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Die öffentliche Debatte um den Hochfrequenzhandel wird nach wie vor auf der Basis von Emotion, mangelndem Wissen und undifferenziert hinsichtlich der am jeweiligen Handelsplatz geltenden Regularien ...

Die öffentliche Debatte um den Hochfrequenzhandel wird nach wie vor auf der Basis von Emotion, mangelndem Wissen und undifferenziert hinsichtlich der am jeweiligen Handelsplatz geltenden Regularien und Sicherheitsvorkehrungen geführt. Im Rahmen eines Presseworkshops hat die Deutsche Börse Wirtschafts- und Finanzjournalisten anhand dieser Präsentation erklärt, dass die Situation in Europa nicht mit der in den USA zu vergleichen ist und die Gruppe Deutsche Börse hinsichtlich Sicherheitsvorkehrungen vorbildlich aufgestellt ist.

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HFT Presseworkshop HFT Presseworkshop Presentation Transcript

  • Deutsche BörsePresseworkshop Hochfrequenzhandel14. Januar 2013
  • Agenda1. Rückblick: Grundlagen Hochfrequenzhandels (Presseworkshop 2012)2. Marktvergleich Europa vs. USA3. Verhalten von Hochfrequenzhändlern im Orderbuch4. Anmerkungen zum Hochfrequenzhandelsgesetz 1
  • 1. Rückblick: Hochfrequenzhandel (HFT)Bedeutung* Beschreibung  Allgemein akzeptierte Definition existiert nicht**  Hochfrequenzhandel ist ein Teilbereich des HOCH algorithmischen Handels FREQUENZ  Handel in Millisekunden auf fragmentierten Handelsfrequenz HANDEL Märkten mit geringen Preisunterschieden 40 %  MiFID ermöglichte Fragmentierung der europäischen Finanzmärkte  Typischerweise Intraday Handel Manueller Handel  Schnelle Analyse, Entscheidung und Ausführung als Wettbewerbsvorteil Liquidität  Fokus liegt auf hochliquiden Wertpapieren*) Nach Aldridge, I. (2010): High-frequency trading: A practical guide to algorithmic strategies and trading system. Wiley trading series. Hoboken N.J.: Wiley.**) EU COM Definition: „it is perhaps best defined as trading that uses sophisticated technology to try to interpret signals from the market and, in response, executes high volume, automated trading 2 strategies, usually either quasi market making or arbitraging, within very short time horizons. It usually involves execution of trades as principal (rather than for a client) and involves positions being closed out at the end of the day.”
  • 1. Rückblick: Klassische Handelsstrategien; technologischeMöglichkeiten für schnellere Umsetzung• Ein signifikanter Anteil des HFT entfällt auf Liquiditätsanbieter: Sie stellen dem Markt auf der Kauf- ebenso wie auf der Verkaufsseite handelbare Preise zur Verfügung („Quotes“)• Arbitrage-Händler beseitigen kurzfristig auftretende Bewertungsdifferenzen. So werden auch Preisunterschiede ausgeglichen, die durch viele verschiedene Liquiditätspools entstanden sind• Die dritte Kategorie sind die Momentum-Händler, die auf neue im Markt auftauchende Informationen schnell reagieren. Als Information dient auch die Analyse der Bewegungen des Auftragsvolumens an den Märkten 3
  • 1. Rückblick: Elektronischer Handel hat Liquidität der Märkteerhöht Xetra Liquiditätsmaß (XLM) nimmt bei steigender Liquidität ab Kundenvorteil: Implizite Handelskosten rückläufig DAX XLM für 100.000 Euro Volumenklasse, in Basispunkten 4
  • 1. Rückblick: Geld/Brief Spanne durch elektronischen Handelenger Vorteil: Preisqualität deutlich verbessert DAX Spreads auf Xetra (in Basispunkten) 5
