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Geschaeftsbericht 2010
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Geschaeftsbericht 2010

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Unsere Geschäftsberichte fassen stets die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse eines Kalenderjahres zusammen – und legen somit nicht nur Rechenschaft über „ihr“ Jahr ab, sondern bieten auch die …

Unsere Geschäftsberichte fassen stets die wichtigsten Entwicklungen und Ereignisse eines Kalenderjahres zusammen – und legen somit nicht nur Rechenschaft über „ihr“ Jahr ab, sondern bieten auch die Möglichkeit des Rückblicks in die jüngste Unternehmensgeschichte der Wiesbadener Verkehrsbetriebe.


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  • 1. 2010Geschäftsbericht 2010
  • 2. 1. Januar bis 31. Dezember 2010Zur Vorlage in der Ordentlichen Gesellschafterversammlungam 9. Juni 2011ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden
  • 3. InhaltinHalt Vorwort 4 lagebericht 6 Zentrale Fakten des Jahres 2010 · Ermittelt: Kundenzufriedenheit 16 · Ersetzt und erbaut : Haltestellen-Wartehallen 16 · Erweitert: Internetauftritt 17 · Erneuert: Verkehrsleitzentrale 18 · Errichtet: PLE-Verkehrsführung 18 · Erspart: Umweltbelastung reduziert 19 informationen zu den Betriebsbereichen · Fahrdienst 21 · Verkehrsplanung und Verkehrssteuerung 23 · Technischer Betrieb 26 · Vertrieb und Marketing 27 · Personalwesen 32 · Rechnungswesen 35 · Nerobergbahn 36 Jahresabschluss · Bilanz 40 · Gewinn- und Verlustrechnung 41 · Anhang 42 Bestätigungsvermerk des abschlussprüfers 53 Bericht des aufsichtsrates 54 Kennwerte 2010 55 impressum 55
  • 4. 4 VorwortDie Geschäftsführer Uwe Cramer und Stefan BurghardtVORWORt Zehn Jahre ESWE Verkehr – eine Dekade der Veränderung Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser, kennen das gewiss: Man blickt, vielleicht beim Blättern in einem alten Fotoalbum, auf vergangene Zeiten zurück und kann es dabei kaum fassen, dass die Ereignisse, an die die Fotos einen erinnern, schon so lange zurückliegen. „Mir kommt’s vor, als wär’s erst gestern gewesen“ – so oder ähnlich lässt sich auch der Rückblick auf jene zehn Jahre beschreiben, die seit der Gründung der ESWE Verkehrsgesellschaft vergangen sind. Auch wenn, oder vielleicht gerade weil sich in der Dekade seit dem Jahr 2000 so enorm vieles in unserem Unternehmen getan, ereignet und verändert hat, hat es nicht den Anschein, als seien seit der Aufgliederung der damaligen Wiesbade- ner Stadtwerke in die beiden eigenständigen Unternehmen ESWE Versorgung und ESWE Verkehr tatsächlich bereits zehn Jahre ins Land gegangen. So sehr das Zeitgefühl einen auch täuschen kann, so untrügerisch ist das Resultat beim Blick auf die Fakten: In den zehn Jahren ist es gelungen, ein gesundes kommunales Verkehrsunternehmen aufzu- bauen, dessen jährlicher Finanzverlust heute nur noch etwa halb so groß ist wie anno 2000,
  • 5. Vorwort 5das eine hohe Akzeptanz bei der Wiesbadener Bevölkerung genießt und das, etwa mit Produktinno-vationen wie „Abo sofort“, „Schnupper-Abo“ und „FirmenCard“, als wichtiger Impulsgeber im Rhein-Main-Verkehrsverbund gilt. Zu den Meilensteinen des vergangenen Jahrzehnts zählen ohne Zweifeldie Gründung unseres Schwesterunternehmens WiBus im Jahr 2004 sowie die Ende 2008 erfolgte,für den Zeitraum 2009 bis 2017 geltende Wiedererlangung der Linienkonzessionen im WiesbadenerNahverkehr.Die Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die insbesondere die erste Hälfte derDekade dominierten, wurden vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts um eine umfangreicheund vielgestaltige Kundenoffensive ergänzt, deren zentrales Anliegen in einer erheblich verbes-serten und intensivierten Kommunikation mit dem Fahrgast bestand – und weiterhin besteht.Die deutlich verstärkte „Hinwendung“ zum Kunden, die mit Blick auf vielfältige Vor-Ort-Informa-tions- und Beratungsveranstaltungen durchaus wörtlich zu nehmen ist, brachte und bringt auchdem Unternehmen große Vorteile: Denn im engen Kontakt mit unseren Kunden lernen wir derenMobilitätsbedürfnisse sehr viel besser kennen, was uns in die Lage versetzt, ganz gezielt, gewisser-maßen punktgenau, mit Angebotserweiterungen auf diese Bedürfnisse reagieren zu können. Einemsolchen Angebotsausbau – etwa in Gestalt zusätzlicher Verbindungen, verlängerter Strecken oderengerer Taktungen – ist, da er an den Kundenwünschen orientiert geplant wurde, die Nachfrage sogut wie sicher. Die Zahlen belegen dies: 2010 konnte ESWE Verkehr mit einem Plus von 1,4 Prozentabermals einen leichten Anstieg der Jahresgesamtzahl der Fahrgäste verzeichnen, wohingegen bun-desweit im Linienbus-Nahverkehr ein Rückgang um 0,7 Prozent ermittelt wurde. In Wiesbaden peilenwir derweil Höchstmarken an: Im Lauf des Jahres 2011 werden wir aller Voraussicht nach den 10.000.Abonnementkunden willkommen heißen dürfen.Wer nun meint, so viel Positives klinge nach gemütlichem Zurücklehnen, der irrt. Trotz allen Stolzesauf das, was unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jahr 2010 und im zurückliegenden Jahr-zehnt geleistet haben, wäre passive Selbstzufriedenheit ein ganz und gar falscher Wegweiser in dieZukunft. Denn wir wissen genau, dass getreu der Devise „Stillstand ist Rückschritt“ die kommendenzehn Jahre keineswegs weniger Veränderungen mit sich bringen werden, als es die vergangeneDekade getan hat – eher wird das Gegenteil der Fall sein. Um das Beispiel der Neuvergabe der Linien-konzessionen noch einmal aufzugreifen: Eine Chance, den Zuschlag auch für die Jahre nach 2017 zuerhalten, werden wir nur dann haben, wenn wir bei der anstehenden Bewerbung in einer anderenUnternehmenskonstellation antreten als beim letzten Mal; rechtliche Vorgaben gebieten dies. Doch„andere Konstellation“ bedeutet einmal mehr nichts anderes als die unabweisbare Notwendigkeit,auch künftig zu Veränderungen bereit und fähig zu sein.Übrigens beginnt die Bewerbungsphase für die Konzessionsneuvergabe bereits 2016; bis dahinsind’s, kaum zu glauben, nur noch fünf Jahre – womit wir wieder beim eingangs erwähnten Zeitge-fühl angelangt sind, das manchmal recht trügerisch sein kann ...Für den doppelten Rückblick, der Sie in diesem Geschäftsbericht erwartet – zum einen auf das Jahr2010, zum anderen auf die Dekade seit dem Jahr 2000 –, wünschen wir Ihnen eine ebenso erkenntnis-reiche wie kurzweilige Lektüre!(Uwe Cramer) (Stefan Burghardt)Technischer Geschäftsführer, Kaufmännischer GeschäftsführerVorsitzender der Geschäftsführung
  • 6. 6 LageberichtDas erste Exemplar der neuen FahrausweisautomatenAus alt mach neu: 54 Fahrausweisautomatenwurden im Berichtsjahr durch Neugeräte ersetzt,an sechs weiteren Standorten wurden erstmals„Ticketspender“ aufgestellt
  • 7. Lagebericht 7laGEBERiCHt der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH für das Geschäftsjahr 2010 Allgemeines Am 29. August 2010 feierte die ESWE Verkehrsgesellschaft formal ihr zehnjähriges Bestehen. Mit der Ausgründung der Verkehrssparte aus der ehemaligen Stadtwerke Wiesbaden AG und der damit verbundenen Trennung der Versorgungssparte von der Verkehrssparte wurde die ESWE Verkehrsge- sellschaft mbH gegründet. Die Schaffung der Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung des Öffentlichen Personen- nahverkehrs befand sich im Jahr 2010 in einer Form der Übergangsphase. Die aus den Vorjahren bekannte mangelnde Rechtssicherheit aufgrund der zu diesen Zeiträumen noch nicht abschließend vorliegenden Regularien der Personen-Verkehrsverordnung auf europäischer Ebene ist für die Gesell- schaft für die nächsten Jahre von geringerer Bedeutung. Dies ist mit einer eindeutigen Signalsetzung für die Zukunftssicherheit der Gesellschaft durch die eindeutige Absichtserklärung der Landeshauptstadt Wiesbaden in Form des Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom 30. April 2008 bestätigt. Des Weiteren konnte im Januar 2009 die Genehmigungsurkunde nach § 42 PBefG i. V. m. §§ 2 Abs. 6, 13 PBefG für die Linienkonzessionen, befristet bis zum 30. September 2017, entgegengenommen werden. Mit dem erneuten Erhalt der Linienkonzessionen für den Hauptteil der Wiesbadener Buslinien ist die mittelfristige Zukunft der Gesellschaft gesichert. Die Vorbereitungen für das bevorstehende Konzessionsverfahren der Jahre 2016/2017 wurden von Seiten der Geschäftsführung aber bereits eingeleitet. Die Betrauungsvereinbarung über die gemeinwirtschaftliche Verpflichtung zur Durchführung des auf Genehmigungen nach dem Personenbeförderungsgesetz beruhenden ÖPNV in der Landes- hauptstadt Wiesbaden zwischen der Gesellschaft und der Landeshauptstadt Wiesbaden wurde am 30. November 2009 unterschrieben. Weiterführende Teilbereiche dieser Vereinbarung, wie zum Beispiel die Erstellung der jährlichen Trennungsrechnung unter der sogenannten K4-Analyse, werden jährlich vorangetrieben. Ferner wurden die Entwicklung eines kundenorientierten Anreizsystems im Verlauf des Jahres in Abstimmung zwischen der Gesellschaft und der Lokalen Nahverkehrsorganisa- tion Wiesbaden umgesetzt und ein Zielvereinbarungssystem zwischen der Beteiligungsverwaltung des Eigentümers und der Geschäftsführung implementiert. Weitere wesentliche Rahmenbedingungen für das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 sind: · der von der Landeshauptstadt Wiesbaden beschlossene Nahverkehrsplan · die aktuelle Laufzeit nahezu aller Linienkonzessionen bis zum Jahr 2017 · die vertraglichen Finanzierungsinstrumente im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), wie zum Beispiel Infrastrukturkostenzahlungen Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr die unternehmensinternen Kriterien zur Effizienzverbesserung fortgeschrieben und das seit mehreren Jahren bestehende Unternehmensprogramm zur Kosten- rationalisierung bzw. Einnahmensteigerung weiterentwickelt. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt an dieser Stelle in den Effizienzsteigerungen im Fahr- und Dienstplanbereich im Zusammenhang mit dem Einsatz von computergestützten Planungsmodellen. Ein wichtiger Aspekt besteht an dieser Stelle in der Optimierung der Dienstplanregularien in Zusammenarbeit mit dem Schwesterun- ternehmen WiBus. Ferner wurden die 2008 eingeführten Organisationsstrukturen im Fahrdienst verfeinert und das betriebliche Controlling-System zur Steuerung der betrieblichen Prozesse in der Erstellung der Verkehrsleistungen optimiert.
  • 8. 8 Lagebericht Entwicklung des Verkehrsangebots Umsatzentwicklung Die Verkehrsleistungen im Wiesbadener Liniennetz werden Die Umsatzerlöse aus der Verkehrsleistung beliefen sich im Ge- überwiegend mit Omnibussen der ESWE Verkehrsgesellschaft schäftsjahr auf 41,7 Mio. b (Vorjahr: 39,8 Mio. b ). In diesen Werten mbH erbracht. Im Berichtsjahr wurden neben 201 unterneh- sind die Einnahmen aus der Vermarktung von Busaußenflächen in menseigenen Omnibussen (Vorjahr: 202) bis zu 27 (Vorjahr: 28) Höhe von 0,6 Mio. b (Vorjahr: 0,8 Mio. b) enthalten. Dieser Anstieg angemietete Fahrzeuge des Schwesterunternehmens WiBus in Höhe von rund 3,8 Prozent ergibt sich sowohl aus dem Anstieg eingesetzt. der Beförderungsleistung als auch aus dem Preisanstieg infolge der zurückliegenden Tarifpreiserhöhung in Höhe von durchschnittlich Die Fahrleistungen wurden neben den ESWE-Fahrern weiterhin 2,1 Prozent zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009. durch Fahrer der Schwestergesellschaft WiBus erbracht. WiBus setzte zum Ende des Geschäftsjahres 253 Fahrer ein (Vorjahr: 238). Im Jahresdurchschnitt waren bei ESWE Verkehr 299 Fahrdienst- mitarbeiter (Vorjahr: 310) beschäftigt. Die gefahrenen Platzkilometer änderten sich gegenüber dem Vorjahr von 867 Mio. km auf 881 Mio. km. Auch für das Jahr 2010 zieht die Gesellschaft ein positives Fazit hinsichtlich der Entwicklung des Verkehrsangebots. Unter der Prämisse einer effizienten betriebswirtschaftlichen Erstellung der Fahrleistungen im Wiesbadener ÖPNV wird punktuell das Verkehrsangebot ergänzt bzw. verstärkt. So konnte zum Fahr- planwechsel im Dezember 2010 mit der Erweiterung der Linie 47 ein neues Angebot in der Erschließung bzw. Verbindung der beiden Landeshauptstädte Mainz und Wiesbaden ermöglicht werden. Entwicklung der Verkehrsnachfrage Im Geschäftsjahr 2010 konnte der bereits in den Jahren 2006 bis Auch andere Tarifangebote konnten eine erfreuliche Entwicklung 2009 eingeschlagene positive Trend fortgesetzt werden und ein aufzeigen. So konnten besonders zum Ende des Geschäftsjahres Anstieg der Fahrgastzahlen aus Fahrausweisverkäufen verzeich- die Verkaufszahlen im Bereich der Tageskarten deutlich verbes- net werden. Die Zahl der beförderten Fahrgäste im Verkehrsge- sert werden. So stiegen die Verkaufszahlen in diesem Tarifbereich biet stieg um 0,7 Mio. auf insgesamt 49,6 Mio. Die Entwicklung von 219.000 in 2009 auf 235.000 in 2010. der beförderten Fahrgäste ist auf eine Fülle von erfolgreichen Maßnahmen des Unternehmens zurückzuführen. In der Gesamtbetrachtung kann eine weiterhin ausgesprochen positive ÖPNV-Entwicklung für das Geschäftsjahr in Wiesbaden Der Schwerpunkt liegt in den von Seiten der Gesellschaft bewor- analysiert werden. Die Beförderungsentwicklung aus Fahraus- benen Maßnahmen zur Steigerung der Kundenbindung. Sowohl weisverkauf stieg um 1,1 Prozent von 44,8 Mio. auf 45,2 Mio. Beför- im Bereich der Erwachsenenfahrkarten wie auch im Schüler- und derungsfälle gegenüber dem Vorjahr an. Kinderbereich konnten Zuwachsraten bei den langfristigen Zeittickets erreicht werden. Während im Erwachsenenbereich die Die positive Beförderungsentwicklung der ESWE Verkehrsge- Marketinginstrumente zur Steigerung der Abonnentenzahlen sellschaft ist aus Sicht der Geschäftsführung auch auf intensive erfolgreich greifen, stiegen die Verkaufszahlen im Bereich der Marketing- und Vertriebsmaßnahmen zurückzuführen Aber „CleverCard“ auch ohne einen massiven Einsatz von PR-Maßnah- auch die zahlreichen Maßnahmen zur Verbesserung der Fahr- men. So stiegen die Beförderungszahlen im Erwachsenenbereich dienstleistungen wirken sich positiv aus. Als Ergebnis dieser von 6,572 Mio. im Januar 2009 auf 7,375 Mio. Beförderungen im Bemühungen wurde in der für das Jahr 2010 durchgeführten Jahr 2010. Im Bereich der „CleverCard“ konnten die Beförderungs- Kundenzufriedenheitsmessung mit der Note 2,6 ein erneut sehr zahlen von 7,534 Mio. in 2009 auf 8,317 Mio. zum Ende des Jahres gutes Ergebnis erzielt. Dieses Resultat ist als Wert identisch mit 2010 verbessert werden. der Beurteilung des Vorjahres und liegt weiterhin im ähnlichen Bereich vergleichbarer Kundenzufriedenheitsmessungen im Öffentlichen Personennahverkehr.
