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9. Jahrgang
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ARACHNE 9(5), 2004                                                                                                        ...
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ARACHNE 5/2004
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Das führende europäische Fachmagazin für Spinnentiere »ARACHNE« ist das zweimonatlich erscheinende Publikationsorgan der Deutschen Arachnologischen Gesellschaft e.V. (http://www.dearge.de).

Sie umfasst ca. 50 Seiten und befasst sich mit Themen rund um Spinnentiere - mit Ausnahme der Ordnung Acari (Milben) - wobei der Schwerpunkt bei den Theraphosidae (Vogelspinnen) liegt.

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  1. 1. 9. Jahrgang Heft 5 September 2004 Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V. in dieser Ausgabe: • Skorpione – eine kurze Übersicht Teil I: Anatomie und Biologie • Parthenogenese bei Skorpionen am Beispiel von Tityus serrulatus LUTZ & MELLO, 1922 [Tityus stig- murus (THORELL, 1876) sensu LOURENÇO] • RICHARD GALLON – ein junger Systematiker auf der Suche nach Vogelspinnen in Südafrika • Buchrezension: LEEMING, J.: Scorpions of Southern Africa ISSN 1613-2688
  2. 2. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 Impressum Inhalt Redaktion Text Format oder *.txt) per E-Mail, 3,5" Diskette oder Seite: Volker von Wirth Martin Huber CD-R. Gattungs- und Artnamen sind kursiv zu schrei- Lilienstr. 1 Dorfstr. 5 ben, Überschriften sollen hervorgehoben werden, wei- 71723 Großbottwar 82395 Obersöchering tere Formatierungen sind zu unterlassen. von-wirth@dearge.de huber@dearge.de Mit der Abgabe des Manuskripts versichern die Auto- Skorpione – eine kurze Übersicht ren, dass sie allein befugt sind, über die urheberrechtli- Teil I: Anatomie und Biologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 - 11 Tobias Dörr Marcus Löffler chen Nutzungsrechte an ihren Beiträgen, einschließlich Falkenstr. 24 A. d. Ronnenheide 6a eventueller Bild- und anderer Reproduktionsvorlagen von Boris Striffler 30449 Hannover 45731 Waltrop zu verfügen und dass der Beitrag keine Rechte Dritter doerr@dearge.de loeffler@dearge.de verletzt. Parthenogenese bei Skorpionen am Beispiel von Tityus ser- Eingereichte Manuskripte werden ggf. an die Formatie- rulatus LUTZ & MELLO, 1922 [Tityus stigmurus (Thorell, 1876) Kleinanzeigen, Kontakte & Leserbriefe rung und den Stil des Journals angepasst. Rechtsschrei- Kleinanzeigen können von Mitgliedern in beliebiger bung und Grammatik werden überprüft und gegebe- sensu LOURENÇO] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 - 16 Anzahl an die Anzeigenannahme geschickt werden. An- nenfalls geändert. von Alexander Tietz nahmeschluss ist der 10. eines jeden Monats. Zu spät eingehende Anzeigen werden nicht automatisch in der Copyright 2004 RICHARD GALLON – ein junger Systematiker auf der Suche nach nächsten Ausgabe veröffentlicht. Wir veröffentlichen Die Vervielfältigung jedweder Art (auch auszugsweise) auch alle Informationen über Börsen und Ausstellun- bedarf der schriftlichen Genehmigung durch die Vogelspinnen in Südafrika . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 - 20 gen. Kleinanzeigen und Termine bitte per E-Mail, DeArGe e.V. Sofern nicht anders angegeben, stammen von Timo Raab und Kristin Finke maschienengeschrieben bzw. in Druckbuchstaben an die Bilder von der Redaktion. ISSN 1613-2688 die Anzeigenannahme schicken! kürzlich publiziert Titelfoto: Babycurus jacksoni, Jungtier Anzeigen- & Leserbriefannahme Foto: Boris Striffler Buchrezension: L EEMING, J. (2003): Scorpions of Southern Michaela Biese Africa. Struik Publishers, Kapstadt. 88 Seiten. . . . . . . . . . .21 - 22 Düsterbeck 51 Bankverbindung 45731 Waltrop Deutsche Arachnologische Gesellschaft e.V. Raiffeisenbank Frechen+Hürth eG Vereine informieren anzeigenannahme@dearge.de leserbriefe@dearge.de Kontonummer: 701493010 Der Vogelspinnen- und Reptilienstammtisch Mainz geht BLZ: 37062365 an die Öffentlichkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 - 24 Nachbestellservice Fehlende Ausgaben der »ARACHNE« (ehem. »Mittei- Fachbeiräte Raritäten auf 6 bis 8 Beinen – Tagung der »ZAG Wirbel- lungen«) können schriftlich bei der Redaktion nachbe- * für Systematik und Taxonomie Dipl. Biol. Boris Striffler lose im Terrarium« e.V. in Wernigerode . . . . . . . . . . . . . . . 24 - 29 stellt werden (sofern noch vorhanden). Die Kosten betragen pro Heft 5 EUR. Zoologisches Forschungsinstitut und Museum A. Koenig Vogelspinne e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 - 33 Artikel 53113 Bonn Arachnida Schweiz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 - 36 Berichte über Haltung, Reisen oder sonstige interessan- te Themen werden gerne entgegengenommen und in * für Vogelspinnenökologie und -ethologie der Reihenfolge des Eingangs veröffentlicht. Wir setzen Dipl. Biol. Dirk Weinmann Presse & Medien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 - 37 die Einhaltung unseres Ethikkodexes und ebenso auch 70734 Fellbach die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen voraus. * für Vogelspinnentoxikologie und -biochemie Leserbriefe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 Mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und der Dipl. Biol. Volker Herzig DeArGe e.V. wieder. Für Berichte und auch für die Zoologisches Institut der Fakultät für Biologie der Vereinsnachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37 - 47 Anzeigen sind die jeweiligen Verfasser verantwortlich. Universität Tübingen Für unverlangt eingesandtes Redaktionsmaterial (Ma- Abteilung Neuropharmakologie zum Schmunzeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 nuskripte, Fotos, Bücher, etc.) kann keine Haftung 72076 Tübingen übernommen werden. Druck Kleinanzeigen & Kontakte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 Hinweise für Autoren Druck + Papier Meyer GmbH Beiträge können in handschriftlicher, maschinenge- 91443 Scheinfeld Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48 - 50 schriebener oder computerbearbeiteter Form einge- ℡ 09162-9298-0 reicht werden. Bevorzugt werden Manuskripte in elek- Stammtische . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 tronischer Form (WinWord, StarOffice Writer, Rich- Internet: http://www.dearge.de 2 3
  3. 3. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 Skorpione – eine kurze Übersicht leicht aufgrund ihres Körperbaus von allen meist die seitlichen Kiele (engl. lateral cari- anderen Spinnentieren zu unterscheiden. So na), deren Vorhandensein, wie auch die Gra- Teil I: Anatomie und Biologie fällt gleich der deutlich dreigeteilte Körper nulierung zwischen diesen. Am wichtigsten von Boris Striffler auf, der in Prosoma (Vorderkörper), Meso- ist das Segment V, bei dem fast alle Seiten Iurus dufoureius Dorsalansicht: soma (Mittelkörper oder Rumpf) und das und Kiele je nach Art zur Bestimmung her- 1 Chela, Tibia, 2 Patella, 3 Femur, 4 Trochan- ter, 5 Chelizere, 6 Medianaugen, 7 Lateralau- den Stachel tragende Metasoma (Hinterleib angezogen werden. Bei den Vertretern der ZUSAMMENFASSUNG gen, 8 Carapax, 9 Mesosoma mit den Tergiten, oder Schwanz) untergliedert wird. Insgesamt Buthidae Nordafrikas werden besonders die 10 Metasoma, 11 Telson. Foto: Boris Striffler werden die Skorpione als sehr ursprüngliche Bezahnung der ventralen lateralen Kiele und Der erste Teil einer dreiteiligen, kurzen (basale) Vertreter der Spinnentiere angese- die distale Bezahnung (engl. anal arch) her- Übersicht über Skorpione be handelt hen, da sie noch eine vollständige Gliede- angezogen. die Anatomie und Biologie. Neben ei- rung aufweisen. Bei Spinnen ist die Gliede- nem Über blick über die grundlegende rung des Hinterleibs nur noch in der MESOSOMA