Was tun wir in Frankfurt?
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Die Katalanische Kultur Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2007

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Was tun wir in Frankfurt? Was tun wir in Frankfurt? Document Transcript

  • Was tun wir 1in Frankfurt?Die Katalanische KulturEhrengast der FrankfurterBuchmesse 2007Josep Bargalló
  • Vorwort 2Einleitung 4Frankfurter Buchmesse: die Messe 8Die Katalanische Kultur als Ehrengast 14Eine einzigartige und universelle Kultur 44Die Beziehung zwischen der katalanischen Kultur und Deutschland 66„Frankfurt 2007“ und die Internationale Verbreitung der Katalanischen Kultur 78Die Organisation des Ehrengastauftritts 84
  • 1
  • VorwortDer Auftritt des Ehrengastes der Frankfurter Buchmesse ge-nießt weltweite Beachtung. Diese Feststellung, die mein Vor-gänger Peter Weidhaas in seinen Erinnerungen getroffen hat,mag überheblich klingen und ist es doch in keiner Weise. Sieentspricht schlicht den Erfahrungen aus mehr als zwei Jahr-zehnten Ehrengast-Präsentation. Was in Frankfurt gezeigt unddiskutiert wird, wirkt weit über das Rhein-Main-Gebiet undDeutschland hinaus und erreicht die Öffentlichkeit genauso wieein internationales Fachpublikum.Der Auftritt eines Ehrengastes gehört zu den Traditionen derFrankfurter Buchmesse. Aber nicht zu ihren Routinen. In derWelt des 21. Jahrhunderts nimmt seine Bedeutung sogar nochzu. Denn in unserer schnelllebigen, auf Oberflächlichkeiten ge-richteten Zeit, fordert er dazu heraus, den flüchtigen Blick ge-gen die intensive Betrachtung einzutauschen. Und gerade imZeitalter der Globalisierung wächst die Notwendigkeit, kultu-relle Identität erfahrbar zu machen. Sie ist das Fundament,ohne das Annäherung, Verständigung und Austausch auf Dau-er nicht möglich sein werden. Sprache, Literatur, Buchkultursind Ausdruck dieser Identität und wurzeln in ihr.Mit der Katalanischen Kultur präsentiert sich ein Stück europä-ische Kulturgeschichte, die es immer verstanden hat, nicht inder Rückschau zu verharren, sondern sich auch unter schwie-rigen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln. Modernität,Dynamik, Vitalität sind ihre Kennzeichen. Seit Wochen blitzt sie
  • 3in einzelnen Facetten in Deutschland auf. Auf der FrankfurterBuchmesse und um sie herum wird sie nun in ihrer Gesamtheiterlebbar werden, in ihrer Literatur, in Architektur und Kunst,Theater und Musik.Was in Frankfurt gezeigt wird, wirkt auch in den eigenen Kul-turraum hinein. Dem Auftritt gehen in der Regel lange Diskus-sionen voraus. Teilweise werden hitzige öffentliche Debattengeführt. Am Ende dient dies nur einem Zweck: Der intensi-ven Auseinandersetzung mit dem Gewohnten und Alltäglichen,dem Selbstverständlichen. So verbindet der Ehrengast-Auftrittdie Innenschau mit der Möglichkeit, gleichsam parallel denBlick von außen auf die eigene Kultur zu richten. Diese zweiteSicht führt zu neuer Selbstgewissheit; sie kann aber auch Din-ge in Bewegung setzen, die möglicherweise in den Hintergrundgetreten waren. Die gemeinsame, übergreifende Präsentationaller katalanischsprachige Länder in Frankfurt ist ein Beispielhierfür und Vorbild für Kooperationen über geografische Gren-zen hinweg.Die Idee, einen Ehrengast einzuladen, hat inzwischen bei Buch-messen rund um den Globus Nachahmer gefunden. Nirgendwoaber ist die Bühne für den Ehrengast größer als in Frankfurt,nirgendwo kann ein ähnlich internationales Fachpublikum er-reicht werden. Die Katalanische Kultur, Ehrengast 2007 derFrankfurter Buchmesse, hat es hervorragend verstanden, einProgramm zu konzipieren, das die Neugier des Publikumsweckt, überrascht und Staunen machen wird. Und uns, dieFrankfurter Buchmesse, darin bestärkt, einen Ehrengast ein-geladen zu haben, dem wir gerne eine Plattform bieten. Wirfreuen uns, dass die Katalanische Kultur die Frankfurter Buch-messe 2007 bereichert, und sind überzeugt, dass ihr Auftrittnoch lange nachwirken wird.Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse
  • EinleitungÜber die Präsenz der katalanischen Kultur als Ehrengast beider diesjährigen Frankfurter Buchmesse 2007 ist vor allem inden katalanischen, aber auch in den spanischen und deutschenMedien bereits viel geschrieben und gesprochen worden. Dabeiwurden – mit mehr oder weniger umfassender Sachkenntnis –verschiedene Meinungen vertreten. Die in diesem Zusammen-hang unterbreiteten Vorschläge waren zum Teil undurchführbaroder dem Rahmen einer Fachmesse, wie der in Frankfurt, nichtangemessen. Viel geredet wurde aus verschiedenen Gründen,vor allem aber – und zwar unabhängig von den bevorzugten Op-tionen oder vertretenen Meinungen –, weil die Situation einenechten Ausnahmefall darstellt.Einen Ausnahmefall für die katalanische Kultur, für die die Ein-ladung eine hervorragende und außergewöhnliche Gelegenheitbietet, sich auf internationaler Bühne darzustellen; einen Aus-nahmefall aber auch für die Messe selbst, da es bisher nichtüblich gewesen ist, einen Ehrengast mit den Merkmalen unse-rer Kultur einzuladen.
  • 5Die Einladung ist, seit darüber diskutiert wird, oft mit der Einla-dung Kataloniens als Gastland zur Buchmesse in Guadalajara(Mexiko) im Jahr 2005 und dem Resultat des dortigen Auftrittsverglichen worden, tatsächlich handelt es sich trotz der ähnli-chen Bezeichnungen der Veranstaltungen jedoch um zwei völligunterschiedliche Fälle, und weder die Art der Messe noch dasProgramm sind wirklich vergleichbar. Die Frankfurter Buch-messe hat mit der von Guadalajara nicht viel gemeinsam.Das Projekt für den Ehrengastauftritt der katalanischen Kul-tur bei der Frankfurter Buchmesse – das Projekt „Frankfurt2007“ – umfasst ein sowohl zeitlich als auch räumlich dichtesund umfangreiches Programm, dessen Veranstaltungen dasganze Jahr über in ganz Deutschland (und über seine Gren-zen hinaus) stattfinden. Es handelt sich um ein multidiszipli-näres und heterogenes, vielfältiges und plurales Programm,das alle Bereiche des Denkens und künstlerischen Schaffensumfasst. Dieses Programm ist das Resultat der Konkretisie-rung von Zielen, die nach Kontextualisierung und Erläuterungverlangen, und zwar nach der Kontextualisierung und Erläute-rung eines entschiedenen Einsatzes für die internationale Be-kanntmachung und Identifizierung der katalanischen Kultur,für ihre Verbreitung nach außen – die Darstellung ihrer Einzig-artigkeit in der Universalität, ihrer Pluralität und ihrer Vielfalt.Und es ist das Resultat eines Engagements – im Kontext derbedeutenden Buchmesse – für die katalanische Verlagsindus-trie, ihre Potenziale und ihre Positionierung sowohl auf demspanischen als auch auf dem iberoamerikanischen und deminternationalen Markt insgesamt; für eine leistungsfähige, involler Expansion begriffene Industrie.Die Gelegenheit, die sich bietet, hat in Katalonien (und den an-deren katalanischsprachigen Gebieten) eine große Erwartungerzeugt, die sogar eine Ad-hoc-Veröffentlichung auf halbemWege zwischen historischer Betrachtung und praktischem
  • Leitfaden veranlasst hat, nämlich den Mitte April anlässlichdes für das katalanische Verlagswesen so bedeutenden St.-Ge-orgs-Tags erschienenen Guia de la Fira de Frankfurt per a cata-lans no del tot informats (Führer der Frankfurter Buchmesse fürnicht vollständig informierte Katalanen) des Journalisten undSchriftstellers Sergio Vila-Sanjuán. Eine unterhaltsame und in-teressante, mit Sachverstand geschriebene Lektüre, die vieleDinge erklärt und ein Bedürfnis erfüllt, nämlich das, den Kata-lanen zu veranschaulichen, was die Frankfurter Buchmesse ei-gentlich tatsächlich ist.Es gibt aber noch eine dringendere Notwendigkeit, die Vila-Sanjuán in seinem Buch lediglich erwähnen konnte, nämlichdie, zu erläutern, was wir in Frankfurt tun wollen. Es allen zuerläutern: natürlich den Katalaninnen und Katalanen, vor al-lem aber auch all jenen Leuten aus aller Welt, die auf die eineoder andere Weise mit der Messe zu tun haben.Und darum wollen wir uns hier bemühen.
  • 7
  • FrankfurterBuchmesse:die Messe
  • 9Die Frankfurter Buchmesse ist ohne jeden Zweifel die interna-tional renommierteste und von der Verlagsindustrie am inten-sivsten genutzte Buchmesse. Sie ist die bedeutendste Messeder Branche. Sie ist die Messe.Obwohl sie tageweise auch für das allgemeine Publikum ge-öffnet ist, handelt es sich bei ihr vor allem um eine Fachmes-se: Im Jahr 2006 waren von den insgesamt 286 000 Besuchernüber 180 000 als Fachpublikum akkreditiert. Hinzu kamen 7 200Aussteller aus mehr als 100 Staaten und rund 12 000 Journa-listen aus aller Welt. Die Messe erstreckte sich über fünf große,mehrstöckige Pavillons, das Forum und andere zentrale Ge-meinschaftsräume und damit über mehr als 185 000 Quadrat-meter. An den Ständen wurden 350 000 Titel, darunter ungefähr112 000 Neuerscheinungen, vorgestellt. Die Messepavillonssind jeweils bestimmten Themenblöcken gewidmet, und esgibt spezifische Bereiche für Belletristik, Kinder- und Jugend-bücher, Religion, Tourismus, Comic, Kunst, Wirtschaft, Wis-senschaft und Technik, antiquarische Bücher, Journalismusund neue Technologien wie das elektronische Buch. Mitunterwerden die Verlage auch nach geografischer oder sprachli-cher Herkunft gruppiert. Darüber hinaus umfasst die Messeinternationale Fachzentren, unter anderem für Literaturagen-ten und Autorenrechte, für Drehbuchautoren und audiovisuel-le Umsetzung, für Illustratoren und Fotografen, für Übersetzerund für Comiczeichner und -autoren, sowie eine beträchtli-che Anzahl an Foren und internen Messen in den BereichenBildung, Hörbücher, Kinderliteratur, Wissenschaft, Presseusw. Einige dieser Sonderveranstaltungen, z. B. die Frankfur-ter PressMesse oder die Frankfurter Antiquariatsmesse, wä-ren, würden sie zu einem anderen Zeitpunkt oder anderenortsstattfinden, für sich allein bereits recht bedeutende Fachmes-sen. Die Realität ist also überwältigend, und die Zahlen sind ex-plizit und überzeugend: Frankfurt ist die große internationaleBuchfachmesse.
  • Außerdem handelt es sich hier um eine Veranstaltung mit lan-ger historischer Tradition: Die allerersten „Buchmessen“ fan-den in Frankfurt bereits im 15. und 16. Jahrhundert statt undfanden in den folgenden Jahrhunderten ihre Fortsetzung. Inder aktuellen Form entstand die Frankfurter Buchmesse 1949auf private Initiative. Schon bald wurde die Organisation dannjedoch von der Ausstellungs- und Messe GmbH (AuM) des Bör-senvereins des Deutschen Buchhandels übernommen. DieMesse ist das herausragende Geschäftszentrum der Verlags-industrie aus aller Welt – und zwar nicht nur im Rahmen dereigentlichen Veranstaltung, sondern auch bei den von Verla-gen und Literaturagenten an verschiedenen Orten in der Mes-sestadt organisierten öffentlichen oder privaten Treffen –, aberauch ein einzigartiges Schaufenster für das literarische Schaf-fen und die Welt des Denkens, eine einmalige Gelegenheitzur Vorstellung der besten Neuerscheinungen, der neuestenTrends, der aktuellsten Bestseller und der talentiertesten Au-toren. Ein Schaufenster zur Welt. Sie ist es wegen ihrer Charak-teristiken und wegen der Stadt, in der sie stattfindet: Frankfurtist eine europäische Metropole ersten Ranges, ein anerkann-tes Finanzzentrum (mit einer der großen europäischen Bör-sen) und ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Es ist aberauch eine Hauptstadt der Verlagsindustrie. Frankfurt am Mainzählt rund 650 000 Einwohner und liegt im Bundesland Hes-sen. In der Stadtregion leben etwa 1,5 Millionen, im Ballungs-raum Frankfurt/Rhein-Main über fünf Millionen Menschen. DerFlughafen, ein wahres Drehkreuz, steht in Europa, was interna-tionale Flüge betrifft, nach London-Heathrow und Paris-Char-les de Gaulle an dritter Stelle. Darüber hinaus findet ein regerregionaler Flugverkehr statt: So gibt es tägliche Flugverbin-dungen mit den großen Flughäfen des katalanischen Sprach-raums, wie Barcelona und Mallorca, aber auch mit kleineren,wie Girona oder L’Alguer.Die Frankfurter Buchmesse ist definitiv ein Sprachrohr ers-ten Ranges. Für jede Kultur, ganz besonders aber für diekatalanische.
  • 11Die EhrengästeRund um die Messe, die traditionell Mitte Oktober von einemMittwoch bis zu einem Sonntag – dieses Jahr vom 9. bis 14.Oktober – stattfindet, werden von den teilnehmenden Verla-gen, Literaturagenten und Firmen sowie von Körperschaftenund Institutionen aus aller Welt auf dem riesigen Messegelän-de und anderenorts in der ganzen Stadt zahlreiche öffentlicheVeranstaltungen organisiert. Besondere Bedeutung und Rele-vanz wird in diesem breiten Angebot dem Ehrengast der Mes-se beigemessen.Der Organisator der Messe, die Ausstellungs- und Messe GmbH(AuM), wählt nämlich jedes Jahr einen Staat oder eine Kulturaus, der oder die als Ehrengast im Mittelpunkt all dieser Akti-vitäten steht und das Programm gestaltet. Ursprünglich gab esdiese geladenen Ehrengäste nicht, vielmehr wählte die Messein unregelmäßigen Abständen ein so genanntes „Zentralthe-ma“, zu dem dann ein Veranstaltungsprogramm organisiertwurde. Thematische Schwerpunkte waren:1976 Lateinamerika 1978 Kind und Buch1980 Schwarzafrika 1982 Religionen1984 Orwell 2000 1986 IndienAb 1988 entschied sich die AuM dann dafür, einen jährlichen„Ehrengast“ zu benennen. Eine damals noch unübliche Vorge-hensweise, die inzwischen bei vielen anderen Messen und in-ternationalen Veranstaltungen jeder Art zu finden ist.Die bisherigen Ehrengäste der Frankfurter Buchmesse:1988 Italien 1989 Frankreich1990 Japan 1991 Spanien
  • 1992 Mexiko 1993 Flandern und Niederlande1994 Brasilien 1995 Österreich1996 Irland 1997 Portugal1998 Schweiz 1999 Ungarn2000 Polen 2001 Schweden2002 Litauen 2003 Russland2004 Arabische Welt 2005 Korea2006 Indien 2007 Die katalanische Kultur2008 TürkeiNormalerweise handelt es sich bei den Ehrengästen also umStaaten, wobei Staaten, die eine gemeinsame Sprache und so-mit einen gemeinsamen literarischen Ausdruck haben – wie z.B. Brasilien und Portugal –, separat eingeladen worden sind.In anderen Fällen wiederum wurden Staaten „geehrt“, in de-nen es mehrere offizielle Amtssprachen gibt und die ihre Spra-chen und literarischen Ausdrücke mit ihren Nachbarstaatenteilen, wie zum Beispiel die Schweiz. Nur dreimal ist die „Ehre“bisher nicht einem Staat, sondern einer durch eine gemeinsa-me Sprache verbundenen kulturellen Gemeinschaft zuteil ge-worden, nämlich 1993 Flandern und den Niederlanden, 2004der arabischen Welt und dieses Jahr der katalanischen Kultur.Es handelt sich fraglos um drei unterschiedlich geartete Ge-füge, die jedoch der Umstand verbindet, dass sie in ihrer ge-ografischen Ausdehnung keiner staatlichen oder politischenEinheit entsprechen, sondern anhand einer gemeinsamen ei-genen Sprache identifiziert werden, die sich auch im literari-schen Ausdruck widerspiegelt.