  • 9. Lagebericht 9Vermögens- und Finanzlage von 3,9 Mio. b stehen Einzahlungen der WVV Wiesbaden Holding GmbH aus dem Verlustausgleich in Höhe von 13,6 Mio. b sowie Kredit- aufnahmen von 10,5 Mio. b gegenüber.Das Investitionsvolumen in das Sachanlagevermögen belief sich imBerichtsjahr auf 7,7 Mio. b (Vorjahr: 10,4 Mio. b). Dabei handelt es sich Die Zahlungsfähigkeit der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH war wäh-im Wesentlichen um die Anschaffung neuer Omnibusse in Höhe von rend des ganzen Jahres aufgrund der Abschlagszahlungen der WVV5,1 Mio. b. Insgesamt wurden im aktuellen Berichtsjahr 17 neue Omni- Wiesbaden Holding GmbH auf den zu übernehmenden Verlustaus-busse und ein Bus für die Fahrschule in Betrieb genommen. gleich uneingeschränkt gegeben.Zur Finanzierung der Omnibusbeschaffungen wurde ein Darlehenmit einem Nennbetrag von 4,8 Mio b aufgenommen. Aufgrund des bestehenden Ergebnisübernahmevertrages mit der WVV Wiesbaden Holding GmbH ist die EigenkapitalausstattungDie Anlagen im Bau betreffen im Wesentlichen die Einführung von der Gesellschaft nachhaltig gesichert. Die Eigenkapitalquote imneuen Fahrausweisautomaten (1,4 Mio. b) im Liniennetz der Gesell- Berichtsjahr hat sich unter anderem aufgrund der Darlehensauf-schaft, die Sanierung des Verwaltungsgebäudes in der Gartenfeld- nahme zur Finanzierung der Omnibusbeschaffungen von 9,9 % aufstraße 18 (0,3 Mio. b) sowie die Einführung des IVU-Bordrechnersys- 9,4 % verringert.tems (0,3 Mio. b).Das Anlagevermögen ist zu 10,5 % (Vorjahr: 11,3 %) durch Eigenkapital Der Anstieg der Bilanzsumme um 2,2 Mio. b auf 40,5 Mio. b resultiertsowie zu 43,3 % (Vorjahr: 37,8 %) durch Eigenkapital und mittel- bis auf der Aktivseite im Wesentlichen aus der Zunahme der Sachanla-langfristiges Fremdkapital finanziert. gen (2,6 Mio. b), während sich das Umlaufvermögen um 0,4 Mio. b reduzierte.Finanz- und Fördermittel der öffentlichen Hand wurden im Berichts- Auf der Passivseite wurde der Anstieg der Bankverbindlichkeitenjahr im Wesentlichen in Form von Zuwendungen zur Finanzierung (insgesamt 6,6 Mio. b) durch den Rückgang der kurzfristigen Ver-des Öffentlichen Personennahverkehrs gemäß vertraglicher Verein- bindlichkeiten (3,1 Mio. b) sowie - im Wesentlichen auflösungsbe-barungen auf RMV-Ebene in Höhe von 2,6 Mio. b, für die Erstattung dingt - der kurzfristigen Rückstellungen (1,5 Mio. b) überkompen-von Fahrgeldausfällen gemäß §§ 145 ff. SGB IX in Höhe von 1,9 Mio. b € siert. Im Vorjahr waren die kurzfristigen Verbindlichkeiten durchund für die pauschalierte Ausgleichszahlung im Ausbildungsverkehr Überzahlungsansprüche der zum Verlustausgleich verpflichtetengemäß § 45a PBefG in Höhe von 2,0 Mio. b vereinnahmt. Gesellschafterin WVV Wiesbaden Holding GmbH geprägt.Dem negativen Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von-13,8 Mio. b (Vorjahr: -7,6 Mio. b) sowie den Auszahlungen für Investi-tionen von 7,7 Mio. b und für die Tilgung von BankverbindlichkeitenUmsatzerlöse 2010 aufwandstruktur 2010Summe Linienverkehr 41,2 Mio. a Gesamtaufwendungen 64,1 Mio. a Zeitkarten 51 % Personalaufwand 43 % Schülerjahreskarten 13 % Sonstige betriebliche Aufwendungen 13 % Ausbildungsverkehr 4 % Abschreibungen 8 % Schwerbehinderte 5 % Materialaufwand 36 % Einzelfahrscheine 16 % Mehrfachkarten 11 %
  • 10. 10 Lagebericht Ertragslage und Ergebnis Risikomanagement Der Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme hat sich gegenü- Das Risikomanagementsystem wurde im Berichtsjahr auf Basis ber dem Vorjahr um 2,4 Mio. b auf 13,8 Mio. b erhöht. Ursächlich der Vorjahre fortgeführt. Das ESWE-Risikomanagement ist als hierfür sind im Wesentlichen die höheren Rückstellungsauflö- verbindliche Regelung im Unternehmen eingeführt und besteht sungen des Jahres 2009 im Zusammenhang mit Sanierungs- aus den einzelnen Elementen: und Instandhaltungsmaßnahmen am Verwaltungsgebäude im Betriebsgelände Gartenfeldstraße. - Strategie und risikopolitische Grundsätze - Ziele, Aufgaben und Verantwortlichkeiten Positiv zu erwähnen ist der Anstieg der Umsatzerlöse um - Identifikation der Risiken durch eine Risikoinventur 1,8 Mio. b auf 43,7 Mio. b, welcher vorrangig auf die Steigerung - Risikobewertung mit einer Darstellung des Risikoportfolios des der Umsatzerlöse aus dem Fahrausweisverkauf zurückzu- Unternehmens führen ist. - Risikosteuerung mit Festlegung von Frühwarnindikatoren - Risikoberichtswesen zur Dokumentation und Kontrolle Der Materialaufwand hat sich im Wesentlichen aufgrund der im Geschäftsjahr 2010 gestiegenen Treibstoffpreise (0,6 Mio. b) Als grundlegendes Instrumentarium für das Risikomanage- und der gestiegenen Fremdvergabe von Fahrdienstleistungen mentsystem wurden im Unternehmen ein Handbuch erarbeitet an das Schwesterunternehmen WiBus (1,5 Mio. b) um insgesamt und ein Risikobeauftragter benannt. Das nach Bewertung der 2,6 Mio. b auf 23,0 Mio. b erhöht. Den Kostensteigerungen im Risikoinventur erstellte Risikoportfolio für das Unternehmen wird Bereich der Fahrdienstleistungen stehen gesunkene Personal- regelmäßig fortgeschrieben. Hier erfolgt die regelmäßige Infor- aufwendungen (27,7 Mio. b; Vorjahr: 28,2 Mio. b) trotz der durch- mation der Geschäftsführung sowie der Unternehmensbereiche geführten Tarifanpassungen und der Einführung des neuen im Rahmen einer vierteljährlichen Controlling-Information. Tarifvertrages „TV-N“ gegenüber. Zur Steuerung der Risiken hat das Unternehmen Maßnahmen ergriffen, die im Wesentlichen neben dem Einsatz interner und Die Abschreibungen stiegen im Berichtsjahr 2010 von externer Fachleute ein umfangreiches technisches Regelwerk, 4,5 Mio. b auf 5,1 Mio. b aufgrund der hohen Investitions- die Zertifizierung des Unternehmens sowie einen umfassenden volumina in den Jahren 2009 und 2010. Versicherungsschutz und Führungsleitsätze umfassen. Das Risikomanagementsystem ist in das interne Kontrollsystem Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen re- der Gesellschaft eingebettet. sultiert im Wesentlichen aus geringeren Instandhaltungsauf- wendungen sowie geringeren Aufwendungen für Zuschüsse Die im Rahmen der Revisionsprüfung Ende 2008 festgestellten für Verkehrsleistungen. Verbesserungspotenziale wurden 2010 bereits in Teilen umge- setzt bzw. befinden sich aktuell in der Umsetzung. Dieser Prozess Das negative Zinsergebnis hat sich unter anderem aufgrund wird mit der Implementierung einer neuen RMS-Software im der Darlehensaufnahme zur Finanzierung der Omnibusbe- ersten Halbjahr 2011 abgeschlossen. schaffungen des Berichtsjahres um 0,2 Mio. b auf - 0,5 Mio. b verschlechtert. Das langfristig bei der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH vor- liegende Hauptrisiko weist nach wie vor die Entwicklung im Ferner haben Umstellungseffekte aufgrund der erstmaligen Europäischen Verkehrsrecht aus. Auch unter der Berücksichti- Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes gung des erfolgreichen Konzessionsverfahrens und der Konzessi- (BilMoG), welche im außerordentlichen Aufwand gezeigt onsverlängerung bis 2017 bleibt dieses Risiko langfristig bestehen. werden, den Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme belastet. Die Bewertung des Risikoszenarios insgesamt führt aber zu dem Diese beziehen sich im Wesentlichen auf Neubewertungen Ergebnis, dass durch die ergriffenen Steuerungsmaßnahmen so- von Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen sowie von wohl im Berichtsjahr als auch für die Zukunft keine Risiken erkenn- sonstigen Rückstellungen. bar sind, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.
  • 11. Lagebericht 11Risiken aus Finanzinstrumenten von 3.720 metrischen Tonnen abgeschlossen. Der Marktwert dieses Geschäfts per 31. Dezember 2010 beträgt 271.000 b. Die Buchwerte betragen jeweils 0 b. Der Bewertung liegen Referenz-Die Gesellschaft ist bezüglich ihrer Finanzinstrumente, die im preisberechnungen des jeweiligen Kreditinstitutes zugrunde.Geschäftsjahr 2010 im Wesentlichen Forderungen und sonstigeVermögensgegenstände sowie Verbindlichkeiten betrafen, Zwischen dem Rohwaren-Swap und den Verträgen über denbestimmten Risiken ausgesetzt. Das Ausfallrisiko aus finanzi- Bezug von Kraftstoff bzw. Diesel wurde eine Bewertungseinheitellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls eines gebildet. Im Berichtsjahr waren circa 38 Prozent des jährlichenVertragspartners und daher maximal in der Höhe der positiven Treibstoffbedarfs gegen periodische DieselpreisschwankungenZeitwerte der betreffenden Forderungen. Wir gehen davon aus, im Jahr 2010 abgesichert. Die gegenseitigen Wertänderungendass durch Wertberichtigungen für Forderungsausfälle das tat- bzw. Zahlungsströme werden sich künftig ausgleichen. Zursächliche Risiko aus originären Finanzinstrumenten abgedeckt ist. kontinuierlichen Steuerung der Chancen und Risiken aus Siche- rungsgeschäften dient ein monatliches Controlling-Tool, welchesSeit Ende des Geschäftsjahres 2008 bestehen verschiedene der Geschäftsführung einen permanenten Überblick zur aktu-Geschäfte im Bereich von Rohwaren-Swap-Geschäften zur ellen Situation verschafft. Von Seiten der Geschäftsführung wirdDieselpreisabsicherung. Derartige Absicherungsgeschäfte die Strategie der Dieselpreisabsicherung weiterhin als großerauf Basis von Dieselpreis-Swaps werden ausschließlich zur Pla- Erfolg bewertet, denn neben der hohen Planungssicherheit fürnungssicherheit der zeitweise stark schwankenden Diesel- das laufende Geschäftsjahr konnte das wirtschaftliche Ergebnispreise eingesetzt und decken maximal 90 Prozent der erwar- der Gesellschaft mit den Erträgen aus den Absicherungsgeschäf-tenden Einsatzmenge. ten um 64.000b verbessert werden.Bei den eingesetzten Derivaten handelte es sich um zwei Roh-waren-Swap-Geschäfte. Per 31. Dezember 2010 bestehen zweiAbsicherungsgeschäfte (Rohwaren-Swaps). Im Februar 2011wurde ein Geschäftsabschluss mit einer Laufzeit von März 2010bis Februar 2011 getätigt. Das abgesicherte Nominalvolumen(Gesamtbezugsmenge) beträgt 1.260 metrische Tonnen pro Jahr.Der Marktwert dieses Geschäfts per 31. Dezember 2010 beträgt40.000 b. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr ein weiteresAbsicherungsgeschäft mit einer Laufzeit von Januar bis Dezem-ber 2011 mit einem Nominalvolumen (Gesamtbezugsmenge) TopThema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 1/10: Zufrieden mit der Zufriedenheit Ein Unternehmen, das nicht in regelmäßigen Abständen ana- Damit die Befragungsergebnisse nicht eine lediglich punktu- lysiert, wie zufrieden oder unzufrieden seine Kunden sind, elle, nur bedingt aussagekräftige Momentaufnahme wider- beraubt sich selbst der Möglichkeit, seine Angebote ganz spiegeln, wurde eine Vergleichsstudie herangezogen, die drei dicht an den Kundenwünschen auszurichten. Nach 2006 hat Jahre zuvor ebenfalls am Lehrstuhl Prof. Heidels entstanden ESWE Verkehr nun zum zweiten Mal eine große, wissenschaft- war (die Hochschule RheinMain firmierte damals noch unter lich betreute Kundenzufriedenheitsuntersuchung durchfüh- dem Namen „Fachhochschule Wiesbaden“). Und um nicht nur ren lassen. Die Ergebnisse liegen seit Jahresanfang vor; was sie die Meinungen von mehr oder weniger häufigen Busnutzern aussagen, ist vereinfacht dies: Mit der gewachsenen Zufrie- abzufragen, interviewte das neunköpfige studentische Team denheit seiner Fahrgäste kann das Verkehrsunternehmen an zehn Orten in der Wiesbadener Innenstadt ganz „normale“ durchaus zufrieden sein. Passanten, darunter sowohl regelmäßige und sporadische ESWE-Kunden als auch bekennende Nicht-Fahrgäste. Im Herbst 2009 hatte eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel vom Fachbe- Weitere Informationen zu diesem Thema hält der reich Wiesbaden Business School der Hochschule RheinMain vorliegende Geschäftsbericht auf Seite 16 bereit. mit ihrer repräsentativen Untersuchung begonnen.
  • 12. 12 Lagebericht ausblick und Ziele Mit der Erreichung der Beförderungszahlen in Höhe von 49,6 Mio. Fahrgästen im Jahr 2010 konnte wieder ein wichtiger Schritt in diese Richtung vollzogen werden. Die entscheidende Frage zur Zukunft der ESWE Verkehrsgesell- Mit dem Blick auf die Nachwirkungen der Finanzmarkt- und Wirt- schaft mbH konnte für die Geschäftsführung mit der Erteilung schaftskrise der vergangenen Jahre konnte die Geschäftsführung der Linienkonzessionen bis 2017 positiv beantwortet werden. So- für das Geschäftsjahr 2010 keine wesentlichen Auswirkungen mit kann für die Gesellschaft nach ihrer bisherigen zehnjährigen für die Gesellschaft feststellen. Als einzelnes Gegenbeispiel ist Eigenständigkeit auch für die mittelfristige Zukunft ein positiver weiterhin das Geschäftsfeld der Vermarktung von Busaußenflä- Ausblick gegeben werden. ESWE Verkehr sieht sich aber bereits chen als schwieriges Segment der betrieblichen Tätigkeiten zu im Berichtsjahr in der Vorbereitungsphase für die nächste benennen. Die aktuellen Trends auf den Rohölmärkten aufgrund Konzessionsbeantragung. Die veränderten rechtlichen Rah- der aktuellen politischen Entwicklungen bleiben für 2011 auf menbedingungen zur Vergabe von Verkehrsleistungen im ÖPNV Seiten der Gesellschaft weitestgehend neutral, da Absicherungs- werden im Strategie-Projekt 2017 unter Beteiligung der WVV geschäfte für die Periode 2011 vorliegen. Fortsetzungen dieser Wiesbaden Holding GmbH und der Schwestergesellschaft WiBus Geschäftsmodelle sind möglicherweise nur unter erheblichen berücksichtigt. Kostensteigerungen zu realisieren. Schwerpunkt der unternehmerischen Aktivitäten werden Für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 werden gemäß der verab- weiterhin Prozessoptimierungs- und Restrukturierungsmaß- schiedeten Wirtschaftsplanung unter den Prämissen von mode- nahmen zur Effizienzsteigerung sein. Hierbei werden die Ergeb- rat steigenden Fahrgastzahlen, sinkenden Personalkosten und nisse der erneuten Analyse des sogenannten „Vierten Kriteri- steigender Fremdleistungen für Subunternehmerleistungen ums“ für das Geschäftsjahr 2010 in Zusammenarbeit mit einer Verluste vor Ergebnisübernahme von 14,5 Mio. b bzw. 14,6 Mio. b Wirtschaftsprüfungsgesellschaft einen wichtigen erwartet. Beitrag leisten. Wiesbaden, 31. März 2011 Ein weiterer Schwerpunkt liegt in den umfangreichen Maßnah- men der Gesellschaft zur Erhöhung der Fahrgastzahlen in Wies- ESWE Verkehrsgesellschaft mbH baden. Durch eine verstärkte Ausrichtung des Unternehmens auf die Kundenbedürfnisse und eine Verbesserung des ÖPNV-Images in der hessischen Landeshauptstadt sollen die Fahrgastzahlen in den kommenden Jahren wieder auf 50 Mio. Fahrgäste entwickelt werden, ohne die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Un- Dipl.-Ing. Dipl.-Verwaltungswirt ternehmens und die Zielsetzungen des Anteilseigners außerhalb Uwe Cramer Stefan Burghardt der Betrachtung zu lassen. TopThema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 2/10: Nicht nur Schutz, sondern auch Augenweide Wartehäuschen an Bushaltestellen – ein ziemlich unspek- lässt. Immer öfter gehören neben dem „H“-Schild aber auch takuläres Thema, möchte man auf den ersten Blick meinen. Wartehäuschen zur obligatorischen Ausstattung von Halte- Aber halt: Wenn ein anspruchsvolles Modernisierungspro- stellen: In Wiesbaden mit seinen mehr als 700 Haltepunkten, gramm gestartet wird, das vielen der Wiesbadener ESWE- die das ESWE-Liniennetz aufzuweisen hat, steht heute schon Haltestellen eine deutliche optische Aufwertung verspricht, an gut 300 Haltestellen ein Unterstand; in absehbarer Zeit dann wird die Sache interessant … werden es sogar rund 400 sein. Haltestellen sind – sofern sich nicht gerade ein Bus nähert – Grund hierfür ist ein ambitioniertes Wartehallen-Aus- die einzigen jederzeit erkennbaren Zeichen dafür, dass tausch- und Neubauprogramm, das ESWE Verkehr im Herbst man sich in einer Straße befindet, auf der ein Linienweg des 2009 aufgelegt hat und dessen Umsetzung den Verlauf des öffentlichen Nahverkehrs verläuft. Doch was macht eine Hal- Jahres 2010 prägt. testelle eigentlich aus? Vor allem ist es natürlich das grüne, eingekreiste „H“-Zeichen auf gelbem Hintergrund, das eine Weitere Informationen zu diesem Thema hält der x-beliebige Stelle am Fahrbahnrand zur Haltestelle werden vorliegende Geschäftsbericht auf Seite 16 bereit.