Anatomie und die ökologischen Anpassun- Embryonalentwicklung oder bei den Liphi- gen, wie der Fuß struktur, wird besonders stiidae zu beobachten. Neben den Kielen des Metasomas werden auf die wichtigen Merkmale zur Bestim- ebenfalls die Kiele des Mesosomas zur Be- mung von Skorpionen eingegangen. Außer- ANATOMIE stimmung genutzt. Zum einen sind es be - dem werden Fort pflanzung und Entwick- sonders die Kiele des ersten Rückenseg- lung bei Skorpionen behandelt. Abschlie - Der Körper der Skorpione wird in Vorder- ments und des letzten, siebten Segments ßend werden Gift und Giftwirkung von (Pro-) Mittel- (Meso-) und Hinter- (Meta-) sowohl der Rückenseite als auch der Bauch- Skorpionen besprochen sowie eine kurze -Körper (-soma) unterteilt. Meist wird seite. Die einzelnen Segmente werden Zusammenfassung der außergewöhnli- jedoch von Vorder-, Hinterleib auch als Rücken- (Tergite) oder Bauch- chen Strahlenresistenz gegeben. und Schwanz gesprochen. All- platten (Sternite) bezeichnet. gemein wird die O ber seite Die ursprüngliche Zahl der Kiele der ABSTRACT (der Rü cken) als dorsal Tergite ist drei (gut zu sehen bei Hottentotta und die Un ter sei te (der franzwerneri gentili auf Farb- The first part of a trilogy on scorpi- Bauch), als ven tral be - Auf den Segmenten tafel Abb. 2). Nur in Aus- I-V am Metasoma von ons focuses on anatomy and biology. zeichnet. Androctonus sind die nahmen, wie bei Leiurus et- (meisten) Kiele deut- Besides an overview of basic anatomy lich zu sehen: wa, findet man fünf Kiele and ecological adaptations (like tarsal METASOMA 1 Aculeus (Stachel) (siehe Farbtafel Abb. 3). 2 Gift-Blase (Vesikel) structure), important characters for 3 anal arch Die se Besonderheit von 4 bei manchen Skor- determining scorpions are highlighted. Die Segmente des pionen befindet fünf Kielen auf den ersten Within the biological part reproduction Me tasomas werden sich hier ein weite- bei den Ter giten kommt rer Kiel behaviour and development, as well as ve- ebenso, wie die des 5 Dorsal-Kiel auch durch den Artnamen 6 Lateral-Dorsal-Kiel nom and venom potential are re viewed. Mesosomas (I-V), mit 7 Lateral-Ventral-Kiel Leiurus quinquestriatus (lat. Lastly the extraordinary radioresistance of lateinischen Zahlen (I- Foto: Boris Striffler quinquestriatus ⇒ fünf scorpions is summarized. VII) be zeichnet. Auf ge streift) zum Ausdruck. Auf dem Metasoma sind ur- dem letzten Rückenschild fin- EINLEITUNG sprüng lich 10 Kiele pro det man ge nau, wie auf dem Segment vorhanden. Diese Bauch schild, vier Kiele. Alle Innerhalb der Spinnentiere bilden die Skor- Iurus dufoureius können je nach Art reduziert diese Kiele und ebenso die ein- Ventralansicht: pione, neben den Spinnen (Araneae) und 1 Coxa der Pedi- mur, 8 Patella, sein, wie z.B. bei Euscor pius bale - zelnen Tergite bzw. Sternite kön- Weberknechten (Opiliones), eine eigene palpen, 2 Sternum, 3 Pectines, 4 Sternit, 9 Tibia, 10 Basi- tarsus, 11 Tarsus. aricus, wo keine Kiele mehr vorhanden sind. nen von Art zu Art sehr verschieden ausge- Ord nung, die Scorpiones. Skorpione sind 5 Coxa, 6 Trochanter, 7 Fe- Foto: Boris Striffler Die zur Bestimmung wichtigen Kiele sind prägt sein, von sehr stark und granuliert, wie 4 5
  4. 4. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 bei Hottentotta franzwerneri gentili, bis zu kom- Sternums kann von fünfeckig (pentagonal) Haare (Setae) auf der Unterseite der Tarsi. gegenüberliegende Teil der Tibia als unbe- plett fehlend, wie bei Iomachus politus (Farbta- bis zu schlitzförmig, dreieckig reichen und Diese langen Borsten haben einen ähnlichen weglicher Finger bezeichnet. Die Pedipalpen fel Abb. 1 & 2). wird u.a. auch als Bestimmungsmerkmal für oder Scherenhände tragen die wichtigsten die Überfamilienzugehörigkeit genutzt (drei- Merkmale bei der Bestimmung von Skorpio- PROSOMA eckig ⇒ Buthoidea; fünfeckig ⇒ Scorpio- nen, die Trichobothrien (Farbtafel Abb. 8). noidea) (Farbtafel Abb. 5 & 6). Wie schon Diese befinden sich auf allen Segmenten der Der Vorderkörper der Skorpione trägt dor- er wähnt, setzen die meisten Extremitäten Pedipalpen, hier sollen jedoch nur die wich- sal den Carapax, der die beiden Medianau- am Prosoma an. Die Kämme werden von tigsten herausgegriffen werden. gen ungefähr in der Mitte sitzen hat. Dane- manchen Autoren als umgewandelte Lamel- Zum einen handelt es sich hierbei um Grabenden Skorpione, wie die meisten Pandinus-Arten (hier ben haben die meisten Arten zwei bis fünf len der Buchkiemen der Schwertschwänze Pandinus exitialis), haben starke Dornen. die mittlerweile fünf Typen von Trichobo- Lateral- oder Seitenaugen. (z.B. S AVORY 1977) angesehen und daher Foto: Boris Striffler thrienkonfigurationen. Typ A findet sich nur Der Carapax vieler Skorpione ist mit zum ersten Mesosomasegment zugeordnet bei den Buthidae, Typ B bei den Chaerilidae, Kielen versehen, die wichtig für die Artbe- und später behandelt. Effekt wie Schneeschuhe und verhindern Typ P bei den ausgestorbenen, paläozoi- stimmung sind (Farbtafel Abb. 3 & 4). das Einsinken in feinem Sand. schen Skorpionen, Typ D bei den Pseu- Ebenso wie bei Meta-/Mesosoma sind EXTREMITÄTEN Bewohner von Felsspaltensystemen, wie dochactidae und Typ C bei allen übrigen auch die Kiele des Prosomas wichtige Merk- Hadogenes oder Opisthacanthus, haben dagegen Familien (Einteilung nach SOLEGLAD & FET male bei der Bestimmung der Gattungen. Die Extremitäten (Beine, wie auch Pedipal- sehr stark gebogene und kurze kräftige 2001). Bei den Buthidae unterscheidet man Die wichtigsten Merkmale sind die lateralen, pen) sind, wie bei den meisten ursprüngli- Ungues und an Stelle der langen Haare zwei noch einmal die Konfiguration α und β, die posterior lateralen Kiele sowie die Granulie- chen Spinnentieren, gegliedert. Man be - Reihen kurzer starker Dornen. Die übrigen auf der Anordnung der Trichobothrien auf rung des Prosomas. So sind Buthus-Arten zeichnet sie vom Körper (proximal) aus als Skorpione haben meist eine Kombination der dorsalen Seite des Femurs beruhen. Wei- leicht an den beiden miteinander verbunde- Coxa, Trochanter, Femur, Patella, Tibia, Tar- aus Haaren und Borsten. tere wichtige Merkmale sind die Anordnung nen lateralen und posterior lateralen Kielen, sus und Basitarsus. Auch hier sind Dorne Die Einteilung der Glieder der Scheren- auf Patella (ventral/external) und Chela (ex- der sog. Leier leicht zu erkennen (Farbtafel und Behaarung der Tarsi wichtig bei der Be- hände ist von proximal nach distal: Coxa, ternal/internal). Abb. 4) (siehe dazu auch STRIFFLER in Vorb. stimmung. Die Art und Ausprägung von Trochanter, Femur, Patella, Tibia, Tarsus. Die Granulierung und Kiele, auch als b). Weitere wichtige Merkmale sind die An- Tarsus, Behaarung/Bedornung und Ausprä- Die beiden letzten Glieder, Tibia und Tar- Skulptur der Pedipalpen bezeichnet, zeigen zahl und Position der Augen. Bei Skorpio- gung der Tarsalklaue (Unguis) geben Aus- sus, bilden dabei die eigentliche Schere z.T. deutliche Unterschiede auch zwischen nen findet man zwei Medianaugen, die mehr kunft über das Habitat und damit die Le - (Chela). Dabei wird der Tarsus auch als be- nahe verwandten Arten. Sie kann z.B. bei oder minder in der Mitte des Carapax liegen. bensweise der Skorpione. Wüs - weglicher Finger der Chela und der diesem Pandinus-Arten von ganz glatt (Pandinus viato- Daneben gibt es noch Lateral- oder Seiten- tenbewohner, wie Buthacus oder augen, deren Anzahl normalerweise drei ist, Androctonus, haben un- aber auch bis zu fünf (z.B. Leiurus) reichen paare lang gestreck- kann. Außerdem gibt es noch mehr oder te Ungues und minder star ke Reduktionen, die im ex - sehr lange tremsten Fall, wie bei Belisarius xambeui, bis dichte zum vollständigen Fehlen der Augen gehen kann. Diese blinden Skorpione (neben Beli- sarius, auch Troglotayosicus aus Ekuador) ori- entieren sich dann komplett mittels Tast- und chemischen Sinnen. Die Unterseite des Vorderkörpers be - steht aus dem zentralen Sternum, an dem Sandbewohnende Skorpione tragen lange Haare auf den die Coxae der Beine und Scherenhände an- Tarsen, wie bei diesem Buthacus leptochelys. Unterschiedlich starke Granulierung der Pedipalpen selbst bei verwandten Arten: Pandinus viatoris, P. pallidus und P. smithii. setzen (Farbtafel Abb. 5 & 6). Die Form des Foto: Boris Striffler Fotos: Boris Striffler 6 7