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  • DieKatalanischeKulturals Ehrengast
  • 15Im laufenden Jahr 2007 ist die katalanische Kultur der Ehren-gast der Frankfurter Buchmesse. Richtig! Die katalanische Kul-tur. Nicht Katalonien – als spanische autonome Gemeinschaft,Regionalregierung oder europäische Region – und keine ande-re konkrete politische Einheit, sondern die katalanische Kultur.Es muss berücksichtigt werden, dass sich die Organisatorender Messe, als sie diese Wahl trafen, für einen breiteren Rah-men als den des autonomen Katalonien entschieden haben; füreinen Rahmen, der durch ein gemeinsames, eigenes Elementdefiniert ist: die katalanische Sprache.Dieser Rahmen hat bei den bisherigen Ehrengästen der Mes-se keine vollständige Entsprechung. Die katalanische Kulturerstreckt sich in mehr als einem Staat, so wie – das ist rich-tig – auch die arabische und die niederländischsprachige, imUnterschied zu diesen beiden definiert sie sich jedoch anhandeiner Sprache, die in keinem großen Staat landesweit Amts-sprache ist. Sie ist es zwar in einem kleinen, völlig souveränenStaat (Andorra), die ganz überwiegende Mehrheit der katala-nischsprachigen Menschen lebt jedoch in anderen Gebieten.Tatsächlich hat Andorra lediglich 77 000 Einwohner, währendin den katalanischsprachigen Gebieten insgesamt 13,5 Mil-lionen Menschen leben, von denen 9,5 Millionen die Spracheverstehen und über 7,5 Millionen sie auch sprechen. Das Kata-lanische ist somit eine grenzübergreifende Sprache.Das Katalanische ist eine europäische Sprache, die, wie diemeisten, im permanenten Kontakt mit anderen Sprachensteht. Im Unterschied zu fast allen anderen europäischenSprachen gibt es jedoch seit vielen Jahren kein Gebiet, in demausschließlich Katalanisch gesprochen wird: Alle Katalanischsprechenden Menschen sprechen auch noch eine andere Spra-che. Bei der großen Mehrheit ist dies Spanisch, bei vielen aberauch Französisch und bei einigen wenigen Italienisch (und
  • Sardisch). Sogar in Andorra, wo das Katalanische die einzigeoffizielle Landessprache ist, kennen und sprechen die meis-ten Menschen normalerweise noch eine zweite oder sogardritte Sprache.Die katalanische Sprache kann im Kontext der europäischenSprachen als Sonderfall betrachtet werden. Aufgrund ihres de-mografischen Gewichts und der kulturellen Bedeutung müsstesie zu den so genannten Mehrheitensprachen gezählt werden– sie hat mehr Sprecher, ist an den internationalen Universi-täten stärker vertreten und wird im Internet mehr verwendetals die Mehrheit der anderen Sprachen, die es in der Euro-päischen Union gibt –, wird wegen ihrer Koexistenz mit Spra-chen, die ausnahmslos noch mehr Sprecher und ein größereswirtschaftliches Gewicht haben und – sowohl in den jeweiligenStaaten als auch in der EU – unbestreitbar eine höhere offiziel-le Anerkennung genießen, jedoch als Minderheitensprache be-trachtet. Im Grunde genommen ist sie gegenwärtig weder daseine noch das andere.Die katalanische Kultur kann zur europäischen – und weltwei-ten – Globalität eine solide Erfahrung beitragen: die Koexis-tenz von Sprachen1 und Ausdrucksformen mit hervorragenden,auf Talent beruhenden Leistungen in allen Künsten und dieSchlagkraft des kulturellen Vermögens dieser eigentümlichenPluralität. Die katalanische Kultur hat – genau wie wir, die wirsie institutionell repräsentieren – auch die Pflicht und die Ver-antwortung, die Spezifizität und Eigentümlichkeit der kreativenSchöpfung in der eigenen Sprache zur universellen Kultur bei-zutragen. Denn wenn sie das nicht tut – wenn wir das nicht tun–, dann tut es niemand. Und das würde einen Verlust für dieuniverselle Kultur bedeuten, da sie eine ihrer Eigentümlichkei-ten einbüßen würde.Die Universalität ist nämlich genau das: das gemeinsame Er-lebnis aller Eigentümlichkeiten. Die Annahme des Reichtums,den jede einzelne Eigentümlichkeit bedeutet.
  • 17Die kulturelle Universalität ist aber auch die Überwindung derBeschränkungen der alten politischen Grenzen. Und eine Kul-tur wie die katalanische ist dafür ein gutes Werkzeug: denn siestellt, wie wir gerade gesehen haben, einen grenzüberschrei-tenden Raum dar.Deshalb muss die Verbreitung der katalanischen Kultur uns al-len dazu dienen, ein neues Verständnis der europäischen Kul-tur zu konsolidieren, den Aufbau eines gemeinsamen, kreativenRaumes, der einen neuen Geist hervorbringt. Der Geist einesneuen Europas, das aus seiner eigenen Tradition geboren wird.Einer reichen, vielfältigen, pluralen Tradition. Einer grenzüber-schreitenden und modernen Tradition.Die katalanische Sprache heuteDie katalanische Sprache ist eine romanische Sprache mit einerüber tausendjährigen Geschichte und einer literarischen Pro-duktion, die im Mittelalter parallel zu anderen Literaturen, diesich in den infolge der Fragmentierung des Lateinischen ent-standenen Sprachen ausdrückten, entstand. Philosophen wieRamon Llull, Denker wie Bernat Metge und Francesc Eiximenis,Dichter wie Ausiàs March und Romanschriftsteller wie JoanotMartorell (mit Der Roman vom weißen Ritter Tirant lo Blanc) positi-onierten die katalanischsprachige Literatur in Europa mit Talentund unbändiger Kreativität von Beginn an in der ersten Reihe.1 Ein besonderer Fall dieser Koexistenz des Katalanischen mit anderen Sprachen ist das Okzitanische. DasOkzitanische (auch bekannt als Langue d‘oc, Provenzalisch ...) ist eine romanische Sprache, die einst in ei-nem sehr ausgedehnten Gebiet gesprochen wurde (das unter anderem die heutige italienische Region Pi-emont und die französischen Regionen Rhône-Alpes, Auvergne, Aquitanien, Midi-Pyrénées und Provenceumfasste) und über eine historische literarische Tradition verfügt. Es war die Sprache der mittelalterlichenTrobadors, aber auch die des Literaturnobelpreisträgers von 1904, Frédéric Mistral, Autor des umfangrei-chen Versepos Mireia. Eine Variante des Okzitanischen, das Aranesische, ist die eigene Sprache des katala-nischen Pyrenäentals Val d’Aran. Rund 20 % der rund 10 000 Einwohner, die das Tal heute hat, verwenden esgewohnheitsmäßig neben dem Katalanischen und Spanischen. Im katalanischen Autonomiestatut von 2006wird das Okzitanische ausschließlich für das Val d’Aran zur kooffiziellen Amtssprache erklärt.
  • Ramon Llull eröffnete zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert,noch parallel zum Lateinischen, den Weg zur Verwendung derneuen romanischen Sprachen für die Philosophie, die Theolo-gie und die Populärwissenschaft, aber auch für die Lyrik unddie Prosa. In seinem Werk in katalanischer Sprache persona-lisiert Llull die Entfaltung des romanischen mittelalterlichenkulturellen Reichtums. Er war der erste Autor, der eine neula-teinische Sprache zur Darlegung seiner philosophischen undtechnischen Kenntnisse verwendete, und mit seiner wunder-vollen Beherrschung der Sprache sowohl in der Prosa als auchim Vers auch der Begründer des literarischen Katalanisch. Mitseiner eigenen, durchaus abenteuerlichen Biografie und sei-nen Reisen schlug Llull außerdem eine Brücke des Dialogs zwi-schen der christlichen und der muslimischen Welt. Tatsächlichwar er bereits zu Lebzeiten ein hoch angesehener Autor. Undwie es nur bei wirklichen Größen der Fall ist, ist Ramon Llullbis heute auch unter der lateinischen Übersetzung oder der je-weiligen landessprachlichen Version seines Namens bekannt:Raimundus Lullus, Raimundo Lulio, Raymond Lully ... Das Ka-talanische ist aber nicht nur eine alte und historische, sondernauch eine lebendige und moderne Sprache mit Zukunftswillen.Infolge der Wechselfälle der europäischen Geschichte, und vorallem der des Mittelmeerraums, erstreckt sich das katalani-sche Sprachgebiet im 21. Jahrhundert über verschiedene Re-gionen in vier verschiedenen Staaten, und seine Sprecherzahlliegt mit rund 8 Millionen über dem Mittelwert der offiziellenSprachen der Europäischen Union.2 Die Bevölkerungszahlen stammen aus verschiedenen Quellen. Die der autonomen Gemeinschaften Spa-niens sind dem offizellen Einwohnerverzeichnis http://www.ine.es/inebase (Stand: 1. Januar 2006) entnom-men. Die anderen stammen, wie auch die Angaben zu den Sprecherzahlen, aus diversen Bevölkerungszäh-lungen und soziolinguistischen Erhebungen und können auf den folgenden offiziellen Websites gefundenwerden: http://www.gencat.cat/presidencia/llengcat der katalanischen Regierung; http://dgpoling.caib.esder Regierung der Balearischen Inseln; http://www.cult.gva.es/polin der valencianischen Regierung; http://www.portal.aragob.es/servlet der aragonesischen Regierung und http://www.catala.ad der andorranischenRegierung. Die Erhebungsdaten für Nordkatalonien und L’Alguer stammen gleichfalls von der Website derkatalanischen Regierung.
  • 19Die katalanischsprachigen Gebiete und ihre Bevölkerung2Gebiet Einwohner Verstehen Sprechen (in 1000) Katalanisch Katalanisch (in %) (in %)Balearische Inseln 1.001 89 63(autonomeGemeinschaft Spaniens)Katalonien 7.134 94,5 74,5(autonomeGemeinschaft Spaniens)Valencia 4.806 76 53(autonomeGemeinschaft Spaniens)Franja d’Aragó 40 98,5 89(Gemeinden inder autonomenGemeinschaft Aragonien)Andorra 77 96 79(souveräner Staat)Nordkatalonien 331 63 37(französischesDepartamentPyrénées-Orientales)L’Alguer 43 90 61(Gemeindeder italienischenRegion Sardinien)
  • Die katalanische Sprache ist heute die einzige offizielle Amts-sprache des Pyrenäenstaates Andorra, besitzt in den autono-men Gemeinschaften Katalonien, Valencia und BalearischeInseln, unter Anerkennung der jeweiligen eigenen Varianten,den verfassungsmäßigen Status einer Amtssprache – nebendem Spanischen – und wird von den Stadtverwaltungen vonPerpignan (sowie anderer katalanischsprachiger Gemeindenim als „Nordkatalonien“ bekannten französischem Gebiet) undL’Alguer (auf der Insel Sardinien) in ihren offiziellen Verlautba-rungen verwendet.Seit zwei Jahren ist das Katalanische außerdem in einigen Be-reichen der europäischen Institutionen als Arbeitsspracheund Sprache für Anfragen anerkannt, obwohl es in keinemMitgliedsstaat landesweit Amtssprache ist. Am 13. Juni 2005beschloss der Allgemeine Rat der Europäischen Union die of-fizielle Zulassung der Verwendung der katalanischen Sprachefür die Verständigung zwischen den Bürgern und den Institutio-nen und Organen der EU, Redebeiträge bei Ministertreffen undin den anderen Institutionen und Organen und die Veröffentli-chung der von Europäischem Parlament und Rat im Mitent-scheidungsverfahren beschlossenen Rechtsakte. Sie ist somitdie erste Nichtamtssprache, die diesen Status erhalten hat.Im gleichen Sinne enthält das Abkommen zwischen der andor-ranischen Regierung und der Europäischen Gemeinschaft von2004 die gegenseitige Übereinkunft zur Ergreifung von Maß-nahmen für die „Erhaltung, Achtung und Verbreitung der kata-lanischen Sprache“.In den Gebieten, in denen das Katalanische den Rechtssta-tus einer Amtssprache besitzt, dient es als Vehikularsprachewährend der Pflichtschuljahre und in der nachobligatorischenAusbildung; aber auch außerhalb des katalanischen Sprachge-biets ist es an den Hochschulen im bedeutenden Umfang ver-treten: Außer den eigenen, katalanischen Universitäten bieten166 Universitäten auf allen fünf Kontinenten curriculare Kur-
  • 21se der katalanischen Sprache an, die meisten davon in Europa,gefolgt von Amerika.Das Katalanische ist auch eine Sprache, die sich den neuenTechnologien verschrieben hat. Anfang 2007 gab das IT-Unter-nehmen Google eine Vereinbarung mit fünf katalanischen Bibli-otheken zur Digitalisierung und Bereitstellung im Internet vonüber 300 000 in katalanischer Sprache geschriebenen Titelnbekannt. Dabei handelt es sich weltweit um den zweiten Ver-trag dieser Art, der nichtenglischsprachiges bibliografischesMaterial betrifft. Darüber hinaus können Internet-Nutzer seitApril 2006 Internet-Adressen unter der Domain .cat registrie-ren lassen, einer generischen Top-Level-Domain (gTLD) für diekatalanische Sprach- und Kulturgemeinschaft, die nach knappüber einem Jahr bereits von mehr als 21 000 Websites benutztwird, zu denen noch die mit staatlichen oder anderen generi-schen Domains (.com, .org., .net., .edu ...) hinzuzuzählen sind.Damit ist das Katalanische die einzige Sprache, die als solcheeine eigene Top-Level-Domain besitzt. Wahrscheinlich ist daseine Folge der Tatsache, dass die Sprache im Internet viel ge-nutzt wird, ohne einen landesweiten Amtssprachenstatus in ei-nem großen Staat mit eigener Domain zu genießen. Einer imJahr 2005 veröffentlichten Erhebung zufolge gab es damals2.926.5503 Webseiten in katalanischer Sprache, die damit welt-weit an 23. Stelle lag. Und wenn man die Anzahl der Webseitenzur Sprecherzahl ins Verhältnis setzt, verbessert sich die Spra-che sogar auf den 20. Rang.Die Bedeutung der Präsenz der katalanischen Sprache im In-ternet nach Erhalt der eigenen Domain ist wahrscheinlich dasklarste Beispiel für ihre paradoxe Realität. Während Mehrhei-tensprachen keine eigene Domain benötigen, weil sie alle Lan-3 Quelle: Mas Hernández, Jordi: Die Gesundheit von der Katalanische Sprache in www.softcatala.org
  • des- und Amtssprache eines Staates sind, der als solcher schoneine Domain besitzt (.fr, .de, .es, .it, .uk, .us ...), haben Minder-heitensprachen, die in keinem großen Staat landesweite Amts-sprache sind, nicht die wirtschaftliche, soziale, kulturelle ...Kraft, die es ihnen erlauben würde, zu einer eigenen Top-Le-vel-Domain zu gelangen. Hier haben wir ein weiteres Beispielfür die konstante Paradoxie, in der sich die katalanische Spra-che bewegt. Obwohl sie in keinem großen Staat landesweitenAmtssprachenstatus genießt, ist sie doch ausreichend stark,um sich in der globalen Kommunikationsgesellschaft, der Iko-ne der Modernität, einen eigenen Platz zu sichern.In Anbetracht der Tatsache, dass Katalonien das Verlagszen-trum Spaniens und Lateinamerikas ist, und des wirtschaftli-chen und kulturellen Gewichts der katalanischen Sprache istes kaum verwunderlich, dass die statistischen Daten auch indiesem Bereich durchaus beeindruckend ausfallen.Allein in Katalonien wurden 2006 insgesamt 30 709 Titel, davon10 861 in katalanischer Sprache, herausgegeben. Verlagsmarktfür Bücher in katalanischer Sprache sind das katalanischeSprachgebiet und seine fast 8 Millionen Sprecher, während derMarkt für die von katalanischen Verlagen herausgegebenenspanischsprachigen Bücher im Wesentlichen, neben dem ei-genen, der spanische, oft aber auch der lateinamerikanischeist. Das erklärt das Verhältnis zwischen katalanisch- und spa-nischsprachigen Titeln, aber auch, warum die spanischsprachi-gen Bücher in der Regel höhere Auflagen haben und häufigerzu Bestsellern werden.Die meisten der in katalanischer Sprache erschienenen Titelwurden natürlich auch in dieser Sprache geschrieben, aller-dings handelt es sich oft auch um Übersetzungen: Weltweitliegt das Katalanische bei der Veröffentlichung von aus ande-ren Sprachen übersetzten Büchern an 10. Stelle. Somit ist es,auch was die Veröffentlichung ursprünglich in anderen Spra-chen erschienener Werke betrifft, eine Mehrheitensprache:
  • 23Übersetzungen ins Katalanische4 2002 2003 2004Spanisch 628 756 854Englisch 493 492 456Französisch 201 197 164Deutsch 99 95 95Andere 158 67 137Insgesamt 1 579 1 607 1 706Die katalanische Sprache ist also keine Minderheitensprache,so wie auch die Literatur, das Denken, die Kreation und die In-dustrie, die sie verwenden, keine Minderheitenangelegenheitensind, und zwar weder hinsichtlich ihrer historischen Entwick-lung noch ihrer gegenwärtigen Situation.Aus all diesen Gründen kommt der katalanischen Sprache undihrer Literatur im Programm für den Ehrengastauftritt der ka-talanischen Kultur bei der Frankfurter Buchmesse 2007 eineSchlüsselrolle zu. Denn ließe sich die katalanische Kultur ohnedie katalanische Sprache gebietsmäßig eingrenzen? Besäßedie katalanische Kultur ohne die katalanische Sprache eine ei-gene, unterscheidbare Identität? Wäre die katalanische Kulturohne die katalanische Sprache dieses Jahr oder bei andererGelegenheit zur Frankfurter Buchmesse eingeladen worden?Natürlich nicht.4 Quelle: Spanische ISBN-Agentur. Enthalten auf der CD-ROM Ed/ll: 2006. El sector editorial i la indústriagràfica a Catalunya. The publishing sector and the graphic ilustration in Catalonia, herausgegeben im Jahr 2006vom Katalanischen Institut der Kulturindustrien und dem katalanischen Ministerium für Industrie, Touris-mus und Handel.
  • Eine leistungsfähige VerlagsindustrieEbenso deutlich ist, dass die katalanische Kultur auch ohne ihresolide und leistungsfähige Verlagsindustrie nicht zur Frank-furter Buchmesse eingeladen worden wäre. Daran kann keinZweifel bestehen.Um wirklich Gerechtigkeit walten zu lassen, müssten wir dieReihenfolge dieser Behauptungen eigentlich sogar umkehren:Es ist die Leistungsfähigkeit unserer Verlagsindustrie, die denWeg für die Einladung der katalanischen Kultur geöffnet, sieermöglicht hat, und unsere Sprache und literarische Traditionerlauben ihre Abgrenzung.Ohne die Wegbereitung durch den aus Barcelona stammendenVerleger und Schriftsteller Carlos Barral bereits in den erstenJahren der Buchmesse, den destruktiven Maßnahmen des Fran-quismus gegen das Buch und die Kultur im Allgemeinen zumTrotz, stünden wir in diesem Jahr 2007 nicht dort, wo wir ste-hen. Genauso wenig wie ohne das Engagement – Jahre später– vieler anderer Verleger und Verlegerinnen, Literaturagentenusw., ohne all jene, die die leistungsfähige katalanische Ver-lagsindustrie ausgemacht haben und gegenwärtig ausmachen.Die Stärke der katalanischen Verlagsindustrie hat eine langeGeschichte und ist allgemein bekannt. Barcelona ist seit Be-ginn des Buchdrucks im 15. Jahrhundert eine internationaleHauptstadt des Buches gewesen und es immer geblieben. Undzwar bis heute, selbst wenn die in Madrid verwurzelte Industrieihr im Kontext des spanischen Staates5 – und folglich des la-teinamerikanischen Marktes – in manchen Statistiken eine ge-wisse Vorrangstellung streitig zu machen versucht.Auch wenn es jener nicht gelingt, die tatsächliche Führungsstel-lung der katalanischen Industrie ernsthaft in Frage zu stellen,darf man in diesem Zusammenhang nicht vergessen, dass dieStatistiken eine gewisse Verzerrung aufweisen: Der Verband der
  • 25spanischen Verlagsgremien fasst nämlich unter der Überschrift„Madrid“ die Daten der Verlagsunternehmen dieser autonomenGemeinschaft Spaniens mit denen jener anderen autonomenGemeinschaften zusammen, die nicht über ein eigenes Gremi-um verfügen. Und ein eigenes Gremium besitzen neben Madridnur Andalusien, Katalonien, das Baskenland, Galicien und Va-lencia. Das heißt, dass wir zwar über spezifische Daten für Ka-talonien oder Valencia verfügen, jedoch nicht über die für dieBalearischen Inseln, da diese in den Daten für Madrid enthaltensind, die in der Folge höher ausfallen als sie tatsächlich sind.Barcelona (und somit Katalonien) ist auch weiterhin unbestreit-bar die Hauptstadt der Verlagsindustrie im spanischen Staatund vor allem der Motor ihres privaten Sektors. Gestützt wirddies auch von den Daten der Studie des inländischen Buchhan-dels von 20056:Der spanische Buchhandel nach Regionalgremien (2005) Titel Titel Exemplare Exemplare Umsatz Literatur (x 1000) Literatur (Mio €) (x 1000)Insg. 69.598 14.208 321.489 99.156 2.933,2Katalonien 30.708 8.456 165.987 64.962 1.569,3Valencia 2.352 310 3.762 599 30,3Madrid 28.914 4.405 136.433 31.911 1.183,6Baskenland 3.059 273 6.633 274 81,1Andalusien 2.934 514 5.232 1.048 46,1Galicien 1.626 252 3.421 361 22,65 Hinsichtlich der Verlagsindustrie beziehe ich mich ausschließlich auf die Situation im spanischen Staat.Das Verlagswesen in Andorra, Perpignan und L’Alguer konzentriert sich auf einige wenige Unternehmen,deren Umsätze vergleichsmäßig unbedeutend sind.
