eHealth in der Praxis. Cybersanté dans la pratique

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eHealth in der Praxis. Cybersanté dans la pratique

  1. 1. eHealth in der PraxisCybersanté dans la pratique
  2. 2. ImpressumHERAUSGEBERALIS-Connect Vereinigung von SW-Herstellern und Leistungserbringern www.alis-connect.ch info@alis-connect.cheHealth Suisse «eHealth Suisse» Koordinationsorgan Bund und Kantone www.e-health-suisse.ch info@e-health-suisse.chVGIch Verein Gesundheitsinformatik Schweiz www.vgich.chPARTNER Die SGMI, HL7 Schweiz, IHE Suisse, IG eHealth und H+ begrüssen diese Publikation unter dem Titel «eHealth in der Praxis» und unterstützen die Herausgeber finanziell und Inhaltlich. Die Publikation ergibt einen repräsenta- tiven Spiegel aus drei Sichten und hilft bei Bedarf rasch, Vertiefungspunkte zu evaluieren und den Einstieg in die Themen zu finden. Wir hoffen, damit einen essentiellen Beitrag zur Verbreitung der aktuellen Informationen und Unterstützung bei Entscheidungen zu leisten und ent- sprechend Projekte beschleunigen zu können. Wir sehen einer gelegentlichen Überarbeitung und Neuauflage positiv entgegen und werden auch eine solche wieder unterstützen.REALISIERUNGRedaktion Christian Kohler Adrian Schmid Jürg Lindenmann Catherine Marik Hans BalmerLayout Daniela VenegoniBilder Walter PfäffliFotoaufnahmen Spital ThunVerdankungen Die Herausgeber freuen sich, diese Dokumentation präsentieren zu können. Wir danken den Autoren, die ihre Beiträge kostenlos beigesteuert haben, und denjenigen, die das Vorhaben in irgendeiner Weise unterstützt haben, sehr! Nur so war es möglich, diesen wichtigen Beitrag für die weitere Umsetzung der «Strategie eHealth Schweiz» zu leisten.Erscheinungsdatum Januar 2011Weitere Informationen «eHealth Suisse» Koordinationsorgan Bund und Kantoneund Bestelladresse www.e-health-suisse.ch info@e-health-suisse.ch
  3. 3. 3InhaltEditorial 4TEIL 1: «eHealth Schweiz» – was ist das, was soll das? 5Die Strategie eHealth Schweiz 6Gesetze und Verordnungen 8Nutzen von eHealth 9«Architektur eHealth Schweiz» 12Das virtuelle Patientendossier 16IHE-Komponenten 19Versichertenkarte und HPC 21La e-Santé 22TEIL 2: Was brauchen die Leistungserbringer? 23Hausaufgaben der Leistungserbringer 24eHealth-Umsetzung 26Wirkung an der Front 28Das Spital-Patientendossier in der Umsetzung 30Anwendbare Standards 32TEIL 3: die Vernetzung/Wie verbinden wir das? 35Die Vernetzung 36Das Business 38Vom PoC zur Umsetzung – von MeDIswiss zum MPI SG 40Rete Sanitaria 41Regio Basel 42e-toile 43Strategische und praktische Umsetzungen (LU, SG) 44MARKTÜBERSICHT: WER KANN WAS? 45
  4. 4. 4Stefan SpycherBundesamt fürGesundheit (BAG)«eHealth» – eine Heraus- La cybersanté – un défi annon-forderung mit grossen Chancen ciateur de grandes opportunitésDank «eHealth» können die medizinischen Behand- Grâce à la cybersanté, les processus de prise enlungsprozesse wirtschaftlicher, sicherer und quali- charge médicale pourront être organisés de ma-tativ besser organisiert werden. Stehen behand- nière plus économique, plus sûre et offrir une meil-lungsrelevante medizinische Informationen zur leure qualité. L’accessibilité à des informations né-richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung, cessaires à une prise en charge au bon moment etresultiert eine Verbesserung von Therapie und Pa- au bon endroit contribue sans aucun doute à unetientensicherheit. Dies wiederum hat positive Aus- amélioration du traitement et à la sécurité du pa-wirkungen auf die Effizienz der Behandlungsabläu- tient mais a également des effets positifs sur l’effi-fe. Langfristig, so hoffen wir, entsteht daraus ein cience des processus de prise en charge. A longBeitrag zur Reduktion des Gesundheitskosten- terme, nous espérons contribuer à une diminutionwachstums in der Schweiz. de l’augmentation des coûts de la santé en Suisse.Das Potenzial der Informations- und Kommunika- Le potentiel des technologies de linformation ettionstechnologien im Gesundheitswesen wird noch de la communication (TIC) dans le domaine de lanicht ausgeschöpft. Die vorliegende Publikation santé est encore vaste. La présente publication sertsoll Ihnen deshalb als Orientierungsrahmen und de cadre d’orientation et d’aide à la décision. DeEntscheidhilfe dienen. Gleichzeitig möchten wir Sie même, nous souhaitons vous encourager à pren-auffordern, bei der Planung Ihrer IT-Strategie die dre en compte les réflexions et les recommanda-Überlegungen und Empfehlungen des Koordina- tions de l’organe de coordination «eHealth Suisse»tionsorgans «eHealth Suisse» zu berücksichtigen. lors de votre planification en matière de stratégieNur mit strategiekonformen und somit interope- informatique. Seules des solutions informatiquesrablen IT-Lösungen können institutionsübergrei- conformes à la stratégie et interopérables vous per-fend Dokumente und Daten ausgetauscht werden. mettront d’échanger de la documentation et des données entre les institutions.Wir wünschen uns, dass alle Akteure die Umset-zung der «Strategie eHealth Schweiz» auch zukünf- A l’avenir, nous espérons que tous les acteurstig als aktive Wegbereiter mittragen und als Impuls- s’engagent activement à la mise en œuvre de lageber mitgestalten. Die «eHealth-Zukunft» ist voller «Stratégie Cybersanté (eHealth) Suisse» en tantHerausforderungen, aber auch eine grosse Chance qu’initiateur et donneur d’impulsion. Le «futurfür das Schweizer Gesundheitssystem. Nutzen wir de la cybersanté» réserve de nombreux défis, maisdiese gemeinsam! représente aussi une grande opportunité pour le système de santé suisse. Saisissons-la ensemble! Stefan Spycher Vizedirektor BAG
  5. 5. 5TEIL 1 PARTIE 1Im Jahr 2007 hat der Bundesrat die En 2007, le Conseil fédéral a adopté la«Strategie eHealth Schweiz» verabschiedet. «Stratégie Cybersanté (eHealth) Suisse».Die Schweizerische Konferenz der La Conférence suisse des directrices etkantonalen Gesundheitsdirektorinnen und directeurs cantonaux de la santé (CDS) s’est-direktoren (GDK) hat sich der Strategie und également ralliée à la stratégie ainsi qu’auxden Zielen angeschlossen. Ziel ist es, den objectifs. Le but étant que d’ici à 2015Menschen in der Schweiz – unabhängig von toutes les personnes en Suisse puissentOrt und Zeit – den Leistungserbringern ihrer permettre aux fournisseurs de prestationsWahl den Zugriff auf behandlungsrelevante de leur choix, quels que soient l’heure et leInformationen zu ermöglichen. Das elektro- lieu, d’accéder aux informations nécessairesnische Patientendossier ist das eigentliche à la prise en charge. Le dossier électroniqueKernstück der Strategie. du patient est en fait la pièce maîtresse de la stratégie.Die folgenden Beiträge im Teil 1 beschreibendie Grundzüge der «Strategie eHealth Les contributions figurant dans la partie 1Schweiz» sowie einige prioritäre Handlungs- décrivent les principaux axes de cettefelder: Zum Beispiel den aktuellen «Stratégie Cybersanté (eHealth) Suisse»rechtlichen Rahmen, die vom gemeinsamen et quelques champs dactivités prioritaires:Steuerungsorgan von Bund und Kantonen comme, par exemple, le cadre légal actuel,verabschiedete «Architektur eHealth l’architecture «eHealth Suisse» adoptéeSchweiz» oder eine Beschreibung, wie in par le comité de pilotage commun Confédé-Zukunft Dokumente im elektronischen ration et cantons ou encore une descriptionPatientendossier bereitgestellt und gesucht de la manière dont on pourrait, dans lewerden können. futur, mettre à disposition ou rechercher des documents dans le dossier électronique du patient.
