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Griechenland fsg gpa djp (oktober 2012)
 

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  • Historische Entwicklung des griechischen Kapitalismus: Griechenland lag stets an der Peripherie des kapitalistischen Europas. Sehr späte Wegentwicklung von einem überwiegend landwirtschaftlichen Land (mit einer bedeutenden Reederei-Branche). Aufkommender Tourismus und Auslandsüberweisungen griechischer MigrantInnen. Gewisse Entwicklung und „Boom“ bis zu den Olympischen Spielen 2004. Es kam allerdings zu keinem Aufbau einer industriellen Basis und Griechenlands Wirtschaft hatte stets große strukturelle Probleme: z.B. geschätzte Steuerausfälle durch Steuerhinterziehung: € 10-30 Mrd. (zitiert nach Kritidis, Gregor in Lunapark 21, Heft 16, Winter 2011/12) mit der Euro-Einführung wurde das griechische Leistungsbilanzdefizit zunehmend höher. Ungleichentwicklungen der Lohnquoten in Nord- und Südeuropa
  • Arbeitslosigkeit real aufgrund der hohen Prekarisierung bis zu 30%
  • Arbeitslosigkeit real aufgrund der hohen Prekarisierung bis zu 30%

Griechenland fsg gpa djp (oktober 2012) Griechenland fsg gpa djp (oktober 2012) Presentation Transcript

  • GriechenlandDie soziale Katastrophe der neoliberalen Spardiktate
  • Die rassistische Lüge von den ‚faulen Griechen‘ Jahresarbeitszeit und Urlaubstage (2010)Quelle: zitiert nach ver.di Bundesvorstand (April 2012)
  • Die rassistische Lüge von den ‚faulen Griechen‘ Faktisches Pensionsantrittsalter (2010) Wann gehen Beschäftigte tatsächlich in Rente? ver.di Bundesvorstand Bereich Wirtschaftspolitik Tatsächlicher Berufsausstieg im Alter von ... 70 69,7 68 67,3 67,0 Männer Frauen 66 65,5 64,8 64 63,6 63,4 61,9 61,8 61,8 62 61,1 60,5 60 59,6 59,7 59,1 58,9 58,7 58 57,5 56 54 52 50 Japan Portugal USA Griechenland Spanien Deutschland Italien Frankreich Österreich Quelle: OECD, Renten auf einen Blick 2010, Paris/Berlin 2011
  • Massive Angriffe auf Errungenschaften der griechischen ArbeiterInnenbewegung• Privatisierungen de facto aller (noch) staatlichen Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen (Post, Bahn, Gas-, Elektrizitäts- und Wassergesellschaften, Häfen, Flughäfen, Bergbau- und Hüttenbetriebe, Erdölgesellschaft, staatlicher Immobilien- und Landbesitz, etc.)• Massive Belastungen für ArbeitnehmerInnen (Erhöhung der Selbstbehalte für Medikamente, Pensionskürzungen, Erhöhung der Mehrwertsteuer, Kürzungen von sozialstaatlichen Leistungen, etc.)• Das Sozialversicherungssystem steht vor dem Zusammenbruch (Pensionen werden nicht ausgezahlt, Medikamente müssen von den Versicherten selbst bar bezahlt werden, etc.)
  • Massive Angriffe auf Errungenschaften der Massive Angriffe auf Errungenschaften der griechischen ArbeiterInnenbewegung griechischen ArbeiterInnenbewegungLohn- und Gehaltspolitik• 2012: Kürzung des gesetzlichen Mindestlohns um 22% (auf 585 Euro brutto); für ArbeitnehmerInnen bis 25 Jahre um 32% (auf 490 Euro brutto)• De facto Außerkraftsetzung von Branchenkollektivverträgen• Aufhebung der Nachwirkung von Branchenkollektivverträgen• Zulagen im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen, Qualifikationen und Dienstjahren werden eingefroren und in vielen Fällen ausgesetzt• Massive Kürzungen bei den Gehältern (bis zu 50%) im Öffentlichen Dienst• Kürzung des Arbeitslosengeldes von 461 auf 358 Euro. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit gibt es keine staatliche Unterstützung mehr und auch der Krankenversicherungsanspruch geht verloren.
  • Massive Angriffe auf Errungenschaften der griechischen ArbeiterInnenbewegungArbeitsrecht• Stufenbau der Rechtsordnung wurde außer Kraft gesetzt: Arbeitsrechtliche Verschlechterungen auf betrieblicher Ebene sind seit 2010 zulässig• Schlechtere Bezahlung von Überstunden• Kündigungen wurden vereinfacht• Abfindungen und Kündigungsschutzfristen gekürzt• Auf betrieblicher Ebene können nun nicht gewählte „Assoziationen von Personen“ (d.h. gelbe Interessensvertretungen) Kollektivverträge abschließen• Einseitige Umwandlung von Vollzeit- in Teilzeitbeschäftigung oder die Reduzierung von Stunden sind nun jederzeit möglich
  • Folgen der „marktkonformen Demokratie“ Europa ohne Arbeit ver.di Bundesvorstand Bereich Wirtschaftspolitik Arbeitslosenquoten in Prozent im Herbst/Winter 2011 Jugendliche unter 25 Jahren 48,9 % Arbeitslosenquote insgesamt 45,1 % 30,4 % 31,3 % 30,2 % 29,2 % 27,2 % 24,2 % 22,2 % 22,8 % 18,3 % 13,6 % 14,3 % 12,9 % 10,% 9,9 %8,2 % 8,5 % 7,5 % 8,5 % 4,8 % 5,5 %Niederlande Deutschland Schweden Italien Frankreich Polen Portugal Slowakei Irland Griechenland SpanienQuelle: Eurostat
  • Folgen der „marktkonformenDemokratie“ Folgen der „marktkonformen Demokratie“• Arbeitslosigkeit steht bei 23% (Juli 2012)• Jugendarbeitslosigkeit 54,9% (Juli 2012)• (Realer) BIP-Rückgang 2007-2012: 20% (Marterbauer 2012)• Unterernährte Kinder an den Schulen. Alarmierende Berichte der griechischen LehrerInnengewerkschaft DOE• Eltern sind gezwungen Kinder in Kinderheime zu geben, da sie sie nicht mehr ernähren können.• Drakonische Spar- und Steuermaßnahmen treiben immer mehr Menschen in die völlige Verarmung. Ende 2010 waren 27,7% der GriechInnen von Armut erfasst oder unmittelbar bedroht (EuroStat 2011)• Massiver Anstieg der Obdachlosigkeit, insbesondere in den Großstädten• Anstieg der Selbstmordrate um 40-50% (2010-2011) nach einer Verdoppelung in den Jahren zuvor (Frankfurter Rundschau 2010, Spiegel 2012)• Massiver Anstieg rassistischer und faschistischer Gewalt, insbesondere gegen MigrantInnen
  • Folgen der „marktkonformen Demokratie“ „Insofern ist die Solidarität mit Protestaktionen der griechischen Bevölkerung Hilfe zur Selbsthilfe. Damitnicht auch wir demnächst zur Schlachtbank geführt werden…“ (Sepp Wall-Strasser, ÖGB Oberösterreich, Mai 2010)Kathrin Niedermoser & Lukas Neißl, Wien 2012