  • 13. Lagebericht 13Premiere für die neuen Haltestellen-WartehallenNomen est omen: Ein Jäger begrüßte an derHaltestelle „Jägerstraße“ eines der erstenneu errichteten, ebenso komfortablen wieeleganten Fahrgast-Wartehäuschen
  • 14. 14 Zentrale Fakten des Jahres 2010 ESWE Verkehr im Weinfest-EinsatzWein- und Sektgenuss statt Parkplatzsuchstress undFührerscheinrisiko: Das spezielle „WeinfestTicket“nutzten während der Rheingauer Weinwoche imAugust Tausende von Fahrgästen
  • 15. Zentrale Fakten des Jahres 2010 15ZEntRalE FaKtEn DES BERiCHtSJaHRES
  • 16. 16 Zentrale Fakten des Jahres 2010 Ermittelt: Kundenzufriedenheit Bei ESWE Verkehr folgt die Messung der Kundenzufriedenheit einem festen Jahresturnus: Denn seit das Verkehrsunterneh- men Ende 2008 erneut die Konzession zur Fortführung des Betriebs des Linienbusverkehrs in Wiesbaden erhalten hat – und zwar für den Acht-Jahres-Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2017 –, hat ESWE Verkehr den städtischen Gremien Wiesbadens ein Mal pro Jahr einen Leistungsbericht vorzulegen, der im Kern aus einer aktuellen Analyse der Kundenzufriedenheit besteht. So hat, nach 2006 und 2009, im Berichtsjahr abermals eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Heidel (Hochschule RheinMain) eine umfassende Ersetzt und erbaut : Repräsentativuntersuchung der Fahrgastzufriedenheit durch- Haltestellen-Wartehallen geführt. Um eventuelle saisonal bedingte Meinungsschwan- kungen zu berücksichtigen, fanden die Umfragen übers Jahr Der größte Teil des 2009 gestarteten ambitionierten Wartehäus- hinweg in vier zeitlichen Wellen statt. Befragt wurden jeweils chen-Austausch- und Neubauprogramms – des umfangreichsten rund 1.500 Passanten an verschiedenen Orten in der seiner Art in den letzten Jahrzehnten – wurde im Verlauf des Wiesbadener Innenstadt. Berichtsjahres realisiert, sodass es seither in Wiesbaden nahe- zu flächendeckend moderne, also transparent-gläserne, mit Unterm Strich förderte die Befragung ein hohes Maß an Mei- Beleuchtung, Info-Anzeigen und Sitzgelegenheiten ausgestattete nungsstabilität zutage: Orientiert an der Schulnotenskala von Haltestellen-Wartehallen gibt. Nicht wenige der ersetzten War- eins bis sechs erzielte ESWE Verkehr mit der Gesamtnote 2,6 tehäuschen stammten noch aus den 60er- und 70er-Jahren und den gleichen Wert wie im Vorjahr; und auch das Autofahren in hatten mithin mehrere Nutzungsjahrzehnte hinter sich. Wiesbaden wurde identisch beurteilt wie 2009: nämlich mit der Gesamtnote 3,2. Nachdem in Biebrich, Dotzheim, Klarenthal, Nordenstadt und Gemessen an anderen vergleichbaren Verkehrsunternehmen Schierstein sowie im Ortsbezirk Mitte bereits im Herbst 2009 stehen die Wiesbadener Verkehrsbetriebe mit ihrer Gesamt- einige Haltestellenunterstände erneuert worden waren, rückten note 2,6 sehr gut da. Beim Blick auf die untersuchten Einzel- im Frühjahr 2010 unter anderem in Auringen, Bierstadt, Kloppen- kriterien der Busnutzung zeigt sich, dass die Schnelligkeit der heim und Schierstein sowie ebenfalls im Mitte-Bezirk an ver- Verbindungen und die Erreichbarkeit der Fahrziele besser be- schiedenen Stellen die Bautrupps an. Der weitere Bau-Fahrplan wertet wurden als im Vorjahr. Gleiches gilt für die elektronische basierte – insbesondere was die Neuerrichtung von Wartehäus- Fahrplanauskunft – ein Bewertungsplus, das wohl haupt- chen an rund 100 Orten betraf, an denen zuvor gar keine Unter- sächlich das Verdienst der neuen ESWE-Internetseite (siehe stellmöglichkeiten vorhanden gewesen waren – nicht zuletzt auf „Erweitert“) ist. Selbstkritisch musste das Unternehmen den zahlreichen Wünschen und Vorschlägen, die in den zurücklie- allerdings auch ein Bewertungsminus zur Kenntnis nehmen: genden Jahren von Seiten der Wiesbadener Ortsbeiräte bei ESWE und zwar beim Untersuchungskriterium Sauberkeit. Zwar ist Verkehr eingegangen waren. zu vermuten, dass für diese schlechtere Beurteilung vor allem der ungewöhnlich lange Winter, der sich 2010 bis weit in den Langfristig bleibt es ESWEs Ziel, alle Einstiegs-Haltestellen mit März hineinzog, verantwortlich war; dennoch war die Negativ- Wartehallen auszustatten. Die Unterscheidung zwischen Ein- beurteilung in puncto Sauberkeit aus ESWE-Sicht ein Ansporn, stiegs- und Ausstiegs-Haltestellen ist dabei ebenso wichtig wie im Berichtsjahr die Reinigung der Busse und der Haltestellen zu sinnvoll – denn je weiter man in die Vororte Wiesbadens kommt, intensivieren. umso mehr sind jene Haltestellen, die in Stadtauswärts-Fahrt- richtung gelegen sind, reine Aussteige-Haltestellen, an denen ein Wartehäuschen nicht vorrangig benötigt wird, weil hier nur ganz selten Fahrgäste zur Weiterfahrt einsteigen. Im Übrigen können alte Haltestellenunterstände auch nach ihrer Demontage durchaus noch sinnvolle Zwecke erfüllen: So dienen etwa zwei ausrangierte Wartehäuschen aus Kloppenheim und Auringen mittlerweile dem Deutschen Hockey-Club Wiesbaden auf der Sportanlage Kleinfeldchen als Überdachungen der beiden Mannschaftsbänke am Spielfeldrand.
  • 17. Zentrale Fakten des Jahres 2010 17TopThema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 3/10: Erweitert: Internetauftritt Mitte September 2010 ging der frisch „renovierte“ Internetauftritt von ESWE Verkehr an den Start. Die neue Website wartete mit vielen„… ein gutes Stück Wiesbaden!“ zusätzlichen Funktionen auf und wurde dadurch nicht nur als deutlich serviceorientierter, sondern auch als nutzerfreundlicherGenau zehn Jahre ist es her, dass aus den damaligen und interaktiver wahrgenommen.Wiesbadener Stadtwerken die beiden eigenständigenUnternehmen ESWE Versorgungs AG und ESWE Verkehrs- Das Herzstück der neuen Online-Präsenz ist der Bereich „Meinegesellschaft mbH hervorgingen. Und da runde Geburts- ESWE“. Im Sinne des „Web 2.0“-Gedankens, der für eine aktivetage gerne zum Anlass genommen werden, den Blick in die Beteiligung der Internetnutzer steht, entstand hier zügig eineVergangenheit wie auch in die Zukunft zu werfen, lud die regelrechte „ESWE-Community“. Deren Mitgliedern steht alsINFOMOBIL-Redaktion zu einer Rück- und Ausblickrunde zusätzlicher Kommunikationskanal auch der neue ESWE-Verkehr-ein. Daran teilgenommen haben neben Uwe Cramer Newsletter zur Verfügung, der etwa ein Mal monatlich überund Stefan Burghardt, den beiden Geschäftsführern von aktuelle Themen informiert.ESWE Verkehr, zwei Zeitzeugen des Jahres 2000:die ESWE-Verkehr-Aufsichtsratsmitglieder Dieter Horschler Ein ebenfalls neues und zugleich interaktives Element des neuenund Hans-Martin Kessler. Online-Auftritts ist das „FahrgastForum“. Hier können interes- sierte Busnutzer persönlich, online und direkt sowohl mit ESWEINFOMOBIL: Im Rückblick auf das Jahr 2000 – war die Verkehr als auch mit anderen Fahrgästen in Kontakt treten undEntscheidung, die Wiesbadener Stadtwerke in die beiden sich austauschen. Außerdem werden hier regelmäßige Online-eigenständigen Unternehmen „Versorgung“ und „Verkehr“ Experten-Chats angeboten, in denen den Nutzern ihre Fragen inaufzuteilen, richtig? Echtzeit von ESWE-Fachleuten beantwortet werden.Horschler: Sie war nicht nur richtig, sie war alternativlos!Die Trennung hat zu mehr Transparenz geführt und die Auch der „LiveTicker“, eine jederzeit aktuelle Statusanzeige sämt-notwendige Eigenverantwortlichkeit der beiden Unter- licher Buslinien, entwickelte sich rasch zur gefragten Online-Funk-nehmen gestärkt. tion. Der „LiveTicker“ zeigt dem Fahrgast auf einem Blick, ob „seine“Kessler: Die seinerzeitige Entscheidung war erforderlich, Linie störungsfrei fährt, ob es womöglich Beeinträchtigungenum letztlich die Überlebensfähigkeit beider Bereiche zu gibt oder ob der Betrieb – vielleicht baustellenbedingt oder infolgesichern. Die notwendigen Kostensenkungen und Effizienz- eines heftigen Wintereinbruchs – vorübergehend gar eingestelltsteigerungen wären in den vorherigen Strukturen nicht werden musste.möglich gewesen.Cramer: Ich habe in den zurückliegenden zehn Jahren nie- Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorliegendemanden gehört, der die damalige Entscheidung ernsthaft Geschäftsbericht auf Seite 28 bereit.in Zweifel gezogen hätte. Die Trennung war unumgänglich.Burghardt: Wiesbaden ist damals ja, gemeinsam mit nursehr wenigen anderen Kommunen in Deutschland, Vorrei-ter einer Entwicklung gewesen, die man heute als beispiel-gebend bezeichnen kann.Weitere Informationen zu diesem Thema hält dervorliegende Geschäftsbericht auf vielen seinerSeiten bereit.
  • 18. 18 Zentrale Fakten des Jahres 2010 Erneuert: Verkehrsleitzentrale Errichtet : PLE-Verkehrsführung Mitte Juni 2010 wurde die umgebaute und umfassend moder- Anfang Dezember 2010 trat die neue Linienführung des Busver- nisierte Verkehrsleitzentrale von ESWE Verkehr erstmals der kehrs am Platz der deutschen Einheit, einem der bedeutendsten Öffentlichkeit vorgestellt. Ihre Kernaufgabe ist das Steuern und Knotenpunkte des ESWE-Liniennetzes, in Kraft. Im Vorgriff auf Regeln des gesamten Linienbusverkehrs in Wiesbaden. den kommenden großräumigen Umbau des Einheits-Platzes (der im ESWE-Deutsch stets als „PLE“ abgekürzt wird) war seit dem Das in der Verkehrsleitzentrale (VLZ) installierte rechnergesteu- Frühjahr an der neuen Verkehrsführung gearbeitet worden. erte Betriebsleitsystem sorgt für die Überwachung und Steu- erung des gesamten Busverkehrsgeschehens. Die Mitarbeiter Als Ergebnis wurde zum 6. Dezember der grundlegend neue, der VLZ können rund um die Uhr blitzschnell auf alles reagieren, nämlich S-förmige Streckenverlauf aller Lokal- und Regionalli- was eine Beeinträchtigung des Verkehrsbetriebs oder der Ver- nien, die früher an den Bussteigen B, C, D und F gehalten hatten, kehrssicherheit zur Folge haben kann: seien es Staus, Unfälle, realisiert. Der neue Streckenverlauf führt, von der Friedrichstraße Baustellen, Demonstrationen oder andere Vorkommnisse. kommend, nach rechts in die Schwalbacher Straße, um dann Kommt es zu einer solchen Störung, wird kurzfristig beispiels- gleich wieder nach links in die Bleichstraße zu den dortigen neuen weise eine Umleitungsstrecke festgelegt oder der Fahrzeugein- Haltestellen abzubiegen. Die Ampeln wurden dabei so geschal- satz umdisponiert – die Verkehrsleitzentrale leitet dann also tet, dass bis zu drei Busse hintereinander das „S“ in einem Rutsch alle notwendigen Maßnahmen ein, um den weiteren Betriebs- durchfahren können. Gleichzeitig mit dem Start des „S“ wurden ablauf des Busverkehrs sowie die Einhaltung des Fahrplans zu jene PLE-Bussteige, die in der Schwalbacher Straße verblieben, für gewährleisten. beide Fahrtrichtungen nach Norden, also in Richtung Michels- berg, verschoben. Zu den zentralen Aufgaben der Mitarbeiter der VLZ zählt es auch, die Fahrgäste umgehend über alle Änderungen zu infor- Im Einzelnen stellt sich die neue Haltestellensituation am Platz mieren. Zu diesem Zweck laufen in der Zentrale alle Fäden der der deutschen Einheit seit Dezember 2010 wie folgt dar: Fahrgastinformationssysteme sowie der Lautsprecheranlagen · Bussteig a: in der Schwalbacher Straße, Richtung LuisenForum an den 18 Großhaltestellen und in den Bussen zusammen; eben- · Bussteig B: in der Bleichstraße, zwischen Schwalbacher Straße so wird der jederzeit aktuelle Online-Infodienst „LiveTicker“ und Helenenstraße (siehe „Erweitert“) mit Informationen aus der VLZ gespeist. · Bussteig C: in der Schwalbacher Straße, Richtung Michelsberg · Bussteig d: in der Bleichstraße, hinter der Helenenstraße Auch die von den 18 Kameras an den Bussteigen der Groß- haltestellen gesteuerte Video-Überwachung gehört in den Zuständigkeitsbereich der Verkehrsleitzentrale. Schließlich fungiert die VLZ seit ihrem Umbau auch als innerbetriebliche Sicherheitszentrale für das gesamte Betriebsgelände von ESWE Verkehr. Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorliegende Geschäftsbericht auf Seite 24 bereit. Im Angesicht der Monitore: Gerhard Jochim (links) und Thomas Kühnert an ihrem Arbeitsplatz in der Verkehrsleitzentrale
  • 19. Zentrale Fakten des Jahres 2010 19 Erspart: Umweltbelastung reduziert Seinen zehnten Geburtstag konnte im Berichtsjahr das im Jahr 2000 ins Leben gerufene betriebliche Umweltmanagement- programm „Ökoprofit“ feiern. ESWE Verkehr, seit 2007 bei der Wiesbadener „Ökoprofit“-Initiative mit von der Partie, zählte auch 2010 zu den 25 Unternehmen und Einrichtungen in Wiesbaden, die sich im „Ökoprofit“-Club, dem Netzwerk der bereits mehrfach ausgezeichneten Betriebe, engagieren. Mit der ökologischen Erneuerung der Buswaschanlage und der energieeffizienten Umrüstung der Werkstattbeheizung – um nur zwei Beispiele zu nennen – trug ESWE Verkehr im Jubiläumsjahr mit dazu bei, dass die 25 Wiesbadener Ökoprofit-Betriebe des Jahres 2010 eine erhebliche Reduzierung der Umweltbelastung und damit gleichzeitig eine Gesamtersparnis von mehr als 2,2 Mio. b an jährlichen Umweltkosten erzielen konnten.Gut gelaunt bei der Präsentation der modernisierten Verkehrsleitzentrale: Technischer Geschäftsführer Uwe Cramer,Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr.-Ing. Joachim Pös und Kaufmännischer Geschäftsführer Stefan Burghardt (v. l. n. r.)
  • 20. 20 Betriebsbereiche Der Fahrschul-Bus – ein rollender UnterrichtsraumEine vielfältige, verantwortungsvolle Tätigkeit:Busfahrer zu sein, bedeutet nicht nur, das großeGefährt und dessen Passagiere sicher von A nach Bzu chauffieren. Der Busführer muss beispielsweiseauch mit dem hochkomplexen Bordrechner umge-hen können – dies lernt er bei ESWE Verkehr in derFahrer-Aus- und Fortbildung
  • 21. Betriebsbereiche 21inFORMatiOnEn ZU DEn BEtRiEBSBEREiCHEn Fahrdienst Imagekampagne In enger Kooperation mit dem Personalbereich von ESWE Verkehr begann der Fahrdienst im Jahr 2010 mit der Konzipierung einer großangelegten Imagekampagne für den Beruf des Busfahrers. Vor dem Hintergrund, dass es quantitativ an Fahrernachwuchs mangelt, sollen mithilfe der Kampagne die Anstrengungen in punkto Personalgewinnung intensiviert werden. Die Kampagne soll deutlich machen, dass der Beruf des Busfahrers eine äußerst verantwortungsvolle Tätigkeit ist. Zudem sollen Aspekte wie „abwechslungsreiche Arbeit, bei der kein Tag wie der andere ist“, „direkter Kontakt mit ganz vielen Menschen“, „unabhängiges Arbeiten, bei dem man gewisser- maßen sein eigener Chef ist“ sowie „Erfüllung des Jungentraums vom Umgang mit Technik und vom Lenken großer Fahrzeuge“ im Rahmen der Kampagne thematisiert werden. Aber auch eine zweite Be- trachtungsebene soll Berücksichtigung finden: Die Öffentlichkeit soll mehr Verständnis für die an- spruchsvolle Tätigkeit der Busfahrer aufbringen; und es soll klar werden, dass Busfahrer Respekt und Anerkennung verdienen. Fahrerehrung Angesichts von mehr als elf Millionen Nutzwagenkilometern, die Wiesbadens Linienbusse pro Jahr zurücklegen, sind gelegentliche Unfälle eine leider unvermeidliche Begleiterscheinung. Umso anerkennenswerter ist es daher, wenn Fahrer über viele, viele Jahre hinweg, teilweise sogar jahrzehn- telang unfallfrei bleiben. Aus diesem Grund wurde bei ESWE Verkehr im Berichtsjahr nach mehr- jähriger Pause ein „guter Brauch“ wieder eingeführt, der der Anerkennung fahrerischer Leistungen dient und ein Ausdruck der Wertschätzung für fahrerische Sorgfalt sein soll – und der damit auch den Zweck der Mitarbeitermotivation verfolgt. 2010 wurden insgesamt 16 ESWE-Busfahrer für langjährige Unfallfreiheit ausgezeichnet. Darunter waren drei Fahrer, die seit jeweils 20 Jahren ohne Unfall geblieben waren; zwei Fahrer hatten seit je- weils 25 Jahren keinen Unfall zu verzeichnen gehabt; und ein weiterer Fahrer konnte sogar für seine 35 Jahre währende Unfalllosigkeit geehrt werden.
