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Impressum bewegt. das magazin mit tatendrang Ausgabe 1, Mai 2011; Herausgegeben von JUGEND für Europa Deutsche Agentur für...
Inhalt               Seite 4     Los geht’s               Seite 5     Was bringt mir                           das alles? ...
Los geht’sSuchst du neue Ideen? Anregungen?Inspiration?Du denkst, bei dir muss sichdoch mal was bewegen.Du brauchst eine L...
Was bringt mir das alles?   5   83%          einem Proj                           ek t besser   waren nach Ideen zu entwic...
6   Der Beginn eines EFD                                                                                  Kulturschock    ...
Der Beginn eines EFD   7                                       an diesem abschiedsträchtigen Morgen eh nah am          der...
8   Der Beginn eines EFD                           Freundin von Natalias Tochter. Kurz nachdem ich              Später gin...
USE-IT!     9                                                                                  Wegweiser fürs Zuhausefühle...
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Bilder: Roberttheu/sxc.hu(1), Leon Reichardt                                                                              ...
12    Europablicke                                                                                     El bario Raval     ...
Psychotest       13Stell dir vor …Die nachfolgenden Situationen könnten dir passieren, wenn du einProjekt mit JUGEND IN AK...
14    Acht Phasen eines Projekts                                                   7                               6      ...
Acht Phasen eines Projekts   151   Die Idee                                 Namen ‚Fundraising´. Die besten Adres-        ...
16Mitmischen in Deutschland – und EuropaPolitik in der Straßenbahn machen. Eine                mehr Ideen umgesetzt und Me...
ma r                                                                                                                      ...
Cultural Capitals united                       Eine Gruppe junger Europäer nutzen die Europäischen Kulturhauptstädte 2010 ...
Europäische Kulturhauptstadt           19Alle Bilder: Sabrina Apitz                             Oben: Am letzten Tag der J...
20   Gothe meets HipHop                          „Faust in da street“                                       Bei der deutsc...
Goethe meets HipHop         21„ oethe, G mein Freund, der Mann hieß G ­ oethe.“             „Wir akzeptieren nicht, …     ...
22   Goethe meets HipHop                                                        US                                        ...
bewegt. das magazin mit tatendrang
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Lust auf Europa? In "bewegt. das magazin mit tatendrang" erzählen junge Menschen, was sie mit dem Programm JUGEND IN AKTION erlebt haben.

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  1. 1. Dieses Magazin ist kostenlos, bewegt. aber sicher nicht umsonst. das magazin mit tatendrangKulturschockDie ersten Tage in der Fremde8 Schritte zum ProjektRichtig planen und durchführenPsychotestUngewohnte Situationen warten auf dich liv i n g e u ro pe
  2. 2. Impressum bewegt. das magazin mit tatendrang Ausgabe 1, Mai 2011; Herausgegeben von JUGEND für Europa Deutsche Agentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION Godesberger Allee 142–148 53175 Bonn Vertretungsberechtigt Hans-Georg Wicke Konzeption Bilder: siehe jeweilige Artikel, Grafiken/Illustrationen von elfgen pick intermedia Andreas Klünter Autoren dieser Ausgabe Marco Heuer, Stephanie Lachnit, Julia Ließneck, Leon Reichardt, Elisa Rheinheimer, Christine Roskopf, Nina Voigt Bildredaktion Andreas Klünter, Miriam Lochner Redaktion Andreas Klünter, Lisa Lindner, Fabienne Pradella In dieser Ausgabe begeben wir uns nach … Berlin Gestaltung und Satz Essen Chisinau elfgen pick intermedia, Friedberg Aachen Istanbul Cover Barcelona Anna-Lena Thamm/ cydonna/ photocase.com Druck Baixo-Alentejo Druckhaus Süd, Köln Papier Dieses Magazin wurde auf umweltfreundlichem, chlorfrei gebleichtem Papier der Marke envirotop gedruckt. Weitere Informationen Alle Infos und Richtlinien zu JUGEND IN AKTION  www.jugend-in-aktion.de Informationen zu JUGEND für Europa, den Schwerpunkten unserer Arbeit, unsere Fortbildungsangebote und unsere Newsletter gibt es unter  www.jugendfuereuropa.de Alle Internet-Seiten von JUGEND für Europa finden Sie unter  www.webforum-jugend.de Der direkte Kontakt zu JUGEND für Europa JUGEND für Europa Deutsche Agentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION Godesberger Allee 142 – 148, 53175 Bonn Telefon 0228 9506 - 220, Telefax 0228 9506 - 222 Regional Einstiegsinformationen für Jugendliche und Fachkräfte bieten auch die Regionalen Kontaktstellen JUGEND IN AKTION  www.jugend-in-aktion.de/regional Jugend für Europa Deutsche Agentur für das EU-Programm jugend in Aktion
  3. 3. Inhalt Seite 4 Los geht’s Seite 5 Was bringt mir das alles? Kulturschock Der Beginn eines EFD Seite 6 » Julia Ließneck berichtet aus Moldawien Seite 9 Wegweiser fürs Zuhause­ ühlen f Europablicke P Use-It Stadtplan für junge Reisende Seite 11 t ek ro j Leon in Barcelona Seite 13 Psychotest Seite 14 Meckern is’ nich. Machen! Acht Phasen eines Projekts Seite 18 Cultural Capitals united Europäische Kulturhauptstadt Mitmischen in Deutschland P Seite 16 t und Europa ek ro j Auf Partizipationsreise durch DeutschlandSeite Seite 28 Auflösung Psychotest Seite 23 P Da, wo sich Grenzen t Seite 26 ek ro j Faust in da street aufheben lassen Israelische Freiwillige im Portrait Alles cool! I nt e r vi w e Goethe meets HipHop Kurzbesuch bei Ahmet in Istanbul P t ek ro j Ein Jahr in Portugal xc. u lian, s h Seite 31 P Olivia blickt zurück Ki a n t Zsuzsan In te ek ro j r © view Seite 29 (Inter-)kulinarische Entdeckungsfahrten Rezepte und Kochprojekte
  4. 4. Los geht’sSuchst du neue Ideen? Anregungen?Inspiration?Du denkst, bei dir muss sichdoch mal was bewegen.Du brauchst eine Luftveränderung.Das EU-Programm JUGEND IN AKTION kann dir dabeihelfen. Es fördert deinen Tatendrang. Es bewegt dich voneinem Land ins andere. Und es bewegt deine Ideen –von einem Blatt Papier in die Wirklichkeit. Mit JUGEND IN 9 0% Das P ro 90 % d gramm JUG e EAKTION kannst du eigene Projekte umsetzen, neue Leute rung e r teilnehmen ND IN AK r d anges wiesen und en Jugend ehenkennen lernen, neue Länder und Kulturen. werde kann somit Mehr n. als 90 Mut a % alle uch in r Ju der Zu gendliche kunft n„bewegt. das magazin mit tatendrang“ erzählt von Men- 50 % mobil zuschen, die das Programm genutzt haben. Wir berichten ha b envon Menschen in Bewegung. Von Julia, die von ihren ersten m e hr S n a ch e inem P rojek t elbstbTagen in der Fremde erzählt. Von Noam und Neta, die aus m e hr S elbstä ewu s s t sein un ndigke dIsrael nach Berlin gingen, um in einem Zirkusprojekt zu it . 82,1%leben. ll e ltur e b erku r ihr e int id end ve e a b e n e nt s chWir berichten von Menschen, die Dinge bewegen. h p ete nzVon ­ hmet, der in Istanbul mit Jugendlichen HipHop tanzt. A 84,8%Oder von Carina, die für Aachen einen Stadtplan speziell o a chkfür junge Reisende gestaltet. , ihr e Sp r n an ge b e b e n . zu h aDie Geschichten im Magazin kannst du so ähnlich auch er-leben. Nachahmung ist unbedingt erwünscht! JUGEND INAKTION ist das einzige europäische Förderprogramm, daswirklich allen Leuten bis 30 Jahren offen steht. Egal aufwelche Schule du gehst, ob du im Studium, in der Ausbil-dung bist oder ob du gerade eine Auszeit nimmst.Wie auch du das Programm nutzen kannst? Im Magazinfindest du Tipps und Hinweise. Erst einmal wünschen wir Bild: photocase – .daumenkino.dir aber viel Spaß beim Lesen. Und freuen uns, wenn dieGeschichten etwas bewegen.Lass dich inspirieren.
