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Mit Sicherheit Gesund

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Betriebliches Gesundheitsmanagement;

Artikel in AOK Gesundheitsforumg Ausgabe 02/2007
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  1. 1. Aktuell Gesundheitsforum Niedersachsen Ausgabe 2/2007 GEWINN für Niedersachsen Inhalt Die Wirtschaft in Niedersachsen steht in den nächsten Jahren vor gravie- GEWINN für 1 Niedersachsen renden Veränderun- gen. Sie werden wesentlich durch die fortschreitende 3 „Mit Sicherheit gesund“ 5 Globalisierung und die Megatrends Gesund und fit am Arbeitsplatz zur Dienstleistungsge- sellschaft und zur Wissens- gesellschaft bestimmt. Damit ändern sich die Anforderungen an die Unternehmen und ihre Beschäftigten. Notwendig sind andere und oft deutlich höherwertige Qualifikationen, um sich so- Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt und die AOK Niedersachsen die Initiative GEWINN ins Leben gerufen. 7 „Viel ist seitdem geschehen“ wohl auf den nationalen wie auch auf den Die Initiative zielt darauf ab, die Gesund- internationalen Märkten behaupten zu kön- heit der Belegschaften zu fördern, ihre Betriebliches Eingliederungs- nen. Für die Zukunft der Wirtschaft ist entschei- Leistungsfähigkeit zu erhalten sowie die Beschäftigten für aktuelle und zukünftige Anforderungen zu qualifizieren. Zugleich management (BEM) 9 dend, dass es gelingt, diese strukturellen soll damit die Wettbewerbsfähigkeit der Veränderungen erfolgreich zu bewältigen. Unternehmen in Niedersachsen gefördert Krankenstandsentwicklung Dazu bedarf es neben einer professionellen Unternehmensführung auch motivierter, leistungsfähiger und gut qualifizierter Be- schäftigter. Gefordert sind die Unternehmen werden. Mit ihrer Herangehensweise und den gemeinsamen Lösungsansätzen auf Initiative der Sozialpartner und der AOK ist die trägerübergreifende Initiative inno- in Niedersachsen 10 und ihre Beschäftigten gleichermaßen, um vativ und entspricht den Handlungs- Jeder zehnte Beschäftigte beurteilt die notwendigen Veränderungen aktiv an- empfehlungen der Enquete-Kommission 11 Gesundheitszustand kritisch zugehen, neue Produkte bzw. Dienstleistun- „Demografischer Wandel - Herausforde- gen zu entwickeln und erfolgreich auf den rung an ein zukünftiges Niedersachsen“ Märkten zu platzieren. Dies werden die des Niedersächsischen Landtags. Die trä- niedersächsischen Unternehmen angesichts gerübergreifende Initiative will also mit des demografischen Wandels mit zunehmend ihrem Aktionsprogramm ein GEWINN für alternden Belegschaften bewältigen müssen. die niedersächsische Wirtschaft sein. Mit der operativen Leitung und Umsetzung Diese Situation erfordert gemeinsame An- sind die Bildungsträger der Sozialpartner, Fortsetzung strengungen von Beschäftigten und Arbeit- das Bildungswerk der Niedersächsischen Seite 2 gebern. Um auf der betrieblichen Ebene die Wirtschaft (BNW) und die Bildungsvereini- dabei erforderlichen Aktivitäten zu unter- gung ARBEIT UND LEBEN sowie das stützen, haben die Unternehmerverbände AOK-Institut für Gesundheitsconsulting Niedersachsen (UVN), der DGB Bezirk betraut.
  2. 2. Betriebliches 2 Gesundheitsmanagement Handlungsfelder des Netzwerks Gesundheitsförderung, Arbeitsorganisation Editorial und -gestaltung sowie Führung und Personal- Die Entwicklung in Niedersachsen bleibt management fokussieren. Dabei wird ein bezogen auf die Trends zur Dienstleistungs- integrativer und nachhaltiger Ansatz verfolgt. Liebe Leserin, lieber Leser, und Wissensgesellschaft hinter dem Bundes- die niedersächsische Wirtschaft steht durch Glo- durchschnitt zurück. So fällt der Zuwachs Parallel dazu werden insbesondere kleine und balisierung und den Trend zur Wissensgesell- in der niedersächsischen Dienstleistungs- mittelständische Unternehmen zum Aufbau schaft vor anhaltend hohen Herausforderungen. wirtschaft im Durchschnitt geringer aus als von Netzwerken angeregt, unterstützt und Um sich im internationalen Wettbewerb behaup- im übrigen Deutschland. Niedersachsens begleitet. Die Unternehmens-Netzwerke ten zu können, müssen Trends der gesellschaft- Wirtschaftskraft und Arbeitsproduktivität dienen dem Erfahrungsaustausch und dem lichen Entwicklung beachtet werden, die die liegen insgesamt ca. ein Zehntel unter dem Wissenstransfer. Sie können an bestehende Anforderungen an Unternehmen und Beschäftig- te verändern. Dabei gilt es, die Wettbewerbs- westdeutschen Durchschnitt. Entscheidend Netzwerke wie z. B. dem erfolgreichen AOK- fähigkeit der Unternehmen zu sichern, das Quali- für die Verbesserung der niedersächsischen INQA-Kompetenznetzwerk „Arbeitsqualität fikationsniveau der Beschäftigten zu erhöhen Wettbewerbsposition ist es daher, das Arbeits- und Mitarbeiterengagement“ anknüpfen. Auf sowie die Gesundheit der Belegschaften zu för- kräftepotenzial auf die neuen Erfordernisse dieser Plattform werden Best-Practise-Lö- dern und deren Leistungsfähigkeit zu erhalten. einzustellen, die Motivation, Leistungsfähig- sungen kommuniziert und Anstöße gegeben. Ein Faktor zur Stärkung von nachhaltiger Wettbe- keit und Gesundheit der alternden Belegschaf- werbs- und Leistungsfähigkeit ist die Investition in Betriebliches Gesundheitsmanagement. Lesen ten zu erhalten bzw. zu fördern sowie ihre Strategischer Vorteil der Initiative ist, dass sich Sie dazu unseren Leitartikel, der über die Initia- Qualifikationen