Nazi-Außenpolitik
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Nazi-Außenpolitik Nazi-Außenpolitik Document Transcript

  • Die nationalsozialistische Außenpolitik zwischen Machtübernahme und Kriegsausbruch von Ibrahim Mazari Seit dem ersten Tag nach der Machtübernahme der Regierung durch die Nationalsozialisten ist es das Ziel Hitlers, eine Expansions- und Hegemonialpolitik anzustreben, die unter dem Motto der Erweiterung des Lebensraumes Eingang fand in die nationalsozialistische Propaganda. Diese politischen Ziele sind nicht erst bei Machtantritt ausformuliert worden, vielmehr bilden sie einen grundlegenden Bestandteil der politischen Ziele der NSdAP, die in „Mein Kampf“ nochmals von Hitler ausdrücklich als primär bezeichnet werden. Hitler erkannte jedoch, daß zunächst die Macht im Staat gesichert werden mußte, bevor die rigorosen außenpolitischen Ziele verwirklicht werden konnten. Hindenburg sah in Hitler nur eine Marionette, um zu einer Restauration des erzkonservativen, wilhelminischen Kaiserreiches zurückzufinden. Hitler befand sich in einer Regierung voller Konservativer, die ihn quasi „in Schach“ halten sollten, was ihnen natürlich nicht gelingen wollte. Hitler war sich der Tatsache bewußt, daß die Rückendeckung im Volk doch nicht so groß war, wie zunächst vermutet, was die nächsten, letzten Wahlen zeigten, in der es der NSdAP nicht gelang, die absolute Mehrheit zu erlangen, obwohl die Wahlen durch Schergen der SA unter erheblichen Druck gesetzt und die meisten, demokratischen Parteien schon verboten worden. Hitler handelte pragmatisch. Am Anfang seiner Regierungszeit bemühte er sich, moderat zu wirken, vor allem indem er den Schuterschluß mit Hindenburg vollführte, womit er die Kontinuität mit dem Kaiserreich veranschaulichen wollte. Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist auch der Umstand, daß Hitler nun nicht mehr die traditionelle Uniform der SA trug, zumindest solange der Reichspräsident noch lebte. Es ging Hitler darum, die Authentizität seines Machanspruches in der Legitimation durch die breite Masse, die Industrie und vor allem durch die Reichswehr zu bewahren. Dahingehend erscheint es plausibel, daß Hitler jeden Verdacht von Umsturz von sich wies. Natürlich ist das Ermächtigungsgesetz für die Nazis eine Legitimation gewesen, dennoch erscheint es in einem neuen Bild, wenn man die Umstände berücksichtigt, unter denen diese Abstimmung stattfand. Vor der Machtübernahme und auch danach zogen SA - Truppen randalierend und schlagend durch das ganze Land, und allein der Umstand, daß die Regierung diese Aktivitäten im Rahmen der Notstandsgesetzgebung rechtfertigt, macht daraus nichts besseres. Nun galt es für Hitler, die Wehrmacht zu gewinnen, ohne die seine aggressiven Pläne nicht umzusetzen waren. Da die Wehrmachtsspitze mehrheitlich konservativ war, wurde die Wahl Hitlers zwar begrüßt, aber dennoch skeptisch betrachtet. Die Bedeutung der Wehrmacht für Hitler wird deutlich, als ein Konflikt zwischen der erstarkten SA und der Wehrmacht entfacht. Seitens der SA wird der Vorschlag gemacht, aus der SA ein großes Volksheer zu machen, unter das auch die Wehrmacht gegliedert werden soll. Die Wehrmacht lehnte ab und Hitler stellte sich auf die Seite der Wehrmacht. Juni 1934 wurden Röhm und weitere SA - Hauptleute eines Putschversuches bezichtigt und unter Zuhilfenahme der Wehrmacht hingerichtet. Nachdem Hindenburg 1934 starb, vereinigte Hitler das Amt des Reichskanzlers mit dem des Reichspräsidenten in einer Personalunion, die letztlich uneingeschränkte Macht bedeutete. Die Reichswehr akzeptierte Hitler als Führer, sie wurde gar auf seinen Namen vereidigt, und nicht mehr auf die Verfassung, wie es in der verhaßten Weimarer Republik der Fall gewesen ist. Es ist augenscheinlich, daß die nationalsozialistische Außenpolitik stets unter Berücksichtigung der innenpolitischen Verhältnisse zu sehen ist. 1
  • Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Hitlers primäres Ziel zunächst der Machtausbau im Inneren war, in Form der Gleichschaltung von Gesellschaft und Wirtschaft. Nach außen hin hat er schon immer eine expansive Position bezogen, auch wenn in seinen ersten Schritten die Aggressivität des Kriegsherren noch nicht zutage tritt. In seinen Schriften und Reden hat er jedoch keinen Hehl aus seinen Absichten gemacht. Nachdem Hitler die Reichswehr auf seiner Seite wußte, ging es ihm dann um die Intensivierung der Aufrüstung. Eng daran geknüpft, aber natürlich nicht ausschließlich, waren die Bemühungen um die Revision des Versailler Vertrages. Von Anfang an machte Hitler deutlich, daß er sich um Verträge der Weimarer Republik mit anderen Nationen nicht scherte. Am 14. Oktober 1934 tritt Deutschland aus dem Völkerbund aus. Dies wird durch eine Volksabstimmung unterstützt. Hitler erkennt, daß Deutschland in die Isolation zu driften droht. Für ihn stellt sich die Frage nicht, ob es Krieg geben wird oder nicht, es geht nur darum, wer der Verbündete sein wird. Hitler wollte in jedem Falle einen Zweifrontenkrieg wie im 1.Weltkieg verhindern, dafür mußte er entweder den Westen (Frankreich und England) oder den Osten (UdSSR) binden. Die anfänglichen Bemühungen gingen dahin, England als Verbündeten zu gewinnen. Als dies nicht gelingen konnte, versuchte Nazideutschland, die Rolle Englands zurückzudrängen, es quasi neutral zu halten. In der Zwischenzeit etablierte sich in Italien ein faschistisches Regime unter Mussolini. Noch waren die Beziehung zwischen Deutschland und Italien von Mißtrauen bestimmt, vor allem in Hinblick auf die Entwicklung in Österreich, wo die nationalsozialistische Bewegung gleich dem großen Bruder in Deutschland eine Revolution auf parlamentarischem Wege vorbereitete, was den Italienern mit recht sehr suspekt sein mußte, denn sie befürchteten Konflikte um Tirol. Es gelang erst eine Annäherung an Italien, als Deutschland Unterstützung beim mißlungenen Einmarsch Italiens in Abessinien in Form von Geld und „Solidarität“ anbot, gegen den Rest der gesamten, entrüsteten „Weltgemeinschaft“. 1936 inszenierten die Nationalsozialisten aus Anlaß der Olympischen Sommerspiele eine versöhnliche Geste, die schon sehr bald vergessen sein wird, denn schon Wochen später zeigt Hitler sein wahres Gesicht, als er den Faschisten in Spanien unter General Franco, die soeben die Sozialisten aus Madrid weggeputscht haben, zu Hilfe kam, diesmal auch in Form von Truppeneinsätzen der Flugwaffe. Dies war das erste Mal nach dem ersten Weltkrieg, daß deutsche Truppen außerhalb Deutschlands in einen Kampfeinsatz verwickelt werden. Picasso hat etwa den Angriff der deutschen Luftwaffe auf die Stadt Guernica lebhaft in all seinen Schrecken festgehalten. Es ist immer noch strittig, welchen taktischen Vorteil sich Hitler mit diesem Schlag versprach. Die Engländer hat er damit sicherlich nicht gewinnen können, im Gegenteil, nun waren sie sich der Gefahr, die von der Diktatur in Deutschland ausgeht, voll bewußt. Vielleicht sollte dieser Schritt Hitlers nicht aus rationalen Gründen betrachtet werden. Hitler sah gemäß seinem Weltbild im Kommunismus und im Judentum (was für ihn ein und das selbe war) die größten Bedrohungen für die europäische Zivilisation und die deutsche „Rasse“. Mit dem Sieg Francos gegen die Sozialisten war für Hitler eine weitere Bastion des Kommunismus/Sozialismus gefallen. Wenn auch nun eine Annäherung zu England nicht mehr denkbar war, so wurde die Achse Berlin - Rom als Folge des Spanien - Einsatzes gefestigt. Hitlers langfristiges politisches Ziel war die Weltherrschaft. Ihm war aber bewußt, daß dies erst in späteren Generationen erfolgen könne. Da Hitler in den Vereinigten Staaten ein unüberwindlichen Gegner sah, der im Falle eines Krieges in Europa mit Sicherheit Partei ergreifen würde, kam er mit Japan überein, einen Pakt zu schließen. Dieser Pakt zwischen Deutschland, Italien und Japan wurde aber primär gegen die sowjetische Übermacht im Osten geschlossen, als Bollwerk gegen den 2