  5. 5. Was bringt mir das alles? 5 83% einem Proj ek t besser waren nach Ideen zu entwickeln te in der La ge, gu ren isie und zu real 78% wollen a u ch d (zum S a n a ch tudiere ins Aus n o d er land Arbeite n)TION halichen t sich für m a eals rele ls bereiche hr als vant fü rn r ihre B de Erfah- edürfn issehaben nach esein. inem P rojekt mehr 66,5% rere Vo eine kla Bildung sweg haben iteren e g von rstellun ewonnen. g ihrem w om - d lu ng skHan . 74,2% rtesse higkeit n­ ik tfä n, fl Ihre Ko haben rt . 9 0 % lernte se verbes ert im Team n. bess besser en zu arbeite n ver zu s a m m enzempet
  6. 6. 6 Der Beginn eines EFD Kulturschock Allem Anfang liegt ein Zauber inne … Denkste! Manchmal ist so ein Anfang alles andere als zauberhaft. Julia über ihre ersten Tage als Europäische Freiwillige in Moldawien – und wie sie begann, sich in der Fremde einzurichten. Gerade geht mein zweiter Tag in Moldawien zumindest so, dass die Maximalkapazität von 20 kg zu Ende. Dabei ist es erst Viertel Acht. Aber gegen bis aufs letzte Gramm ausgenutzt ist. Falls mehr er- Acht ist es hier dunkel. laubt sein sollte, nahm Mutti zur Sicherheit noch Ich habe ziemliches Heimweh. Weil ich allein bin zwei kleinere Reisetaschen mit. in meinem Zimmer und auf die Müdigkeit warte. Für Mein Bruder befand sich derweil im Halbschlaf Bücher war in meinem Fluggepäck kein Platz. Für und schien alles nicht recht mitzukriegen. Das än- meine Familie leider auch nicht. Das klingt ziemlich derte sich auch nicht auf dem überraschend kurzen traurig; wahrscheinlich deshalb, weil ich gerade erst Weg zum Flughafen Tegel, wo ich gedanklich zigmal hier bin und mir alles unwirklich erscheint. Aber ich mein Handgepäck kontrollierte: Reisepass, Ticket, will ja nicht hinten anfangen, sondern vom Beginn Geld … Alles dabei. der – wie es mir noch vorkommt – „Reise“ erzählen. Auf dem Flughafengelände ließ Papa zuerst mich und Mama samt Gepäck aussteigen, um an- Vorgestern in Deutschland klingelte mein schließend den richtigen Parkplatz für Terminal Wecker um halb vier Uhr morgens. C zu finden. Recht euphorisch marschierten wir währenddessen mit meinem Trekkingrucksack, Ich war von den kurzen Nächten auf dem Ausreise- einer Reisetasche und meinem überdimensiona- seminar ziemlich fertig und hatte überraschend tief len Handgepäck zum Check-In. Was sollte schief­ geschlafen. Trotzdem ließ mich das Geräusch sofort gehen? aufschrecken. Schnell war ich für eine (vorläufig „Schönen guten Tag, einmal nach Moldawien. wahrscheinlich letzte) ausgiebige Dusche im Bad Hier sind Ticket und Reisepass. Könnten wir das verschwunden. Dann anziehen, die Haare machen, Gepäck bei Ihnen wiegen?“ schminken, Waschtasche einpacken. Bloß keine Zeit „Nur zu … Na, da können Sie sogar noch ein bis haben, um nachzudenken. Und mit dem Zweifeln zu zwei Kilo verstauen.“ beginnen. Was für ein Glück! Bild: Richardfabi – Wikimedia Commons (1), abejo –sxc-hu (1) Papa hat uns wie jeden Morgen Frühstück ge- „Nur mit ihrem Check-In, sehe ich, gibt es ein macht, während ich überprüft habe, ob meine Ta- Problem. Sie haben kein Visum. Da bräuchte ich ihr schen mit allem gepackt sind, was mit muss. Oder Rückflugticket, um zu überprüfen, ob sie innerhalb von drei Monaten ausreisen.“ „Wir haben aber noch kein Rückflugticket. Das Die Autorin: Julia Ließneck buchen wir kurzfristig vor Ort.“ Julia (Bild: Mitte) verbrachte von September 2009 bis Juni 2010 „Das geht nicht! Ich muss sicher sein, dass Sie wie- ihren ­Europäischen Freiwilligendienst im Animation Centre for Youth and Children in Chisinau / Moldawien. Nach dem an- der ausreisen. In Moldawien lässt man sie ansonsten fänglichen „Kulturschock“ lebte sie sich schnell ein. Julia sagt, sie auch gar nicht rein.“ habe die neun Monate in Moldawien in vollen Zügen genossen. Panik stieg auf. Das hatte mir noch gefehlt. Hatte ich
  7. 7. Der Beginn eines EFD 7 an diesem abschiedsträchtigen Morgen eh nah am der Einreise habe ich mein sündhaft teures Rück- Wasser gebaut. Ewig ging es hin und her. Mehrere flugticket natürlich nicht vorzeigen müssen. Male wurde der Vorgesetzte angerufen; selbst eine Am Chisinauer Flughafen empfangen haben mich Notfallnummer wurde gewählt und zur Flughafen- zwei Frauen: die Freiwillige Rachel aus London und Ok- dame weitergereicht. Doch es nützte alles nichts, sana von meiner Aufnahmeorganisation. Im Taxi, das und die Zeit rannte. keine Gurte, aber einen Riesensprung in der Frontschei- Also mussten auch wir rennen. Mama und ich im be besaß, redeten wir sehr locker und offen miteinander gestreckten Galopp ins andere Flughafengebäude, auf Englisch, was bei Rachel als gebürtige Engländerin zum Zoll. Ein Zollbeamter erklärte uns, was wir schon und gleichzeitig Stotternde sehr niedlich klingt. wussten, kam aber immerhin mit mir zum Schalter. Zwischendurch schaute ich aus dem Fenster und was Der Beamte versuchte zu vermitteln, hatte aber ich sah, gefiel mir – ehrlich gesagt – überhaupt nicht. keinen Erfolg. Wir entschieden uns zum Kauf eines Rückflugtickets, um es später wieder zu stornieren. Was hattest du erwartet, fragte ich mich. Mama und Papa rannten noch mal. Bei mir ran- Du bist im ärmsten Land Europas, du nen die Tränen, irgendwann konnte ich mich nicht solltest glücklich über den Anblick sein. mehr zusammenreißen. Die Sekunden schlichen. Die Schalterdame versuchte sich rauszureden. Das Der Anblick bestand aus heruntergekommenen stalinisti- brachte mir nichts. schen Bauten, die jeden Moment einzustürzen schienen. Papa kam zurück gehetzt mit einem vollstän- Tun sie übrigens nicht, das weiß ich, seit ich in solch ei- dig stornierbaren Businessclassticket; kurz darauf nem wohne. Die Wände sind sogar dicker, als man denkt. Mama mit dem Reisepass. Endlich konnte ich ein- Die Fahrstühle in diesen Bauten sind Uralt- checken. Dann fiel der Dame auf, dass sie das Gepäck Monster. Aber wenn