  • Die Führungsposition der katalanischen Verlagsindustrie imspanischen Kontext ist also klar und unbestreitbar. Und zwar injeder Hinsicht: von der Anzahl der erschienenen Titel und demGesamtumfang der Auflagen bis hin zu den letztlich so bedeu-tenden Umsatzzahlen.Tatsächlich ist sie es in allen Sparten mit Ausnahme derSchul- und Universitätstextbücher, die hauptsächlich von Un-ternehmen verlegt werden, die dem Madrider Gremium ange-schlossen sind. In den anderen Sparten kann die Führungsrolleder katalanischen Industrie in einigen Fällen sogar als extremeHegemonie bezeichnet werden.Anteil der katalanischen Verlage am Umsatz des spanischenBuchhandels nach Sparten (2005)Sparte Katalanischer Anteil in %Insgesamt 53,5 %Literatur 81,5 %Kinder- und Jugendbücher 58 %Schultextbücher 27 %Universitätsbücher 30 %Praxisbücher 58 %Populärwissenschaft allg. 55 %Wörterbücher und Enzyklopädien 80 %Comics 97 %Sonstige 58 %Das heißt also, dass in Madrid überwiegend jene Publikationenerscheinen, die in irgendeiner Weise den ständigen Kontakt mitden staatlichen Behörden erfordern – im Wesentlichen Schul-und Universitätstexte –, während sich in Katalonien die auf denfreien Buchmarkt ausgerichteten Verlage konzentrieren. In-nerhalb dieses Sektors wiederum ist die Vorrangstellung lite-rarischer Werke symptomatisch und signifikant. Aus diesem
  • 27Grund bedeuten Termine wie die Frankfurter Buchmesse dannauch eine hervorragende Chance für die weitere Stärkung derUnternehmen der katalanischen Verlagsbranche.Auch wenn wir den Außenhandel betrachten, ist die Führungspo-sition der katalanischen Industrie evident: Sie zeichnet für über50 % der Ausfuhren der Branche verantwortlich. Also für mehr alsdie Hälfte, obwohl das katalanische Gremium nur eines von sechsim spanischen Staat ist. In dieser Hinsicht ist der lateinamerikani-sche Markt bei der Internationalisierung unserer Verlagsindustrieheute von grundlegender Bedeutung, und zwar sowohl hinsicht-lich der eigentlichen Exporte als auch der Existenz von Zweigstel-len und Filialen katalanischer Verlage in jenen Ländern.Der Buchhandel in Lateinamerika (2005)Brasilianische Verlage 20 %Spanische Verlage 30 % (davon Katalonien: 50 %)Hispanoamerikanische Verlage 30 % (davon katal. Verlage und Filialen: 15 %)Verlage aus anderen Ländern 20 %18 % des lateinamerikanischen Marktes sind also in der einenoder anderen Form in der Hand katalanischer Verlage. In an-deren Worten wird annähernd eines von fünf Büchern, die dortverkauft werden, von einem katalanischen Verlag oder einer Fi-liale eines katalanischen Verlags produziert.Die Internationalisierung unserer Industrie beschränkt sich je-6 Es handelt sich um eine jährliche Studie, die die Firma Precisa Research im Auftrag des Verbands derspanischen Verlagsgremien erstellt. Sie kann auf der Website des Verbands http://www.federacioneditores.org eingesehen werden.
  • doch nicht auf den Markt der spanischsprachigen Länder, son-dern ist in weltweiter Expansion begriffen und konsolidiert undsteigert so die Leistungsfähigkeit der Branche.Zielländer der Exporte der katalanischen Verlage (2004)Land Export Anteil am (in 1 000 €) Export in %Mexiko 37 287 32,10Portugal 14 373 12,38Großbritannien 12 594 10,85Argentinien 6 816 5,85Kolumbien 5 048 4,35USA 4 740 4,10Italien 4 600 3,96Chile 3 264 2,80Venezuela 3 203 2,75El Salvador 2 913 2,50Ecuador 2 786 2,40Guatemala 2 412 2,08Deutschland 1 854 1,60Peru 1 812 1,55Restliches Lateinamerika 8 294 7,15Restliche EU 2 899 2,50Restliche Welt 1 251 1,08Die Buchexporte der katalanischen Verlagsunternehmen sum-mierten sich 2004 zu einem Umsatz von über 116 Mio. Euro,von denen 63,57 % auf dem lateinamerikanischen Markt und31,27 % in der Europäischen Union erzielt wurden. Die deutli-che und nachhaltige Steigerung der Exporte in die EuropäischeUnion in den letzten Jahren (33,60 % zwischen 2003 und 2004)hat es erlaubt, die relative Abhängigkeit unserer Industrie vonden Exporten nach Lateinamerika zu reduzieren und die inter-nationalen Aktivitäten zu diversifizieren.
  • 29Außerdem nimmt bei den in spanischer Sprache veröffentlich-ten Büchern, deren Zielmarkt der spanische Sprachraum undder umfangreiche Markt der spanischsprachigen Leser ist, derExport von Kinderbüchern, illustrierten Büchern, Nachschla-gewerken und immer mehr auch der Verkauf von Projektenund Dienstleistungen für andere Märkte zu.Eine herausragende Rolle spielt in diesem Prozess die Ent-wicklung der traditionellen katalanischen Verlage zu multina-tionalen Unternehmen, die auf diversen Märkten mit eigenenFilialen oder Zweigstellen präsent sind.Länder mit Filialen/Zweigstellen der katalanischenVerlagsindustrie (2007)Land Filialen/ Land Filialen/ Zweigstellen ZweigstellenArgentinien 17 Mexiko 27Bolivien 1 Nicaragua 1Brasilien 6 Panama 2Kolumbien 9 Paraguay 1Costa Rica 1 Peru 2Ecuador 2 Polen 1El Salvador 1 Portugal 7Frankreich 4 Puerto Rico 1Guatemala 1 Großbritannien 1Niederlande 1 Uruguay 6Ungarn 1 USA und Kanada 9Honduras 1 Venezuela 6Italien 2 Chile 8Japan 1 China 1Wir verfügen also über eine solide und leistungsfähige Indus-
  • trie mit Tradition und Zukunft, die in allen Sparten vertreten istund darüber hinaus die Kraft besitzt, Bücher in beiden Spra-chen der Gesellschaft, in der sie verwurzelt ist, zu verlegen unddamit einen sehr viel umfangreicheren Markt zu bedienen. Tat-sächlich ist das Spanische für unsere Industrie die Sprache,die ihr eine sichere und gesicherte Präsenz auf dem internati-onalen Markt garantiert, und das Katalanische die, die sie ein-zigartig macht und die Diversifikation gewährleistet, die ihrewirtschaftliche Leistungsfähigkeit akzentuiert.Die große Mehrheit der katalanischen Verlagsunternehmen –die den wesentlichen Teil der Industrie ausmachen – verfügeninfolge der Firmenzusammenschlüsse und -übernahmen derletzten Jahre (2004 gehörten 72,5 % der katalanischen Verlageeiner Holding an) über verschiedene Marken für unterschied-liche Sparten und natürlich auch für ihre spanisch- und ka-talanischsprachigen Veröffentlichungen. Die Koexistenz beiderSprachen ist auch hier wieder ein Mehrwertfaktor.Obwohl die Vorrangstellung der katalanischen Verlagsindust-rie auf der Herausgabe spanischsprachiger Bücher gründet –der Markt für diese Bücher ist natürlich viel umfangreicher alsder für katalanischsprachige –, ist es der Mehrwert der verle-gerischen Tätigkeit in katalanischer Sprache, dem sie ihr kla-res Profil verdankt.Statistische Daten der Verlagsunternehmen mit Sitz inKatalonien (2005)7Unternehmen 260Arbeitsplätze 6 393Erschienene Titel 30 708Erschienene Titel (Literatur) 8 456Erschienene Titel (in katalanischer Sprache) 10 861Erschienene Titel (Literatur in katal. Sprache*) 1 026Auflage (in 1000 Ex.) 165 988Auflage (Literatur, in 1000 Ex.) 64 962
  • 31Auflage ( in katal. Sprache, in 1000 Ex.)* 24 226Lieferbare Titel 136 556Lieferbare Titel (Literatur) 38 889Lieferbare Titel ( in katal. Sprache)* 46 435Gesamtumsatz (in Mio. €) 1 569Länder mit Filialen katalanischer Unternehmen** 28Katalanische Unternehmen mit Auslandsfilialen** 25Die Leistungsfähigkeit der katalanischen Verlagsindustrie be-sitzt in ihren konsolidierten Berufsverbänden – dem Gremid‘Editors de Catalunya (Gremium katalanischer Verleger) unddem Associació d’Editors en Llengua Catalana (Verband derVerleger in katalanischer Sprache) – Organisations- und Ver-breitungswerkzeuge von grundlegender Bedeutung. Die Orga-nisation des 25. Kongresses der Internationalen Verlegerunion,die Erklärung des 23. April zum Welttag des Buches – der dieweltweite Verbreitung einer katalanischen Tradition bedeutete –und die Vorarbeit für die Einladung der katalanischen Kultur zuden internationalen Buchmessen in Guadalajara und Frankfurtsind Beispiele, die eine starke öffentliche Resonanz gehabt ha-ben. Dahinter steht ein konstantes Bemühen um die Herstellungund Pflege internationaler Kontakte und Beziehungen, derenZiel es ist, Barcelona und Katalonien wieder zu einer obligato-rischen Referenz der Branche in der ganzen Welt zu machen.Neben der Kraft der Verlagsindustrie dürfen wir auch die ka-talanische Führungsposition auf dem Gebiet der Illustration7 Die Daten stammen aus dem Jahr 2005 und sind in der bereits erwähnten Studie Comercio interior del Libroen España 2005 erschienen. Die mit einem * markierten Angaben stammen aus dem Jahr 2004 und wurdender CD-ROM Ed/ll: 2006. El sector editorial i la indústria gràfica a Catalunya. The publishing sector and thegraphic illustration in Catalonia entnommen, die ebenfalls bereits erwähnt wurde. Mit ** sind Daten aus demJahr 2007 markiert, die vom katalanischen Verlegergremium zur Verfügung gestellt wurden. In vorherigenTabellen enthaltene Daten mit Jahresangabe (2004), (2005) oder (2007) stammen aus den gleichen Quellen.
  • nicht vergessen. Es gibt in Katalonien ungefähr 1 500 haupt-berufliche Illustratoren, die in den Bereichen Buch und Pres-se, Werbeillustration, Comic, Animation, Verpackungsmaterial,Infografik und Musikvideo tätig sind. Dies ist die bedeutendsteKonzentration im spanischen Staat und eine der bedeutends-ten in ganz Europa, und die Illustratoren werden auf der Frank-furter Buchmesse auch über ihren eigenen Präsentations- undPromotionsbereich verfügen.Aus den genannten Gründen hat das Vorlaufprogramm für denEhrengastauftritt ein umfangreiches Förderpaket für die Ver-lagsindustrie mit Repräsentation auf verschiedenen internati-onalen Messen sowie Professionalisierungs-, Austausch- undVerbesserungsmaßnahmen umfasst. Diese Maßnahmen, diehauptsächlich vom Gremium und vom Verband durchgeführtworden sind, wurden direkt vom Institut Català de les Indús-tries Culturals (ICIC, Katalanisches Institut der Kulturindustri-en) und vom spanischen Ministerium für Industrie, Handel undTourismus unterstützt.Ohne eine leistungsfähige Verlagsindustrie, wie die unsere esist, wäre niemand auf die Idee gekommen, die katalanische Kul-tur zu einer hauptsächlich professionellen Messe einzuladen.Ohne eine eigene Verlagsbranche von internationaler Reichwei-te und Resonanz hätte keine Messe vom Rang der FrankfurterBuchmesse der Ernennung einer Kultur wie der katalanischenzum Ehrengast zugestimmt. Gäbe es jedoch keine eigene Spra-che, die es erlaubte, die katalanische Kultur unterschiedlichvon anderen zu definieren, dann verfügte die Industrie auchnicht über einen eigenen Rahmen, in dem sie sich selbst ein-deutig definieren könnte. Auch Mailand oder New York besitzeneine bedeutende – sogar sehr bedeutende – Verlagsindustrie,aber es wäre erstaunlich, wenn ihre Regionen eigenständigzu einer Veranstaltung dieser Art eingeladen würden. Es wärenicht nur erstaunlich, sondern es ist schlichtweg unvorstellbar,denn die Industrien von Mailand und New York bewegen sichnicht in einem Kontext, der durch eine eigene Kultur definiert
  • 33wird, die sich von der Roms oder San Franciscos unterscheidet.Dies ist eine weitere unserer Paradoxien und ein anderer Um-stand, der verdeutlicht, was wir an Einzigartigkeit zur univer-sellen Kultur beitragen können.Panorama der katalanischen KulturDie Frankfurter Buchmesse ist eine Fachmesse, der jährlicheTreffpunkt der Bücherwelt. Deshalb sind die Verlagsindustrieund ihr literarischer Ausdruck die unbestreitbaren Protagonis-ten, und das ist auch gut so.Bei der Organisation des Ehrengastauftritts kommt aber einezusätzliche Verantwortung ins Spiel: die Verantwortung, einenÜberblick über das historische Erbe und die zeitgenössischeKreativität des betreffenden Kulturraums anzubieten. SeineKultur in ihrer Gesamtheit zu erläutern.Tatsächlich verbindet die zentrale Ausstellung des katalani-schen Gastkulturauftritts, die vom 9. bis 14. Oktober auf demForum des Messegeländes zu sehen sein wird, alle drei Aspek-te. Unter der technischen Leitung des Centre de Cultura Con-temporània de Barcelona (CCCB, Zentrum für zeitgenössischeKunst von Barcelona) und dem Kommissariat externer Fach-leute werden das klassische Format mit Ausstellungswän-den und modernen Multimediaformaten kombiniert, um dreiDiskurslinien zu präsentieren: „Die Geschichte des katalani-schen Verlagswesens“, „Tausend Jahre katalanischer Spracheund achthundert Jahre katalanischer Literatur“ und „Die kata-lanische Kultur heute“. Diese Diskurse entsprechen den dreiLeitlinien des gesamten Projekts „Frankfurt 2007“ und demverbindenden Rahmen unseres Parallelprogramms, das au-ßerhalb des Messegeländes in Museen, Theatern, Auditorienund anderenorts in Frankfurt stattfindet und Gelegenheit bie-
  • tet, den kulturellen Reichtum des katalanischen Sprachgebietsdarzustellen.Die verschiedenen Regionen unseres Sprachgebiets besitzenein umfangreiches materielles und immaterielles Erbe, mitdem sie zum Kulturerbe der Welt beitragen. Ein grenzüber-schreitender Beitrag, der über diverse über die gemeinsameSprache hinausgehende verbindende Elemente verfügt.Das Welterbeprojekt (World Heritage Project) ist ein Plan zumSchutz der Kultur- und Naturdenkmäler der Welt, der 1972von der UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen fürErziehung, Wissenschaft und Kultur, in der Konvention zumSchutz des Kultur- und Naturerbes der Welt kodifiziert wurde.Das Welterbe ist auch unter anderen Namen, wie Welterbe derMenschheit, Gemeinsames Erbe der Menschheit, Kulturerbeder Menschheit (im Fall der Kulturgüter) oder Naturerbe derMenschheit (im Fall der Naturgüter), bekannt. Ende 2006 um-fasste das Welterbe 830 Objekte, davon 644 Kulturdenkmäler,162 Naturdenkmäler und 24 weitere, die als Kultur- und Natur-denkmäler geführt werden.Einige Welterbestätten liegen in den verschiedenen katalanisch-sprachigen Regionen. Im Einzelnen handelt es sich um die vor-geschichtlichen Felsmalereien im östlichen Spanien, die sichüber mehrere dieser Regionen erstrecken; das Vall del Madriu-Perafita-Claror in Andorra; verschiedene Werke der Architek-ten Antoni Gaudí (Parc Güell, Palau Güell, Casa Milà, SagradaFamília, Casa Vicens und Casa Batlló in Barcelona, Colònia Gü-ell in Santa Coloma de Cervelló) und Lluís Domènech i Montaner(Palau de la Música Catalana und Hospital de Sant Pau in Bar-celona), die ehemalige Zisterzienserabtei Poblet, die romani-schen Kirchen im Vall de Boí und das archäologische Ensemblevon Tárraco (in Tarragona) in Katalonien; die biologische Vielfaltund Kultur von Eivissa (Ibiza) auf den Balearischen Inseln sowiedie Seidenbörse „La Lonja de la Seda“ (in Valencia) und den Pal-menhain von Elche in der autonomen Gemeinschaft Valencia.