  6. 6. 6 Die «Strategie eHealth Schweiz» verfolgt das Ziel, dass alle Menschen in unserem Land bis zum Jahr 2015 unabhängig von Ort und Zeit den Leistungs- erbringern ihrer Wahl den elektronischen Zugriff auf behandlungsrelevante Informationen ermöglichen können («elektronisches Patientendossier»). Deshalb muss in der Schweiz das Motto gelten: «Keine Investitionen mehr in Systeme, die nicht interoperabel sind.»Adrian SchmidKoordinationsorgan «eHealth» Bund und Kantoneadrian.schmid@e-health-suisse.chSchluss mit technischen InselnSo war es nicht geplant. Doch die Krankheit zwingt Einigung auf ein regionales System. Sie hat zum Ziel,den Patienten dazu, kurz nacheinander den Hausarzt dass bis zum Jahr 2015 alle Menschen in der Schweizund zwei Spitäler aufzusuchen. Anschliessend klagt unabhängig von Ort und Zeit den Leistungserbrin-der Mann über starken Schwindel und massive gern ihrer Wahl den elektronischen Zugriff auf be-Leistungseinbrüche. Der Hausarzt stellt schliesslich handlungsrelevante Informationen ermöglichenfest, dass der Mann zu viele Medikamente einnimmt. («elektronisches Patientendossier»). Dabei geht es pri-Jeder Leistungserbringer hat ohne Wissen der Vorge- mär um verordnete Medikamente, Labor- oder Radio-schichte Medikamente verschrieben. Vom einen Prä- logiebefunde, Berichte zu Spitaleintritten und -Aus-parat ist es gleich drei Mal der gleiche Wirkstoff. tritten oder um Basisinformationen wie Allergien, Der Vorfall ist nicht erfunden – und er kommt so Impfdaten, chronische Krankheiten oder Unfallfolgen.oder ähnlich jeden Tag vor. Der Spitalapotheker, der Der Bundesrat hat die «Strategie eHealth Schweiz»das Beispiel beschrieben hat, schlägt als Gegenmass- im Jahr 2007 verabschiedet. Die Konferenz der kanto-nahme eine Medikamentenkarte vor, die der Patient nalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktorenimmer auf sich trägt und mit der ersichtlich ist, wel- (GDK) hat sich der Strategie und den Zielen ange-che Medikamente für welchen Zweck verschrieben schlossen, denn für die Gesundheitsversorgung derwurden und wann daran eine Änderung erfolgte. Bevölkerung sind vor allem die Kantone zuständig.Und er hält fest: «Das System funktioniert allerdings Das «Koordinationsorgan eHealth Bund-Kantone»nur, wenn sich Hausärzte, das Spital und die öffentli- (eHealth Suisse) treibt die gemeinsamen Konzeptar-chen Apotheken regional über das System einigen beiten unter Einbezug aller Akteure voran. Die kanto-und es konsequent anwenden.» nalen Gesundheitsdirektoren haben im November Die «Strategie eHealth Schweiz» will mehr als eine 2009 einstimmig beschlossen, die gemeinsamen
  7. 7. 7technischen Empfehlungen in ihrem Verantwortungs-bereich umzusetzen. EN BREF Eine Koordination und die Einigung auf gemeinsa-me Standards sind dringend notwendig. Die Digitali- La «Stratégie Cybersanté (eHealth) Suisse»sierung des Gesundheitswesens findet auch ohne poursuit l’objectif suivant: que toutes les«eHealth»-Strategie statt. Immer mehr Gesundheits- personnes en Suisse puissent, d’ici la findaten sind elektronisch vorhanden. Bisher haben die 2015, permettre aux fournisseurs de presta-Akteure aber ihre eigenen Systeme entwickelt. Um tions de leur choix, quels que soient l’heureFehlinvestitionen zu vermeiden, muss die Austausch- et le lieu, d’accéder par voie électroniquebarkeit der Daten zwischen den verschiedenen Syste- aux informations dont ils ont besoin pourmen ermöglicht werden. Die Interoperabilität ist je- pouvoir les traiter («dossier électronique dudoch nicht allein ein technisches Thema. Es geht auch patient»). Pour cette raison la deviseum Recht (Was ist wie erlaubt? Wer ist wofür zustän- suivante est de mise en Suisse: «Ne plusdig?), Organisation (Kultur der Zusammenarbeit) oder investir dans des systèmes qui ne sont pasSemantik (Sprache und Formate der Dateninhalte). interopérables.»Dezentrale StrukturenAuf viele – auch rechtliche – Fragen gibt es heute kei- Qualität der Leistungserbringung und Effizienzne definitiven Antworten. Der Weg zur Interoperabi- der Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus liefertlität muss schrittweise gegangen werden, und er «eHealth» zentrale Instrumente zur Umsetzung vonführt über mehrere Stufen der Ausreifung. Bereits anstehenden Gesundheitsreformen (Einführung DRG,jetzt gilt aber für alle Leistungserbringer das Motto: Förderung «Managed Care»).«Keine Investitionen mehr in Praxis- oder Klinikinfor-mationssysteme, die nicht mit anderen Systemenkommunizieren können». Das Koordinationsorgan FAZIT«eHealth Suisse» beschreibt mit seinen Empfehlun- Die Förderung von «eHealth» muss in den Versor-gen, wie die Interoperabilität erreicht werden kann. gungsregionen keimen und national koordiniert wer-So werden im Themenbereich «Standards und Archi- den und. Der Blick ins Ausland zeigt, dass nationaletektur» unter anderem die Basiskomponenten der Grossprojekte einen schweren Stand haben. Sie neh-«Architektur eHealth Schweiz» sowie eine Reihe von men meist wenig Rücksicht auf regionale Besonder-Standards für die Startphase beschrieben. Auf dieser heiten und Strukturen – und scheitern deshalb an derBasis können sich alle Leistungserbringer in der Akzeptanz. Deshalb – und aufgrund der kantonalenSchweiz bei ihren Neu- und Ersatzbeschaffungen Zuständigkeiten – soll in der Schweiz durch die Ver-schon jetzt «eHealth-tauglich» machen. Gleichzeitig netzung von regionalen Projekten und Infrastruktu-haben Kantone oder Regionen eine konzeptionelle ren ein immer dichteres Netz entstehen, das zu einemGrundlage für Modellversuche in ihrem Versorgungs- nationalen «eHealth»-System verknüpft werden kann.gebiet. Zudem müssen strategiekonforme Projekte im Hin- Damit setzt die Schweiz auf einen föderalen Ansatz. blick auf die Interoperabilität transparent sein und ko-Ein gemeinsames Instrument ist dabei der von ordiniert werden (technisch, inhaltlich, organisato-«eHealth Suisse» empfohlene IHE-Ansatz, der in Fach- risch). Deshalb bietet «eHealth Suisse» eine Evaluationkreisen unbestritten ist und inzwischen Fuss fasst. Das dieser Projekte an und fördert damit den Informa-Konzept hat den Vorteil, dass dezentrale Strukturen tionsaustausch mit Lernschlaufen und die personelleaufgebaut werden können, die nach identischen Prin- Vernetzung. Nur mit einer Bündelung des Wissenszipien funktionieren, ohne technische Abhängigkei- und Rücksicht auf nationale und internationale Erfah-ten von zentralen Elementen zu schaffen. Deshalb rungen ist eine national erfolgreiche Lösung möglich.können etwa Spitäler bei Neu- oder Ersatzbeschaffun-gen schon heute die IHE-Profile in den Anforderungs-katalog aufnehmen. QUELLEN Bei allen Diskussionen um Recht, Technik, Seman- - «Strategie eHealth Schweiz»: ww.bag.admin.ch/ehealth;tik und Organisation darf nicht vergessen gehen, war- - Umsetzung der «Strategie eHealth Schweiz»:um die Förderung elektronischer Prozesse notwendig www.e-health-suisse.ch;ist. Das am Anfang erwähnte Beispiel illustriert das - Aktivitäten und Beschlüsse der Konferenz der kantonalenNutzenpotenzial in den Bereichen Patientensicherheit, Gesundheitsdirektoren (GDK): www.gdk-cds.ch
  8. 8. 8 Der Bund besitzt eine beschränkte Kompetenz im Bereich «eHealth». Gesetzgebung und Vollzug im Gesundheitsbereich liegen zu grossen Teilen in kantonaler Zuständigkeit. Zentral für die Einführung und das Funktionieren eines elektronischen Patientendossiers ist die Sicherstellung der Interoperabili- tät, welche mittels Festlegung verbindlicher Standards erreicht wird. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Einhaltung des Datenschutzes zu legen.von Roman WagnerBundesamt für Gesundheitroman.wagner@bag.admin.chGestaffelte Umsetzung EN BREFZuständigkeit Bund/KantoneDie Analyse der Gesundheitsverfassung des Bundes, Dans le domaine de la cybersanté, lawelche die Artikel 118 bis 120 der Bundesverfassung Confédération possède des compétences(BV; SR 101) umfasst, zeigt, dass die Gesetzgebung restreintes. La législation relative au domai-und der Vollzug im Gesundheitsbereich weitgehend ne de la santé et sa mise en œvre est enin kantonaler Kompetenz liegen. Insbesondere die grande partie de la compétence desGesundheitsversorgung liegt vollständig in der Zu- cantons. Il est essentiel pour l’introductionständigkeit der Kantone. Lediglich im Bereich der et le fonctionnement du dossier électroniqueKranken- und Unfallversicherung verfügt der Bund du patient de garantir l’interopérabilité parüber eine umfassende Kompetenz. l’établissement de normes contraignantes. Une attention particulière doit être portéeDatenschutz au respect de la protection des données.Die Verfassung garantiert jeder Person das Recht aufSchutz vor Missbrauch ihrer persönlichen Daten(Art. 13 Abs. 2 BV). Für «eHealth» und insbesondere heutigen Ausgestaltung primär ein administrativesfür den Zugriff auf das elektronische Patientendossier Instrument, das der elektronischen Abrechnung imheisst dies, dass die Bürgerinnen und Bürger ent- Bereich der Kranken- und Unfallversicherung dient.scheiden, wer zu welchem Zeitpunkt und in welchemUmfang auf ihre persönlichen Daten zugreifen darf.Diejenigen Patienten, welche ihre Gesundheitsdaten FAZITüber das ePatientendossier zugänglich machen, müs- Zur vollständigen rechtlichen Umsetzung der «Stra-sen darauf vertrauen können, dass es unberechtigten tegie eHealth Schweiz» ist ein gestaffeltes VorgehenDritten nicht möglich ist, Einsicht in diese Daten zu notwendig. In einer ersten Phase ist – aufbauend auferhalten. dem geltenden Recht – die Festlegung der notwen- digen Standards zur Sicherstellung der Interoperabi-Versichertenkarte lität zwischen den Behandelnden anzustreben. InDas Parlament hat im Oktober 2004 mit Artikel kantonalen Pilotversuchen sollen erste Erfahrungen42a im Bundesgesetz vom 18. März 1994 über die mit dem ePatienendossier gesammelt werden. DieKrankenversicherung (KVG; SR 832.10) die recht- Überprüfung der Einhaltung der Standards könnteliche Grundlage für die Einführung einer Versicher- mittels eines aufzubauenden Zertifizierungssystemstenkarte geschaffen. Mit der Verordnung vom 14. sichergestellt werden. Anschliessend sind gesetzlicheFebruar 2007 über die Versichertenkarte für die Regelungen für eine gesamtschweizerische Einfüh-obligatorische Krankenpflegeversicherung (VVK; SR rung des ePatientendossiers zu erlassen.832.105) hat der Bundesrat im Februar 2007 dieVollzugsbestimmungen erlassen. Die technischenund grafischen Anforderungen an die Versicherten- QUELLENkarte wurden in einer Verordnung des Departe- - Homepage BAG: www.bag.admin.ch/ehealthments des Innern (VVK-EDI; SR 832.105.1) festge- - Homepage eHealthSuisse: www.e-health-suisse.chlegt. Es besteht zwar die Möglichkeit, eine - SR 832.105 Verordnung vom 14. Februar 2007beschränkte Menge persönlicher Daten auf der Ver- über die Versichertenkarte für die obligatorischesichertenkarte abzuspeichern, trotzdem ist sie in der Krankenpflegeversicherung (VVK)
