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von Bieler: Versicherungsschutz für Museen Document Transcript

  • 1. H VersicherungsrechtH1 Versicherungsrecht der VeranstalterVersicherungsschutz für MuseenDr. Bernd von BielerVolkswirt, Versicherungsmakler,Geschäftsführer der BvB Versicherungsmakler und Beratung GmbH, LeipzigInhalt Seite1. Risiko und Risikobewältigung im Museum? 21.1 Wie lässt sich die Vielzahl möglicher Risiken gedanklich ordnen? 21.2 Welche Präventions- und Bewältigungsstrategien sind dem Museum gegeben? 31.3 Welche Versicherungen werden konkret benötigt? 42. Kurzdarstellung der nicht kunstspezifischen Versicherungen 62.1 Gebäude-Versicherung 62.2 Inhalts-Versicherung (ohne Kunst) 72.3 Elektronik-Versicherung 82.4 Fotoapparate-Versicherung 92.5 Betriebshaftpflicht-Versicherung 103. Darstellung der Kunstversicherung 133.1 Gegenstand der Versicherung 133.2 Versicherte Sachen 143.3 Versicherte Gefahren und Schäden 153.4 Versicherungswert und Höchstversicherungssummen 163.5 Obliegenheiten 17 H3.6 Verhalten im Schadensfall 18 1.34. Zusammenfassung 20 S. 1 Checkliste zum Versicherungsschutz 5 Checkliste zur Versicherung der Kunst 19 20 Kultur & Recht Juli 2003
  • 2. H Versicherungsrecht H1 Versicherungsrecht der Veranstalter 1. Risiko und Risikobewältigung im Museum? Grundsätzlich gilt für Museen wie für alle sonstigen Unternehmen und Institutio- nen, dass mit dem eigenen Tun und Handeln sowohl Chancen als auch Risiken und damit die Wahrscheinlichkeit negativer finanzieller Konsequenzen verbunden sein können. Verantwortungsbewusstes Handeln erfordert ein Risiko-Management, welches neben der Analyse der konkreten Risiken auch die der gegebenen Präventions- und der Bewältigungsmöglichkeiten umfasst, bevor über die konkrete Gestaltung des Versicherungsprogrammes entschieden wird. 1.1 Wie lässt sich die Vielzahl möglicher Risiken gedanklich ordnen? Unterscheidung des Risikoeintritts nach Eigenschäden und Drittschäden Eigenschäden zeigen sich in der Regel als Sachschäden wie z.B. Gebäudeschäden durch Sturm oder Brand, Schäden an Kunstgegenständen, aber auch als Sachfol- geschäden wie die Betriebsunterbrechung nach einem Großbrand oder auch als reine Vermögensschäden wie z.B. die Verzögerung eines Neubauvorhabens auf- grund technischer Probleme oder nach Insolvenz eines Bauunternehmers. Von Drittschäden spricht man im Zusammenhang mit Haftpflichtrisiken. Durch den Betrieb des Museums, insbesondere als Folge der Handlungen (oder auch Unterlassungen) von im Museum tätigen Personen können außen stehende Dritte geschädigt werden. Man denke an die Verletzung von Verkehrssicherungspflich-H ten, wodurch Personen zu Schaden kommen. Regressansprüche der Sozialversi-1.3 cherungsträger und Schmerzensgeldforderungen der verletzten Person sind dieS. 2 Folge und können, wenn unversichert, zu unerwartetem Liquiditätsabfluss führen. Nicht minder dramatisch kann es ein, wenn bei der Verpackung von Leihgaben die im Kunsttransport übliche Objektsicherung wie z.B. das Verkleben von Glas- scheiben bei gerahmten Gemälden nicht fachgerecht erfolgt. Der Leihgeber wird Schadenersatzansprüche wegen notwendiger Restaurierung des durch den Glas- bruch entstandenen Schaden an Malschicht und Bildträger stellen. Sollte aus einer bestehenden Transportversicherung des Leihgebers vorgeleistet worden sein, sind ebenfalls Regressansprüche vorstellbar. 20 Kultur & Recht Juli 2003
