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Patientenbroschüre Wechseljahre "Ein Ratgeber für die Frau ab 40"
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Patientenbroschüre Wechseljahre "Ein Ratgeber für die Frau ab 40"

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In den so genannten Wechseljahren reduziert der Körper allmählich die Hormonproduktion. Diese Veränderung führt bei einigen Frauen zu Symptomen wie Brustspannen oder Kopfschmerzen, aber auch …

In den so genannten Wechseljahren reduziert der Körper allmählich die Hormonproduktion. Diese Veränderung führt bei einigen Frauen zu Symptomen wie Brustspannen oder Kopfschmerzen, aber auch Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen. Die Wechseljahre sind ein natürlicher Prozess und keine Krankheit – dennoch können die damit verbundenen Symptome viele Frauen belasten und die Lebensqualität senken.

Informationen zu Wechseljahren und Hilfe bei Beschwerden

Die Informationsbroschüre von DR. KADE zeigt Ihnen, welche Symptome in den Wechseljahren auftreten, und welche Therapiemöglichkeiten bei Wechseljahresbeschwerden möglich sind. Tipps zu Ernährung und Lebensweise helfen Ihnen, die unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre zu lindern.

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  • 1. Die Wechseljahre Ein Ratgeber für die Frau ab 40HormoneNeueste Studien über die HormonersatztherapieWohlfühlenLinderung der Beschwerden durch individuelle DosierungAktiv lebenBewegung, Sport und richtige Ernährung
  • 2. Was heißt was?Adipositas – Übergewicht, FettsuchtArteriosklerose – Verengung der Blutgefäße durch Verfettung und KalkeinlagerungEndometrium – GebärmutterschleimhautGelbkörper – Struktur am Eierstock, die nach dem Eisprung aus dem Eibläschen entsteht und das Gelbkörperhormon Progesteron bildetGestagen – Das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron sowie progesteronähnliche, künstlich hergestellte HormoneHarninkontinenz – Unwillkürlicher HarnabgangHormone – Von Drüsen und Geweben gebildete Stoffe, die örtlich oder über die Blutbahn wichtige Zielorgane und die Fortpflanzung steuernHysterektomie – Entfernung der GebärmutterKlimakterium – Die Wechseljahre, meist zwischen dem 45. und 55. LebensjahrMamma – Weibliche BrustMammakarzinom – BrustkrebsMastodynie – Brustschmerzen, Brustspannen infolge hormoneller UmstellungenMastopathie – Gutartige Erkrankung der Brust, häufig mit Brust- schmerz und KnotenbildungMenopause – Die letzte Regelblutung. Zeichen für das Erlöschen der Hormonbildung in den EierstöckenÖstradiol – Das stärkste und wichtigste in den Eierstöcken gebil- dete ÖstrogenÖstriol – Schwächeres Östrogen, ein Stoffwechselprodukt von ÖstradiolÖstrogen – Oberbegriff für in den Ovarien gebildetes weibliches HormonOral – Durch den Mund, per oral: Einnahme durch den Mund (z. B. Tablette)Osteoporose – Knochenschwund, KnochenentkalkungOvar – EierstockPerimenopause – Jahre um die letzte RegelblutungPostmenopause – Zeit nach der letzten RegelblutungProgesteron – Das im Eierstock nach dem Follikelsprung gebildete GelbkörperhormonThrombose – Bildung eines Blutgerinnsels in den BlutgefäßenTransdermal – Über die Haut zugeführt, wie beispielsweise Östrogen als GelUterus – GebärmutterVagina – ScheideZervix – Gebärmutterhals
