain Reisezentrum …leider beschränkte Cottbuser  3 vorhanden… Öffnungszeiten BahnhofGroßröhrsdorf  3 Fahrscheinautomat Kein Wartehäuschen SitzplätzeHartmannmühle  3 Windschutz vorhanden unzureichend Windschutzhäuschen Heidenau  2 Aufzug vorhanden stark verschmutzt Rampe nicht fürHeidenau Süd  2 - Rollstühle geeignet Heidenau- Sitzgelegenheiten Windschutzhäuschen Großsedlitz  2 ausreichend stark verschmutzt Helmsdorf  3 - Kein Windschutz Ausreichend Hermsdorf  3 Fahrradabstellplätze Keine Zeitanzeige Hosena Mehrere Verschmutzungen im (kein VVO)  3 Wartehäuschen Gebäude Hoyerswerda  3 - - Hoyerswerda Neustadt  3 - - Kein Angebot an Sitzgelegenheiten Kamenz  3 ausreichend Gastronomie und Handel, nur Kiosk Schadensfrei und Kein Abfallbehälter amKleinröhrsdorf  3 sauber Bahnsteig Klingenberg- Bushaltestelle direkt Kein Stadt- und Colmnitz  3 am Bahnsteig Umgebungsplan Erreichbarkeit Unzureichender Königsbrück  3 Bushaltestelle Windschutz Keine Königstein  3 Fahrgastinformation Fahrradabstellplätze Bahnhofstest 2010/11 33
  • 35. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Bahnsteig durch Gras Sitzgelegenheiten Köttewitz  3 ausreichend und Steinchen nicht barrierefrei Stadt- und Krippen  3 Umgebungsplan Keine Beleuchtung Keine Möglichkeit zum Lampertswalde  3 Sitzplätze ausreichend Fahrscheinkauf Aushangfahrpläne Langebrück  3 - verschmutzt Ausreichend Kein Lauenstein  3 Sitzgelegenheiten Fahrscheinautomat P&R und B&R Laußnitz  3 ausreichend Keine Zeitanzeige Lauta  3 - - Beschädigtes Lohmen  3 - Wartehäuschen Lohsa  3 - - Informationen für Unzureichende Meissen  3 Touristen und Fahrradabstell- Wanderer möglichkeiten Meissen Triebischtal  3 Rampe gut befahrbar - Miltitz-Roitzschen  3 - - Windschutz Mühlbach (Pirna)  3 - unzureichend Fahrscheinautomat Keine Tarifinformation Niederau  3 vorhanden am Bahnsteig Nossen  3 - - Nünchritz  3 - - Fahrgastinformation Wartehäuschen in Oberschlottwitz  3 vorhanden schlechtem Zustand34 Bahnhofstest 2010/11
  • 36. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie FahrgastinformationObervogelgesang  3 vorhanden Keine Zeitanzeige Von B&R kein direkter Ortrand  3 Ebenerdiger Zugang Zugang zum Bahnsteig Wartehäuschen Sitzgelegenheiten inOttendorf-Okrilla  3 vorhanden schlechtem Zustand Abschließbare BoxenOttendorf-Okrilla Wenige Süd  3 für persönliche Sitzgelegenheiten Gegenstände Kein Pirna  3 Kiosk vorhanden personenbetreuter Fahrscheinverkauf Nur Überdachung Pirna-Copitz  3 - ohne seitlicher Windschutz AusreichendePirna-Copitz Nord  3 Bahnsteigbreite - Porschdorf  3 - - Verknüpfung mit Unzureichende Priestewitz  3 Anschlussbuslinien Bahnsteigbreite Kein Windschutz Pulsnitz  3 Schadensfreiheit vorhanden „Wohlfühlbahnhof“, benutzerfreundlich Radeberg  3 gestaltet, saubere - sanitäre Anlagen Nähe zur Abschreckender Radebeul Ost  2 Schmalspurbahn Zustand des Zugangs Keine Radebeul West  3 - Sitzgelegenheiten im Gebäude Kein Radebeul- Naundorf  3 Barrierefreier Zugang Fahrscheinautomat vorhanden Bahnhofstest 2010/11 35