du in den 14. Stock hoch für Osteuropa gar nicht abfertigen darf. Zumindest musst, überwindest du dich und steigst ein. Ich bereitete sie alles vor und ging mit uns zu einem an- wohne bei Natalia. Sie ist meine Gastmutter deren Schalter. Ich wäre am liebsten auf der Stelle und spricht nur Russisch, kein Rumänisch umgekehrt und nach Hause gefahren. Doch da war oder Englisch. Zum ersten Abendessen wink- das Gepäck auf dem Fließband verschwunden und te sie mich mit den Worten „Ham ham“ heran. es hieß Abschied nehmen. Sie hatte mir Tomatensalat mit ordentlich Zwie- Überraschenderweise kullerten die Tränen nur bei beln gemacht und etwas, was ich vage als frittierte mir und meinem Bruder. Papa machte eine klare Ansage. Frischkäsebuletten definieren würde. Ein paar Stockwerke unter uns wohnt die beste „So, Jule. Erstens: Durchhalten. Zweitens: Deine Eltern sind immer für dich da.“ Auch Mama sprach mir Mut zu, drückte mich ganz YouthReporter fest: „Jetzt kann es nur besser werden.“ Ich legte mein Handgepäck aufs Band. Der Kon- Lust auf weitere Geschichten aus dem Europä- trolleur ließ mich noch meine Tasche auspacken, ischen Frei­ illigendienst? Im YouthReporter w da er einem Gegenstand nicht über den Weg traute, berichten Jugendliche, die gerade als Europäische der sich als mein Aquarellfarbkasten herausstellte. Freiwillige unterwegs sind, von ihren Erlebnissen. Aber dann – tatsächlich – stand ich vor dem Tran- Geschrieben wird, was bewegt – ob als Tagebuch,Illustration: elfgen pick intermedia sitbereich und winkte ein letztes Mal durch die als Reportage oder als Gedicht – alles ist willkom- Scheiben. men. Es sind Geschichten aus 1000 und einem Europa. Willkommen in Moldawien Mehr unter  ww.youthreporter.eu w Fast sechzig Stunden sind seitdem vergangen und mein zweiter Tag in Moldawien geht zu Ende. Bei
  8. 8. 8 Der Beginn eines EFD Freundin von Natalias Tochter. Kurz nachdem ich Später gingen wir im größten, aber auch teuersten angekommen war, kam sie hoch und besuchte uns. Supermarkt der Stadt einkaufen. Ich kam mir vor Sie ist eine echt nette Frau. Englischlehrerin ohne wie bei Rewe. Das liegt vor allem daran, dass Mol- Arbeit und Mutter eines Mädchens. Zuerst dol- dawien durch mangelnde eigene Wirtschaft fast al- metschte sie zwischen Natalia und mir, dann spra- les Essen importieren muss und ich somit zwischen chen nur noch wir beide auf Englisch. Sie erzählte Produkten der Reihe „Gut und Günstig“ sowie zahl- mir, dass jeder Moldawier, der die Möglichkeit hat, reichen anderen deutschen Marken wählen konnte. wegzieht oder zumindest als Gastarbeiter weggeht. Zudem entdeckte ich voller Freude und Überra- Dass der Fortschritt hier nur sehr langsam kommt. schung schnuckelige dunkle Vollkornbrote. Und dass sie davon träumt, zu ihrer Schwester nach Kanada zu ziehen. Zumindest verdienen ihr Mann Mein erstes Großprojekt für die nächsten Wochen und ihr Vater (der auch in ihrer Wohnung lebt) heißt: Mich einleben und die Stadt erkunden. so viel, dass sie einen Internetanschluss haben. So bleibt sie in Kontakt mit ihren Verwandten im Die Umgebung meines Wohnblocks – und vor allem ­Ausland. die ­ üfte  – finde ich weiterhin sehr gewöhnungs- D bedürftig. Ich weiß aber bereits, was „Marshrut- Mein Zimmer ist an und für sich ganz in Ordnung. kas“ sind: Nämlich Busse in Van-Größe, die eine Es hat einen winzigen Kinderschreibtisch und bestimmte Strecke fahren und unterwegs für drei einen Fernseher. Nur einen Schrank gibt es nicht. moldawische Lei jeden, wirklich jeden mitnehmen, der an der Straße steht und winkt. Ich habe CVAS Eine kleine Kommode und zwei Schubladen, das getrunken – so eine Art Saft aus Brot, Wasser und ist alles. Die Steckdosen sehen zwar so aus wie in Zucker. Wie süßes Bier ohne Alkohol. Und dann Deutschland, sind aber nicht die Gleichen. An dieser habe ich gemeinsam mit den anderen Freiwilligen Stelle sei meinem pragmatischen Vater gedankt, der herausgefunden, dass es in zwei Parks in der Innen- an einen Adapter gedacht hat. Mein Bett ist breit und stadt öffentliches WLAN gibt. In der Natur, eine net- eigentlich eine ausklappbare (wenn auch hässliche) te Idee. Werde ich am Samstag ausprobieren, wenn ich Couch. Leider hängen meine Füße raus und das Bett mit meiner Familie skypen will. ist sehr hart, aber das geht schon. In der ersten Nacht Zuhause habe ich mich meinem zweiten Großpro- wurde ich trotzdem dreimal wach. jekt gewidmet: Das Zimmer wohnlich zu gestalten. Gestern war mein erster Tag bei meiner ­ uf­ A - Zwei Stunden habe ich heute geputzt, eine Million ran- nahme­ rganisation, ADVIT. Das Büro liegt sehr o zige, glotzende Kuscheltiere in Tüten verbannt. Einige versteckt. Es ist ein ­ leiner Raum in einem kleinen k der russischen Bücher entfernt, Fotos aufgestellt und Haus hinten in einem Innenhof. Aber es gefällt mir ein wenig umgeräumt. Jetzt fühle ich mich wohler. gut dort, gerade weil es so inoffiziell ist. ­ In das Zimmer nebenan ist in der Zwischenzeit Abgeholt wurde ich am ­ orgen von einer weiteren M Roswita gezogen. Roswita ist ebenfalls Freiwillige Freiwilligen: Helena aus Dänemark. Ein Alternativ- und kommt aus Leipzig. Sie hat wahrhaft sehr kurze Mädchen mit roten Haaren, Piercing und großen Haare und eine breitrahmige Brille, was ihr beides blauen Augen. Sie ist bereits seit zwei Wochen hier gut steht. Zudem ist sie genauso cool und unkompli- und kennt die Stadt schon ziemlich gut. ziert wie ihre Frisur. Im Büro bin ich zuerst in die wichtigsten Dinge Nach meiner Aufräumaktion haben Rosi und eingewiesen worden, bis Natasha, die Chefin, kam, ich zu Abend gegessen, uns gegenseitig Fotos ge- mit der ich bereits E-Mail-Kontakt hatte. Ihr erzähl- zeigt und ewig gequatscht. Dann ist sie ins Bett ver- Illustration: elfgen pick intermedia te ich von meiner schwierigen Einreise und dass ein schwunden, und ich habe mich meiner Schreibar- 1.500,- Euro teures Ticket auf sicherem Wege nach beit gewidmet. Jetzt kann ich getrost schlafen gehen. Berlin zurück muss. Die moldawische Post schied Bärbel, meine Kuschelente, ruft schon. somit aus. Aber ich habe Glück. Natasha reist für Morgen fahre ich für drei Tage in ein Dorf im Sü- zwei Wochen nach Frankreich und wird das Ticket den, wo wir ein Einführungsseminar erleben werden. von dort aus an meine Eltern schicken. Dann gibt’s wieder was zu erzählen. Julia Ließneck