  5. 5. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 ris), über leicht buckelig (P. pallidus), bis zu gere Zeit noch auf dem Rücken der Mutter PAARUNGSVERHALTEN einen komplexen Mechanismus verfügt, der sehr stark und spitz skulpturiert reichen (P. (Farbtafel Abb. 9). Die Dauer des Herum- es ermöglicht, dass das Weibchen die Sper- smithii). Daneben sind auch die Granulie- tragens durch die Mutter hängt grund - Um jedoch die faszinierende Brutpflege, z.B. mien aufnimmt. Bei einigen Skorpionen, wie rung von Ober- und Unterseite bei Femur sätzlich vom Entwicklungstyp ab, variiert bei Pandinus, beobachten zu können, muss z.B. bei Hadogenes, sticht das Männchen das und Patella, so wie das Vorhandensein von aber auch innerartlich. zuerst einmal eine Paarung stattfinden. Die- Weibchen während der Paarung. Manche Kie len wichtig. Bei der Familie Buthidae Bei den Skorpionen unterteilt man zwei se wird vom unerfahrenen Halter häufig mit Halter gehen dann zwischen die möglichen wird häufig auch die Bezahnung des beweg- Typen innerhalb der Embryonalentwicklung einem Ringkampf, also Aggressionen unter Kontrahenten und verhindern so eine er - lichen Fingers, der Chela, zur Art- und Gat- (nach LAURIE 1896a), welche als apoikogen den Tieren, verwechselt und daraufhin abge- folgreiche Paarung. Diese ist aber nur nach tungsunterscheidung benutzt. und katoikogen bezeichnet werden. Die Be- brochen. einen »Kopulationsstich« möglich und man- Die ebenfalls am Vorderkörper befindli- zeichnungen leiten sich dabei vom Fehlen Schon relativ früh tauchten Beschrei- cher wundert sich, warum er nie »friedliche« chen Chelizeren sind bei Skorpionen noch von Divertikeln = apoikogen (vom Griechi- bungen des auch als »promenade a deux« Hadogenes zur erfolgreichen Paarung ohne ursprünglich dreigliedrig und sehen aus wie schen: fern von zu hause) und Vorhanden- (Farbtafel Abb. 10) bezeichneten »Paarungs- Stich bringt. Weibliche Skorpione sind fähig, kleine Scheren. Deren Bezahnung wiederum sein von Divertikeln = katoikogen (vom tanzes« der Skorpione auf (z.B. REDI 1719 auch ohne weitere Paarung mehrmals Nach- ist ein weiteres Merkmal zur Unterscheidung Griech.: zu hause). Bei den katoikogenen oder FABRE 1914). Aber erst in den 50er wuchs zu gebären. Bei einigen Buthidae von Großgruppen, wie Familien und Gat- Skorpionen zweigen vom weiblichen Uterus Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der kom- (Centruroides, Isometrus, Tityus) konnten zwi- tungen. gestielte, die Embryonen umschließende plizierte Mechanismus der Spermienübertra- schen drei bis zu fünf Nachzuchten ohne Die Geschlechter lassen sich bei Skor- »Taschen« ab, die Divertikel. In denen reifen gung beschrieben (A NGERMANN 1955; weitere Paarung beobachtet werden (KOVO- pionen bei adulten Tieren zumeist gut unter- die dotterlosen Eier zu Embryonen heran, ALEXANDER 1956). OR et al. 1987). Eine weitere Besonderheit in scheiden. Dies reicht von Merkmalen, wie die sich mittels eines speziellen, an einen Während des Paarungstanzes greift das der Fortpflanzung stellt die Jungfernzeu- einer größeren Anzahl von Kammzähnen Rüssel erinnernden, Mundapparats ernäh- Männchen die Scheren des Weibchens und gung, oder sog. Parthenogenese, dar. Dabei (Farbtafel Abb. 7), einer größeren Länge des ren. Bei den apoikogenen Skorpionen sind scheint mit ihm zu tanzen, da sich die Tiere reproduzieren sich die weiblichen Skorpio- einzelnen Kammzahns und einer unter- dotterreiche Eier über kurze »Stiele« direkt rhythmisch vor und zurück bewegen. Ei - ne, ähnlich wie einige Stabschrecken (z.B. schiedlichen Form des Genitaloperculums, mit dem Uterus verbunden und werden gentlich sucht das Männchen aber nach ei- Carausius morosus), ohne eine Paarung. Am welche man mehr oder weniger ausgeprägt über Dotter sowie Nährstoffen aus dem nem geeigneten Untergrund, auf dem es bekanntesten ist dies sicher bei dem süda- bei fast allen männlichen Skorpionen findet, mütterlichen Gewebe ernährt. sein gestieltes Spermienpaket, die Spermato- merikanischen Tityus serrulatus (Farbtafel bis zu verlängerten Metasomasegmenten Skorpione mit apoikogener Entwicklung phore, absetzen kann. Die Übertragung der Abb. 15) (siehe dazu den Bericht von TIETZ oder verlängerten Pedipalpen. Eine ausführ- bleiben nur für kurze Zeit auf dem Rücken Spermien erfolgt also nicht direkt, sondern 2004 in diesem Heft), da es alle Jahre wie- liche Betrachtung des Geschlechtsdimor- der Mutter (ca. eine Woche), da sie schon indirekt durch eine Spermatophore, die über der zu explosionsartigem Massenauftreten, phismus bei Skorpionen findet sich bei relativ weit entwickelt geboren werden. Sie bei den Einheimischen »surtos« ge nannt, STRIFFLER in Vorb. a. können sich schon recht bald selbstständig kommt (L OUR ÇENO & C UELLAR 1995, ernähren und haben schon bei der Geburt LOURÇENO et al. 1996). BIOLOGIE eine beige bis bräunliche Farbe. Hierzu zäh- len z.B. die Buthidae, Euscorpiidae, Iuridae GIFT UND GIFTWIRKUNG FORTPFLANZUNG und Vaejovidae. Bei den katoikogenen Skorpionen dage- Innerhalb der mehr als 1.800 Skorpion- Im Gegensatz zu den übrigen Spinnentieren gen sind die Larven bei der Geburt schnee- Arten sind nur ca. 25 für den Menschen legen Skorpione keine Eier, sondern sind weiß und kaum beweglich. Diese Skorpione, gefährlich (POLIS 1990). Diese gehören bis ovovivipar, d.h. die Embryonen werden im wozu z.B. die bekannten Scorpionidae und auf eine Ausnahme, der Gattung Hemiscorpi- Leib der Mutter ausgebrütet. Bei der Geburt Liochelidae (früher Ischnuridae) zählen, ver- us (Familie Hemiscorpiidae), zur Familie bildet die Mutter mit ihren Beinen einen sog. bleiben wenigstens zwei Wochen auf dem Buthidae. Am wichtigsten sind die afrikani- Ein Vertreter der für den Menschen gefährlichsten Skorpio- Geburtskorb und hilft den neugeborenen Rücken der Mutter, wo sie sich auch zwei- ne, die südamerikanische Gattung Tityus, mit typischen schen Gattungen Parabuthus (Farbtafel Abb. Skorpionen beim Besteigen ihres Rückens. mal häuten. Erst danach sind katoikogene schmalen Scheren und dem markanten Zahn unter dem 13 & 14), Androctonus, Hottentotta und Leiurus Stachel (fälschlich »Doppelstachel« genannt). Die jungen Skorpione bleiben dann für län- Skorpione fähig, sich selbst zu ernähren. Foto: Martin Huber sowie besonders die amerikanischen Centrur- 8 9