  9. 9. 9 Des informations en temps réel, qui intègrent toutes les données pertinentes sur le patient et les processus de soin en cours, vont améliorer de manière substantielle la coordination des soins, la sécurité, la qualité et l’efficience du système de production de soins. Les informations ainsi disponibles serviront de base pour la gouvernance et le management, la recherche clinique et la santé publique. Ces mêmes informations sont la source de la communication dans le réseau de soin. Les systèmes d’informations cliniques (SIC) ont donc desChristian Lovis, retours sur investissements multiples, financiers, économiquesHôpitaux universitaires de Genève, et scientifiques, tant pour le patient, les professionnels dechristian.lovis@hcuge.ch santé, les hôpitaux que l’ensemble du système de santé.Systèmes d’informations cliniques:retour sur investissementParmi les questions brûlantes concernant les systè- Qualité et sécuritémes d’information hospitaliers, celles concernant Les publications et rapports sont très nombreux dansleurs coûts, ou plus précisément la part du budget la littérature. Les résultats sont généralement sanshospitalier qui doit leur être dévolu, et si ce coût équivoques: un SIC diminue les erreurs médicales,se justifie qualitativement et est rentable économi- améliore la sécurité des soins et augmente la qualitéquement, sont particulièrement actuelles. de la prise en charge. En juin 2004, le Comité consul- Ces questions font l’objet de plusieurs réponses tatif Américain de technologie de l’informationces dernières années et donnent de précieuses indica- (PITAC) a émis un rapport proposant la révolution destions aux «decisions makers». L’investissement dans services de santé par la technologie de l’information.un SIC est un apport incontestable en termes de qua- Ce rapport contient des résultats concernant le po-lité de soins, de sécurité et d’efficience médico-éco- tentiel de la technologie de l’information à réduire lesnomique. erreurs médicales, réduire les coûts, et à améliorer les
  10. 10. 10soins. Le rapport fournit un cadre technologique à la d)la production: le système doit être fiable et redon-transition de la gestion des données de santé sur pa- dant, les données pérennes;pier à une infrastructure automatisée et électronique e) l’évolutivité: le système doit évoluer avec la prati-d’enregistrements. Les quatre éléments principaux du que des soins, l’environnement hospitalier et fina-cadre: (I) établissent un système national d’enregis- lementtrements médicaux électroniques pour fournir à des f) le système doit être fortement ancré dans la gou-services de santé toutes les informations appropriées vernance de l’institution avec un leadership clair.sur chaque patient; (II) encouragent le partage de laconnaissance médicale au travers de l’appui de déci- Le déploiement d’un SIC, même d’un système com-sion assisté par ordinateur; (III) facilitent la gestion des mercial robuste et reconnu, peut avoir des effets ca-commandes automatisée parmi des fournisseurs de tastrophiques si la gouvernance n’est pas claire et lesservices de santé; et (IV) assurent l’échange privé conditions cadres de déploiement ne sont pas respec-d’information de santé. Le rapport souligne l’impor- tées. Ainsi, en 2006, une publication dans «Pediatrics»tance de préserver l’intimité des patients en contrô- rapporte le cas de l’introduction d’un SIC en pédia-lant les enregistrements électroniques de santé. Tan- trie à Pittsburgh qui s’est soldé par une augmentationdis que les systèmes électroniques d’enregistrements de la mortalité et de la morbidité, essentiellementfacilitent le partage et la transmission des données de causé par une implémentation trop rapide, une pré-santé, ils augmentent également le potentiel pour des paration inadéquate et l’absence de paramétrisationviolations de l’intimité. spécifique aux besoins des soignants. Ces données doivent toutefois être pondérées. Eneffet, ceci ne sera le cas que si certaines conditions Efficience médico-économiquesont réunies. Ces conditions touchent Au-delà des aspects qualitatifs des soins, l’efficience médico-économique, et particulièrement le retour sura) les fonctionnalités du système: Le SIC doit être investissements, sont des éléments importants, en global, comprendre tous les professionnels de particulier en regard des sommes engagées. Depuis soins, apporter de l’aide à la décision et supporter quelques années, des études importantes viennent les processus de prise en charge; apporter quelques réponses. Premièrement, il fautb)l’interopérabilité: le SIC doit être bien intégré considérer qu’il s’agit d’investissements qui se carac- dans les autres SI de l’institution, il doit consolider térisent par deux points: tous les sous-systèmes cliniques et médico-techni- 1) un investissement continu qui doit émarger au ques; budget de fonctionnement. Les expériences et lesc) la formation et le support: les utilisateurs doivent experts s’accordent sur le chiffre de 3–5% annuel être correctement formés, un support métier doit du budget global de l’hôpital pour les technolo- être disponible; gies de l’information. LE RETOUR SUR INVESTISSEMENT 600 Investissement/bénéfice 500 400 mio. d’euros REFERENCE: EHR IMPACT study (2009) 300 200 100 0 -100 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 ans coûts socio-économiques bénéfices socio-économiques
  11. 11. 112) Le retour sur investissement ne survient qu’après Ceci est important car cela souligne combien l’inves- 5–10 ans selon les systèmes. tissement en ressources humaines et compétences internes à l’hôpital sont critiques à la réussite du pro- En résumé, des coûts assez élevés et un retour sur in- jet. Par ailleurs, les analyses montrent que les inves-vestissement tardif. Toutefois, l’enjeu en vaut large- tissements financiers annuels n’excèdent jamais 2%ment la peine. Il convient de citer ici deux études par- des budgets pour le système d’information clinique.ticulièrement importantes: En principe, le coût ne devrait pas être le principal obstacle à l’achat d’un dossier patient informatisé.Clinical Information Technologies and Inpatient La première année de bénéfice net s’effectue enOutcomes moyenne 7 ans après le début des investissementsEtude transversale de 41 hôpitaux urbains au Texas. alors que la première année de bénéfice net cumuléLa présence d’un SIC a été associée à des taux réduits est en moyenne après 9 ans (6-11 ans).de mortalité (-15%) et de complications (-16%). Les Le retour sur investissement varie selon les cas. Lecoûts ont baissé d’autant plus que le système était bénéfice cumulé sur 10 ans et pour les onze cas a étéperfectionné, avec -538 USD par cas si une aide à la évalué à 200 millions d’euros.décision était implémentée. Dans les cas des HUG, la première année de béné-Interoperable health is worth it fice a été après 7 ans. En 2010, soit 11 ans après le dé-Ce document analyse onze implémentations de sys- but des développements du SIC, le revenu annuel esttèmes d’information cliniques importants en Europe, de 179% avec un bénéfice cumulé de 65%.dont les hôpitaux universitaires de Genève (HUG), entermes de coûts globaux, techniques et humains, eten termes de retour sur investissement. Les investis- CONCLUSIONsements dépendent des fonctionnalités du dossier pa- Les investissements cibles dans les technologies detient et d’ePrescription. Les sommes engagées vont l’information se situent entre 3 et 5% du budget glo-de 3 millions d’euros à presque 480 millions d’euros bal de l’hôpital. Il s’agit d’investissements sur la du-sur une période de 9 à 13 ans, mais seuls 42% sont rée. Plus de 50% du coût sont liés à l’utilisation de res-des coûts directs dans l’infrastructure ou le logiciel. sources humaines et de compétences internes à l’institution, pour la paramétrisation, le support, l’aide à la décision etc. Le choix d’un SIC est important dans les possibilités d’un retour sur investissement, retour IN KÜRZE d’autant plus élevé que le SIC supporte les processus et l’aide à la décision. Le retour sur investissement est Dank Echtzeit-Informationen, die sämtliche qualitatif et économique surtout, financier dans une relevante Daten über den Patienten sowie plus faible mesure. Il faut entre 4 et 11 ans pour ren- den laufenden Behandlungsprozess tabiliser l’investissement. Le bénéfice net cumulé peut beinhalten, werden die Koordination der être très élevé et atteindre jusqu’à 400% des coûts Versorgung, die Sicherheit und die Qualität globaux engagés. bedeutend verbessert sowie eine En résumé, un système d’information n’est plus Effizienzsteigerung der Behandlungsabläufe «nice to have» mais «must have». Il est un outil cen- erreicht. Die so zur Verfügung gestellten In- tral au dispositif de soin et deviendra d’autant plus formationen dienen als Basis für die critique que la pression économique sera forte. Steuerung und das Management, die klinische Forschung sowie das Gesundheits- wesen. Sie sind die Quelle für die Kommuni- REFERENCES kation im Gesundheitsnetz. Die - PITAC report 2004: Revolutionizing Healthcare Through Klinikinformationssysteme (KIS) bringen Information Technology (http://www.nitrd.gov/Pitac/re- demzufolge mehrfache «returns on ports/20040721_hit_report.pdf) investment» finanzieller, wirtschaftlicher - Ruben Amarasingham: Clinical Information Technologies und wissenschaftlicher Art, sowohl für and Inpatient Outcomes, Arch Intern Med. Patienten, Fachleute aus dem Gesundheits- 2009;169(2):108-114 (http://archinte.ama-assn.org/cgi/ wesen, Spitäler sowie für alle weiteren content/full/169/2/108) Gesundheitsakteure. - Alexander Dobrev: Interoperable health is worth it, EU EHRImpact Study 2010 (http://www.ehr-impact.eu/)