  • 22. 22 Betriebsbereiche 2000 bis 2010: Berufskraftfahrerqualifizierungs-Gesetz geregelt sind, zählen neben Themen wie „Der Fahrer als Imageträger des Wandel im Berufsbild des Busfahrers Verkehrsunternehmens“ auch wirtschaftliche und ökolo- gische Themen. In Zeiten steigender Energiepreise und stetig Wer bei ESWE Verkehr hinter dem Lenkrad eines Busses sitzt, wachsenden Umweltbewusstseins kommt der Reduzierung ist gelernter „Berufskraftfahrer“ – so die offizielle, seit Jahr- des Treibstoffverbrauchs eine gleich mehrfache Bedeutung zehnten unveränderte Berufsbezeichnung. Dagegen hat sich zu, weshalb beispielsweise die kraftstoffsparende Fahrweise die Ausbildung, vor allem aber die berufsbegleitende Fortbil- einen zunehmend wichtigen Lerninhalt darstellt – zumal ein dung der Berufskraftfahrer gegenüber früheren Zeiten, auch gleichmäßig-defensiver Fahrstil nicht nur den Energiever- und gerade im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts, massiv brauch und damit den Schadstoffausstoß verringert, sondern verändert. Während es früher, vereinfacht gesagt, genügte, auch den Komfort für die Fahrgäste erhöht und gleichzeitig den Bus fahrerisch zu beherrschen, sind die Aus- und die zur Reduktion der Fahrgeräusche beiträgt, was wiederum den Fortbildung heutzutage derart vielfältig, dass das eigent- Anwohnern der Linienstrecken zugute kommt. liche Fahrenlernen nur noch als „Basis-Rüstzeug“ zu sehen ist – immerhin schließt die Ausbildung zum Berufskraftfahrer Im Kern bedeutet der Wandel des Busfahrer-Berufsbildes, der heute mit einer IHK-Prüfung ab. Wer sich bewusst macht, dass im Fahrdienst das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends die Busfahrer die markantesten Aushängeschilder, gewisser- prägte, eine Bewusstseins- und Wahrnehmungsveränderung: maßen die „Visitenkarten“ des Verkehrsunternehmens sind, Mit dem, was ein Fahrer an Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft der versteht, dass beispielsweise die Anforderungen an das und Umweltverantwortung ausstrahlt, repräsentiert er sein Auftreten gegenüber den Fahrgästen und an den Umgang mit Unternehmen; sein individuelles Verhalten wird projiziert ihnen heute ganz andere sind als früher. und als Eigenschaft des Unternehmens wahrgenommen. Busfahrer sind heute also die wichtigsten „Außendienstmitar- Heutzutage spielen auch psychologische Aspekte in der Fah- beiter“ eines Verkehrsunternehmens. rer-Aus- und Fortbildung eine wichtige Rolle. Diese Aspekte beziehen sich nicht nur auf den Umgang mit dem eigenen Zum Wandel im Berufsbild des Busfahrers kamen im Verlauf Stress, sondern beispielsweise auch auf das richtige Reagie- des Jahrzehnts auch gravierende strukturelle Änderungen ren bei Konflikten mit oder zwischen Fahrgästen oder auf hinzu: So bedeutete die im Jahr 2004 erfolgte Gründung des das Bewältigen heikler Verkehrssituationen. Einem anderen Schwesterunternehmens WiBus für den Fahrdienst der ESWE Verkehrsteilnehmer dessen Fehler tolerant zu verzeihen und Verkehrsgesellschaft den Einstieg in einen Veränderungs- dies mit einer freundlich-verständnisvollen Geste zu verdeut- prozess mit erheblichen Auswirkungen. WiBus als „Fahrerge- lichen, steht jedem Buslenker gut zu Gesicht – zumal von ihm sellschaft“ übernahm schrittweise maßgebliche Anteile der wegen seiner erhöhten Rundumsicht-Sitzposition ohnehin im Wiesbadener ÖPNV erbrachten Fahrleistungen, was nicht erwartet wird, dass er jederzeit, besonders aber in kniffligen zuletzt in der Entwicklung der Mitarbeiterzahl des Fahrperso- Verkehrssituationen souverän und entspannt den Überblick nals seinen Niederschlag fand: Waren zu Beginn des Jahr- behält. zehnts noch rund 540 Busfahrer bei ESWE Verkehr beschäftigt, Zu den neuen Aus- und Fortbildungsinhalten, die unter ande- reduzierte sich diese Zahl bis zum Jahr 2010 auf etwa 280. rem in dem seit September 2008 EU-weit geltenden Im Gegenzug stieg die Zahl der bei WiBus angestellten Fahrer auf 253 (Stand: 31. Dezember 2010).
  • 23. Betriebsbereiche 23Verkehrsplanung und VerkehrssteuerungAngebotsoptimierungen Linie 47Der Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 brachte abermals Nach dem großen Erfolg der im Dezember 2008 ins Leben geru-eine Reihe quantitativer wie qualitativer Verbesserungen im fenen rheinübergreifenden Verlängerung der Linie 45 fährt seitWiesbadener Linienverkehr mit sich. Wie bereits in den Vorjah- dem 12. Dezember 2010 auch die Linie 47 über die Schiersteinerren wurden auch im Berichtsjahr bei jeder einzelnen Optimie- Brücke von Wiesbaden nach Mainz und zurück. Zu diesem Zweckrungsmaßnahme insbesondere die Wünsche und Bedürfnisse wurde die seit vielen Jahren existierende ESWE-Linie 47 zur Mainz-der Fahrgäste zur Entscheidungsgrundlage gemacht. Wiesbadener Gemeinschaftslinie umdeklariert; ihr Linienweg, der früher in Schierstein endete, wurde bis nach Mainz-GonsenheimBeispielsweise wurde auf der Linie 3 im Zuge einer „Aus eins verlängert.mach zwei“-Angebotserweiterung samstags die bisherigeFahrt um 7:57 Uhr vom Biebricher Rheinufer zum Nordfriedhof Der Vorteil für die Fahrgäste: In den Hauptverkehrszeiten findendurch zwei Fahrten ersetzt: Die neuen Abfahrtszeiten in Bieb- pro Stunde nun doppelt so viele Hin- und Rückfahrten über dierich lauten 7:43 Uhr und 8:13 Uhr. Auf der Linie 9 beginnt die an Schiersteiner Brücke statt wie bisher, nämlich insgesamt vierSchultagen montags bis freitags um 7:09 Uhr ab der Haltestelle (zwei 45er- und zwei 47er-Fahrten). Seit Dezember 2010 stehen„Eleonorenstraße“ verkehrende Fahrt seit dem Fahrplanwechsel den Fahrgästen also stündlich bis zu acht Verbindungen über diebereits am Mainzer Landtag, und zwar um 7:05 Uhr. Brücke zur Verfügung: vier Fahrten von Wiesbaden nach Mainz, vier Fahrten in die Gegenrichtung.Im Verlauf der Linie 18 wurde am westlichen Ende der HomburgerStraße, genauer: an der Einmündung der Carla-Henius- Wer auf eine möglichst kurze und damit zügige VerbindungStraße, eine neue Haltestelle namens „Künstlerviertel/Stadtar- zwischen dem Wiesbadener Stadtzentrum und den westlichenchiv“ eingerichtet, mit der das gleichnamige neue Wohngebiet Mainzer Stadtteilen, etwa Mombach und Gonsenheim, Wert legt,im Westen Wiesbadens enger an das Busliniennetz angebun- dem bietet die „neue“ Linie 47 einen optimalen Streckenverlauf.den werden konnte. Nicht nur für die Bewohner des jungen Und ganz gleich, ob Berufspendler, Einkaufsbummler, Umlandbe-Wohnquartiers bedeutete die neue Haltestelle ein Plus an wohner oder „Einfach so“-Passagier: Wer in eines der Gewerbe-,Mobilität; auch die Schüler und Lehrer des Martin-Niemöller- Büro- und Einkaufsgebiete fahren möchte, die sich in WiesbadenGymnasiums, dessen Ausweichquartier sich vorerst weiterhin wie auch in Mainz jeweils in den westlichen Stadtteilen befinden,am Rand des Künstlerviertels befindet, konnten sich über die kann nun außer der Linie 45 auch die 47er-Busse nutzen. Darüberbessere Busanbindung ihrer Schule freuen. Als weitere Neue- hinaus profitieren auch die Umlandregionen, die jeweils westlichrung auf der Linie 18 wurde an Schultagen montags bis freitags der beiden Landeshauptstädte gelegen sind, von der neuen 47er-das morgendliche Fahrtenangebot ab der Siedlung Sauerland in Route: So wie mit der Linie 45 der Rheingau bereits näher anRichtung Innenstadt ausgeweitet: Zwischen 7 und 8 Uhr finden Mainz heranrückte, schuf die Linie 47 nun eine deutlich besserenun acht (statt wie bisher sieben) Abfahrten statt. Umsteigeverbindung des Bereichs Budenheim/Heidesheim/ Ingelheim an die Stadt Wiesbaden.
  • 24. 24 Betriebsbereiche E-Linien Verkehrsleitzentrale Eine weitere Neuerung, die der Fahrplanwechsel 2010/2011 mit Die Verkehrsleitzentrale, deren Hauptaufgaben in der Rund-um- sich brachte, waren die neuen E-Linien. Regelmäßig verkehrend, die-Uhr-Überwachung des Busverkehrs sowie in der zügigen In- schlossen sie punktuelle Lücken im Liniennetz und sorgten so formation der Fahrgäste im Fall kurzfristiger störungsbedingter für noch schnellere Verbindungen. Markantestes Beispiel ist Fahrplanänderungen bestehen, bewährte sich im Jahr 2010, dem die E-Linie Breckenheim/Nordenstadt: Mit ihr gelangt man zu ersten Jahr nach ihrer umfassenden Modernisierung und Erweite- den Hauptverkehrszeiten nun noch zügiger aus Wiesbadens rung, abermals als Dreh- und Angelpunkt des gesamten Linien- Osten direkt – also ohne Umsteigen – zum Wiesbadener Haupt- verkehrsgeschehens. bahnhof (und auch wieder zurück). Der Fahrtweg beginnt in Breckenheim an der Endhaltestelle „Erlenstraße“ und führt über Ihrer Aufgabe als Informationsgeber für die Fahrgäste kam die „Taunushof“ nach Nordenstadt. Dort geht es über „Wallauer Verkehrsleitzentrale im Berichtsjahr erstmals auch auf einem Weg“ und „Otto-von-Guericke-Ring“ auf die Autobahn A 66, ganz neuen Feld nach: Der im Zuge des Relaunchs der ESWE- die an der Ausfahrt „Mainzer Straße“ wieder verlassen wird. In Internetseite neu eingerichtete „ESWE Verkehr LiveTicker“, ein der Mainzer Straße hält die Linie E am dortigen Freizeitbad, wo jederzeit aktueller Online-Infodienst mit Statusmeldungen zum Umsteigemöglichkeiten nach Mainz zur Verfügung stehen, Betrieb jeder einzelnen Linie, speist sich aus Informationen, die sowie am neuen Justiz- und Verwaltungszentrum, bevor sie der Verkehrsleitzentrale entstammen. schließlich den Hauptbahnhof erreicht.
  • 25. Betriebsbereiche 25Streckendienst-LkwAls mobile Arbeitsstätte wurde im Berichtsjahr ein neuer Lkwfür den Streckendienst in Dienst gestellt. Das Fahrzeug – eine„rollende Werkstatt“ mit Hebebühne, 220-Volt-Stromanschluss,Internetzugang sowie Innenbelüftung für den Transport vonGasflaschen – erleichtert dem Streckendienst-Team seineArbeit, die beispielsweise im Einrichten von Ersatzhaltestellen,im Auswechseln von Fahrplänen sowie im Erneuern vonMülleimern besteht. 2000 bis 2010: Gezielte angebotserweiterungen ab Mitte des Jahrzehnts Im Bereich der Verkehrsplanung und Bereits im Jahr zuvor, zum Fahrplan- etwa der Unterrichtsbeginnzeiten infor- Verkehrssteuerung differenziert sich wechsel 2007/2008, waren die neuen miert, was sehr viel kürzere Reaktions- der Rückblick auf das erste Jahrzehnt Nachtbuslinien „Nightliner“ an den zeiten bei den Angeboten im Schülerver- des neuen Jahrtausends – je nachdem, Start gegangen, die sich zügig einer kehr ermöglicht. welche Hälfte des Jahrzehnts man großen Fahrgastnachfrage erfreuten, betrachtet. Während insbesondere die sodass ESWE Verkehr schon im Jahr Zu den im Lauf des Jahrzehnts erreich- erste Hälfte der Dekade von Kostensen- darauf mit einem leichten Ausbau des ten Meilensteinen zählt auch der im Jahr kungs- und Effizienzsteigerungsmaß- „Nachtschwärmer-Fahrtenangebots“ 2009 umgesetzte Zusammenschluss nahmen bestimmt war, die stellenweise reagieren konnte. der Bereiche Verkehrsplanung und Ver- mit einer Reduzierung des Fahrtenange- kehrssteuerung, der im Zuge der 2008 bots verbunden waren, kamen vor allem Ebenfalls in den Jahren 2007 und 2008 eingeleiteten internen Reorganisation in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts erfolgte eine deutlich verbesserte der ESWE Verkehrsgesellschaft – der gezielte, streng an den zuvor ermit- Anbindung der Gewerbegebiete in den umfangreichsten Umstrukturierung telten Kundenbedürfnissen orientierte Wiesbadener Stadtteilen Delkenheim, seit Beginn der Eigenständigkeit des Angebotserweiterungen zum Tragen. Nordenstadt und Mainz-Kastel sowie des Unternehmens im Jahr 2000 – realisiert Büroquartiers an der John-F.-Kennedy- wurde. Die auch für andere Verkehrsun- Als eines der wichtigsten Beispiele Straße. ternehmen beispielhafte Zusammen- dieser Erweiterungsstrategie ist die führung der beiden Aufgabenfelder Verlängerung der Linie 45 zu nennen, die Als ein weiterer signifikanter Fortschritt, unter dem Dach eines gemeinsamen seit dem Fahrplanwechsel 2008/2009 der im zurückliegenden Jahrzehnt rea- Fachbereichs sorgte für eine merklich über die Schiersteiner Brücke bis nach lisiert werden konnte, ist außerdem die engere Verzahnung zwischen der „theo- Mainz fährt – womit erstmals ein deutlich verbesserte Kommunikation retischen“ Planung des Verkehrsablaufs Buslinienverkehr auf der mit Abstand mit dem Wiesbadener Schulamt und einerseits und deren Auswirkungen wichtigsten Straßenverbindung zwi- mit vielen Schulen zu nennen. Dadurch im „praktischen“ Verkehrsgeschehen schen den beiden Landeshauptstädten wird ESWE Verkehr heute zügiger als andererseits. Wiesbaden und Mainz etabliert wurde. früher über eventuelle Veränderungen
  • 26. 26 Betriebsbereiche Technischer Betrieb 2000 bis 2010: Weniger abgase trotz deutlicher Neue Busse Fuhrparkerweiterung 18 fabrikneue Busse – drei mehr als im Jahr zuvor – wurden im Frühjahr 2010 neu in Dienst gestellt. Die je neun Solo- und Gelenk- Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts war im Technischen wagen brachten mehrere Neuerungen mit sich: So verfügten Betrieb gekennzeichnet von zahlreichen Maßnahmen, deren die Fahrzeuge erstmals über Haltestangen in der Farbe Gelb, gemeinsames Ziel in der Verringerung der von den Bussen aus- sodass die Stangen gerade für sehbehinderte Fahrgäste besser zu gehenden Abgasbelastung bestand. Die Palette der ergriffenen erkennen sind. Auch der Fahrerarbeitsplatz wartete mit Verbesse- Maßnahmen reichte beispielhaft von der bereits ab Ende der rungen auf: etwa mit einem beweglichen Cockpit, das sich jeder 90er-Jahre in Angriff genommenen flächendeckenden Nach- Fahrer an seine individuellen Sitz- und Platzbedürfnisse anpassen rüstung aller älteren Fahrzeuge mit Rußpartikelfiltern über die kann, sowie mit besserer Frischluftzufuhr, mehr Ablagefächern Initiierung eines gemeinsam mit dem hessischen Umweltminis- und optimiertem Blendschutz bei starker Sonneneinstrahlung. terium durchgeführten Pilotprojekts zur Einführung spezieller SCRT-Filter bis hin zur obligatorischen Ausrüstung aller seit Im Zuge der Indienststellung der neuen Bustypen fanden auch 2008 neu angeschafften Busse mit einer dem EEV-Standard im Berichtsjahr mehrere Werkstattschulungen statt, um die Mit- entsprechenden Filtertechnologie („EEV“ steht für „Enhanced arbeiter des Technischen Betriebs mit allen spezifischen Details Environmental Friendly Vehicle“, was mit „Besonders umwelt- der neuen Fahrzeuge vertraut zu machen. freundliches Fahrzeug“ übersetzt werden kann; EEV ist die der- zeit anspruchsvollste, wenngleich freiwillige Abgas-Richtschnur in Europa, die die seit Herbst 2009 für alle Neuzulassungen Werkstattsanierung vorgeschriebene Abgasnorm Euro V noch übertrifft). Das Jahr 2010 war im Technischen Betrieb geprägt von um- Dank all dieser ökologischen Anstrengungen stößt die Busflot- fangreichen Umbaumaßnahmen in den Werkstatthallen. Dass te des Wiesbadener Nahverkehrs heute insgesamt deutlich die Bauarbeiten allesamt bei laufendem Betrieb stattfinden weniger umweltschädliche Abgase aus als noch zu Beginn des mussten, stellte eine große Herausforderung für die gesamte Jahrzehnts – und das, obwohl der Fuhrpark heute erheblich Werkstattmannschaft dar – eine Herausforderung, die dank umfangreicher ist als vor zehn Jahren. Neben den üblichen gemeinsamer Kraftanstrengung erfolgreich bewältigt werden jährlichen Neubeschaffungen, in deren Gegenzug stets konnte. Altfahrzeuge ausgemustert werden, erfuhr der Fahrzeugbe- stand den mit Abstand stärksten Vergrößerungsschub im Jahr Zu den durchgeführten Umbaumaßnahmen zählten bei- 2004, als mit der Gründung des ESWE-Schwesterunternehmens spielsweise die Sanierung der Tank- und Waschstraße, das WiBus innerhalb kurzer Zeit rund 45 zusätzliche Busse in das Zubetonieren eines Teils der einstigen Inspektionsgruben, die Fuhrparkmanagement des Technischen Betriebs neu integriert Erneuerung der Ölabscheider einschließlich der Errichtung werden mussten. einer neuen Kanalzuführung sowie das Ersetzen des lauten Hei- zungsgebläses durch moderne Wärmeplatten und Heizstrahler an der Werkstattdecke. Auch die Renovierung des rund 700 Quadratmeter großen Holzpflasters in den gut 40 Jahre alten Werkstatthallen, das durch einen deutlich strapazierfähigeren und zudem lärmschluckenden neuen Holzboden ersetzt wurde, war ein wichtiger Bestandteil der umfassenden Werkstattsa- nierung, die sich mit weiteren Bauabschnitten auch ins Jahr 2011 fortsetzen und dann ihren Abschluss finden wird. Tätigkeitsvielfalt im Technischen Betrieb: Hans-Jochem Piel (links) und Hans Walter im Einsatz
