Rundbriefder Gemeindereferentinnen und        SOmmerGemeindereferenten im Bistum Essen   2012Aufbruch
Liebe Kolleginnen und Kollegen !Wenn ich „Aufbruch“ höre, muss ich      Bringen wir alle wieder heil nach Hause?zunächst i...
dümmlich-aggressiven Tönen von                einem lauten „Hurra!“ – auf dem Wegkreuz.net und dem „Aufruf zum            ...
Aktuelles aus der BerufsgruppeFolgende Gemeindereferentinnen sind in diesem Jahr         25 JAHRE IM DIENST DES BISTUMS ES...
Aktuelles aus der BerufsgruppeWir begrüßen einen Kollegen und vier Kolleginnen imBerufspraktischen Jahr sowie eine Kollegi...
Aufbruch - Bericht einer Berlinreise                Aufbruch                Zeit des Aufbruchs                Aufbrechen v...
Abend als Gesprächspartnerin zu uns kam, sondern uns auchliebevoll und sicher durch die Tiefen der U-Bahn-Schächte geleite...
Am Abend lernten wir im Kabarett „Distel“ eine Portion „BerlinerCharme“ und Humor kennen.Erholung    für   Füße    und    ...
Dimensionen im Blick: Soziales Handeln, Spiritualität zu fördern inGlaubenslehre, Meditation, Gottesdienst und kulturelle ...
Im Dialog mit dem Bischof„Warum tun Sie das?”„Mit welchem Recht tust du das?“ (Mk 11,28) - zum Text des Tagesevangeliumspr...
In einem zweiten Schritt wurden dem Bischof die Sorgen derGemeindereferentinnen und -referenten geschildert: Der Glaube fi...
Im Dialog mit dem BischofSeelsorge, empfahl der Bischof ein „System der Begleitung“. Alle in der PastoralTätigen sowie auc...
Ein erfolgreicher, intensiver,           gelungener Katholikentag„Mannheim hat sich als ideale Stadt für den Katholikentag...
Einblick in den flexiblen Studiengang„Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken“ ,vielleicht kennen Sie d...
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen:man ist wirklich nicht alleine auf diesemWeg!Die Unterstützung, die ich an derHochschu...
Gleisarbeiten in Gelsenkirchen -                    anGEkommenDer Bischof von Essen hat entschieden, dass in der Liebfraue...
Bis dahin gibt es weiterhin das Angebot, mit unterschiedlichen Gruppen undSchulklassen auf dem „Streckennetz des Lebens“ u...
QuellenangabenDie Rechte an Bildern und Texten liegen bei den Autoren und Künstlern. Wir haben unsbemüht, alle Angaben zus...
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Unser Rundbrief der Gemeindereferenten und Gemeindereferentinnen im Bistum Essen enthält Beiträge zum Thema Aufbruch. Dazu gehört auch ein Bericht von unserem Diözesantag mit Bischof Dr. Overbeck und ein Bericht der Berlinreise der pensionierten Gemeindereferentinnen.

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  1. 1. Rundbriefder Gemeindereferentinnen und SOmmerGemeindereferenten im Bistum Essen 2012Aufbruch
  2. 2. Liebe Kolleginnen und Kollegen !Wenn ich „Aufbruch“ höre, muss ich Bringen wir alle wieder heil nach Hause?zunächst immer an eine Horrorvision Und die dortigen Aufbrüche zudenken, dass mal jemand meine irgendwelchen Bergwanderungen löstenWohnungstür aufbrechen könnte, bei den Kids wahrlich keinemeine privaten Dinge durchsucht und Begeisterungsstürme aus und bedurftenmir Liebgewonnenes stiehlt. gewisser Bestechungsversuche oderAber das ist nicht gemeint ..., wenn alles nichts nutzte: klarenvielmehr die andere Bedeutung: Der Anweisungen.Aufbruch zu etwas…. Aber auch dem Mit den Aufbrüchen ist das sobegegnen wir mit gemischten was… sie rufen je nach AusgangslageGefühlen. unterschiedliche Gefühle hervor.Sommer- und Ferienzeit liegen vor Verständlich, wenn man manchmal eheruns. Viele brechen