Grasedieck, Engelke: Die UK-Limited für Kulturschaffende
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Grasedieck, Engelke: Die UK-Limited für Kulturschaffende Grasedieck, Engelke: Die UK-Limited für Kulturschaffende Document Transcript

  • C Betriebsformen-Gesellschaften, Vereine, StiftungenC2 Gesellschaften, Vereine, StiftungenDie UK-Limited für KulturschaffendeAlternative zur deutschen GmbH?André GrasedieckRechtsanwalt & Steuerberater, BDO Deutsche Warentreuhand AG Wirtschafts-prüfungsgesellschaft, HamburgRainer EngelkeRechtsanwalt & Steuerberater, BDO Deutsche Warentreuhand AG Wirtschafts- Cprüfungsgesellschaft, Hamburg 2.8 S. 1Inhalt Seite1. Einführung 31.1 Rechtsformwahl 31.2 Rechtsprechung des EuGH 41.3 Die UK-Limited im Mittelpunkt der Diskussion 42. Anwendbare Rechtsordnung 42.1 Gesellschaftsrecht 42.2 Sonstiges Recht 53. Rechtsgrundlagen der Limited 54. Gründung einer Limited 64.1 Der Ablauf in Kürze 64.2 Die Satzung der Limited 74.3 Registered Office 84.4 Anmeldung einer deutschen Zweigniederlassung 95. Organe der Limited 105.1 Die Direktoren 105.2 Die Gesellschafterversammlung 135.3 Company Secretary 156. Kapital 156.1 Kapitalaufbringung 156.2 Kapitalerhaltung 177. Haftung 187.1 Gesellschafter 197.2 Direktoren 198. Rechnungslegung, Publizität & Besteuerung 208.1 Rechnungslegung nach UK-GAAP 208.2 Publizität 218.3 Besteuerung 21 30 Kultur & Recht September 2005
  • C Betriebsformen-Gesellschaften, Vereine, Stiftungen C2 Gesellschaften, Vereine, Stiftungen 9. Gerichtsstand 22 10. Mitbestimmung 23 11. Fazit 23 12. Checkliste 24 Ablauf einer Anteilsübertragung 18 Wesentliche Gesichtpunkte für die Gründung einer Limited 24C2.8S. 2 30 Kultur & Recht September 2005
  • C Betriebsformen-Gesellschaften, Vereine, StiftungenC2 Gesellschaften, Vereine, Stiftungen1. EinführungFür Kulturschaffende und Künstler stellt sich stets die Frage nach der geeignetenRechtsform, in der man seiner kulturellen und künstlerischen und ggf. wirtschaft-lichen Betätigung nachgehen kann. Zur Auswahl steht hier die Betätigung alsEinzelunternehmer, der Zusammenschluss mit Dritten in der Rechtsform einerPersonengesellschaft und die Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, z. B. derGmbH.1.1 Rechtsformwahl CAuswahlkriterien für die geeignete Rechtsform sind u. a. Haftungsfragen, aber 2.8auch gesellschaftsrechtliche Aspekte wie z. B. Flexibilität bei der Gestaltung der S. 3Gesellschaftsverträge. Daneben sind aber auch steuerrechtliche Aspekte vonhoher Relevanz.Für die Kapitalgesellschaft spricht ihre haftungsrechtliche Abschirmwirkung, diedazu führt, dass die Gesellschafter im Grundsatz von einer persönlichen Haftungbefreit sind. Bei reinen Personengesellschaften oder einem einzelunternehmerischtätigen Kulturschaffenden besteht diese Möglichkeit der Haftungsbeschränkungdagegen nicht. Hier besteht die Gefahr, dass sich im Falle eines wirtschaftlichenMisserfolges die Haftung unmittelbar auf das Vermögen des einzelnen Kultur-schaffenden erstreckt.Als beliebteste Kapitalgesellschaft für wirtschaftlich Tätige auch im kulturellenBereich hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland die GmbH etab-liert. Ausländische Rechtsformen kamen in der Vergangenheit nicht in