  • 27. Betriebsbereiche 27VERTRIEB UND MARKETING Darüber hinaus sorgt eine permanente Datenverbindung dafür, dass die Software, das „Herzstück“ des Automaten, bei BedarfVertriebsaktivitäten sofort aktualisiert werden kann.nEuE FaHrauSWEISauTOmaTEn Die flächendeckende Austauschaktion fand parallel auch inmIT KOmFOrTFunKTIOnEn Mainz statt; die beiden benachbarten Landeshauptstädte, imLeichter zu bedienen, vielfältiger zu nutzen, einfacher zu warten: Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) zusammenge-Die neue Generation der Fahrausweisautomaten, mit deren schlossen, verfügen nun, anders als bisher, über einheitlicheAufbau zum Ende des Berichtsjahres begonnen wurde, ist den Fahrscheinautomaten. Eine gemeinsame Mainz-Wiesbadenerrund 15 Jahre alten Vorgängermodellen, die nun komplett ersetzt Arbeitsgruppe hatte das Großprojekt „Neue Fahrausweisauto-wurden, in jeder Hinsicht weit überlegen. Im Zuge des technolo- maten“ gut eineinhalb Jahre lang planerisch vorbereitet und ingischen Generationswechsels, der im Frühjahr 2011 erfolgreich der Durchführung begleitet.abgeschlossen werden konnte, erhöhte sich die Zahl der imWiesbadener Stadtgebiet eingesetzten Geräte von 54 auf 60. Dem Startschuss zur großen Fahrausweisautomaten-Aus- tauschaktion, der am 1. November 2010 mit der offiziellendies sind die sechs neu hinzugekommenen Standorte: Inbetriebnahme des ersten neuen Geräts am Bussteig A vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof erfolgte, schloss sich ein mehrwö-· Haltestelle „Friedenstraße“ (Südost) chiger Probebetrieb an, dem zunächst zehn der neuen Auto-· Haltestelle „Ginsterweg“ (Auringen) maten unterzogen wurden. Parallel dazu wurden alle Fahrgäste· Haltestelle „Hermann-Löns-Straße“ (Schierstein) herzlich eingeladen, ihre Praxiserfahrungen im Umgang mit den· Haltestelle „Kirschenbergstraße“ (Medenbach) ersten neuen Geräten per E-Mail an ESWE Verkehr zu melden,· Haltestelle „Nordstrander Straße“ (Sauerland) woraufhin das Unternehmen durchweg positive Kommentare· Haltestelle „Stiegelstraße“ (Kloppenheim) registrieren konnte.die neuen Fahrausweisautomaten zeichnen sich im Wesent-lichen durch folgende nutzerfreundliche Innovationen aus: EnGES nETZ an VOrVErKauFSSTELLEn Im Berichtsjahr konnte die Zahl der externen Vorverkaufsstellen· variable Bezahlwege: konstant bei etwa 75 Stück gehalten werden. Mit dieser Versor- Sowohl Barzahlung als auch die Zahlung per EC- oder Kredit- gungsdichte – bis in alle Vororte der Landeshauptstadt hinein – karte sind möglich. liegt Wiesbaden weiterhin weit über dem Niveau vergleichbarer· intelligente nutzerführung: Städte. Als „niedrigschwelliger“ Zugang zum Fahrausweisan- Dem Fahrgast wird intuitiv der Weg zum Kauf des gewünsch- gebot des Wiesbadener ÖPNVs stellt das engmaschige Netz der ten Fahrscheins aufgezeigt. Vorverkaufsstellen ein wichtiges Werkzeug im vertrieblichen· einfache Handhabung: Instrumentarium der ESWE Verkehrsgesellschaft dar. Der tastsensible Touchscreen-Bildschirm präsentiert dem Nutzer jeden Schritt des Fahrscheinkaufs auf anschauliche Weise.· fremdsprachige Erläuterungen: Der Automat erklärt dem Fahrgast den Bedienvorgang wahl- weise auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Türkisch.· flexible Informationsmöglichkeiten: Der Tast-Bildschirm lässt sich auch als Info-Display nutzen, das dem Fahrgast aktuelle Hinweise, etwa hinsichtlich des Einsatzes von E-Wagen, anzeigt.Doch nicht nur für die Fahrgäste, auch für ESWE Verkehr brachtedie Einführung der neuen Automaten deutliche Vereinfa-chungen mit sich, vor allem in punkto Wartung: Per „Ferndiagno-se“ kann der Funktionszustand des Geräts ständig abgefragt unddamit sekundenschnell festgestellt werden, ob beispielsweisenoch genügend Papier zum Ausdrucken der Tickets vorhanden istoder ob die Menge des Wechselgeldes noch ausreicht. Intelligente Nutzerführung: Das Display eines neuen Fahrausweisautomaten
  • 28. 28 Betriebsbereiche Kundenkommunikation Neben den genannten Interaktiv-Funktionen begann ESWEs In- ternet- und Social-Media-Manager im Berichtsjahr auch mit dem nEuEr InTErnETauFTrITT mIT COmmunITY- und Konzipieren der Präsenz des Verkehrsunternehmens in sozialen „WEB 2.0“-FunKTIOnEn Online-netzwerken wie Facebook und Twitter; auch ein eigener Der neue Internetauftritt von ESWE Verkehr, der im September ESWE-Kanal auf der Videoplattform YouTube trat ins konkrete 2010 erstmals online ging, brachte neben zahlreichen innova- Planungsstadium ein. tiven Neuerungen (siehe dazu auch Seite 17) auch einen zusätzlichen Kommunikationskanal mit sich: das neue „Fahr- Weitere Planungen betrafen den kurz vor Jahresende neu gastForum“. geschaffenen „ESWE Verkehr LiveTicker“, eine stets genaue Echtzeit-Statusanzeige sämtlicher Wiesbadener Buslinien. Über Das „FahrgastForum“, das schrittweise die Funktionen des bis- seine feste Platzierung auf der Startseite von eswe-verkehr.de herigen ESWE-Fahrgastbeirates übernehmen soll, fußt auf drei hinaus soll der „LiveTicker“, der jederzeit aktuell anzeigt, ob die Grundpfeilern: Linien störungsfrei fahren oder ob es womöglich Beeinträchti- gungen im Linienbetrieb gibt, schon bald auch als „App“, also als · Beim „FahrgastForum persönlich“ trifft man sich sechs Mal pro Anwendung für internetfähige mobile Endgeräte zur Verfügung Jahr am ESWE-Firmensitz zu öffentlichen Gesprächen, für die stehen. kein bestimmtes Thema vorgegeben ist und an denen jeweils bis zu 25 ÖPNV-Interessierte ganz ungezwungen teilnehmen Auf welche Weise die Funktionen des neuen Internetauftritts können. auch unternehmensintern nutzbringend eingesetzt werden · Wer seine Anregungen oder Kritik lieber bequem vom Arbeits- können, zeigt anschaulich das im Online-Forum eingerichte- platz oder von zu Hause aus an ESWE Verkehr kommunizieren te Themenforum „Anregungen, Ideen und Wünsche für den und so mit der Verkehrsgesellschaft in einen elektronischen Aus- nächsten Fahrplanwechsel“. Es wurde unmittelbar nach dem tausch treten möchte, kann das „FahrgastForum online“ nutzen. Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 eröffnet und bot allen Hierfür muss sich der Fahrgast nur auf der Website im ÖPNV-Interessierten die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mit den Community-Bereich „Meine ESWE“ kostenlos registrieren – erfolgten Fahrplanänderungen kundzutun, diese Erfahrungen schon hat er via Online-Forum einen schnellen Draht zu den interaktiv mit anderen Fahrgästen zu diskutieren und außerdem ESWE-Mitarbeitern, die ihm zeitnah und kompetent antworten den ESWE-Verkehrsplanern schon mit Blick auf den kommenden und weiterhelfen. Fahrplanwechsel im Dezember 2011 auf dem Online-Weg Vor- · Noch direkter ist der Kontakt zu ESWE Verkehr bei den persön- schläge für weitere Fahrplan-Optimierungen zu unterbreiten. lichen Online-Experten-Chats im „FahrgastForum direkt“. Sechs Mal im Jahr stehen hier verantwortliche Experten der GEBurTSTaG dEr FaHrGaST- und mITarBEITErZEITSCHrIFT Verkehrsgesellschaft in einem interaktiven Live-Chat auf INFOMOBIL eswe-verkehr.de in Echtzeit jeweils zu einem Schwerpunkt- Die kombinierte Kunden- und Mitarbeiterzeitschrift INFOMOBIL, thema Rede und Antwort. die regelmäßig ein Mal je Quartal erscheint, konnte im Berichts- jahr ihr fünfjähriges Bestehen feiern. Das im Jahr 2006 aus der Zentraler Bestandteil der im Berichtsjahr erheblich intensivierten Taufe gehobene Magazin war damals die erste eigenstän- Online-Aktivitäten von ESWE Verkehr ist der etwa ein Mal pro dige Zeitschrift von ESWE Verkehr überhaupt und markierte Monat erscheinende E-mail-newsletter. Für den kostenlosen den Ausgangspunkt der umfassenden kundenorientierten Bezug des stets aktuellen elektronischen Infobriefs kann man „Kommunikationsoffensive“ des Unternehmens. sich auf der Internetseite im Community-Bereich „Meine ESWE“ anmelden. Aus Anlass des kleinen Jubiläums führte die INFOMOBIL-Redaktion eine Leserumfrage durch, die unter anderem folgende Ergebnisse Ebenfalls zu einem beliebten Angebot innerhalb des neuen Web- zutage förderte: Auftritts entwickelte sich die Wiederseh- und Kennenlernrubrik · Jeweils etwa ein Drittel der Befragten liest jede INFOMOBIL- „augenBlicke“. Sie trägt der Tatsache Rechnung, dass es gar nicht Ausgabe etwa eine halbe Stunde oder bis zu einer Stunde lang. selten vorkommt, dass sich zwei Fahrgäste unbekannterweise in · 78 Prozent der Befragten finden den quartalsweisen Veröffent- einem Bus begegnen, sich irgendwie anziehend finden, sich aber lichungsturnus genau richtig; 18 Prozent wünschen sich sogar nicht trauen, den jeweils anderen anzusprechen. „Suchen und ein häufigeres Erscheinen. gefunden werden“ lautet demzufolge die „AugenBlicke“-Devise: · 77 Prozent der Umfrageteilnehmer beurteilten die Themenaus- Womöglich entsteht aus einer auf eswe-verkehr.de veröffentlich- wahl als „gut“ oder „sehr gut“. ten Suchanzeige ja tatsächlich die Liebe fürs Leben, vielleicht aber · Jeweils rund 83 Prozent der Antwortenden bewerteten den auch „einfach nur“ eine gute neue Bekanntschaft. Textstil und das Layout mit „gut“ oder „sehr gut“. · Gut informiert über den Nahverkehr in Wiesbaden fühlen sich knapp drei Viertel der Befragten.
  • 29. Betriebsbereiche 29Mit zwei besonderen Aktionen gelang es im INFOMOBIL-Jubi- VErBESSErunGSmanaGEmEnT nEu ETaBLIErTläumsjahr, die Leserschaft zum aktiven Mitmachen zu animie- Ebenfalls zum Maßnahmenbündel der qualitativ wie auchren: Ein Fotowettbewerb zum Thema „Motive rund um den quantitativ verbesserten Kundenkommunikation gehört dieWiesbadener ÖPNV“ stieß am Jahresanfang auf große Resonanz; Einrichtung eines festen Verbesserungsmanagements, die imGleiches galt für das im Herbst veranstaltete Gewinn- und Such- Berichtsjahr realisiert wurde. Ein eigens für diesen Aufgabenbe-spiel, bei dem bestimmte Inhalte auf der neuen ESWE-Internet- reich zuständiger ESWE-Verkehr-Mitarbeiter, der gleichzeitig alsseite aufgefunden werden mussten. Beauftragter für Qualitäts-Controlling fungiert, stellt seither sicher, dass Fahrgäste, die eine Beschwerde äußern, eine ebenso schnelle wie fachlich korrekte Antwort erhalten.TELEFOnaKTIOn aLS „dIrEKTEr draHT Zum FaHrGaST“Auch eine gemeinsam mit dem „Wiesbadener Kurier“ durchge-führte Telefonaktion diente im Berichtsjahr der unmittelbarenund unverblümten Kommunikation zwischen ESWE Verkehr undihren Kunden. Gut anderthalb Stunden lang standen am18. Januar vier führende ESWE-Repräsentanten – der Technischeund der Kaufmännische Geschäftsführer, der Fachbereichsleiterfür Verkehrsplanung und Verkehrssteuerung sowie der für Tarif-und Fahrpreisentwicklung zuständige Experte – Dutzenden vonAnrufern Rede und Antwort, wobei sich Lob und Kritik in etwa dieWaage hielten.Während es in vielen Fällen einfach nur galt, Informationslückenzu schließen oder Missverständnisse aufzuklären, und währendmanch andere der von den Anrufern vorgetragenen Ideen undAnregungen zunächst auf ihre rechtliche oder wirtschaftlicheUmsetzbarkeit geprüft werden musste, führte die Telefonaktionan anderer Stelle zu einem sehr zügigen Resultat im Sinne einerfahrgastfreundlichen Erweiterung des Linienangebots: Demkonkreten Vorschlag eines Anrufers folgend, endete der Bus derLinie 22, der früh um 6:35 Uhr in Niedernhausen-Oberjosbachabfuhr, ab dem 12. April 2010 nicht mehr wie früher am Platzder deutschen Einheit, sondern fuhr weiter bis zur HochschuleRheinMain.
  • 30. 30 Betriebsbereiche Marketingaktivitäten ESWE VErKEHr BEIm WEInFEST „unVErZICHTBar“ VErEInFaCHTE GüLTIGKEITSVErLänGErunG dEr An zehn Tagen wurden an 95 Ständen gut 1.000 unterschiedliche „CLEVErCard“ Weine kredenzt: Die Rheingauer Weinwoche auf Schlossplatz, Dass man, wenn man ein Fahrscheinprodukt erfolgreich vermark- Marktplatz und Dern’schem Gelände war im Berichtsjahr aber- ten möchte, die Hürden für die potenziellen Käufer nicht unnötig mals ein großer Erfolg. Auch für ESWE Verkehr: Nutzten während hoch aufbauen sollte, liegt eigentlich auf der Hand … der Weinwoche doch mehr als 21.000 Besucher die Möglichkeit, als Käufer des speziellen, besonders preisgünstigen „Weinfest- Bei der „CleverCard“, dem speziellen Ticketangebot für Schüler Tickets“ oder aber als Abo-Inhaber ihren Gratis-Sekt bei einem der und Auszubildende, bestand das von ESWE Verkehr initiierte – fünf ESWE-Partner-Weingüter zu genießen. Auch die Auslastung und von manch anderem Verkehrsunternehmen kurze Zeit später der öffentlichen Verkehrsmittel rund ums Weinfest war äußerst übernommene – „Hürden-Einreißen“ im Berichtsjahr darin, dass zufriedenstellend: Noch mehr Feierfreudige als im Vorjahr der Kunde seine „CleverCard“ nun nicht mehr jedes Jahr aufs Neue nutzten die Busse von ESWE Verkehr, um dem „autofreien Reben- bestellen muss, sondern dass er die Gültigkeit seiner Karte fortan saftgenuss“ zu frönen. ganz bequem von zu Hause aus verlängern lassen kann. Dass die Rheingauer Weinwoche zu den stimmungsvollsten Zu diesem Zweck ließ ESWE Verkehr – so einfach wie wirksam – Veranstaltungen Wiesbadens zählt, wurde nicht zuletzt auf der all ihren „CleverCard“-Kunden ein Schreiben zukommen, auf dem Gemeinschaftsbühne von „Rockland Radio“ und ESWE Verkehr die vorgedruckten Daten des Nutzers, falls notwendig, korrigiert deutlich, die auch 2010 mit allerhand Programm aufwartete: werden konnten, woraufhin das Schreiben nur noch, selbstverständ- Täglich von 14 bis 22 Uhr gaben sich musikalische Show-Acts, lich portofrei, an ESWE zurückgeschickt werden musste –fertig. heimische Winzer und lokale Sportgrößen das Mikrofon in die Hand und ließen die Weinfestbesucher mittanzen, mitkosten und mitjubeln. Welch bedeutende Rolle ESWE Verkehr bei der Rheingauer Wein- woche mittlerweile spielt, belegen Äußerungen von Vertretern der Stadt Wiesbaden, also des Weinfest-Veranstalters, die im Berichtsjahr die Präsenz der Verkehrsbetriebe als „unverzichtbar“ bezeichneten. TopThema im Fahrgastmagazin INFOMOBIL, Ausgabe 4/10: 60 Mal „Freundlich hoch vier“ „Fahrausweisautomaten-Austauschaktion“ – mit diesem wartungsfreundlich. Das erste der insgesamt 60 neuen Ge- Bandwurmwort ist eigentlich schon alles gesagt: Seit Anfang räte wurde am 1. November am Bussteig A vor dem Wiesbade- November, und noch bis Frühjahr 2011, tauscht ESWE Verkehr ner Hauptbahnhof, einem der wichtigsten Knotenpunkte des in Wiesbaden alle 54 alten Fahrscheinautomaten gegen neue öffentlichen Nahverkehrs in der Landeshauptstadt, offiziell in Hightech-Geräte aus. Mehr noch: Auch sechs Haltestellen, Betrieb genommen. die bislang ohne Fahrausweisautomat auskommen mussten, erhalten nun einen „Ticketspender“. Dieses Datum markierte gleichzeitig den Auftakt zu einem gründlichen Probebetrieb, dem insgesamt zehn der neuen „Freundlich hoch vier“: Dieses Motto umschreibt die Vorteile Geräte seitdem unterzogen wurden; danach wird mit dem der neuen Fahrkartenautomaten-Generation treffgenau – Aufbau der weiteren Geräte fortgefahren. sind die neuen Geräte im Vergleich zu ihren gut 15 Jahre alten Vorgängermodellen doch nicht nur sehr viel bedienungs- und Weitere Informationen zu diesem Thema hält der vorlie- nutzer-, also kundenfreundlicher, sondern auch besonders gende Geschäftsbericht auf Seite 27 bereit.