nicht nur sicherzustellen, die unterschiedlichen Kompetenzen, Angebote tive „GEWINN für Niedersachsen“ der nieder- sondern, soweit möglich, zu erhöhen, um auf und Zielgruppenzugänge der Partner un- sächsischen Sozialpartner und der AOK Nieder- diese Weise dem sich abzeichnenden Fach- mittelbar ergänzen und eine umfassende sachsen informiert. kräftemangel entgegenzuwirken. Herangehensweise ermöglichen. Das Bildungs- werk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) Aus unterschiedlichen Perspektiven berichten drei Unternehmen (Automobilindustrie, Trans- Die trägerübergreifende Initiative verfolgt spricht die Unternehmen, deren Inhaber, portwesen und Öffentliche Verwaltung) über mit ihrem Programm mehrere Ziele: Geschäftsleitungen sowie die wirtschaftlich ihre Aktivitäten und Erfahrungen mit Betrieb- verantwortlichen Führungskräfte an und ist lichem Gesundheitsmanagement. Sie stellen • die Sensibilisierung von Führungskräften außerdem mit seinem Firmenservice in den viele praktische Beispiele für Verbesserungen und Betriebsräten für eine zukunftsorien- meisten Unternehmen als Anbieter von Semi- an den Arbeitsplätzen und im Arbeitsumfeld tierte Personalpolitik, naren, Lehrgängen und firmeninternen Veran- dieser Unternehmen vor. • eine Unterstützung einer den veränderten staltungen bekannt. Die Bildungsvereinigung Wir geben Ihnen außerdem einen Überblick über Altersstrukturen angemessenen Personal- ARBEIT UND LEBEN richtet ihre Angebote die Krankenstandsentwicklung in Niedersachsen arbeit, in erster Linie an Betriebsräte, Arbeitnehmer insgesamt sowie differenziert nach Branchen • die Erhöhung der Beschäftigtenquote von und Arbeitnehmerinnen. Demgegenüber liegt und Krankheitsarten sowie die Ergebnisse einer Älteren und Frauen, der Schwerpunkt des AOK-Instituts für Ge- repräsentativen Befragung von 20.000 Beschäf- • die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sundheitsconsulting im Bereich der Beratung tigten, die Auskunft über ihren Gesundheitszu- stand gaben. • die Gesundheitsförderung in Betrieben, sowie der Organisation und Durchführung von • eine altersgerechte Qualifizierung sowie Projekten zum Betrieblichen Gesundheits- Abschließend erfahren Sie durch unser Angebot • Vernetzung von Unternehmen. management. Das AOK-Institut steht dabei als „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ was bewährter regionaler Partner den Betrieben in zu tun ist, wenn Mitarbeiter lange oder häufig Die Umsetzung soll durch Modellprojekte in allen Phasen des Betrieblichen Gesundheits- krank sind. einzelnen Regionen und Branchen sowie durch managements, von der Analyse über die Ab- Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe wünscht Beratung von Unternehmen zu zukunftsorien- leitung und Umsetzung von betrieblichen Maß- Ihnen allen tierten Fragestellungen erfolgen. Geplant sind nahmen und ihrer Evaluation, zur Verfügung. verschiedene Aktivitäten, wie insbesondere Projekte und Netzwerke zu ausgewählten Fra- Die Initiative bietet den Vorteil, dass gemein- gestellungen wie „alternsbezogene Kompe- sam mit interessierten Partnerbetrieben öffent- tenzentwicklung“ oder „Betriebliches Gesund- liche Fördermittel, beispielsweise aus den Dr. Michael Drupp heitsmanagement und Demografie“ sowie laufenden Programmen des Europäischen Leiter des AOK-Instituts für themenbezogene Informationsveranstaltungen. Sozialfonds (ESF), mit guter Erfolgsaussicht Gesundheitsconsulting Die Projekte umfassen Maßnahmen, die sich beantragt werden können. auf Qualifizierung, Gesundheitsschutz und
  3. 3. Betriebliches Gesundheitsmanagement 3 Ansprechpartner für Betriebe im Falle von themenbezogenen Initiativen und Projektvorhaben sind: Für das Bildungswerk der Niedersächsischen Für die Bildungsvereinigung ARBEIT UND Für das AOK-Institut für Gesundheits- Wirtschaft (BNW): LEBEN: consulting; AOK Niedersachsen: Horst Kowalewski Hans Hoffmann Dr. Michael Drupp Geschäftsführer Geschäftsführer Institutsleiter Höfestr. 19-21; 30163 Hannover Otto-Brenner-Str. 1; 30159 Hannover Hildesheimerstr. 273; 30519 Hannover Tel.: 0511 /9 61 67-72 Tel.: 0511 /1 64 91-0 Tel.: 0511 /87 01-1 61 00 Fax: 0511 /9 61 67-70 Fax: 0511 /1 64 91-26 Fax: 0511 /87 01-1 61 09 horst.kowalewski@bnw.de hans.hoffmann@arbeitundleben-nds.de michael.drupp@nds.aok.de „Mit Sicherheit gesund“ Von Jens Gravemann – Produktionsleitung Autoliv B. V. & Co. KG SICHERHEIT wird bei Autoliv in Braun- schweig groß geschrieben. Autoliv ist der weltweit führende Hersteller in der Automobil- gebot für alle Beschäftigten in Form von Obst, Unternehmersicht auf einem internationalen sicherheit, ein Pionier sowohl auf dem Gebiet Wasser, Tee und Kaffee. Gesundheitskongress vor. der Sicherheitsgurte als auch der Airbags. Ein Technologie-Führer mit dem breitesten Pro- Bei all diesem Engagement im Vorfeld ver- Trotz der zahlreichen Aktivitäten liegt der duktangebot in der automobilen Sicherheit. wundert es nicht, dass Autoliv Braunschweig Krankenstand der jungen Belegschaft nach Weltweit zählen alle führenden Automobil- zu den Gründungsmitgliedern des AOK-INQA- eigenen Statistiken und auch nach Arbeits- hersteller zu den Kunden von Autoliv. Die Netzwerks zählt. Das systematische Vorgehen unfähigkeitsauswertungen durch das AOK- Autolivgruppe umfasst 80 Tochtergesellschaf- beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement Institut deutlich über dem Durchschnitt der ten