  12. 12. 12 Die «Architektur eHealth Schweiz» beschreibt den konzeptionellen Aufbau der Basiskomponenten, die zur Umsetzung eines ePatientendossiers benötigt werden. Jede Gemeinschaft behält die Patientendaten im eigenen Verantwortungsbereich. Mit der Einwilligung des Patienten werden Dokumen- te in der elektronischen Dokumentenablage dezentral bereitgestellt. Metadaten beschreiben wesentliche Merkmale desHansjörg Looser jeweiligen Dokumentes. Mit den notwendigen RollenGesundheitsdepartement Kanton St. Gallen und Rechten können Behandelnde auf Dokumentehansjoerg.looser@sg.ch in einer anderen Gemeinschaft zugreifen.So funktioniert die«Architektur eHealth Schweiz»Der primäre Verwendungszweck des elektronischen meinschaften. Die Architektur schafft keine Abhängig-Patientendossiers (ePatientendossier) liegt in der keit von der Existenz zentraler Elemente und erlaubtUnterstützung und Optimierung der Patientenbe- es, dass eine Gemeinschaft sich intern reorganisierenhandlung. Es ermöglicht dem Patienten wie auch kann, ohne dass andere Gemeinschaften betroffenautorisierten Behandelnden im Sinne eines virtuellen sind. Das koordinierte Vorgehen von Bund und Kan-Dossiers den elektronischen Zugriff auf dezentral tonen unter Einbezug aller Akteure stellt sicher, dassgespeicherte behandlungsrelevante Daten. Dabei ent- die Gesamtinteressen verfolgt und Fehlinvestitionenscheidet der Patient (gemeinsam mit dem Behandeln- möglichst verhindert werden. Damit erhalten die Ak-den) nicht nur darüber, welche Daten anderen teure eine Investitionssicherheit.Behandelnden zugänglich gemacht werden, sondern Die folgenden Basiskomponenten der «Architekturauch über die Zugriffsrechte. eHealth Schweiz» werden innerhalb der Gemeinschaf- Der für die Umsetzung des ePatientendossiers ten ausgeprägt und kommunizieren via zertifiziertegewählte Ansatz beruht auf dem Grundprinzip der Zugangspunkte mit anderen Gemeinschaften:verteilten Datenhaltung in gleichberechtigten Ge-meinschaften, die miteinander vernetzt sind. Gemein- – Dezentraler Patienten-Index zur eindeutigenschaften sind organisatorische Einheiten von Behan- Identifikation der im Schweizer Gesundheitswesendelnden, wie z.B. ein Spital oder ein Spitalverbund, in Behandlung stehenden Personen. Damit alleGruppen von Arztpraxen oder Apotheken, Spitex- über einen Patienten angelegten Dokumente ge-organisationen, Laboratorien, radiologische Institute funden und eingesehen werden können, ist eineetc. Damit der Dokumentenaustausch verlässlich und eindeutige Identifikation der Patienten erforderlich.geschützt erfolgen kann, muss ein Vertrauensraum – Dezentraler Index Behandelnde zur eindeutigengeschaffen werden, der auf gemeinsamen Richtlinien, Identifikation und als Grundlage für die Authenti-Standards und technischen Spezifikationen basiert, sierung der behandelnden Personen. Basierend aufdie von allen Akteuren im Konsens getragen werden. diesen Indices ist eine dezentrale Rollenverwaltung gemäss einem schweizweiten Rahmenkonzept fürAufbau der Basiskomponenten Berechtigungen und Rollen abzubilden.Die «Architektur eHealth Schweiz» beschreibt den – Dezentrales Register Dokumente als dezentral or-fundamentalen, konzeptionellen Aufbau der Basis- ganisierte Datenverzeichnisse, in denen Verweisekomponenten, deren Beziehungen untereinander auf die behandlungsrelevanten Gesundheitsdatenund zur Umgebung. Die Ziele der «Strategie eHealth eines Patienten registriert und mit Metadaten be-Schweiz» müssen auf die Bedürfnisse der Gemein- schrieben werden können.schaften herunter gebrochen und dort konkretisiert – Dezentrale Dokumentenablage im Verantwor-werden. Unter Beachtung der unterschiedlichen Rei- tungsbereich der Ersteller von Dokumenten oderfegrade der bestehenden Systeme kann eine Inter- beauftragten Dienstleistern.operabilität nur schrittweise erreicht werden. Die«Architektur eHealth Schweiz» ermöglicht diesen Bei der Ausgestaltung dieser Basiskomponenten in-evolutionären Ansatz und dient als Basis für eine nerhalb einer Gemeinschaft ist die Orientierung anstrukturierte und aufeinander abgestimmte Planung der Initiative «Integrating the Healthcare Enterpriseder Gestaltung der IT-Systeme in den einzelnen Ge- (IHE)» geeignet. Die Anwendung der entsprechenden
  13. 13. 13Basiskomponenten der «Architektur eHealth Schweiz»IHE-Integrationsprofile wird für Ersatz- und Neuinve- Während bei einer Überweisung ein Sender einen na-stitionen empfohlen, bleibt aber freiwillig. mentlich bekannten Empfänger berechtigen kann, ist Für die Interoperabilität zwischen den Gemein- bei der Publikation eines Dokumentes im ePatienten-schaften sind nebst den Basiskomponenten der dossier nicht im vornherein bekannt, wer zu welchemGemeinschaften insbesondere die folgenden schweiz- Zeitpunkt ein Dokument einsehen darf. Das Systemweit koordinierten Basiskomponenten erforderlich: muss daher den Zugriff auf Dokumente in Abhängig- keit von der jeweiligen Behandlungssituation dyna-– Vorgaben für Zugangspunkte der Gemeinschaf- misch ermitteln können. Zu diesem Zweck werden ten; schweizweit einheitliche Rollen definiert. Eine Rolle– Identifikation und Authentifizierung der Behan- hat zum Ziel, die Berechtigungen der Rolleninhaber delnden und Patienten; losgelöst von der Einzelperson und in Abhängigkeit– Zugangsportal zum ePatientendossier für die Be- von ihren Aufgaben zu definieren. Statt für jeden Nut- völkerung; zer die Rechte einzeln zuzuweisen, wird eine Rolle de-– Schnittstelle für administrative und medizinische finiert, die vielen Benutzern zugeordnet werden kann. Prozesse; Dies erleichtert die Rechteverwaltung, da insbeson-– Schweizweite Referenzdienste für z.B. zertifizier- dere bei Änderung der Rechtestruktur nur die Rechte te Gemeinschaften, Behandelnde, Rollen, unter- der Rolle angepasst werden müssen. stützte Datenformate sowie eindeutige Identifika- Das Rollenkonzept legt auf einer generischen Ebe- toren für weitere Informationsobjekte (Object ID). ne fest, welche Informationen für welche Rolle zu- gänglich sein müssen. Es bildet die Grundlage für ein
  14. 14. 14Austausch von Daten zwischen verschiedenenGemeinschaftendaraus abgeleitetes Berechtigungskonzept und damit ne bestimmte Zeitdauer Zugriff auf bestimmte Doku-für ein Verfahren zur Zugriffssteuerung und -kontrol- mente hat. Dadurch wird die Ausübung des Selbst-le auf Dokumente oder Dienste. Die Rechte selbst bestimmungsrechts unterstützt, denn einzig der Pa-werden in jeder Gemeinschaft in einem rollenbasier- tient bestimmt, ob und in welchem Umfang über ihnten Zugriffsberechtigungssystem verwaltet. Das Rol- ein ePatientendossier erstellt wird. Er istlenkonzept von «eHealth Suisse» bezieht sich nur auf die einzige berechtigte Person, die die Zuordnungden Austausch von Daten zwischen Gemeinschaften. von Informationen über seine Person zu den Vertrau-Es hat nicht zum Ziel, die Systeme der Zugriffsrechte lichkeitsstufen ändern und Zugriffe gewähren oderinnerhalb der Gemeinschaften zu regeln, auch wenn entziehen kann (allenfalls mit Unterstützung deses dafür verwendet werden kann. Behandelnden des Vertrauens). Ergänzend hat der Patient die Möglichkeit, über Einschluss- und Aus-«Patient Consent» schlusslisten direkt beliebigen Personen den ZugriffIm Weiteren soll die Möglichkeit bestehen, eine zu ermöglichen (zum Beispiel einer Person des Ver-Patienteneinwilligung in Form eines sogenannten trauens) oder einer bestimmten Person den Zugriff«Patient Consent» festzuhalten. Mit dieser Einwilli- zu verwehren. Voraussetzung dafür ist, dass dengung definiert der Patient, dass eine bestimmte Per- Personen eine eindeutige elektronische Identität zu-son in Wahrnehmung einer bestimmten Rolle für ei- geordnet werden kann.