  • Kommunismus, was auch der Name dieses Paktes zeigt: Antikomminternpakt (November 1936). Die Entwicklung in Österreich verlief anders, als es sich Hitler wünschte. Den Nationalsozialisten gelang es nicht, an die Macht zu gelangen, trotz eines Putschversuches. Hitler setzte den österreichischen Kanzler Schuschnigg unter Druck. Er sollte Nationalsozialisten in die Regierung aufnehmen. Als er sich weigerte, wurde er abgesetzt, und an seiner Stelle trat der nationalsozialistische Seyß - Inquart. Doch nun wollte der österreichische Präsident, Miklas, den neuen Kanzler nicht ins Amt berufen, woraufhin Hitler einfach seine Truppen einmarschieren ließ und Österreich annektierte. Die Westmächte reagierten überhaupt nicht. Hitler war es nun gelungen, die Rüstindustrie auf Hochtouren zu bringen, die Arbeitslosigkeit war überwunden, aber dies alles auf Kosten der Staatsfinanzen, die keinesfalls gedeckt waren. Hitler ist mit den führenden Industriellen und Bankiers übereingekommen, Wechsel auszustellen, die explizit durch Gewinne in der Expansion gen Osten gedeckt werden sollten, was verdeutlicht, daß das gesamte Wirtschaftssystem, das noch heute bei Ignoranten Zustimmung findet, auf den Krieg angelegt gewesen war. Hätte Hitler den Krieg nicht 1939 begonnen, so wäre er in ein paar Jahren in einen Staatsbankrott sondergleichen verwickelt. Die sogenannte „Sudetenkrise“ bildete nur eine weitere Etappe auf dem Weg in den Krieg. Mit dem Vorwand des Völkerrechtes macht Hitler Bodenansprüche geltend, die ihm dann auch auf der Münchner Konferenz (29. September 1938) zugestanden werden. England hoffte mit derlei Zugeständnissen Hitler quasi beschwichtigen zu können, ein klares Ziel des Briten Chamberlain, der den Begriff des „Appeassement“ prägte. Als Hitler unbekümmert in Prag einmarschierte (15. März 1939), hätten die Westmächte sofort reagieren müssen. Doch sie waren wie gelähmt, und sie konnten nicht glauben, daß nun ein weiterer Krieg ausbrechen sollte, kaum daß die Leiden des ersten verheilt wären. Nun war ein Krieg absehbar. Frankreich hatte mit Polen einen Pakt geschlossen. Hitler wollte zunächst die Sowjetunion bekriegen, doch es gelang ihm nicht, Polen „friedlich“ in eine Allianz, die auch eine Rückgabe Danzigs an Deutschland beinhalten würde, zu drängen, was teilweise auch auf eine totale Verkennung der eigenen Situation seitens der Polen zurückzuführen ist, die nicht die brenzlige Zwangslage erkannten (eingerahmt von Hitler und Stalin). Somit beschloß Hitler einen Nichtangriffspakt mit Stalin zu schließen, um nicht in den gefürchteten Zweifrontenkrieg zu geraten. Hitler war bewußt, daß ein Angriff Polens die Westmächte auf die Bühne rufen würde, wenn nicht gar die USA. Deshalb wollte er sich die östliche Flanke freihalten, bis er die westlichen Mächte in Schach halten konnte. Hitler war nicht an eine Expansion gen Westen interessiert, er hatte die reichen Kornkammern in der heutigen Ukraine vor Augen. Er kalkulierte somit einen Krieg gegen die Sowjetunion. Es stellte sich nur die Frage des rechten Zeitpunktes. Es sollte sich herausstellen, daß er den Zeitpunkt nicht treffen würde. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß der Holocaust dann seinen gewaltigen Anlauf nahm, als der Feldzug gegen Rußland vonstatten ging. Es ist deutlich, daß eine Parallele besteht zwischen dem Ziel, den Kommunismus zu zerstören, und dem, das „internationale“ Judentum zu vernichten. In jedem Fall steht fest, daß Ribbentrop, seinerzeit Reichsaußenminister, im Auftrag Hitlers mit Stalin einen Nichtangriffspakt schloß, und in einem Zusatzprotokoll, als streng geheim eingestuft, wurde die Aufteilung Polens beschlossen. 3
  • Am 1. September 1939, um ca. 4.00 h morgens, marschierte die deutsche Wehrmacht in Polen ein. Tage später erklärten die verschiedenen Westmächte (USA noch nicht) Deutschland den Krieg. Es sollte der verheerendste Krieg aller Zeiten werden. Literatur: Rassow „Deutsche Geschichte“, 1987 Churchill, Winston S. „Der Zweite Weltkrieg“, 1948 4