  • 35Hinzu kommen die Meisterwerke des mündlichen und imma-teriellen Kulturerbes. Von den weltweit 90 immateriellen Kul-turgütern, die die UNESCO seit 2001 in die Liste aufgenommenhat, befinden sich zwei in unserem Sprachgebiet, nämlich dasPatum-Fest von Berga am Fuß der katalanischen Pyrenäen unddie Mysterienspiele von Elche in der valencianischen Region.Unser materielles Kulturerbe ist, ganz unabhängig davon, obes in internationalen Listen katalogisiert ist oder nicht, ausge-sprochen vielfältig und umfasst die Hinterlassenschaften derPhönizier, Griechen und Römer, die romanische Kunst, die Go-tik, die Renaissance, das Barock ... Gleiches gilt für das im-materielle Erbe, mit den Anklängen mittelalterlicher Brillanzin den Sibyllengesängen von Perpignan und Mallorca, der To-tenprozession in Verges, dem Fronleichnamsfest in Valencia ...,und den Reichtum der Volks- und Festkultur, mit den castells,den aus Katalonien stammenden Menschenpyramiden, die sichheute auch in Mallorca und Nordkatalonien verbreitet haben,den Volkstänzen und Liedern des gesamten Sprachgebiets, vonL’Alguer und den Balearen bis hin zum Festland, den Festenmit Feuer und Feuerwerk in all ihren Varianten ...Wie unsere Sprache, Literatur und Verlagsindustrie ist auch un-ser kulturelles Erbe nicht nur historisch oder traditionell. Diemodernen und zeitgenössischen Elemente sind weit verbreitet,vielfältig und ausgesprochen kreativ. Angesichts der immensenVielfalt an Möglichkeiten haben wir uns dafür entschieden, ge-nau diese Modernität hervorzuheben, unsere zeitgenössischeKultur in den Mittelpunkt zu stellen und ein vielseitiges Bild ei-ner dynamischen, in konstanter Erneuerung und Entwicklungbegriffenenen Kultur zu präsentieren, die – mit Ambition, mitEifer, mit Lust – zur Welt hinausschaut und sich ihr öffnet.Der Modernisme oder katalanische Jugendstil vom Ende des 19.und Beginn des 20. Jahrhunderts, einer Zeit der wirtschaftlichen
  • und demografischen Expansion, stellt ein hervorragendes Bei-spiel für diesen Willen zu Erneuerung und Öffnung dar, der un-sere Kultur prägt. Der Modernisme präsentierte sich von Anfangan als umfassende, soziale Kunstströmung, die den dekorativenKünsten einen besonderen Stellenwert einräumte und sich zurbrillantesten künstlerischen Bewegung ihrer Zeit entwickelte.Antoni Gaudí, ihre herausragende und international anerkann-teste Persönlichkeit, erlangte mit seiner außerordentlichenPersönlichkeit Bedeutung über die Grenzen der eigentlichenBewegung hinaus. Andere prominente Architekten des Moder-nisme waren Lluís Domènech i Montaner, Josep Maria Jujol, Cè-sar Martinell und Josep Puig i Cadafalch. Gemeinsam machtensie Barcelona zur europäischen Hauptstadt der Jugendstilarchi-tektur, arbeiteten aber auch außerhalb der Stadt und verbreite-ten die neue Kunstrichtung so über unser ganzes Territorium.Nach der Signalwirkung des Modernisme haben die diversenneuen architektonischen Bewegungen in Katalonien Schöpferwie Josep Lluís Sert, Josep Antoni Coderch, Oriol Bohigas, Ri-card Bofill, Oscar Tusquets und viele andere hervorgebracht,die international in der ersten Reihe stehen. Enric Miralles undSantiago Calatrava sind weltweit mit so emblematischen Werkenvertreten wie dem schottischen Parlamentsgebäude, das Miral-les in Edinburgh gestaltete, oder den Brücken und Bahnhöfen,die Calatrava über die „Stadt der Künste und der Wissenschaf-ten“ in Valencia hinaus in europäischen und amerikanischenStädten errichtet hat. Auch in Barcelona sind infolge der Moder-nisierung im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Olympi-schen Spiele von 1992 Bauwerke verschiedener Architekten vonWeltrang zu finden: Arata Isozaki (Palau Sant Jordi), NormanFoster (Torre Collserola), Frank O. Gehry („Fisch“), SantiagoCalatrava (Funkturm Montjuïc), Peter Eisenman (OlympischesDorf und Parc de la Draga in Banyoles), Richard Meyer (MAC-BA, Museum für zeitgenössische Kunst von Barcelona), Herzogund De Meuron (Edifici Fòrum), Jean Nouvel (Torre Agbar) ...Und auch die architektonische Gestaltung des Kataloniens derZukunft ist international geprägt: Toyo Ito ist mit dem Erweite-
  • 37rungsprojekt des Messegeländes Montjuïc-2 in Barcelona be-fasst; Zaha Hadid wird den Spiralling Tower, den zukünftigenSitz des Universitätscampus am Besòs, bauen; David Chipper-field hat die „Justizstadt“ für L’Hospitalet de Llobregat und Do-minique Perrault den Sportkomplex in Badalona entworfen.Außer der Architektur haben auch unsere bildenden und visuel-len Künste – von der Malerei und Bildhauerei bis hin zum Design– mit dem Jugendstil eine Erneuerung erfahren und stellen seit-dem eine nie versiegende Quelle des Talents und der Kreativitätdar. Das beste Aushängeschild ist dabei wohl die Malerei gewe-sen: zunächst mit Ramon Casas, Santiago Rusiñol, Isidre No-nell ..., auf die dann Salvador Dalí, der frühe Picasso, Joan Miró,Antoni Tàpies, Joan Guinovart, Hernández Pijoan, Modest Cui-xart, Antoni Clavé, Antoni Miró und andere folgten. Ihre Namenund Karrieren sind weltweit anerkannt, stehen als Synonym fürkünstlerisches Talent und haben wesentlich dazu beigetragen,dass unsere Malereitradition in der modernen und zeitgenös-sischen Kunst eine führende Stellung einnimmt. Jahr für Jahrfinden in den Metropolen der Welt retrospektive Ausstellungenstatt, und unsere Künstler sind in den Sammlungen der bedeu-tendsten Museen vertreten. Und die Fortsetzung ist in diesemBereich bereits gesichert: Die internationale Anerkennung, dieMiquel Barceló genießt und die durch seine Arbeit an der Ka-thedrale von Mallorca erneut unterstrichen wurde, ist das Para-digma für die Vorzüglichkeit der jüngeren Generationen und dieResonanz, die sie erhalten. Auch aus der katalanischen Bildhau-erei sind bedeutende Künstler hervorgegangen. Als Beispiel sollhier Juli Gonzàlez, der Schöpfer der Montserrat, der kämpferi-schen Bäuerin, die im Pavillon der spanischen Republik in Parisneben dem Gemälde Guernica von Picasso stand, erwähnt sein.Die katalanische symphonische Musik hat große Komponistenund Interpreten mit erfolgreichen internationalen Karrierenhervorgebracht. Der große Erneuerer der katalanischen Mu-
  • sik war Felip Pedrell, der zum Lehrmeister von Komponistendes musikalischen Modernisme, wie Enric Granados und IsaacAlbéniz, des Avantgardisten Robert Gerhard und von Enric Mo-rera, Schöpfer von Opern und Sardanes, dem traditionellen ka-talanischen Tanz, wurde. Die populäre Musik erlebte gegenEnde des 19. Jahrhunderts einen großen Aufschwung, als An-selm Clavé den Chorgesang auf der iberischen Halbinsel ein-führte, wobei diesbezüglich ausdrücklich auch die Arbeit LluísMillets und des Orfeó Català zu würdigen sind.Der universellste Katalane des 20. Jahrhunderts auf dem Ge-biet der Musik ist Pau Casals. Was das Cellospiel betrifft, gibtes ein vor und ein nach Casals: Er führte eine Reihe von Neu-erungen ein, die Schule gemacht haben. Als Krönung seinerVirtuosität setzte sich der Musiker sein Leben lang kompro-misslos für den Frieden und die Freiheit ein. Ein Beispiel fürdieses persönliche Engagement ist seine Hymne der Verein-ten Nationen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts rag-ten als Interpreten außerdem Eduard Toldrà, Alícia de Larrochaund Leonora Milà, die die katalanische und spanische Musikwährend der Francodiktatur in die bedeutendsten Konzertsä-le der Welt trugen, heraus; auf dem Gebiet der Kompositionwären das umfangreiche Werk Frederic Mompous – nach demseit 2003 ein Lehrstuhl am Graduate Center der City Universi-ty of New York benannt ist –, Xavier Montsalvatge und die zeit-genössischen Joaquim Homs, Josep Maria Mestres Quadrenyund Joan Guinjoan zu nennen und, was den avantgardistischenAusdruck betrifft, der Pianist Carles Santos.Nach dem Orquestra Pau Casals gründete Eduard Toldrà dasOrquestra Municipal (Städtisches Orchester), aus dem das Or-questra Ciutat de Barcelona und das Orquestra Simfònica deBarcelona i Nacional de Catalunya (Symphonieorchester vonBarcelona und Nationalorchester von Katalonien) entstanden.Antoni Ros Marbà, ein Schüler Toldràs, hat mit seiner Meis-terschaft Schule gemacht, und heute gibt es eine ganze Reiheinternational hochgeschätzter katalanischer Orchesterdirigen-
  • 39ten. Salvador Mas, Edmon Colomer, Josep Pons und ErnestMartínez Izquierdo sind die bedeutendsten Vertreter dessen,was man als getreue, aber offene, mediterrane Interpretationdes großen Repertoires bezeichnen könnte.Zur Oper leistete die katalanische Kultur bereits zu Beginndes 20. Jahrhunderts mit international anerkannten Interpre-ten wie Francesc Viñas, einem weltweit mit Wagner-Interpre-tationen triumphierenden Tenor, oder Maria Barrientos, einerleichtstimmigen, dem Lied verpflichteten Sopranistin, die inden bedeutendsten europäischen und amerikanischen Häu-sern auftrat, einen herausragenden Beitrag. Im Laufe desJahrhunderts und bis heute haben dann auch noch die TenöreJaume Aragall und Josep Carreras, der Bariton Joan Pons unddie Sopranistinnen Victòria dels Àngels und Montserrat Cabal-lé die Welt mit ihren Stimmen beschenkt. Zu den besonderenPersönlichkeiten der katalanischen Musik zählt darüber hin-aus Jordi Savall, der sich seit über 30 Jahren der Sammlung,Erforschung und Verbreitung alter und barocker Musik widmet,die er außerdem weltweit interpretiert.Was die Jazzmusik betrifft, ragen im 20. Jahrhundert das welt-bekannte Orchester von Xavier Cugat und der herausragen-de Pianist Tete Montoliu heraus, die beide bereits verstorbensind. Beim Flamenco ist die katalanische Musikkultur mit Per-sönlichkeiten wie der historischen bailaora (Tänzerin) CarmenAmaya und Sängern wie Juan Rafael Cortés Santiago, genanntDuquende, und anderen, jüngeren vertreten. In den 1950er Jah-ren, also während der Francodiktatur, brachte unsere Kultureinen besonderen Populärmusikstil hervor, nämlich die so ge-nannte „katalanische Rumba“ der Roma des barcelonesischenStadtteils Gràcia, die inzwischen zu einem wesentlichen Be-standteil der Música mestissa geworden ist, jener Stilmischung,die Barcelona seit den 1990er Jahren zu einem Treffpunkt vonMusikern aus aller Welt gemacht hat.
  • In den 1960er Jahren kam dann mit der Bewegung von Lieder-machern, die die unter dem Francoregime verbotene katalani-sche Sprache verwendeten, das Protest- oder Autorenlied auf.Einige Vertreter dieser Liedermachergeneration, wie Raimon,Lluís Llach, Joan Manuel Serrat oder Maria del Mar Bonet, sindbis heute, auch international, erfolgreich. Die Tradition der Lie-dermacher in katalanischer Sprache hat aber zudem inzwi-schen eine Fortsetzung in neuen Generationen gefunden, diesich in Richtung Rock, Pop, verschiedene Varianten der so ge-nannten Weltmusik, elektronischer Musik oder anderer Stileentwickelt haben.Das katalanische Theater ist eine Kunstform, die mit dem Mo-dernisme ihre Reife erlangte. Autoren wie Àngel Guimerà nutztenum die Jahrhundertwende zwischen dem 19. und 20. Jahrhun-dert die damalige Popularität Barcelonas, um ihr Qualitätsthe-ater international bekannt zu machen. Guimeràs bekanntestesWerk, Terra baixa, wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt (un-ter anderem, unter dem Titel Tiefland, auch ins Deutsche) unddiente als Vorlage für eine Oper und diverse Verfilmungen. Zweiweitere erfolgreiche, wenn auch sehr unterschiedliche Thea-terautoren waren Santiago Rusiñol und Josep Maria de Sagar-ra, und Schauspielerinnen wie Margarida Xirgu wurden – sogarin Lateinamerika – zu regelrechten Stars, bevor der Franquis-mus, wie in allen Künsten, in denen die Sprache und die Ide-ologie eine Rolle spielten, die Tradition brach. Nach und nacherholte sich die katalanische Theaterszene dann jedoch wie-der, und in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhun-derts entwickelten sich verschiedene katalanische Ensembles(Comediants, Dagoll Dagom, La Fura dels Baus, Els Joglars ...)zu Synonymen von Qualität und Modernität, während Theater-regisseure wie Calixto Bieito oder Josep Maria Flotats inter-nationale Anerkennung erlangten. Auch das Autorentheaterbekommt Impulse von verschiedenen Bühnen, vor allem inBarcelona und Valencia, und präsentiert sich in neu gegrün-deten Häusern, etwa in Reus, Girona, Perpignan und Andor-ra. Das Stück Die Grönholm-Methode von Jordi Galceran, das
  • 41im Rahmen eines Projekts des Teatre Nacional de Catalunya(TNC, Katalanisches Nationaltheater) zur Kreation zeitgenös-sischer Texte entstand, ist in zahlreiche Sprachen übersetzt,in vielen Ländern aufgeführt und ebenfalls verfilmt worden.Der Pionier des Kinos in Katalonien (der übrigens auch als Be-gründer der spanischen Filmkunst in die Geschichte einge-gangen ist) war der Cineast, Erfinder und Gründer des erstenFilmstudios in Spanien, Fructuós Gelabert. Er drehte 1897 un-ter dem Titel Riña de café (Streit im Café) den ersten Spielfilmim spanischen Staat. 1914 war Barcelona dann sowohl auf Pro-duktions- als auch auf Vertriebsebene bereits zum Zentrumder spanischen Filmindustrie geworden und gehörte mit über100 Sälen weltweit zu den Städten mit den meisten Lichtspiel-häusern. Ab 1939 gingen infolge des spanischen Bürgerkriegszahlreiche Filmschaffende ins Exil, während die anderen nachdem praktischen Verschwinden des Kinos aus unserer Heimatums Überleben kämpften. In der Nachkriegszeit war es dannIgnacio F. Iquino, der durch sein Bemühen um die Fortsetzungder Filmindustrie herausragte. Er setzte 1952 ein Signal, indemer El Judes, den ersten katalanischsprachigen Film des Fran-quismus, zeigte, der noch am Tag seiner Uraufführung verbotenwurde. Später folgten Francesc Rovira Beleta, Vicente Aranda,Pere Portabella, Gonzalo Suárez, Antoni Ribas, Jaime Camino,Francesc Bellmunt ... Höhere internationale Aufmerksamkeit,was Auszeichnungen und die Verbreitung ihrer Filme betrifft,haben in jüngerer Zeit Filmschaffende wie Bigas Luna, Ventu-ra Pons, Rosa Vergés oder Isabel Coixet erhalten. Die katalani-sche Filmkunst beginnt das 21. Jahrhundert mit Barcelona alsaktivem Produktionszentrum. 2004 wurden insgesamt 106 inKatalonien produzierte Filme auf Festivals und Filmschauen inder ganzen Welt gezeigt.Auch der Tanz (mit zeitgenössischen Kompanien wie denen vonSol Picó oder Gelabert-Azzopardi), der Zirkus (vom traditionellen
  • Circ Raluy bis hin zum innovativen Circ Cric), die Fotografie (mitmodernen Klassikern wie Agustí Centelles oder Català-Roca)und die Multimedia-Kreation (vielfältig und jung) sind in Kata-lonien heute mit einer Produktion vertreten, die internationalauf Resonanz stößt. Gleiches gilt für die wissenschaftliche For-schung sowohl der Forschungszentren und Universitäten im ka-talanischen Sprachgebiet als auch unserer Forscher in Zentrenüberall in der Welt, die sich besonders auf den Gebieten der bio-medizinischen Forschung und der Nanotechnologie hervortun.Eine ähnliche Entwicklung hat in der Gastronomie stattge-funden. Seit einigen Jahren genießt die neue – höchst inno-vative, aber stets von der eigenen, uralten und mediterranenkulinarischen Tradition ausgehende – katalanische KücheAnerkennung als eine der vorzüglichsten und hochwertigs-ten zeitgenössischen Küchen überhaupt. Ferran Adrià, CarmeRuscalleda, Santi Santamaria, die Gebrüder Roca, Sergi Aro-la ... sind die Pioniere einer Erneuerung unserer Küche gewe-sen, die uns zahlreiche Michelin-Sterne und Auszeichnungenaller Art eingebracht hat.Dies ist das – da es zu viele Namen gibt, die erwähnt wer-den müssten, und zu wenig Raum, um dies tatsächlich zu tun,notwendigerweise zusammengefasste, unvollständige undoberflächliche – Panorama unserer modernen und zeitgenös-sischen Kultur, des kulturellen Schaffens in unserem Sprach-gebiet vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Und es ist, aufdie eine oder andere Weise, auch das Panorama der modernenund zeitgenössischen katalanischen Kultur, die wir in Frank-furt und im geringeren Umfang in anderen deutschen Städtenpräsentieren werden.Dies ist die Kunst, die wir ausstellen werden. Die Architektur,die wir zeigen werden. Das Theater, das wir aufführen werden.Die Musik, die wir mitnehmen werden. Das Kino, das wir vorfüh-ren werden. Die Tanzkunst, die wir tanzen lassen werden. Undsogar die Gastronomie, die wir zum Kosten anbieten werden.
  • 43Schlicht, ein Panorama unserer Kultur. Um zum Verständnisunserer Einzigartigkeit beizutragen. Oder, besser gesagt, umdas darzulegen, was wir zur Universalität beigetragen habenund beitragen.