  • 37. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Radebeul- Ausreichende Wenig ausgestatteter Zitzschwewig  3 Bewegungsfreiheit Bahnsteig Unzureichende Rathen  3 Schadensfreiheit Fahrscheinautomaten Rathmannsdorf  3 - - Riesa  2 - - Fahrscheinautomat Ruhland Ansage auch bei (kein VVO)  3 Verzögerungen schlecht bedienbar da von Sonne geblendet Zu schmaler Bahnsteig, Schmilka- Hirschmühle  3 - Gefahr bei Schnellzügen Sitzgelegenheiten nur Schöna  3 - Richtung Dresden Schwarzkollm  3 - - Seerhausen  3 - - Wenig Stadt Wehlen  3 Gepflegter Eindruck Fahrgastinformationen Stauchitz  3 - - Unzureichende Stolpen  3 - Überdachung Insgesamt in gutem Fehlende Ansage bei Tharandt  3 Zustand, neue Anlagen Zugeinfahrt Bodenbelag nicht für Tiefenau  3 Fahrgastinformation Rollstuhl geeignet Uhyst  3 - - Unzureichende Ulbersdorf  3 Fahrgastinformationen Überdachung Rampe nicht für Weesenstein  3 - Rollstuhl geeignet36 Bahnhofstest 2010/11
  • 38. Gesamt- Stations- Station Positiv ist… Negativ ist… eindruck kategorie Ausreichende Zahl Weinböhla  3 Fahrradabstellplätze - Ausreichend Vandalismusschäden Weixdorf  3 Fahrradabstellplätze am Wartehäuschen Kulturelle Nutzung desWeixdorf Bad  3 alten Bahnhofsgebäudes: Vermüllte Grünflächen Dixie Unzureichende Wülknitz  3 - Überdachung Zabelitz  3 Fahrgastinformation - Unzureichende Zeithain  3 - Überdachung Bahnhofstest 2010/11 37
  • 39. 4. Fazit 4.1 Welche Maßnahmen müssen getroffen werden? Damit das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln angenehmer und sicherer wird und schließlich mehr Menschen diese effiziente Mobilitätsmöglichkeit nutzen, sollten die festgestellten Mängel und Probleme weitestgehend abgestellt werden. Bahnhöfe und Stationen müssen ein angenehmes Umfeld bieten, das Zugangebot muss attraktiv sein und durch Vertaktung und Anschlusssicherung die verschiedensten Reiseketten ermöglichen. Informationen müssen einfach und klar verfügbar sein, insbesondere im Fall von Abweichungen vom normalen Betriebsablauf. Um Barrierefreiheit zu erreichen, muss die gesamte Zuwegung zu einer Station diesem Kriterium entsprechen und die Bahnsteige müssen eine Höhe von 55 Zentimetern aufweisen, um den stufenlosen Zugang zum Zug zu gewährleisten. Dabei muss die gesamte Reisekette passen, sonst bleibt der Nutzen aus. So waren z.B. bislang alle Stationen der Müglitztalbahn nach Altenberg barrierefrei, nur der wichtigste Knotenbahnhof – Heidenau – nicht. Dieses Defizit wird gerade beseitigt. Was die größtenteils desolaten Bahnhofsgebäude betrifft, scheint die beste Lösung darin zu liegen, diese aus der Immobilienzuständigkeit der DB herauszulösen, indem sie von einer Kommune oder einem Verein gekauft werden und dann mit Engagement und Ideen wieder mit Leben gefüllt werden. Gute Beispiele dafür sind Sebnitz, Radeberg, Pirna oder Radebeul-Ost. Ein nur schwer zu bewältigendes Problem stellen Vandalismusschäden dar, entweder an der Infrastruktur selbst (z.B. wiederholt in Lohmen) oder an Fahrrädern in abseits gelegenen und schwer einsehbaren B&R-Anlagen. Eine gewisse Entschärfung dieser Probleme tritt bei höheren Fahrgastzahlen ein, d.h. durch eine stärkere Frequentierung der Anlagen und der damit verbundenen verstärkten „sozialen Kontrolle“.38 Bahnhofstest 2010/11