  9. 9. USE-IT! 9 Wegweiser fürs Zuhausefühlen Sich in einer neuen Stadt zurechtzufinden, dauert. Städtetipps helfen dabei. Nun gibt es ein europäisches Projekt speziell für junge Reisende: Einheimische entwerfen Online-Collage: elfgen pick intermedia unter Verwendung von Arne Hückelheim/wikipedia.de, Archiv JUGEND für Europa, homyox-sxc.hu Reiseführer von ihrer Stadt und verraten ihre persönlichen Insider-Tipps. Brüssel hat schon einen. Oslo, Warschau und Ljubljana auch. Carina Danzig gestaltet einen für Aachen. Carina lässt sich in eine der begehrten Hängematten Wer eine Stadt mit einem USE-IT-Europe Stadtplan fallen, die am Aachener Lousberg, hoch über den erkundet, tut das dank der Hilfe der Einheimischen. Dächern der Stadt zwischen Stahlträgern installiert Denn der handliche Stadtplan kann mehr als nur den sind. Die Abendsonne scheint ihr ins Gesicht, und Weg weisen. Er verrät Geheimtipps und Lieblingsorte sie ist nicht die einzige, die den unverbauten Blick der Macher; er weiß, wo man preiswert schlafen kann über Wiesen und Wälder genießt. oder wo es besonders leckere Pfannkuchen gibt. Und „Es ist der perfekte Ort, um sich nach einem lan- er gibt Verhaltenstipps, wie man locker als Einhei- gen Tag zu entspannen“, findet die 30-Jährige. Klar, mischer durchgeht. Das Konzept ist in allen Städten dass sie diesen Spot unbedingt in ihren Stadtplan dasselbe; nur die Umsetzung, die bleibt den Machern aufnehmen möchte. Die Aachenerin arbeitet ehren- überlassen. amtlich an dem Projekt. Schon lange vor ihrem Geo- grafiestudium hatte sie eine besondere Vorliebe für „Sie sehen anders aus, sie sind witzig Stadtpläne. geschrieben, es ist eine Mischung aus Stadtplan und Reiseführer.“ „Ich fand Stadtpläne schon immer toll, weil ich damit eine Stadt erkunden kann und dabei Die Lust, einen Plan für ihre Stadt zu gestalten, hat etwas in der Hand habe.“ Carina Danzig aus Brügge mitgebracht. Beim ge- Du hast jetzt auch … Lust bekommen? Schönstes Schwimmbad im Jugendstil Elisabethstraße 10 Jeder kann einen USE-IT-Europe Stadtplan für seine Stadt machen, einzige Bedingung: Die Macher müssen sich selbst um die Finanzierung kümmern.  www.use-it.be/europe/
  10. 10. 10 USE-IT! Die Initiatorin: Carina Danzig Die 30-jährige Geografin entwirft gemeinsam mit Freunden einenBild: Stephanie Lachnit kostenlosen Stadtplan von Aachen. Und der zeigt die besten Insider- Tipps von Einheimischen für junge Touristen. meinsamen Ausflug mit ihren Mitbewohnern stieß Handvoll Aachener für ihre Idee. Gemeinsam ver- sie dort in der Bed-and-Breakfast-Unterkunft zu- brachten sie viele Stunden am Telefon und mussten fällig auf den Brügger Use-It-Stadtplan. Carina war einige Absagen verkraften. Schließlich entdeckte begeistert. Der dicke Reiseführer war damit über- Carina die Stiftung Lebensraum Aachen e.V., die flüssig, denn alles, was sie wissen wollte, stand auf Bürgerprojekte unterstützt und auch Carinas Idee einem faltbaren DIN A 3 Blatt Papier. Für Carina interessant fand. Die Stiftung half der Gruppe rund stand fest, so einen Plan könnte auch Aachen gut um Carina, einen Antrag als Jugendinitiative beim gebrauchen. EU-Programm JUGEND IN AKTION zu stellen. Collage: elfgen pick intermedia unter Verwendung von Arne Hückelheim/wikipedia.de, Archiv JUGEND für Europa Auch das hat geklappt. Jetzt hat die Gruppe 5000,- „Junge Menschen werden in den normalen Euro auf dem Konto – und kann damit den Druck Reiseführern kaum bedacht. Sie haben oft von 10.000 Stadt­plänen bezahlen. weniger Geld als ältere und interessieren sich Wenn der Plan dann fertig ist, hat die Suche nach für andere Sachen.“ Tipps und Spots erst einmal ein Ende. Dann kann Carina die Hängematten auf dem Lousberg wieder Doch bevor sie sich um den Inhalt ihres Plans Ge- genießen – und vielleicht trifft sie dort schon bald auf danken machen konnte, musste sie eine große Hür- Reisende mit einem USE-IT-Stadtplan in der Hand. de nehmen – die finanzielle. Sie begeisterte eine Stephanie Lachnit, Christine Roskopf Tolle Aussicht Riesenkugel Eis für 80 Cent bei den Hängematten Jakobstraße 73 Lousberg, Am Drehturm
  11. 11. Bilder: Roberttheu/sxc.hu(1), Leon Reichardt Europablicke 11 Leon in Barcelona Und plötzlich wird eine fremde Stadt zur zweiten Heimat – weil mit der Stadt viele persönliche Erinnerungen verknüpft sind. 4 Voluntarios en Barcelona  Christopher, Giovannie, Martina und ich waren letztes Jahr die vier Europäischen Freiwilligen an der Uni in Barcelona. Ich habe dort körperbehinderte Studenten be­­ treut, in zwei Gefängnissen Fußball und andere Aktivitäten angeboten, im Krankenhaus mit ei­ Der Autor: Leon Reichardt ner Alzheimergruppe gearbeitet und an Schulen Nach seinem Abitur ging Leon ­Migrantenkindern bei den Hausaufgaben geholfen. für zehn Monate nach Barcelona, Spanien, um einen Europäischen Gio und Marti sind ein Pärchen aus Italien und wollten nach dem Freiwilligendienst zu machen. Seine Studium ein anderes Land kennenlernen. Chrisi kommt auch aus Bild: Leon Reichardt Organisation hatte ihr Büro direkt Freiburg und studiert mittlerweile in Augsburg. Wir vier haben auf dem Campus der Universität. Dort betreute er fünf Tage die Woche oft zusammen „wirklich“ italienische Pasta gegessen und viel von körperbehinderte Studenten. Jetzt Barcelona gesehen. ­ versucht Leon seine Freunde in Barcelona so oft wie möglich zu besu- chen und Spanisch zu sprechen.
