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Web 3.0 – Kundenfreundlichkeit oder Umsatzsteigerung?Wie das Social Web die Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren ka...
Agenda1. Welche Entwicklungen sind absehbar?2. Welche Herausforderungen stellen sich?3. Fazit und Ausblick                ...
Entwicklung des Internets: Meilensteine100                                                       Fachtagung „Familie 2020“...
Entwicklung des Internets: Meilensteine100 90 80                                                                          ...
Jenseits des technologischen Hypes: Praktiken           Identitäts-          Selbst-        „Wer bin ich?“          manage...
Web 3.0: Weitere Verallgegenwärtigung des Internets    Gestalt und Optionen des Internet der     kommenden Jahre wird dur...
Persönliche Öffentlichkeiten & die Filter Bubble (1/2)                            Internetnutzer agieren in ihren        ...
Persönliche Öffentlichkeiten & die Filter Bubble (2/2)• Wer welche Informationen wann zu  sehen bekommt, wird somit in  wa...
Aufgaben und Herausforderungen              Gesellschaftliche Verantwortung               wächst, Jugendliche (aber nicht...
#1: Prekäre informationelle Selbstbestimmung (1/2)Merkmale der Kommunikationsarchitektur(1) digitaler vernetzter Medien   ...
#1: Prekäre informationelle Selbstbestimmung (2/2) Unter diesen Bedingungen wird informationelle Selbstbestimmung wichtig...
#2: Facetten von Beteiligung (1/2)• Konkreter auf gesellschaftlich-politische Partizipation bezogen, erlaubt das  Social W...
#2: Facetten von Beteiligung (2/2)• Soziale Medien dürfen aber nicht nur Werkzeug, sondern  müssen auch Gegenstand von Par...
#3: Imbalance von Macht und Partizipation                         Viele Plattformen und Dienste                          ...
Fazit und Ausblick• In den kommenden Jahren wird das Internet noch alltäglicher werden und  von einer Kombination aus prof...
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!       Dr. Jan-Hinrik Schmidt       Hans-Bredow-Institut Warburgstr. 8-10, 20354 H...
AbbildungsnachweisFolie 5•   © Hapf2, http://www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664•   CC BY-NC-SA-2.0, Myles!, http:...
Literatur–   Benkler, Yochai (2006): The Wealth of Networks. How social production transforms markets and freedom.    New ...
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Vortrag bei der Fachtagung "Familie 2020", 28.3.2012, Fulda

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  1. 1. Web 3.0 – Kundenfreundlichkeit oder Umsatzsteigerung?Wie das Social Web die Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren kann Dr. Jan-Hinrik Schmidt @janschmidt Wissenschaftlicher Referent für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation Fulda #familie2020  28.03.2012
  2. 2. Agenda1. Welche Entwicklungen sind absehbar?2. Welche Herausforderungen stellen sich?3. Fazit und Ausblick Fulda 2 von 16
  3. 3. Entwicklung des Internets: Meilensteine100 Fachtagung „Familie 2020“ 90 Erste Internet- verbindung (USA) 80 Erster deutscher „New Economy“-Blase 73,3 70 Rechner 69,4 67,1 (Uni Karlsruhe) 62,7 60 „Web 2.0“ 57,9 53,5 50 Start des World Wide Web 40 (CERN Genf) 38,8 30 Google 20 17,7 Web 3.0? 10 6,5 0 69 71 73 75 77 79 81 83 85 87 89 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 191919191919191919191919191919191920202020202020202020 Fulda 3 von 16
  4. 4. Entwicklung des Internets: Meilensteine100 90 80 73,3 69,4 70 67,1 62,7 60 57,9 53,5 50 38,8 40 30 20 17,7 10 6,5 0 69 71 73 75 77 79 81 83 85 87 89 91 93 95 97 99 01 03 05 07 09 11 13 15 17 191919191919191919191919191919191920202020202020202020 Fulda 4 von 16
  5. 5. Jenseits des technologischen Hypes: Praktiken Identitäts- Selbst- „Wer bin ich?“ management auseinander- setzung Beziehungs- Sozial- „Welchen Platz management auseinander- habe ich in der setzung Gesellschaft?“ Informations- Sach- „Wie orientiere ich management auseinander- mich in der Welt?“ setzung Fulda 5 von 16