  • 40. 4.2 Vorgesehene oder gegenwärtig durchgeführte SanierungenGegenwärtig laufen bis zum Jahr 2016 (der Fertigstellungstermin verschiebt sich seiteinigen Jahren kontinuierlich) umfangreiche Bauarbeiten im sogenannten „DresdnerKnoten“. So wie die Stationen zwischen Dresden-Mitte und Pirna bereits um- undausgebaut wurden, werden in den nächsten Jahren ebenfalls die S-Bahnhöfe zwischenDresden-Neustadt und Meißen-Triebischtal runderneuert.Umbaumaßnahmen in PirnaDazu zählen die völlige Trennung (und somit geringere Störanfälligkeit) vonNahverkehr sowie Fern- und Güterverkehr, die Sanierung jeweils mit Barrierefreiheit(Beispiele: bereits fertig Dresden-Strehlen, noch zu bauen Dresden-Pieschen), dieVerlegung zwecks besserer Zugänglichkeit (wie in Dresden-Reick bereits geschehen,noch zu bauen Dresden-Trachau – Zugang zur Linie 4) sowie der Neubau vonStationen (bereits fertig gestellt: Dresden-Freiberger Straße, noch zu bauen Dresden-Bischofsplatz, Meißen Altstadt). Die Stationen erhalten grundsätzlichFahrgastinformationsanlagen.In diesem Zusammenhang wird auch der eigentliche Verkehrsbereich des BahnhofsDresden-Neustadt völlig neu gestaltet (Bahnsteige, Barrierefreiheit). Bahnhofstest 2010/11 39
  • 41. Auch die „Dauerbaustelle“ Dresden Hauptbahnhof wird dann abgeschlossen sein, wobei unzumutbare Provisorien wie Wartebereiche verschwinden und ersetzt werden. Hier sind auch die Bahnsteige der Mittelhalle noch zu sanieren. An allen wichtigen Stationen werden dynamische Fahrgastinformationen (DFI) installiert, die insbesondere im Fall von Abweichungen den Fahrgast informieren. Die entsprechende Technik ist in den letzten Jahren immer preiswerter geworden, statt kostenaufwändiger Kabelverlegungen können heute Informationen per SMS an diese Geräte geschickt werden. Zusammen mit dem Vorhaben des unternehmensübergreifenden rechnergestützten Betriebsleitsystems RBL (so kann z.B. ein wenig verspäteter Regionalbus einer Bahn die Verspätung mitteilen, damit diese nach Möglichkeit warten kann) sind hier perspektivisch neue Chancen gegeben, damit dem Fahrgast bezüglich Anschlüssen und Information eine sichere und stressfreie Fahrt mit dem ÖPNV geboten wird. Auf den Regionalbahnstrecken zwischen Radeberg und Kamenz, Heidenau und Altenberg sowie dem Sächsische-Schweiz-Ring Pirna-Neustadt/Sa.-Sebnitz-Bad Schandau hat im Dezember 2010 die Städtebahn Sachsen die DB Regio abgelöst. Das neue Unternehmen hat, nach einer Anlaufphase, in jedem Zug einen Zugbegleiter, der auch (ohne Zuschlag) Tickets verkauft. Die Verfügbarkeit von Automaten auf den betreffenden Stationen wäre somit völlig neu zu bewerten. Teilweise plant die DB, diese abzubauen, was aber in der neuen Situation kein großes Defizit darstellen würde. An zahlreichen Stationen plant der Verkehrsverbund Oberelbe außerdem weitere Park&Ride- und Bike&Ride-Anlagen. Die bisherige Nutzung wird registriert und bei Erweiterungsbedarf (wie z.B. in Dresden-Klotzsche) sind entsprechende Ausbauten geplant. Die genannten Vorhaben werden aus verschiedenen Quellen finanziert: Landesinvestitionsprogramm Sachsen (LIP), Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE), Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), Infrastrukturprogramm des Verkehrsverbundes Oberelbe, Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) zwischen Bund und DB AG. Es bestehen gute Chancen, dass die Mehrzahl der festgestellten Defizite und Probleme in den nächsten Jahren abgestellt werden können. Die Praxis zeigt aber auch die Gefahren, dass durch Mittelkürzungen oder Zweckentfremdung, vor allem durch den Freistaat Sachsen, Vorhaben zeitlich gestreckt oder gar aufgegeben werden müssen.40 Bahnhofstest 2010/11