  6. 6. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 oides und Tityus (siehe nebenstehendes Bild). pionen eine sehr starke Resistenz gegen tophorenübertragung bei Euscorpius ita- nism in Brazil in recent years. Journal of Vertreter der beiden zuletzt genannten Gat- radioaktive Strahlung festgestellt werden licus (Herbst) (Scorpiones, Chactidae). Venom and Animal Toxins 2(2): 121-134. tungen sind dabei die gefährlichsten, da bei (G OYFFON 1973, G OYFFON & ROMAN Naturwissenschaften 42(10): 303-306. POLIS, G. A. (1990): Introduction. in POLIS, Stichen dieser eine Serumgabe unabdingbar 2001). Die für Androctonus amoreuxi letale FABRE, J. H. (1914): Skorpionen-Hochzeit und G. A., ed. Biology of Scorpions. Stanford ist (K LEBER et al. 1999). Bei den giftigen Dosis liegt mit 60.000 Röntgen (r) um den andere Bilder aus der Insektenwelt. Kosmos, University Press, Stanford, California. 1-8. afrikanischen Arten ist eine Serumgabe Faktor 100 höher, als die des Menschen Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart. RADMANESH, M. (1998): Cutaneous mani- nicht nötig oder die Wirkung fragwürdig (600r). Ohne Weiteres überlebten die wüs- GOYFFON, M. (1973): Die natürliche Strah- festations of the Hemiscorpius lepturus (KLEBER et al. 1999). tenbewohnenden A. amoreuxi 165 Tage nach lenresistenz der Skorpione. Image roche sting: a clinical study. International Journal einer Dosis von 40.000r, bei den ebenfalls 57: 27-32. of Dermatology 37: 500-507. GIFTIG – UNGIFTIG?! wüstenbewohnenden A. australis lag die G OYFFON, M. & V. ROMAN (2001): Radi- R EDI , F. (1719): Opusculorum pars prior, Überlebensdauer dagegen schon nur noch oresistance of Scorpions. in BROW- sive Experimenta circa Generationem Wie kann man nun giftige und ungiftige bei 55 Tagen, die aus feuchten Küstenwäl- NELL, P. H. and G. A. POLIS, eds. Scor- Insectorum. Theodorum Haak & Samuel Skorpione auf den ersten Blick unterschei- dern Guadeloupe stammenden Centruroides pion Biology and Research. Oxford Univer- Luchtmans, Lugduni Batavorum [Leiden]. den? Am einfachsten (und gröbsten) ist es, testaceus starben schon nach 2 Tagen (GOYF- sity Press, New York. Chapter 17: 393-405. SAVORY, T. (1977): The Arachnida. 2nd editi- die Form der Scheren zurate zu ziehen. FON 1973). KLEBER, J., P. WAGNER, N. FELGENHAU- on. Academic, London. 340 S. Skorpione mit sehr schmalen pinzettenför- ER , M. K UNZE & T. Z ILKER (1999): SOLEGLAD, M. E. & V. Y. FET (2001): Evo- migen Scheren zählen meist zur Familie Im zweiten Teil dieser kleinen Serie über Vergiftung durch Skorpionstiche. Deut- lution of scorpion orthobothriotaxy – A Buthidae und gehören damit zu den potenti- Skorpione wird zuerst ein Überblick über sches Ärzteblatt 96 Heft 25: 27-32. cladistic approach. Euscorpius 1: 1-38. ell auch für den Menschen giftigen Skorpio- Systematik und Verbreitung sowie ein Be - K OVOOR , J., W. R. L OURÇENO & A. STRIFFLER, B. F. (in Vorb. a): Geschlechts- nen (Farbtafel Abb. 11). Haben die Skorpio- stimmungsschlüssel bis zur Familie folgen MUNÑOZ-CUEVAS (1987): Conservation dimorphismus bei Skorpionen (Chelice- ne dagegen kräftige schaufelförmige Sche- (STRIFFLER in Vorb. c). Im abschließenden des spermatozoids dans les voies génita- rata, Scorpiones). Arthropoda. ren, so handelt es sich zumeist um harmlose dritten Teil wird dann auf die Haltungsan- les des femelles et biologie de la repro- S TRIFFLER, B. F. (in Vorb. b): Wüstenbe- Vertreter, wie z.B. Pandinus, Euscorpius oder sprüche von Skorpionen eingegangen duction des Scorpions (Chélicerates). wohner Nordafrikas. DATZ. Heterometrus (Farbtafel Abb. 12). Allerdings (STRIFFLER in Vorb. d). Comptes rendus de l'Académie des sciences de STRIFFLER, B. F. (in Vorb. c): Skorpione – ist die hierzu zählende Gattung Hemiscorpius Paris Ser. III, 304(10): 259-264. eine kurze Übersicht. Teil II: Systematik auch für den Menschen gefährlich (siehe DANKSAGUNG LAURIE, M. (1896a): Notes on the Anatomy und Bestimmungsschlüssel. ARACHNE z.B. RADMANESH 1998), was zeigt, dass die of some Scorpions, and its bearing on 9(6). Verallgemeinerung schmale Scheren ⇒ gif- Mein Dank gilt der Firma b.t.b.e., Schnür- the Classification of the Order. Annals STRIFFLER, B. F. (in Vorb. d): Skorpione – tig; kräftige Schere ⇒ ungiftig nicht immer pflingen, hier besonders MARTIN THIERER- and Magazine of Natural History 6 ser. Vol. eine kurze Übersicht. Teil III: Haltung zutrifft. Absolute Sicherheit ist meist nur LUTZ für die Bereitstellung von Skorpionen. 17: 185-194. im Terrarium. ARACHNE 10(1). gegeben, wenn die Skorpione bis zur Art be- Ein besonderer Dank geht an S IEGFRIED LEGROS, C., M.-F. MARTIN-EAUCLAIRE & TIETZ, A. (2004): Parthenogenese bei Skor- stimmt sind. HUBER, Oberuhldingen, der ebenfalls Skor- D. CATTAERT (1998): The myth of scor- pionen am Beispiel von Tityus serrulatus Bei den meisten Skorpionen scheint das pione, wie auch Literatur zur Verfügung pion suicide: Are scorpions insensitive to Lutz & Mello, 1922 [Tityus stigmurus eigene Gift keine Wirkung zu haben. So gestellt hat. Zum Schluss möchte ich mich their own venom? Journal of Experimental (Thorell, 1876) sensu Lourenço]. ARACH- konnte in Versuchen mit Androctonus australis noch ganz herzlich bei BARBARA Z OLLER , Biology 201: 2625-2636. NE 9(5): 12-16. gezeigt werden, dass das Gift keinen Ein- Euskirchen für die Durchsicht des Manus- LOURÇENO , W. R. & O. CUELLAR (1995): fluss auf die Skorpione hat (LEGROS et al. kripts bedanken. Scorpions, scorpionism, life history stra- Adresse des Autors: 1998). tegies and parthenogenesis. Journal of Dipl. Biol. Boris F. Striffler LITERATUR Venom and Animal Toxins 1(2). Zoologisches Forschungsinstitut und STRAHLENRESISTENZ L OURÇENO , W. R., J. L. C LOUDSEY- Museum A. Koenig ALEXANDER, A. J. (1956): Mating in scorpi- THOMPSON, O. CUELLAR, V. R. D. V. Adenauerallee 160 Neben der Immunität gegenüber dem eige- ons. Nature 178: 867-868. E ICKSTEDT, B. BARRAVIERA & M. B. 53113 Bonn nen Gift konnte bei einigen (Wüsten-)Skor- ANGERMANN, H. (1955): Indirekte Sperma- KNOX (1996): The evolution of scorpio- striffler.zfmk@uni-bonn.de 10 11
  7. 7. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 Parthenogenese bei Skorpionen am Beispiel von Tity- z.B. die Möglichkeit zur Neukombination auch eines oder mehrere eine Anpassung us serrulatus LUTZ & MELLO, 1922 [Tityus stigmurus der Gene sein, auch erlaubt die zweige- schlechtliche Fortpflanzung eine schnelle begünstigende Gene in einer Popluation vor handen sind. Die Arten müssen sich (THORELL, 1876) sensu LOURENÇO] Verbindung begünstigender Mutationen demnach ständig anpassen und verändern, von Alexander Tietz (LOURENÇO & CUELLAR 1995). Dies ist inso- um den konkurrierenden Arten nicht zu un- fern ein Vorteil, als dass es in Gegenden mit terliegen. Die parthenogenetische Fortpflan- einer hohen Artenvielfalt (in welcher ein zung hingegen kann einer Art einen immen- ALLGEMEIN SKORPIONE UND PARTHENOGENESE permanenter Wettstreit um Ressourcen wie sen Vorteil bei der Kolonialisierung von Ge- z.B. die Nahrung in den Arten untereinan- bieten verschaffen, in denen die Art bisher Parthenogenese bezeichnet das Phänomen In der Ordnung der Scorpiones ist die part- der besteht), somit wahrscheinlicher ist, dass noch nicht vorkam. Eine neue Kolonie kann der Jungfernzeugung. Dabei handelt es sich henogenetische Fortpflanzung vergleichs- bei einer Veränderung der Umweltsituation mit nur einem Individuum gegründet wer- um eine eingeschlechtliche Art der Fort- weise selten. MATTHIESEN (1962) beschrieb pflanzung. Ein Weibchen entwickelt Jungtie- als erster eine sich parthenogenetisch fort- re aus unbefruchteten Eiern, ohne dass es pflanzende Skorpionart, dabei handelte es zu einer Paarung mit einem männlichen Tier sich um Tityus serrulatus. Seither sind in der derselben Art gekommen war. Bei den Literatur weitere acht Arten beschrieben schlüpfenden Jungen handelt es sich um worden, die die Fähigkeit zur parthenogene- Klone der Mutter, das Muttertier gibt seine tischen Fortpflanzung besitzen (LOURENÇO DNA unverändert weiter. Diese Art der 2002). Sieben der acht Arten gehören zu der Fortpflanzung tritt bei Arten auf, von denen Familie der Buthidae, eine Art zu der Fami- es auch zweigeschlechtliche Populationen lie der Liochelidae (früher Ischnuridae). Die gibt (fakultative Parthenogenese). Ebenso bekannten Arten sind neben Tityus serrulatus gibt es Arten, von denen ausschließlich sich aus Brasilien, T. uruguayensis aus Uruguay, parthenogenetisch fortpflanzende Weibchen T. columbianus aus Kolumbien, T. trivittatus bekannt sind (obligatorische Parthenogene- aus Argentinien, T. metuendus aus Peru und se), wie zum Beispiel in der Ordnung der Brasilien, Ananteris coineaui aus Französisch- Scorpiones bei der Art Ananteris coineaui Guayana, Hottentotta hottentotta aus West-Afri- (LOURENÇO & CUELLAR 1999). Die Parthe- ka und Liocheles