  • 1. Rückblick: Spektakuläre Krisen im elektronischen Handel• Flash Crash im Dow Jones Index (Mai 2010)• Abgebrochener Börsengang von BATS auf eigenes Börsenplattform (März 2012)• Börsengang von Facebook (Mai 2012)• Beinahe-Konkurs des bedeutenden Handelshauses Knight Capital (August 2012) US-Marktstruktur grundsätzlich unterschiedlich zu Europa 6
  • 1. Rückblick: Populäre Behauptungen zumHochfrequenzhandel „Hochfrequenzhandel kann zu einem Börsencrash führen“ „Hochfrequenzhändler manipulieren Preise durch schnelles Einstellen und Löschen von Orders“ „HFT-Händler erzielen dank überragender Technik immer Gewinne“ „Privatanleger sind im Markt gegenüber HFT-Händlern immer benachteiligt“ „Keine Aufsicht kontrolliert die HFT-Händler“ 7
  • 2. Marktvergleich: Viele kritische Marktlagen in den USAsind der dortigen Börsenstruktur geschuldetEuropa USA• Geringe bis moderate • Hohe Fragmentierung Fragmentierung (etablierte Börsen haben jeweils mind. 50 Prozent Marktanteil)• „Best Execution“ (nach MiFID): • „Best Execution“ (nach Reg NMS) Verpflichtung für Broker, prinzipiell Verpflichtung für Börsen, eine bestes Ergebnis hinsichtlich der konkrete Order an andere Kosten, des Preises, der Börsenplätze weiterzuleiten, wenn Ausführungs-wahrscheinlichkeit dort ein besserer Preis zu erzielen und –schnelligkeit zu erzielen - ist (auf der Basis von „National unabhängig von einer konkreten Best Bid Best Offer“) Order• Vollelektronischer Börsenhandel • Vollelektronischer Börsenhandel nebst Sicherheitsvorkehrungen ab Mitte der 2000er Jahre bereits seit Mitte der 1990er Jahre
  • Schutzmechanismen Deutsche BörseEingebaute Schutzmechanismen stellen faire und ordnungsgemäßePreisfeststellung im Hochgeschwindigkeitshandel sicherDarstellung Beschreibung Etablierte Mechanismen werden Handels- eingesetzt, um Risiken aus Teilnehmer (Hochgeschwindigkeits-)Handel zu steuern Mechanismen sind in der gesamten Wertschöpfungskette Zentraler Clearing verankert und betreffen Kontrahent Teilnehmer Händler, Marktbetreiber, Clearer und CCP. Mechanismen greifen auf Ebene der Ordereinstellung (“fat finger”), einer vorschnellen Handelsplatz Eingabe eines Händlers oder fehlerhafter Algorithmen. = Schutzmechanismus 9
  • 1 von 7: DMA FilterDirekter Marktzugang erfordert elektronische Filter seitens desHandelsteilnehmersDarstellung Beschreibung Über ein Order-Routing System Handels- eingestellte Orders müssen vom Teilnehmer Teilnehmer elektronisch gefiltert werden. Der Filter verifiziert ausgehende Orders im Bezug auf Parameter, die vom Teilnehmer festgelegt werden. Zentraler Clearing Kontrahent Teilnehmer Der Teilnehmer muss den Marktplatzbetreiber über die Trader- ID des einstellenden Händlers informieren. Der Marktplatzbetreiber kann die Handelsplatz Anbindung eines automatischen Order Eingabe Systems verbieten, wenn die Anbindung den ordnungsgemäßen Handel gefährdet. 10
  • 2 von 7: PlausibilitätskontrollenPlausibilitätskontrollen der Börse zur Vermeidung von „Fat Finger Errors“Darstellung Beschreibung Ein “Fat Finger Error” ist ein Handels- typographischer Fehler („Typo“) Teilnehmer bei der Eingabe von Text über die Tastatur, obwohl der Nutzer eine andere Eingabe tätigen wollte. Im Handel verändert ein „Typo“ eine Order in ungewollter Zentraler Clearing Art und Weise (z.B. Kontrahent Teilnehmer Vertauschen von Limit oder Volumen). Xetra überprüft die Ordergröße beim Eingang der Order. Handelsplatz 11
