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HaysWorld: Intelligenz (Gesamtausgabe 02/2012)
 

HaysWorld: Intelligenz (Gesamtausgabe 02/2012)

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Sie zählt seit jeher zu den stärksten Triebkräften der Menschheit: die Intelligenz. Ohne sie gäbe es keine Einsicht in naturwissenschaftliche Gesetze, keine technischen Innovationen, vor allem ...

Sie zählt seit jeher zu den stärksten Triebkräften der Menschheit: die Intelligenz. Ohne sie gäbe es keine Einsicht in naturwissenschaftliche Gesetze, keine technischen Innovationen, vor allem aber keine Sprache und Schrift und damit keinen Wissens- und Erfahrungsaustausch.
Doch was genau ist Intelligenz? Darüber streitet die Wissenschaft seit mehr als 100 Jahren. „Intelligenz heißt Lernfähigkeit“, sagt die Kognitionspsychologin und Intelligenzforscherin Elsbeth Stern im Interview (S. 4). Sie zeige sich darin, wie gut wir uns auf veränderte Bedingungen einstellen können und wie wir Symbolsysteme nutzen, um die Welt besser zu verstehen.
Fähigkeiten also, die aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken sind. Aber garantiert ein hoher IQ schon die Karriere? Nein, sagt Professor Gunter Dueck im Interview (S. 10). Künftige Entscheider, so der Schriftsteller und ehemalige Chief Technology Officer von IBM, benötigten eine neue „professionelle Intelligenz“, die sich aus weit mehr als dem bekannten IQ oder EQ zusammensetze.
So müssen Führungskräfte in der Lage sein, für ihre Ziele zu begeistern, auf sich aufmerksam zu machen oder Veränderungsfreude zu signalisieren. Und: Sie müssen ihre Mitarbeiter dazu motivieren können, ihr Wissen zu teilen. Denn bei hochkomplexen Aufgaben und Fragestellungen, die das Arbeiten in der Wissensgesellschaft kennzeichnen, reichen die Erfahrungen und kognitiven Fähigkeiten eines Einzelnen oft nicht mehr aus.
Unternehmen reagieren darauf unterschiedlich. Die einen investieren in ein gelebtes Wissensmanagement oder schließen Know-how-Lücken durch den Einsatz externer Spezialisten, wie der Artikel „Das Prinzip Facebook“ (S. 16) beschreibt. Andere nehmen sich ein Beispiel an der Natur und setzen auf eine Kompetenzvernetzung im Schwarm (S. 23). Wieder andere bauen auf künstliche Intelligenz (S. 12). Sie stellen ihren Mitarbeitern Roboter zur Seite, die in Einzel¬disziplinen Spitzenleistungen weit jenseits menschlicher Fähigkeiten vollbringen.
Was all diese Ansätze eint? Die Einsicht, dass die Intelli¬genz eines Einzelnen oder einer Organisation allein noch keinen Erfolg garantiert. Denn es genügt nicht, um mit dem französischen Philosophen und Mathematiker René Descartes zu sprechen, „gute geistige Anlagen zu besitzen. Die Hauptsache ist, sie gut anzuwenden.“

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