  • 42. 4.3 Schlusswort und DankDer VCD ist angewiesen auf das Engagement seiner aktiven Mitglieder, die sich in ihrerFreizeit unbezahlt und ehrenamtlich engagieren, um ihre Stadt und ihre Regionlebenswerter zu machen. Nicht immer ist es einfach, die ehrenamtlichen Aufgaben inden Alltag einzugliedern – gerade in beruflich oder privat stressigen Zeiten. Umso mehrist die regelmäßige und kontinuierliche Beteiligung an der Vereinsarbeit zu honorieren.Denn auch wenn alles freiwillig und unbezahlt ist, so ist es auch für unsere Ortsgruppewichtig, dass einmal angefangene Projekte wie der Bahnhofstest in guter Qualität zuEnde gebracht werden, um auch einen Nutzen der Projekte zu erzielen.Deshalb soll an dieser Stelle allen Beteiligten ein großes Dankeschön ausgesprochenwerden. Ohne die Bereitschaft, Zeit und Mühe für eine „gute Sache“ zu investieren,gäbe es keine Projekte wie den Bahnhofstest.Projektbeteiligt waren: Mostafa Azim, Torsten Belter, Lutz Dressler, Andreas Heubner,Karsten Imbrock, Clemens Kahrs, Hannes Lieberoth, Torsten Meerbach, StefanSchmidt, Jakob Schwan, Rosemarie Stelzner und Kathrin Viergutz. Gemeinsam wurdenKriterien ermittelt, der Fragebogen erstellt und die Gewichtung festgelegt. Außerdemwurde in mehreren Projektsitzungen die Vorgehensweise bei der Auswertungdiskutiert.Besonderer Dank gilt den Mitarbeitern des Projektteams „Test“, die sich die Zeitgenommen haben, durch den Verbundraum zu fahren, um die einzelnen Stationeneiner Bewertung zu unterziehen: Mostafa Azim, Lutz Dressler, Andreas Heubner,Hannes Lieberoth, Jakob Schwan und Kathrin Viergutz. Bahnhofstest 2010/11 41
  • 43. 5. Anhang 5.1 Der Bewertungsbogen42 Bahnhofstest 2010/11
  • 44. Bahnhofstest 2010/11 43
  • 45. 5.2 Die Gewichtungstabelle Durch das erstellte Punktesystem wird die Gewichtung der einzelnen Kriterien verdeutlicht. Dabei gelten für die drei Stationskategorien jeweils leicht voneinander abweichende Gewichtungen. 1. 2. 3. Hauptbahnhof Bahnhof Haltepunkt Gesamtpunktzahl 242 214 132 1. Bahnhofsvorplatz und 78 60 44 Empfangsgebäudes außen Beleuchtung 4 4 4 Wegweisung zu Verkehrsmitteln 2 2 2 Wegweisung zu Straßen und öffentlichen 2 Punkten 2 2 Schadensfreiheit 4 4 4 Sauberkeit 4 4 4 Pflege der Anlagen 0 0 0 Abfallbehälter 3 1 0 Dynamische Anzeige 4 2 0 Uhr 2 1 0 Aushangfahrplan vorhanden 1 1 0 …lesbar 1 1 0 Liniennetzplan vorhanden 1 0 0 …lesbar 1 0 0 Stadtplan / Umgebungsplan vorhanden 2 1 0 …lesbar 2 2 0 Wabenplan VVO vorhanden 0 0 0 …lesbar 0 0 0 Tarifinformation VVO vorhanden 0 0 0 …lesbar 0 0 0 Nahverkehrspläne, z.B. Bus-Anschlüsse 2 1 1 …lesbar 2 2 2 Fahrkartenautomat 2 0 0 Reisezentrum, persönliche Beratung 0 0 0 Kiosk mit Fahrkartenverkauf 0 2 4 Beidseitiger Zugang 4 3 0 Zebrastreifen/ Ampelübergang 4 4 4 Verknüpfung mit Anschlussbuslinien 0 0 0 Erreichbarkeit Bushaltestelle 4 4 2 Abstimmung der Taktzeiten 4 4 2 Fahrrad-Abstellplätze 4 4 4 ...Kostenfreiheit 1 1 144 Bahnhofstest 2010/11