  6. 6. Web 3.0: Weitere Verallgegenwärtigung des Internets Gestalt und Optionen des Internet der kommenden Jahre wird durch bereits jetzt absehbare Entwicklungen geprägt sein:  Informationen über die einzelne Person UND ihre Beziehungen zu anderen Personen werden als Filter wichtiger  Modelle des „cloud computing“ ermöglichen es, von beliebigen Zugangsgeräten auf Daten und Programme zugreifen zu können  Der Zugang zum Internet über mobile Endgeräte wird sich weiter verbreiten, wobei die geographische Position des Nutzers (bewusst oder unbewusst) übertragen wird  Hinzu wird eine wachsende Zahl von „intelligenten“ Alltagsgegenständen kommen, die z.B. über RFID-Chips an Datennetze angeschlossen sein werden Fulda 6 von 16
  7. 7. Persönliche Öffentlichkeiten & die Filter Bubble (1/2)  Internetnutzer agieren in ihren eigenen persönlichen Öffentlichkeiten  … in denen die strikte Trennung zwischen „Sender“ und „Empfänger“ weitgehend aufgehoben ist;  … Informationen als „Microcontent“ eingehen, der aus anderen Angeboten gelöst („entbündelt“) und durch soziale Beziehungen gefiltert wird sowie …  … im konstanten Informationsfluss der „streams“ und „feeds“ statt in linearen abgeschlossenen Produkten („Ausgabe“; „Sendung“) neu gebündelt wird Fulda 7 von 16
  8. 8. Persönliche Öffentlichkeiten & die Filter Bubble (2/2)• Wer welche Informationen wann zu sehen bekommt, wird somit in wachsendem Maße abhängen von(a) der Position im sozialen wie im geographischen Raum sowie(b) softwaretechnischen Parametern (Algorithmen, Voreinstellungen, …)• Diese Form von Personalisierung verspricht „bessere“ Informationen, die auf den Kontext einer Situation und Person zugeschnitten sind• Offen ist, inwieweit dies aber auch zu „filter bubbles“ führt, die geteilte Weltsichten erschweren Fulda 8 von 16
  9. 9. Aufgaben und Herausforderungen  Gesellschaftliche Verantwortung wächst, Jugendliche (aber nicht nur die…) zu einem verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit der „Universaltechnologie“ Internet zu befähigen, z.B. um …. 1. … informationelle Selbstbestimmung ausüben zu können 2. … Werkzeuge des Internet nutzen zu können, um an gesellschaftlichen Belangen und Diskursen teilzuhaben 3. …. sich für die eigenen Belange und Rechte im Internet einsetzen zu können Fulda 9 von 16
  10. 10. #1: Prekäre informationelle Selbstbestimmung (1/2)Merkmale der Kommunikationsarchitektur(1) digitaler vernetzter Medien Persistenz Kopierbarkeit Skalierbarkeit Durchsuchbarkeit     a) Intendiertes Publikum: Welches c) Empirisches Publikum: Welches Publikum habe ich ganz allgemein im Publikum nimmt tatsächlich Kenntnis Sinn, wenn ich einen bestimmten von einer Äußerung bzw. Internetdienst nutze? Information? b) Adressiertes Publikum: Welchem d) Potentielles Publikum: Wie ist die Publikum mache ich in einer „technische Erreichbarkeit” – spezifischen Situation bestimmte welches Publikum hat technisch die Äußerungen/Informationen tatsächlich Möglichkeit, irgendwann irgendwie zugänglich? Zugang zu haben? (1) boyd 2008 Fulda 10 von 16
  11. 11. #1: Prekäre informationelle Selbstbestimmung (2/2) Unter diesen Bedingungen wird informationelle Selbstbestimmung wichtig als… 1. … normatives Konzept: Bestandteil der verfassungs-Sollen mäßigen Ordnung (und in Datenschutzregelungen etc. näher spezifiziert); liegt zudem als zumindest diffuse Erwartung bei vielen Nutzern vor; 2. … ausgeübte Praxis: Nutzer üben sie (mehr oder weniger kompetent, reflektiert, evtl. auchTun scheiternd) aus, wenn sie sich in den vernetzten persönlichen Öffentlichkeiten des Social Web bewegen; 3. … notwendige Kompetenz: das eigenständige Wahrnehmen des „Rechts auf Privatheit”, dieKönnen informierte Einwilligung in Datenverarbeitung oder auch die informationelle Autonomie setzt Wissensformen und Fertigkeiten voraus. Fulda 11 von 16
  12. 12. #2: Facetten von Beteiligung (1/2)• Konkreter auf gesellschaftlich-politische Partizipation bezogen, erlaubt das Social Web unterschiedliche Modi der Teilhabe (1) – Sich Positionieren: Eigene Meinungen oder Überzeugungen signalisieren – Sich Einbringen: durch Inhalte oder Konversationsbeiträge an Debatten teilhaben – Andere aktivieren: zu Aktivitäten aufrufen und koordinieren (1) Wagner, Gerlicher & Brüggen 2011 Fulda 12 von 16