  • 3. Guten Tag!Die Wechseljahre stehen heute für eine neue und besonders wertvolle Lebensphase.Unsere Kinder werden selbständig, im Arbeitsleben ist man gelassener, oft ist auch mehrZeit für eigene Interessen, Bedürfnisse und die Partnerschaft. Die Phase der hormonellenVeränderungen wird von jeder Frau anders empfunden. An manchen Frauen gehen dieWechseljahre beinahe spurlos vorbei, sie haben kaum oder nur geringfügige Beschwerden.Viele Frauen plagen mäßige Symptome, meist Hitzewallungen und nächtliche Schweiß-ausbrüche. Ein Drittel aller Frauen leidet jedoch regelrecht unter den Beschwerden, siewerden als Belastung und Einschränkung empfunden, Tag für Tag. Dennoch sind die Wechsel-jahre ein natürlicher Vorgang und keine Krankheit. Wir möchten Ihnen mit unserer Broschürehelfen, die Wechseljahre besser zu verstehen, Ihnen Möglichkeiten zur Vermeidung oderLinderung Ihrer Beschwerden aufzeigen, und Sie ermuntern, selbst aktiv zu werden – fürden Erhalt Ihrer Gesundheit, für mehr Lebensqualität und Lebensfreude!Annett SchubertLeiterin MedizinDR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH 3
  • 4. Inhalt Seite Die Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt 6 Was sind die Wechseljahre? Wann treten die Wechseljahre auf? Hormonelle Wirkungen und Veränderungen Wechseljahresbeschwerden 10 Ursache der Wechseljahresbeschwerden Was sind die typischen Beschwerden? Langzeitfolgen eines Hormonmangels Was spricht für eine Hormonersatzbehandlung? Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden 14 Welche Präparate werden verordnet? Hormone und Haut Behandlungsmöglichkeiten Lokale Östrogenbehandlung Welche Nebenwirkungen können unter einer Hormonersatztherapie auftreten? Risiken durch Hormone? Was muss ich vor einer Hormonersatzbehandlung beachten? Ernährung und Lebensweise 24 Bewegung und Sport Richtig ernähren Kalzium für die Knochen Gymnastik für den Beckenboden Was sonst zu beachten ist Ein Wort zum Schluss 26 Inhalt 5
  • 5. Die Wechseljahre –ein neuer Lebensabschnitt Frauen haben nach der Menopause aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung noch etwa 30 Lebens- jahre vor sich. Im Gegensatz zu früheren Generationen stehen Frauen in den Wechseljahren heute also noch mitten im Leben.Umso schwerer wiegt es, dass viele Frauen lust von körperlicher Attraktivität, Leistungs-glauben, die Wechseljahre würden nun eine fähigkeit, Gesundheit und LebensfreudeZeit geringerer Lebensqualität einleiten. Viele beeinträchtigen das Selbstbewusstsein.sind verunsichert, denn ein scheinbarer Ver- Oftmals fallen auch größere Lebensumstel- lungen in diese Phase, die eine Umorien- tierung erfordern. Beispielsweise, wenn die Kinder das Haus verlassen, die Pflege eines Elternteils notwendig wird oder berufliche Veränderungen bewältigt werden müssen. Umso wichtiger ist es, dass Frauen alle kör- perlichen und psychischen Veränderungen bewusst wahrnehmen, sich Zeit für sich nehmen und auf ihre Gesundheit achten. Wechseljahresbeschwerden werden von den betroffenen Frauen als erhebliche zusätzliche Belastung empfunden. Keine Frau muss sich jedoch während dieser Zeit unwohl oder gar krank fühlen. Es gibt wirksame Maßnahmen, um die typischen Beschwerden einzudäm- men und zu lindern. Diese Broschüre soll Ihnen einige nützliche Hinweise geben, was Sie tun können, um während der Wechsel-6 Die Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt
  • 6. jahre und auch danach gesund und aktiv zu Wann treten die Wechseljahre auf?bleiben. Ab etwa Mitte 40 beginnt bei der Frau dieWas sind die Wechseljahre? Phase der Wechseljahre. Die letzte Regel- blutung tritt bei den meisten Frauen in denDie Wechseljahre sind eine natürliche Phase Jahren zwischen 49 und 55 ein. Erste Anzei-im Leben der Frau, in der die Eierstöcke all- chen für die beginnenden Wechseljahre, diemählich ihre Hormonproduktion einstellen. sog. Perimenopause, sind UnregelmäßigkeitenNach und nach kommt es zu einem Rück- im Monatszyklus. In den Eierstöcken reift nungang der Hormone, zunächst von Proges- nicht mehr regelmäßig eine Eizelle heran oderteron und später auch des Östrogens. Man aber es bleibt trotz Reifung der Eisprung aus.spricht vom Klimakterium. Den Zeitpunkt der Die Abstände zwischen den Monatsblutungenletzten Regelblutung bezeichnet man als können daher kürzer, aber auch deutlich län-Menopause. ger werden. Auch Zwischenblutungen sind Die Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt 7