und Joint Ventures in 29 Ländern mit mehr und insbesondere der Netzwerkgedanke ver- Branche. Eine Senkung der krankheitsbeding- als 39.000 Beschäftigten weltweit. In Braun- anlassten den Werkleiter Herrn Straden 2005 ten Fehlzeiten stand daher ganz oben auf der schweig befindet sich ein Werk zur Montage dazu, dem INQA-Netzwerk beizutreten. Seit- Wunschliste des Steuerkreises. Dieser ist neben von Airbags: 470 Mitarbeiter mit einem Jahres- dem ist Autoliv aktiv in den Arbeitskreisen der Werkleitung bestückt mit Vertretern der umsatz von 246 Mio. Euro in 2006. Die Beleg- vertreten und nutzte das E-Learning Stressma- Personalabteilung, Betriebsrat, Arbeitssicher- schaft ist mit einem Durchschnittsalter von nagement-Angebot für einen Teil seiner Füh- heit, Betriebsarzt und Produktionsleitung. rund 34 Jahren sehr jung. Dennoch - oder auch rungskräfte. Auf Bitten des Netzwerks stellte Die Senkung des Krankenstands sollte durch gerade deshalb - ist es dem Management Autoliv den Nutzen des INQA-Projekts aus eine Erhöhung von Wohlbefinden und Zufrie- wichtig, präventiv zu arbeiten, um die Gesund- heit und Leistungsfähigkeit aller Mitarbeiter auf lange Sicht zu erhalten. Wer zuverlässig und auf Dauer gute Leistung zu erbringen hat, muss Spaß an der Arbeit haben. Umsetzung findet dies u.a. in Teamarbeit, einer Politik der „offenen Tür“, im gemeinsamen Feiern von Erfolgen und gemeinsamen sport- lichen Aktivitäten. Die Aktionen zur Gesund- heitsförderung reichen weiter über Gesund- heitstage, Themenangebote wie Venencheck, Hautkrebsvorsorge, Zahnpflege, Nichtraucher- seminare, Grippeschutzimpfungen hinaus. Versüßt wird dies durch ein kostenfreies An-
  4. 4. Betriebliches 4 Gesundheitsmanagement denheit der Mitarbeiter, Verbesserung der ergo- haltenen Auffälligkei- nomischen Arbeitsplatzgestaltung sowie mehr ten und den aktuellen Arbeitssicherheit erreicht werden. Abarbeitungsstand. Knapp 30 Seiten um- Den Startschuss bildete eine erste Mitarbeiter- fasst der Bericht heute, befragung im Dezember 2005. Alle Beschäf- ergänzt mit Fotos der tigten wurden so von Beginn an in das Projekt Beschäftigten an den integriert und hatten dadurch Gelegenheit, die Maschinen. Themen selbst zu gestalten. Ergonomie, Mit- sprache, Umgebungsbedingungen, körperliche Verschiedenste Pro- Gesundheit zählten zu den Tops, die dann An- duktionsanlagen wur- fang 2006 auf der Agenda standen. Der Fokus den mit Höhenverstel- lag zunächst - auch mit Blick auf die Befragung lung ausgestattet. Dazu - auf dem Produktions- und Logistikbereich. wurden Angebote ein- Eine Arbeitsplatzanalyse mit Bericht doku- geholt und Standards für drei unterschiedliche Insgesamt wurden die Mehrkosten aber durch mentierte Belastungsschwerpunkte und Ge- Gewichtsklassen ausgearbeitet. An anderen Effizienzsteigerung und eine verbesserte ergo- sundheitsgefährdungen an den Maschinen. Die Maschinen wurden die Zuführbänder tiefer nomische Situation ausgeglichen. Mitarbeiter nannten auch selbst Punkte, die gesetzt oder einige erhöht, um so ergonomisch ihnen aufgefallen waren und wurden für ihren gesehen die beste Höhe zu erreichen. Die Damit auch alle Beschäftigten wahrnehmen, Arbeitsplatz sensibilisiert. Dies bildete die Luftpolsterfolie musste früher an Folien- dass sich etwas bei Autoliv in Braunschweig Grundlage für die weitere Entwicklung von schneidetischen geschnitten werden. Das hat bewegt, wird in der Infoecke und auf Betriebs- Maßnahmen zur Optimierung der ergonomi- lange gedauert und stellte eine permanente versammlungen regelmäßig informiert. Nicht schen Arbeitsbedingungen. 2006 wurden zwei Verletzungsgefahr dar. Daraufhin wurden die zuletzt spürt der ein oder andere Mitarbeiter Workshops „Ergonomie und Bewegung“ Folien geschnitten angeliefert. Im Lager wurden eine ergonomische Verbesserung am eigenen durchgeführt, wobei im Vorfeld die Arbeits- die schweren, sperrigen „64er Gehäusekartons“ Leib. plätze genauestens analysiert wurden. Des durch kleinere, handlichere ersetzt. Der Haupt- Weiteren wurden insgesamt drei Fitnesstests fahrweg in der Produktion wurde verbreitert Bewegungspausen am Arbeitsplatz zur Entla- angeboten, bei denen 106 Mitarbeiter hochmo- u.v.a.m. stung wurden im Steuerkreis ebenso in Erwä- tiviert und sehr engagiert auf ihre körperliche gung gezogen und diskutiert. Leistungsfähigkeit getestet wurden. Neben der Viele Maßnahmen sind mit erheblichen Kosten persönlichen Ergebnisbesprechung kam der von mehreren tausend Euro verbunden. Allein Eine Pause wird sich das Betriebliche Gesund- Spaß auch bei sommerlichen Temperaturen die Umstellung auf die geschnittene Luftpol- heitsmanagement bei Autoliv nicht leisten. Die nicht zu kurz. sterfolie kostete Autoliv ca. 4.000,00 EUR/Jahr; Verankerung in einen kontinuierlichen Prozess eine neue Dreh- und Hebevorrichtung ca. und ein gemeinsames, integriertes Konzept Im Produktionsbericht dokumentiert ein Status- 9.000,00 EUR; eine standardisierte Höhenver- halten das Unternehmen in Bewegung - mit bericht die bei der Arbeitsplatzanalyse festge- stellung 4.000 bis 6.000 EUR je nach Typ. SICHERHEIT! Vorher: 64er Gebinde Nachher: 32er Gebinde