  • 3. H VersicherungsrechtH1 Versicherungsrecht der VeranstalterUnterscheidung nach leichten, mittleren und schwerenRisikenHier sind die denkbaren Risiken danach zu ordnen, wie nachhaltig diese dasBetriebsergebnis als den Maßstab geschäftlichen Erfolgs negativ beeinflussenkönnen.Leichte Risiken haben nur relativ geringe Auswirkungen auf das Betriebsergebnis. Glasschäden (Vorsicht: Ausnahmen), Graffitischäden, Abhandenkommen von fremden Schlüsseln, Verkehrsrechtsschutz.Mittlere Risiken können das betriebliche Jahresergebnis bereits spürbar beein-flussen. Leitungswasserschäden, Einbruchdiebstahlschäden, Haftpflichtansprüche wegen Sachschäden an Nachbargebäuden durch Feuer, Vandalismusschä-den in Ausstellungen.Schwere Risiken können die Existenz des Betriebes bedrohen. Feuerschäden mit Betriebsunterbrechung, Haftpflicht wegen Personen- schäden, Flugzeugabsturz bei Rückführung von Leihgaben.Die aufgeführten Beispiele sind nicht allgemeingültig, die Zuordnung ist letztlichvon der konkreten Entscheidungssituation im Museum oder in der Sammlungabhängig. Immerhin ist auf diese Weise eine gewisse Prioritätenliste zur Handha-bung von Risiken zu erstellen. H1.2 Welche Präventions- und Bewältigungsstrategien sind 1.3 dem Museum gegeben? S. 3In einem ersten Schritt geht es sicherlich darum, den Eintritt von Schäden durchgeeignete Maßnahmen zu verhindern bzw. wenn dies nicht möglich, so doch diefinanziellen Auswirkungen zu minimieren. Technische Maßnahmen wie z.B. - die Investition in Brandschutz (Rauch- und Brandmelder, CO2-Anlagen, Sprinkleranlagen) - in Einbruchdiebstahlsicherungen (mechanische Sicherungen, Einbruch- meldeanlagen der Klassen A, B oder C), - in Transportsicherheit (Anfertigung spezieller Transportverpackungen, Kauf von Sonderfahrzeugen), - in konservatorische Unterstützung (Klimatechnik, Lichttechnik); 20 Kultur & Recht Juli 2003
  • 4. H Versicherungsrecht H1 Versicherungsrecht der Veranstalter Organisatorische Maßnahmen wie z.B. - Personalauswahl und Ausbildung unter dem Bewachungsaspekt; - Festlegung von Wartungsintervallen für die elektrischen Licht- und Kraft- anlagen, - Entwicklung eines Organisationshandbuchs für die konservatorische Be- gleitung/Durchführung von Ausstellungen und Transporten und - die Auswahl von Restauratoren und Kunstspeditionen ebenso - wie die Auswahl von Versicherungsgesellschaften; Rechtliche Maßnahmen zur Verlagerung von Gefahrtragung und Haftung auf Dritte, z.B. durch - entsprechende Formulierung in Leihverträgen, - Vergabe von Restaurierungsaufträgen an externe, umfassend versicherte Restauratoren. Die Entscheidung über die Umsetzung insbesondere technischer und organisato- rischer Maßnahmen dient im Museum zuvörderst der Prävention bzw. dem Schutz der Sammlung. Trotz aller denkbaren und im Zeitverlauf verbesserten technischen Möglichkeiten wird der Eintritt von Schäden nicht vollständig auszuschließen sein, sodass im nächsten Schritt zu entscheiden ist, unter welchen Umständen bzw. in welchen Grenzen verbliebene Schadenspotenziale selbst zu tragen oder alternativ auf externe Risikoträger, nämlich Versicherungsgesellschaften zu verlagern sind. Schwere Risiken müssen um jeden Preis versichert werden, da sie die Existenz bedrohen.H Mittlere Risiken sollten versichert werden, jedoch wird man versuchen, über die1.3 Gestaltung von Ausschlüssen und Selbstbehaltsregelungen Einfluss auf die Prä- mienhöhe zu nehmen.S. 4 Leichte Risiken sollten tendenziell eher selbst getragen werden, da Versicherer erfahrungsgemäß das Kleinschadenpotenzial auf jeden Fall über die Prämienhöhe auffangen. 1.3 Welche Versicherungen werden konkret benötigt? Die Frage, ob und wenn ja, welcher Versicherungsschutz benötigt wird, hängt in erster Linie davon ab, ob ein Museum ein privatwirtschaftlich geführtes Unter- nehmen ist oder ob es sich im Eigentum einer Kommune, eines Bundeslandes oder sogar der Bundesrepublik Deutschland befindet. Museen oder Sammlungen in Landes- oder Bundesbesitz wie z.B. die zahlreichen Universitäts-Sammlungen werden für ihren eigenen Bestand regelmäßig nicht 20 Kultur & Recht Juli 2003