Second Life Und Web 20

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    Second Life Und Web 20 - Presentation Transcript

    1. Second Life und Web 2.0 Zur Untrennbarkeit von virtueller und realer Welt
        • Dr. Jan-Hinrik Schmidt
        • Bamberg, 11.06.2008
    2. Was Sie heute erwartet
      • Die Loslösung des Virtuellen vom Realen? Gängige Thesen und ihre Grenzen
      • Second Life und Web 2.0: Dopplung, Erweiterung – oder Abbild des realen Lebens?
      • Das Entstehen von persönlichen Öffentlichkeiten: Ganz reales Identitäts- und Beziehungsmanagement im Internet
    3. Internet losgelöst von geographischen Beschränkungen?
      • These : Das Internet löse sich vom realen Raum, da Interaktionen unabhängig von geographischen Distanzen und räumlicher Nähe seien
      • Aber: Nutzung des Internets setzt Anschluss an technische Infrastruktur voraus; diese ist räumlich deutlich ungleich verteilt
       Zugang zu virtuellen Räumen ist vom realen Standort abhängig
    4. Internet losgelöst von staatlich-territorialer Kontrolle?
      • „ Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. In behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.“ (Barlow 1996)
      • These : Das Internet stelle eigenständiges „Territorium“ dar, das keiner nationalstaatlicher Kontrolle unterliege
      • Aber: Staatliche Regulierung und Gesetzgebung greift umfassend in die nur vermeintlich rechtsfreien Räume des Internets ein (vgl. u.a. Urheberrecht, Kinder-pornografie, E-Commerce, ….)
      •  Verhalten in virtuellen Räumen unterliegt realen Regeln
      http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg
    5. Internet losgelöst von Beschränkungen des Körpers?
      • These : Das Internet konstituiere einen Cyberspace, in denen Menschen ihre Körperlichkeit überwinden und neue Identitäten schaffen könnten
      http://themiddleeastinterest.files.wordpress.com/2007/12/matrix.jpg  Welche Mechanismen der Repräsentation „realer Identität“ im Virtuellen existieren in Second Life und im Web 2.0? http://www.nytimes.com/slideshow/2007/06/15/magazine/20070617_AVATAR_SLIDESHOW_1.html
    6. Eine kurze Begriffsklärung Technische Infrastruktur des Netzwerks (Glasfaserleitungen, Server, Protokolle zum Datentransfer, …) World Wide Web „ Web 2.0“ Kreativ-produzierende Leistungen einzelner Nutzer (Youtube, Wikipedia, Weblogs, studiVZ, XING, ….) Second Life, World of Warcraft, … „ Virtuelle Welten“ Dreidimensionale Interaktions- & Kommunikationsumgebungen
    7. Junge Nutzer
      • Web 2.0 und virtuelle Welten bislang nur von Minderheit aller Onliner genutzt - allerdings deutlich überproportional von jungen Personen, insbesondere von Teenagern
      Nutzung von Web 2.0-Anwendungen nach Altersgruppen (mindestens selten; in %) Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2007
    8. Second Life
      • Second Life ist eine dreidimensionale Umgebung, in der sich Nutzer vermittels virtueller Verkörperungen („Avatare“) bewegen, miteinander kommunizieren sowie eigene Objekte (Gegenstände, Gebäude, Kleidung,…) kreieren können
      • Das starke Medieninteresse im vergangenen Jahr zog zahlreiche Unternehmen und Organisationen in Second Life, die dort Repräsentanzen eröffneten
      • Manche Regionen von Second Life sind kreativ und vollkommen frei gestaltete Umgebungen, andere Regionen erinnern an aufwändig gestaltete Einkaufszentren oder Gewerbegebiete
      • Im Vergleich zu anderen virtuellen Welten ist Second Life jedoch vergleichsweise wenig bevölkert (ca. 50.-60.000 gleichzeitig aktive Nutzer)
    9. Second Life: Völlige Freiheit?
      • Trotz der prinzipiell unbeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten für die Avatare zeigen sich in Second Life deutliche Tendenzen…
      • … zur Wahl menschlicher und eindeutig geschlechtlich identifzierbarer Stellvertreter
      • … zur Reproduktion kulturell geprägter Schönheitsideale und Idealtypen von Männlichkeit und Weiblichkeit (vgl. Misoch 2007)
      • Second Life erlaubt dem Einzelnen zwar, seine Selbstrepräsentation unabhängig vom Aussehen des eigenen Körpers zu gestalten
      • „ realweltliche“ Schemata der Wahrnehmung und sozialen Kategorisierung erbringen jedoch auch in virtuellen Umgebungen wichtige Orientierungsleistungen
    10. Komponenten des Web 2.0