Betracht,da für deren Anerkennung im deutschen Rechts- und Wirtschaftleben stets nebendem offiziellen in der Satzung angegebenen Sitz auch der tatsächliche Sitz derGeschäftsleitung (Verwaltungssitz) im Ausland liegen musste. WirtschaftlicheTätigkeit in Deutschland konnte man dann nur über eine Zweigniederlassungausüben. Im Falle des tatsächlichen Verwaltungssitzes der Gesellschaft nur inDeutschland hatte die deutsche Rechtsprechung unter Verweis auf die sog. „Sitz-theorie“ einer solchen Kapitalgesellschaft die rechtliche Anerkennung verweigert,da die Vorschriften für die Errichtung einer deutschen Kapitalgesellschaft nichterfüllt waren. Angesichts hoher rechtlicher und faktischer Hürden schieden damitin der Vergangenheit ausländische Kapitalgesellschaften für Kulturschaffendeaus, wenn die haftungsrechtliche Abschirmwirkung der Kapitalgesellschaft be-wusst genutzt werden sollte. 30 Kultur & Recht September 2005
  • C Betriebsformen-Gesellschaften, Vereine, Stiftungen C2 Gesellschaften, Vereine, Stiftungen 1.2 Rechtsprechung des EuGH Jüngere Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes1 (EuGH) hat nunmehr jedoch den Weg für ausländische Kapitalgesellschaften zur Nutzung in Deutsch- land geebnet. Der EuGH entschied, dass es mit der europäischen Niederlassungs- freiheit unvereinbar sei, eine im Ausland errichtete Kapitalgesellschaft, deren effektiver Verwaltungssitz in Deutschland liegt, nicht anzuerkennen. Als Folge dieser Rechtsprechung wurde bereits das nahe Ende der GmbH prognostiziert, da ausländische Kapitalgesellschaften wie die britische Limited oder die holländi- sche BV schneller und vor allem ohne Mindestkapitalausstattung errichtet werden und sich damit gegenüber der deutschen GmbH als vorteilhafter erweisen könn-C ten.2.8S. 4 1.3 Die UK-Limited im Mittelpunkt der Diskussion Die derzeit anhaltende Diskussion um die Nutzung ausländischer Kapitalgesell- schaft anstelle einer deutschen GmbH konzentriert sich dabei insbesondere auf die Errichtung einer britischen Limited. Angesichts der relativ geringen Sprach- barriere und der räumlichen Nähe wird insbesondere diese Rechtsform derzeit von einer Vielzahl von gewerblichen Anbietern und Online-Gründungsagenturen2 als Alternative zur GmbH angepriesen und deren angebliche Vorteile deutschen Unternehmern und damit auch wirtschaftlich tätigen Kulturschaffenden schmack- haft gemacht. Nachfolgender Beitrag nimmt diese Diskussion auf und will die Voraussetzungen für die Errichtung einer solchen in Deutschland tätigen UK-Limited darstellen und dabei Vor- bzw. Nachteile im Vergleich zur deutschen GmbH skizzieren. 2. Anwendbare Rechtsordnung Zunächst stellt sich die Frage, welches Recht auf die einzelnen rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit einer Limited Anwendung findet. 2.1 Gesellschaftsrecht Auf eine UK-Limited findet ausschließlich britisches Gesellschaftsrecht An- wendung, auch wenn diese ihren tatsächlichen Verwaltungssitz in Deutschland hat. Die deutsche Rechtsordnung kann dieser Kapitalgesellschaft damit z. B. nicht mehr die Rechtsfähigkeit absprechen, weil etwa die Gründungsvorschriften für deutsche Kapitalgesellschaften (nach GmbH-Gesetz) nicht eingehalten seien. 30 Kultur & Recht September 2005