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Gehl architects bauwelt_43.10_learning from europe

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  • 1. A _ C‘ C . G 5 5- C _ D (_. In‘ 'C C Q ; C C, _ ' . a G5 ' www. bauwelt. de - . 12.November2010,101.Jahrgang ‘ . ' “, ,—, , f_L__L_, %___' V ‘"4’ . ,' C 0 o , §‘, ,’V"<_ . s.‘»‘. V - ; _»g, ’- . A (:3 O C 0 _ ' . C; C; I -__ 17: = H, an um. -t= u1#ii= !ii‘~' -it-Ii_= ’1=iri-: r=: r : ?': ’I}| fl!1g}[i-: :=i‘lil= ErRe'Iilii§iIlii; t‘1Il*Ilil-1=ll= IIl liar-I: TL‘umi[€Jir-Llasuu 11514? P’! -)1=I_Elt= r. . -1 WOCHENSCHAU Hoffnungsvoll. Eine Ausstellung im New Yorker MoMA beweist, dass Architekten durchaus eine wichtige Rolle bei gesellschaftli- chen Veréinderungsprozessen spielen. > Seite 2 WETTBEWERBE Schauwohnen mit E-Mobil. Wie das Bundeministerium fiir Ver- kehr, Bau und Stadtentwicklung mit Hilfe deutscher Hochschulen f'Lir energieeffizientes Bauen wer- ban will. > Seite 10
  • 2. rrning from Europe Bauwelt 43 I 2010 Illlttenrlrin in der Stadt, aber abgegrenzt wie eine lnsel: so lunktionlerte das Quartier iiber lahrzehnte hinweg. Zeichnung und Collage: Gehl Architects; Foto: Kristian Skovbakke Villadsen Rasmus Waern entdeckt in Malmii einen neuen Umgang mit stigmatisierten Platten- bauquartieren aus dem , ,Mil- lion Programme“ der sech- ziger Jahre. Das bereits zum Abriss freigegebene Quartier Rosengérd wurde von den Be- wohnern verteidigt und wird heute saniert. Es liegt heute eine gewisse entspannte Atmo- sphfire fiber dem erneuerten Teil von Rosen- gérd. Friiher war es hier zwar auch nicht unbe- dingt zum Fiirchten, aber die Stimmung war doch sehr anders. Heute: interessante Spiel- pléitze, Frauen mit und ohne Kopftuch sitzen auf Banken und schwatzen, und alles ist ardent- lich und sauber. Das ist nicht der Rosengérd, wie ich ihn kenne. Das Quartier selbst war lange lahre das gréiiste, am schlimmsten heruntergekommene und am meisten stigmatisierte Plattenbau-Vier- tel von ganz Schweden. Zwischen 1967 und 1972 gebaut, war Rosengard das Synonym fiir Arbeitslosigkeit, fehlgeschlagene Integration und hohe Kriminalitéit. Das entspricht den Fak-
  • 3. ¢ Bauwelt 43 I 2010 ten — in Herrgarden, einem nichtsanierten Teil- quartier von Rosengérd, haben nur 17 Prozent der Mieter eine feste Arbeit, der Migranten— anteil liegt bei 98 Prozent, und Bandenfehden machen aus dem Kiez fast so etwas wie einen Kriegsschauplatz —, aber gleichzeitig ist Rosen- gérd eben auch ein richtig grofler Stadtbezirk mitten in der Stadt, in dem immense Krafte fiir eine Erneuerung mobilisiert werden konnten. Die Frage ist blol3, wie. 2006 erwarb die staatliche Wohnungsbau- gesellschaft MBK den desolatesten Block von Rosengfird, Landsfiskalen 1+2. Nicht weil es so ein besonders guter Deal gewesen ware — es war schlicht und einfach notig. Die Verwahrlo- sung musste gestoppt werden, und das betraf langst nicht nur die Bausubstanz. Intensiv nahm man die Aufgabe in Angriff, gemeinsam mit den Anwohnern die Defizite im Kiez zu lokalisie- ren. Eine ganze Reihe von Verbesserungen, von herkommlicher Instandsetzung bis zur Hausauf- gabenhilfe, waren das Resultat. Gleich zu Beginn der Restrukturierung zog man das Architekturbiiro Gehl aus Kopenhagen hinzu: Dabei ging es weniger um neue Entwurfs- konzepte als urn dessen