  • 7. 80 Lebenserwartung 60 Alter (Jahre) Alter bei Eintritt der Menopause 40 20 0 1850 1900 1950 2000 Durch die gestiegene Lebenserwartung wird heute ein erheblicher Teil der Lebenszeit in der Postmenopause verbracht.nicht selten. Mit Fortschreiten der Perimeno- den Eierstöcken gebildeten weiblichenpause kommt es verstärkt zu den typischen Sexualhormone (Östrogene und das Gelb-Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms körperhormon Progesteron) sowie bestimm-(PMS) wie Kopfschmerzen, Brustspannen und te Steuerungshormone des Gehirns, die invermehrte Wassereinlagerungen vor der einem Regelkreis die Abgabe der Sexualhor-Menstruation. Mit zunehmender Dauer der mone regulieren. Hormone sind BotenstoffeWechseljahre treten Hitzewallungen und unseres Körpers. Als NachrichtenübermittlerStimmungsschwankungen auf – ein indirek- zwischen Organen und Zellen sorgen sietes Zeichen des sich jetzt allmählich verstär- dafür, dass biologische Prozesse richtig ab-kenden Östrogenmangels. Auch nach der laufen. Östrogene – die wichtigsten sindMenopause benötigt der Körper noch einige Estradiol, Estron und Estriol – haben Wirkun-(2 bis 5) Jahre, bis er sich endgültig an die gen an einer Vielzahl von Organen. Sie sindniedrigeren Hormonspiegel angepasst hat. neben der Aufrechterhaltung von Frucht- barkeit und Sexualfunktion auch bestim-Hormonelle Wirkungen und mend für die weibliche Gestalt, den Haut-Veränderungen und Behaarungstyp, nicht zuletzt auch für das Wesen einer Frau, die weibliche Psyche.Vor der Menopause steuert ein kompliziertes Östrogene schützen vor Trockenheit der Augen,Zusammenspiel der Hormone die regelmäßi- der Haut und der Scheide. Sie wirken Infek-ge monatliche Blutung und Fortpflanzungs- tionen der ableitenden Harnwege entgegen,fähigkeit der Frau. Beteiligt sind hierbei die in fördern die Gedächtnisleistung und verbes-8 Die Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt
  • 8. sern die Stimmung. Östrogene sind ebenso schlaffördernd. Außerdem scheinen siewichtig für die Knochengesundheit und auch einen fördernden Einfluss auf Heilungs-haben einen günstigen Einfluss auf die Zu- prozesse im Nervensystem zu haben.sammensetzung der Blutfette. Dies erklärt,warum Frauen während der fruchtbaren Wenn während der Wechseljahre diePhase ihres Lebens kaum zu Herz-/Kreislauf- Funktion der Eierstöcke nachlässt, verringerterkrankungen wie Arteriosklerose (Gefäß- sich die Produktion von Progesteron undverkalkung) neigen. Die Rate an Herzinfarkten Östrogenen – es kommt zu Störungen desgleicht sich jedoch nach der Menopause all- hormonellen Gleichgewichts. Zunächst lässtmählich jener der Männer an. in der Perimenopause die Leistungsfähigkeit des Gelbkörpers nach. Die Folge davon ist einProgesteron gestaltet ebenfalls den weibli- in der zweiten Zyklushälfte auftretendes, zuchen Zyklus mit. Es bereitet die Gebär- frühes Absinken der Progesteronkonzen-mutterschleimhaut auf die Einnistung einer tration in Blut und Gewebe. Nun überwiegtbefruchteten Eizelle vor und ist für den das Östrogen im Körper, was sich beispiels-Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich. weise in Brustspannen oder Brustschmerz vorProgesteron und einige seiner Stoffwechsel- der Menstruation, unregelmäßigen Zyklenprodukte dienen aber auch als Botenstoffe oder in Form von zunehmender Gereiztheitfür das Gehirn. Sie wirken angstlösend und äußern kann. Prämenopause Perimenopause Postmenopause mit Menopause Östrogene im Blut Progesteron im Blut 45 50 55 Lebensjahre Verlauf der Progesteron- und Östrogen-Blutspiegel über die Wechseljahre Die Wechseljahre – ein neuer Lebensabschnitt 9