  • 3 von 7: Drossel-MechanismusEin „Drossel-Mechanismus“ begrenzt den maximalen Durchsatz, umDatenstau oder Verlangsamung des Systems zu vermeidenDarstellung Beschreibung Jede technische „Trading Session“ eines Teilnehmers Handels- beinhaltet einen Drossel- Teilnehmer Mechanismus (engl.: Throttle), der den maximalen Durchsatz pro Sekunde limitiert. Zentraler Clearing Der Mechanismus beschränkt Kontrahent Teilnehmer den hereinkommenden Datenfluss. Er vermeidet, dass Anwendungen mit extrem hohen Datenaufkommen die Integrität des Handelssystems gefährdet. Handelsplatz Der maximale Durchsatz kann während des Handelstages angepasst werden, sofern das Marktumfeld dies erfordert.** Zusätzlich zu diesen Maßnahmen kann der Datenverkehr durch zusätzliche Entgelte gesteuert werden. Xetra hat im April 2012 ein Entgelt für exzessive Systemnutzung eingeführt. 12
  • 4 von 7: VolatilitätsunterbrechungSicherungsmechanismen im Handel gewährleisten vernünftigeTransaktionspreise und schützen vor „Flash Crashes“Darstellung Beschreibung Sicherungsmechanismen im Handel existieren zum Schutz des Handels- ordnungsgemäßen Teilnehmer Preisindungsprozesses Sicherungsmechanismus bei Xetra und Eurex heisst „Volatilitäts- unterbrechung“ (kurz: Vola) Zentraler Clearing Kontrahent Teilnehmer Handel wird unterbrochen,* bevor „der Schaden angerichtet ist“ – d.h., bevor ein Handelsabschluss zu volatilen Preisen erfolgt ist Handelsplatz* Aus technischen Gesichtspunkten wird der Handel nicht unterbrochen, sondern ein Wechsel des Marktmodells vom „kontinuierlichen Handel“ zur „Auktion“ durchgeführt. Deshalb ist 13 es Teilnehmern weiterhin möglich, Orders einzustellen, zu löschen oder zu ändern bevor der nächste Abschluss stattfindet.
  • 4 von 7: Volatilitätsunterbrechung„Vola“ wird ausgelöst, wenn der nächste potentielle Preisaußerhalb eines zuvor definierten Korridors ist Die Volatilitätsunterbrechung Beschreibung Der kontinuierliche Handel wird eingestellt, sobald der potentielle nächste Preis außerhalb eines vorher definierten Preiskorridors liegt. Der dynamische Preiskorridor liegt um den letzten gehandelten Preis und schützt vor abrupten Preissprüngen. Der statische Preiskorridor liegt um den letzten Auktionspreis und schützt vor starken kumulativen Preisänderungen. 14
  • 4 von 7: VolatilitätsunterbrechungVola stoppt kontinuierlichen Handel durch Wechsel zum Auktionsaufruf –Handel wird verlangsamtDarstellung 15
  • 4 von 7: VolatilitätsunterbrechungVerlängerte Vola wird aufgerufen, wenn der nächste Auktionspreis zu starkabweicht: Im Zweifel löst ein Mensch die Situation aufDarstellung 16
  • 5 von 7: Stop ButtonSTOP Button: Der Clearing Teilnehmer kann alle Handelsaktivitäten einesHandelsteilnehmers unterbrechenDarstellung Beschreibung Die Stop-Button Funktionalität ermöglicht Clearing Teilnehmern die Handels- Steuerung der Transaktionen ihrer Non- Teilnehmer Clearing Teilnehmer (Handelsteilnehmer) Anwendungsbereiche: Probleme technischer oder operativer Art. Zentraler Clearing Ebenfalls kann der Stop-Button Kontrahent Teilnehmer eingesetzt werden bei Überschreiten der Risiko/Positionslimite eines Handelsteilnehmers. Handelsplatz 17
  • 6 von 7: Echtzeit RisikomanagementEchtzeit-Informationen über alle Positionen ermöglichen effizientesRisikomanagementDarstellung Beschreibung Echtzeit-Informationen und Sicherheitsleistungen aller Positionen Handels- werden während des Handelstages Teilnehmer berechnet und an den Clearing- Teilnehmer weitergeleitet. Untertägiges Margining ist ein wichtiger Teil des Risikomanagements, denn es Zentraler Clearing reduziert das Gegenparteirisko im CCP. Kontrahent Teilnehmer Der untertägige Marginaufruf erlaubt eine schnelle Reaktion auf steigende Preisvolatilität oder zunehmende Positionen einzelner Teilnehmer und führt damit zu reduziertem Exposure gegenüber dem CCP. Handelsplatz (Eurex) 18