  15. 15. 15 auch um die eindeutige Bezeichnung und Benen- EN BREF nung von Objekten und Konzepten. Dies gilt insbe- sondere bei der Kommunikation zwischen Gemein- L’architecture «eHealth Suisse» décrit le schaften, in der Sender und Empfänger sich nicht cadre conceptuel des composantes de bases notwendigerweise kennen. Object IDs (OID) sind nécessaires à la mise en œuvre du dossier weltweit eindeutige normierte Kennzeichnungen für électronique du patient. Chaque Informationsobjekte. Die konkreten Ausprägungen communauté garde les données des der einzelnen Wertelisten der Metadaten müssen als patients qui sont sous sa responsabilité. Informationsobjekte eindeutig festgelegt und in ei- Avec le consentement du patient, les nem schweizweiten Referenzdienst abgefragt werden documents sous forme électronique sont können. enregistrés de manière décentralisée sur un Die aktuellen Forderungen der «eHealth» Experten serveur de document (repository). Les méta- gehen weit über die reine Standardisierung von Da- données décrivent les principales caractéris- tenformaten hinaus. Angestrebt wird eine zuneh- tiques des documents correspondants. Les mend verbesserte semantische Interoperabilität. Das professionnels de santé peuvent accéder aux gemeinsame Ziel der Bestrebungen ist ein Datenaus- documents enregistrés dans une autre com- tausch, bei dem keine gesonderten Absprachen zwi- munauté en vertu des rôles et des droits qui schen Sender und Empfänger mehr notwendig sind. leur sont conférés. OIDs können hier einen wesentlichen Beitrag zur Ver- besserung der Situation beitragen.Als Metadaten bezeichnet man Daten, die Informatio- FAZITnen über andere Daten enthalten. Diese sind notwen- Eine Einigung aller Akteure auf einheitliche Grundsät-dig, um den Inhalt der registrierten Dokumente zu ze und Richtlinien ist zentral, da diese Grundsätzebeschreiben und einen digitalen Austausch von grosse Auswirkungen auf die «Architektur eHealthmedizinischen Informationen zu ermöglichen. Zu den Schweiz» haben. Sie bilden die Basis für wesentlicheMetadaten zählen insbesondere Attribute wie Doku- Architekturentscheide, wie z.B. den Grundsatz dermenten-ID, Gemeinschafts-ID, Behandelnden-ID, verteilten Datenhaltung.Rollen-ID und Patienten-ID in einer Gemeinschaft. Zunächst sind die Beschlüsse des «eHealth Koordi-Weitere Attribute beschreiben den Dokumententyp, nationsorgans Bund-Kantone» lediglich Empfehlun-das Datenformat, die Institution und den Fachbereich gen, deren Anwendung jedem Akteur im eigenendes Autors sowie eine Vertraulichkeitsstufe. Verantwortungsbereich freisteht. Im Sinne des Inves- titionsschutzes sollen sie bei zukünftigen Neu- undInteroperabilität zwischen den Ersatzbeschaffungen angewendet werden. WichtigGemeinschaften zu erkennen ist, dass diese Empfehlungen erst dannFür eine Interoperabilität zwischen den Gemeinschaf- verbindlich werden, wenn in privaten Verträgen oderten ist die Einigung auf Wertebereiche dieser Metada- in Gesetzen und Verordnungen konkret auf sie Bezugten notwendig. Weil das IHE XDS-Konzept lediglich genommen wird und dort deren Anwendung fest-die Kommunikation innerhalb einer Gemeinschaft gelegt ist.definiert, ist es für die «Architektur eHealth Schweiz»notwendig, die Metadaten für den Austausch zwi-schen Gemeinschaften verbindlich festzulegen. Die QUELLENnotwendigen Metadaten für den Austausch von Da- - Schweizerische Eidgenossenschaft: «Strategie eHealthten zwischen Gemeinschaften setzen die Minimalan- Schweiz» (27. Juni 2007)forderung für das Set an Metadaten innerhalb der - «eHealth Schweiz»: Standards und Architektur – ErsteGemeinschaften. Alle genannten Metadaten/Attribu- Empfehlungen (19.März 2009)te werden zum Zeitpunkt der Erstellung festgeschrie- - «eHealth Schweiz»: Standards und Architektur –ben und sind danach unveränderlich. Einzig das Empfehlungen II (21.Oktober 2010)Attribut «Vertraulichkeitsstufe» darf auch nachträglich - «eHealth Schweiz»: OID-Konzept für das Schweizerischevom Patienten verändert werden. Gesundheitswesen (24. März 2010) Beim standardisierten Austausch von Informatio- - IHE: IT Infrastructure Technical Framework,nen mittels Nachrichten oder Dokumenten geht es http://www.ihe.net/Technical_Framework/index.cfm#IT
  16. 16. 16 Wenn ein Arzt, Spital oder Apotheker im «Virtuellen Patientendossier» ein Dokument für andere Behandelnde bereitstellt, ist der Empfänger unter Umständen noch nicht bekannt. Die Patientinnen und Patienten ent- scheiden, wem sie wann Einsicht geben in ihrHansjörg Looser Adrian Schmid Dossier. Die «Architektur eHealth Schweiz»Gesundheitsdepartement Koordinationsorgan «eHealth» muss deshalb zwei HauptprozesseKanton St.Gallen Bund und Kantone ermöglichen:hansjoerg.looser@sg.ch adrian.schmid@e-health- 1. «ein Dokument bereitstellen» und suisse.ch 2. «ein Dokument finden und lesen»Wie werden Dokumente bereitgestelltund gelesen?Die Publikation eines Dokumentes im elektronischen eine organisatorische Einheit von Behandelnden ver-Patientendossier ist keine Punkt-zu-Punkt-Kommuni- standen wird. Die für den Austausch vorgesehenenkation. Das heisst: Der Sender ist bekannt, der Empfän- Dokumente werden dezentral in den Ablagen derger jedoch noch nicht. Das Gesamtsystem basiert auf Gemeinschaften bereitgestellt und erst durch die Ab-dem Grundprinzip der verteilten Datenhaltung. Jede frage eines Behandelnden mit den entsprechendenGemeinschaft behält die Patientendaten im eigenen Rechten zu einer Übersicht der verfügbaren Dokumen-Verantwortungsbereich, wobei unter «Gemeinschaft» te zusammengeführt («Virtuelles Patientendossier»). Basierend auf den Empfehlungen von «eHealth Suisse» beschreiben die folgenden Darstellungen in EN BREF allgemeiner Form zwei Hauptprozesse innerhalb der «Architektur eHealth Schweiz»: Lorsqu’un médecin, un hôpital ou un phar- 1. Dokument bereitstellen: Behandelnde stellen re- macien souhaite mettre à disposition d’au- levante Dokumente von Patientinnen und Patien- tres professionnels de santé un document ten für andere Behandelnde bereit. figurant dans le «dossier électronique du 2. Dokument finden und lesen: Behandelnde su- patient», il arrive que le destinataire ne soit chen, finden und lesen Dokumente, die von ande- pas connu. Les patients décident à qui et ren Behandelnden über Patientinnen und Patien- quand ils souhaitent laisser consulter leur ten bereitgestellt wurden. dossier. L’architecture «eHealth Suisse» doit donc rendre possible deux processus princi- paux: premièrement «mettre à disposition QUELLEN un document» et deuxièmement «trouver - www.e-health-suisse.ch et lire un document». - «eHealth Suisse»: Standards und Architektur, Empfehlungen II (21. Oktober 2010).
  17. 17. 17Der Prozess «Dokument bereitstellen»1. Zustimmung des Patienten: Die Patientin/der Pa- wendig. Sie beschreiben wesentliche Merkmale tient bestimmt, ob und in welchem Umfang über des jeweiligen Dokumentes (eine Art “Briefkopf» ihn ein elektronisches Patientendossier erstellt wird. mit erweiterten Informationen). Über Metadaten Entscheidet er sich für das Dossier, wird in Abspra- können viele Funktionen gesteuert werden. Zum che mit den Behandelnden festgelegt, welche Da- Beispiel werden Dokumente nach bestimmten Kri- ten für andere Behandelnde verfügbar gemacht terien sortiert oder gefiltert. Oder die Metadaten werden. Dabei werden nicht alle Daten aus der in- dienen zur Steuerung von Berechtigungen. Es ist ternen Krankengeschichte weitergegeben, sondern vorgesehen, dass der Patient seine Dokumente ei- nur Informationen, welche der weiteren Behand- ner von fünf Vertraulichkeitsstufen zuordnet (zum lung dienen. Dabei handelt es sich nicht um neue Beispiel «administrativ», «nützlich», «medizinisch», Dokumente, sondern um bestehende Berichte, Bil- «stigmatisierend», «geheim»). Je nach Rolle und der oder Medikationsdaten. Berechtigung haben Behandelnde auf die Doku-2. Rolle des Behandelnden: Der Behandelnde kann mente in diesen Vertraulichkeitsstufen Zugriff oder abhängig von seiner Rolle Daten im elektronischen nicht. Patientendossier bereitstellen. Eine Rolle definiert 4. Dokument bereitstellen: Ein «Dokumentenregi- Aufgaben, Eigenschaften und vor allem Rechte ei- ster» enthält eine Liste der verfügbaren Dokumen- nes Benutzers. Sie wird verwendet, um die Rechte te, wobei die Metadaten eine systematische Regi- nicht für jeden Nutzer einzeln festlegen zu müssen. strierung erlauben. Die Dokumente selber liegen Statt Benutzern Rechte direkt zuzuweisen, wird ei- in einer separaten «Dokumentenablage». Jede Ge- ne Rolle definiert, die vielen Benutzern zugeordnet meinschaft wird ein eigenes «Dokumentenregi- werden kann. ster» und eine «Dokumentenablage» führen. Die3. Metadaten und Vertraulichkeitsstufen: Beim Be- Dokumente werden somit dezentral registriert und reitstellen der Dokumente sind Metadaten not- abgelegt.
  18. 18. 18Der Prozess «Dokument finden»1. Anspruch auf Informationen: In dem Moment, in ten für den Zugriff wird in einem sogenannten «Pa- dem ein Behandelnder einen Behandlungsvertrag tient Consent» festgehalten. Ergänzend hat der Pa- mit einem Patienten eingeht, erhält er einen An- tient die Möglichkeit, über sogenannte Einschluss- spruch auf medizinisch relevante Informationen. und Ausschlusslisten direkt einzelnen Personen Verfügt die Patientin/der Patient über ein elektro- den Zugriff zu ermöglichen oder zu verwehren. nisches Patientendossier, kann dieses als Grundla- 4. Suche nach Dokumenten: Damit registrierte Ge- ge die Beschaffung dieser Informationen vereinfa- meinschaften die Zugehörigkeit von Behandelnden chen. zu einer berechtigten Berufsgruppe überprüfen2. Rolle des Behandelnden: Grundsätzlich können können, ist entweder ein Register von Behandeln- die Dokumentenregister mehrerer Gemeinschaften den notwendig («Health Professional Index Dienst», abgefragt werden. Mit den notwendigen Rollen HPI-Dienst) oder der Nachweis in Form eines und Rechten kann ein Behandelnder auf ein Doku- Authentisierungs-Zertifikates («Health Professional ment in der Dokumentenablage einer anderen Ge- Card», HPC). Hat ein Behandelnder die entspre- meinschaft zugreifen. Dabei bestimmt die Rolle des chenden Rechte, kann er in allen Dokumenten- Behandelnden den zeitlichen und inhaltlichen Um- registern der Gemeinschaften nach Dokumenten fang dieses Zugriffs. suchen. Die Metadaten unterstützen und verein-3. Einwilligung der Patienten: Die Patientinnen und fachen die Suche. Patienten können die Zuordnung ihrer Dokumen- 5. + 6. Dokument lesen: Wenn die Suche in den Do- te zu den fünf Vertraulichkeitsstufen definieren und kumentenregistern erfolgreich war, kann der jederzeit ändern. Sie können auch Zugriffe auf ihr Behandelnde auf ein Dokument in der Dokumen- Dossier gewähren oder entziehen. Allenfalls wer- tenablage zugreifen und dieses einsehen oder den sie dabei von einem «Behandelnden des Ver- lesen. Die Zugriffe werden protokolliert und sind trauens» unterstützt. Die Einwilligung des Patien- für die Patientinnen und Patienten einsehbar.