in den etwas reserviert reagiert und erst diewohlverdienten Urlaub auf. In der Marschrichtung abklopft – zumal wennRegel tun wir dies mit großer Freude. das Ziel unbekannt ist oder im NebelWenn es dann nach zwei Wochen liegt.wieder nach Hause geht, sieht es mit Wer will es zum Beispiel unserender Freude auf den bevorstehenden Gemeinden verdenken, wenn keineAufbruch schon wieder anders aus. rechte Begeisterung aufkommen will,Wenn ich als junger Kaplan mit den Bewährtes hinter sich zu lassen und diejugendlichen Gruppenleitern und nächsten Schritte zu gehen in eine eherachtzig Kindern in die dreiwöchige ungewisse Zukunft, in der vielleicht eitelFerienfreizeit aufgebrochen bin, Sonnenschein oder Sturm wartet?!bewegte meinen unruhigen Magen die Und wie geht’s weiter in unserer Kirche?bange Frage: Wird alles gut gehen? Die Bandbreite liegt zwischen den 2
  3. 3. dümmlich-aggressiven Tönen von einem lauten „Hurra!“ – auf dem Wegkreuz.net und dem „Aufruf zum gibt es Murren und den WunschUngehorsam“. „zurück zum Alten“ - manch einerWir alle merken, es kann und wird bleibt auf der Strecke. Aber über allennicht so bleiben wie es war und wie es steht die Verheißung, dass Gott selbstist. Die Zeichen der Zeit (begegnet uns einen neuen Anfang machen werde undin diesen nicht Gott selbst?!) zwingen der Aufbruch lohnt.uns zum Aufbruch. Die Bibel ist voll Darauf will ich vertrauen, dass diedavon: Aufbruchsgeschichten in Verheißung Gottes auch heute nochunbekannte Länder und unbekannte trägt und nicht trügt.Zukunft. Die wenigsten beginnen mit Bertold Bittger Titelbild: Thomas Jessen - Johannes. Auf den ersten Blick ein Junge mit Fußball-Shirt, das den Aufdruck Johannes trägt. Er steht vor einem Brustportrait eines Gemäldes von Johannes dem Täufer. Der Junge blickt den Betrachter des Bildes ernst an. Der Betrachter selbst muss die Haltung des Jungen deuten. Aufbrechen? Wird der Junge nach der Bedeutung des Bildes fragen? 3
  4. 4. Aktuelles aus der BerufsgruppeFolgende Gemeindereferentinnen sind in diesem Jahr 25 JAHRE IM DIENST DES BISTUMS ESSEN:1. August 2012 Susanne Schade Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen, Gemeinde St. Peter und Paul in Hattingen1. August 2012 Lucia van den Boom Pfarrei St. Laurentius in Essen, Gemeinde St. Laurentius in Essen-Steele1. August 2012 Susanne Heimann Pfarrei St. Barbara in Mülheim, Gemeinde St. Barbara in Mülheim-Dümpten1. August 2012 Antje Koch Pfarrei St. Dionysius in Essen, Gemeinde St. Michael in Essen-DellwigWir habenunserenKolleginnenim RahmendesDiözesantagesfeierlich zu ihrem Dienstjubiläum gratuliert. 4
  5. 5. Aktuelles aus der BerufsgruppeWir begrüßen einen Kollegen und vier Kolleginnen imBerufspraktischen Jahr sowie eine Kollegin in der praxisbegleitendenAusbildung und wünschen ihnen viel Erfolg und Gottes Segen.Torben Anthony Nina ProthmannPfarrei Herz Jesu in Oberhausen Pfarrei Liebfrauen in BochumPaul-Reusch-Str. 66 Liebfrauenstr. 346045 Oberhausen 44803 BochumAnne-Kathrin Hegemann Petra CrusePropsteipfarrei St. Clemens Pfarrei St. Mariä Himmelfahrtin Oberhausen in MülheimKlosterstraße 15 Klosterstraße 5546145 Oberhausen 45481 MülheimAgathe Musiol Martina MellesPropsteipfarrei St. Ludgerus Praxisbegleitende Ausbildungin Essen-Werden Pfarrei St. Josef in BottropBrückstr. 77 Im Flaßviertel 845239 Essen 46238 Bottrop 5
