Your SlideShare is downloading. ×
Isabel Pfeiffer-Poensgen, Cosima Vossenkuhl: Sechzehn Länder – eine Kulturnation
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Thanks for flagging this SlideShare!

Oops! An error has occurred.

×

Introducing the official SlideShare app

Stunning, full-screen experience for iPhone and Android

Text the download link to your phone

Standard text messaging rates apply

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Cosima Vossenkuhl: Sechzehn Länder – eine Kulturnation

465
views

Published on


0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
465
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
0
Actions
Shares
0
Downloads
2
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

Report content
Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
No notes for slide

Transcript

  • 1. Finanzierung und Förderung F 2.2 Öffentliche KulturförderungSechzehn Länder – eine KulturnationÜber die Kulturstiftung der Länder und dieAufgabe, Kunst und Kultur nationalen Rangeszu bewahren und zu fördern I. Pfeiffer-Poensgen, C. VossenkuhlDas Kulturerbe eines Landes ist Teil seiner Identität. Die Kulturstiftung der Länder fördert undbewahrt national bedeutende Kulturgüter als gemeinnützige Stiftung. Dieser Artikel stellt die Stif-tung und ihren Tätigkeitsbereich vor. Er kann zugleich als Aufforderung und Anregung für andereInstitutionen und private Förderer verstanden werden, sich auf diesem Arbeitsgebiet selbst zu en-gagieren.Gliederung Seite1. Die Entstehungsgeschichte 22. Die Organisationsstruktur 22.1 Der Stiftungsrat 32.2 Der Vorstand 32.3 Das Kuratorium 43. Die Aufgaben der Kulturstiftung der Länder 53.1 Ankäufe für Museen, Archive und Bibliotheken 63.2 Rückführung kriegsbedingt verlagerten Kulturguts 73.2.1 Beutekunst 73.2.2 Rückgewinnung aus dem Ausland 83.3 Restitution 93.4 Erhaltung mobiler Werte in zu restaurierenden Denkmälern 104. Der Freundeskreis 115. Sonderprojekte 125.1 Kinder zum Olymp! 125.2 ars pro toto, das Magazin der Kulturstiftung der Länder 135.3 Das Deutsche Informationszentrum Kulturförderung (DIZK) 145.4 Das nationale Restaurierungsprogramm 156. Ausblick 15 1
  • 2. F 2.2 Finanzierung und FörderungÖffentliche Kulturförderung 1. Die Entstehungsgeschichte Bereits in der Regierungserklärung Willy Brandts 1973 tauchte die Idee einer „Deutschen Nationalstiftung“ auf und auch Bundeskanzler Helmut Schmidt bekräftigte dieses Vorhaben drei Jahre später. Die konkrete Umsetzung ließ jedoch auf sich warten. Im Jahr 1978 rettete der Bankier Hermann Josef Abs (1901-1994) zahlreiche bedeutende Kunstwerke aus der Sammlung des jüdischen Kaufmanns Baron von Hirsch vor der Versteigerung in alle Welt. Ohne sein persönliches Engagement wären diese Werke irreversibel auf dem internationalen Kunstmarkt verstreut worden. Diese Erkenntnis ver- deutlichte die dringende Notwendigkeit zur Schaffung einer unbüro- kratisch handelnden Länder übergreifenden Einrichtung für die natio- nale Kultur Deutschlands.Gründung der 1984 beschlossen die Bundesländer schließlich die Errichtung derKulturstiftung Kulturstiftung der Länder. Auf den Entschluss folgte 1987 die Grün-der Länder 1988 dung. Am 1. April 1988 nahm die Kulturstiftung der Länder in Berlin ihre Arbeit auf. Nach der Wende, im Oktober 1991, traten auch die neuen Bundeslän- der bei.Beteiligung des Bundes Der Bund war seit deren Entstehung an der Kulturstiftung der Länder beteiligt und ermöglichte im Rahmen des Mitwirkungsabkommens von 1987 bis 2005 die Unterstützung von rund 30 Kultureinrichtungen und -verbänden. Diese institutionelle Förderung kam unter anderem dem Deutschen Musikrat e. V., dem Deutschen Museumsbund e. V., dem Deutschen Literaturfonds e. V., dem Internationalen Theatertref- fen und zahlreichen anderen, auch kleineren Organisationen, zugute. Die Beteiligung des Bundes endete zum 31.12.2005. 2. Die Organisationsstruktur Die Kulturstiftung der Länder ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke. Ihre Organe sind: • der Stiftungsrat • der Vorstand • das Kuratorium2