  19. 19. 19 IHE ist eine internationale Initiative und ein vielversprechendes Instrument, um die am elektronischen Datenaustausch im Gesundheitswesen beteiligten Komponenten interoperabler zu machen. Bei IHE geht es nicht darum, neue Standards zu entwickeln, sondern existierende Standards anzuwenden. Anwender sollen IHE-Profile fordern, Anbieter sollen IHE-Profile implementieren, schweizweit sollen offene Fragen beantwortetTony Schaller, IHE Suisse werden. Der IHE-Ansatz ist für die Umsetzung der Strategietony.schaller@medshare.net «eHealth Schweiz» von zentraler Bedeutung.IHE – Basis für den DatenaustauschIHE (Integrating the Healthcare Enterprise)ist eine internationale Initiative zur Verbes-serung des technischen Datenaustauschesvon IT-Systemen im Gesundheitswesen. BeiIHE geht es nicht darum, neue Standardszu entwickeln, sondern existierende Stan-dards wie DICOM (Digital Imaging andCommunications in Medicine) oder HL7(Health Level 7) anzuwenden. Dazu wur-den Technical Frameworks erarbeitet, diebeschreiben, wie die existierenden Kom-munikationsstandards eingesetzt werdensollen, um einen fehlerfreien Datenaustausch zu er- gration regelmässig umgesetzt werden. Dieser Pro-möglichen. In einem IHE Technical Framework wer- zess erlaubt den Anwendern eine wesentliche Verein-den in Form von Integrationsprofilen Anwendungs- fachung der Evaluationsprozesse, indem in Ausschrei-szenarien beschrieben, in denen Interaktionen bungen auf die gewünschten IHE Integrationsprofilezwischen mehreren Computersystemen erforderlich verwiesen werden kann. Er besteht aus vier Schritten:sind. Durch die Verwendung von IHE Integrationsprofi- 1. Identifizierung von Interoperabilitätsproblemenlen in IT Projekten im schweizerischen Gesundheits- Medizinische Fachpersonen und IT-Experten arbei-wesen kann die Qualität der Patientenversorgung er- ten bei der Identifikation von Problembereichenhöht werden – zum Beispiel durch die Unterstützung rund um die Interoperabilität gemeinsam.in folgenden Bereichen: 2. Erarbeitung von Integrationsprofilen Für die Lösung der identifizierten Interoperabilitäts-– Konzepte für eine eindeutige Patientenidenti- probleme werden entsprechende Implementie- fikation, um Zuordnungsfehlern von Medikamen- rungsleitfäden erstellt. Dabei werden bestehende ten, Diagnosen oder Behandlungsberichten vorzu- Standards und Normen evaluiert und eingesetzt. beugen Erfahrene IT-Experten im Gesundheitswesen legen– Konzepte für den elektronischen Datenaustausch fest, wie die entsprechenden Standards und Nor- über Institutionsgrenzen hinweg, womit Dop- men angewendet werden sollen. peluntersuchungen reduziert und somit Kosten 3. Systemtests am Connect-a-thon (CAT) eingespart werden können Im Rahmen der IHE werden jährlich so genannte– Konzepte für die elektronische Authentifizierung Connect-a-thons durchgeführt, an welchen die von IT-Systemen und deren Benutzern, um die Pri- Hersteller die Interoperabilitätsfähigkeit ihrer Syste- vatsphäre der Patienten zu gewährleisten. me unter Beweis stellen können. Die Teilnahme an einem CAT ermöglicht es einem Anbieter, in einerIHE folgt bei der Erarbeitung der Implementierungs- überwachten Testumgebung die Reife seiner Um-leitfäden einem definierten, koordinierten, ISO und setzung zu prüfen. IHE CATs finden derzeit jährlichANSI-akkreditierten Prozess, dessen Schritte sich jähr- je einmal in Europa, USA und Asien statt.lich wiederholen. Damit können die notwendigen, 4. Veröffentlichung der Testresultatekontinuierlichen Verbesserungen im Bereich der Inte- für die Verwendung in Ausschreibungen
  20. 20. 20Die Resultate sind im Internet frei abrufbar und kön- nen Integrationsprofile sind auf www.ihe.net einseh-nen in Beschaffungsprojekten verwendet werden. An- bar. Die kantonalen Gesundheitsdirektoren haben ambieter können IHE Integration Statements veröffentli- 26.11.2009 beschlossen, die «Strategie eHealthchen, welche die IHE-Konformität ihrer Produkte Schweiz» und diese technischen Empfehlungen im ei-dokumentieren (reine Selbstdeklaration; die Kontrol- genen Kompetenzbereich umsetzen zu wollen. Siele der Resultatmatrix ist dringend empfohlen). haben zudem das Zentralsekretariat beauftragt, ein Die IHE hat die Technical Frameworks in einzelne Konzept für die Intensivierung der Aktivitäten in denAnwendungsgebiete der Gesundheitsinformatik auf- Kantonen zu erarbeiten.geteilt (IHE Domains): Kardiologie, Ophthalmologie, Der Einsatz von IHE Profilen nimmt weltweit rasantIT-Infrastruktur, Labor, Patient Care Koordination, zu. Anfänglich aus der Radiologie entstanden, weitetPatient Care Geräte, Qualität, Forschung und Public sich IHE derzeit mit grossem Enthusiasmus auf das ge-Health, Radioonkologie, Radiologie. Innerhalb des samte Gesundheitswesen aus. Seit 2010 ist «IHE Suis-Technical Framework der IT-Infrastruktur werden die se» eine offizielle IHE Länderorganisationen.Anwendungsgebiete der allgemeinen Informatikbeschrieben: Audit Trail and Node Authentication(ATNA), Consistent Time (CT), Cross Enterprise Do- FAZITcument Sharing (XDS), Media Interchange (XDM), IHE ist ein vielversprechendes Instrument, um die amReliable Interchange (XDR), Sharing of Scanned Do- Datenaustausch beteiligten Komponenten interope-cuments (XDS-SD), Cross-Community Access (XCA), rabel zu machen. Das führt dazu, dass einzelne Kom-Enterprise User Authentication (EUA), Patient Admini- ponenten einfacher austauschbar sind und treibt ei-stration Management (PAM), Patient Demographics ne gewisse Vereinheitlichung von CodiersystemenQuery (PDQ), Patient Identifier Cross Referencing und Nomenklaturen voran. IHE ermöglicht die tech-(PIX), Patient Demographics Query for HL7v3 nische Interoperabilität in höherem Mass als bisher(PIX/PDQ/v3), Patient Synchronized Application bekannte Instrumente, äussert sich aber nicht zu or-(PSA), Personnel White Pages (PWP), Retrieve Form ganisatorischen, rechtlichen oder semantischen Fra-for Data Capture (RFD), Retrieve Information for Dis- gen. Diese müssen von den beteiligten Stakeholdernplay (RID). der jeweiligen Systemgrenze geregelt werden. Unge- Für die Umsetzung der «Strategie eHealth Schweiz» klärte Dinge sollen nicht als Verhinderungsargumentempfiehlt «eHealth Suisse» (das gemeinsame Koordi- geltend gemacht werden. Die Umsetzung von IHE-nationsorgan von Bund und Kantonen) eine prozess- Profilen kann iterativ erfolgen. Die Zahl offener Fra-orientierte Standardisierung basierend auf der IHE-In- gen reduziert sich derzeit laufend. Daraus folgt dieitiative, insbesondere deren Integrationsprofilen aus Empfehlung: Anwender sollen IHE-Profile fordern, An-der Domäne IT Infrastructure. Die derzeit vorgesehe- bieter sollen IHE-Profile implementieren, schweizweit sollen offene organisatorische, rechtliche oder seman- tische Fragen beantwortet werden. IHE PIX/PDQ eig- net sich gut als Startpunkt zur Umsetzung von IHE EN BREF Profilen. IHE est une initiative internationale et un instrument prometteur pour rendre QUELLEN interopérable les composantes impliquées - Aktivitäten und Beschlüsse der Konferenz der kantonalen dans l’échange de données numériques Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK): dans le domaine de la santé. Avec IHE, www.gdk-cds.ch l’idée n’est pas de développer de nouvelles - Empfehlungen des Teilprojekts «Standards und normes mais d’utiliser l’existant. Les utili- Architektur»: www.e-health-suisse.ch sateurs doivent encourager les profils IHE, - Webseiten der IHE: www.ihe.net, www.ihe-europe.net, les fournisseurs doivent implémenter les www.ihe-suisse.ch profils IHE, ainsi, les questions ouvertes - IHE Wiki: wiki.ihe.net trouveront réponses à léchelle nationale. - Tony Schaller und Christoph Knöpfel: Integrating the Le principe IHE a une signification centrale Healthcare Enterprise (IHE) – Eine Einführung in die inter- dans la mise en œuvre de la «Stratégie nationale Initiative zur Verbesserung der Interoperabilität Cybersanté (eHealth) Suisse». von Informationssystemen im Gesundheitswesen; Gesund- heitshandbuch Schweiz, Ausgabe 2009
  21. 21. 21 Die Versichertenkarten werden von den Krankenversicherern an ihre Versicherten ausgestellt. Sie enthalten administrative Daten der Versicherten für eine vereinfachte Rechnungsstellung sowie freiwillig medizinische Daten. Die Karten können weitere Daten für kantonale Modellversuche in Richtung «eHealth» enthalten.Jürg BurriBundesamt für Gesundheitjuerg.burri@bag.admin.chVersichertenkarte mit medizinischen DatenAdministrative DatenDie wichtigsten administrativen Daten wieName, Vorname, AHV-Nummer, Geburtsda-tum und Geschlecht sind bei der Kartenaus-gabe als Sichtdaten auf der Karte gedrucktund elektronisch auf einem Chip gespei-chert. Weitere administrative Daten könnenvon den Versicherern elektronisch gespei-chert werden. Mit der Versichertenkarte istes Ärzten, Apothekern oder Spitälern auchmöglich, die administrativen Daten in einemOnline-Verfahren abzufragen. Die Verwendung der administrativen Daten und FAZITinsbesondere der neuen AHV-Nummer als eindeuti- Die elektronische Verfügbarkeit der administrativengem Identifikator der versicherten Person ist für den Daten ermöglicht die vollständige und fehlerfreieAbrechnungsprozess zwischen Versicherern und Lei- Übernahme der Patientendaten und damit vereinfach-stungserbringern vorgeschrieben. Die elektronische te interne Abläufe der Leistungserbringer.Übernahme der Daten führt in der Praxis zu erwiese- Die medizinischen Daten entsprechen teilweise dennen Zeit- und Effizienzgewinnen mit entsprechenden Daten heutiger Papierausweise wie Impf- oder Aller-Kostenersparnissen beispielsweise durch Vermeidung giepässen. Sie sollen besonders bei Unfällen eine ra-falsch adressierter Rechnungen. sche Information der behandelnden Personen ermög- lichen.Medizinische Daten Mit den erweiterten Fähigkeiten der Karte für kan-Es besteht für alle Versicherten die Möglichkeit, bei tonale Modellversuche sollen auch mögliche zukünf-Ärzten oder Apothekern persönliche und medizini- tige Anwendungen getestet werden. Insbesondere istsche Daten auf der Karte speichern zu lassen, die denkbar, dass die Karten in Zukunft auch für sicherebei einem Arztbesuch oder im Notfall nützlich sein Datenzugriffe auf medizinische Daten in Netzwerkenkönnen. Die medizinischen Daten auf der Versicher- verwendet werden können.tenkarte sind geschützt und können nur mit einemgültigen elektronischen Leistungserbringernachweis(Health Professional Card) gelesen oder bearbeitet EN BREFwerden. Dieser stellt sicher, dass nur berechtigtePersonen auf die medizinischen Daten der Versicher- Les cartes d’assuré seront envoyées par lestenkarte zugreifen können. assureurs à leurs assurés. Elles contiennent les données administratives des assurés,Kantonale Modellversuche ce qui facilitera la facturation, ainsi que desIn kantonalen Modellversuchen können Kantone mit- données médicales facultatives. Les cartestels der Versichertenkarte Anwendungen testen, die peuvent aussi contenir des données utilesüber die rechtlich vorgegebenen Zwecke der Versi- aux essais pilotes cantonaux relatifs à lachertenkarte hinausgehen und in Richtung Gesund- cybersanté.heitskarte weisen.