  6. 6. Aufbruch - Bericht einer Berlinreise Aufbruch Zeit des Aufbruchs Aufbrechen von Verhärtetem Aufbrechen aus Resignation Aufbrechen - auf neuen Wegen unterwegs.Montag: Wir, die Gemeindereferentinnen i. R., sindaufgebrochen, um Altes und Neues zu entdecken, kennen zulernen in Stadt und Bistum Berlin. Wohl keine andere europäischeStadt hat im letzten Vierteljahrhundert so viel Aufbruch (nachZusammenbruch) erlebt wie Berlin.Ankunft im Berliner Hauptbahnhof (die Berliner nennen ihn„Einkaufstempel mit Gleisanschluss“) - ein faszinierenderEindruck, eine architektonische Höchstleistung.Untergebracht sind wir im Hotel der katholischen Akademie desErzbistums Berlin - besser kann es nicht sein.Am ersten Nachmittag informiert uns der Beauftragte für die Laienim pastoralen Dienst Michael Heinschke über die Situation imErzbistum. Das Erzbistum hat eine Fusion größten Ausmaßeshinter sich - den Aufbruch von Ost und West aufeinander zu. DieseInformationen wurden wunderbar ergänzt durchGemeindereferentin i. R. Ruth Krebs, die nicht nur am zweiten 6
  7. 7. Abend als Gesprächspartnerin zu uns kam, sondern uns auchliebevoll und sicher durch die Tiefen der U-Bahn-Schächte geleitethat.Dienstag: Die Stadtrundfahrt am Dienstag ließ die Vielfältigkeitdieser Stadt erahnen: Regierungsviertel alt und neu,Geschäftsstraßen, Bauten der Großkonzerne, Parkanlagen - undimmer wieder Mauerreste, damit der Aufbruch aus demkommunistischen Regime nicht vergessen wird.Die Berlin-Exkursion setzt sich am Nachmittag zu Fuß fort. Mit FrauMangold, einer kompetenten Historikerin, treffen wir uns amBrandenburger Tor. Wir werfen einen Blick auf die Botschaften vonRussland, Amerika, Großbritannien und Frankreich, und folgendem Verlauf der ehemaligen Mauer zum Regierungsviertel. Dortbewundern wir das Bundeskanzleramt und die Bürogebäude desdeutschen Bundestages. Im Reichstag erfahren wir Interessantesüber den Aufbau des Plenarsaales und die Arbeit des Parlamentes.Und dann - Berlin von oben: Aussichtsterrasse und Kuppel lieferneinen grandiosen Rundblick.Mittwoch: Besuch der St. Hedwigs-Kathedrale und desKathedralforums. Die Führung durch die Bischofskirche warVerkündigung, die zum Gebet einlud.Ein solches Kathedralforum, das Menschen, die dortvorbeikommen, die Möglichkeit zum Gespräch oder auch nur zumAusruhen bietet, für Suchende und Fragende zur Verfügung steht,ist in Essen längst überfällig. 7
  8. 8. Am Abend lernten wir im Kabarett „Distel“ eine Portion „BerlinerCharme“ und Humor kennen.Erholung für Füße und Augen bot die dreistündigeBrückenrundfahrt durch Berlins Gewässer. Dreimal haben wirSchleusen passiert, mal gesenkt, mal gehoben – rauf und runter,runter und rauf – auch das ist ein Bild für unser Leben.Ein fast gemütliches Ambiente inmitten der Großstadt bieten dieHackeschen Höfe mit vielen kleinen Kneipen und Kunstgalerien,von den letzteren hatten aber die meisten leider - oder zum Glück– schon geschlossen.Der Höhepunkt der Tage war – ich denke nicht nur für mich – derBesuch im sozialen Brennpunkt der Gemeinde St. Christophorus.Pallottiner haben vor 18 Jahren die Gemeinde übernommen.Mit Pallottis Idee: „Jeder kann ein/e Apostel/in sein“ haben sie dieGemeinde erneuert, geformt und geprägt. Immer sind die drei 8