  • Eineeinzigartigeund universelleKultur
  • 45„Frankfurt 2007“ bietet eine gute Chance, die Bedeutung derkatalanischen Verlagsindustrie, ihre Führungsposition im spa-nischen Staat und ihren Internationalisierungsprozess zu un-terstreichen. Zugleich ist es eine großartige Gelegenheit,herauszustellen, was die katalanische Kultur innerhalb derglobalen Kultur ausmacht: die katalanische Sprache und ihrekreativen Ausdrucksformen. Das heißt, eine herausragendeGelegenheit, der Kenntnis der katalanischen Sprache und ihrerLiteratur im Ausland neue Impulse zu geben, aber auch, dervielschichtigen Realität und dem künstlerischen Schaffen inden verschiedenen Regionen des Sprachgebiets, sowohl hin-sichtlich der historischen Tradition als auch der aktuellstenModernität, Bekanntheit zu verschaffen und Fortschritte beider Wahrnehmung vieler Kulturschaffender, die über eine überjeden Zweifel erhabene, persönliche internationale Anerken-nung genießen, als Katalanen zu erzielen. In anderen Worten:dem Reichtum und der Vielfalt der katalanischen Kultur, ihremTalent und ihrer Vorzüglichkeit, eine Stimme zu geben.Die katalanische Kultur ist in der Welt zwar recht bekannt, wirdaber oft nicht als solche erkannt. Viele ihrer Vertreter sind be-rühmt, ohne mit der katalanischen Kultur identifiziert zu wer-den. Schon wenn man sich nur das vergangene Jahrhundertansieht, findet man Maler wie Joan Miró, Salvador Dalí, AntoniTàpies oder Miquel Barceló, Architekten wie Antoni Gaudí, Jo-sep Lluís Sert, Joan Miralles oder Santiago Calatrava, Musikerwie Pau Casals oder Alícia de la Rocha, Opernsänger wie Jo-sep Carreras, Montserrat Caballé, Victòria dels Àngels, JaumeAragall oder Joan Pons ..., die Weltruhm genießen, von denenviele aber nicht wissen, dass es sich um Katalanen handelt. Esgeht nun darum, unsere kreativen Persönlichkeiten kulturellzu identifizieren, unsere Kreativität – die historische ebensowie die moderne und zeitgenössische – zu internationalisieren.Die Frankfurter Buchmesse bietet dazu eine hervorragende Ge-
  • legenheit. Und, da es sich im Wesentlichen um eine Fachmessehandelt, auch dazu, uns noch intensiver um die Internationa-lisierung unserer bereits gut auf den Märkten positioniertenVerlagsindustrie und ihre Handelsbeziehungen zu bemühen,um deren Führungsposition in Lateinamerika zu konsolidierenund ihre Bedeutung im europäischen Kontext durch weiteresWachstum zu unterstreichen.Gleichermaßen bekommt unsere Verlagsindustrie selbst dieGelegenheit, die Schriftsteller und Schriftstellerinnen unse-res Sprachraums vorzustellen, und zwar sowohl jene, die aufKatalanisch, als auch jener die auf Spanisch oder Französischschreiben. Allerdings unter Hinweis ihrer Zugehörigkeit zur je-weiligen Literatur und klarer Abgrenzung derer, die sich derkatalanischen Sprache bedienen. Nicht nur, weil sie in derSprache schreiben, die unsere Kultur einzigartig macht, weilsie die katalanische Literatur ausmachen, sondern auch, weilsie über kein anderes Sprachrohr verfügen.Deshalb orientiert sich das Programm, das das Institut Ra-mon Llull für „Frankfurt 2007“ vorbereitet hat, inhaltlich andrei Hauptachsen: der Förderung der katalanischen Verlagsin-dustrie – die sprachenunabhängig für ihre gesamte Produkti-on sprechen soll –, der Verbreitung der katalanischen Spracheund katalanischsprachigen Literatur und der Präsentation al-ler Bereiche der katalanischen Kultur.Aus diesen Gründen haben wir auch ein Programm vorberei-tet, das über die Öffnungstage der Messe hinausgeht und sichpraktisch über das ganze Jahr 2007 erstreckt. Mit der Buch-messe als Epizentrum soll das Jahr 2007 zum Jahr der ka-talanischen Sprache, Literatur und Kultur in Deutschlandwerden. In rund achtzig Städten – von Leipzig bis hin z.B. zu Tü-bingen, Köln, München oder Freiburg, mit einem besonderenAugenmerk auf Berlin und natürlich Frankfurt – werden Ver-anstaltungen verschiedenster Art stattfinden: Ausstellungen,Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen, Buchpräsentatio-
  • 47nen, Konferenzen, Debatten, Dichterlesungen ... Und dies unterpersönlicher Teilnahme unserer Autoren, Kulturschaffendenund Denker.Unsere Verlagsindustrie wird – mit finanziellen Hilfen für kon-krete Projekte und diversen Aktivitäten, wie dem Büchersalon,der Kinder- und Jugendbuchwoche und dem Besuch von Verle-gern aus aller Welt – bereits zuvor in Barcelona besondere Un-terstützung erfahren und, dank enormer Anstrengungen desInstituts Ramon Llull und des Katalanischen Instituts der Kul-turindustrien, an den Buchmessen von Leipzig, Paris, London,Bologna und Thessaloniki teilgenommen haben.Wir wollen ein vielseitiges und charakteristisches Bild der ka-talanischen Kultur präsentieren. Das Bild einer Kultur mit ei-ner enormen kreativen, aber auch industriellen Tradition. Ausdiesem Grund erinnern wir immer wieder gerne daran, dassRamon Llull der erste Autor war, der philosophische und wis-senschaftliche Texte in einer neulateinischen Sprache – undzwar Katalanisch – verfasste, und dass der katalanische Ver-lag Publicacions de l’Abadia de Montserrat der älteste noch ak-tive Verlag Europas und der ganzen Welt ist. Ebenso wollen wiraber unterstreichen, dass unsere Kultur radikal modern undden neuen Technologien verbunden ist, dass zum Beispiel ihreMusik alle möglichen Register, von Klassik und Oper bis hin zuelektronischer Musik und DJs, bietet, die jetzt auch in unseremProgramm vertreten sind.Sprache und Literatur, selbstverständlich, aber auch Kunst, In-dustrie, Kino, Volkskultur, Tanz, Theater, Musik, Design, Grafik,Architektur, Comics, Tourismus, Gastronomie ... Tradition undModernität, Geschichte und Gegenwart, Stadt und Land, be-kannte Namen und vielversprechender Nachwuchs ... Und alsverbindendes Element stets das kreative Talent. Unser einzig-artiger Beitrag zur universellen Kultur.
  • So lautet unser Motto für „Frankfurt 2007“ dann auch „Katala-nische Kultur, einzigartig und universell“. Für das vom Desig-ner Amèrica Sánchez aus Barcelona gestaltete Plakat hat unsder mallorquinische Maler Miquel Barceló seine Tänzerin zurVerfügung gestellt.Einzigartig und universell. Mit Talent und Kreativität. Traditio-nell und modern. Grenzüberschreitend.Das Jahr der katalanischen Sprache und Literaturin DeutschlandBesondere Bedeutung kommt bei diesem Ansatz dem spezifi-schen Programm im Bereich der Förderung der katalanischenSprache und Literatur in ganz Deutschland zu, und zwar sowohlhinsichtlich vermehrter Übersetzungen als auch der Durchfüh-rung diverser Aktivitäten. Es ist zutreffend, dass die katalani-sche Kultur, vor allem seit Mitte des 20. Jahrhunderts, auchzahlreiche in spanischer Sprache schreibende Schriftstellerund Schriftstellerinnen hervorgebracht hat und hervorbringt,dass die spanische Literatur zu einem Teil einer vielfältigenund mehrsprachigen katalanischen Kultur gewordenist. Wahrist aber auch, dass die spanische Literatur in der spanischenund den diversen lateinamerikanischen Kulturen ihr größtesund bestes internationales Schaufenster besitzt. So schließtdie spanische Literatur – so wie es 1991 beim Gastlandauf-tritt Spaniens bei der Frankfurter Buchmesse zu beobachtenwar – die in spanischer Sprache schreibenden katalanischenSchriftsteller ein, ohne Unterscheidungen zu machen. Die ka-talanischsprachige Literatur jedoch verfügt weder über diegleichen Möglichkeiten zur internationalen Präsentation nochüber vergleichbar leistungsfähige Mechanismen zur internati-onalen Verbreitung, da sie von keinem großen Staat als eigeneLiteratur verstanden wird. Deshalb ist das Projekt „Frankfurt2007“ für die katalanische Literatur so wichtig.Das Projekt „Frankfurt 2007“ kann und will die Ausdrucksviel-
  • 49falt der zeitgenössischen katalanischen Kultur nicht verbergenund wird es auch nicht tun. Es kann seine Realität aber auchnicht verschwimmen lassen, die Vielfalt willkürlich durchei-nander werfen und als ein gleichförmiges, unterschiedlosesGanzes präsentieren, das sie nicht ist. Würde man sie so dar-stellen, dann wäre der Reichtum, den diese Vielfalt bedeutet,nicht nachvollziehbar.Die Sprache ist der Ausgangspunkt und die erste Definition je-des literarischen Ausdrucks. Und die katalanische, die kata-lanischsprachige Literatur war bis vor kurzem die einzige, diedie historische Entwicklung unserer Kultur begleitete. Zugleichist sie die einzige, die nur hier zum vollen Ausdruck kommt.Außerhalb der katalanischen Kultur gibt es keine katalanisch-sprachige Literatur.Die katalanische Literatur, die zu den ältesten Literaturen Eu-ropas zählt, hat im 20. Jahrhundert einige der herausragendeneuropäischen Dichter und Novellisten hervorgebracht. Gegen-wärtig gibt es ein breites Spektrum von Schriftstellern aller Gat-tungen, deren Produktion im Verhältnis zum demografischenGewicht der jeder anderen europäischen Kultur entspricht. Diekatalanischen Dichter, Erzähler, Essayisten, Dramaturgen undJournalisten stehen im permanenten Dialog mit ihren europäi-schen Kollegen, und die Anzahl der Übersetzungen von Werkenkatalanischer Autoren in verschiedenen, vor allem europäi-schen Ländern nimmt beständig zu.Obwohl wir das 21. Jahrhundert mit dieser spürbaren Zunahmean Übersetzungen beginnen, wurden die katalanischen Klassi-ker des 20. Jahrhunderts zur Zeit ihrer Veröffentlichung wegender brutalen Zäsur, die die Franco-Diktatur mit ihrer Verfol-gung der katalanischen Sprache und Literatur (die verhinder-te, dass die katalanischen Autoren die verdiente internationaleAnerkennung bekommen und mit anderen europäischen Lite-
  • raturen in den Dialog treten konnten) bedeutete, nicht im aus-reichenden Umfang in andere Sprachen übertragen. Und das,obwohl die katalanische Literatur selbst stets eine offene Lite-ratur gewesen ist, die viel übersetzt hat: So ging etwa die lite-rarische Erneuerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit derÜbersetzung klassischer (nur wenige Literaturen verfügen übereinen Schatz wie die zweisprachige Klassikerreihe „Col·leccióBernat Metge“) und zeitgenössischer Autoren einher. Die deut-schen Literaten und Denker sind in Katalonien – und in denanderen katalanischsprachigen Gebieten – begeistert ange-nommen worden und haben einen starken Einfluss auf unsereeigenen Erzähler, Dichter, Denker und Künstler gehabt. Auchheute gibt es noch zahlreiche Bindungen zwischen deutschenund katalanischen Schriftstellern, die in dem von uns vorberei-teten Programm hervorgehoben und analysiert werden.Die aktuelle katalanische Gesellschaft ist plurikulturell: Sie be-sitzt die katalanische Sprache als kulturelles Erbe und weist,vor allem seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ei-nen zunehmenden inneren Pluralismus auf. Heute sind einigeder bedeutendsten und renommiertesten spanischsprachigenSchriftsteller Bürger des katalanischen Sprachraums, in ers-ter Linien Kataloniens, und Katalanen. Und seit den sechzigerJahren des vergangenen Jahrhunderts haben in Katalonienzahlreiche lateinamerikanische Schriftsteller und Intellektuellegelebt, die auf Spanisch schreiben. In den letzten Jahrzehntenhat es – wie im Verborgenen bereits während der dunklen Jah-re des Franco-Regimes – einen intensiven Dialog zwischen bei-den Literaturen gegeben. Und die katalanische Literatur hat vonder guten Positionierung einer leistungsfähigen katalanischenVerlagsindustrie in der spanischsprachigen Verlagsproduktionprofitiert. Tatsächlich ist diesem Dialog, dieser kreativen undproduktiven Koexistenz ein guter Teil der Kraft unserer Kulturzuzuschreiben. Deshalb dürfen wir in unserem Programm diespanischsprachigen katalanischen Schriftsteller nicht ignorie-ren. Von ihnen hat es in den letzten Jahrzehnten viele gege-ben, die auf höchstem Niveau schrieben oder schreiben und
  • 51internationale Anerkennung genießen, von den bereits verstor-benen Manuel Vázquez Montalbán, einem wahrhaft universel-len Schriftsteller, José Agustín Goytisolo oder Carlos Barral bishin zu den noch aktiven Eduardo Mendoza, Juan Marsé, RosaRegàs, Javier Cercas oder Carlos Ruiz Zafón. Ihr Talent undihre Qualität, der Wert ihrer Beiträge zur zeitgenössischen Li-teratur, sind unbestreitbar. Sie sind für uns Anlass zu berech-tigtem Stolz, wie sie es in jeder anderen Kultur wären, und einAnsporn für die Verlagsindustrie und ihre Internationalisierung.Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in der die Exis-tenz spanischsprachiger katalanischer Autoren zu einer un-bestreitbaren Realität geworden ist, dauert der literarischeDialog zwischen beiden Sprachen fort. Viele katalanischspra-chige Schriftsteller übersetzen ihre eigenen Werke ins Spa-nische oder schreiben Presseartikel und Sachtexte in dieserSprache. Zugleich gibt es Texte spanischsprachiger Autoren,die ursprünglich auf Katalanisch erschienen sind, darunter ei-nige Theaterstücke von Vázquez Montalbán oder Mendoza undeine umfangreiche Sachprosa. Darüber hinaus haben Schrift-steller wie Terenci Moix oder Pere Gimferrer literarische Werkein beiden Sprachen verfasst, obwohl das belletristische Werkin katalanischer Sprache in diesen Fällen das ursprünglicheund umfangreichere ist. Der Dialog ist also konstant und all-täglich und wird in unserer Heimat als etwas völlig Normaleserlebt und verstanden. Ein Dialog zwischen Literaturen, zwi-schen Sprachen, im Rahmen einer einzigen Gesellschaft.Die Präsenz einiger spanischsprachiger Autoren im Programmfür katalanische Sprache und Literatur – neben ihrer Teilnah-me am Programm der Verlagsindustrie – soll dazu dienen, aufdiesen Dialog und die Beziehung dieser Autoren zur katalani-schen Literatur hinzuweisen und ihnen Gelegenheit zu geben,von ihrer Erfahrung als Kulturschaffende in diesem Kontext zuberichten.