  12. 12. 12 Europablicke El bario Raval Das Viertel Raval liegt im Zentrum von Barcelona und grenzt an las Ramblas, die Hauptpromenade vom Placa ­Catalunya bis zum Hafen. In dieser Ecke gibt viele kleine Gassen und schöne Plätze mit Kneipen und Cafes. Hier wohnen viele Immigranten, vor allem aus Asien und Südamerika, die für eine kulturel- le Vielfalt sorgen. Außerdem gibt es eine gute Musikszene mit vielen Jam Sessions wie im Jazz Si oder auch im Big Bild: Leon Reichardt Bang Club. Wahrscheinlich ist es mein Lieblingsviertel in Barce- lona, auch wenn es dort viel Drogen­ riminalität und k Einer der Gründe, warum ich das Raval so mag. Prostitution gibt. Por el campus con Hector  Es gab einen Aktionstag auf dem Uni Campus mit verschie- denen Ständen. Ein Teil meiner Arbeit war die Betreuung von körperbehinderten Studenten. Wir hatten einen Par- cours für Rollstuhlfahrer aufgebaut und jeder konnte sich mal in einen elektrischen Rollstuhl setzen. Hector war einer der Studenten, die wir betreut haben Bild: Leon Reichardt und mit dem ich viel gelacht habe. Er hat 2004 bei den Pa- ralympics mitgemacht und eine ­Medaille im Schwimmen gewonnen. Von ihm habe ich gelernt, das Leben positiver Chrissi, Leon und Hector – 2 Freiwillige und 1 Student zu sehen und einfach mehr zu lachen. Mehr unter  ww.europablicke.eu w Europäischer Freiwilligendienst Wenn du zwischen 18 und 30 Jahre alt bist (in Ausnahmefäl- Das Ganze ist kostenlos. Vorkenntnisse brauchst du nicht. len ab 16), kannst du dich für längere Zeit in einem gemein- Es gibt begleitende Seminarprogramme. Am besten suchst nützigen Projekt im Ausland engagieren. du dir als erstes eine Entsendeorganisation in Deutschland, Der EFD ist ein Lerndienst. Lernen heißt: Fit werden für die die dir hilft, einen Platz im Ausland zu finden. eigene Zukunft. Verantwortung tragen. Niederlagen ver- arbeiten. Selbstbewusstsein entwickeln. Neues entdecken Alle Informationen und Organisationen gibt es unter und verstehen. Europa fühlen und leben. Und eine neue  www.go4europe.de Sprache gibt’s gratis dazu.
  13. 13. Psychotest 13Stell dir vor …Die nachfolgenden Situationen könnten dir passieren, wenn du einProjekt mit JUGEND IN AKTION machst. Was würdest du tun?1 // Du bekommst die Chance, einen Europäi- D) Ich bedanke mich herzlich und sage ihnen Auf dem Nachhauseweg passiert es – Strom-schen Freiwilligendienst in Kamtschatka zu ganz freundlich, dass ich Vegetarier bin. ausfall. Alle Straßenlaternen sind erloschen.machen. Im ehemaligen russischen Militär- Und nun?sperrgebiet und jetzigem Naturpark sollst du 4 // Du möchtest eine Jugendinitiative mit dei- A) ir beschleunigen unsere Schritte. Ist doch Whelfen, Fremdenverkehrsprojekte zu entwi- nen Freunden durchführen. Ihr habt eine rich- unheimlich.ckeln. Deine Freunde kennen dich als vorsich- tig tolle Idee: Ein Theaterfestival zu organisie- B) ir verlangsamen unsere Schritte. Erstens Wtigen Typen und halten dich für total verrückt. ren, bei dem europäische Märchen inszeniert wegen den Schlaglöchern und zweitens weilUnd deine Eltern ebenfalls. Was denkst du? werden. Jetzt müsst ihr nur noch den Antrag der Mond so schön scheint.A) ch hätte total Bock darauf, aber vielleicht I ausfüllen und losschicken. Aber der ist um- C) ls alter Pfadfinder habe ich natürlich meine A haben sie Recht. Kamtschatka, das ist ja Si- fangreicher als gedacht … und irgendwie habt superstarke Stabtaschenlampe dabei. Ich birien! ihr verschwitzt, dass die Antragsfrist in zwei leuchte der Gruppe den Weg.B) ypisch. Immer müssen sie alles besser wis- T Tagen rum ist. Was denkst du? D) emand stimmt einen Song an – und wir laut- J sen! Nur, die Entscheidung muss ich alleine A) ir brauchen Kaffee und gute Musik! Und W hals mit ein. treffen. wenn wir uns gemeinsam dransetzen, krie-C) ollen sie nörgeln. Ich ziehe das auf jeden Fall S gen wir den Antrag rechtzeitig abgeschickt. 6 // Mit deiner Jugendinitiative organisiert ihr durch! Dann kann ich ihnen beweisen, dass eine europäische Festivalwoche. Zum Eröff- ich alleine ’was auf die Reihe kriege. nungskonzert strömen die Leute heran. DamitD) ielleicht doch besser Spanien?! V hättet ihr nie gerechnet. Das Problem: Wegen des Andrangs könnt ihr nicht pünktlich anfan-2 // Du verlässt in 30 Minuten Deutschland, gen. Da baut sich eine Frau vor dir auf und ver-um in Island für ein Jahr zu arbeiten. Du stehst langt ihr Geld zurück. Wie reagierst du?am Flughafen. Deine Freunde und die Familie A) ch will keinen Stress und gebe ihr das Geld Isind da. Zeit, sich zu verabschieden. Und die zurück.ersten Tränen bei deiner Mutter rücken an … B) ch schüttle bedauernd den Kopf; biete ihr I Bild: chriskuddl | ZWEISAM / photocase.comWas fühlst du? aber an, sie könne ein Freigetränk bekommen.A) ure Vorfreude! In einer WG leben, ohne El- P C) ch sage, ich würde den Verantwortlichen ho- I tern und nervige kleine Schwester. Neue len und komme nicht mehr zurück. Leute, neues Land kennenlernen. Ich kann es D) Ich schaue ihr fest in die Augen und frage sie kaum erwarten. mit leicht schriller Stimme, ob sie eine Ah-B) h je, worauf habe ich mich da eingelassen? O nung hätte, wie viel ehrenamtliches Engage- Irgendwie hab ich jetzt richtig Schiss und ment hinter dieser Sache stecken würde. möchte doch nicht weg.C) ch hasse Abschied. Hoffentlich vergessen sie I 7 // Du arbeitest in einem Projekt in einem bul- mich nicht. garischen Jugendhaus. Gemeinsam