  9. 9. Dimensionen im Blick: Soziales Handeln, Spiritualität zu fördern inGlaubenslehre, Meditation, Gottesdienst und kulturelle Angebotezu organisieren. Es sprengt den Rahmen eines Kurzberichtes, hieralles nieder zu schreiben; aber der Abschluss dieser Begegnung inSt. Christophorus gehört hier hin. Wir durften teilnehmen amMittagsgebet des Teams vor Ort. Eingebettet in diese kurzeGebetszeit erlebten wir etwas Besonderes: Es gibt dort einSchatzkästchen mit Schriftstellen. Die Besuchergruppe zieht eineSchriftrolle für die Gastgeber und die Gastgeber eine für dieBesucher. Und hier das Ergebnis: „Ja, der Herr hat dich berufen alsverlassene, bekümmerte Frau. Kann man denn die Frau verstoßen,die man in der Jugend geliebt hat? spricht dein Gott.“ Wenn dasWort nicht eine Zusage an jede Einzelne von uns ist. Und – könnenwir in der „Frau“ nicht auch die Kirche sehen? Auch die Kirche vonEssen?Mit dieser Verheißung brechen wir auf zur Heimfahrt nach Essen.Wir danken unserer Bischöflichen Beauftragten Ingeborg Klein fürdie gute Organisation und die geduldige, liebevolle Betreuung. Wirdanken dem Bistum Essen für die (Mit-)Finanzierung unserer Tageder Begegnung.PS: Wenn es interessiert, welches Bibelwort wir für unsereGastgeber geangelt haben - lesen Sie nach: Mal 3,1 Marianne Krebs 9
  10. 10. Im Dialog mit dem Bischof„Warum tun Sie das?”„Mit welchem Recht tust du das?“ (Mk 11,28) - zum Text des Tagesevangeliumspredigte Bischof Dr. Overbeck im Ludgerus-Dom zu Billerbeck anlässlich desdiesjährigen Diözesantages der Gemeindereferentinnen und -referenten. DieEucharistiefeier bildete den Auftakt eines gut gefüllten Tages. Die Berufsgruppemachte sich zusammen mit ihrem Bischof auf den Weg: Zunächst im Bus vonEssen zum Sterbeort des Hl. Liudger, dessen Verbindung zu unserem Bistumdurch die Grabstätte in Werden an diesem Tag wieder neu lebendig wurde, späternach der gemeinsamen Eucharistie beim Wandern auf dem „Lürspad“ nachGerleve. Dort wurde gemeinsam gegessen und diskutiert.Am Ende des Gottesdienstes verteilte Lucia van den Boom, die die spirituellenImpulse des Tages vorbereitet hatte, für alle Teilnehmenden ein StückReifenprofil, an dem ein Band mit einem stärkenden Wort aus der Heiligen Schriftbefestigt war. Ziel des Tages sollte sein, den im Bistum Essen angestoßenenDialogprozess auch innerhalb der Berufsgruppe mit dem Bischof fortzuführen.Mit einem Gebet und dem folgenden Text wurde dazu eingeladen:„Der Dialog wächst mit jedem Wort des Einen und des Anderen, der Einen undder Anderen, wird von einer Wechselrede zu einem Gespräch, über ein Thema,dass uns allen am Herzen liegt: die Zukunft unserer Kirche. Alles ist denkbar, allesist sprechbar. […]“So ging es dann bei mäßigen Temperaturen, aber trockenem Wetter über Straßenund Felder des Münsterlandes zur Benediktinerabtei. Auf dem Weg kamenBischof und Gemeindereferentinnen und -referenten ins Gespräch.In Gerleve angekommen, wandelten sich nach dem Imbiss die zuvor im Bus undauf dem Weg geführten Gespräche in einen inhaltsdichten Dialog. DieBerufsgruppe hatte sich in ihren Regionalkreisen auf dieses Gespräch mit dreiImpulsfragen vorbereitet:1. Wofür „brennen“ wir? – 2. Worunter leiden wir? – 3. Was können wir uns fürdie Zukunft vorstellen?So offen diese Fragen gestellt waren, so facettenreich fielen auch die gesammeltenund zusammengefassten Themen des Dialogs an diesem Samstagnachmittag aus.Die Moderatorinnen Eva Müller und Elvira Neumann stellten dieunterschiedlichen Gedanken der Berufsgruppe im Plenum vor: Die Vielfalt derArbeitsmöglichkeiten, die eigene Berufung im Beruf zu leben, die positivenRückmeldungen von den in der Seelsorge begleiteten Menschen, ein gutesPastoralteam vor Ort und generell die Arbeit und der Kontakt mit Menschenwurden als Motivation für den Beruf in der Seelsorge empfunden und genannt. 12