  13. 13. #2: Facetten von Beteiligung (2/2)• Soziale Medien dürfen aber nicht nur Werkzeug, sondern müssen auch Gegenstand von Partizipation sein• Nutzung der sozialen Medien umfasst unterschiedliche Grade von Teilhabe(1)1. Mitwirkung am Bereitstellen und Teilen von Produkten, Inhalten und Konversationen;2. Mitbestimmung über Ausrichtung, Gestaltung oder Moderation der Angebote;3. Selbstbestimmung in eigenen, nicht bzw. kaum vorstrukturierten Kommunikationsräumen.• Soziale Medien fördern Mitwirkung, teilweise auch Mitbestimmung• Selbstbestimmte Räume sind allerdings gerade auf den großen Plattformen eher selten (1) Wagner, Gerlicher & Brüggen 2011 Fulda 13 von 16
  14. 14. #3: Imbalance von Macht und Partizipation  Viele Plattformen und Dienste werden von Betreibern kontrolliert, die Aufmerksamkeit nach ökonomischen und/oder technischen Kriterien kanalisieren  Plattformen räumen Nutzern höchstens als „Kunden“, nicht aber als „Bürger“ Mitspracherechte bei der Verwendung der Werke und Daten ein  Formalisierte Verfahren der Nutzeranhörung existieren nur in Ansätzen  Auf Nutzerseite fehlt Bewusstsein, durch kollektives Handeln auch Mitbestimmung einzufordern Fulda 14 von 16
  15. 15. Fazit und Ausblick• In den kommenden Jahren wird das Internet noch alltäglicher werden und von einer Kombination aus professionellen, partizipativen und technisierten Vermittlungen bestimmt sein• Aus Sicht des Einzelnen verändert sich das Umfeld für Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagement, aus Sicht der Gesellschaft die Art und Weise, wie sozialer Zusammenhalt und Öffentlichkeit hergestellt wird• Digitale vernetzte Medien sind daher so zentral für die alltägliche Lebensführung und Teilhabe an der Gesellschaft, dass ihre Gestaltung eine wesentliche Herausforderung wird Wie lassen sich Kompetenzen vermitteln, die Mechanismen des „Web 3.0“ zu reflektieren und selbstbestimmt darin zu handeln? Wer hat die Macht, die neuen Kommunikationsräume zu gestalten? Wie garantieren wir, dass alle Teile der Bevölkerung an dieser Entwicklung teilhaben? Fulda 15 von 16
  16. 16. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dr. Jan-Hinrik Schmidt Hans-Bredow-Institut Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg j.schmidt@hans-bredow-institut.de www.hans-bredow-institut.de www.schmidtmitdete.de www.dasneuenetz.de Fulda 16 von 16
  17. 17. AbbildungsnachweisFolie 5• © Hapf2, http://www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664• CC BY-NC-SA-2.0, Myles!, http://flickr.com/photos/mylesdgrant/495698908• CC BY-NC-ND-2.0, Axel V, http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/126700804Folie 6• Aram Bartholl (http://www.flickr.com/photos/bartholl/343077004/)• Gary Hayes (http://www.flickr.com/photos/garyhayes/4502026170/)• Jared Earle (http://www.flickr.com/photos/jaredearle/4675262184/)Folie 9• CC-BY-SA-2.0 Jan SchmidtFolie 13• CC BY-NC-ND 2.0, Stephen Desroches, http://www.flickr.com/photos/focusedonlight/2795746704/• CC BY-NC-ND 2.0, Dom Dada, http://www.flickr.com/photos/ogil/1842123447/• CC BY-NC-ND 2.0, Nathanael Boehm, http://www.flickr.com/photos/purecaffeine/1226101959/ Fulda 17 von 16
  18. 18. Literatur– Benkler, Yochai (2006): The Wealth of Networks. How social production transforms markets and freedom. New Haven/London.– boyd, danah (2008): Taken out of context. American teen sociality in networked publics. Ph.D. Dissertation an der University of California, Berkeley. Online verfügbar: http://www.danah.org/papers/TakenOutOfContext.pdf.– Münker, Stefan (2009): Emergenz digitaler Öffentlichkeiten – Die Sozialen Medien im Web 2.0. Frankfurt a.M.– Neuberger, Christoph/Christian Nuernbergk/Melanie Rischke (Hg.) (2009): Journalismus im Internet. Profession – Partizipation – Technisierung. Wiesbaden.– Pariser, Eli (2011): Filter Bubble. What the Internet is hiding from you. London.– Paus-Hasebrink, Ingrid/Jan Schmidt/Uwe Hasebrink (2009): Zur Erforschung der Rolle des Social Web im Alltag von Heranwachsenden. In: Jan Schmidt/Ingrid Paus-Hasebrink/Uwe Hasebrink (Hrsg.): Heranwachsen mit dem Social Web. Zur Rolle von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Berlin. S. 13-40.– Schmidt, Jan (2009): Das neue Netz. Merkmale, Praktiken und Konsequenzen des Web 2.0. Konstanz.– Schmidt, Jan-Hinrik (2011): Ist das Internet demokratisch? In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 7, 2012– Wagner, U. / Gerlicher, P. / Brüggen, N. (2011): Partizipation in und mit dem Social Web – Herausforderungen für die politische Bildung. München Bamberg 18 von 29
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