  • 46. 1. 2. 3. Hauptbahnhof Bahnhof HaltepunktKfz-Abstellplätze 4 4 2...Kostenfreiheit 1 1 1barrierefrei erreichbar 4 4 4Wegweiser zu Aufzügen/Rolltreppen 1 1 1Taktiles Leitsystem, Blindenschrift (wo?) 0 0 0Funksprechanlage / Notrufsystem 4 0 0Sicherheitseinrichtungen 0 0 0Durchsage vorhanden bei ZugEINfahrt 0 0 0Erreichbarkeit der Bedienungselemente 2 0 0Bedienungselemente für Blinde 2ausgestattet 0 02. Erscheinungsbild des 95 89 24Empfangsgebäudes innenBaulicher Zustand des Gebäudes innen 0 0 0Beleuchtung 4 4 1Wegweisung zu Straßen und öffentlichen 2Punkten 1 1Schadensfreiheit 4 4 1Sauberkeit 4 4 1Aufenthaltsqualität und 4Sitzgelegenheiten 4 1Sanitäre Anlagen 4 4 1Sanitäre Anlagen behindertengerecht 4 4 1Angebot an Gastronomie und Handel 4 4 0Abfallbehälter 4 4 0Aushangfahrplan vorhanden 2 2 0…lesbar 2 2 0Liniennetzplan vorhanden 2 2 0…lesbar 2 2 0Stadtplan / Umgebungsplan vorhanden 2 2 0…lesbar 2 2 0Wabenplan VVO vorhanden 2 2 0…lesbar 2 2 0Tarifinformation VVO vorhanden 2 2 0…lesbar 2 2 0Nahverkehrspläne, z.B. Bus-Anschlüsse 1 1 0Fahrkartenautomat 4 2 0Reisezentrum, persönliche Beratung 4 4 4Kiosk mit Fahrkartenverkauf 0 2 2barrierefrei erreichbar 4 4 2Wegweiser zu Aufzügen/Rolltreppen 4 4 1Taktiles Leitsystem, Blindenschrift (wo?) 4 4 1Funksprechanlage / Notrufsystem 4 4 4 Bahnhofstest 2010/11 45
  • 47. 1. 2. 3. Hauptbahnhof Bahnhof Haltepunkt Feuerlöscher 4 2 1 Durchsage vorhanden bei ZugEINfahrt 0 0 0 …verständlich 0 0 0 Erreichbarkeit der Bedienungselemente 4 4 1 Bedienungselemente für Blinde 4 ausgestattet 4 1 Gepäckwagen 4 1 0 3. Bahnsteige und Bahnsteigzugänge 69 65 64 Sitzgelegenheiten 4 4 4 Überdachung komplett 4 2 1 Bewegungsfreiheit (Bahnsteigbreite) 4 ausreichend 4 4 Windschutz / Wartehäuschen 4 4 4 Bahnhofsnamensschild 4 4 4 Zeitanzeige 4 4 4 Dynamische Fahrgastinformation 4 4 4 Abfallbehälter 3 3 3 Aushangfahrplan vorhanden 2 2 2 …lesbar 2 2 2 Liniennetzplan vorhanden 2 2 2 …lesbar 2 2 2 Stadtplan / Umgebungsplan vorhanden 0 0 0 Wabenplan VVO vorhanden 2 2 2 …lesbar 2 2 2 Tarifinformation VVO vorhanden 2 2 2 …lesbar 2 2 2 Fahrkartenautomat 4 4 4 persönliche Beratung 4 2 2 Kiosk mit Fahrkartenverkauf 0 0 0 Ansage + Anzeige bei Zugdurchfahrt 2 2 2 …verständlich 2 2 2 Aufzug/Rampe/Rolltreppe 2 2 2 …an allen relevanten Bahnsteigen 2 2 2 Rolltreppe 0 0 0 …an allen relevanten Bahnsteigen 0 0 0 …in beide Richtungen 0 0 0 Gepäckband 1 1 1 …an allen relevanten Bahnsteigen 1 1 1 Rampe (Steilheit/Breite) 4 4 446 Bahnhofstest 2010/11
  • 48. 5.3 Pressespiegel und ÖffentlichkeitsarbeitVCD: Touristische Informationen an vielen Bahnhöfen im VVO mangelhaftOhne Frage – die Wirtschaft in Dresden und Umgebung ist in ganz besonderem Maßevom Tourismus abhängig. Wer allerdings mit der Bahn ins Dresdner Umland anreist,sollte sich selber gut vorbereiten und kann nicht auf touristische Hinweise vertrauen, soLutz Dressler vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Elbe-Saale.Der ökologisch orientierte Verkehrsclub hatte die Kundenfreundlichkeit der Bahnhöfeim Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) innerhalb der letzten fünf Monate untersuchtund beabsichtigt, die Auswertung noch in diesem Monat zu präsentieren. Bei derUntersuchung hat er festgestellt, dass sich an gerade einmal einem guten Viertel der127 Bahnhöfe und Haltepunkte im Gebiet des VVO Stadt- oder Umgebungsplänebefinden. Wegweiser zu Straßen oder öffentlichen Punkten sind ebenfalls nur an jedemvierten Bahnhof vorhanden."Insbesondere Gäste, die umweltfreundlich mit der Bahn unterwegs sind, sollten docheinen hervorragenden Service mit touristischen Informationen bekommen", so VCD-Sprecher Lutz Dressler. "Negativ aufgefallen ist