  11. 11. In einem zweiten Schritt wurden dem Bischof die Sorgen derGemeindereferentinnen und -referenten geschildert: Der Glaube findet nicht mehrhauptsächlich in der Kirche statt, die Wirklichkeiten klaffen auseinander, vieleMenschen kehren der Kirche den Rücken.In seinen Antworten betonte Bischof Dr. Overbeck die geschichtlicheEntwicklung, in der nicht nur die Kirche, sondern die gesamte Gesellschaft derzeitverhaftet ist. In dieser „Übergangsphase“ sei insbesondere die Kategorialseelsorgeals „Feld der Grundlagenmission“ zu verstehen. Die „Kirche vor Ort“ werdeimmer mehr die Aufgabe der Seelsorgerinnen und Seelsorger. Es gelte, in einerpluralen Welt neu zu lernen, Christ zusein. Eine besondere Herausforderungsei die wachsende Zahl der Menschen,die „an nichts glauben, ohne Gott lebenund denen dabei nichts fehlt“.Das Thema der Kirchenschließungenund strukturellen Veränderungen imBistum lässt auch die Berufsgruppenicht unberührt. Bischof Dr. Overbeckmachte erneut deutlich, wie notwendigder Weg der Veränderung auch inBezug auf äußere Bedingungen ist. DieEntwicklung der Katholikenzahlenkönne nicht aufgehalten werden. „Wir müssen damit leben, dass wir Menschenverlieren. Wir müssen aber auch fragen, was wir in den letzten Jahren dagegengetan haben.“ Große Sorge bereiteten dabei dem Bischof auch die Attraktivität derGottesdienste und der erkennbare Sinn von Liturgie für das Leben der Menschenganz konkret.In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage aufgeworfen, inwieweit dieRollen von Priestern und Laien in der Liturgie neu bewertet und ggf. verändertwerden müssten. Hierbei betonte der Bischof nochmals die Bedeutung derEucharistie als Quelle und Mitte der Kirche. Die Laien sollten nicht in einenDienst als „defizitäre Priester“ gedrängt werden.Grundsätzlich bemerkte Bischof Dr. Overbeck, dass sowohl die Kirche als auchdie Gesellschaft in Deutschland sich offensichtlich und hauptsächlich als „Summeihrer Defizite“ wahrnehmen. Aus den Erfahrungen der Weltkirche sollten wir„lernen, froher zu sein.“ Das „Pfund, das wir als Kirche haben“, sei es, „ die denMenschen mit frohem Herzen zugewandte Seele“ zu sein.Angesprochen auf die Tradition der Kirche, aus der mitunter auch Ängste undVerletzungen hervorgingen, und das Verhältnis von Priestern und Laien in der 13
  12. 12. Im Dialog mit dem BischofSeelsorge, empfahl der Bischof ein „System der Begleitung“. Alle in der PastoralTätigen sowie auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im BischöflichenGeneralvikariat müssten auf Dauer ihr Handeln durch Supervision und spezielleReflexion begleiten lassen. Die individuelle Entwicklung der Einzelnen sei instärkerem Maße durch Fortbildung und berufliche Begleitung zu berücksichtigen.Die Berufsausbildung hingegen sei zum Teil „überfrachtet“.Zum Thema Wertschätzung und Konflikte hinsichtlich der Effektivität derSeelsorge wurde das Beispiel des Fernbleibens von Familien, insbesondere nachder Erstkommunion, in den Kirchen als Indikator benannt. Der Bischof ermunterte: „Wir müssen im Glauben nichts leisten, müssen die Kirche nicht retten; Sie können das nicht, ich kann das nicht, das tut der Herr selbst.“ Als Signal der Wertschätzung sollen in Zukunft auch Gemeindereferentinnen und -referenten eine Einladung des Bischofs anlässlich von Berufsjubiläen, ähnlich denen bei Diakonen, erhalten. Auch die Bekanntmachung von Dienstjubiläen im RuhrWort solle in Zukunft in Zusammenarbeit mit der Personalabteilung erfolgen.Das Gespräch behandelte im Folgenden noch die Bereiche „Atmosphäre inGemeindegruppen“, „Rhythmus bei Versetzungen“ und das Thema „Ökumene“.In seinem Schlusswort betonte Bischof Dr. Overbeck nochmals die Momente einerneuen Stilbildung von Kirche: „Bisher haben wir das Alte kleiner gemacht, wirwerden noch sehr neu werden müssen!“, und wünschte allen anwesenden Kraftund Stärke dazu.Zum Abschluss gratulierte Bischof Dr. Overbeck den Jubilarinnen, die auf 25Jahre Dienst als Gemeindereferentin im Bistum Essen zurückblicken können(s. S. 4).Schließlich fügte sich der gesamte Tag letzten Endes in die Worte der Predigt:„Warum tun Sie das? – Weil es uns um Jesus geht“ 14