  • 31. Betriebsbereiche 312000 bis 2010:Fahrgastkommunikation ist keine Einbahnstraße mehrIn Vertrieb, Marketing und Kommuni- an Kommunikationskanälen und -gele- Hauptbahnhof haben – zusammen mitkation zeigt der Rückblick auf das erste genheiten an; sie reichen von der tradi- dem engmaschigen Vorverkaufsstellen-Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ei- tionellen telefonischen Kunden-Hotline Netz sowie den seit 2010 erneuertennen grundlegenden Bedeutungswandel über persönliche Vor-Ort-Präsenzen bis Fahrausweisautomaten – entscheidendim Umgang mit den Fahrgästen. In ganz hin zu sozialen Online-Netzwerken. All zur Optimierung der Vertriebsstruk-vielen Facetten und anhand zahlreicher diese Kommunikationsmöglichkeiten turen beigetragen.Beispiele wird deutlich, dass jene Zeiten, eint, dass sie über einen offenen Rückka-in denen der Fahrgast als Antrag- oder nal für Kundenmeinungen verfügen – Alle genannten Aspekte, die seit etwagar als Bittsteller gesehen wurde, die Zeiten, in denen Fahrgastkommuni- der Mitte des vergangenen Jahrzehntsendgültig der Vergangenheit angehö- kation eine Einbahnstraße vom Ver- unter dem Dachbegriff „Kundenoffen-ren. Der Fahrgast ist heute vielmehr der kehrsunternehmen zum Busnutzer war, sive“ zusammengefasst wurden, habenKunde, dem das Verkehrsunternehmen sind definitiv vorbei. in ihrem Zusammenwirken erreicht,proaktiv entgegenzukommen hat – mit dass der ÖPNV in Wiesbaden heuteumfassenden Informationen, mit Auch die seit dem Jahr 2008 erfolgte mehr denn je als attraktiv gilt und einindividuellen Beratungsangeboten, Neuaufstellung der innenstädtischen deutlich positiveres Image genießt alsmit bequemen Möglichkeiten des Fahr- Verkaufs- und Beratungsstellen ist noch zu Beginn der Dekade.scheinkaufs etc. Ausdruck der neuen „Hinwendung“ zum Fahrgast.ESWE Verkehr bietet ihren Kunden heute –nicht zuletzt infolge des technischen Die neue Mobilitätszentrale im Luisen-Fortschritts, vor allem der „digitalen Re- Forum und die beiden modernisiertenvolution“ – eine nie dagewesene Vielfalt Mobilitätsinfos am Luisenplatz und am
  • 32. 32 Betriebsbereiche Personalwesen · · Neu hinzugekommene Mitarbeiter: 7 Ausländische Mitarbeiter: 31 (5,9 Prozent) · Schwerbehinderte Mitarbeiter: 51 (9,7 Prozent) · Durchschnittsalter der Beschäftigten: 49 Jahre Personalstruktur und -statistik · Neu eingestellte Auszubildende: 5 · Nach Ausbildung übernommene Auszubildende: 3 (Stand: 31.12.2010, sofern nicht anders angegeben) · Krankheitsbedingte Fehlzeiten (Jahresdurchschnitt): 9,5 Prozent · Belegschaftsstärke: 524 Mitarbeiter · Bezahlte Überstunden: 16.161 (davon 382 Betriebsangestellte und 142 Angestellte) · Belegschaftsstärke (Jahresmittel): 529 Mitarbeiter (Informationen zum Personalaufwand: siehe Seite 49) · Vollzeitarbeitsverhältnisse: 493 · Teilzeitarbeitsverhältnisse: 31 Zugehörigkeit der Mitarbeiter zu den Fachbereichen, Stabsstellen und anderen Unternehmensbereichen (Stand: 31.12.2010) * Weitere 253 Busfahrer waren zum Stichtag bei der Schwestergesellschaft WiBus GmbH angestellt, die insgesamt 260 Mitarbeiter beschäftigte. ** zuzüglich 15 Auszubildende (Kfz-Mechatroniker) *** zuzüglich fünf Auszubildende (kaufmännische Berufe) **** zuzüglich 21 saisonal beschäftigte studentische Aushilfskräfte ***** Zusätzlich waren bei der ESWE Verkehr Service GmbH zum Stichtag acht eigene Mitarbeiter angestellt.
  • 33. Betriebsbereiche 33Dank und Würdigung Um eine verbesserte Kommunikation mit den Fahrdiensmitar- beitern zu erzielen, wurden die Leiter der Fahrdienstgruppen2010 verließen insgesamt 20 Beschäftigte das Unternehmen: im Berichtsjahr abermals auch im Rahmen der Fortbildung un-13 gingen in Rente oder traten die Altersteilzeit-Freizeitphase terstützend tätig. Auch die Einführung eines „Qualitätstages“,an, sechs schieden infolge von Kündigung aus, ein Beschäftigter bei dem die Fahrlehrer den Fahrern direkt auf den Fahrzeugenverstarb. als Ansprechpartner und unmittelbare „Feedback-Geber“ zur Verfügung standen, erwies sich als erfolgreiche Fortbildungs-23 Mitarbeiter konnten im Berichtsjahr ihr 25-jähriges Dienst- maßnahme. Gleiches gilt für die im Berichtsjahr intensiviertejubiläum feiern, fünf Mitarbeiter blickten auf 40 Jahre Betriebs- Betreuung speziell der Jungfahrer.zugehörigkeit zurück, und bei einem Mitarbeiter lag sein Dienst-antritt sogar 50 Jahre zurück. All ihnen, wie auch den Mitgliedern Tarifvertragdes Betriebsrates sowie der gesamten Belegschaft, gilt der Dankdes Unternehmens für ihre Leistungen und ihr Engagement. Ende Juli 2010 einigten sich die hessischen Tarifvertragsparteien auf die Einführung des „TV-N“ (Tarifvertrag Nahverkehr), derIm Jahr 2010 musste die ESWE Verkehrsgesellschaft Abschied dann rückwirkend zum 1. Juli in Kraft trat. In der Folge musstenvon einem aktiven Mitarbeiter sowie von neun verstorbenen alle Mitarbeiter der ESWE Verkehrsgesellschaft tariflich neuPensionären nehmen. Das Unternehmen wird ihnen ein ehren- eingruppiert werden, wobei erworbene Besitzstände zu wahrendes Gedenken bewahren. waren. Aus der Einführung des „TV-N“ – der im Übrigen nur noch Arbeitnehmer, also keine Arbeiter und Angestellten mehr kennt –Personalakquisition ergab sich außerdem die Notwendigkeit, viele der unternehmens- internen Betriebsvereinbarungen anzupassen.Die Personalakquisition war im Berichtsjahr geprägt von einemErsatz- und Mehrbedarf an qualifizierten Fachkräften in der Ver- EVS GmbHwaltung (sieben Personen). In den Servicebereichen Marketing(Fachbereich Rechnungswesen und Vertrieb) sowie Neroberg- Zum 1. Januar 2010 wurde in Gestalt der ESWE Verkehr Servicebahn kamen 21 Aushilfskräfte zum Einsatz, darunter fünf neu GmbH (EVS) eine neue Tochtergesellschaft der ESWE Verkehrsge-eingestellte. sellschaft ins Leben gerufen. In ihr wurde zunächst der Aufga-Fünf junge Leute traten im Berichtsjahr ihre Berufsausbildung benbereich der Fahrausweisprüfung zentral zusammengefasst,bei ESWE Verkehr an. Drei von ihnen werden in der Werkstatt zu in dem traditionsgemäß ehemalige Busfahrer tätig sind, dieKfz-Mechatronikern ausgebildet, zwei haben ihren Einsatzort im diesen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausü-Verwaltungsbereich: als Industriekauffrau bzw. als Kaufmann ben können. Neben der Fahrscheinkontrolle sollen künftig auchfür Dialogmarketing. andere Betriebsbereiche, etwa die Pförtnerei und der Betriebs- schutz, schrittweise in das neue Tochterunternehmen ausgela-Beim Fahrpersonal kam es 2010 zu insgesamt 44 Neueinstel- gert werden.lungen (inkl. Aushilfen). Darunter befanden sich 27 Personen,die in Kooperation mit der Kommunalen Arbeitsvermittlung der Auch um externe Auftraggeber warb und wirbt die neue GmbH:Landeshauptstadt Wiesbaden und den Sozialversicherungsträ- So wurde ein EVS-Mitarbeiter im Berichtsjahr der Stadt Wiesba-gern in der ESWE-eigenen Fahrschule zu Busfahrern ausgebildet den zur Verfügung gestellt, um städtische Angestellte bei derwurden, um anschließend bei der ESWE-Schwestergesellschaft Leerung von Parkscheinautomaten zu unterstützen.WiBus eingesetzt zu werden. Am Ende des Berichtsjahres beschäftigte die ESWE VerkehrFahrer-Aus- und Fortbildung Service GmbH insgesamt 29 Mitarbeiter – alle in unbefristeten Arbeitsverhältnissen. 21 der Mitarbeiter wurden von der Mut-Neben der Ausbildung von 27 Berufsneueinsteigern (siehe oben) tergesellschaft gestellt, die anderen acht waren von der Mainzerstand für die Fahrschule der ESWE Verkehrsgesellschaft im Verkehrsservice GmbH übernommen worden.Berichtsjahr abermals die Fortbildung der Busfahrer im Mit-telpunkt ihrer Tätigkeit. Die vom seit 2008 EU-weit geltendenBerufskraftfahrerqualifizierungs-Gesetz vorgegebenen Schu-lungsmodule stellten hierbei die zentralen Lerninhalte dar.
  • 34. 34 Betriebsbereiche 2000 bis 2010: aufbau eines eigenständigen Personalbereichs Im Personalbereich ist der Rückblick auf fischen Aufgaben befasst waren, zu- Personal weitere Meilensteine des das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhun- ständigkeitshalber zur Verkehrs GmbH Jahrzehnts dar. In seiner Funktion als derts geprägt von der Tatsache, dass es wechselten. Mit diesem personellen klassische Querschnittsaufgabe ver- bei der Gründung der ESWE Verkehrs- Zuwachs ging ein erheblich vergrößerter steht sich der Personalbereich heute gesellschaft im Jahr 2000 zunächst gar Personalverwaltungsaufwand einher, mehr denn je auch als Dienstleister nach keine eigene Personalabteilung gab – wodurch sich sowohl aus Wirtschaft- innen, dessen interne Kunden die ande- die Personalarbeit wurde anfangs von lichkeits- als auch aus Effizienzgründen ren Fachbereiche und die Stabsstellen der ESWE Versorgungs AG mit übernom- das Erfordernis ergab, bei ESWE Verkehr des Unternehmens sind. men, bei der bis zum Jahr 2000 rund 100 einen eigenständigen Personalbereich Mitarbeiter in der verkehrsspezifischen zu etablieren – was dann, insbesondere Verwaltung eingesetzt waren. Das in den Jahren ab 2003, kontinuierlich Unternehmen ESWE Verkehr begann je- geschah. doch zügig zu wachsen: zum einen, weil nicht zuletzt infolge der Aufkündigung Die Gründung des Schwesterunter- von Subunternehmerleistungen Perso- nehmens WiBus im Jahr 2004 sowie die nal neu eingestellt wurde; zum anderen, ESWE-interne Reorganisation im Jahr weil mehr und mehr Mitarbeiter der 2008, die unter anderem zur Eingliede- Versorgungs AG, die dort ausschließlich rung der Fahrschule in den Personal- oder überwiegend mit verkehrsspezi- bereich führte, stellten im Fachbereich Viel mehr als nur Mitarbeiterverwaltung: Tanja Maisano, Herbert Misof und ihre Kollegen vom Fachbereich Personal erfüllen vielfältige Aufgaben
  • 35. Betriebsbereiche 35 Rechnungswesen Fremdleistungen In seiner Eigenschaft als klassische Querschnittsaufgabe oblag Abrechnungssysteme es dem Rechnungswesen auch im Jahr 2010, als interner Dienst- leister die anderen Fachbereiche und Stabsstellen der ESWE Die betriebsinternen Abrechnungssysteme der ESWE Verkehrs- Verkehrsgesellschaft bei der Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben gesellschaft wurden im Berichtsjahr an zwei entscheidenden zu begleiten und zu unterstützen. Stellen optimiert: Ebenfalls gehörten zu den vom Rechnungswesen erbrachten unterstützenden Tätigkeiten auch 2010 wieder die von diversen· Zum einen kam ein neues IT-Programm für die Verwaltung der externen Stellen in Anspruch genommenen kaufmännisch- Abonnementkunden erstmals zum Einsatz. Vor dem Hinter- buchhalterischen Services. Zu den externen Kunden zählten grund, dass die bis dahin eingesetzte Kundenverwaltungs-Soft- im Berichtsjahr abermals die Schwestergesellschaft WiBus, der ware nach gut 15 Nutzungsjahren zum einen ziemlich veraltet Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden (VMW) sowie verschiedene und an den Grenzen ihrer Leistungskapazität angelangt war, Ämter und Einrichtungen der Wiesbadener Stadtverwaltung. und dass zum anderen immer weniger IT-Mitarbeiter zur Verfü- gung standen, die sich mit der Administration und der Wartung des in die Jahre gekommenen Programms auskannten, hatte Dieselpreis-Absicherung sich ESWE Verkehr für die Anschaffung einer neuen, zeitge- mäßen Verwaltungs-Software entschieden. Zu deren Anforde- Das erstmals im Jahr 2009 eingesetzte Instrument der Diesel- rungsprofil gehörten sowohl moderne Datenbank-Standards preis-Absicherung mittels mehrerer „Swap“-Geschäfte leistete als auch die Möglichkeit zur reibungslosen Einbindung von auch im Berichtsjahr wieder einen wichtigen Beitrag zur posi- Vertriebs-, Controlling- und Finanzbuchhaltungs-Funktionen. tiven wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens. Dank der Da sich jedoch die am Markt erhältlichen Lösungen als entweder mit verschiedenen Banken abgeschlossenen „Swap“-Verträge, erheblich zu groß oder als deutlich zu klein herausstellten, ent- die vor dem Hintergrund einer zunehmend sprunghaften, kaum schloss man sich, eine Eigenentwicklung auf Basis der Standard- noch vorhersehbaren und nicht mehr den Gesetzen der Markt- Software SAP an den Start zu bringen. Dieser von ESWE Verkehr wirtschaft gehorchenden Entwicklung der Dieselpreise initiiert eingeschlagene Weg – ein bei Software-Eigenentwicklungen worden waren, gelang es, die Kraftstoffkostensituation der eher selten beschrittener – führte schlussendlich erfolgreich ESWE Verkehrsgesellschaft auch im Jahr 2010 im kalkulierbaren zum Ziel: Das neu implementierte System erfüllt mit seinem Rahmen zu halten. hohen Maß an Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Reakti- onsschnelligkeit alle Voraussetzungen, um nicht nur aktuell, Das Instrument der Dieselpreis-Absicherung stellt praktisch eine sondern auch in Zukunft eine Abonnentenkunden-Verwaltung Art „Versicherung“ gegen unerwartete, spekulationsbedingte auf höchstem Niveau zu gewährleisten. Preisschwankungen dar. ESWE Verkehr konnte somit im Be- richtsjahr über einen langen Zeitraum mit einem unveränderten· Zum anderen brachte die gegen Ende des Berichtsjahres in Einkaufspreis kalkulieren und gewann dadurch ein Mehr an Planungssicherheit, was letztlich zur wirtschaftlichen Solidität Dienst gestellte neue Generation der Fahrausweisautomaten (siehe dazu auch Seite 27) auch und gerade hinsichtlich der Ein- des Unternehmens beitrug. Angesichts der enormen Dimension nahmenabrechnung deutliche Vorteile mit sich. Da die neuen der Kraftstoffkosten, die bei den Verkehrsbetrieben jedes Jahr zu Geräte – anders als ihre betagten Vorgängermodelle – über die Buche schlagen – die rund 230 Busse verbrauchen jährlich insge- Möglichkeit des Datentransfers via GPRS verfügen, stehen die samt etwa 5,5 Mio. Liter Diesel –, liegen die Vorteile der Risikomini- durch den Fahrscheinabverkauf an den Automaten generierten mierung, die die Dieselpreis-Absicherung mit sich bringt, auf der Verkaufsdaten dem Unternehmen nun sehr viel früher zur Hand. Daher entschloss sich das Unternehmen im Berichtsjahr, Verfügung, was in der Buchhaltung zur Beschleunigung und dieses stabilisierende Finanzinstrument auch im kommenden Vereinfachung der abrechungsrelevanten Abläufe beiträgt. Jahr 2011 einzusetzen.