australasiae aus dem Süd- nogenese wird in drei Arten unterschieden: Pazifik. in die Arrhenotokie, die Thelytokie und die Das Phänomen der Arrhenotokie ist bei Deuterotokie. Bei der Arrhenotokie handelt Skorpionen nur in einem einzigen Fall be- es sich um eine ha ploide Par the noge ne se - kannt. Ein Weibchen von Tityus metuendus form, durch welche nur männ liche Nach- gebar nach ihrer letzten Häutung mehrere kommen entstehen. Die Thelytokie bezeich- Würfe, deren Junge nur aus männlichen Tie- net die Erzeugung ausschließlich weiblicher ren bestanden (L OURENÇO & C UELLAR Nachkommen durch Parthenogenese. Die 1999). Dies ist insofern spektakulär, als dass I confluenciata Morphe II unifasciata Morphe Deuterotokie schließlich bezeichnet eine es sich dabei eventuell sogar um den einzi- confluenciata/maculata Morphe trifasciata Morphe Parthenogeneseform, bei der männliche und gen Fall von Arrhenotokie bei den Arachni- weibliche Nachkommen entstehen. da handeln könnte, lässt man die Acari (Mil- zweigeschlechtliche Population der confluenciata Morphe ben) außer Acht. Verbreitungskarte (nach LOURENÇO & CLOUDSLEY-THOMPSON 1999): Die zweigeschlechtliche Fortpflanzung Darstellung der geographischen Verbreitung von Tityus stigmurus (unifasciata Morphe) und Tityus serrulatus ist die dominierende Reproduktionsmethode (confluenciata Morphe). Die schwarze Fläche stellt die Kontaktzone zwischen den beiden Populationen dar. Die Symbole markieren die Fundorte, an denen Tityus lamottei (confluenciata/maculata Morphe), die trifascia- der meisten Organismen. Vorteile können ta Morphe und die zweigeschlechtliche Population von T. serrulatus gesammelt wurden. 12 13
  8. 8. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 den, ohne dass ein gegengeschlechtlicher konnten. MATTHIESSEN erforschte weiterhin, dreißig Mal höher als die der im Zeitraum schere Ausbreitung von T. serrulatus scheint Sexualpartner nötig ist (LOURENÇO 2002). dass ein Weibchen von T. serrulatus in der von 1982 bis 1983 gesammelten Exemplare. eng an die Besiedlung und den Städtebau Ein Beispiel für diesen Vorteil lässt sich an- Lage ist, in seinem Leben bis zu 70 Indivi- Verglichen damit erhöhte sich die Anzahl durch den Menschen geknüpft. Entschei- hand der Verbreitung parthenogenetischer duen durch Parthenogenese hervorzubrin- der von T. bahiensis gesammelten Exemplare dende Faktoren sind dabei wohl unter ande- Exemplare der Art Tityus serrulatus beobach- gen (M ATTHIESSEN 1971). Erst im Jahre nur um etwa das Fünffache ( VON E ICK - rem die unabsichtliche Verschleppung der ten. 1999 konnte eine zweigeschlechtliche Popu- STEDT et al. 1994). Tiere in andere Städte durch Autos, der lation nachgewiesen werden. Der Fundort Ein weiteres Beispiel ist die Verdrängung Anstieg der Schabenpopulationen , der wie- BEISPIEL TITYUS SERRULA TUS lag im Norden des Staates Minas Gervais, der sich zweigeschlechtlich fortpflanzenden derum von der erhöhten Produktion von Brasilien, in der Nähe des Jequitinhonha Art Tityus fasciolatus durch T. serrulatus in Bra- Abfall durch den Menschen abhängt, ebenso Bei Tityus serrulatus handelt es sich um eine Flusses (LOURENÇO & CLOUDSLEY-THOMP- silia, Brasilien. In der Zeit von 1971 bis 1975 wie die fortschreitende Besiedelung der na- kleinere Skorpionart von durchschnittlich SON 1999). Es handelt sich folglich nicht um erfolgte eine Bestandsaufnahme der in die- türlichen Habitate durch den Menschen 6 cm Länge. Die Tergite sind dunkel gräu- eine obligatorisch parthenogenetische Art, ser Stadt vorkommenden Skorpione. Den (GONZALEZ-SPONGA 1999). Es wird vermu- lich gefärbt, mit unregelmäßigen helleren, wie von MATTHIESSEN zunächst angenom- Großteil der vorhandenen Tiere stellte T. tet, dass die Verbreitung der Art T. serrulatus verwaschenen Flecken. Beine, Pedipalpen men. fasciolatus mit 93 % an der gesamten Popula- sich vor etwa 300 Jahren nur in einem be - und Metasoma sind gelblich braun, wohin- Ein Beispiel für den Vorteil sich parthe- tion. Die restlichen Prozent teilten sich zwei grenzten Gebiet des Staates Minas Gerais gegen die Spitzen der Scheren eher dunkel- nogenetisch fortpflanzender Arten bei der Arten, Bothriurus araguayae und Ananteris erstreckte, heute besiedelt die Art einen gro- braun sind. Der derzeitige Artstatus von Kolonisierung unbesiedelter Gebiete lässt balzanii. Tityus serrulatus kam dort nicht vor ßen Teil des Südostens Brasiliens (L OU - Tityus serrulatus scheint unklar. F ET ET AL . sich gut anhand der Entwicklung von T. ser- (LOURENÇO 2002). In diesem Zeitraum etwa RENÇO et al. 1996). Bei T. serrulatus handelt (2000) listen T. serrulatus und T. stigmurus als rulatus in Korrelation zu der von T. bahiensis wurde auch die Stadt fertig gestellt, deren es sich um eine extrem giftige Art, deren Sti- eigene Arten auf, wohingegen LOURENÇO & im Staat Sao Paulo, Brasilien beobachten Bau 1956 begonnen hatte. Eine erneute Be- che lokale und systemische Reaktionen her- CLOUDSLEY-THOMPSON (1999) T. serrulatus (dokumentiert VON EICKSTEDT et al. 1994). standsaufnahme Anfang der 1990er Jahre vorrufen und unter Umständen sogar eine als Farbmorphe der Art T. stigmurus ansehen. Bei T. bahiensis handelt es sich um eine ende- hatte zum Ergebnis, dass T. serrulatus nun Antiserumgabe erforderlich machen können LOURENÇO & CLOUDSLEY-THOMPSON teilen mische Art, d.h. sie kommt nur im Staate 70 % der gesamten Population stellte (LOU- (TORRES et al. 2002). Von der Art geht auf T. stigmurus in vier Farbmorphen auf, in die Sao Paulo vor. Tityus serrulatus hingegen wur- RENÇO et al. 1994, L OURENÇO & C UELLAR Grund der hohen Giftigkeit und der rapiden Morphen unifasciata, trifasciata, confluenciata/ de dorthin eingeführt. Innerhalb von elf 1995). Beide Arten sind sich in der Größe Ausbreitung gerade in den städtischen Ge- maculata und confluenciata, zu welcher auch Jah ren war in Sao Paulo ein enormer An - der adulten Tiere, in der Zahl der Jungtiere bieten Brasiliens mittlerweile eine Gefahr T. serrulatus gerechnet wird. stieg der Population von T. serrulatus zu ver- pro Geburt, in der Dauer der Trächtigkeit für die öffentliche Gesundheit aus (L OU - FET et al. (2000) sehen die Bezeichnung zeichnen, hingegen in der Population von T. und in der Zeit der Entwicklung bis zum RENÇO & CUELLAR 1995, LOURENÇO 1991). confluenciata als nomen nudum, und argu- bahiensis ein leichter Rückgang. Erhoben Adultalter sehr ähnlich (LOURENÇO & CUEL- Dies geht soweit, dass es schon Vorschläge mentieren damit, dass diese Aufteilung in wurde diese Statistik unter anderem anhand LAR 1995). Der Unterschied besteht einzig zur Initiierung eines Programms zur Ein- Farbmorphen nur Erwähnung in einem Ar- der Auswertung der Stichunfälle mit beiden darin, dass T. serrulatus die Fähigkeit zur Par- dämmung der Population von T. serrulatus tikel finde und ohne direkte Beschreibung Arten, die in dem Vital Brazil Hospital des thenogenese besitzt und damit die Entwick- gibt (SPIRANDELI-CRUZ et al. 1999). erfolge. Aufgrund der kürzeren Schreibweise Butantan Instituts in der Zeit von 1982 bis lung einer Population dieser Art unabhängig wurde in diesem Artikel die Bezeichnung 1993 behandelt wurden; ebenso anhand der von der Dichte der einzelnen Individuen ist, Anm. d. Red: Wir danken G UNTHER W ITH Tityus serrulatus verwendet worden, ohne sich Auswertung der Skorpione, die in demsel- da zur Fortpflanzung nur ein einzelnes Tier www.skorpione.de für die Zustimmung, die- damit für eine der beiden Meinungen ent- ben Zeitraum an das Labor für giftige benötigt wird. sen Artikel in der ARACHNE publizieren scheiden zu wollen. Arthropoden des Butantan Instituts gesen- Interessanterweise kommt T. serrulatus zu dürfen. Seit der Entdeckung der Fähigkeit zur det wurden. Im Ergebnis war ein Anstieg mittlerweile fast ausschließlich in Gebieten parthenogenetischen Fortpflanzung bei T. der Stichunfälle mit T. serrulatus um 24,5 % vor, die vom Menschen besiedelt sind, dabei SUMMARY serrulatus durch MATTHIESSEN im Jahre 1962 zu verzeichnen. Gleichzeitig war die Anzahl scheint es sich jedoch nur um sich partheno- ist diese Art lange Jahre als sich rein parthe- der Exemplare von T. serrulatus, die in dem genetisch fortpflanzende Tiere zu handeln The scorpion species Tityus serrulatus is taken nogenetisch fortpflanzend angesehen wor- Zeitraum von 1992 bis 1993 an das Butan- (LOURENÇO et al. 2000, LOURENÇO & CUEL- as an example to discuss assets and drawb- den, da nur Weibchen gesammelt werden tan Institut geschickt wurden, ungefähr LAR 1994). Die Entwicklung und immer ra- acks of parthenogenesis. 14 15