  13. 13. Ein erfolgreicher, intensiver, gelungener Katholikentag„Mannheim hat sich als ideale Stadt für den Katholikentag erwiesen. Die kurzenWege, die tolle Atmosphäre und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt: es istgroßartig, was hier geschehen ist“; sagte Erzbischof Robert Zollitsch bei derAbschlusspressekonferenz des 98. Katholikentages.Der Katholikentag habe gezeigt, dass die Kirche fest in der Gesellschaft verankertsei. „Die Themen sind da, und sie müssen in die Gesellschaft getragen werden“, istZollitsch überzeugt. Der „Aufbruch“ des Katholikentages habe unter anderemdarin bestanden, dass man sich auch bei schwierigen Themen zugehört habe.„Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, so derErzbischof, „aber der Dialog kommt voran,und wir können den Blick von Mannheim ausnach vorne richten.“„Mindestens 80.000 Menschen werden morgenden Katholikentag besucht haben“, freute sichder Präsident des ZdK, Alois Glück. „UnsereErwartungen sind übertroffen worden. Das istein gutes Zeichen.“ Er habe in diesen Tageneine lebendige, glaubensstarke und vitaleKirche erlebt, sagte Glück. Diegesellschaftlichen Fragestellungen, vomZusammenleben der Kulturen über Fragen zuEnergie und Klima oder der demographischeWandel, hätten die Menschen desKatholikentags am meisten bewegt.Ebenfalls dringlich seien die Fragestellungenzur Ökumene, den konfessionsverbindendenEhen oder der Kirche vor Ort. „Es ist wichtig, dass die Kirche in denLebenswelten vor Ort präsent bleibt“; so Glück mit Blick auf die bereits imProzess befindlichen Veränderungen in den Pfarr- und Seelsorgestrukturen.„Wir haben in Mannheim, eine engagierte und dabei entspannte Atmosphäreerlebt“, sagt Glück zum Abschluss. „Es war ein erfolgreicher, ein intensiver, eingelungener Katholikentag.“ Quelle: mannheim.de, 19.05.2012 15
  14. 14. Einblick in den flexiblen Studiengang„Wer an der Küste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken“ ,vielleicht kennen Sie dieses Sprichwort.Dieses Sprichwort hat mir vor einem Jahr den Anstoß gegeben, mich auf den Weg zumachen und an der katholischen Hochschule in Paderborn Religionspädagogik zustudieren, um später als Gemeindereferentin zu arbeiten.Und das noch mit 40 Jahren!Gewagt?Ja -, aber schön und bereichernd!Nach fast einem Studienjahr kann ich Interessierte, Menschen in besonderenLebenssituationen (z. B. mit Familie, Berufstätigkeit), nur dazu ermutigen, diesenSchritt zu wagen und zu gehen.Der „flexible Studiengang“ gibt mir die Möglichkeit, Familie und Studiummiteinander zu verbinden.Wie sieht die Gestaltung des Studienganges aus?Der flexible Studiengang wird so gestaltet, dass die Module sich auf max. sechs Jahreverteilen. Auch die Praktika in Gemeinde und Schule werden aufgeteilt.In der Studienzeit erhält man unterstützend Blockveranstaltungen und kann am e-learning teilnehmen. Das e-learning verschafft den Studierenden zusätzlicheMöglichkeiten von zu Hause aus zu studieren, um damit die Voraussetzungen derPrüfungszulassung des jeweiligen Faches zu erlangen.So kann in dem verlängerten Studienzeitraum ein vollwertiger Bachelor-Abschlusserreicht werden.Eine weitere Unterstützung bei Fragen zum Studium, Organisation