  5. 5. Betriebliches Gesundheitsmanagement 5 Gesund und fit am Arbeitsplatz von Michael Turowski - Betriebsrat bei Hellmann Worldwide Logistics GmbH & Co. KG Hellmann Worldwide Logistics ist ein familien- geführtes Unternehmen, bei dem zum heutigen Zeitpunkt 6750 Mitarbeiter weltweit beschäftigt consulting eine Arbeitsplatzbegehung mit sind. Gemäß unserer Unternehmensphilosophie Analyse im gesamten Betrieb statt. Die Be- und gemeinsam mit unserem weltweiten Netz schäftigten wurden direkt an Ihrem Arbeitsplatz »Hellmann Worldwide Logistics« in 341 Büros aufgesucht. Auf Defizite z. B. in der Körper- und 134 Ländern sorgen wir für eine individu- haltung, der Stellung des Monitors und / oder elle und kompetente Betreuung unserer Kunden des Bürostuhls wurde aufmerksam gemacht in aller Welt. Die Dienstleistungspalette des und kleinere Mängel sofort beseitigt. Das Team Unternehmens umfasst dabei die klassischen der AOK (Herren Görres, Köhler und Dürren) Speditionsleistungen per LKW, Luft- und See- stand den Mitgliedern von HellFit helfend zur fracht genauso wie ein umfangreiches Kurier- Seite und entwickelte aus den Resultaten ein dienstangebot, umfangreiches Warehousing gesamtheitliches Konzept, welches in einem und zahlreiche Spezialserviceleistungen. Maßnahmenplan gipfelte, der sofort zur Um- setzung gebracht wurde. Mitarbeiter/innen Im Zuge des Betrieblichen Gesundheitsma- erhielten zeitnah neue Bürodrehstühle, Schreib- nagements wurden bei Hellmann in den ein- tische und Monitore wurde ergonomisch aus- zelnen Niederlassungen ab 2005 Gesundheits- gerichtet, vorhandene Kabelsalate wurden genießen zu können. Vorteil: Die Mitarbeiter/ kreise eingeführt. Die Niederlassung in Lehrte durch die EDV umgehend beseitigt. Inte- innen ernähren sich während der Arbeitszeit startete 2005 mit 6 Mitarbeiter/innen unter ressierte Beschäftigte nahmen an speziellen gesünder und entdecken, dass auch „Grünzeug“ dem Namen HellFit Team und begeisterte ab Workshops für Ergonomie und Motorik teil lecker schmecken kann und zum allgemeinen diesem Zeitpunkt die Beschäftigten der Nieder- und wurden im Rahmen derer zu Multiplika- Wohlbefinden beiträgt. lassung. toren ausgebildet, die ihr Wissen an die übrige Belegschaft weitergeben sollen. Die zu Multi- Um den Winter nicht allzu kalt und vitaminlos Aber was bedeutet HellFit und was soll es plikatoren ausgebildeten Mitarbeiter/innen erscheinen zu lassen, gibt es jedes Jahr ab No- bewirken? Die Mitglieder haben es sich auf überprüfen regelmäßig die Arbeitsplätze hin- vember einen frischen Obstkorb für die Mitar- die Fahne geschrieben, den Mitarbeiter/innen sichtlich ergonomischer Gesichtspunkte, neh- beiter/innen. Ob Äpfel, Birnen, Bananen oder durch unterschiedlichste Aktionen und Events men Anregungen auf und stellen diese dem Mandarinen, die gesunde Vielfalt wird von das Thema Gesundheit transparenter zu ma- HellFit Team vor, welches stark in das Konzept den Beschäftigten sehr gut angenommen. Bis chen, es in den Vordergrund zu rücken und vor eingebunden ist. in den März hinein gibt es zweimal wöchentlich allem sich dadurch wohler und gesünder zu diese kleine Vitaminbombe. fühlen, auch im Büro. Getreu dem Motto: Aber auch Aktionen mit weniger Nachhaltig- „Gesund bleiben, fit sein, sich wohl fühlen“ keit werden von den Beschäftigten der Nieder- Die zweite Aktion, die das HellFit Team in stellt sich das Team von Mitarbeitern für Mit- lassung gut aufgenommen. So gab es z. B. im Zusammenarbeit mit der AOK durchführte, arbeiter monatlich neuen Herausforderungen. Sommer in Zusammenarbeit mit der Hellmann war eine erfrischende alkoholfreie Cocktail- Kantine eine Salataktion, bei der die Mitar- Aktion im letzten Sommer. In der Hellmann Als eines der Highlights fand in Zusammen- beiter/innen einen Gutschein erhielten, um für Kantine bauten Mitarbeiterinnen der AOK arbeit mit dem AOK-Institut für Gesundheits- wenig Geld einen wunderbar frischen Salat einen sommerlich ausgestatteten Stand auf und
  6. 6. Betriebliches 6 Gesundheitsmanagement servierten den ganzen Tag frisch zubereitete, alkoholfreie Cocktails. Aber nicht nur das: Es wurden außerdem hilfreiche Tipps und Tricks zum Thema gesunde Ernährung gegeben und vor der Kantine wartete der AOK-Bus, in dem es Informationsmaterial gab. Auch konnte man sich den Blutzucker- und Cholesterinspiegel messen lassen, und manch einer verzichtete sodann auf seine Currywurst mit Pommes zum Mittagessen und orientierte sich lieber an einem gesunden Menü. Dass gesunde Ernährung unser Immunsystem stärkt und fit hält, mag zwar stimmen, nur sollte man bei diesem Thema eins nicht außer Acht lassen: Die Bewegung. Genau aus diesem Grund überlegte sich das HellFit Team eine weitere Aktion. In Anlehnung an das Konzept des Bundesministeriums für Gesundheit und mit dessen Zusammenarbeit wurden sogleich Winter für die tropfenden Nasen verteilt. Im Hellmann rauchfrei findet nicht nur in der Schrittzähler für die Mitarbeiter/innen bestellt, Sommer waren es gesunde Trinkpäckchen, die Niederlassung in Lehrte Anklang, sondern wird und die Aktion „3.000 Schritte extra“ wurde den Beschäftigten während der Arbeitszeit bereits erfolgreich in den Niederlassungen auch bei Hellmann ins Leben gerufen. Ziel ist ausgehändigt wurden. Hamburg und Osnabrück umgesetzt. Das Ziel es, die Beschäftigten in ihrer Mittagspause da- ist es allerdings nicht, die rauchenden Mitar- für zu begeistern, sich zu bewegen. Damit nie- Fast ganz zum Schluss des Berichts kommen beiter/innen zu diskriminieren, sondern ganz mand allein gehen muss, treffen sich zu be- wir zu einer der erfolgreichsten Aktionen, die im Gegenteil, sie zu unterstützen mit dem stimmten Uhrzeiten kleine Gruppen, die zu- vom HellFit Teams durchgeführt wurden. Rauchen aufzuhören. Natürlich immer unter sammen losmarschieren. Jeder für sich schaff- Getreu dem Motto: „Lassen Sie sich verwöhnen dem Aspekt, das Rauchen die Gesundheit te somit seine 3.000 Schritte extra pro Tag. und vergessen Sie den Stress!