• Save
Blogosphaere Mainz 2008
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×
 

Blogosphaere Mainz 2008

on

  • 1,661 views

Vortrag beim 13. Mainzer Kolloquium der Buchwissenschaften, 25.1.2008

Vortrag beim 13. Mainzer Kolloquium der Buchwissenschaften, 25.1.2008

Statistics

Views

Total Views
1,661
Views on SlideShare
1,540
Embed Views
121

Actions

Likes
2
Downloads
0
Comments
0

8 Embeds 121

http://www.schmidtmitdete.de 103
http://mainzhelau.pbworks.com 9
http://static.slideshare.net 2
http://mowg.wordpress.com 2
http://www.slideshare.net 2
http://www.netvibes.com 1
http://webcache.googleusercontent.com 1
http://web.archive.org 1
More...

Accessibility

Categories

Upload Details

Uploaded via as Microsoft PowerPoint

Usage Rights

© All Rights Reserved

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Processing…
Post Comment
Edit your comment
  • Notizen:

Blogosphaere Mainz 2008 Blogosphaere Mainz 2008 Presentation Transcript

  • Die Macht der Blogosphäre Schnittstellen zwischen alten und neuen Öffentlichkeiten
      • Dr. Jan Schmidt
      • Senior Researcher für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation
        • Mainz, XIII. Kolloquium des Instituts für Buchwissenschaft, 25.01.2008
  • Was sind Weblogs?
    • Weblogs sind
    Die Beiträge sind jeweils einzeln verlinkbar und können in der Regel von Lesern kommentiert werden. regelmäßig aktualisierte Webseiten, auf denen Beiträge in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angeordnet werden. Sie sind thematisch nicht festgelegt, beinhalten aber mehrheitlich Texte, Meinungen, Eindrücke und Verweise von persönlicher Relevanz. Die Gesamtheit aller Weblogs und der zwischen ihnen bestehenden Verbindungen wird auch als „Blogosphäre“ bezeichnet. Weblogs vereinen Elemente von persönlichen Homepages bzw. Online-Journalen und Diskussionsforen.
  • Angebote und Nutzung
    • Weblogs werden nur von 11 Prozent aller Onliner genutzt
    • mehrheitlich junge Personen; etwa ein Viertel der Nutzer führt auch eigenes Blog; unter Bloggern sind Frauen überrepräsentiert
    Nutzung von Weblogs nach Alter (mindestens selten; in %) Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2007 Aktive vs. passive Nutzung von Weblogs (in %) Quelle: ARD/ZDF Onlinestudie 2007 Geschlechterverteilung unter Autor/innen von Blogs (in %) Quelle: Harders/Hesse 2006; Autoren von zufällig ausgewählten Weblogs; N=416
  • Worüber wird gebloggt? Quelle: „Wie ich blogge?!“-Nachbefragung, August 2006, N=1223
  • Weblogs und Bücher (I)
    • Weblogs, die Bücher bzw. Autoren thematisieren
    http://litblogs.net/ http://www.literaturcafe.de/ http://www.urbandesire.de/
  • Weblogs und Bücher (II)
    • Weblogs von Autoren, die Buchpublikationen vorbereiten, begleiten bzw. vermarkten
    http://www.schmidtmitdete.de/ http://www.thelongtail.com/ http://albannikolaiherbst.twoday.net/
  • Weblogs und Bücher (III)
    • Bücher, die Texte von Weblogautoren zusammenfassen
  • Praktiken des Bloggens
    • Jenseits aller Unterschiede in der thematischen Ausrichtung, den Verwendungsweisen und dem Design ist Weblogs gemeinsam, dass sie drei unterschiedliche Aspekte des sozialen Handelns unterstützen:
      • Identitätsmanagement
      • Beziehungsmanagement
      • Informationsmanagement
  • Identitätsmanagement Meinungen, Erlebnisse, Kompetenzen und Interessen darstellen www.flickr.com/photos/pleitegeiger/192821567 Quelle: Meine Festplatte www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664/
  • Beziehungsmanagement http://flickr.com/photos/mylesdgrant/495698908/ Soziale Beziehungen zu anderen Menschen pflegen oder neu aufbauen
  • Entstehen von Öffentlichkeit in der Blogosphäre
    • Die Blogosphäre beruht auf Praktiken des individuellen Identitäts- und Beziehungs-managements, in denen Menschen sich und ihre Interessen, Meinungen, Kompetenzen etc. darstellen und darüber Beziehungen zu anderen Menschen pflegen oder neu knüpfen
    • Aus dem fortdauernden Publizieren, Verlinken und Kommentieren entstehen neue themen- oder subkulturellspezifische Öffentlichkeiten unterschiedlicher Größe bzw. Reichweite
    • Die Mehrheit dieser Öffentlichkeiten erhebt keinen Anspruch auf gesellschaftsweite Relevanz, sondern soll als persönliche Öffentlichkeit dienen – hierbei handelt es sich um den sogenannten „long tail“
    • Stärkere Aufmerksamkeit (auch in den etablierten Medien) finden vor allem die reichweitestarken Weblogs (die „A-list“), die jedoch nicht repräsentativ für die gesamte Blogosphäre ist
  • Hierarchie der Öffentlichkeiten „ A-list“: Wenige Angebote erreichen ein großes Publikum. „ long tail“: Viele Angebote erreichen ein kleines Publikum. www.flickr.com/photos/pleitegeiger/192821567 Quelle: Meine Festplatte www.flickr.com/photos/44029537@N00/12760664/ Aufmerksamkeit (z.B. Leser, Verlinkungen, … Rangplatz