  • 36. 36 Betriebsbereiche 2000 bis 2010: aufbau eines eigenständigen Rechnungswesens Der Rückblick auf das erste Jahrzehnt Schrittweise überführte das neue Zu den Kernaufgaben des Rechnungs- des neuen Jahrhunderts ist im Rech- Unternehmen ESWE Verkehr in den wesens bei ESWE Verkehr gehörte im nungswesen gekennzeichnet von der Folgejahren die Aufgaben und Zustän- vergangenen Jahrzehnt – und gehört Tatsache, dass es bei der Gründung der digkeiten des Rechnungswesens in auch weiterhin – die regelmäßige und ESWE Verkehrsgesellschaft im Jahr 2000 seine eigene Regie, wobei von Beginn an kontinuierliche Untersuchung der zunächst gar keine eigene Finanzbuch- großer Wert darauf gelegt wurde, unter Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. haltung, geschweige denn ein Control- der Maßgabe „schlanke Verwaltung“ ein Hierbei spielt das sogenannte „K4- ling nach heutigem Verständnis gab. kleines, schlagkräftiges Team aufzubau- Kriterium“ eine entscheidende Rolle: Es Die kaufmännischen Aufgaben wurden en. Zu diesem Team stießen vor allem in bescheinigt den Status des „wirtschaft- anfangs noch von der ESWE Versor- der ersten Hälfte des Jahrzehnts meh- lich durchschnittlich gut geführten gungs AG mit übernommen, bei der rere Mitarbeiter der Versorgungs AG Unternehmens“. Zusammen mit der zu Beginn des Jahrzehnts ein Großteil hinzu, die dort zuvor für das verkehrs- alljährlichen externen Wirtschaftsprü- der verkehrsspezifischen Verwaltung spezifische Rechnungswesen zuständig fung stellt dieses Kriterium stets einen zunächst verblieben war. gewesen waren. der wichtigsten Prüfmaßstäbe dar. Nerobergbahn „geparkt“ worden waren, einen frischen Außenanstrich in den Traditionsfarben Narzissengelb und Blau. Außerdem wurden die bepolsterten Sitzbänke ausgebaut und durch Holzbänke ersetzt, Bei der von ESWE Verkehr betriebenen Nerobergbahn begann wie sie in der Entstehungszeit der anno 1888 eingeweihten Bahn das Berichtsjahr mit der umfangreichsten Renovierung, die zur Ausstattung der Wagen gehört hatten. das romantischste und gleichzeitig „schrägste“ Wahrzeichen Wiesbadens in den vergangenen 30 Jahren erlebt hat. Im Zuge der Mit wie viel Liebe zum Detail die Generalüberholung der Bahn mehrmonatigen Arbeiten – sie begannen bei tiefwinterlichen durchgeführt wurde, zeigt exemplarisch das Beispiel der Fens- Temperaturen und zogen sich bis ins Frühjahr hinein – erhielten terdichtungen: Diese waren bis Ende der 80er-Jahre von einem die beiden Bahnwaggons, die in einem Zelt unter freiem Himmel Unternehmen in Fulda produziert worden; mittlerweile jedoch Jubiläums-Fahrgäste: Ein Mitglied der Familie Eckelt aus Erbenheim war der 250.000. Nerobergbahn-Passagier des Jahres 2010. Bahnbetriebsleiter Dieter Sahm (links) und ESWEs Technischer Geschäftsführer Uwe Cramer (rechts) gratulierten
  • 37. Betriebsbereiche 37wurde die entsprechende Maschine mitsamt den Vorlagenschab- 5,4 Prozent. Diesen deutlichen Zuwachs verdankt die Bahn unterlonen an eine Firma in Tschechien verkauft. Nach aufwändigen anderem der weiter intensivierten Zusammenarbeit mit derRecherchen gelang es dem Team der Nerobergbahn, den tsche- Wiesbaden Marketing GmbH, die für die Vermarktung der Wies-chischen Betrieb ausfindig zu machen, woraufhin die benötigten badener Touristikangebote zuständig ist. Auch die verstärkteDichtungen dort bestellt werden konnten. Präsenz in den Medien – sowohl in Tageszeitungen als auch im Fernsehen – trug zur Steigerung der Passagierzahl bei.Drei Jahre vor ihrem großen Jubiläum – 2013 wird die Neroberg-bahn ihren 125. Geburtstag feiern – durchbrach die mit Wasser- Nicht zuletzt ist es aber auch die rund um die Bahn herrschendeballast angetriebene Drahtseil-Zahnstangenbahn im Berichts- stets freundliche und herzliche Atmosphäre, die viele Fahrgästejahr 2010 eine ideelle Schallmauer: Erstmals seit Jahrzehnten zu Stammnutzern hat werden lassen: Selbst wenn an einembeförderten die beiden Waggons mehr als eine Viertelmillion sonnigen Sommersonntag insgesamt mehr als 3.000 PersonenFahrgäste. Rund 256.000 Passagiere, darunter circa 80 Prozent befördert werden möchten, lassen sich die Bahnmitarbeiter denTouristen aus dem In- und Ausland, fuhren 2010 mit der Bahn Stress nicht anmerken – stattdessen haben sie immer ein Lächelnden Neroberg hinauf und wieder hinunter; das sind 13.000 mehr auf den Lippen und freundliche Worte auf der Zunge.als im Vorjahr und entspricht einem Fahrgastplus von etwa 2000 bis 2010: Erfolgreiches Maßnahmenbündel zur Bekanntheits- und Fahrgastzahlensteigerung Bei der Nerobergbahn zeigt der Rück- Brautpaare, sich hoch über den Dächern für das traditionsreiche Nerobergfest, blick auf das erste Jahrzehnt des neuen der Stadt in einem der Bahnwaggons das bereits seit den 90er-Jahren stets Jahrhunderts, dass dank des Einsatzes das Ja-Wort zu geben. am letzten Mai-Sonntag auf Wiesba- eines ganzen Bündels vielfältiger dens Hausberg stattfindet. Maßnahmen eine kontinuierliche Auch die Erneuerung und Erweiterung Steigerung der Bekanntheit und der des kleinen, im Gebäude der Talstation In technischer Hinsicht stellte die um- Fahrgastzahlen erreicht werden konnte. untergebrachten Nerobergbahn-Mu- fangreiche Streckensanierung, bei der Zu den wichtigsten der im Verlauf des seums im Jahr 2001 sowie die historisch in den Jahren 2003 bis 2005 der gesamte Jahrzehnts neu eingeführten Einzel- inspirierte Jubiläumsfeier zum 120. Bahn- Gleisoberbau (Schienen, Schwellen, maßnahmen zählen beispielsweise die Geburtstag anno 2008 gehören zu den Schotter etc.) erneuert wurde, einen der Technikführungen, bei denen interes- seit dem Jahrtausendwechsel erfolg- Höhepunkte des Jahrzehnts dar. sierten Besuchern die seit 1888 stö- reich realisierten Marketing-Aktivi- rungsfrei arbeitende Antriebstechnik täten. Gleiches gilt für das seit 2003 all- der Nerobergbahn erklärt wird, ebenso jährlich Ende Oktober veranstaltete wie die Möglichkeit für Wiesbadener große Halloween-Kinderfest wie auch
  • 38. 38 Jahresabschluss ESWEs Oldie-Bus auf VerbrecherjagdSelten war Busfahren in Wiesbaden so spannend:Auch 2010 feierte die Event-Reihe „Krimi im Bus“, in derenMittelpunkt der 1961 erbaute Daimler-Benz-Oldtimer-Bussteht, „mord(s)mäßige“ Erfolge
  • 39. Jahresabschluss 39JaHRESaBSCHlUSS für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010
  • 40. 40 Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember 2010 aKtiVa anhang 31.12.2010 31.12.2009 te te a. anlagevermögen (1) I. Immaterielle Vermögensgegenstände (2) 73 44 II. Sachanlagen (3) 35.821 33.223 III. Finanzanlagen (4) 440 492 36.334 33.759 B. Umlaufvermögen I. Vorräte (5) 393 424 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (6) 3.458 2.864 III. Kassenbestand und Guthaben (7) 275 1.241 bei Kreditinstituten 4.126 4.529 C. Rechnungsabgrenzungsposten (8) 31 13 40.491 38.301 PaSSiVa anhang 31.12.2010 31.12.2009 te te a. Eigenkapital (9) I. Gezeichnetes Kapital 1.500 1.500 II. Kapitalrücklage 2.305 2.305 3.805 3.805 B. Rückstellungen (10) 14.626 16.115 C. Verbindlichkeiten (11) 19.837 16.299 D. Rechnungsabgrenzungsposten (12) 2.223 2.082 40.491 38.301
  • 41. Jahresabschluss 41Gewinn- und Verlustrechnungfür die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 anhang 2010 2009 te te 1. Umsatzerlöse (13) 43.744 41.993 2. Bestandsveränderungen (14) 0 0 3. Andere aktivierte Eigenleistungen (15) 9 7 4. Sonstige betriebliche Erträge (16) 8.038 9.890 5. Materialaufwand (17) 22.992 20.376 6. Personalaufwand (18) 27.699 28.173 7. Abschreibungen (19) 5.063 4.537 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (20) 8.401 9.814 9. Zinsergebnis (21) -561 -351 10. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0 1 11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit - 12.925 - 11.362 12. Außerordentliche Aufwendungen (22) 888 0 13. Außerordentliches Ergebnis - 888 0 14. Sonstige Steuern (23) 31 33 15. Erträge aus Verlustübernahme (24) 13.844 11.395 16. Jahresergebnis 0 0
  • 42. 42 Jahresabschluss anHanG für das Geschäftsjahr 2010 der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2010 wird nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend Gesellschaften mit beschränkter Haftung aufgestellt. Es gelten gemäß § 267 Abs. 3 HGB die Bestimmungen für große Kapitalgesellschaften. Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vor- schriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung oder im An- hang anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt. Darüber hinaus sind der Klarheit der Darstellung wegen in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusam- mengefasst. Diese Posten sind in den weiteren Abschnitten des Anhangs gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB auf- gestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Mit der WVV Wiesbaden Holding GmbH besteht ein Ergebnisabführungsvertrag (Vertrag vom 29. August 2000). Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Das am 29. Mai 2009 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts, das sogenannte Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (im nachfolgenden „BilMoG“), ist in Bezug auf Ansatz- und Be- wertungsvorschriften erstmals auf den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2010 der Gesellschaft anzuwenden (Art. 66 Abs. 3 Satz 1 EGHGB). Von der Möglichkeit einer vorzeitigen Anwendung (Art. 66 Abs. 3 Satz 6 EGHGB) wurde kein Gebrauch gemacht. Die Einführung des BilMoG hat in der sogenannten BilMoG-Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2010 zu Bewertungs- und Ausweisänderungen von Bilanzposten des Vorjahres geführt. Eine Anpassung der Vorjahreszahlen im Rahmen der erstmaligen Anwendung ist nach Art. 67 Abs. 8 Satz 2 EGHGB unterblieben. Die entgeltlich von Dritten erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sind zu Anschaf- fungskosten erfasst und werden linear nach ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich planmäßiger Abschrei- bungen entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten; Fremdkapitalzin- sen sind nicht einbezogen. Erhaltene Kapitalzuschüsse werden bei den Zugängen gekürzt. Für die vor dem 1. Januar 2008 zugegangenen beweglichen Gegenstände des Sachanlagevermögens, insbesondere Fahrzeuge, die nicht dem Personenverkehr dienen, wurde vereinzelt aus steuerlichen Gründen (§§ 254, 279 Abs. 2 HGB a.F.) bisher die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Mit Inkrafttreten des BilMoG ist die umgekehrte Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbi- lanz zwar entfallen, die Gesellschaft hat sich jedoch entschieden, von dem in der Übergangsregelung nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB vorgesehenen Wahlrecht zur Fortführung der bisherigen Wertansätze unter Anwendung der für sie bis zum Inkrafttreten des BilMoG geltenden Vorschriften Gebrauch zu
  • 43. Jahresabschluss 43machen. Die degressive Abschreibung dieser Vermögensgegenstände, deren Restbuchwerte sichzum 31. Dezember 2010 auf insgesamt 33 Tb belaufen, wird daher fortgeführt. Im Vergleich zur line-aren Methode ergeben sich dabei nur unwesentliche Mehrabschreibungen.Abnutzbare bewegliche Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten vonbis zu 150 b, die einer selbstständigen Nutzung fähig sind, werden im Zugangsjahr aufwandswirk-sam erfasst. Bei Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 150 b und 1.000 b erfolgt die Akti-vierung auf Sammelposten. Diese werden im Wirtschaftsjahr der Bildung und den vier Folgejahrenmit jeweils einem Fünftel abgeschrieben.Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zu An-schaffungskosten bewertet. Verzinsliche Ausleihungen sind zum Nennwert, unverzinsliche zumBarwert angesetzt. Hierbei wird ein Zinssatz von 5,5 % p. a. zugrunde gelegt.Die Vorräte werden zu durchschnittlichen fortgeschriebenen Einstandspreisen unter Beachtungdes Niederstwertprinzips nach dem Grundsatz der Einzelbewertung angesetzt. Bestandsrisikenaufgrund verminderter Verwertbarkeit oder langer Lagerdauer wird durch angemessene Wertab-schläge Rechnung getragen.Bei den grundsätzlich zum Nennwert bilanzierten Forderungen und sonstigen Vermögensgegen-ständen wurden alle erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.Dem Ausfallwagnis bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird mit einer Pauschal-wertberichtigung in Höhe von 1 % des Nettoforderungsbestandes Rechnung getragen.Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bilanziert.Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigenErfüllungsbetrages angesetzt.Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entspre-chenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versiche-rungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit CreditMethod) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet.Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden pauschal mit dem von derDeutschen Bundesbank im Monat Dezember 2010 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatzder vergangenen sieben Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 5,15 %. Bei der Ermittlung der Rückstel-lungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungenvon 2,0 % und Rentensteigerungen von jährlich 2,0 % zugrunde gelegt.Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodellsgebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung einesRechnungszinssatzes von 3,75 % p.a. und auf der Grundlage der Richttafeln 2005 G von Dr. KlausHeubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Die Rückstellungen für Altersteilzeitwurden für zum Bilanzstichtag bereits abgeschlossene und zukünftige potenzielle Altersteilzeitver-einbarungen gebildet. Sie enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufeneErfüllungsverpflichtungen der Gesellschaft.Die Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen sind nach versicherungsmathematischen Grund-sätzen errechnet. Die Rückstellungen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank imMonat Dezember 2010 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen siebenJahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2HGB). Dieser Zinssatz beträgt 5,15 %. Die Preis- und Kostensteigerung wurde mit 1,59 % p. a. angenommen.
  • 44. 44 Jahresabschluss Die Gesellschaft hatte zum 31. Dezember 2009 Aufwandsrückstellungen nach § 249 Abs. 2 HGB, im Wesentlichen für Reparaturen bzw. Instandhaltungen, im Umfang von 6.620 Tb gebildet. Nach der Neuregelung durch das BilMoG besteht für diese Innenverpflich- tungen zwar künftig ein Passivierungsverbot, die Gesellschaft macht jedoch von dem in der Übergangsregelung von Art. 67 Abs. 3 Satz 1 EGHGB vorgesehenen Wahlrecht zur Beibehaltung und Fortführung der Rückstellungen unter Anwendung der bisherigen Rege- lungen Gebrauch Der Buchwert der zum 31.Dezember 2010 noch bilanzierten Aufwandsrückstellungen beträgt 4.899 Tb. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Unter den Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben bzw. Einnahmen erfasst, die Aufwand bzw. Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Die Aufgliederung und Entwicklung der in der Bilanz zusammengefassten Anlageposten zeigt der nachstehende Anlagespiegel. anSCHaFFUnGS- UnD HERStEllUnGSKOStEn aBSCHREiBUnGEn BUCHWERtE Vortrag zum Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am Vortrag zum Abschreibungen Abgänge Stand am 31.12.2010 31.12.2009 01.01.2010 31.12.2010 01.01.2010 des Geschäfts- 31.12.2010 jahres te te te te te te te te te te tei. immaterielle Vermögensgegenstände 767 41 24 0 784 723 12 24 711 73 44ii. Sachanlagen 1. Grundstücke und grundstücks- gleiche Rechte einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 16.038 174 272 67 16.007 11.781 274 272 11.783 4.224 4.257 2. Technische Anlagen und Maschinen 483 39 0 0 522 218 33 0 251 271 265 3. Fahrzeuge für Personenverkehr 47.548 5.077 2.897 5 49.733 24.825 4.120 2.897 26.048 23.685 22.723 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 11.668 424 668 0 11.424 7.963 624 633 7.954 3.470 3.705 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 2.273 1.990 20 -72 4.171 0 0 0 0 4.171 2.273 78.010 7.704 3.857 0 81.857 44.787 5.051 3.802 46.036 35.821 33.223Summe immaterielle Vermögens- 78.777 7.745 3.881 0 82.641 45.510 5.063 3.826 46.747 35.894 33.267gegenstände und Sachanlageniii. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen 100 0 0 0 100 0 0 0 0 100 100 Unternehmen 2. Beteiligungen 26 0 0 0 26 0 0 0 0 26 26 3. Sonstige Ausleihungen 366 55 108 0 313 0 0 0 0 313 366 492 55 108 0 439 0 0 0 0 439 492Summe Anlagevermögen 79.269 7.800 3.989 0 83.080 45.510 5.063 3.826 46.747 36.333 33.759
  • 45. Jahresabschluss 45(2) Immaterielle VermögensgegenständeBei den Zugängen in Höhe von 40,9 Ta handelt es sich vorwiegend um Lizenzen für Softwareprodukte von Office 2010.(3) SachanlagenDie Zugänge des Berichtsjahres in Höhe von 7.705 Ta betreffen im Wesentlichen Fahrzeuge für den Personenverkehr (5.076 Ta).Die Anlagen im Bau in Höhe von 1.990 Ta betreffen im Wesentlichen die Anschaffung neuer Fahrausweisautomaten (1.380 Ta).(4) Finanzanlagen name und Sitz der Gesellschaft Buchwert Kapital- Eigenkapital Jahresergebnis 31.12.2010 Anteil 31.12.2010 2010 te % te te anteile an verbundenen Unternehmen ESWE Verkehr Service GmbH, Wiesbaden 100 100,0 100 0 Beteiligungen Verkehrsverbund Mainz-Wiesbaden GmbH, Wiesbaden 26 50,0 51 0(5) Vorräte 31.12.2010 31.12.2009 te te Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe 393 424 393 424Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen handelt es sich um Lagermaterialbestände für denBetriebs- und Instandhaltungsbereich der Fahrzeuge der Gesellschaft.(6) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 31.12.2010 31.12.2009 te teForderungen aus Lieferungen und Leistungen 958 1.332Forderungen gegen verbundene Unternehmen 828 29Forderungen gegen Unternehmen, mit denenein Beteiligungsverhältnis besteht 73 79Forderungen gegen die Landeshauptstadt Wiesbaden 425 51Sonstige Vermögensgegenstände 1.174 1.373 3.458 2.864
  • 46. 46 Jahresabschluss Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen umfassen vorrangig Forderungen gegen die WVV Wiesbaden Holding GmbH aus der umsatzsteuerlichen Organschaft sowie der Verlustübernahmeverpflichtung. Darüber hinaus bestehen Forderungen gegen- über der ESWE Verkehr Service GmbH aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mit der Tochtergesellschaft. Die Forderungen gegen die Landeshauptstadt Wiesbaden betreffen im Wesentlichen den Liefer- und Leistungsverkehr. Die Verbindlich- keiten gegenüber der Landeshauptstadt Wiesbaden wurden in Höhe von 43 Tb saldiert. Innerhalb der sonstigen Vermögensgegenstände haben 35 Tb (Vorjahr: 31 Tb) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle übrigen Forderungen des Berichtsjahres und des Vorjahres haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. (7) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Der stichtagsbezogene Stand der liquiden Mittel beträgt 275 Ta (Vorjahr: 1.241 Ta). (8) Rechnungsabgrenzungsposten Der Posten betrifft im Wesentlichen Pensionszahlungen für Januar 2011 sowie Sponsoringzahlungen für das Jahr 2011. (9) Eigenkapital Das Gezeichnete Kapital beträgt am 31. Dezember 2010 1.500 Ta und wird zu 94,9 % von der WVV Wiesbaden Holding GmbH und zu 5,1 % von der Landeshauptstadt Wiesbaden gehalten. (10) Rückstellungen 31.12.2010 31.12.2009 te te Rückstellungen für Pensionen 584 548 Sonstige Rückstellungen 14.042 15.567 14.626 16.115 Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen des BilMoG zum 1. Januar 2010 (BilMoG-Eröffnungsbilanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. Dezember 2009 von 76 Ta. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung (76 Ta) linear über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2010 wurden 5 Ta als außerordentlicher Aufwand erfasst. Zum Abschlussstichtag beläuft sich die Unter- deckung bei den Pensionsrückstellungen somit auf 72 Ta. Die sonstigen Rückstellungen bestehen vorwiegend für den Personalbereich (4.823 Ta) und hier im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Freifahrtberechtigungen (1.227 Ta), Abfindungsvereinbarungen (632 Ta), Zeitguthaben (573 Ta) sowie aus Altersteilzeit (207 Ta). Darüber hinaus bestehen Rückstellungen für Verpflichtungen aus dem RMV-Einnahmenaufteilungsverfahren 2010 (1.750 Ta), aus Brandschutzmaßnahmen (892 Ta), der Sanierung der Aartalbahn (788 Ta), für Altlasten und Umweltschutzmaßnahmen (507 Ta), für die Sanierung des Betriebsgeländes Gartenfeldstraße (1.242 Ta), für ausstehende Sanierung im Liniennetz, an der Trasse der Aartal- bahn, an den betriebseigenen Gebäude sowie für Versicherungen und Kosten des Jahresabschlusses. Ferner bestehen aus 2008 noch Rückstellungen für ungewisse Verpflichtungen aus der Komponentennutzung (314 Ta) sowie für mög- liche Prozesskosten (685 Ta) aufgrund des gekündigten Vertrages über das Verkehrsmanagementsystem ATRIES. Aus der Umstellung der langfristigen Rückstellungen für Versicherungen aufgrund der geänderten Bewertung durch das BilMoG re- sultierte zum 1. Januar 2010 eine Überdeckung von 61 Ta. Da der eigentlich aufzulösende Betrag bis spätestens zum 31. Dezember 2024 wieder zugeführt werden müsste, wird von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB Gebrauch gemacht und die Rückstellung beibehalten. Der Betrag der Überdeckung beläuft sich zum 31. Dezember 2010 auf 50 Ta.