  • Eine Beziehung übrigens, auf die sich auch Autoren ande-rer Herkunft wie Gabriel García Márquez, Mario Vargas Llosa,Seamus Heaney oder Harold Bloom bezogen, als sie mit Sach-verstand und Bewunderung ihre Meinung zu herausragendenWerken unserer Literatur kundtaten. Wir können und wollenhier keine vollständige Liste anführen, als Beispiele soll aberan die Texte von García Márquez über die Romanschriftstelle-rin Mercè Rodoreda, von Vargas Llosa über den mittelalterli-chen Roman Tirant lo Blanc und von Heaney über den DichterGabriel Ferreter erinnert sein. Bloom, der sich intensiv mit Ra-mon Llull und anderen mittelalterlichen und modernen katala-nischen Autoren befasst hat, nahm sechs katalanischsprachigeSchriftsteller und Schriftstellerinnen – Carles Riba, J. V. Foix,Mercè Rodoreda, Salvador Espriu, Joan Perucho und Pere Gim-ferrer – in seinen The Western Canon (1994) auf.Juan Goytisolo könnte als Paradigma für die einen und die an-deren bezeichnet werden; als katalanischer Schriftsteller, derauf Spanisch schreibt, aber auch als internationaler Bahnbre-cher für die katalanischsprachige Literatur. Seit langer Zeitund, mit seinem Vorwort zur französischen Übersetzung derendgültigen Ausgabe des Romans Incerta glòria von Joan Sales,auch dieses Jahr wieder. Ein Paradigma für das, was wir mit un-serem Programm zur Verbreitung der katalanischen Literaturerreichen wollen: eine Zunahme der Übersetzungen in andereSprachen, die Förderung der Bekanntheit ihrer Autoren, die An-erkennung ihres Beitrags zur universellen Literatur. In anderenWorten: Wir wollen der katalanischen Literatur den Platz ge-ben, der ihr im Kontext der europäischen Literaturen gebührt.Die deutschen Bürger und Bürgerinnen haben bereits eine be-achtliche, allerdings im Allgemeinen recht zusammenhangloseKenntnis der katalanischen Kultur, die sich oft auf die Namenvon Künstlern beschränkt. Noch diffuser ist ihre spezifischeKenntnis unserer Literatur. Darum müssen wir unsere Schrift-steller auf dem Markt positionieren und die Maler, Musiker, Ar-chitekten und anderen Künstler, die oft nur als Spanier oder
  • 53Franzosen identifiziert werden, mit der katalanischen Kulturin Verbindung bringen. Dafür sorgen, dass Dalí, Casals, Gaudíund Carreras als Katalanen erkannt werden, und den moder-nen Klassikern der katalanischen Literatur, herausragendenFiguren des ausgehenden 19. und ganzen 20. Jahrhunderts,wie Jacint Verdaguer, Josep Pla, Salvador Espriu, Joan Fusteroder Mercè Rodoreda, eine größere, viel größere Bekanntheitverschaffen. Und erreichen, dass die zeitgenössischen Schrift-steller, die bereits in anderen Sprachen gelesen werden kön-nen, wie Baltasar Porcel, Quim Monzó, Carme Riera, FerranTorrent, Andreu Martín oder Maite Carranza – um, ohne einenKanon erstellen zu wollen, nur einige Prosaisten verschiede-ner Gattungen und Herkunft zu nennen –, aber auch die ganzJungen, öfter ins Deutsche übersetzt werden. Dass ein Phä-nomen wie Albert Sànchez-Pinyol und sein seit der Erstveröf-fentlichung im Jahr 2004 in rund dreißig Sprachen übersetzterRoman Im Rausch der Stille nicht so ungewöhnlich bleibt wie esjetzt ist. Die katalanische Literatur, und zwar sowohl die klassi-sche – egal ob alt oder modern – als auch die zeitgenössische,besitzt eine Qualität, die eine größere internationale Bekannt-heit verdient, eine Bekanntheit, die von uns selbst ausgehenmuss und für die die Frankfurter Buchmesse eine Chance dar-stellt, die wir nicht ungenutzt lassen dürfen.Die moderne und zeitgenössische katalanische Literatur weisteine bemerkenswerte Vielfalt an Gattungen, Stilen und Einflüs-sen auf. Sie hatte und hat Autoren mit einer eigenen Stimmeund einem Werk von hoher Qualität, und ich muss mich be-herrschen, nicht der Versuchung nachzugeben, an dieser Stel-le noch weitere beim Namen zu nennen. Ich könnte eine langeListe erstellen, könnte Dichter des 20. Jahrhunderts, für die icheine besondere Vorliebe habe, etwa Joan Maragall, Joan Salvat-Papasseit, Carles Riba, J.V. Foix, Gabriel Ferrater, Vicent AndrésEstellés, Maria Mercè Marçal oder Miquel Martí i Pol nennen.Aber dieser Text ist nicht der angemessene Ort dafür, soll er
  • doch lediglich in die Präsentation der katalanischen Litera-tur einführen, die wir als Projekt „Frankfurt 2007“ bezeichnen.Den Besuchern der Frankfurter Buchmesse stehen zur An-näherung an diese Vielfalt von Autoren und Werken verschie-dene Veröffentlichungen über die katalanische Literatur zurVerfügung, darunter zwei vom Institut Ramon Llull verleg-te persönliche Abrisse der Entwicklung vom Mittelalter bis indie Gegenwart: die Rede des Schriftstellers Biel Mesquida beider Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse am 5. Okto-ber 2006: A European, Catalan-language writer says. Ein europä-ischer Schriftsteller in katalanischer Sprache sagt. Un escriptoreuropeu en llengua catalana diu. Un escritor europeo en lenguacatalana dice (2006), und die Rede Harold Blooms bei der Ent-gegennahme des 14. Internationalen Preises von Katalonien imJahr 2002: Ramon Llull and catalan tradition. Ramon Llull und diekatalanische Tradition. Ramon Llull i la tradició catalana, RamonLlull y la tradición catalana (2006) mit einem kontextualisieren-den Vorwort des Literaturprofessors Jordi Llovet.Blooms Rede ist eine anregende Einführung in verschiedeneMomente der historischen Entwicklung unserer Literatur. Siebefasst sich im Wesentlichen mit drei so unterschiedlichen undzeitlich weit auseinander liegenden Autoren wie dem Mallor-quiner Ramon Llull, dem valencianischen Dichter des 15. Jahr-hunderts Ausiàs March und dem barcelonesischen Dichter,Erzähler und Dramaturgen des 20. Jahrhunderts Salvador Es-priu, mit deren Werk sich Bloom offenkundig eingehend aus-einandergesetzt hat, und bietet eine universelle Perspektive.Darüber hinaus zeugt sie von einer überzeugenden Bewunde-rung für eine Literatur, die katalanische, die oft nicht ausrei-chend bekannt ist. In diesem Sinne beendet Bloom seine Redemit der Feststellung ihrer territorialen Vielfalt:„... Llulls Mallorca, Marchs Valencia, Esprius Barcelona, sowieOrte, an denen ich, der ich jetzt alt bin, bedauerlicherweise niesein werde, Alacant und Andorra eingeschlossen. Nur weni-
  • 55ge Völker zeigen solche Hingabe an das Beste ihrer imaginati-ven Literatur wie die Katalanen. Besonders Barcelona ist eineStadt der Städte wie New York, Rom und Paris, und ähnelt ih-nen am meisten darin, eine Stadt der Imagination zu sein. Wie-derum bedaure ich, daß ich wahrscheinlich niemals die Kraftfür einen letzten Besuch haben werde. Statt dessen werde ichversuchen, mich noch weitergehend in das Studium des Kata-lanischen und seiner Literatur zu vertiefen.“8Dem Publikum der Buchmesse, und zwar sowohl dem Fach- alsauch dem allgemeinen Publikum, stehen aber auch noch ande-re Publikationen über die katalanische Literatur zur Verfügungund es kann natürlich die zentrale Ausstellung zur Präsentati-on der katalanischen Kultur auf dem Forum des Messegeländesbesuchen. Einer ihrer drei Bereiche beschäftigt sich – unter demKommissariat des Dichters Narcís Comadira und des VerlegersXavier Folch – genau mit diesem Thema: der Geschichte der ka-talanischen Literatur. Der begleitende Führer ist ein weiteresDruckerzeugnis für interessierte Besucher. Mit den Veröffentli-chungen, die an den Ständen der Institutionen und vor allem derVerlage zu finden sind, der zentralen Ausstellung sowie den Akti-vitäten in den verschiedenen Bereichen des Messegeländes undim Literaturhaus der Stadt kann man sich einen umfangreichenÜberblick über die katalanische Literatur, über eine lange Listeklassischer, alter, moderner und zeitgenössischer, aber auch jun-ger, rigoros aktueller und hochproduktiver Autoren, verschaffen.Das in Deutschland zwischen den Buchmessen in Leipzig undFrankfurt – sowie im Vorfeld und im Nachgang dieser Messen– angebotene literarische Programm ist ehrgeizig und soll diekomplette Vielfalt der katalanischen Literatur widerspiegeln.8 Bloom: Ramon Llull and catalan tradition ... (Barcelona, 2006), S. 106-107.
  • Die teilnehmenden Schriftsteller erfüllen zumindest eines derfolgenden Kriterien: sie besitzen eine profunde Kenntnis derkatalanischen Klassiker und sind in der Lage, diese dem deut-schen Publikum zu erläutern; ihr Werk ist ins Deutsche undin andere europäische Sprachen übersetzt worden; ihr Werkist umfangreich und vielfältig; sie verfügen über einen eige-nen Diskurs bezüglich der Themen der verschiedenen literari-schen und akademischen Veranstaltungen, die in Deutschlandstattfinden werden. Die endgültige Auswahl wird auf Grundlagedieser Kriterien und unter Wahrung der Parität zwischen denGenerationen, Geschlechtern, Herkunftsgebieten, Literatur-gattungen usw. getroffen werden und hängt natürlich auch vonder Verfügbarkeit und Teilnahmebereitschaft der einzelnen Au-toren ab. Darüber hinaus sind schließlich auch noch die Anfor-derungen der Messeorganisation und der Verantwortlichen derverschiedenen Kulturzentren, in denen unsere Aktivitäten statt-finden werden, zu berücksichtigen. Das Endresultat kann undwird nicht erschöpfend, soll aber möglichst repräsentativ sein.Da Deutschland ein polyzentrisches Land ist, finden die Ver-anstaltungen des literarischen und kulturellen Programms– unter anderem über das Netz der Literaturhäuser und öffent-lichen Bibliotheken – in zahlreichen Städten statt. In seinemRahmen sind Ausstellungen, Dichterlesungen, Buchvorstel-lungen und Debatten in sämtlichen Literaturhäusern und in elfZentralbibliotheken geplant. Vorgesehen ist auch die umfang-reiche Präsenz katalanischer Autoren bei den verschiedenenLiteraturfestivals, die in Deutschland jährlich stattfinden, wo-bei in einigen Fällen Sonderveranstaltungen anberaumt sind.Ein parallel stattfindendes Sekundärprogramm sieht Partner-schaften zwischen katalanischen und deutschen Buchhandlun-gen – von denen rund 400 in ihren Schaufenstern und RegalenBüchern katalanischer Autoren oder zu katalanischen Themenbesondere Aufmerksamkeit widmen werden – und die aktiveBeteiligung von deutschen Sekundarschulzentren vor, die imlaufenden Schuljahr 2006-2007, vor allem aber im Schuljahr
  • 572007-2008, spezifische Aktivitäten, wie die Lektüre katalani-scher Autoren, Einführungen in die katalanische Sprache – mitLehrern, die speziell zu diesem Zweck nach Deutschland reisen– oder Besuche von Schriftstellern oder Schriftstellerinnen, inihre Planung aufnehmen werden. An einem ähnlichen Projektbeteiligen sich verschiedene Universitäten, darunter einige, andenen die katalanische Sprache auch regulär gelehrt wird.Von den Standorten der beteiligten Buchhandlungen abge-sehen, sind es insgesamt bisher rund 80 deutsche – und ös-terreichische – Städte, in denen Aktivitäten im Rahmen desProjekts „Frankfurt 2007“ vorgesehen sind:Aktivitäten im Rahmen des Programms „Frankfurt 2007“ fürkatalanische Sprache und Literatur in DeutschlandStadt AktivitätenAhaus SekundarschulprojektAlzey SekundarschulprojektAschaffenburg SekundarschulprojektBalingen SekundarschulprojektBayreuth SekundarschulprojektBerlin Berlinale; Poesiefestival; Internationales Literaturfestival; Katalanische Wochen mit Musik und Theater; Tanz 07; internationales Symposium wissenschaftlicher Forschung; Internationales Katala- nistik-Symposium; Ausstellung
  • Stadt Aktivitäten visueller Poesie; Literaturhaus; Ausstellung Carles Santos; Ausstellung zeitgenössischer KunstBielefeld SekundarschulprojektBietigheim-Bissingen SekundarschulprojektBingen SekundarschulprojektBitburg SekundarschulprojektBonn SekundarschulprojektBornheim SekundarschulprojektBraunschweig Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und AktivitätenBremen Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten; SekundarschulprojektBochum UniversitätsprojektBünde SekundarschulprojektCastrop-Rauxel SekundarschulprojektKöln katalanische Literaturtage; Litera- turhaus; SekundarschulprojektDarmstadt OpernfestivalDetmold Sekundarschulprojekt
  • 59Stadt AktivitätenDüren SekundarschulprojektEmmendingen SekundarschulprojektErkelenz SekundarschulprojektEssen Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten; SekundarschulprojektFrankfurt am Main Buchmesse; Literaturhaus; Klassik-, Liedermacher- und Rockkonzerte; Theater und Oper in der Stadt; parallele Ausstellun- gen in der Stadt (Architektur, Comics, zeitgenössische Malerei, Fotografie, illustrierte Bücher ...); Sónar-Nächte mit Gastronomie und elektronischer Musik; Kinozyklus; städtische Spektakel; Sardanatreffen und katalanische Folklore; philosophisches Symposium; Ausstellung „Katala- nische Bibliothek“ und Aktivitäten; Musikmesse; SekundarschulprojektFreiburg Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten, Llull-KongressGaggenau SekundarschulprojektGöttingen Sekundarschulprojekt
  • Stadt AktivitätenHalle SekundarschulprojektHamburg Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten; Sekundarschulprojekt; Literaturhaus; Seminar zur MehrsprachigkeitHanau SekundarschulprojektHannover SekundarschulprojektHaßfurt SekundarschulprojektHechingen SekundarschulprojektHeidelberg Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten; SekundarschulprojektHerbrechtingen SekundarschulprojektHilpoltstein SekundarschulprojektJena UniversitätsprojektKassel SekundarschulprojektKönigsfeld SekundarschulprojektKrefeld SekundarschulprojektLangenhagen SekundarschulprojektLeinfelden-Echterdingen Sekundarschulprojekt
  • 61Stadt AktivitätenLeipzig Buchmesse; Konzerte; Gedicht- und Dramenlesungen; LiteraturhausLeverkusen SekundarschulprojektLorch SekundarschulprojektLudwigsburg SekundarschulprojektMenden SekundarschulprojektMerseburg SekundarschulprojektMönchengladbach SekundarschulprojektMöhrendorf SekundarschulprojektMonschau SekundarschulprojektMülheim Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und AktivitätenMünchen katalanische Literaturtage; LiteraturhausMünster SekundarschulprojektNürnberg SekundarschulprojektOberhausen SekundarschulprojektOberndorf am Neckar Sekundarschulprojekt
  • Stadt AktivitätenOsterholz-Scharmbeck SekundarschulprojektPapenburg SekundarschulprojektPlochingen SekundarschulprojektPotsdam SekundarschulprojektRemchingen SekundarschulprojektReutlingen Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und AktivitätenRinteln SekundarschulprojektRodgau SekundarschulprojektRottenburg SekundarschulprojektSalzburg (Österreich) LiteraturhausSchleiden SekundarschulprojektSchweinfurt SekundarschulprojektSenden SekundarschulprojektSiegen SekundarschulprojektStadecken-Elsheim SekundarschulprojektSteinfurt SekundarschulprojektStuttgart Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten;
  • 63Stadt Aktivitäten Literaturhaus; SekundarschulprojektTauberbischofsheim SekundarschulprojektTübingen akademische Tagung; Sekundar- schulprojekt; UniversitätsprojektVelbert SekundarschulprojektVerden SekundarschulprojektWien (Österreich) UniversitätsprojektWiesloch SekundarschulprojektWürzburg Ausstellung „Katalanische Bibliothek“ und Aktivitäten; UniversitätsprojektDas Katalanische Jahr von „Turisme de Catalunya“Begleitet werden die im Rahmen der Präsentation der kata-lanischen Kultur im Laufe des Jahres 2007 in Deutschlandstattfindenden Aktivitäten von einem spezifischen Förderplandes katalanischen Fremdenverkehrsamts „Turisme de Catalu-nya“ mit der umfangreichsten Werbeaktion, die diese öffentli-che Körperschaft bisher auf einem Auslandsmarkt organisierthat. Vorgesehen sind in dem unter dem Namen „Das Jahr derKatalanischen Kultur in Deutschland“ laufenden Plan unteranderem eine Unternehmermission, an der sich rund dreißigkatalanische Firmen und Körperschaften aus der Tourismus-
  • branche beteiligen werden, eine Direktmarketingkampagne,die rund 250 000 Personen erreichen soll, und eine mit demGastkulturprogramm verbundene Vereinbarung, aufgrund de-rer in 400 deutschen Buchhandlungen kulturelle und touristi-sche Promotion Points für Katalonien eingerichtet werden.Deutschland ist der bedeutendste touristische Herkunftsmarktin Europa und mit 1,5 Millionen Touristen im Jahr 2006 derviertwichtigste für Katalonien. Somit besteht eine wirtschaftli-che, aber auch kulturelle Bindung zwischen beiden Regionen.Zur Stärkung der Position auf diesem Markt hat „Turisme deCatalunya“ eine ganze Reihe von Aktivitäten organisiert:- branchenintern: Workshops in Frankfurt, Köln, Berlin, Hamburg und München; Teilnahme an den Touristikmes- sen in Stuttgart, München, Berlin, Essen, Frankfurt (zwei), Düsseldorf und Leipzig- für Endkunden: Werbetage in drei „Chic Outlet Shopping Villages“, einem in Belgien, fünfzehn Kilometer von der deutschen Grenze, den beiden anderen in der Nähe von Frankfurt bzw. München; diverse Werbekampagnen; Wer- beaktion in 400 Buchhandlungen; Herausgabe diverser literarischer Beschreibungen touristischer Routen in Ka- talonien in deutscher Sprache in Zusammenarbeit mit dem Institut Ramon LlullZweifellos eine wertvolle Ergänzung unseres Projekts „Frank-furt 2007“.
  • 65
  • DieBeziehungzwischender katalanischenKulturund Deutschland
  • 67Die Bindungen zwischen unserer Kultur und Deutschland be-stehen seit langem und sind über die Zeit hinweg – bis heute– stets solide gewesen. Gleiches gilt für den deutschen Ein-fluss auf die katalanische Kultur. So gelangte zum Beispiel dieBuchdruckerei über deutsche Drucker und Präger in den kata-lanischen Sprachraum. Zu ihnen zählte der gebürtige Heidel-berger Johann Rosenbach, der sich bei uns Joan Rosembachnannte. Er arbeitete in Barcelona, wo er sich auch häuslich nie-derließ, sowie in Tarragona, Perpignan und Montserrat. 1502veröffentlichte er ein Katalanisch-deutsches Vokabular9, das denersten bibliografischen Beleg für die Bindung zwischen beidenKulturen darstellt. Mit diesem in Perpignan herausgegebenenBand, einem regelrechten Taschenbuch, wollte Rosenbach diedeutschen und katalanischen Händler unterstützen, die zwi-schen beiden Ländern hin- und herreisten, was davon zeugt,dass die Bindung schon damals recht stark war.Auf dem Gebiet der Literatur sind die katalanischen Dichterhervorragende Übersetzer und Einführer der deutschen Dicht-kunst – und der deutschen Literatur im Allgemeinen – in un-sere Heimat gewesen. Zu Ende des 19. und Beginn des 20.Jahrhunderts vollbrachte eine der führenden Persönlichkei-ten der modernen katalanischen Poesie, Joan Maragall, einegeradezu titanische Leistung, um dem Katalanischen eine altedeutsche Tradition näher zu bringen: Viele Weihnachtslieder,und zum Beispiel auch das Kindermärchen Hänsel und Gretel(die bei uns Ton und Guida heißen), kommen uns dank ihrer9 Es gibt zwei zeitgenössische Neuauflagen dieses Vokabulars, dessen einziges Originalexemplar seit 1908in der Katalanischen Nationalbibliothek in Barcelona aufbewahrt wird. Die erste Neuauflage wurde 1991anlässlich der Frankfurter Buchmesse von Prof. Dr. Tilbert Dídac Stegmann präsentiert, die zweite erschien2002 anlässlich des 500. Jahrestags der Erstausgabe vom Institut Ramon Llull und umfasst eine zweispra-chige Einführung von Vinyet Panyella, der Direktorin der Katalanischen Nationalbibliothek. Diese Faksimi-leausgabe entspricht in Größe und Format dem Original und trägt den Titel VOCABULARI CATALÀ-ALEMANYimprès a Perpignan per Joan Rosembach el 1502. Eine dritte Neuausgabe wird zur Frankfurter Buchmesse2007 erscheinen.