“ bot das HellFit gefährdet, und was wären wir für ein HellFit Team in Zusammenarbeit mit einer externen Team, wenn wir diese Aktion nicht unterstützen Eine andere Art der Bewegung, bei der sich Masseurin ganzheitliche energetische würden? In Zusammenarbeit mit Easy Well das HellFit Team ganz nach dem heutigen Massagen für die Mitarbeiter/innen an Bild- und der Allen Carr Methode fand, vor nicht Trend richtete, ist das Nordic Walking. Diese schirmarbeitsplätzen an. Wie sich herausstellte, allzu langer Zeit, der erste Workshop in Lehrte Sommer-Trainingsmethode der Spitzenathle- war diese Aktion ein voller Erfolg. Bereits statt, an dem 17 Beschäftigte teilnahmen. Und ten aus den Bereichen Langlauf, Biathlon und beim ersten Termin meldeten sich insgesamt wie es aussieht, sind bis dato fast alle Teilneh- der Nordischen Kombination wurde 1997 als 60 Mitarbeiter/innen an, so dass es schon mer standhaft und haben mit dem Rauchen äußerst effektive Sportart in Finnland vorge- einiger Terminkoordination bedurfte, um alle aufgehört. Das Wichtigste dabei allerdings ist, stellt und etablierte sich innerhalb kürzester unter einen Hut zu bekommen. Doch es gelang dass sie sich in dieser neuen Situation wohl- Zeit als Ganzjahressport. Nicht nur die Finnen und nachdem die 20 Minuten pro Teilnehmer fühlen und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. waren begeistert. Interessierte Hellmann-Mitar- zu Ende waren, sah man nur noch entspannte beiter/innen treffen sich an Samstagen und und strahlende Gesichter auf den Fluren. Am Ende angekommen können wir als Unter- walken los. Zu Beginn wurde diese Aktion nehmen froh sein, ein Team von Mitarbeiter/ durch ein kleines Gewinnspiel angeregt, bei Entscheidend ist, dass nicht allein gesunde Er- innen zu haben, das sich für andere Mitarbeiter/ dem man die komplette Nordic Walking-Aus- nährung und Bewegung ausschlaggebend dafür innen engagiert. Wir sehen den neuen Events rüstung gewinnen konnte. Hoch motiviert stand sind, dass sich der Mensch wohl fühlt, auch mit Freude entgegen und erwarten schon jetzt einem neuen Outdoortraining nichts mehr im eine stressfreie und entspannte Atmosphäre tra- Vorschläge für die nächsten Monate. Weiterhin Weg. gen zum Wohlbefinden der Mitarbeiter/innen hoffen wir natürlich, das auch die Zusammen- bei und somit auch zum Unternehmenserfolg. arbeit mit der AOK aufrechterhalten wird und Zwischendurch trat das HellFit Team immer wir so unsere Belegschaft motivieren: Gesund wieder mit kleineren Leckerbissen in Erschei- Die momentan aktuellste Aktion des HellFit bleiben, fit sein und sich wohl fühlen... nung: Taschentücher mit Slogans wurden im Teams ist das Credo des Nichtraucherschutzes.
  7. 7. Betriebliches Gesundheitsmanagement 7 „Viel ist seitdem geschehen“ Von Hans-Dieter Pauli, AOK-Institut für Gesundheitsconsulting So schrieb die Bürgermeisterin der Stadt Lehrte in ihrem 7. Info-Brief an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leitete damit die zweite gruppen innerhalb des Baubetriebshofs, der Die Mitarbeiterbefragung Mitarbeiterbefragung im Gesundheitsmanage- Kindertagesstätten sowie im Verwaltungsbe- Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung ment-Projekt der Stadt Lehrte ein, das seit reich durchgeführt. Dort zeigten sich Verbesse- erbrachten eine Reihe von Erkenntnissen über Sommer 2006 läuft. rungspotenziale beim Baubetriebshof vor allem die Einschätzungen der Mitarbeiter/innen zu in der „Kommunikation“ sowie bei den Kinder- Fragen betriebsklimatischer Dimensionen. Der Einstieg tagesstätten und der Verwaltung im Bereich Insgesamt 73 % der rund 480 Beschäftigten der „Arbeitsumgebung“ und „Arbeitsorgani- haben sich beteiligt. Die Einschätzungen be- Den äußeren Rahmen bildete das INQA- sation“. wegten sich bei den Befragungen durchschnitt- Projekt, an dem die Stadt Lehrte teilgenommen lich bei 2,52 in einer Skala von 1 bis 5 und hat. Bestandteile waren eine umfassende Ana- Die Führungskräfte-Workshops verwiesen darauf, dass bei der Stadt Lehrte lyse mit einem Gesundheitsbericht, eine Mitar- Sämtliche Führungskräfte unterhalb der Dezer- bereits Vieles stimmt. beiterbefragung, Arbeitssituationsanalysen nentenebene nahmen jeweils an einem der vier sowie eine ergonomische Arbeitsplatzanalyse Führungskräfte-Workshops teil, die entspre- Bewertung der Ergebnisse im Steuerkreis in drei verschiedenen Bereichen (Baubetriebs- chend der Zusammensetzung zu verschiedenen Grundsätzlich positiv bewertete der Steuerkreis amt, Kindertagesstätten und Verwaltung). Die Ergebnissen kamen. Inhaltlich gemeinsam war in seiner Sitzung am 18.11.2006 die Ergebnisse Führungskräfte der Stadt beschäftigten sich der Ansatz, sich mit Fragen der gesundheit- der Analysen, erachtete es aber als sinnvoll, mit den Fragen der Belastungen der Beschäf- lichen Belastungen der Mitarbeiter/innen zu im Detail Möglichkeiten für Verbesserungen tigten bei einem der vier jeweils ganztägigen beschäftigen und erste Maßnahmen zu deren zu definieren sowie entsprechende Maßnahmen Führungskräfte-Workshops. Minimierung zu entwickeln. Als Schwerpunkte zu entwickeln