  • 3. Finanzierung und Förderung F 2.2 Öffentliche Kulturförderung2.1 Der StiftungsratDie Mitglieder des Stiftungsrats werden von den jeweiligen Landesre- Zusammensetzunggierungen bestellt. Den Vorsitz hat der Ministerpräsident des Landes,das den Vorsitz in der Ministerpräsidentenkonferenz führt.Der Stiftungsrat hat Entscheidungskompetenz bei allen Fragen, die Aufgabenzum Aufgabenbereich der Kulturstiftung der Länder gehören. Auchpersonelle Entscheidungen im Hinblick auf die anderen Organe wer-den vom Stiftungsrat getroffen. Er bestellt den Vorstand der Kulturstif-tung (siehe Kap. 2.2) und beruft die Mitglieder des Kuratoriums(siehe Kap. 2.3). Bei seiner Arbeit wird der Stiftungsrat von einerStiftungsinternen Arbeitsgruppe auf Ministerialebene unterstützt.2.2 Der VorstandDer Vorstand der Kulturstiftung der Länder besteht aus zwei Mitglie- Vorstandsmitgliederdern:• der Generalsekretär• ein StellvertreterDer Generalsekretär hat satzungsgemäß die Aufgabe, die laufenden AufgabenGeschäfte zu führen und zugleich die Beschlüsse des Stiftungsratsvorzubereiten und auszuführen.In der Praxis bedeutet dies zu einem großen Teil, Kontakte zu pflegenund zwischen anderen Beteiligten eines Vorhabens zu vermitteln. Trittbeispielsweise ein Museum mit einem Förderungswunsch an den Vor-stand heran, so wird das Vorhaben gemeinsam mit den Dezernentender Kulturstiftung der Länder besonders unter folgenden Gesichts-punkten geprüft:• die künstlerische Bedeutung und die Qualität des Kunstwerks,• die nachgewiesene Provenienz,• der Sammlungszusammenhang in der antragstellenden Einrichtung,• die Angemessenheit des geforderten Preises (anhand von mindes- tens zwei unabhängigen Sachverständigen-Gutachten),• die Gesamtfinanzierung. 3
  • 4. F 2.2 Finanzierung und FörderungÖffentliche Kulturförderung Zwischen dem Antragenden, häufig Museen, aber auch Bibliotheken und Archive, und dem Eigentümer des Kunstwerks bietet die Kultur- stiftung der Länder ihre Vermittlung an, da vor allem kleinere Häuser wenig Erfahrung mit der Abwicklung eines Ankaufs haben und aus diesem Grund auf die Kenntnisse der Kulturstiftung zurückgreifen. In der Regel vergehen bei einem Förderprojekt ein bis zwei Jahre von der ersten Anfrage bis zur Übergabe des Werks. In dieser Zeit müssen zahlreiche Gespräche, Verhandlungen und Treffen durchgeführt wer- den. Vom ersten Kontakt, über die Vorlage beim Stiftungsrat, bis zur öffentlichen Präsentation des gelungenen Erwerbs ist der Vorstand aktiv involviert. Zusätzlich ist die Kulturstiftung bei zahlreichen Gesprächsrunden und Projekten initiativ und beratend tätig. Der Vorstand nimmt daran nach Möglichkeit teil. (Zu den Aufgaben der Kulturstiftung der Länder siehe Kap. 3). Bei der Erfüllung seiner Aufgaben wird der Vorstand in seiner Berliner Geschäftsstelle von insgesamt sieben Mitarbeitern unterstützt, darun- ter zwei Dezernenten, die auch eigenverantwortlich Projekte leiten, und Mitarbeiter im Bereich Verwaltung, Sachbearbeitung und Sekreta- riat. 2.3 Das KuratoriumZusammensetzung Ein weiteres Organ der Kulturstiftung der Länder ist das Kuratorium. Es besteht aus jeweils bis zu 15 Förderern und Sachverständigen aus Wirtschaft und Kultureinrichtungen. Die Mitglieder des Kuratoriums sind ehrenamtlich tätig. Sie werden vom Stiftungsrat auf fünf Jahre berufen, wobei eine Wiederberufung zulässig ist.Aufgaben Das Kuratorium berät den Stiftungsrat als Fachgremium bei der Erfül- lung seiner Aufgaben, insbesondere bei der Festlegung von Schwer- punkten in seiner Fördertätigkeit. Es bewertet die gestellten Anfragen und spricht Empfehlungen aus. Bei der Beurteilung wie auch bei der Finanzierung von Erwerbungen spielt die Einschätzung des Kuratoriums eine wichtige Rolle. Für weitere Informationen siehe www.kulturstiftung.de. Auf unserer Homepage können sie unter anderem die Satzung der Kulturstiftung der Länder lesen und die aktuellen Mitgliederlisten der einzelnen Or- gane einsehen.4