  • Popularität und ihrer weiten Verbreitung inzwischen vor, alsseien sie schon immer Bestandteil unserer Kultur gewesen.Maragall verdanken wir auch die Kenntnis des literarischenWerks von Goethe und Nietzsche, der Lieder von Brahms, deraus Beethovens 9. Symphonie stammenden Ode an die Freu-de von Schiller, einer komplexen, musikalisch adaptierten Ver-sion von Wagners Tristan und Isolde und vieles mehr. Mitte des20. Jahrhunderts erschienen von einigen Werken Rilkes undHölderlins wundervolle Fassungen con Carles Riba, einem an-deren bedeutenden katalanischen Dichter. Und Feliu Formo-sa brachte im Verlauf der letzten Jahrzehnte diverse deutscheDichter in unsere Buchhandlungen und Dramaturgen, darun-ter Brecht, auf unsere Bühnen. Die Liste ist sehr lang und ihrInhalt ausgesprochen fruchtbar für die katalanische Kultur.Eine ähnliche Entwicklung hat es auf dem Gebiet der Musik gege-ben. Man denke etwa an die Erstaufführungen Bachscher Werkeim Palau de la Música Catalana im Herzen von Barcelona: Dortkonnte man erstmals im spanischen Staat so bedeutende Wer-ke des Komponisten wie die h-Moll-Messe oder die Matthäuspas-sion hören, die seitdem Jahr für Jahr erneut aufgeführt werden.Ein weiteres Beispiel ist der flammende und kämpferische Wag-nerismus des Gran Teatre del Liceu. In der Architektur würdedem etwa der Deutsche Pavillon entsprechen, den Mies van derRohe 1929 für die Weltausstellung in Barcelona entwarf und dernoch heute besichtigt werden kann. Er beherbergt inzwischenden Sitz einer nach dem Architekten benannten Stiftung.Unbedingt erwähnt werden muss auch der Philosoph und Litera-turkritiker Walter Benjamin, der sich 1940 im spanisch-franzö-sischen Grenzort Portbou in der zur Provinz Girona gehörendenRegion Empordà das Leben nahm. Seine Beziehung zu den ka-talanischsprachigen Gebieten reicht nämlich viel weiter zurückals bis in seine letzten Tage: Benjamin lebte von 1932 bis 1933auf der Baleareninsel Eivissa und verfasste dort einige seinerbesten Texte. Erst kürzlich gedachte man seiner dort mit einergroßartigen Ausstellung über seinen Aufenthalt in jenen Jah-
  • 69ren, die das Institut d’Estudis Baleàrics (Institut für BalearischeStudien) wohl gegen Ende 2007 in Berlin zeigen wird. Auch inPortbou wird sein Andenken gepflegt: Hier befindet sich der Sitzeiner nach ihm benannten Stiftung, die bald in ein von NormanFoster restauriertes, altes städtisches Gebäude umziehen soll.Die Beziehung zwischen beiden Kulturen ist konstant gewe-sen, und ihr ist auch bei der Gestaltung des Programms desProjekts „Frankfurt 2007“ besondere Aufmerksamkeit, unteranderem mit einer monografischen Veröffentlichung auf derGrundlage einer speziell in Auftrag gegebenen Studie und be-gleitenden Debatten, gewidmet worden.Wenn wir uns auf die Bindung mit der katalanischen Kultur be-ziehen, müssen wir auch erwähnen, dass es in Deutschlandschon immer eine bedeutende llullistische Tradition gegebenhat, wobei das spezialisierte Forschungszentrum der Freibur-ger Albert-Ludwigs-Universität, das Raimundus-Lullus-In-stitut, herausragt. Ebenfalls hervorzuheben ist die BadischeLandesbibliothek in Karlsruhe, die ein farbig illustriertes Ma-nuskript des Breviculum von Llull aus dem Jahr 1321 besitzt.Auch die Übersetzung katalanischsprachiger Werke ins Deut-sche besitzt eine lange und fruchtbare Tradition: 2005 gabFerran Robles einen in der Reihe „Biblioteca Catalànica Ger-mànica - Beihefte zur Zeitschrift für Katalanistik“ der Universi-tät Frankfurt erschienenen, 278-seitigen Band, die Bibliografiade la literatura catalana en versió alemanya – narrativa, poesia,teatre (Bibliografie der katalanischen Literatur in deutscherFassung – Erzählung, Poesie, Theater), heraus.Jedenfalls hat das spezifische, für 2007 vorbereitete Programmbereits zu einer deutlichen Zunahme der Veröffentlichungenvon Übersetzungen geführt, die größtenteils in Leipzig, Ber-lin oder Frankfurt vorgestellt werden sollen: Wurden zwischen
  • 1998 und 2003 ganze 29 Titel aus dem Katalanischen übersetzt,so wird diese Zahl im Jahr 2007 deutlich überschritten werdenund wohl 60 erreichen. Aus offensichtlichen Gründen sind dieSprachen, in die am meisten aus dem Katalanischen übersetztwird, das Spanische und – mit einigem Abstand – das Französi-sche, also die beiden Sprachen, die im direkten Kontakt mit demKatalanischen stehen. So ist es durchaus bedeutsam, dass dieÜbersetzungen ins Deutsche, noch vor dem Englischen oderItalienischen, den dritten Rang einnehmen10.Was die umgekehrte Übersetzungsrichtung aus dem Deut-schen in das Katalanische angeht, hat die Anzahl der übersetz-ten Werke ebenfalls zugenommen: Waren es 1996 noch 55 Titelgewesen, so stieg diese Zahl im Jahr 2000 auf 75 und 2002 auf99 Titel. In den Jahren 2003 und 2004 stabilisierte sie sich dannbei je 95 Titeln. Im Vergleich mit anderen Sprachen nimmt dasDeutsche bei den Übersetzungen ins Katalanische nach demSpanischen, dem Englischen und dem Französischen den vier-ten Platz ein11. Bedeutend ist hier auch, dass das Katalanische– wie weiter oben bereits erwähnt – in der Rangfolge der Spra-chen, in die übersetzt wird, weltweit den zehnten Rang ein-nimmt. Dies zeugt von der Offenheit der katalanischen Kultur,ihrem entschiedenen Willen zum interkulturellen Dialog undder Leistungsfähigkeit ihrer Verlagsindustrie12.Heute liegt der Schwerpunkt der Beziehung zwischen der ka-talanischen und der deutschen Kultur, was die Sprache und dieLiteratur betrifft, auf den Übersetzungen und, in noch viel be-deutenderem Umfang, auf der Universitätslehre.Die Lehre der katalanischen Sprache, Literatur und KulturDie herausragende Referenz der Präsenz unserer Sprache undLiteratur in Deutschland ist das Universitätswesen. Es gibt inDeutschland 23 Universitäten mit Dozenten und Katalanisch-Lektoraten des Netzes des Instituts Ramon Llull und drei wei-tere, an denen ausschließlich mit eigenen Dozenten und in
  • 71Zusammenarbeit mit unserer Institution katalanische Spracheund Literatur gelehrt wird. Darüber hinaus bieten katalanischeKulturvereine und die Zentren des spanischen KulturinstitutsInstituto Cervantes in sieben weiteren Städten – in allen Fällenauf der Grundlage entsprechender Vereinbarungen mit unse-rem Institut – nichtuniversitären Katalanischunterricht mit Ab-schlussprüfungen und Teilnahmebescheinigungen an. Alles inallem gibt es also recht viele deutsche Städte, in denen die ka-talanische Sprache, Literatur und Kultur an Universitäten, inVereinen oder an Kulturinstituten gelehrt werden.Unterrichtszentren für die katalanische Sprache in DeutschlandStadt ZentrenBerlin Freie Universität Berlin; Humboldt- Universität Berlin und Instituto CervantesBielefeld Universität BielefeldBochum Ruhr-Universität BochumBonn Rheinische Friedrich-Wilhelms- Universität BonnBraunschweig Technische Universität BraunschweigBremen Universität Bremen und Instituto CervantesKöln Universität zu Köln und Centre Cultural Català10 Zwischen 1998 und 2003 wurden aus dem Katalanischen 216 Titel ins Spanische, 40 ins Französische, 29ins Deutsche, 18 ins Rumänische, 15 ins Englische, 12 ins Italienische, 11 ins Portugiesische, 7 ins Russi-sche und je 5 ins Ungarische und Polnische übersetzt.11 Ins Katalanische wurden 2004, was die wichtigsten Sprachen angeht, 854 Titel aus dem Spanischen, 456aus dem Englischen, 164 aus dem Französischen, 95 aus dem Deutschen, 50 aus dem Italienischen und 32aus dem Portugiesischen übersetzt.12 Alle Daten sind dem Band La literatura catalana i la traducció en un món globalitzat. Catalan Literature andtranslations in a globalized world, einem vom Institut der katalanischen Literatur (ILC) und dem Institut Ra- ^mon Llull (Barcelona, 2006) herausgegebenen Bericht von Carme Arenas und Simona Skrabec entnommen,der nach seiner Präsentation in Barcelona und New York auch im Rahmen der Frankfurter Buchmessevorgestellt werden soll.
  • Stadt ZentrenEichstätt Katholische Universität Eichstätt-IngolstadtErlangen Friedrich-Alexander-UniversitätFrankfurt am Main Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am MainFreiburg Albert-Ludwigs-Universität FreiburgGöttingen Georg-August-Universität GöttingenHalle Martin-Luther-UniversitätHamburg Universität Hamburg und Associació Catalana „El Pont Blau“Heidelberg Ruprecht-Karls-Universität HeidelbergKiel Christian-Albrechts-Universität KielKonstanz Universität KonstanzMannheim Universität MannheimMarburg Philipps-Universität MarburgMünchen Ludwig-Maximilians-Universität und Instituto CervantesMünster Westfälische Wilhelms-Universität MünsterSaarbrücken Universität des SaarlandesSiegen Universität SiegenStuttgart Universität StuttgartTübingen Eberhard-Karls-Universität TübingenIm Studienjahr 2006/2007 nehmen über 1 300 Studenten undStudentinnen an den curricularen Kursen der deutschen Uni-versitäten teil; im Studienjahr 2005/2006 waren es an den 23Hochschulen mit Lektoraten des Instituts Ramon Llull genau1 261. Deutschland ist somit weltweit das Land mit den meis-ten in Lehrveranstaltungen für katalanische Sprache, Litera-tur und Kultur eingeschriebenen Hochschülern – wenn wir dieUniversitäten in Katalonien, Valencia und auf den Balearen un-berücksichtigt lassen, sogar noch vor dem spanischen Staat– und mit den meisten Universitäten, an denen Kurse für kata-lanische Sprache und Literatur angeboten werden. Man könn-te sagen, Deutschland ist die Speerspitze der akademischen
  • 73Internationalisierung unserer Kultur, gefolgt von einem vonFrankreich, den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbri-tannien gebildeten Dreizack.Deutschland beherbergt auch eines der führenden Studien- undForschungszentren über die katalanische Kultur, nämlich dieEstudi d’Investigació Catalanística (EIC, Forschungsstelle Ka-talanistik) der Universität Frankfurt. Vergleichbare Studienzen-tren gibt es weltweit nur noch an fünf weiteren, durchweg sehrrenommierten Universitäten, und zwar stets in Zusammenar-beit mit dem Institut Ramon Llull: an der University of Chicago(Càtedra d’Estudis Catalans Joan Coromines), der Queen MaryUniversity of London (Centre de Recerca en Estudis Catalans),der Université Paris-Sorbonne (Paris IV) (Centre d’Estudis Ca-talans), der London School of Economics and Political Science(Centre Canyada Blanch) und der New York University (Centred’Estudis Catalans).Die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main isteines der bedeutendsten Romanistik- und Katalanistikzentrenin Deutschland. Schon 1974 wurden dort die ersten Kurse für ka-talanische Sprache und Kultur angeboten, und 1981 erhielt dieLehre mit der Einrichtung eines von Prof. Dr. Tilbert Stegmannübernommenen Lehrstuhls starken Auftrieb. Das Institut für Ro-manische Sprachen und Literaturen des Fachbereichs 10 (Neu-ere Philologien) besitzt in der Biblioteca Catalana die mit einemBestand von über 35 000 Bänden umfangreichste Bibliothek zurkatalanischen Thematik außerhalb unseres Sprachbereichs.Ebenfalls an der Frankfurter Universität wurde 1988 die Zeit-schrift für Katalanistik gegründet, die jährlich für die Katalanis-tikkurse und -seminare der deutschen Universitäten werbensoll. Seit 1993 finanziert die katalanische Regierung zur Unter-stützung des Lehrstuhls ein Katalanisch-Lektorat an der Uni-versität, das seit 2002 vom Institut Ramon Llull verwaltet wird.
  • Die Zusammenarbeit zwischen der Universität in Frankfurt unddem Institut Ramon Llull erlebte 2005, als die Zusammenle-gung aller mit der katalanischen Sprache, Kultur und Literaturzusammenhängenden Lehraktivitäten in der Forschungsstel-le Katalanistik (EIC) am Institut für Romanische Sprachen undLiteraturen der Frankfurter Universität vereinbart wurde, ei-nen neuen Schub. Neben der curricularen Lehre hat diese For-schungsstelle unter anderem die folgenden Aufgaben bzw.Zielsetzungen:- die Organisation eines halbjährlichen Seminars zu einem mit der katalanischen Sprache und Kultur im Zusammen- hang stehenden Thema;- die Ausbildung neuer, auf katalanistische Themen speziali- sierter Forscher;- den Aufbau und die Konsolidierung von Beziehungen zwi- schen katalanophilen Forschern unterschiedlicher Dis- ziplinen in Deutschland, aber auch zwischen diesen und anderen Forschern überall sonst auf der Welt;- die Förderung von Qualität und Innovation in der Forschung aus einer transversalen und interdisziplinären Perspektive, auch und vor allem durch eigene Veröffentlichungen (be- sonders in der Reihe „Biblioteca Catalànica Germànica - Beihefte zur Zeitschrift für Katalanistik“).Die Lehre der katalanischen Sprache ist übrigens auch in an-deren Teilen des deutschen Sprachraums präsent:In ÖsterreichSalzburg Universität SalzburgWien Universität Wien; Wirtschaftsuniversität Wien; Casal Català und Instituto Cervantes
  • 75In der SchweizBasel Universität Basel und Kulturverein Casa NostraBern Kulturverein Amics CatalansZürich Universität Zürich und Kulturverein Casa NostraKatalanische Kulturvereine und GemeinschaftenEine weiterer Ort, an dem die Kontakte und der Dialog gepflegtwerden, sind die casals catalans, die katalanischen Kulturverei-ne. Die katalanischen Gemeinschaften in Deutschland, die auszum Teil sehr unterschiedlichen Gründen und aus allen Tei-len des katalanischen Sprachraums in dieses Land gekommensind, haben diverse Vereine mit ihren jeweiligen Vereinshäu-sern oder Treffpunkten gegründet:- Katalanischer Salon (Berlin)- Centre Cultural Català (Köln)- Associació Catalana (Essen)- Casal Català (Hannover)- Associació Catalana „El Pont Blau“ (Hamburg)- Associació El Casal (Bamberg)- Sprachforum Heinrich HeineDiese Kulturvereine, zu denen im deutschen Sprachraum nochdie in Luxemburg, Wien, Basel und Zürich hinzugezählt werdenkönnen, bilden ein bedeutendes Netzwerk für Aktivitäten, diemit unserer kulturellen Realität in Verbindung stehen.Die KatalanistikSechs Katalanistikverbände aus aller Welt gründeten im De-zember 2006 mit Unterstützung des Instituts Ramon Llull dieFederació Internacional d‘Associacions de Catalanística (FIAC,Internationale Föderation der Katalanistikverbände) mit Sitz im
  • Institut d’Estudis Catalans (IEC, Institut für katalanische Studi-en), die die Organisation von Kolloquien, Symposien und Hom-magen an herausragende Katalanophile sowie die Herausgabegemeinsamer Veröffentlichungen unterstützen und die kata-lanische Sprache, Literatur und Kultur in der internationalenakademischen und universitären Welt fördern soll.Der FIAC sind die Associació Internacional de Llengua i Lite-ratura Catalanes, die Anglo-Catalan Society, die AssociazioneItaliana di Studi Catalani, die Association Française des Cata-lanistes, die North-American Catalan Society, der DeutscheKatalanistenverband und die Societat Catalana de Llengua i Li-teratura angeschlossen. Bei den internationalen Katalanistik-verbänden handelt es sich um Körperschaften, denen Forscherund Experten der katalanischen Sprache und Literatur aus deminner –und außer– Katalanischen Sprachraum angehören unddie seit Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden sind.Zum ersten Präsidenten der FIAC wurde in Anerkennung derBedeutung der deutschen Forscher und Universitäten für dieinternationale Katalanistik Prof. Dr. Johannes Kabatek gewählt,der auch dem Deutschen Katalanistenverband vorsitzt.Im Rahmen des Programms „Frankfurt 2007“ werden die Ka-talanistikverbände aus aller Welt im Herbst in Berlin zum zwei-ten Mal zusammenkommen.
  • 77
  • „Frankfurt 2007“und dieInternationaleVerbreitungder KatalanischenKultur
  • 79Das Programm des Projekts „Frankfurt 2007“, das wir im Insti-tut Ramon Llull vorbereitet haben, umfasst also eine umfang-reiche Liste von Aktivitäten, einschließlich der Beteiligung anBuchmessen und Literaturfestivals, die von einem klaren Wil-len zur internationalen Öffentlichkeitsarbeit zeugen und übereinen Zeitraum von fast zwölf Monaten hinweg in Katalonienund Deutschland sowie in einigen Städten anderer europäi-scher Länder organisiert werden. Dieses dichte und komplexeProgramm, Ergebnis der Beteiligung und Mitarbeit zahlreicherBehörden, Körperschaften, Verbände und Fachleute, verfolgtdrei Hauptziele:1. die Veranschaulichung der Stärke und der Rolle der katala- nischen Verlagsindustrie,2. die Förderung der Bekanntheit und Anerkennung der ka- talanischen Literatur sowie der Übersetzung von katala- nischsprachigen Werken in andere Sprachen und3. die allgemeine und umfassende Förderung des Internati- onalisierungsprozesses der katalanischen Kultur auf der Grundlage ihrer Vielfalt.Für die Messetage ist ein solides Programm mit voraussicht-lich 1 800 Vertretern unserer Verlagsindustrie in Frankfurt,sieben institutionellen und gemeinschaftlichen Ständen, 250katalanischen Ausstellern, rund sechzig Präsentationen undDebatten auf dem Messegelände, einem täglichen komplettenLiteraturprogramm im Literaturhaus der Stadt, mehr als zehnverschiedenen Ausstellungen in den Museen der Stadt und aufdem Messegelände sowie zahlreichen Veranstaltungen in denBereichen Musik, Kino, Tanz, Theater, Volkskultur, Gebrauchs-kunst und Gastronomie vorgesehen.Hinzu kommen im Vorfeld der Buchmesse ein vielfältiges Ver-
  • anstaltungsprogramm mit den Schwerpunkten Literatur, Philo-sophie und künstlerisches Schaffen in rund achtzig deutschenGemeinden, Branchentermine in Barcelona und Werbeaktio-nen der katalanischen Verlagsindustrie in Leipzig, Paris, Lon-don, Bologna und Thessaloniki.Zu den Schlüsselelementen des Programmrahmens zählt diePräsentation unserer Kultur als grenzüberschreitende, von ih-rer Einzigartigkeit aus für den universellen Dialog offene Kultur.Offen zunächst für einen internen Dialog – der verschiedenenÄsthetiken, Herkünfte, Ideologien, Ausdrucksformen ... –, dannaber auch für einen Dialog nach außen, einen Dialog unsererKultur mit anderen Kulturen. Einen permanenten, lebendigenund anregenden, einen kreativen Dialog.Dies ist eine Gelegenheit, die wir zu nutzen wissen müssen, ummit Blick auf die gesetzten Ziele fest voranzuschreiten, in demBewusstsein, dass es sich um langfristige Ziele ohne definiti-ves Hindernis, ohne unüberwindbare Grenzen handelt, da dieseweder für die katalanische noch für irgendeine andere Kulturexistieren.Das Projekt „Frankfurt 2007“, unsere Präsenz als Gastkulturbei der Frankfurter Buchmesse, stellt kein Ziel an sich undnoch nicht einmal ein Etappenziel dar. Sie ist lediglich ein wei-terer Schritt. Ein Schritt, den wir mit Bestimmtheit gehen, demaber noch andere folgen müssen.Es handelt sich in der Tat um die größte, jedoch nicht die ein-zige Anstrengung, die wir je in einem bestimmten Land und ineinem begrenzten Zeitraum zur Präsentation unseres kreati-ven Talents und künstlerischen Potenzials unternommen ha-ben oder unternehmen werden. Noch nicht einmal, was diesesJahr 2007 betrifft. In den Monaten vor der eigentlichen Buch-messe werden überall – im restlichen Europa, in Nordafrika, inLateinamerika, in Nordamerika ... –Aktivitäten zur Bekanntma-chung der katalanischen Sprache und Kultur organisiert.