und umzusetzen. Vier Arbeits- zeigten sich dabei die Themen „Zeitdruck und gruppen sollten gebildet werden, konkrete Die Ergebnisse Arbeitsdichte“ sowie „Belastungen durch Maßnahmen zu entwickeln. äußere Einflüsse“. Der Gesundheitsbericht Der Gesundheitsbericht weist bei den AOK- versicherten Beschäftigten einen Krankenstand von 6,3 % auf. Über 30 % aller Arbeitsunfähig- keitstage waren durch Muskel-, Skeletterkran- kungen begründet. Die ergonomische Arbeitsplatzanalyse Im Rahmen einer Arbeitsplatzanalyse ausge- wählter Arbeitsplätze wurden Auffälligkeiten mit bildlicher Darstellung in Berichtsform festgehalten. Vornehmlich körperlich belasten- de Tätigkeiten z. B. auf dem Baubetriebshof (Werkstatt, Gartenbau) sowie den Kindertages- stätten, aber auch in der Verwaltung, wurden untersucht. Erfasst wurden nicht nur Belas- tungsschwerpunkte, vielmehr wurden auch Lösungsansätze aufgezeigt. Die Arbeitssituationsanalysen Arbeitssituationsanalysen wurden im Rahmen von zweistündigen Zirkelrunden mit Klein-
  8. 8. Betriebliches 8 Gesundheitsmanagement Die Arbeitsgruppen Die dafür gewonnenen Mitarbeiter/innen be- schäftigten sich daraufhin mit großem Enga- gement während einer Reihe von Arbeitsgrup- pensitzungen mit folgenden Schwerpunkten: 1. Baubetriebshof In Arbeitsgruppensitzungen der Mitarbei- ter/innen, z. T. gemeinsam mit den Vorge- setzten, befasste man sich mit dem Informa- tionsfluss und der Art und Weise des Um- gangs miteinander. Geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit wur- den entwickelt und erprobt. Auch ergono- mische Fragen wurden behandelt. 2. Kindertagesstätten Vornehmlich beschäftigte sich diese Arbeits- gruppe, die sich aus Vertreterinnen der 11 • Ein Gesundheitstag der Stadt Lehrte wird wie Leuchtstoffröhren gegen neuere, augen- Kindertagesstätten zusammensetzte, mit in den Räumlichkeiten des Rathauses am freundlichere Zug um Zug ausgetauscht ergonomischen Fragen und Fragen der 17.10.2007 mit folgenden Themen durchge- und Lärmschutzmaßnahmen in den Kinder- Umgebungsbedingungen (Mobiliar, Be- führt werden: tagesstätten im mehrjährigen Stufenplan leuchtung und Lärmreduzierung). a. Infos zu einem ergonomischen Arbeits- umgesetzt werden. 3. Rathaus und Gartenstraße (Verwaltung) platz • Die Arbeitschutzkleidung (Instandhaltung Ziel war es, Möglichkeiten der Minimie- b. Infos der Betriebssportgruppen der Stadt und Reinigung) im Bereich des Baubetriebs- rung klimatischer Einflüsse im Sommer Lehrte hofs wird durch Anmietung im Rahmen haus- und Winter sowie sonstiger umgebungsbe- c. Infos zu den Themen Ernährung, Stress, haltsrechtlicher Möglichkeiten beschafft. zogener und ergonomischer Fragen zu unter- Entspannung und Raucherentwöhnung • Getroffene Absprachen zur Kommunikation suchen. durch Vorträge und Beratung und Transparenz des Geschehens im Bau- 4. Gesundheitsförderaktionen d. AOK-Stand mit belegten (gesunden) betriebshof werden umgesetzt. Die Arbeitsgruppe wollte begleitendende Broten sowie einer „Saftbar“, verbunden • Die Mitarbeiter/innen werden bei der Be- Maßnahmen der Gesundheitsförderung mit einem Gesundheitsquiz schaffung von Arbeitsgeräten zur Stärkung entwickeln und griff dazu auf Aktivitäten e. Fitness-Tests durch AOK-Fachkräfte von Motivation und Verantwortlichkeit im bisheriger Betriebssportgemeinschaften f. Grippeschutz-Impfaktion durch die Be- Baubetriebshof beteiligt. zurück. Ferner wurden Maßnahmen des triebsärztin. aktiven Nichtraucherschutzes entwickelt, • Bei der Vermittlung von Angeboten zu Rau- Die beschlossenen Maßnahmen wurden um- die durch parallele gesetzgeberische Ent- cherentwöhnungsmaßnahmen ist die Stadt gesetzt bzw. werden bei kostenintensiven Be- wicklungen nicht überflüssig wurden. Im behilflich (ein Angebot eines Kurses seitens schaffungen in eine mehrjährige Realisierungs- Rahmen eines Gesundheitstags sollten alle der AOK lag vor). schiene gebracht. Vor allem der Gesundheits- diese Maßnahmen den Mitarbeitern vor- • Ein Meldeverfahren zur Optimierung des tag wurde am 17.10.2007 mit viel positiver gestellt und Anregungen für gesundheitsför- Prozesses von Mängelbehebungen in den Resonanz umgesetzt. dernde und -erhaltende Maßnahmen (z. B. Räumen (z. B. zum Reinigungszustand und Ernährung und Fitness) gegeben werden. der Büroausstattung) wird eingeführt. Die Transparenz der Maßnahmen Auch eine Grippeschutzimpfung sollte in • Jeweils vierstündige Ergonomie- und Moto- diesem Rahmen angeboten werden. rik-Workshops für alle Mitarbeiter/innen in Wichtig war es dem Steuerkreis, die beschlos- der Verwaltung, beim Personal der Kinderta- senen Maßnahmen den Mitarbeiter/innen in Die Umsetzungen gesstätten sowie im Bereich des Baube- geeigneter Weise zur Kenntnis zu geben. Dazu triebsamts / des Klärwerks werden durchge- wurde ein Konzept einer Serie von Infor- Der Steuerkreis der Stadt Lehrte nahm in seiner führt (erste Workshops wurden bzw. werden mationsbriefen entwickelt und umgesetzt. Es Sitzung am 5. Juni 2007 die Vorschläge der bereits in 2007 durchgeführt). wurden folgende Info-Briefe an alle Mitarbei- vier Arbeitsgruppen grundsätzlich zustimmend • Geeignete Stühle für Erzieherinnen in den ter/innen herausgegeben: entgegen und fasste folgende Beschlüsse: Kindertagesstätten werden ebenso beschafft