  • 7 von 7: Erweiterte Risikomanagement FunktionalitätenErweiterte Risikomanagement-Funktionalitäten sichern fairen undordnungsgemäßen HandelDarstellung Beschreibung Erweiterte Risikomanagement Funktio- nalitäten ermöglichen dem Clearing- Handels- Teilnehmer die Definition von bis zu drei Teilnehmer Grenzen einer Risikokennzahl, wie z.B der absoluten Margin Anforderung. Bei Überschreiten der ersten Grenze wird ein Alarm ausgelöst. Zentraler Clearing Kontrahent Teilnehmer Bei Überschreiten der zweiten Grenze werden Orders und Quotes automatisch gedrosselt. Bei Überschreiten der dritten Grenze wird automatisch die Stop Button Funktionalität ausgelöst. Handelsplatz 19
  • Zusammenfassung SchutzmechanismenZusammenfassung: Schutzmechanismen entlang der Wertschöpfungskettefangen potentielle Risiken aus Hochgeschwindigkeitshandel aufDarstellung Beschreibung Handels- Direct Market Access Filter  Teilnehmer Plausibilitätskontrolle  Drosselmechanismus  Zentraler Clearing Volatilitätsunterbrechungen  Kontrahent Teilnehmer STOP Button  Echtzeit Risikomangement  Fortgeschrittener Risikoschutz  Handelsplatz 20
  • 3. Verhalten von Hochfrequenzhändlern im Orderbuch[Excel-basierte Präsentation] 21
  • 4. Anmerkungen zum HochfrequenzhandelsgesetzGesetzentwurf führt folgenden Änderungen ein, die begrüßenswert sind:  Zusätzliche Rechte für die Börsenaufsichtsbehörde / Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)  Maßzahlen zur Systemlaststeuerung, z.B. Order-Transaktions-Verhältnis und Gebühren bei exzessiver Nutzung des Handelssystems  Sicherstellung ordnungsgemäßer Börsenpreise (Volatilitätsunterbrechungen, etc.)  Anforderungen für die Einhaltung der Mindestpreisänderungsgröße  Organisatorische Anforderungen für Wertpapierdienstleistungsunternehmen 22
  • Zulassung von Hochfrequenzhändler über Börsengesetzbesser geeignet via KreditwesengesetzErlaubnispflicht für Finanzdienstleister via Kreditwesengesetz (KWG) (Regierungsentwurf)• Erweiterung des KWG um folgende Finanzdienstleistung: „Kaufen oder Verkaufen von Finanzinstrumenten für eigene Rechnung als unmittelbarer oder mittelbarer Teilnehmer eines inländischen organisierten Marktes oder multilateralen Handelssystems mittels des Einsatzes von Rechnern, die in Sekundenbruchteilen Marktpreisänderungen erkennen, Handelsentscheidungen nach vorgegebenen Regeln selbständig treffen und die zugehörigen Auftragsparameter entsprechend dieser Regeln selbständig bestimmen, anpassen und übermitteln, auch ohne Dienstleistung für andere.“Zulassungspflicht über Börsengesetz (Stellungnahme des Bundesrats)• Ersetzung der Erlaubnispflicht für Hochfrequenzhandel im KWG durch zusätzliche Anforderungen an die Zulassung von unmittelbaren und mittelbaren Marktteilnehmern, die algorithmischen Handel betreiben, an den Börsen sowie zusätzliche Eingriffsbefugnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). 23
  • Regierungsentwurf sieht zurecht von Mindesthaltefristen fürOrders ab Mindesthaltefrist führt für Marktteilnehmer zu Nachteilen, die Liquidität bereitstellen wollen, da sie gezwungen sind „still“ zu halten Vorteile haben nur die Liquiditätsnehmer Entschleunigung tritt nicht ein, da Teilnehmer sich ein „Wettrennen“ um die schnellste Stornierung oder Modifizierung ihrer Orders am Ende der Stillhaltezeit liefern Komplexität der Märkte erhöht sich Einige Marktsteilnehmer werden durch Mindesthaltefrist systematisch benachteiligt und deutsche Handelsplätze verlassen. Liquidität wandert an andere Handelsplätze ab (OTC oder außerhalb Deutschlands) 24