  9. 9. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 LITERATUR new all female scorpion and the first pro- RICHARD GALLON – ein junger Systematiker auf der bable case of arrhenotoky in scorpions. FET, V., W. D. SISSOM, G. LOWE & M. E. The Journal of Arachnology 27: 149-153 Suche nach Vogelspinnen in Südafrika BRAUNWALDER (2000): Catalog of the L OURENÇO W. R. , K NOX M. B. & M. von Timo Raab und Kristin Finke Scorpions of the World (1758-1998). The YOSHIZAWA (1994): L'invasion d'une New York Entomological Society, New York: communaute a le stade initial d'un suc- 260-262 cession secondaire par une espece part- Wir haben uns die kommende Internationale mentan an einer Revision der Gattungen G ONZALEZ -S PONGA M.A. (1999): The henogenetique de scorpion. Biogeographica Vogelspinnenbörse in Kornwestheim (30.10. Harpactira AUSSERER, 1871 und Harpactirella latest advances in the systematics of 70: 77-91 2004) zum Anlass genommen, um über ei- P URCEL , 1902 (GALLON , pers. Mitteilung), Tityus genus in Venezuela. Journal of MATTHIESEN F. A. (1962): Parthenogenesis nen der aktuell wichtigsten Systematiker für sowie am Nachfolger des groß artigen Bu - Venomous Animals and Toxins 5(1): 105 in scorpions. Evolution 16: 255-256 die Theraphosiden zu berichten und mit ches »Baboon Spiders« von ANDREW SMITH. LOURENÇO W. R. (1991): Parthenogenesis MATTHIESEN F. A. (1971): The breeding of ihm ein Interview zu führen. Ebenso ist eine weitere Arbeit über die Gat- in the scorpion Tityus columbianus Tityus serrulatus Lutz & Mello, 1927, in R ICHARD G ALLON beschäftigt sich seit tung Ceratogyrus POCOCK, 1897 in Vorberei- (Thorell) (Scorpiones: Buthidae). Bulletin captivity (Scorpions, Buthidae). Revista einigen Jahren mit der Systematik der afrika- tung (G ALLON, pers. Mitteilung). Im Juni of the British Arachnological Society 8(9): 274 brasilera de pesquisas medicas e biologicas 4(4- nischen Vogelspinnen und wird im An - diesen Jahres reiste RICHARD GALLON zum -276 5): 299-300 schluss an die Herbstbörse der Vogelspinnen zweiten Mal nach Südafrika um weitere LOURENÇO W. R. (2002): Reproduction in SPIRANDELLI-CRUZ E. F., WINTHER-YAS- IG Stuttgart in Kornwerstheim (siehe Um- taxonomisch und systematisch relevante scorpions, with special reference to part- SUDA C. R., J IM J. & B. B ARRAVIERA schlagrückseite sowie die Rubrik »Termine«) Daten zu sammeln. An seiner Seite begleite- henogenesis. European Arachnology 2000: (1999): The program for controlling the einen kostenfreien Vortrag über die Taxono- ten ihn T HOMAS E ZENDAM (NL) und S JEF 71-85 scorpion Tityus serrulatus, Lutz and mie und Naturgeschichte afrikanischer Vo- VAN OVERDIJK (NL), welche sich ebenfalls L OURENÇO W. R. & J.L. C LOUDSLEY- Mello 1922, in Aparecida, Sao Paulo Sta- gelspinnen halten. Sein Hauptbetätigungs- intensiv mit afrikanischen Vogelspinnen be- T HOMPSON (1999): Discovery of a te, Brazil (Scorpiones, Buthidae). Journal feld waren bislang die Unterfamilien Har- schäftigen. T HOMAS E ZENDAM und seine sexual population of Tityus serrulatus, of Venomous Animals and Toxins 5(1): 119- pactirinae und Stromatopelminae. Man soll- Frau DAGMAR haben die »Ulwembu Arach- one of the morphs within the complex 119 te besonders hervorheben, dass G ALLON nological Survey Group« (UASG) ins Leben Tityus stigmurus (Scorpiones: Buthidae). TORRES J .B., MARQUES M. G. B., MARTI- durch seine Ar beit Licht in die schwierige gerufen. Es handelt sich dabei um eine The Journal of Arachnology 27: 154-158 NI R. K. & C. V. A. BORGES (2002): An Materie der Taxonomie und Systematik afri- LOURENÇO W. R. , C LOUDSLEY-THOMP- accident involving Tityus serrulatus and kanischer Vogelspinnen gebracht hat. Durch SON J.L. & O. C UELLAR (2000): A its epidemiological implications in Brazil. seine Revisionen der Gattungen Ceratogyrus Review of Parthenogenesis in Scorpions Revista Saúde Pública 36(5): 631-633 P O COCK , 1897, Pterinochilus P OCOCK , 1897 with a Description of Postembryonic VON EICKSTEDT V. R. D., RIBEIRO L. A., und Eucratoscelus POCOCK, 1898 sind nun die Development in Tityus metuendus CANDIDO D. M., A ALBUQUERQUE M. meisten Arten dieser Gattungen bestimm- (Scor piones, Buthidae) from Western J. & M. T. JORGE (1996): Evolution of bar. GALLON hat bisher drei neue Gattungen Amazonia. Zoologischer Anzeiger 239: 267- scorpionism by Tityus bahiensis (Perty) aufgestellt und zwei neue Arten beschrie- 276 and Tityus serrulatus Lutz and Mello ben. Er beschäftigt sich nicht nur mit Taxo- LOURENÇO W. R. & O. C UELLAR (1994): and geographical distribution of the two nomie und Systematik dieser interessanten Notes on the geography of parthenoge- species in the state of Sao Paulo,Brazil. Vogelspinnen, sondern züchtet auch regel- v.l.n.r.: Sjef van Overdijk, Thomas Ezendam, Dagmar Ezen- netic scorpions. Biogeographica 70(1): 19- Journal of Venomous Animals and Toxins mäßig Vogelspinnen nach, wie z.B. die erste dam, Richard Gallon 23 2(2): 92-105 reine Terrariennachzucht von Eucratoscelus LOURENÇO W. R. & O. C UELLAR (1995): pachypus S CHMIDT & VON W IRTH , 1990 Gruppe, die momentan aus THOMAS EZEN- Scorpions, scorpionism, life history stra- Adresse des Autors: (Farbtafel Abb. 18 bis 20). Das Männchen DAM , S JEF VAN OVERDIJK und R ICHARD tegies and parthenogenesis. Journal of Alexander Tietz von Eucratoscelus pachypus (Farbtafel Abb. 19) G AL LON besteht und welche arachnologi- Venomous Animals and Toxins 1: 51-62 Werstener Dorfstr. 197 wurde ebenfalls erstmalig von GALLON be- sche Feldforschungen in Südafrika betreibt, LOURENÇO W. R. & O. CUELLAR (1999): A 40591 Düsseldorf schrieben. RICHARD G ALLON arbeitet mo - wozu die UASG bisher als einzige derartige 16 17
  10. 10. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 Organisation die staatliche Erlaubnis erhal- lich zu essen, außerdem brachte er mir ein britannien verbrachte ich in Wales. Ich be- gen, dass das Gift der Vogelspinnen sehr ten hat. G ALLON ist hierbei der wissen- wenig Zulu bei. Einen Hausjungen zu haben trachte mich weder als walisisch noch als giftig ist und zum Tod führen kann, aber die schaftliche Beirat und für die Untersuchung mag sich in Europa sehr eigenartig anhören, Südafrikaner, aber da meine Eltern beide aus meisten sehen das nicht so. Vielen Afrika- der Tiere und die Auswertung der gesam- aber in Südafrika ist es üblich eine Haus- England kommen, fühle ich mich mehr dazu nern graut es vor Schlangen und Cha mä - melten Daten zuständig. Desweiteren ist haltshilfe oder einen Gärtner zu haben. verbunden, auch wenn ich kaum dort gelebt leons. Sie töten jede Schlange die ihnen RICHARD GALLON Hauptschriftleiter des Bri- habe. Außerdem habe ich einen britischen unter die Augen kommt, und einige glauben, tish Tarantula Society Journal, der Vereinszeit- K.F.: Warum bist Du später nach England umge- Pass. dass Chamäleons giftig sind und den Teufel schrift der britischen Vogelspinnenvereini- zogen? repräsentieren. Als ich ein Jahr in Marokko gung. R.G.: Meine Eltern waren der Meinung, K.F.: Du bist dafür bekannt, dass Du Dich vor lebte, fand ich Gefallen daran mit Chamäle- dass