  9. 9. Betriebliches Gesundheitsmanagement 9 Info-Brief 1 Allgemeines Nichtraucherschutz Info-Brief 2 Umgang mit Mängelmitteilungen Ergonomie / Motorik Workshop-Angebote Info-Brief 3 Ergonomie / Umgebungsbedingungen in den Kindertagesstätten Info-Brief 4 Gesundheitstag der Stadt Lehrte am 17.10.2007 Info-Brief 5 Baubetriebsamt und Kläranlagen Info-Brief 6 Rückblick auf einen erfolgreichen Gesundheitstag Info-Brief 7 Rückblick auf ein Projekt / Mitarbeiterbefragung Die Nachhaltigkeit – ein Ausblick Vielzahl von Arbeitsgruppen und -mitgliedern im neuen Jahr ermöglichen, eine Bilanz des und durch die offensive Mitarbeiter-Information Projekts zu erstellen und geeignete Maßnah- Das Projekt war nach Vorstellung der Pro- zu jedem Projektabschnitt aus. Eine zweite men zu finden, die eine nachhaltige Wirkung jektleitung bei der Stadt Lehrte von vornherein Mitarbeiterbefragung findet Ende 2007 statt. des Gesundheitsmanagements in weitgehend auf Nachhaltigkeit angelegt. Dazu zählte eine Sie soll den Wirkungsgrad der bisher getroffe- eigener Verantwortung erzielen lässt. größtmögliche Mitarbeiterbeteiligung und nen und umgesetzten Maßnahmen messen. -orientierung. Diese drückte sich durch die Der hierzu erstellte Ergebnisbericht wird es Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) Was tun, wenn Mitarbeiter lange oder häufig krank sind? Die demographische Entwicklung lässt die einschränkungen oder gar für Erwerbsmin- Mit dem „Betrieblichen Eingliederungsma- Belegschaften altern. Die Baby-Boomer kom- derung und Frühverrentung. nagement“ sind Vorbeugung und aktives Han- men in die Jahre (dies betrifft die Jahrgänge deln bei Arbeitsunfähigkeit sowie die sys- von ca. 1950 bis 1970). Vielfach bestimmt Die Konsequenz: Unternehmen müssen demo- tematische Eingliederung nach längerer schon jetzt die Generation 50 + das Bild in graphiefest werden. Ein Mittel hierzu ist der Erkrankung gemeint. Ziel ist die Erhaltung der den Betrieben. systematische betriebliche Umgang mit län- Arbeitsfähigkeit für die betroffenen Mitarbeiter, geren und häufigen Arbeitsunfähigkeiten. aber auch generell für die alternde Belegschaft. Mit dem Alter steigt keineswegs die Krank- heitsanfälligkeit an. Ein begrenzter Teil der Der Gesetzgeber hat dazu die Unternehmen Nach § 84, Abs. 2, SGB IX: „... klärt der Arbeit- Belegschaft hat jedoch mit gesundheitlichen zu einem betriebsbezogenen Rehabilitations- geber ... mit Zustimmung und Beteiligung der Einschränkungen, eventuell auch mit chro- vorgehen verpflichtet in Form eines „Betriebli- betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die nischen Krankheitsverläufen zu tun. In diesen chen Eingliederungsmanagements“ (nach §84, Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden Fällen steigt dann das Risiko für krank- Abs. 2 im IX. Sozialgesetzbuch „Rehabilitation werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen heitsbedingte Fehlzeiten und für Leistungs- und Teilhabe behinderter Menschen“). erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der
  10. 10. Betriebliches 10 Gesundheitsmanagement Arbeitsplatz erhalten werden kann (betriebliches Je nach Größe des Unternehmens sollten interne Eingliederungsmanagement)“. Ansprechpartner mit Vertrauen in der Beleg- schaft diese Aufgabe übernehmen (Kümmerer): Im engeren Sinne muss das Eingliederungs- z. B. in Form eines Gesundheitsbeauftragten management den Mitarbeitern mit einer wieder- oder eines internen Integrationsteams. holten oder ununterbrochenen Arbeitsunfähig- keit von 6 Wochen in den letzten 12 Monaten Für alle Fragen zur Einführung und unter- angeboten werden. Es empfiehlt sich jedoch nehmensspezifischen Umsetzung des betrieb- ein frühzeitiges und regelmäßiges Handeln, lichen Eingliederungsmanagements steht das z. B. wenn Mitarbeiter Unterstützungsbedarf AOK-Institut für Gesundheitsconsulting mit signalisieren, wenn Führungskräfte einen seinen Erfahrungen zur Verfügung. Leistungs- oder Motivationsabfall bemerken oder wenn sich Arbeitsunfähigkeiten z. B. über Kontakt: vier Wochen hinziehen. wolfgang.timm@nds.aok.de Krankenstandsentwicklung in Niedersachsen In der niedersächsischen Abb. 2: Krankenstandsentwicklung ausgewählter Branchen 1999 - 2006 in Niedersachsen Krankenstandsentwicklung scheint für 2006 die Tal- sohle erreicht. Anders als in den Vorjahren stagniert in Niedersachsen der Kranken- stand auf niedrigem Niveau, während sich auf Bundes- ebene noch eine Abwärts- bewegung zeigt. Trotz aller wirtschaftlichen Einfluss- Quelle: AOK-Auswertungen auf der Basis der Daten des WidO faktoren für den einzelnen Beschäftigten, wie die Sorge um den Verlust (AOKN) versicherten Beschäftigten über den wieder geringfügig ansteigt. Nach wie vor ist des Arbeitsplatzes sowie die Zunahme von Zeitraum von 1996 - 2006 im Vergleich zur jedoch auch 2006 der durchschnittliche Kran- Beschäftigtenverhältnissen (Teilzeitarbeit) Krankenstandsentwicklung der AOK-Ver- kenstand der AOKN versicherten Beschäf- scheint auf Landesebene kein weiterer Rück- sicherten auf Bundesebene abgebildet. tigten niedriger als der der Vergleichsgruppe gang der Erkrankungen mehr möglich zu sein. auf Bundesebene. Die Grafik macht deutlich, dass der Kranken- In Abbildung 1 ist die Entwicklung des stand auf Landesebene, anders als auf Bun- Im Branchenvergleich zeigt sich eine kaum Krankenstands der bei der AOK Niedersachsen desebene, in 2006 nach jahrelangem Rückgang veränderte Krankenstandsentwicklung im Ver- gleich zum Vorjahr, wobei auch 2006 zwischen den Abb.1: Krankenstandsentwicklung niedersächsischer Betriebe 1996-2006 im Bundesvergleich einzelnen Branchen deut- liche Unterschiede erkenn- bar sind (vgl. Abbildung 2). Während das Gastgewerbe nach wie vor ein sehr nie- driges Niveau aufwies, be- wegte sich der Kranken- stand in der öffentlichen Verwaltung in 2006 weiter- hin auf einem hohen Ni- Quelle: AOK-Auswertungen auf Basis der Daten des WidO