mit Petras,D) Hab ich auch meinen Pass eingesteckt? dem Freiwilligen aus Litauen, könnt ihr einen Kurzfilmabend organisieren. Wie gehst du vor?3 // Du bist bei einer Gastfamilie in der Ukrai- A) ch winke ab. Allein einen Flyer auf Bulgarisch Ine untergebracht. Die ganze Familie sitzt mit schreiben. Pff, können wir beide nicht.dir am Tisch. Selbst die Großmutter ist da. B) a, toll. Ehe wir wieder endlos diskutieren, N B) ch werde sofort mal einen Arbeitsplan auf- IExtra für dich haben sie Rassolnik gekocht. schreibe ich den Antrag am besten alleine. stellen und ihm geben. Hoffentlich hält erNun schauen dich alle neugierig an, ob es dir Werde ich wohl die nächsten beiden Nächte sich dran.schmeckt – aber das Essen sieht total merk- durcharbeiten. C) ool. Wird lustig werden, wenn wir mit Hän- Cwürdig aus… C) ch kriege einen hysterischen Schreikrampf. I den und Füßen kommunizieren, um gemein-A) erdammt! Sie haben sich extra so viel Mühe V Über 20 Seiten Antrag – die sind doch wahn- sam den Abend vorzubereiten. gegeben! Ich koste ganz vorsichtig und versu- sinnig! D) Ich habe zwar keine Ahnung, wie es gehen che, den Mund nicht zu verziehen. D) ch, wir haben noch zwei Tage! Was soll die A kann, aber inzwischen gelernt, dass es immerB) as ist doch toll! Deswegen bin ich hier! Um D Aufregung? Passt schon. eine Lösung gibt. Neues kennenzulernen.C) ch täusche heftige Magenkrämpfe vor und I 5 // Du nimmst an einer Jugendbegegnung in murmle etwas von „Medikamenten“. Dann Kroatien teil. Die kroatische Gruppe ist total ziehe ich mich diskret zurück. Nachher schau nett, ihr habt eine super Zeit und am vorletz- Und was soll mir das sagen? ich, ob ich irgendwo einen Burger bekomme. ten Abend feiert ihr eine Party in der Stadt. Die Antwort gibt es auf Seite 28.
  14. 14. 14 Acht Phasen eines Projekts 7 6 8 1 51. I my idea 2 4 3 Meckern is’ nich. Machen! Europa fängt vor deiner Haustüre an. Und wenn dort nichts geboten ist, dann willst du was machen. Punkt. So einfach ist das – laut Steffen Präger. Der Erfurter darf das sagen. Er hat als 16-Jähriger 20.000 DM für eine Anti-Rechts-Initiative beantragt – und bekommen. „Mein bisher größter Antrag war ein Nutzungskonzept für ein Jugendhaus“, erzählt Steffen. Der richtige Mann für unser Frage: Wie wächst aus einer guten Idee ein handfestes Projekt?
  15. 15. Acht Phasen eines Projekts 151 Die Idee Namen ‚Fundraising´. Die besten Adres- nanzen übernehmen und immer sauberErst einmal ist die Idee wichtig. Denn: Es sen sind da die Stiftungen. Der Vorteil die Originalquittungen sammeln.ändert sich nichts, wenn du einfach nur hier: Sie sind oft nicht so kompliziert wiemeckerst. Danach kommen das Konzept öffentliche Geld­geber. 8 Feedback / Auswertungund die Finanzierungsfrage. Die Themen Die Fördermittelgeber freuen sich, wenn‚Nachhaltigkeit’ und ‚Partizipation’ sind 5 Antrag stellen ihr sie über den Verlauf des Projektes in-im Moment bei Geld­gebern angesagt. Kleine Projekte könnt ihr immer auf lo- formiert. Ihr könnt sie auch gerne zum kaler Ebene starten. Aber Vorsicht: Nicht Event einladen. Vielleicht kommen sie ja.2 Die Gruppe von der Lokalpolitik vereinnahmen lassen. Und abgesehen davon, dass es sowieso ei- Ohne Mitstreiter geht nichts. Und da gilt: Lohnenswert ist es deshalb, ganz oben die nen Finanzbericht an die Geldgeber geben Mindestens vier ­eute braucht es. Je- L Anträge zu stellen: bei ‚Die Gesellschafter’ muss, gilt es als Gruppe noch einmal die der hat unterschiedliche Qualitäten und bis JUGEND für Europa. Die helfen auch Zielsetzungen gemeinsam durchzugehen:­Kompetenzen. beim Ausfüllen der Formulare. Welche Ziele haben wir erreicht? Und ganz Zum Vergleich: Anträge beim Europäi- wichtig: Was können wir beim nächsten3 Das Konzept schen Sozialfond brauchen gut 50 Seiten Mal besser machen? Wie und was könnenIhr setzt euch zusammen und klärt zu Be- Papier und eine geschwungene Feder. andere von uns lernen?ginn, was euer Projekt bringen soll. Fragt Achtet beim Antragstellen immer darauf,euch: Was steht auf der Agenda? Was sind dass ihr eure Idee nicht verratet und euch ... der Anfängerfehler: Meistens scheitertunsere Ziele? Was bleibt davon am Ende? treu bleibt. ein Projekt an der Gruppe. Da geht es umDas dürft ihr nicht businessmäßig machen. Freundschaften, Freude, Liebe und allesIhr solltet das direkt miteinander aus- ­ 6 Organisation – andere. Da gibt es Stress. Ein Projekt isthandeln. Sicherlich wird es Diskussionen Der Maßnahmenkatalog Arbeit und logisch kann es zu Reibungengeben. Aber besser am Anfang als mitten- Am besten fangt ihr von hinten an. kommen. Deshalb mein Tipp: Frühzeitigdrin. Die Grundfragen sind ja: Wohin wol- Am Tag X ist unsere Veranstaltung. Hilfe von Außen, von Neutralen holen,len wir, und haben alle dasselbe Ziel? Oder Den Termin markiert ihr euch auf eu- von jemandem, der den Konflikt aufzulö-geht es einem vielleicht doch nur darum, rem Zeitplan. Zuerst rechnet ihr die sen hilft. Stephanie Lachnitmit dem ­Projekt Geld machen zu wollen? einzelnen Schritte, die es zu erledigen gilt, von da ab zurück. Dann wird euch4 Die Finanzierung bewusst, wo es kritisch werden könnteWenn es eine non-kommerzielle Sache und ihr wisst, wann ihr spätestens mit Jugend­werden soll – ihr also nicht das Ziel habt, der ­A rbeit anfangen müsst.etwas verkaufen zu wollen – dann könnt initiativenihr öffentliche Mittel vom Staat oder von 7 Aufgabenverteilungstaatsnahen Einrichtungen