es besser wäre zurück nach England zu allem mit afrikanischen Vogelspinnen beschäftigst. ons in der Öffentlichkeit umherzuhantieren. K.F.: Deine Heimat ist Südafrika und Du ver- gehen. Die politische Situation in Südafrika Wo hat diese Leidenschaft ihren Ursprung? Gab es Die meisten Leute haben Angst vor brachtest die ersten fünf Jahre Deines Lebens dort. war ein großes Problem (Gefechte an der ein bestimmtes Schlüsselerlebnis? Spinnen, weil sie durch die negativen Reak- Welche Eindrücke verbindest Du mit diesen fünf Grenze von Namibia und Angola). Wenn R.G.: Ich mochte Spinnen schon von klein tionen ihrer Eltern beeinflusst werden. Kin- Jahren und welche Erlebnisse haben Dich beeinflus- wir in Südafrika geblieben wären, wäre ich in auf. Mein erstes Erlebnis mit Spinnen war, der sind nicht von Natur aus ängstlich ge- st? einigen Jahren von der Armee eingezogen dass ich mit der Hand ein Latrodectus sp. genüber Spinnen – sie beobachten die Reak- R.G.: Ich wurde in Middleburg, Transvaal worden. Meine Eltern hielten es für sicherer, Weibchen mit ihrem Kokon einfing. Ich tionen ihrer Eltern und übernehmen das (jetzt Mpumalanga) im Juli 1975 geboren wenn ich in Großbritannien aufwachse. fand sie in einem Betonrohr im Garten bei Verhalten. und zog 1979 nach Großbritannien um. In uns in Südafrika. Ich ließ das Glas mit der Südafrika haben die meisten Kinder keine K.F.: Welches Land hatte den meisten Einfluss auf Latrodectus sp. im Garten und ging zu meiner K.F.: Ist Dein Engagement bezüglich Spinnen nur Schuhe, und so lief auch ich den ganzen Tag Dich? Vermisst Du etwas in England? Fühlst Du Nachbarin um ihr von meinem neuen ein Hobby? Was machst Du beruflich? barfuß umher. Mein erstes Paar Schuhe be- Dich mehr an Südafrika oder an England gebun- »Haustier« zu berichten. Sie erklärte mir, ich R.G.: Mein Interesse an Spinnen ist mehr kam ich kurz bevor wir nach Großbritanni- den? solle das Tier wieder frei lassen, da es sehr ein Hobby, obwohl ich gelegentlich damit en zogen und ich erinnere mich daran, dass R.G.: Ich habe weniger als 5 Jahre in Eng- giftig ist. Als ich jedoch wieder nach Hause Geld verdiene, indem ich Spinnen, die in sie viele schmerzhafte Blasen an meinen land gelebt, während ich an der Universität kam, fand ich ein leeres Glas – mein Vater walisischen Naturschutzgebieten gesammelt Füßen verursachten. Das Leben in Südafrika in Manchester war. Die meiste Zeit in Groß- hatte sie freigelassen. Ich erinnere mich wurden, identifiziere. Ich habe keinen festen spielt sich viel im noch daran, dass ich danach weiter im Gras Job im Moment, aber ich verhandle mit dem Freien ab und so nach Kokons suchte. Wir hatten auch eine örtlichen Naturschutzamt. traf ich auch auf große Spinne (Familie Selenopidae) an den viele wirbellose Tie- Wänden in unserem Haus, ich nannte sie K.F.: Wie viele Spinnen hast Du im Moment? re in un serem Gar- »Sam«. Ich bin mir sicher, dass es mehr als Wir hörten, dass Du mit Museen zusammenarbei- ten. Ich hielt Rie- eine Spinne war, aber ich nahm an, dass es test – kannst Du uns etwas mehr darüber erzählen? sen-Tausendfüßer die selbe war. In Südafrika werden diese Welche Museen profitieren von Deiner Arbeit? (Diplododae spp.) Spinnen »Flatties« genannt. R.G.: Ich habe im Moment ca. 200 bis 300 in der Ga rage und Spinnen, aber die Zahl ändert sich ständig, sammelte Schwarze K.F.: Stimmt es, dass die Ureinwohner Angst vor vor allem wenn ich Nachzuchten habe. Ich Witwen (Latrodectus Vogelspinnen haben? Wenn ja, wo hat diese Angst leihe mir konservierte Exemplare afrikani- spp.) als Haustiere. ihren Ursprung? Wo liegen Deiner Meinung nach scher Theraphosiden von Museen aus der Wir hatten auch ei- die Ursachen dafür, dass Menschen allgemein Angst ganzen Welt (Südafrika, Zimbabwe, Kenia, nen afrikanischen vor Spinnen haben? Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbri- Haushaltshelfer. Er R.G.: Nein, in Uganda haben die meisten tannien) aus. Viele der Exemplare sind nicht lebte in der Garage. Menschen keine Angst vor Vogelspinnen. identifiziert und die Museen sind glücklich, Ich war es gewohnt Als ich dort war, sah ich nur einen Urein- dass ich daran arbeite und den Tieren Be - v.l.n.r.: Thomas Ezendam, Dagmar Ezendam, unbekannte Frau, Richard Gallon (mit Hut), Sjef mit ihm gelegent- van Overdijk wohner der wirklich Angst hatte. Einige sa- zeichnungen zuordne. In Südafrika sind alle 18 19
  11. 11. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 kürzlich publiziert großen The raphosiden vom Ge setz ge - theraphosids at Internationale Vogelspin- Buchrezension: LEEMING, J. (2003): Scorpions of Sou- schützt. Ich erhielt die Genehmigung, Tiere sammeln zu dürfen und der Na tur schutz nenbörse in Kornwestheim (Germany) at the end of October this year. thern Africa. Struik Publishers, Kapstadt. 88 Seiten. gewinnt dazu wichtige Informationen von Preis: 15,50 EUR mir. LITERATUR von Boris Striffler K.F.: Gibt es ein bestimmtes Ziel, das Du mit GALLON, R. C. (1999): Appendage defor- Deiner Arbeit erreichen möchtest? mity in an African theraphosid spider: Um es vorwegzunehmen: eines der besten Auch mit so bekannten Mythen, wie R.G.: Ich würde gerne die Etappe erreichen, Coelogenium pillansi Purcell, 1902. und empfehlenswertesten Bücher über Skor- dem Selbstmord begehenden Skorpion im in der alle afrikanischen Theraphosiden bis Newsl. Br. arachnol. Soc. 85: 8. pione. Wer die übrigen Naturführer aus dem Feuerkreis, wird aufgeräumt. auf Artebene bestimmt werden können. Im G ALLON , R. C. (2001): Revision of the Hause Struik kennt (Snakes and other Repti- Lediglich der Stammbaum der Chelice- Mo ment können die meisten Arten nicht Ceratogyrus spp. formerly included in les of Southern Africa, Mammals of Sou- rata ist trotz des sehr ansprechenden De - sicher bestimmt werden, und deswegen wer- Coelogenium (Araneae: Theraphosidae, thern Africa), wird auch signs auf etwas veralteten den dringend detaillierte Untersuchungen Harpactirinae). Mygalomorph 2(1): 1-20. von diesem Buch nicht Annahmen nach S HULTZ benötigt um diesen Punkt zu erreichen. Ich G ALLON , R. C. (2002): Revision of the enttäuscht sein, mehr (SHULTZ 1990) aufgebaut. bin dabei, ein Buch über die Taxonomie der African genera Pterinochilus and Eucra- noch, endlich ein Buch, Daneben werden die Bo - afrikanischen Vogelspinnen zu verfassen (im toscelus (Araneae, Theraphosidae, Har- dass von den Erfahrungen thriuridae durchgehend als Auftrag von Fitzgerald Publishing um das pactirinae) with description of two new eines wirklichen Kenners Bothuridae bezeichnet. Buch »Baboon Spiders« von A. SCHMITH zu genera. Bull. Br. Arachnol. Soc. 12(5): 201- der Skor pione des südli- Die erstklassigen Bil- ersetzen). Ich vermute, dass es noch ca. fünf 232. chen Afrikas profitiert. der zeigen fast alle Skor- Jahre dauern wird dieses Buch fertig zu stel- GALLON, R. C. (2003): A new African arbo- Manch einer mag die- pione des südlichen Afri- len, aber auch dann bezweifle ich, dass die real genus and species of theraphosid ses Buch vom Äu ßeren kas; so findet man alle im Taxonomie vollständig ist. spider (Araneae, Theraphosidae, Stroma- und dem Umfang her (nur Zoohandel erhältlichen topelminae) which lacks spermathecae. 