Erfahrung mit den Ver- haltensmustern im sozio-strukturellen Raum. Die MKB wollte mehr Leben fiir die Flachen zwi- schen den Gebauden. Doch was als ortsbezoge- nes Instandsetzungsprojekt gedacht war, mun- dete bald in die Entwicklung einer umfassenden Strategie fiir die Outdoor-Bereiche und die An- bindung des Viertels an die iibrige Stadt. Das von Ian Gehl entwickelte Szenarium formulierte einfache Prinzipien: ,, Macht aus Ro- sengérd einen Ort mit griilierer raumlicher Diversitéit, mit besserer und komplexerer Anbin- dung an die Stadt, mit einer einfach kommuni- zierbaren hierarchischen Strukturierung der Aulienbereiche. “ Fiir die Wohnbaugesellschaft MKB hieli es dann vor allem Zupacken: Nach langwierigen, aufwendigen Interviews mit den Mietern (in Rosengérd leben 110 verschiedene Nationalitaten) schéilte sich eine mal5geschnei- derte Agenda fiir das Quartier heraus. Neben der volligen Neukonzeption und , ,Dffnung“ der Aulienanlagen ging es auch um ein passendes Quartiersmanagement, das sich mit den spezifi- schen Bedtirfnissen jeder Familie auseinander- setzte. Ob beengte Wohnverhaltnisse, Arbeits- losigkeit oder die sinnlose La ngeweile zu vie- ler leerer Stunden — die Vermietergesellschaft suchte Abhilfe. Die Vorarbeiten nahmen viel Zeit in An- spruch — dazu gehorten auch die Interviews mit den einzelnen Mieterparteien und zahe Endles- sitzungen zum Thema Aulsenanlagen —, aber es funktionierte. Ian Gehl vermittelte Sicherheit dariiber, was bei der Transformation wichtig ist: alle iibergeordneten, gemeinschaftlich zu nutzen- den Raume auch wirklich gemeinsam zu "Pro- grammieren“ ist eine seiner Kernthesen, um ent- Sanierung Landsfiskalen im Quartier Rosengérd in Malmii, Schweden I Gehl Architekten, Kopenhagen Kennxeiclien der neuen Au- lsenanlagen ist. dass sie kon- zeptionell immer mit einer (Tlfinung und Neuprogrammie- rung der Erdgescliosszonen verlzunden wurden. Foto: Henrik Ahldin, MKB sprechende Verantwortung einzubringen; viele Veréinderungen haben die Mieter dann selbst realisiert. Die Schwierigkeit lag auch in einer Veranderung des Bewusstseins: F'Lir jedes kom- plexe Problem findet sich immer eine schnelle Ltisung, die dann garantiert nicht funktioniert. Man braucht Geduld. Die Sanierungen im Lands- fiskalen-Kiez zeigen auch, dass Nachbesserun- gen an der Bausubstanz allein nicht ausreichen, wenn es darum geht, gegen die soziale Aus- grenzung eines ganzen Quartiers anzukommen. Will man an den Optimismus der 60er Jahre an- schlieiien, braucht es Geld und entsprechende Programme und den Willen zur Anbindung der ausgegrenzten Inseln auf vielen Ebenen. Falls es funktioniert, wird ein solcher Schwenk im Selbstbild von Europas Vorstadten von viel gro- Berer Bedeutung sein als das Haschen nach dem Bilbao-Effekt im letzten lahrzehnt. Den Malm6- Effekt erkennt man an einer mobilisierten Be- wohnerschaft, wie sie in Landsfiskalen heute zu beobachten ist. Das Experiment ist gelungen, zumindest in einem Teilbereich. tekt, Architekturhistoriker und Kriti- ker, der bei Wingérdh Architekten und am Royal Institute of Technology in 39% Stockholm arbeitet. Er schreibt an ei- ‘ " ' nem Buch fiber die Rolle des Steins . J. A in der schwedischen Architektur. Rasmus Warn I schwedischer Archi-

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