  • 47. Jahresabschluss 47(11) Verbindlichkeiten 31.12.2010 31.12.2009 te te Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 15.194 8.565 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.625 2.601 Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.660 4.493 Sonstige Verbindlichkeiten 358 640 davon aus Steuern (272) (276) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0) (0) 19.837 16.299Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 15.194 Ta sind 8.144 Ta innerhalb eines Jahres fällig, 4.338 Ta habeneine Fälligkeit von mehr als einem und weniger als fünf Jahren, und 2.712 Ta haben eine Fälligkeit von mehr als fünf Jahren. Darlehen imUmfang von 10.454 Ta sind durch Bürgschaften der Landeshauptstadt Wiesbaden besichert.Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr mitder ESWE Versorgungs AG (743 Ta) sowie der WiBus GmbH (907 Ta). Die Verbindlichkeiten haben - mit Ausnahme der Darlehensver-bindlichkeit - wie im Vorjahr sämtlich eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.(12) RechnungsabgrenzungspostenDer passive Rechnungsabgrenzungsposten betrifft im Wesentlichen abgegrenzte Verkehrseinnahmen für das Jahr 2011.Sonstige finanzielle VerpflichtungenDas Bestellobligo beläuft sich auf 6.287 Ta. Aus Miet- und Leasingverträgen bestehen mehrjährige Verpflichtungen in Höhe von 62 Tap.a. Vor dem Hintergrund eines üblichen Geschäftsverlaufs ist die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme als hoch einzustufen.FinanzinstrumenteDie ESWE Verkehrsgesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung gegen steigende Bezugspreise bei dem Bezug vonKraftstoffen bzw. Diesel ein. Bei den eingesetzten Derivaten handelte es sich um zwei Rohwaren-Swap-Geschäfte. Per 31. Dezember2010 bestehen zwei Absicherungsgeschäfte (Rohwaren-Swaps). Im Februar 2010 wurde ein Geschäftsabschluss mit einer Laufzeitvon März 2010 bis Februar 2011 getätigt. Das abgesicherte Nominalvolumen (Gesamtbezugsmenge) beträgt 1.260 metrische Tonnenpro Jahr. Der Marktwert dieses Geschäfts per 31. Dezember 2010 beträgt 40 Ta. Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr ein weiteresAbsicherungsgeschäft mit einer Laufzeit von Januar bis Dezember 2011 mit einem Nominalvolumen (Gesamtbezugsmenge) von 3.720metrischen Tonnen abgeschlossen. Der Marktwert dieses Geschäfts per 31. Dezember 2010 beträgt 271 Ta. Die Buchwerte betragenjeweils 0 Ta. Der Bewertung liegen Referenzpreisberechnungen des jeweiligen Kreditinstitutes zugrunde.Zwischen dem Rohwaren-Swap und den Verträgen über den Bezug von Kraftstoff bzw. Diesel wurde eine Bewertungseinheit gebildet.Im Berichtsjahr waren ca. 38 % des jährlichen Treibstoffbedarfs gegen periodische Dieselpreisschwankungen im Jahr 2010 abgesichert.Die gegenseitigen Wertänderungen bzw. Zahlungsströme werden sich künftig ausgleichen. Zur kontinuierlichen Steuerung derChancen und Risiken aus Sicherungsgeschäften dient ein monatliches Controlling-Tool, welches der Geschäftsführung einen perma-nenten Überblick zur aktuellen Situation verschafft.
  • 48. 48 Jahresabschluss Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (13) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse, die ausschließlich im Inland erzielt werden, stellen sich wie folgt dar: 2010 2009 te te Verkehrsbetriebe 41.273 39.832 Übrige Umsatzerlöse 2.021 2.161 43.744 41.993 (14) Bestandsveränderungen Zum Bilanzstichtag lagen keine Bestandsveränderungen vor. (15) Andere aktivierte Eigenleistungen Sie umfassen die im Anlagevermögen aktivierten Personalaufwendungen und Gemeinkosten des Berichtsjahres. (16) Sonstige betriebliche Erträge 2010 2009 te te Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 1.023 2.586 Erträge aus Anlagenabgängen und Zuschreibungen 249 630 Erträge aus öffentlichen Zuwendungen 4.205 4.373 Übrige Erträge 2.561 2.301 8.038 9.890 Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen betreffen im Wesentlichen Auflösungen aus Rückstellungen für Verpflichtungen aus der RMV-Einnahmenaufteilung (452 Ta), Prämienregelungen an Mitarbeiter (88 Ta), Prozesskostenrisiken aus Vorjahren (57 Ta) sowie verschiedenen Instandhaltungsmaßnahmen (388 Ta). Die übrigen Erträge betreffen im Wesentlichen Erlöse aus dem Verkauf von Treib- und Schmierstoffen, aus Schadenersatzleistungen, aus Aufwandszuschüssen sowie Erlöse aus Vermietung und Verpachtung. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 186 Ta (Vorjahr: 305 Ta) enthalten. Diese betreffen im Wesentlichen Erstattungen von Versicherungen.
  • 49. Jahresabschluss 49(17) Materialaufwand 2010 2009 te te Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8.195 7.463 Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.195 12.913 22.992 20.376Im Bereich der Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen stellen die Treibstoffkosten(5.240 Ta) die größte Teilposition dar. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen beinhalten im Wesentlichen Fremdleistungen für diePersonenbeförderung durch die Firma WiBus Wiesbadener Busgesellschaft mbH in Höhe von 11.927 Ta.(18) Personalaufwand 2010 2009 te te Löhne und Gehälter 21.341 21.874 Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.358 6.299 davon Altersversorgung (1.743) (1.587) 27.699 28.173Die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH beschäftigte im Geschäftsjahr 2010 durchschnittlich 388Betriebsangestellte (Vorjahr: 399) und 142 Angestellte (Vorjahr: 140). Die über die normale gesetzliche Sozialversicherung hinaus-gehende Versorgung erfolgte über die Zusatzversorgungskasse für Gemeinden und Gemeindeverbände, deren Mitglied dieESWE Verkehrsgesellschaft mbH ist. Der Umlagesatz der ZVK hat im Geschäftsjahr 2010 6,2 % (5,7 % Arbeitgeberanteil; 0,5 % Arbeit-nehmeranteil) betragen. Der Sanierungsbeitrag im Geschäftsjahr 2010 betrug 2,3 %. Der Höchstbetrag für die Pauschalversteuerungdes Arbeitsgeberanteils an der Umlage beläuft sich auf monatlich 89,48 a je Mitarbeiter. Ab dem 1. Januar 2011 werden der Umlagesatz6,2 % und das Sanierungsgeld 2,3 % betragen. Die Summe der umlagepflichtigen Löhne und Gehälter betrug im Geschäftsjahr2010 20.567.563,00 a.(19) AbschreibungenDie Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind im Einzelnen im Anlagespiegel dargestellt.Ergänzend verweisen wir auf die Darstellung der Bewertungsmethoden.(20) Sonstige betriebliche Aufwendungen 2010 2009 te te Verluste aus dem Abgang von Gegenständen 5 6 des Sachanlagevermögens Wertberichtigungen auf Forderungen 52 48 Diestleistungsentgelte ESWE Versorgung 1.258 1.098 Aufwendungen für Zuschüsse für Verkehrsleistungen 1.717 2.196 Treibstoffeinsatz für Verkauf an Dritte 1.111 1.268 Übrige Aufwendungen 4.258 5.198 8.401 9.814
  • 50. 50 Jahresabschluss Die übrigen Aufwendungen beinhalten u. a. Aufwendungen für unterlassene Instandhaltungen, allgemeine Aufwendungen für die Verwaltung, Versicherungsbeiträge, Mieten, Pachten, Aufwendungen für Dienstleistungen der Betriebskantine sowie Prüfungs- und Beratungskosten. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 241 Ta (Vor- jahr: 172 Ta) enthalten. Sie betreffen im Wesentlichen den Aufwand für die Umlageabrechnung HDN 2009 und die Rückerstattung der Subvention der Taunussteiner Pendlerkarte. (21) Zinsergebnis 2010 2009 te te Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 17 19 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 61 19 davon von verbundenen Unternehmen (0) (0) Zinsen und ähnliche Aufwendungen - 639 -389 davon an verbundene Unternehmen (0) (0) -561 -351 Die unter den Sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen ausgewiesenen Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen betragen 50 Ta. Die unten den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen ausge- wiesenen Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen betragen 126 Ta. (22) Außerordentliche Aufwendungen Umstellungseffekte aufgrund der erstmaligen Anwendung des BilMoG, welche im außerordentlichen Aufwand gezeigt werden, beziehen sich auf folgende Sachverhalte: Bezeichnung außerordentlicher aufwand t e Neubewertung von sonstigen Rückstellungen - Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen gem. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB - (Art. 66 Abs. 3 i.V.m. Art. 67 Abs. 7 EGHGB) 883 Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (§ 253 Abs. 2 HGB) 5 (23) Sonstige Steuern Der Steueraufwand betrifft Grundsteuer (23 Ta) und Kraftfahrzeugsteuern (8 Ta) für das Jahr 2010. (24) Erträge aus Verlustübernahme Die Erträge aus Verlustübernahme betreffen die Übernahme des Jahresfehlbetrages 2010 durch die WVV Wiesbaden Holding GmbH in Höhe von 13.844 Ta (Vorjahr: 11.395 Ta).
  • 51. Jahresabschluss 51Organe der GesellschaftAufsichtsratMitglieder des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2010 waren folgendePersonen:Prof. dr.-Ing. Joachim Pös, Dezernent für Stadtentwicklung und Verkehrder Landeshauptstadt Wiesbaden, Stadtrat; VorsitzenderFred Wölfert, Betriebsratsvorsitzender; stellvertretender VorsitzenderLothar Brüllingen, Omnibusfahrer; Arbeitnehmervertreterrolf Eckhardt, Fahrdienstleiter; ArbeitnehmervertreterClaus-Peter Große, Diplom-Geologe; Stadtverordneterdieter Horschler, Rentner; StadtverordneterHans-martin Kessler, Werbeplaner; StadtverordneterVolker Kühne, Betriebsrat; ArbeitnehmervertreterFritz nothegger, Omnibusfahrer; ArbeitnehmervertreterPetermartin Oschmann, Jurist; StadtverordneterHarald Schuck, Gewerkschaftssekretärdennis Volk-Borowski, Student; StadtverordneterDie Aufsichtsratsvergütungen betrugen im Geschäftsjahr 27.060,00 a.An Mitglieder des Aufsichtsrates waren im Geschäftsjahr Kreditegewährt, die zum Bilanzstichtag mit 2.068,53 a erfasst sind. Die Kreditewurden im Jahr 2010 mit 431,47 a getilgt und mit 6,5% p.a. verzinst.GeschäftsführungGeschäftsführer der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH sind:dipl.-Ing. uwe Cramer, Saulheimdipl.-Verwaltungswirt Stefan Burghardt, WiesbadenHinsichtlich der Angabe der Geschäftsführervergütung wurdevon der Ausnahmeregelung des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
  • 52. 52 Jahresabschluss Ergebnisabführung Der Jahresverlust 2010 in Höhe von 13.844.399,44 a wurde gemäß Ergebnisabführungsvertrag von der WVV Wiesbaden Holding GmbH übernommen. Abschlussprüferhonorar Auf die Angaben zu den Honoraren des Abschlussprüfers der Gesellschaft nach § 285 Nr. 17 HGB wurde verzichtet, da diese Angaben im Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH, als einbeziehendes Mutterunternehmen, enthalten sind. Konzernbeziehungen Eine gesetzliche Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts für den Teilkonzern der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH besteht nach § 291 HGB nicht, da die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH und ihr Tochterunternehmen ESWE Verkehr Service GmbH in den Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH, Wiesbaden, einbezogen werden. Der Konzernabschluss der WVV Wiesbaden Holding GmbH ist unter HRB 11941 beim Amtsgericht Wiesbaden hinterlegt. Wiesbaden, 31. März 2011 ESWE Verkehrsgesellschaft mbH Dipl.-Ing. Uwe Cramer Dipl.-Verwaltungswirt Stefan Burghardt
  • 53. Jahresabschluss 53Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buch-führung und den Lagebericht der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichenVorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführer der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von unsdurchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lageberichtabzugeben.Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) fest-gestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen unddurchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung derGrundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertrags-lage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden dieKenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungenüber mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internenKontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis vonStichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Ein-schätzungen sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dassunsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichenVorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissenentsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresab-schluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigenEntwicklung zutreffend dar.Frankfurt am Main, 16. Mai 2011PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaftppa. Dirk Fischer ppa. Klaus BiloWirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer
  • 54. 54 Jahresabschluss Bericht des Aufsichtsrates Der Aufsichtsrat hat während des Geschäftsjahres 2010 aufgrund regelmäßiger schriftlicher und mündlicher Berichterstattung die Geschäftsführung laufend überwacht. Im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit hat er die ihm obliegenden Entschei- dungen getroffen. Es handelte sich hierbei um folgende wesentliche Themen: · Jahresabschluss 2009 · Tariferhöhung · Tarife Nerobergbahn · Genehmigungsbefugnisse · Wirtschaftsplan · Busbestellung 2011 bis 2014 · Bau eines Bus-Ports · Busbeschleunigung Die Aufsichtsratsmitglieder wurden im Rahmen der Schwerpunktthemen über alle bedeutsamen Geschäftsvorgänge schriftlich in Form von Vorlagen informiert. Die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht für die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH zum 31. Dezember 2010 wurden von der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, geprüft. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Prüfungsbericht des Wirtschaftsprüfers lag den Aufsichtsratsmitgliedern vor. Vertreter des Wirtschaftsprüfers haben an der Sitzung des Aufsichtsrates teilgenommen und Erläute- rungen gegeben. Dem Ergebnis der Prüfung stimmt der Aufsichtsrat zu. Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss einschließlich des Lageberichts der ESWE Verkehrs- gesellschaft mbH zum 31. Dezember 2010 geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung sind keine Einwendungen zu erheben, sodass er den Jahresabschluss billigt. Der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat für die im Geschäftsjahr 2010 geleistete Arbeit seinen Dank aus. Wiesbaden, 9. Juni 2011 Vorsitzender des Aufsichtsrates Prof. Dr.-Ing. Joachim Pös
  • 55. Jahresabschluss 55Kennwerte 2010 2009 2010 Veränderungen gegenüber VorjahrVerkehr Leistungen Beförderungsfälle im Linienverkehr Bartarif 6,434 Mio. 6,488 Mio. 0,8 % Zeitkarten 38,326 Mio. 38,752 Mio. 1,1 % Summe Fahrausweisverkauf 44,760 Mio. 45,240 Mio. 1,1 % Freifahrer, Schwerbehinderte 3,943 Mio. 4,129 Mio. 4,7 % Summe Linienverkehr 48,703 Mio. 49,369 Mio. 1,4 % Nerobergbahn 0,242 Mio. 0,256 Mio. 5,8 % Summe Bus- und Bahnbetrieb 48,945 Mio. 49,625 Mio. 1,4 % Gesamterlöse 40,700 T a 41,250 T a 1,4 % Durchschnittserlöse im Fahrausweisverkauf 83,15 Ct/Bef 83,11 Ct/Bef -0,0 % Kennwerte Anzahl der Linien 39 St. 38 St. -2,6 % Linienlänge 585,8 km 601,55 km 2,7 % Anzahl der Fahrzeuge 199 St. 201 St. 1,0 % davon Gelenkzüge 84 St. 84 St. 0,0 % Standard-Linienbusse 115 St. 117 St. 1,7 % Nutzwagenkilometer im Linienverkehr 11.283.134 11.420.984 1,2 % Nwkm Nwkm Platzkilometer im Linienverkehr 867.455.125 881.051.634 1,6 % Plkm Plkm Platzausnutzung im Linienverkehr 27,09 % 27,2 % 0,4 %Hafen- und Leistungen Güterumschlag 3.462 t 2.087 t -39,7 %Gleisanlagen Waggonumschlag 58 St. 35 St. -39,7 % Gesamterlöse 5Ta 5Ta 0,0 %impressum Herausgeber ESWE Verkehrsgesellschaft mbH Text und Lektorat www.textstark.de, Wiesbaden redaktioneller Hinweis Aus Gründen der besseren Lesbarkeit Gartenfeldstraße 18, 65189 Wiesbaden verzichtet diese Publikation darauf, Postfach 5540, 65045 Wiesbaden Fotos personenbezogene Substantive außer Telefon (0611) 450 22-450 · Roger Richter Photography, in der männlichen immer auch in der www.eswe-verkehr.de Mainz-Kastel weiblichen Form zu verwenden. Mit der männlichen Wortform sind stets beide · ESWE Verkehr Gestaltung Geschlechter gemeint. · Andreas Rauland www.99grad.de, Wiesbaden