88 Seiten) für ein weiteres Arten in Bild und mit K.F.: Wie oft bist Du in Südafrika? Wie sieht Bull. Br. Arachnol. Soc. 12(9): 405-411. Einsteigerbuch halten, so Informationen zur Ver- Deine Arbeit dort aus? G ALLON , R. C. (2004): Captive breeding wird man schon nach den breitung und zu Lebens- R.G.: Im letzten Jahr war ich zum ersten Eucratoscelus pachypus. British Tarantula ersten erstklassigen Fotos raum und Lebensweise. Mal wieder in Südafrika seit ich das Land Society Journal 19(3): 78-81. und der sehr ansprechen- Der Artenteil ist nach verlassen habe. Ich blieb für einen Monat G ALLON , R. C. (2004): Trichognathella, den Gestaltung und Schreibweise spätestens Gattungen untergliedert und beginnt mit dort und verbrachte meine Zeit mit Feldstu- replacement name for the genus Tricho- bei der Übersichtskarte mit Skorpion-»Hots- einer kurzen Einführung zu Lebensweise, dien über afrikanische Theraphosiden. Ich gnatha Gallon, 2002 (Araneae, Thera- pots« im südlichen Afrika eines Besseren typischem Vorkommen (Felsbewohner, trat die Reise zusammen mit THOMAS EZEN- phosidae, Harpactirinae). Bull. Br. Arach- belehrt sein. Sandbewohner, etc.) und der Giftwirkung. DAM und SJEF VAN OVERDIJK an, außerdem nol. Soc. 13(2): 62. Neben den heutigen oder rezenten Skor- Daran schließen sich dann die kurzen, aber be kam ich eine kleine Subvention von der S MITH , A. M. (1990): Baboon Spiders, pionen werden auch zwei bisher unbeschrie- sehr informativen, Artenportraits an. Sie BTS (British Tarantula Society), die meine Tarantulas of Africa and the Middle bene, im Naturkundemuseum Berlin vor- beinhalten neben der Größenangabe zu Arbeit unterstützte. East. Fitzgerald Publishing, London. handene, fossile Exemplare aus der Santana- jeder Art wichtige Informationen zur Varia- Formation gezeigt und eine Einführung zu bilität, wie z.B. bei Hadogenes troglodytes, der SUMMARY Adresse der Autoren: dem erdgeschichtlichen Auftreten gegeben. von schwarz im Süden des Verbreitungsge- Timo Raab & Kirstin Finke Die Erklärungen zu den wissenschaftli- bietes bis zu braun mit gel ben Beinen im RICHARD GALLON is introduced and inter- Dr.-Kornmesser-Str. 42 chen Namen sind sehr verständlich darge- Süden Mozambiques variiert. Ebenso ent- viewed by TIMO RAAB and KRISTIN FINKE. 64739 Höchst legt, nur die Verwendung der Klammer um halten die kurzen Artbeschreibung wichtige RICHARD will give a lecture concerning den Namen des Autors wird nicht korrekt Hinweise zur Lebensweise. So baut Opistoph- taxonomy and natural history of african dargestellt. thal mus macer in kurzen Wohnröhren unter 20 21
  12. 12. ARACHNE 9(5), 2004 ARACHNE 9(5), 2004 kürzlich publiziert Vereine informieren Steinen im Fynbos der Kapregion, O. wahl- auch umfangreiche Information zu Lebens- Der Vogelspinnen- und Reptilienstammtisch Mainz bergi aus Namibia dagegen lebt in bis zu 1 m raum, Giftigkeit und Bestimmung bietet. Es langen Röhren in den Sanddünen der Na - ist also nicht nur als Naturführer für das geht an die Öffentlichkeit mib-Wüste. Hervorzuheben ist auch, dass südliche Afrika sondern auch für den Halter von Klaus Straka die meisten Skorpione direkt im Habitat fo- südafrikanischer Skorpione ein Muss. tografiert wurden, so sieht man den natürli- chen Untergrund (Sand, Fels, lehmige Erde SUMMARY Nachdem unsere 1. Vogelspinnenbörse 2. Was sind Vogelspinnen (Unterschied etc.). über raschend gut verlief, wurden wir er - Spinnen/Insekten anhand von Schau- Ebenfalls erwähnenswert sind die Be - To say it right away, one of the best books muntert auf diesem Weg weiterzumachen. bildern auf Folien); wie kamen die stimmungstabelle auf Gattungsebene an - on scorpions. Not too surprising, as Struik Eine unserer selbstgestellten Aufgaben und Vogelspinnen zu ihrem Namen hand von Stachel und Scheren, genauso wie publishers are producing excellent field gui- ein für die nahe Zukunft gestecktes Ziel ist 3. Äußere Anatomie die Übersichtstafel über die Skorpione Süd- des to the flora and fauna (e.g. Trees & die Information einer breiteren Öffentlich- 4. Innere Anatomie afrikas (mit Verbreitung, Habitat und Giftig- shrubs, carnivorous & parasitic plants, Sna- keit. Wir haben vor, diese Informationen in 5. Verhalten und Fortpflanzung der keit). kes & Reptiles, Mammals). The book is writ- Form von Vorträgen oder Workshops wei- Vogelspinnen Auch die Giftskala ist sehr hilfreich, sie ten by the well-known scorpion-expert terzugeben. Einen Anfang haben wir bereits 6. Haltung und Pflege wird von 1 (schwach) bis 10 (sehr stark) JONATHAN LEEMING, whose excellent pictu- im Juli 2004 gemacht. 7. Artenschutz und Arterhaltung durch unterteilt. So wird dann ein Bienen-/Wes- res cover nearly all known scorpion species Wir wurden von der dght-Stadtgruppe gezielte und gesunde Nachzucht penstich bei ca. 4 bzw. 5 eingeordnet, was of Southern Africa. Furthermore a lot of Büdingen eingeladen, einen möglichst allge- 8. Tier- und Naturschutz aus Sicht des der Stärke eines Opistophthalmus Stiches ent- habitat pictures together with a very reada- meinverständlichen Kurzvortrag über unser Gesetzgebers spricht. ble text illustrate the different adaptation of Hobby zu halten. Den Part des Vortrags 9. Demonstrationsobjekte und ansch- Besonders ansprechend und größtenteils rock-living species like Hadogenes or sand- hatte ich zugesagt und MATTHIAS ARNOLD ließende Diskussion selbsterklärend sind die vielen Zeichnungen dwelling species of the genera Opistophthal- übernahm dankenswerter Weise den Trans- zu verschiedenen Themen, wie den unter- mus and Parabuthus. But not only species and port von OHP und sonstigem Material. Der Verschiedene Zwischenfragen ließen den schiedlichen Formen der Tarsal (Fuß)Struk- their habitat are dealt with, also their biology Vortrag war für 20 Uhr vorgesehen. Vortrag länger als geplant ausfallen und wir tur, die bei Felsbewohnern kurze Dorne auf- and reproduction is explained, e.g. the ma- Nach ca. einer Stunde Anfahrt wurden waren überrascht über das Interesse und die weist, Sandbewohner dort dagegen lange ting and sexual sting of Hadogenes. Notewor- wir herzlich begrüßt, dann traten die ersten anschließende Resonanz. Besonders ange- Haare tragen. thy are besides a map of scorpion hotspots Schwierigkeiten auf. Für den Abend hatte regt wurde diskutiert, als wir Exkuvien und Das Kapitel zur Paarung und Reproduk- as well as a table of scorpion toxicity. der Wirt des Vereinslokals keinen geeigneten Jungspinnen als Schauobjekte durch die Rei- tion lässt ebenso keine Wünsche offen. Ne- All in all this books is a must for scorpi- Raum reserviert. Es wurde lange hin und hen reichten. Auch der Leiter der Stadtgrup- ben detaillierter und vergleichender Be - on keepers of Southern African species. her überlegt, ob man improvisieren oder pe zeigte sich erfreut über die Beteiligung schreibung der Balz und Paarung erfährt der den Abend verschieben sollte. Gegen und das Interesse. Für uns war es ein weite- Leser auch solche Besonderheiten, wie den LITERATUR 21 Uhr wurde dann doch noch ein Kompro- rer Ansporn unsere Öffentlichkeitsarbeit »Sexual Sting« (~ »Paarungsstich«) bei Hado- miss gefunden und der Vortrag (geplant 40 voranzutreiben. genes. Aus diesem Grunde haben fast alle S HULTZ , J. W. (1990): Evolutionary mor- Minuten) konnte – nach einem guten Neben diversen Pressemeldungen haben Männchen von Hadogenes einen extrem lan- phology and phylogeny of Arachnida. Abendessen – beginnen. Trotz Improvisati- wir einen Vortrag für Haupt- und Realschu- gen Schwanz, da sie das Weibchen während Cladistics 6: 1-38. on klappte der Vortrag per OHP-Folien, len vorbereitet und die hiesigen Schulen an- der Paarung stechen (müssen). wenn auch die Projektionsfläche nicht gera- geschrieben. Durch die Sommerferienzeit Adresse des Rezensenten: de ideal war. haben wir jedoch noch keine Rückmeldun- FAZIT Dipl. Biol. Boris F. Striffler gen erhalten. Zoologisches Forschungsinstitut und Den Vortrag hatte ich wie folgt gegliedert: Vom 1. bis 10. Oktober werden wir auf Insgesamt also ein sehr empfehlenswertes Museum A. Koenig 1. Kurze Einleitung; wie kam ich zu den der Aquarienausstellung des »Aquarienver- Buch über die Skorpione des südlichen Afri- Adenauerallee 160 Vogelspinnen (Hinweis auf meine eins Nidderau« mit einem Informationstisch kas, welches neben erstklassigen Bildern 53113 Bonn überwundene Spinnenphobie) und diversen Schauterrarien vertreten sein. 22 23

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