  22. 22. 22 La mise en place d’un réseau d’échange de données médicales entre les différents acteurs du domaine de la santé expose des intérêts et priorités divergentes. Il est donc essentiel de mettre en place un environnement de confiance réciproque, dans une logique gagnant- gagnant permettant à chacun des acteurs de bénéficierAntoine Geissbühler du système. Cela implique d’importantes activitésHôpitaux Universitaires de Genève de concertation, de développement de services à valeurantoine.geissbuhler@hcuge.ch ajoutée et de marketing social.La «e-santé»:enjeux sociétaux et organisationnelsAlors que de nombreux pays sont engagés dans l’im- – L’absence de démonstration convaincante de mo-plémentation de stratégies nationales de cybersanté, dèles économiques pérenneset notamment au déploiement de dossiers patients Pourtant, les bénéfices escomptés sont nombreux,partagés, force est de constater que les succès sont notamment :rares malgré des investissements parfois colossaux. – Un gain de temps et d’efficience pour la collecte etLes principaux obstacles ne sont plus d’ordre techno- la synthèse des informations provenant de différen-logique, à l’exception des carences des standards tes sourcesd’interopérabilité, mais concernent principalement – Le partage d’information qui doit améliorer lales aspects organisationnels et sociétaux liés aux chan- continuité de la prise en charge du patient et pargements professionnels et à la redéfinition de certains là la sécurité, la qualité et l’économicité des soinsrôles, en particulier celui du patient/citoyen et celui – Un meilleur engagement du patient dans sa prisedu professionnel de la santé. en chargeLes principaux points difficiles sont:– La protection de la sphère privée des patients dans une société de plus en plus informatisée (Web 2.0) CONCLUSION– La méfiance des professionnels de la santé qui Pour lever les obstacles et permettre de réaliser les bé- redoutent de perdre encore de leur autonomie néfices, différentes actions doivent être entreprises:– La difficulté d’adapter les processus habituels à l’ar- – La définition d’un cadre de confiance (comme par rivée de ces nouveaux outils informatisés, qui redé- exemple une loi sur la «e-santé») finissent aussi la position relative des acteurs – La création d’un véritable marché de la cybersanté, motivant les industriels à y investir, notamment par l’application concrète de standards ouverts et la mise en place d’infrastructures partagées IN KÜRZE – La mise en œvre d’outils ergonomiques et à valeur ajoutée qui puissent s’intégrer dans les processus Die Umsetzung eines Netzwerks für den médico-soignants existants Austausch von medizinischen Daten – La définition d’incitatifs pour les professionnels ain- zwischen den verschiedenen Gesundheits- si que pour les patients akteuren bringt unterschiedliche Interessen und Prioritäten an den Tag. Es ist daher wichtig, ein Umfeld des gegenseitigen REFERENCES Vertrauens zu schaffen, das es – einer - Cross M: NHS may have to pay for electronic patient Win-Win-Logik folgend – einem jeden records it never uses. BMJ: British Medical Journal, Akteur erlaubt, Nutzen aus dem System zu 31 January 2009, 338:255 ziehen. Dies erfordert viel Einigungsarbeit - Stroetman K. et al: The socio-economic impact sowie zahlreiche Aktivitäten im Bereich of interoperable electronic health record (EHR) der Entwicklung von Mehrwertdiensten und and ePrescribing systems in Europe and beyond, des Sozialmarketings. European Commission Information Society and Media, October 2009
  23. 23. 23TEIL 2 PARTIE 2Die Texte im zweiten Teil wurden unter dem Les textes figurant dans cette seconde partieArbeitstitel «Was brauchen die Leistungs- sont rassemblés sous le titre «Quels sont leserbringer?» erarbeitet und sind in Bezug besoins des fournisseurs de prestations» etauf deren Problemstellungen gestaltet. illustrent chacun une problématique. Ils dé-Sie beschreiben die z.T. unterschiedlichen crivent les contextes en partie différents,Ausgangslagen, zeigen Handlungsfelder, présentent les domaines d’activités etAnsatzpunkte und Tipps zum zielgerichteten fournissent des astuces et des pointsVorgehen in den betroffenen Institutionen d’ancrage pour la poursuite des activités deauf. manière ciblée dans les institutions concer-Die interne Zielarchitektur spiegelt dabei nées. L’architecture interne reflète les princi-jene der IHE-Repositories gemäss Teil eins, pes IHE décrits dans la première partie, àdie Patientendossiers bilden und die savoir la création de dossiers de patient etDaten/Dokumente der Fachapplikationen la consolidation les données/documents aukonsolidieren. Der Weg dazu ist aber oft moyen dapplications spécialisées. Lelang und schwierig. Die Verantwortlichen chemin pour y arriver est parfois long et dif-sind mit komplexen Projekten, Evaluations- ficile, les responsables sont confrontés à desverfahren und damit schwierigen projets et des processus d’évaluationEntscheidungsprozessen konfrontiert. complexes et de ce fait à des processus deEine IT-Governance beispielsweise décisions lourds.unterstützt dabei ein zielgerichtetes Une gouvernance des technologies deVorgehen indem sie die Planung und Steue- linformation soutient par exemple la plani-rung der IT-Vorhaben in der Institution ver- fication et le pilotage des projetseinfacht und transparent macht. Nicht die technologiques au sein d’une institutiontheoretisch beste Lösung soll gewählt dans le sens où elle facilite et rend transpa-werden, sondern jene, welche die heutigen rent une démarche ciblée sur des objectifs. IlProbleme löst und eine gemeinsame ne faut pas choisir la solution la meilleureZukunft mit «eHealth» sichert. en théorie mais plutôt celle qui règle les problèmes actuels en garantissant un futur à la cybersanté.
  24. 24. 24 Die Umsetzung der «Strategie eHealth Schweiz» steht und fällt mit den Leistungserbringern im Gesundheitswesen – Spitälern, Ärzten, Apotheken – denn sie erzeugen und benötigen Informationen zu Patienten und Transaktionen, um ihre Kernaufgaben zu erfüllen. Die Ausgangslage stellt sich dabei je nach Ort, Typ und Reifegrad der betroffenen Institutionen/Unter- nehmen unterschiedlich dar.Jürg LindenmannUniversitätsspital Baseljlindenmann@uhbs.chSo können Systeme rechtzeitig fit seinDie patientenzentrierte medizinisch/pflegerische kalem Grundangebot – oder für spezifische Indikatio-Dokumentation stellt den Kern des Informationsaus- nen (z.B. Orthopädie) verfügen meist schon über guttausches unter den Leistungserbringern dar. geführte, integrierte interne digitale Dokumenta- Um also Informationen mit anderen Leistungser- tionen, müssten aber einen unverhältnismässigenbringern austauschen zu können, benötigen die Aufwand treiben, um sich systemisch soweit fit zuLeistungserbringer einen Master Patient Index (MPI), machen, dass ein Austausch 7*24h mit anderen Leis-einen Health Professional Index (HPI), ein Dokumen- tungserbringern stattfinden kann.tenverzeichnis (Registry) sowie ein digitales Dossier In diesem Falle stellt eine Kooperation zur Bereit-(Document Repository) für alle bei ihnen behandel- stellung und Betrieb des «eHealth»-Dossiers eine sinn-ten Patienten. volle und ökonomisch tragbare Lösung dar. Dies ist eine Anforderung, die durch die Einführung Dies kann bedeuten, dass man die Komponentender DRG im stationären Bereich einen zusätzlichen MPI, HPI und Document Registry in einem Spitalver-Treiber erhält, wo es darum geht, am Ende des Auf- bund bzw. einem Ärztenetzwerk gemeinsam angehtenthalts in der Institution eine auf den Haupt- und und damit eine Keimzelle für den Austausch unterNebendiagnosen basierende DRG-Gruppierung auf den Kooperationspartnern sowie mit anderen nachGrund der (klinikübergreifenden) medizinisch/pfle- IHE-Standards aufgebauten «Wolken» in der Nachbar-gerischen Dokumentation vorzunehmen. schaft aufbaut. MPI, HPI und Registry definieren da- bei eine (IHE) Domain, in der beliebige RepositoriesAufwändige Dokumentationssysteme implementiert und betrieben werden können. SieZumeist existieren bei den Leistungserbringern aber werden durch den MPI und die Registry zu einem vir-hauptsächlich noch fall-/abrechnungszentrierte Do- tuellen Dossier zusammen gefasst.kumentationen, wobei u.a. auch der Patient und der Wichtig ist dabei, die richtigen «Business»-PartnerBehandelnde als Attribut des Falles gespeichert sind in der Behandlungskette gemeinsamer Patienten zuund unter Umständen mehrere Dossiers pro Patient eruieren bzw. zu rekrutieren.und Leistungserbringer bestehen. Ein nach den IHE-Richtlinien taugliches internes di- Herausforderung für grosse Institutionengitales Patientendossier aufzubauen – und später Grössere Institutionen mit ambulantem und stationä-auch tagesaktuell 7*24h zu betreiben – bedingt einen rem breitbandigem Angebot (grosse kantonale Spitä-hohen organisatorischen und technischen Aufwand. ler) stehen jedoch meist vor der Herausforderung, erst Prozesse (Aufnahme, Dokumentation, Entlassung) mal eine «interne eHealth-Plattform» aufzubauen, dasmüssen evtl. angepasst und eine fehlerlose Bewirt- heisst, die zumeist vielen existierenden KIS-Systemeschaftung von Patienten- und Personalstämmen in ein Dossier zu integrieren und gleichzeitig die IHE-sichergestellt werden. Die bestehenden Dokumen- Komponenten (MPI, HPI, Document Registry und Re-tationssysteme müssen fit gemacht, integriert oder positories) aufzubauen.sogar erst noch beschafft und eingeführt werden. Gleichzeitig wird von diesen Institutionen als meist Die Ausgangslage präsentiert sich dabei für jeden grössten Content-Lieferanten der Region noch eineder Leistungserbringer abhängig von seinem Ange- führende Rolle im Aufbau regionaler Netze erwartet.botsportfolio, seiner Organisation und Umgebung «eHealth»-Vorhaben werden dann oft durch ande-different und damit auch die Handlungsfelder. re Prioritäten, wie z.B. DRG, oder durch eine Ver- Leistungserbringer mit überschaubarem Angebot selbstständigung die notwendigen personellen und– z.B. nur ambulantem, stationärem regionalem/lo- finanziellen Mittel vorenthalten, obwohl die Ziele zum