und Prüfungen,bekommen wir durch einen Mentor.Bei uns in Paderborn ist Herr Prof. Sander für uns zuständig und in unserem Bistumunsere Ausbildungsleiterin, Frau Ingeborg Klein.Nach diesen Schilderungen, stellt sich nun die Frage, ist das wirklich alles sounkompliziert?Ja und Nein!Wenn man sich auf den Weg begibt, sollte für einen ganz klar sein, dass man dieseBerufung aus dem Herzen heraus anstrebt und das Studium wirklich will.Glauben ist Herzensangelegenheit und tiefe Überzeugung.Man muss viel Liebgewordenes (z. B. sein Ehrenamt in der Heimatgemeinde)loslassen und auch aufgeben.Bei der Aufgabe von Liebgewordenem kann es auf beiden Seiten zu Irritationenführen und denen muss man sich stellen. Nicht immer ein einfacher Weg, aber zuschaffen.In der ersten Zeit des Studiums ist man erstmal damit beschäftigt, sich und seinen„Neuen Weg“ zu organisieren. Es muss eine neue Struktur her, die Sicherheit gibt unddamit eine gute Lernumgebung. 16
  15. 15. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen:man ist wirklich nicht alleine auf diesemWeg!Die Unterstützung, die ich an derHochschule durch unsereProfessoren/innen undKommilitonen/innen erfahren habe, ist Ich will aufbrechengrandios. in meine WirklichkeitDie Neuerung zu diesem Studiengang ist und das, was darüber ist.ab diesem Jahr, dass man auch die Am MorgenMöglichkeit hat, praxisbegleitend im nehme ich mein Herz in die Hände.Bistum in einer Gemeinde aufPraktikantenebene, während der Der Welt wende ich mich entgegen,gesamten Studienzeit zu arbeiten. strecke meine Hände aus,Es ist eine Ergänzung des Begriffes: sie zu nehmenStudium & Lehre. und zu formen. DirWas ich auch sehr gut finde, ist die wende ich mich entgegen,Kooperation zwischen Hochschule und bereit, deine Liebe zu empfangenBistum. Es besteht guter Kontakt und meine zu gebe,zwischen den beiden Institutionen. hoffendDieses trägt zu der Ausbildung sehr dazu und dankbar.bei, da Rücksichtnahme auf denStudierenden (z. B. bei Prüfungen) und Den vielen Ungereimtheitenunterstützende Hilfen gewährleistet sind. den Unverständlichkeiten der Angst„Wer an der Küste bleibt, kann keine der Ungewißheit zwischen Tatsachenneuen Ozeane entdecken“, dieses und TräumenSprichwort hat mir nicht nur den Anstoß wende ich mich entgegen.gegeben, sondern es hat sich in dem Denn Glauben heißt:vergangenen Jahr bestätigt und mein eine Herausforderung annehmen.Leben bereichert. Durch mein Studium, Ich gehe das Abenteuer ein,mein Gemeindepraktikum in Bottrop in ich gehe auf den Horizont zuSt. Ludger, die Studientage in unserem über den Wellen.Bistum, die Diözesantage bekomme icheinen weiten Rund-um-Blick über KJGmeinen angestrebten Beruf und bin mitmeinen Wegbegleitern, vielen Menschenund Gott im ständigen Kontakt und inBewegung.Stefanie Hörtemöller, Stud.rel.päd. 17
  16. 16. Gleisarbeiten in Gelsenkirchen - anGEkommenDer Bischof von Essen hat entschieden, dass in der Liebfrauenkirche neben demPhilipp-Neri-Zentrum eine Jugendkirche mit „regionaler Bedeutung“ aufgebautund etabliert werden soll. Unter dem Leitmotiv „gleisarbeiten“ wird dieseAufbauphase durch den Jugendseelsorger Christoph Wichmann sowie dieJugendreferentin Stefanie Gruner systematisch gestaltet, um so die Chance zunutzen, bewusst zu analysieren, welche Bedürfnisse und Erwartungen jungeMenschen am Ort und in der Region haben.Unsere Missionverbindlich – begeistert – transparent – christlichDie Mission der neuen Kirche beschreibt sich durch die gelebte Haltung amStandort. Die zukünftige Jugendkirche liegt in der Neustadt direkt neben