      • Web 2.0 umfasst Anwendungen für onlinegestütztes
      www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664/
        • Identitätsmanagement (Darstellung individueller Interessen, Erlebnisse, Meinungen, Kompetenzen, etc.)
      http://flickr.com/photos/mylesdgrant/495698908/
        • Beziehungsmanagement (Pflege von bestehenden und Knüpfen von neuen Beziehungen)
      http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/1267008046/
        • Informationsmanagement (Selektion und Weiterverbreitung von relevanten Daten, Informationen, Wissen- und Kulturgütern)
    11. Beispiel Netzwerkplattformen
    12. Artikulation sozialer Beziehungen
      • Nutzer von Netzwerkplattformen artikulieren, pflegen und erweitern ihre sozialen Beziehungen aus dem „echten Leben“
      • Treten überwiegend mit ihrer „echten Identität“ auf, um auffind-bar zu sein und Selbstpräsenta-tion, ggfs. auch Reputation an eigene Person zu koppeln
      • Reale Identität und reales Beziehungsnetz wird im Virtuellen teils gespiegelt, teils um weitere Facetten ergänzt
      • Web 2.0 ermöglicht es dem Einzelnen, eigene „persönliche Öffentlichkeiten“ zu schaffen
    13. „ Reale Welt“: Kontextabhängige Selbstpräsentation http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg
    14. „ Virtuelle Welt“: Kollabierende Kontexte
      • Spezifische Eigenschaften der Öffentlichkeiten im Web 2.0 erschweren es, die Grenzen zwischen sozialen Kontexten zu ziehen (vgl. boyd 2007):
      • Persistenz
      • Durchsuchbarkeit
      • Replizierbarkeit
      • Unsichtbares Publikum
      • Identitäts- und Beziehungsmanagement umfasst auch Strategien, die Grenzen der eigenen Privatsphäre zu kontrollieren
    15. Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (1)
    16. Differenziertes Identitäts- und Beziehungsmanagement (2)
    17. Das Ende der Privatsphäre? http://www.colinupton.com/illus/images/cyberillo1.jpg http://www.flickr.com/photos/mrlerone/2360572263/
    18. Fazit
      • Was ich im Vortrag deutlich machen wollte:
        • Onlinebasierte Räume basieren auf einer materiell-physischen Infrastruktur und unterliegen in vielfacher Hinsicht Regulierungen, die aus der realen Welt stammen
        • Virtuelle Welten wie Second Life betonen zwar stark das kreative und freie Gestalten von Umgebungen und Verkörperungen, sind jedoch durchzogen von Strukturierungen aus und Bezügen zur realen Welt
        • Anwendungen des Web 2.0 sind darauf angelegt, reale Identitäten und Beziehungen zu repräsentieren, zu pflegen und zu erweitern
      • Das Internet stellt keinen virtuellen Raum dar, der losgelöst vom Realen existieren würde, was sich nicht zuletzt in neu auftretenden Konflikten (z.B. um die Privatsphäre) zeigt
      •  Virtuelle und reale Welt sind untrennbar miteinander verbunden
    19. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!
      • Dr. Jan Schmidt
      • Hans-Bredow-Institut für Medienforschung
      • Senior Researcher für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation
      • Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg
      • [email_address]
      • www.hans-bredow-institut.de
      • www.schmidtmitdete.de
    20. Weiterführende Literatur
      • Amann, Rolf / Dirk Martens (2008): Synthetische Welten: Ein neues Phänomen im Web 2.0. In: Media-Perspektiven 5/2008, S. 255-270.
      • boyd, danah (2007): Incantations for Muggles: The role of ubiquitious Web 2.0 technologies in everyday life . Vortrag bei der O‘Reilly Emerging Technology Conference, San Diego, 28.3.2007. Online: http://www.danah.org/papers/Etech2007.html
      • Misoch, Sabina (2007): Avatare als Verkörperungen im virtuellen Raum. In: merz Wissenschaft , Heft 2007-6, S. 73 – 85.
      • Schmidt, Jan: Was ist neu am Social Web? Soziologische und kommunikationswissenschaftliche Grundlagen. In: Zerfaß, Ansgar; Martin Welker; Jan Schmidt (Hrsg.) (2008): Kommunikation, Partizipation und Wirkungen im Social Web. Zwei Bände. Köln: Van Halem Verlag.
      • Van Eimeren, Birgit; Beate Frees (2007): Internetnutzung zwischen Pragmatismus und YouTube-Euphorie. ARD/ZDF-Online-Studie 2007. In: Media-Perspektiven 8/2007, S. 362-378.

    + Jan SchmidtJan Schmidt, 2 years ago

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