  • 81Eine dieser Aktivitäten bietet ebenfalls ein zwar nicht an „Frank-furt 2007“ heranreichendes, aber doch recht umfangreichesProgramm, nämlich das von März bis Juni dauernde ProjektMade in CataluNYa. Catalan Culture in New York. Im Kontext derAusstellung Barcelona and Modernity: Gaudí to Dalí im Metropo-litan Museum of Art, die von eben diesem Museum und demCleveland Museum of Art organisiert worden ist, hat das Insti-tut Ramon Llull ein Rahmenprogramm zusammengestellt, daseine zweite Ausstellung (A Mediterranean Mirror: Catalan Lawin an International Context an der New York University, mit ori-ginalen katalanischen Rechtstexten aus dem Mittelalter undder Gegenwart und einer begleitenden Tagung), diverse Klas-sik- und Jazzkonzerte und Auftritte von Liedermachern, zeitge-nössische Tanzaufführungen, Lesungen und theatralische undmusikalische Umsetzungen von Dichtkunst (z. B. Interpretatio-nen katalanischer Dichter des 20. und 21. Jahrhunderts von LouReed, Patti Smith und Laurie Anderson), universitäre und lite-rarische Symposien und eine außerordentliche Präsenz kata-lanischer Schriftsteller beim PEN World Voices Festival in NewYork, das der internationalen Literatur gewidmet ist, umfasstund bei dem der Dialog mit Autoren anderer Kulturen stets imMittelpunkt gestanden hat. Es geht darum, die Zugehörigkeitvon Künstlern und Kulturschaffenden des 20. Jahrhunderts,wie Gaudí, Dalí, Miró, Rusiñol, Casas, Nonell usw., zur kata-lanischen Kultur herauszustellen, Anspruch auf unsere histo-rische Tradition zu erheben und die ganze, reiche Vielfalt derzeitgenössischen Kulturschaffenden und Künstler bekannt zumachen. Und all dies mit einer modernen und internationalenAusdrucksweise und, soweit möglich, unter Mitwirkung her-ausragender einheimischer Künstler und Kulturzentren.Die Einzigartigkeit der katalanischen Kultur, einer historischeneuropäischen und mediterranen Kultur mit relativ geringemdemografischen Gewicht, präsentiert in New York, der Haupt-stadt der Modernität, der Globalisierung, der zeitgenössischen
  • Universalität. Präsentiert auf der Grundlage eines gesundenSelbstbewusstseins, der Überzeugung von der Vorzüglichkeitder vorgestellten Beispiele unserer Kultur, des Talents unse-rer Künstler. Des gleichen Selbstbewusstseins, das jeder An-gehörige welcher Kultur auch immer benötigt, um diese nachaußen zu vertreten.Und all dies in einem ersten Halbjahr 2007, in dem sich kata-lanische Dichter in Casablanca präsentieren, in Lateinameri-ka – Buenos Aires, Santiago de Chile und Mexiko-Stadt – eineAusstellung zum Exil infolge des spanischen Bürgerkriegs ge-zeigt wird, man in Krakau den 20. Jahrestag der Einrichtungdes Katalanisch-Lektorats begeht, die nordamerikanischenKatalanophilen sich in Halifax (Neuschottland, Kanada) tref-fen, Katalonien an den internationalen Messen für Sprachenund Kulturen in Paris und London sowie an diversen Festivals(Musikfestivals in Australien, Theaterfestivals in Großbritan-nien usw.) teilnimmt, Katalanische Tage in Korea stattfindenusw. Nicht zu vergessen die Gewährung neuer Subventionenfür Übersetzungen katalanischer Bücher in andere Sprachen,die Vorbereitung der Einrichtung neuer Lektorate in Europa,Nordamerika und Asien ...Dies ist die tägliche Arbeit zur Förderung der katalanischenSprache, Literatur und Kultur im Ausland. Eine Aufgabe, diesich um vier Hauptachsen dreht:1. Die Identifizierung von Kulturschaffenden, die bereits inter- nationale Bekanntheit erlangt haben, als Katalanen.2. Die Anerkennung katalanischer Nachwuchskünstler im in- ternationalen Kontext auf der Grundlage der Bekanntma- chung ihres Talents und ihrer Werke.3. Die Positionierung katalanischer Werke auf den internatio- nalen Märkten durch Übersetzungen bei Literatur und Phi- losophie, durch die Teilnahme an Festivals und Zyklen bei
  • 83 Musik, Tanz, Theater, Kino und Zirkus, durch die Organisa- tion von Ausstellungen bei den bildenden Künsten usw.4. Die Förderung der Lehre der katalanischen Sprache und der diversen kulturellen Aspekte an Universitäten und Kul- turzentren in aller Welt und das Angebot von Sprachkursen in eigenen und geteilten Einrichtungen.Die Nachbereitung der Frankfurter Buchmesse ist also beson-ders wichtig, da sie die Konsolidierung einer kontinuierlichenArbeit bringen muss. In Deutschland und in der Welt. In unse-rer Welt.Unsere Einzigartigkeit in unserer Universalität.
  • DieOrganisationdesEhrengastauftritts
  • 85Wenn die Ausstellungs- und Messe GmbH einen „Ehrengast“für die Frankfurter Buchmesse auswählt, wählt sie auch eineverantwortliche Körperschaft für die Vorbereitung der Prä-senz und des Begleitprogramms, für die Organisation. Im Fallder katalanischen Kultur ist dies das Institut Ramon Llull, dasmit der AuM eine entsprechende Vereinbarung getroffen undbei der letztjährigen Ausgabe der Messe bereits an der feier-lichen Übergabezeremonie auf dem Messegelände teilgenom-men hat. Das gemeinsam mit der Messeorganisation definierteProgramm für den Ehrengastauftritt wurde in einer ersten Fas-sung noch im Oktober 2006 in Frankfurt selbst und in einerfortgeschritteneren Version im März 2007 bei der Buchmessein Leipzig vorgestellt.Das Institut Ramon Llull, ein von der autonomen katalanischenRegierung, die in den Bereichen Bildung und Kultur über weit-gehende Kompetenzen verfügt, und dem Institut für katalani-sche Studien (IEC) gebildetes Konsortium, hat unter anderemdie statutenmäßige Aufgabe, die katalanische Sprache undKultur im Ausland zu fördern. Einer der beiden Träger des Kon-sortiums, das IEC, ist die offizielle Akademie der katalanischenSprache und hat als geografischen Tätigkeitsbereich das ge-samte katalanische Sprachgebiet (wie in der Gründungsurkun-de von 1907 festgestellt und per königlichem Erlass Nr. 3118vom 26. November 1976 von der spanischen Regierung bestä-tigt wurde). Das IEC ist darüber hinaus seit 1922 Vollmitgliedder Internationalen Akademischen Union (UAI).Zur Gewährleistung der vollständigen institutionellen Reprä-sentation der katalanischen Kultur bei ihrem Ehrengastauftrittauf der Frankfurter Buchmesse 2007 und zur Veranschauli-chung ihrer Vielfalt hat das Institut Ramon Llull Gespräche mitanderen Regierungen und Institutionen der verschiedenen Re-gionen des katalanischen Sprachgebiets aufgenommen. Dasbedeutet nicht, dass es die offizielle, einzige und volle Ver-
  • antwortung für die Programmgestaltung aus der Hand ge-geben hätte. Vielmehr handelt es sich um das Bemühen umeine möglichst vollständige Beteiligung dieser Regionen undPräsenz ihrer öffentlichen Repräsentanten, die – zudem – ander Vorbereitung des Programms mitwirken. In diesem Sinnehat das Institut Ramon Llull Vereinbarungen mit der andorra-nischen Regierung (über ihre Ministerien für auswärtige An-gelegenheiten, Kultur und Kooperation), der Regierung derBalearischen Inseln (über das Institut für Balearische Studi-en) sowie den Stadtverwaltungen von Perpignan und L’Alguergetroffen und befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungenmit anderen Institutionen. Aus dem gleichen Grund übernimmtdas Institut Ramon Llull auch die Repräsentation der Xarxa Vi-ves d’Universitats (Vives-Universitätsnetzwerk), einer Körper-schaft, in der sich die öffentlichen und privaten Universitätendes gesamten katalanischen Sprachgebiets zusammengefun-den haben, um in einigen Fragen, wie der internationalen Be-kanntmachung und Verbreitung der gemeinsamen Spracheund Kultur, solidarisch zusammenzuarbeiten13.Institutionelle Repräsentation der katalanischsprachigenGebiete in Frankfurt 2007Gebiet InstitutionenKatalonien Institut Ramon Llull (Organisation) Katalanische Regierung, UniversitätenBalearische Inseln Institut für Balearische Studien (Regierung der Balearen), UniversitätValencia UniversitätenAndorra Andorranische Regierung, UniversitätNordkatalonien Stadtverwaltung Perpignan, UniversitätL’Alguer Stadtverwaltung L’AlguerBei seiner Organisationsarbeit ist das Institut Ramon Llull auchdirekt vom Gremium katalanischer Verleger und vom Verband
  • 87der Verleger in katalanischer Sprache unterstützt worden, diezu entschiedenen und unentbehrlichen Förderern des entspre-chenden Teils des Programms geworden sind und die meis-ten spezifischen Maßnahmen zugunsten der Verlagsindustrie,sowohl hinsichtlich der im Vorlauf der Buchmesse in Barce-lona stattfindenden Aktivitäten als auch der Präsenz bei eu-ropäischen Messen im Lauf des Jahres, übernommen haben.Folglich werden das Gremium katalanischer Verleger und derVerband der Verleger in katalanischer Sprache – dem fast alleVerlage, einschließlich der valencianischen, balearischen undandorranischen, angehören, die Werke in katalanischer Spra-che veröffentlichen – in Repräsentation der Verlagsindustrieauch am zentralen institutionellen Stand auf der Buchmes-se vertreten sein. Das valencianische Verlegergremium, dasebenfalls an der Repräsentation unserer gemeinsamen Kulturmitwirkt, wird einen eigenen Stand direkt nebenan haben. Au-ßerdem wird die institutionelle Vertretung auch die kleinen Ver-lage ohne Verbandszugehörigkeit umfassen.Schließlich hat das Institut Ramon Llull die volle Unterstützunganderer beruflicher und kultureller Körperschaften, Verbändeund Institutionen bekommen, die, vor allem, was die Welt desBuchs, die Publikation mittels neuer Technologien und die gra-fische Illustration betrifft, zur Repräsentation und Präsentationdes Reichtums, der Dynamik und der Vielfalt der katalanischenKultur beitragen wollen, sowie die anderer Kulturindustrien,die direkt oder indirekt mit Büchern zu tun haben, wie das Kinooder das Theater.13 Angeschlossen sind die folgenden Universitäten: Universitat Abat Oliba CEU (Barcelona), Universitatd‘Alacant, Universitat d’Andorra, Universitat Autònoma de Barcelona, Universitat de Barcelona, Universitatde Girona, Universitat de les Illes Balears, Universitat Internacional de Catalunya, Universitat Jaume I (Cas-telló), Universitat de Lleida, Universitat Miguel Hernández d‘Elx, Universitat Oberta de Catalunya, Universitatde Perpignan Via Domitia, Universitat Politècnica de Catalunya, Universitat Politècnica de València, Univer-sitat Pompeu Fabra (Barcelona), Universitat Ramon Llull (Barcelona), Universitat Rovira i Virgili (Tarragona),Universitat de València und Universitat de Vic
  • Dem Ehrengastauftritt der katalanischen Kultur bei der Frank-furter Buchmesse ist eine lange und – wie in diesen Fällen üblich– komplexe Vorbereitungszeit vorausgegangen. Sergio Vila-Sanjuán, der sie von Beginn an miterlebt hat und als inhaltli-cher Berater der zentralen Ausstellung mitwirkt, erinnert sich:„1996, nachdem ich den Aufwand beobachtet hatte, den dieFrankfurter Buchmesse Irland widmete, dachte ich zum ers-ten Mal daran, dass die Kategorie des Gastlands der Messe fürdie katalanische Literatur nützlich und angemessen sein könn-te. Irland bildet zwar mit Großbritannien (und den USA) einenSprachraum, sein Kulturraum ist jedoch klar differenzierbar,und was dessen Grenzen angeht, sind diese zweifellos rechtkomplex, und die kulturellen stimmen nicht mit den geografisch-staatlichen überein. Durch den Titel ‚Irland und seine Diaspora’bekam der irische Gastlandauftritt bereits eine besondere Fle-xibilität. Konnte man so etwas nicht auch mit der katalanischenLiteratur machen, ihr die erforderliche internationale Verbrei-tung ermöglichen und zugleich in korrekter Weise ihre Ver-schiedenheit innerhalb Spaniens und ihre valencianische undmallorquinischen Varianten erklären? Nach meiner Rückkehrnach Barcelona diskutierte ich diese Fragen mit einigen Freun-den aus der Literaturbranche, und ich erinnere mich an einigerein spekulative Gespräche mit Baltasar Porcel über das Thema.Es gab damals noch mehr Leute, die das Gleiche dachten undaussprachen. 1998 legte der damalige Präsident des Verban-des der Verleger in katalanischer Sprache, Josep Herrera, imVerlauf eines protokollarischen Akts anlässlich des Besuchsdes katalanischen Kultusministers Joan Maria Pujals bei derBuchmesse nahe, Katalonien könne sich, vielleicht gemeinsammit anderen Minderheitensprachen, um einen Ehrengastauf-tritt bewerben. Allerdings zeigte sich Pujals damals für dieseIdee kaum empfänglich.“14Im Verlauf der Frankfurter Buchmesse 2000 verkündete derneue Kultusminister der katalanischen Regierung, Jordi Vilajo-
  • 89ana, öffentlich, er zöge die Möglichkeit einer offiziellen Bewer-bung in Betracht. 2002 war es dann die Direktionsmannschaftdes neu gegründeten Instituts Ramon Llull unter Leitung vonJoan Maria Pujals, die diesen Schritt unternahm. Und währendder Buchmesse 2004 konnte Xavier Folch, der inzwischen dieLeitung des Instituts übernommen hatte, verkünden, dass dasZiel erreicht worden war: Die katalanische Kultur würde Eh-rengast sein, und zwar im Jahr 2007.Zwei Jahre nach dieser Ankündigung, im Oktober 2006, wur-den, natürlich in Frankfurt, in Anwesenheit des Direktors derFrankfurter Buchmesse, Jürgen Boos, des neuen katalani-schen Kulturministers, Ferran Mascarell, des neuen Direktorsdes Instituts Ramon Llull, Emili Manzano, und der Projektkom-missarin Anna Soler-Pont offiziell die Grundzüge des katalani-schen Auftritts präsentiert.Trotz der personellen Veränderungen, die sich infolge der letz-ten katalanischen Parlamentswahlen ergeben haben, ist die-ses Grundgerüst im Wesentlichen – abgesehen von einigenUnwägbarkeiten – unverändert geblieben, erweitert – die Re-präsentanz der einzelnen Regionen des katalanischen Sprach-gebiets wurde verbessert – und um neue Aktivitäten ergänztworden, um die insgesamt über zehnjährige Entwicklung mög-lichst erfolgreich abschließen zu können. Den Kern der sehrumfangreichen Mannschaft, die mit der inhaltlichen und tech-nischen Umsetzung des Projekts befasst ist, bildet das tech-nische Personal des Instituts Ramon Llull, dessen Direktionnatürlich auch die Gesamtverantwortung trägt.14 Vila-Sanjuán: Guia de la Fira de Frankfurt per a catalans no del tot informats (Barcelona, 2007), S. 125-126.
  • Projekt„Frankfurt 2007“Organisiert von:Institut Ramon Llull(Generalitat de Catalunya und Institut d’Estudis Catalans)In Übereinkunft mit:Govern d’Andorra // Institut d’Estudis Baleàrics // Ajuntament de Perpinyà //Ajuntament de l’AlguerMit Unterstützung von:Ministerio de Industria, Turismo y ComercioUnter Beteiligung von:Gremi d’Editors de Catalunya // Associació d’Editors en Llengua CatalanaDiese zur Verteilung bei den Veranstaltungen des Programms „Frankfurt2007“ vorgesehene Broschüre ist auf Katalanisch, Spanisch, Französich,Deutsch und Englisch erschienen.Ubersetzung aus dem Katalanischen von Michael RöhrigDesign: Jordi Calvet :: www.jordicalvet.netDruck: Grinver, S.A.B-19920-2007
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  • INSTITUT RAMON LLULL 93 Direktor: Josep Bargalló Stellvertretende Direktorin: Neus FornellsDirektor für Planung und Kommunikation: Antoni Batista Bereichsleiter Sprache: Àngels Prats Bereichsleiter Kreation: Borja Sitjà Bereichsleiter Wissenschaften: Carles Torner Geschäftsführer: Josep Marcé Kommissarin Projekt „Frankfurt 2007“: Anna Soler-Pont