  25. 25. 25 EN BREF La mise en œuvre de la «Stratégie Cybersanté (eHealth) Suisse» fait appel aux fournisseurs de prestations dans le domaine de la santé – à savoir les hôpitaux, les médecins, les pharmaciens – car ils produisent et utilisent des données relatives aux patients et aux transactions qui constituent le centre de leurs activités. La situation se présente de manière différente selon le lieu, le type et la maturité de l’institution ou de l’entreprise.Teil sogar deckungsgleich sind, dies aber so nochnicht erkannt worden ist. Ein rechtzeitiger, nutzbringender und erfolgreicherEinstieg in «eHealth» kann unabhängig von der Insti-tutionsgrösse/-form nur durch eine klare Top-Downgeführte strategische Planung der Unternehmensfüh-rungen in den Institutionen sichergestellt werden.Eine Forderung, die eigentlich für die gesamte ITin einer Institution gilt, in diesem Bereich aber sehraugenfällig wird, wenn sie nicht eingehalten wird.FAZITDie Umsetzung der «Strategie eHealth Schweiz» fin-det nicht in Bundesbern oder den Kantonen, sondernbei den Leistungserbringern statt. Die Kantone und der Bund können/müssen dienotwendigen Regulative beisteuern und da und dorteine Anschubfinanzierung vornehmen. Mit der Umsetzung fallen zwar grosse organisato-rische und finanzielle Aufwände in der IT an, welcheaber auch aus anderen Gründen wie DRG, Patienten-sicherheit, Qualität bzw. dem mit der neuen Spital-finanzierung initiierten Wettbewerb sowieso getätigtwerden müssten. Die Leistungserbringer tun also gutdaran, bei dem was ohnehin gemacht werden muss,den Fokus auf dessen «eHealth»-Tauglichkeit zu er-weitern. Die Leistungserbringer vom grossen Unispital bishin zur einzelnen Arztpraxis sollten daher das Thema«eHealth» bei sich strategisch positionieren und sichunter die Early Adoptors begeben.QUELLEN- Jürg Lindenmann: Herausforderung Spital Integration, Kap. 6.4, Gesundheitswesen Schweiz im Umbruch, Ausgabe 2009
  26. 26. 26 Die Krankenhäuser sehen sich mit der Forderung konfrontiert, ihre Dienstleistungen immer schneller, besser und günstiger erbringen zu müssen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden und konkurrenzfähig zu bleiben, ist es notwendig, effizienz- und effektivitätssteigernde Massnahmen zu ergreifen. Dabei kommt der adäquaten Informationsbereit- stellung durch Informationssysteme eine strategische Rolle zu.Markus Büchi Stefan Rassadi Diese kann am sichersten durch eine effektive KoppelungConsultant Spitalzentrum von Unternehmens- und IT-Strategie im Rahmen einermarkus.buechi Biel ganzheitlichen IT-Governance wahrgenommen werden.@sun44.ch stefan.rassadi Mit Cobit (1) steht ein Framework zur Verfügung, mit dem @szb-chb.ch eine solche Governance effizient umzusetzen ist.IT-Governance – Schlüssel zur Umsetzungder «Strategie eHealth Schweiz»Das Gesundheitswesen in der Schweiz ist eines der wendungsarchitektur zu finden. Eine unternehmens-besten, aber auch eines der teuersten im globalen weite Orchestrierung der Weiterentwicklung der ITVergleich. Die Kosten für das Jahr 2010 werden auf war und ist alles andere als die Regel. Nachfolgend63 Mia SFr. (11% BIP) geschätzt. Von diesen entfallen sind exemplarisch einige der Konsequenzen darausungefähr 35% auf die Krankenhäuser. Diese sehen aufgeführt:sich zunehmend dem Druck ausgesetzt, qualitativ – Mangelhafte Unterstützung der operativen Be-immer bessere Leistungen in kürzerer Zeit und gün- handlungsprozesse wegen Medienbrüchen undstiger anzubieten. Diese Rahmenbedingungen in beschränktem InformationszugangKombination mit der demografischen Entwicklung – Zeitnahe, aussagekräftige Auswertungen auf stra-und den damit verbundenen steigenden Polymorbi- tegischer und operativer Ebene fehlen. Die Steue-ditäten sowie der medizinische Fortschritt stellen die rungs- und Handlungsfähigkeit der Unternehmens-Krankenhäuser vor grosse Herausforderungen. Lö- leitung ist eingeschränkt.sungsansätze liegen sowohl in einer Effizienz- und Ef- – Fehlende Transparenz der IT gegenüber der Unter-fektivitätssteigerung der internen Abläufe als auch in nehmensleitung im strategischen und operativender Verbesserung der Zusammenarbeit mit externen IT-ControllingPartnern (z.B. niedergelassene Ärzten, Spezialisten, – Steigende IT-Kosten wegen fehlender Standardisie-Spitex, Rehabilitationskliniken, weiteren akutsomati- rungschen Einrichtungen etc.). Die für 2012 anstehende – Intransparente Umsetzung der Compliance-Anfor-Änderung der Finanzierung der stationären Spitalauf- derungen (Datenschutz, Archivierung)enthalte nach Swiss DRG dürfte den notwendigenUmsetzungsdruck aufbauen. Dies sind Gründe genug, sich eingehend mit dem Be- Die während des Behandlungsprozesses anfallen- griff der IT-Governance zu befassen, um eine syste-den Informationen spielen bei der Bewältigung die- matische Entwicklung der ICT-Infrastruktur zu si-ser Herausforderungen eine Schlüsselrolle. Innerhalb chern.des Krankenhauses und im Kontakt mit externen Part-nern muss zukünftig sichergestellt werden, dass die Das IT Governance Institute (2)richtige Information zur richtigen Zeit in der geforder- definiert IT-Governance wie folgt:ten Qualität zur Verfügung steht. Dabei muss dafür «IT governance is the responsibility of the board of di-gesorgt werden, dass die Informationsbereitstellung rectors and executive management. It is an integralwirtschaftlich erfolgt. Damit werden digital vorliegen- part of enterprise governance and consists of the lead-de Informationen zu einem strategischen Erfolgs- ership and organisational structures and processesfaktor, ihre Bereitstellung gehört auf die Agenda der that ensure that the organisation’s IT sustains and ex-Unternehmensführung. tends the organisation’s strategies and objectives.» Die Situation der IT-System-Architekturen in denSpitälern zeigt oft ein ernüchterndes Bild. Klassischer- Bei der IT-Governance als Teil der Corporate Governan-weise ist eine heterogene nicht standardisierte An- ce handelt es sich somit um ein System zur Führung
  27. 27. 27 EN BREF On demande aux hôpitaux de fournir des – IT-Planung und -Organisation prestations de soins toujours plus – Beschaffung und Wartung von Informationssyste- rapidement, mieux et à un coût plus bas. men Pour satisfaire à ces exigences et rester – Serviceerbringung und Anwenderunterstützung concurrentiel, il devient nécessaire – Monitoring und Evaluation d’adopter des mesures pour augmenter Ergänzend stellt Cobit Werkzeuge zum Self-Assess- l’efficience et l’efficacité. Dans ce contexte, ment der IT-Governance und Metriken zur Leistungs- l’accessibilité aux informations adéquates messung aller 34 Prozesse zur Verfügung. à travers les systèmes d’information joue un Seit seiner Entwicklung im Jahre 1993 hat sich rôle stratégique. Ce rôle ne peut s’accomplir Cobit von einem Werkzeug für IT-Prüfer zu einem qu’en couplant de manière efficace une Werkzeug für die umfassende Steuerung der IT aus stratégie d’entreprise et une stratégie infor- Unternehmenssicht entwickelt. Es integriert bereits matique sous l’égide d’une gouvernance bestehende Standards und hat nebst der Prozess- informatique globale. Cobit (1) propose orientierung eine Integrationsfunktion zwischen un- un cadre qui permet de mettre en œuvre de ternehmensweit steuernden Standards (z.B. COSO- manière efficiente une telle gouvernance. IC für Corporate Governance) und IT-spezifischen Standards (z.B. ITIL, IT-Sicherheitsstandards etc.).und Kontrolle der ICT. Die Verantwortung zur Initiali-sierung und zum Aufbau des Systems liegt bei der Un- FAZITternehmensleitung. Die ICT soll dazu beitragen, die Für alle IT-Projekte eines Krankenhauses, insbesonde-Unternehmensstrategie und -ziele zu erreichen. re die strategischen, spielt der Bereich IT-Planung und So betrachtet werden z.B. bei der Security, dem Organisation von Cobit die grösste Rolle. WichtigsteRisk- und Projektmanagement Teile von IT-Governan- Einflussfaktoren sind die Unternehmensstrategie re-ce bereits heute in Krankenhäusern angewendet. Die spektive die priorisierten Unternehmensziele. Letzte-IT-Governance als gesamtheitliche Steuerung und re legen den Rahmen für die IT-WeiterentwicklungKontrolle der ICT ist aber selten. Im Rahmen der Um- fest und stellen die Basis für die IT-Strategie dar. Aus-setzung einer solchen Steuerung werden Schwer- gehend davon werden anschliessend taktische Ent-punkte in den folgenden Bereichen gesetzt: scheidungen über die zu verwendenden Standards,– Zwingende Ausrichtung aller IT-Aktivitäten an der die technologische Ausrichtung, die Systemarchitek- Unternehmensstrategie und an den Geschäftspro- tur und die Organisation der IT gefällt. Die daran an- zessen (Strategic- and Business-Alignment) schliessenden strukturellen, prozessualen und kultu-– Realisierung des geplanten Nutzens durch die IT rellen Anpassungen erstrecken sich über einen (Value Delivery) sowohl im Betrieb als auch bei In- längeren Zeitraum und erzeugen bei den Betroffenen vestitionsprojekten grossen Widerstand. Damit diese Herausforderungen– Nachvollziehbares und geregeltes Management al- im Rahmen einer IT-Governance bewältigt werden ler IT-Ressourcen (Resource Management) können, braucht der CIO die Unterstützung und– Sicherstellung einer adäquaten und transparenten Rückendeckung durch die Unternehmensleitung. Risiko-Wahrnehmung durch die Unternehmenslei- Eine unter den vorgenannten Voraussetzungen tung (Risk Management). pragmatisch umgesetzte IT-Governance garantiert– Kontrolle der Effektivität und Effizienz der IT-Pro- eine steuer- und messbare Weiterentwicklung der ICT zesse mittels Führungskennzahlen (Performance im Sinne des Gesamtunternehmens. Dank der Inte- Measurement) gration der Unternehmensleitung in die strategischen IT-Entscheidungsprozesse werden die TransparenzWenn nun die IT-Governance im beschriebenen Sinn nachhaltig verbessert, Investitions- und Sourcingent-von der Unternehmensleitung eingeführt und getra- scheide auf einer fundierteren Basis getroffen undgen wird, steigert die Weiterentwicklung der ICT die die vorhandenen IT-Ressourcen effizient eingesetzt.Effizienz und Effektivität des Gesamtunternehmens. Damit wird eine solide Grundlage geschaffen, umDie Kontrolle der IT-Governance kann mit dem inter- die Strategie zur Informationsgesellschaft CH undnational anerkannten IT-Governance Framework Co- die «Strategie eHealth Schweiz» zu unterstützen.bit unterstützt werden. Cobit gliedert die Aufgabender IT in insgesamt 34 Prozesse, die sich auf die fol- (1) Common Objects of Information and Related Technologygenden vier Themenbereiche verteilen: (2) http://www.itgi.org

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