  11. 11. Betriebliches Gesundheitsmanagement 11 veau, wenn auch aktuell Abb. 3: Arbeitsunfähigkeitstage nach Krankheitsarten 1999 - 2006 (AOK bundesweit) leicht rückläufig. Abbildung 3 bildet die Ent- wicklung der Krankheits- arten ab. Dargestellt wird hier der Anteil der Arbeits- unfähigkeitstage an der Ge- samtheit des Kranken- stands. Nach wie vor verur- sachten Muskel-Skelett-Er- krankungen den größten Quelle: AOK-Auswertungen auf der Basis der Daten des WidO Anteil, gefolgt von Atem- wegserkrankungen und Verletzungen. Anders Zunahme des prozentualen Anteils am Kran- chischen Erkrankungen in 2006 von ihrem als in den Vorjahren zeigt sich bei den Muskel- kenstand. Dagegen gehen die bisher tendenziell Anteil her leicht zurück. Skelett-Erkrankungen erstmalig wieder eine eher zunehmenden Herz/Kreislauf-und psy- Jeder zehnte Beschäftigte beurteilt Gesundheitszustand kritisch Dortmund (dpa/lnw) - Jeder zehnte Beschäftigte ten demnach mehr als vierzig Wochenstunden Der Großteil der Befragten ist den beruflichen in Deutschland beurteilt seinen Gesundheits- ab, obwohl nur etwa ein Drittel entsprechende Anforderungen nach eigenen Angaben gewach- zustand als weniger gut oder schlecht. Dies ist Arbeitsverträge hat. Viele Beschäftigte gehen sen. Angesichts seiner Qualifikation fühlt sich ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung zudem Nebentätigkeiten nach, so dass etwa jedoch fast jeder Siebte unterfordert, angesichts von 20.000 Beschäftigten durch die Bundes- jeder Fünfte über 48 Stunden in der Woche anstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erwerbstätig ist. (BAuA, Dortmund) und das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB, Bonn), die am 15.August In Schichtarbeit arbeitet zumindest gelegentlich 2007 veröffentlicht wurde. jeder vierte Beschäftigte. An Wochenenden fällt mindestens gelegentlich für 70 Prozent Schmerzen im Nacken, Rücken und an den der Samstag und für 40 Prozent der Sonntag Schultern sowie allgemeine Erschöpfungs- als Ruhetag aus. Etwa jeder Fünfte kennt zustände führten die Liste der gesundheitlichen Nachtarbeit aus eigener Erfahrung. Der Anteil Beschwerden an. Insgesamt hätten die der Erwerbstätigen, die Bereitschaftsdienst Beschäftigten jedoch eine hohe Arbeits- leisten, liegt ähnlich hoch. zufriedenheit angegeben. Die in der Befragung gewonnenen Daten sollen nach Angaben der Bei den Umgebungsbedingungen fühlt sich BAuA helfen, die Arbeitsbedingungen in den jeder fünfte Betroffene durch Sitzen bezie- Betrieben und damit die Gesundheit der hungsweise jeder Vierte durch Stehen belastet. Beschäftigten zu verbessern. Bedingungen wie das Heben und Tragen schwerer Lasten, Lärm sowie Kälte oder Nässe Als Trend zeichne sich unter anderem eine finden mehr als 20 Prozent an ihrem Arbeits- zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten platz vor. Dies empfinden über die Hälfte der ab, so die Forscher. „Die Beschäftigten arbeiten Betroffenen als belastend. länger als vereinbart“, hieß es. 61 Prozent leis-
  12. 12. Betriebliches 12 Gesundheitsmanagement des Arbeitspensums fast jeder Sechste über- Nur jeder dritte Betrieb bot in den vergangenen Bei der fünften Erwerbstätigen-Befragung fordert. Mehr als die Hälfte der Befragten ist zwei Jahren Maßnahmen der Gesundheits- wurden zwischen Oktober 2005 bis März 2006 Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt, fast förderung an. Bestehende Angebote nutzten Erwerbstätige ab 15 Jahren mit einer Arbeitszeit 60 Prozent der Betroffenen empfinden ihn als zwei von drei Befragten. Hingegen konnte nur von mindestens zehn Stunden pro Woche in belastend. Ähnlich verhält es sich mit Störun- etwa jeder Vierte die Frage bejahen, ob eine Deutschland telefonisch befragt. Zuletzt hatte gen bei der Arbeit. sogenannte Gefährdungsbeurteilung an seinem es 1998/99 eine Erwerbstätigen-Befragung Arbeitsplatz vorgenommen wurde. gegeben. „Das macht sich bezahlt“ In unserer neuen Broschüre „Das macht sich bezahlt“ berichten 5 Unternehmen über ihre Er- fahrungen mit betrieblicher Gesundheitsförderung. Ihre kostenlose Bestellung der Broschüre Wenn Sie weitere Exemplare nimmt die Redaktion der Aktuell gern entgegen. dieser Ausgabe der „Aktuell“ in Druckversion wünschen und / oder Ihnen diese Ausgabe per Mail zugesandt werden soll, wenden Sie sich bitte an die Redaktion. Impressum Herausgeber: AOK – Institut für Gesundheitsconsulting V.i.S.d.P.: Dr. Michael Drupp Auflage: 2.600 Exemplare Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 31. März 2008 Layout und Herstellung: eichels: Hannover Alle Mitarbeiter des AOK-Instituts Redaktion: für Gesundheitsconsulting wünschen Günter Bloy Ihnen, Ihren Mitarbeitern und So erreichen Sie uns: Familien ein frohes Weihnachtsfest, Hildesheimer Str. 273 30519 Hannover einen guten Rutsch ins neue Jahr, für 2008 vor allem Gesundheit Telefon: 0511 /87 01-1 61 21 sowie viel Erfolg im privaten Fax: 0511 /87 01-1 61 09 und beruflichen Bereich. E-Mail: guenter.bloy@nds.aok.de www.aok-institut.de

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