bekommen. Während ihr den Zeitplan aufstellt, könnt Eure Ideen werden Realität. Jugendin- itiativen sind Projekte, die ihr selbstDas geht vom Bund über das Land bis ihr die Aufgaben in der Gruppe verteilen – gestaltet und verwaltet. Vier Leutezur Kommune hinunter. Bei politischen am besten sprecht ihr von Verantwortung müsst ihr mindestens sein, nicht älterProjekten passt eher das Sozialministe- statt von Aufgaben. Jeder im Team über- als 30 dürft ihr sein. Ein Projekt kann bisrium oder das Jugendamt. Wenn es um nimmt so seinen Bereich und hat den Blick zu 18 Monaten dauern. Mit JUGEND INNachhaltigkeit und Ökologie geht, dann darauf. Das Ganze aufschreiben und allen AKTION geht das zuhause, um die Eckeist es besser, auf lokaler Ebene bei der zugänglich machen. Einer kontrolliert – oder europaweit.Stadt nachzufragen. Wenn ihr von Privat die Zuständigkeit für die Kontrolle geht Mehr unter  ww.machwasdraus.de wMittel fordert, dann läuft das unter dem reihum. Einer sollte auf jeden Fall die Fi-
  16. 16. 16Mitmischen in Deutschland – und EuropaPolitik in der Straßenbahn machen. Eine mehr Ideen umgesetzt und Meinungen gehört geht es durch Deutschland. Mal sind die Projek-Millionenstadt menschlicher machen. werden, fördert JUGEND IN AKTION Projek- te lokal, mal grenzüberschreitend. Eine kleineKunst für alle machen. te, mit denen sich Jugendliche in politische Pro- Auswahl von über 500 Partizipationsprojekten, zesse und gesellschaftliche Debatten einschalten die allein in Deutschland in den letzten JahrenWenn man etwas verändern will, gibt es viele können. Dies geschieht auf ganz unterschiedli- stattfanden. Nina VoigtMöglichkeiten, etwas zu machen. Doch der Weg che Weise. Der Kreativität sind wenig Grenzenvon einer Idee zu einem Projekt ist lang. Und gesetzt. Von Hamburg bis Freiburg, von Köln bis Auf Partizipationsreise durch Deutschlandmanche gute Idee bleibt auf der Strecke. Damit Chemnitz, rauf und runter und kreuz und quer Songs for a Telephone Box wer: heaterbegeisterte Jugendliche aus Spanien T und Deutschland was: elefonläden prägen die Kommunikation von T Migranten. Die transnationale Jugendinitiati- ve erarbeitet hierzu Szenen und Songs. wo: ufführungen in Telefonläden in Hamburg A Hamburg und Valencia. Papergirl wer: Junge Künstler aus Berlin, Bukarest und Man- One In A Million chester Berlin was: Kunstrollen erstellen. Jedes Exemplar ist ein wer: Studenten aus Köln Unikat und besteht aus Kunstwerken, die was: Raus aus der Uni und Nachhilfe für Schüler mit Migrati- persönlich oder per Post eingereicht werden. onshintergrund geben oder Senioren betreuen – eine Dann werden die Rollen vom Fahrrad aus an Partizipationsplattform will Studenten helfen, sich gesell- vorbeilaufende Passanten verteilt. schaftlich zu engagieren. wozu: Kunst ist für alle! Und jeder kann mitmachen! wozu: Damit eine Millionenstadt persönlicher wird.
  17. 17. ma r We i Face to Face Chemnitz Köln Orga: undesverband B Fra nkfurt Paritätisches Bil- dungswerk wer: Jugendliche aus Hessen was: Eine hessenweite Living Walls: Wei- Europabüro Partizipationsmesse: mar meets Offen- Chemnitz Wie schaut es aus mit der Jugendpartizipa- bach tion in Hessen? Projekte und Erfahrungen wer: Europainteres- werden vorgestellt und ausgetauscht. wer: raffitikünstler G sierte Chemnit- Politiker sind auch vor Ort. aus Thüringen und zer Jugend­ iche l Hessen was: Das Europa- was: Künstler aus 20 büro berät eim Offenbach und Jugendliche zu n nh Mobilitätsmög- Ma Weimar planen gemeinsam lichkeiten in Streetart- und Europa und gibt Graffitiprojekte europapolitische in ihren beiden Informationen. Steig ein – Du bist am Zug Städten. Die Ost- wozu: amit der erste D Orga: tarkmacher e.V., Mannheim S West-Beziehungen Schritt, ins Aus- was: 220 Jungen und Mädchen diskutieren in der werden künstle- land zu gehen, Straßenbahn zwischen Mannheim und Hei- risch umgesetzt. einfacher wird. delberg mit Politikern über Kohlekraftwer- wozu: nnerdeutsche I ke, über Hartz IV, über mangelnde Graffiti- Vorurteile und Flächen, Komasaufen … Ansbach Berührungsängste wozu: amit jugendliche Meinungen in der Kom- D abbauen. munalpolitik gehört und umgesetzt werden. BASS macht Schule Orga: ündnis Ansbacher Schülerinnen und Schüler B e.V. African Kiss Festival was: Traumschule schaffen. Während einer Projekt- Orga: ugendgruppe des African Information Mo- J woche gestalten Schüler aller Schulformen vement AIM e.V. die Unterrichtsinhalte selbst und testen neue wer: Freiburger Jugendliche Lernformen aus. was: Festival mit Kunst, Musik, Weihnachtsmarkt wozu: Damit Schule Spaß macht und man was fürs und entwicklungspolitischen Workshops Leben lernt. rgFreibu wozu: erbung für Toleranz und interkulturelles W Verständnis Collage: elfgen pick intermedia unter Verwendung von PMOS-sxc.hu (1), mzacha-sxc.hu (2), lumix2004-sxc.hu (1), jvangalen-sxc.hu (1)