demBahnhof. Der Bahnhof kann – bildlich betrachtet – Menschen eine Orientierungauf ihrer Reise bieten. Der Bahnhof hält niemanden fest, sondern man kann eineZeit verweilen, sich ausruhen und weiterreisen. Dafür stehen einem ganzunterschiedliche Gleise bzw. Streckennetze zur Verfügung; du kannst ein- undaussteigen, sitzen bleiben, ankommen oder auch wieder weiter fahren. DieseBegegnungen werden auch genutzt, um mit Menschen ins Gespräch und einenAustausch über ihre Bedürfnisse zu kommen. Diese Streckennetze sind noch nichtfertig verlegt. Jeder ist eingeladen, Streckennetze auszubauen und den Aufbau mitzu gestalten.Hierbei wollen wir Wegbegleiter und authentische Glaubenszeugen sein und wirladen ein, das auch für andere zu werden:verbindlich durch regelmäßige Angebote und verlässliche Ansprechpartner,begeistert durch das Teilen der Freude am Glauben,transparent durch Ehrlichkeit, Interesse und Offenheit,christlich durch das immer wieder neue Entdecken Seiner Botschaft.gleisarbeitenNeben den Jugendlichen, Adoleszenz - 27 Jahre, wird die Zielgruppe der jungenErwachsenen bis 35 Jahre gezielt in den Aufbauprozess involviert.Es soll in der Gelsenkirchener Neustadt ein Ort wachsen, der sowohl fürJugendliche als auch für junge Erwachsene attraktiv ist.Durch die frühe Einbeziehung beider Zielgruppen innerhalb der Aufbauphase solleine bewusste Berücksichtigung der entsprechenden Themen und Wünschegesichert werden. Langfristiges Ziel ist es, ein ausgewogenes Pastoralkonzept fürzwei unterschiedliche Zielgruppen und deren Lebenswelten an einem Standort zuerarbeiten. Die Aufbauphase – gleisarbeiten – wird daher bis zu den Herbstferien2012 andauern. 18
  17. 17. Bis dahin gibt es weiterhin das Angebot, mit unterschiedlichen Gruppen undSchulklassen auf dem „Streckennetz des Lebens“ unterwegs sein – um soherauszufinden, was Schüler, Firmlinge, junge Erwachsene wirklich beschäftigt,wo sie in ihrem Leben gerade stehen, wo ihr Weg hinführen könnte und welcheBegleitung sie hierfür benötigen.Anmeldung für eine Gruppenbegleitung zum Thema „Streckennetz des Lebens“ist (siehe Kontaktdaten) für interessierte Gruppen möglich.Ein Akzent wurde schon jetzt festgesetzt: Bei der zukünftigen Namensgebung derneuen, jungen Kirche wird bewusst auf die Bezeichnung „Jugendkirche“verzichtet. So wird einer Engführung auf die Zielgruppe der Jugendlichenvorgebeugt.Ohne Visionen verkommt das Volk (Spr. 29. 18)Wir haben eine Vision!Nähere Information zum Aufbau der Jugendkirche finden Sie unter:www.gleisarbeiten.deInfo und KontaktTel.: 0209 -15802-15Mobil:01577-5374653AnsprechpartnerStefanie Gruner (Jugendreferentin) & Christoph Wichmann (Jugendseelsorger) 19
  18. 18. QuellenangabenDie Rechte an Bildern und Texten liegen bei den Autoren und Künstlern. Wir haben unsbemüht, alle Angaben zusammenzustellen, und bitten um Hinweise, falls uns ein Fehlerunterlaufen sein sollte.Text und Bild S. 15: http://mannheim.de, Text S. 17: aus: Beten durch dieSchallmauer, KJG, Titelbild: Foto des Gemäldes „Johannes“ von Thomas JessenAlle anderen Texte und Bilder: Bistum EssenImpressumGemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Essen, Zwölfling 16,45127 Essen, Telefon 0201-2204 -243Redaktion: D. Bertz, D. Janssen, I. Klein, G. Lauenburger, E. NeumannMitarbeit: B. Bittger, S. Gruner, St. Hortemöller und viele hilfreiche KorrekturleserinnenDruck: Bischöfliches Generalvikariat, ZA IT-ServiceRedaktionsschluss: 7. Oktober 2012Arbeitstitel der nächsten Ausgabe: „Der Retter der Welt“

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