  • Komplementarität von Blogosphäre und etablierten Medien
    • Konkurrenz zwischen Weblogs und etablierten Medien wird zwar gerne debattiert, betrifft jedoch nur einen sehr kleinen Teil der Blogosphäre
    • Vielmehr ist eher von einer Komplementarität auszugehen, denn:
      • Blogs werden in steigender Zahl auch von professionell ausgebildeten Journalisten bzw. von Online-Angeboten der „Mainstream-Medien“ eingesetzt:
        • Als zusätzlicher Publikationskanal
        • Als Quelle bei spezialisierten Fachthemen (z.B. IT-Bereich) oder bei Ereignissen aus Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit
      • Zudem gehören redaktionell erstellte Online-Angebote zu den meistverlinkten Quellen in der Blogosphäre.
      • Wie gesehen erhebt die Mehrzahl der Blogger/innen keinen Anspruch darauf, in Konkurrenz zum Journalismus zu treten – ihr Ziel ist vielmehr, persönliche Öffentlichkeiten zu schaffen .
  • Komplementarität von Blogosphäre und etablierten Medien Quelle: Deutsche Blogcharts, 01/2008 [beruht auf Daten von www.technorati.com]
  • Informationsmanagement http://www.flickr.com/photos/axels_bilder/1267008046/ In den entstehenden (Teil)Öffentlichkeiten die jeweils relevanten Themen recherchieren
  • Kanalisieren von Aufmerksamkeit
    • In den entstehenden Öffentlichkeiten der Blogosphäre wird Aufmerksamkeit nicht mehr nur durch journalistische Gatekeeper, sondern auch durch die Nutzer selbst kanalisiert, die aktives Informationsmanagement betreiben
    • Zwei Mechanismen sind dafür im Wesentlichen verantwortlich
      • Weisheit der Masse : Bewertung von Informationen durch Vielzahl von Nutzern führt zu kollaborativ erstellten Ranglisten (  z.B. Technorati; Digg) und/oder zu Klassifikationsschemata die auf frei vergebenen Schlagworten aufbauen (  z.B. del.icio.us)
      • Weisheit des eigenen Netzwerks : Aufleben der Idee einer „Daily me“; Zusammenstellen eines individuellen Repertoires relevanter Quellen wird durch RSS-Technologie unterstützt (  z.B. Bloglines, Netvibes)
  • Fazit
    • Vielfalt der Blogosphäre: Weblogs senken die Hürden, die eigenen Interessen, Meinungen und Erlebnisse im Internet zu publizieren, sind aber nicht auf bestimmte Themen oder Gestaltungsweisen festgelegt
    • Entstehen von persönlichen Öffentlichkeiten: Aus der Summe von individuellen Praktiken des blogbasierten Identitäts- und Beziehungsmanagements entstehen Teilöffentlichkeiten, die vielfach nur eine geringe Reichweite haben und vorrangig auf Themen von persönlicher Relevanz fokussieren
    • Komplementarität statt Konkurrenz: Weblogs dienen gelegentlich als Quelle oder zusätzlicher Publikationskanal für etablierte Medien, tragen oftmals aber auch zur Verbreitung von Themen bei, die von den etablierten Medien auf die Agenda gesetzt werden – zum journalistischen Gatekeeping treten zusätzliche Mechanismen des Filterns von Aufmerksamkeit
  • Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!
    • Dr. Jan Schmidt
    • Hans-Bredow-Institut für Medienforschung
    • Senior Researcher für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation
    • Warburgstr. 8-10, 20354 Hamburg
    • [email_address]
    • www.hans-bredow-institut.de
    • www.schmidtmitdete.de
  • Weiterführende Quellen
    • Armborst, Matthias (2006): Kopfjäger im Internet oder publizistische Avantgarde? Was Journalisten über Weblogs und ihre Macher wissen sollten. Münster.
    • Neuberger, Christoph (2005): Formate der aktuellen Internetöffentlichkeit. Über das Verhältnis von Weblogs, Peer-to-Peer-Angeboten und Portalen zum Journalismus. In: Medien und Kommunikationswissenschaft, Nr. 1/2005, S. 73-92.
    • Neuberger, Christoph; Nuernbergk, Christian; Rischke, Melanie (2007): Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration? In: Media Perspektiven , Nr. 2/2007, S. 96-11 .
    • Schmidt, Jan (2006): Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz.
    • Schmidt, J; M. Wilbers: Wie ich blogge?! Erste Ergebnisse der Weblog­befragung 2005. Berichte der Forschungsstelle »Neue Kommunikationsmedien«, Nr. 06-01. Bamberg. Online: http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0601.pdf.
    • Online-Quellen
    • http://www.schmidtmitdete.de/archives/55 [Eintrag zu diesem Vortrag mit einigen Hinweisen in den Kommentaren]
    • http://www.deutscheblogcharts.de [wöchentlich aktualisiertes Ranking der 100 meistverlinkten deutschsprachigen Weblogs]
    • http://www.rivva.de [automatische Aggregation von stark beachteten Beiträgen in der deutschsprachigen Blogosphäre]