  18. 18. Cultural Capitals united Eine Gruppe junger Europäer nutzen die Europäischen Kulturhauptstädte 2010 für ihr eigenes Projekt. Sie organisieren eine deutsch-ungarisch-türkische Jugendbegegnung. Plötzlich hat Pecs ein Gesicht: Das von Karolina. Istanbul hat eine Stimme: Die von Halil. Und das Ruhrgebiet hat ein Lachen: Das von Kim. Ein Abenteuer, das Spaß macht, und trotzdem unberechenbar bleibt. Eine monatelange Planungspha- gung haben wir heiß diskutiert“, ergänzt verloren vor. Die lockere Atmosphäre ist se haben sie hinter sich. Kontak- Sabrina. „Gerade die jungen türkischen einer Anspannung gewichen, die Diskus-te nach Pecs und Istanbul geknüpft. Die Teilnehmer sprechen zu einem großen sion wird hitziger. Einige der türkischenFinanzierung für die Jugendbegegnung Teil kein Englisch. Also übersetzen wir Jugendlichen fühlen sich persönlich an-eingeholt. Alles haben sie neben ihrem und versuchen den Rest auf nonverbale gegriffen.Studium organisiert und dann das: Kurz Weise zu vermitteln.“ Plötzlich herrscht Verunsicherung,vor Beginn der Begegnung will das deut- Als die Jugendbegegnung beginnt, ob die entstandenen Freundschaften inssche Konsulat in Istanbul der türkischen ist bereits nach wenigen Stunden eine Wanken geraten könnten. Der GedankeGruppe kein Visum erteilen. Es folgen erstaunliche Dynamik entstanden. Ver- taucht auf, dass die Verständigung viel-heftige verbale Auseinandersetzungen, ständigung ist auch ohne große Worte leicht doch nicht so einfach ist, wie esbis ein Stein vom Herzen der Organisa- möglich: Themen wie Liebe und Familie, zuerst schien. Als Esin aus der Türkeitoren fällt. Alle 30 Teilnehmer dürfen Bildungschancen und Religion werden sieht, dass Gesine aus Deutschland denanreisen. behandelt. Gemeinsamkeiten und Un- Tränen nahe ist, tut sie etwas, das die Für Anne, ­ abrina, Melih und die S terschiede diskutiert. „Bist du nun Kurde Spannung auflöst: Sie überquert die ima-anderen, die diese Begegnung organi- oder Türke?“, möchte eine deutsche Teil- ginäre Trennlinie im Raum und umarmtsiert haben, ist das Projekt eine neue Er- nehmerin von einem Jungen aus Istanbul Gesine.fahrung. Sie waren zwar alle schon einmal wissen. Auch das ist eine wertvolle Erfah-längere Zeit im Ausland, doch eine inter- rung dieser Jugendbegegnung: Dass mannationale Jugendbegegnung selbst orga- Er entgegnet: „Spielt das eine Rolle? durchaus befreundet sein kann, ohne sichnisiert hat noch keiner von ihnen. Ich bin einfach nur ein Mensch!“ bei allen Themen einig zu sein. Und am „Wir haben uns viele Gedanken ge- Abend, als die Teilnehmer ausgelassenmacht“, erzählt Anne, „zum Beispiel, ob Aber manchmal gibt es Situationen, in und fröhlich zusammen tanzen, ist dasjeder mit den Inhalten etwas anfangen denen es gar nicht so einfach ist, die Mei- leichte Grabengefühl, das beide „Lager“kann, an denen wir arbeiten wollen. Oder nung eines Anderen zu verstehen. Als der für einige Minuten voneinander getrenntob der Altersunterschied nicht zu groß mögliche Beitritt der Türkei in die EU hatte, schon längst wieder verflogen. Wasist – manche Teilnehmer sind 16, ande- zur Sprache kommt, sind drei Teilneh- bleibt, sind Freundschaften. Und unver-re schon 25.“ „Auch über die Verständi- mer dagegen. Plötzlich kommen sie sich gessliche Eindrücke. Elisa RheinheimerInternationale JugendbegegnungenIn einer Jugendbegegnung kommst du mit jungen Menschen aus mehreren Ländern zusammen. JUGEND IN AKTION fördertB­ egegnungen mit jungen Menschen im Alter zwischen 13 und 30 Jahren. Auf www.rausvonzuhaus.de findest du Termine undOrganisationen, die Jugendbegegnungen anbieten. Mehr zu den Richtlinien gibt es unter  ww.jugend-in-aktion.de w
  19. 19. Europäische Kulturhauptstadt 19Alle Bilder: Sabrina Apitz Oben: Am letzten Tag der Jugendbegegnung fand ein öffentliches Graffiti-Event statt, an dem auch Jugendliche vor Ort teilnahmen. Unten links: In Gruppenspielen und Diskussionsrunden wurden Themen wie Liebe und Familie, Bildungschancen, Religion und Diskriminierung behandelt. Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede wurden gesucht und gefunden. Unten Mitte: Auch das Ruhrgebiet steht auf dem Programm: Ein Besuch der Zeche Zollverein in Essen. Unten rechts: Verständigung klappt auch ohne Worte: Durch Musik, Tanz, Fußball oder Graffiti beispielsweise. Das funktioniert wunderbar, wie am Ende alle erleichtert feststellten.
  20. 20. 20 Gothe meets HipHop „Faust in da street“ Bei der deutsch-italienischen J ­ ugendbegegnung prallen k ­ lassische Reime auf HipHop- Beats. Zehn Tage proben 17 Deutsche mit 17 Italienern an einer außerge- wöhnlichen Tanzchoreographie. Sie bringen Themen aus Goethes Faust von ihren Straßen auf die Bühne. Liebe, Wahrheit, Verantwortung, Gut und Böse – diese Schlagworte in- terpretieren sie neu. Was bedeuten sie in den Problemkiezen europäischer Großstädte? Die Jugendlichen der Jugendzentren StreetuniverCity (Ber- lin) und ALI (Rom) zeigen es. „Was ich später mal machen will? Irgendwas mit Tanzen. Alle Bilder: Mimoza Veliu Hauptsache, ich bin nicht mehr länger arbeitslos.“ Marco Busiello 20, Rom
  21. 21. Goethe meets HipHop 21„ oethe, G mein Freund, der Mann hieß G ­ oethe.“ „Wir akzeptieren nicht, … … dass das kreative Potenzial junger Menschen aus sozialen Brennpunkten  kaum genutzt wird. Das ist entwürdigend – sowohl für die Jugendlichen als auch für unsere Gesellschaft.“ „ Die Jury ist da, um sich zu re-pre-senten“ … dröhnt es aus den Boxen. Vorstellen und tanzen, heißt das auf Deutsch. Das Ganze dann natürlich aber auch „damn hot“. Alle Bilder: Mimoza Veliu
  22. 22. 22 Goethe meets HipHop US VERS „Hip Hop Battles“, „rumblen bis zum Umfallen“ – in der NaunynRitze in Berlin-Xberg geht es um die Beats der Beats. Für den DJ steht fest: „ iese Show ist heiß D und fettig.“ Aylin Dogan 17, Berlin „Wenn Du so tanzen kannst, hast Du‘s geschafft – egal, was die Leute sonst so sagen.“ Alle Bilder: Mimoza Veliu

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