uns auch, dass bei zwei Fünftel allerkleineren Stationen keine Tarifinformationen aushängen. Woher soll denn ein Urlauberwissen, welches die passende Fahrkarte im Verkehrsverbund ist?"Dressler begrüßt es allerdings ausdrücklich, dass der Dresdner Hauptbahnhof ab soforteine eigene Touristeninformation besitzt: "Zwar verfügt die Dresden Tourismus GmbHmit Bahnhof und Kulturpalast nur über zwei Standorte, dafür sind die dann aberoptimal platziert – zentral und stark frequentiert. Ein idealer dritter Standort wäre nachMeinung des VCD der Neustädter Bahnhof."Für den Tourismus von entscheidender Bedeutung sind neben den Sehenswürdigkeitender Region natürlich auch eine gute Fernzuganbindung und ein attraktivesNahverkehrsangebot. Deshalb hat der VCD auch die Landtagsabgeordneten dringlichaufgefordert, den geplanten massiven Kürzungen für den öffentlichen Nahverkehr imsächsischen Landeshaushalt nicht zuzustimmen.Dresden, am 6. Dezember 2010Quelle: www.vcd.org/elbe-saale/archiv/presse-2010-12-06.php Bahnhofstest 2010/11 47
  • 49. Lutz Dressler, Pressesprecher des VCD Landesverbandes Elbe-Saale, stellt den Bahnhofstest vor. Präsentation der vorläufigen Ergebnisse in Kooperation mit der Verbraucherzentrale Sachsen Am 1. Dezember 2010 luden der VCD und die Verbraucherzentrale Sachsen zu einer gemeinsamen Podiumsdiskussion in den Roten Salon im Umweltzentrum Dresden, Schützengasse 18. Dabei stellte Lutz Dressler, Pressesprecher des VCD, die vorläufigen Ergebnisse des Bahnhofstestes vor und die Verbraucherzentrale, vertreten durch Herrn Fischer, präsentierte die durchgeführte Evaluation von Fahrradabstellanlagen und Fahrscheinautomaten an Bahnstationen in Sachsen. Eingeladen waren Interessierte aus Verbünden und Verkehrsunternehmen, Verkehrsreferenten der Parteien, sowie Bürgermeister und Stadtplaner. In der auf die Vorträge folgenden Diskussion tauschten sich Referenten und Gäste über verkehrsrelevante Themen aus und knüpften strukturübergreifende Kontakte.48 Bahnhofstest 2010/11
  • 50. 5.4 Ansprechpartner und TreffpunkteWir hoffen, dass Sie aus unserer Studie einige Erkenntnisse gewonnen haben. ÜberFeedback zum Bahnhofstest freuen wir uns sehr. Wenn Sie weitere Informationenwünschen, steht Ihnen der Leiter der Ortsgruppe Dresden, Karsten Imbrock, unter derTelefonnummer 0351-4218528 oder per Mail an dresden@vcd.org gerne Rede undAntwort.Die Ortsgruppe Dresden trifft sich jeweils am zweiten Mittwoch des Monats imUmweltzentrum, Schützengasse 18, 01067 Dresden. Wenn Sie sich für effizienteMobilität interessieren und Dresden noch lebenswerter machen möchten, sind Sieherzlich eingeladen, an unseren Treffen teilzunehmen. Auch Nicht-VCD-Mitglieder sindwillkommen. Bahnhofstest 2010/11 49
  • 51. HerausgeberVCD Landesverband Elbe Saale e.V., Ortsgruppe DresdenSchützengasse 18, 01067 DresdenTelefon: 0351-4218528, Mail: dresden@vcd.orgwww.vcd.org/dresdenRedaktionRedaktion: Kathrin Viergutz, Lutz DresslerGestaltung und Satz: Kathrin ViergutzRedaktionsschluss: 17.08.2011V.i.S.d.P.: Karsten ImbrockDer Bahnhofstest wurde erstellt unter der weiteren Mitarbeit von Mostafa Azim,Torsten Belter, Andreas Heubner, Clemens Kahrs, Hannes Lieberoth,Torsten Meerbach, Stefan Schmidt, Jakob Schwan, Rosemarie Stelzner.Verwendung von Auszügen aus der Publikation unter Angabe der Quelle gestattet.