  • 9. Wechseljahresbeschwerden Art und Ausmaß von Wechseljahresbeschwerden äußern sich individuell unterschiedlich. Einige Frauen, etwa 25 bis 30 Prozent, bemerken die Wechseljahre lediglich aufgrund der unregelmäßi- ger auftretenden Periode, die später ganz ausbleibt. Ein Drittel aller Frauen verspürt leichte bis mäßige Beschwerden, ein weite- res Drittel hat jedoch mit so starken Symptomen zu kämpfen, dass Alltag und Lebensqualität erheblich beeinflusst werden.Ursache der Wechseljahresbeschwerden plötzlich, meist ausgehend von Brust oder Hals, ein starkes Wärmegefühl auf, dem Schweiß-Die typischen Beschwerden und Veränderun- ausbrüche folgen können. Die Wallungengen in den Wechseljahren werden im Wesent- dauern meist nur wenige Minuten und kön-lichen durch den fortschreitenden Östrogen- nen von Herzklopfen und Schwindelgefühlenmangel verursacht. Die Östrogenproduktion begleitet sein. Hitzewallungen treten in sehrhingegen kommt nie vollständig zum Erliegen, unterschiedlichen Abständen auf, was sichda auch nach der Menopause insbesondere von wenigen Wallungen pro Woche bis zuim Fettgewebe noch Östrogene produziert 10 oder 12 pro Tag erstrecken kann.werden, wenn auch nur in geringen Mengen. SchlafstörungenWas sind die typischen Beschwerden? Ebenfalls häufig treten in den WechseljahrenEs gibt eine ganze Reihe typischer Wechsel- Schlafstörungen auf. Oft sind Schweißaus-jahresbeschwerden, von denen aber nicht brüche infolge von Hitzewallungen diealle bei jeder Frau auftreten müssen. Auch Ursache für Schlafstörungen. In Fällen, insind Häufigkeit und Intensität der Beschwer- denen Hitzewallungen und Schwitzen mehr-den von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. fach in der Nacht auftreten, leidet die Schlaf- qualität erheblich. Abgeschlagenheit, Müdig-Hitzewallungen / Herzklopfen keit, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen am Tag sind die Folge. SchlafstörungenDie häufigsten Beschwerden in den Wechsel- werden häufig durch den früh eintretendenjahren sind Hitzewallungen. Hierbei steigt Mangel an Progesteron mitverursacht.10 Wechseljahresbeschwerden
  • 10. Unregelmäßige Blutungen Kollegen darauf aufmerksam gemacht, dass sie gereizter als früher reagieren. Sie sindAufgrund der schwankenden Hormon- plötzlich nervöser, launischer und unbere-spiegel kommt es bei vielen Frauen in den chenbarer. Solche StimmungsschwankungenWechseljahren zu unregelmäßigen Blutun- und seltener auch Episoden depressiver Ver-gen. Meist werden die Zyklen allmählich stimmung können Ausdruck unregelmäßigerlänger und die Blutungen stärker. Doch Hormonspiegel sein.auch der umgekehrte Fall ist möglich. Langanhaltende starke Blutungen können zu LangzeitfolgenEisenmangel und vermehrter Müdigkeit bis eines Hormonmangelshin zu Abgeschlagenheit führen. Unterleibs-schmerzen während der Menstruation, wie Östrogene und das Progesteron spielen nichtsie häufig in jüngeren Jahren auftreten, sind nur im Rahmen der Fortpflanzung eine wich-aber eher selten. tige Rolle, sondern haben auch weitreichen- den Einfluss auf Muskeln, Bindegewebe undStimmungsschwankungen / Blutgefäße. Anders als die kurzfristigendepressive Verstimmung Folgen des Hormonmangels wie Hitzewal- lungen und Nachtschweiß, die sich sehrVielfach werden Frauen in den Wechsel- rasch bemerkbar machen, treten die Lang-jahren erst von der Familie, Freundinnen und zeitfolgen erst allmählich in Erscheinung. Wechseljahresbeschwerden 11
  • 11. Rückbildungen im Bereich der Harnwegeund GeschlechtsorganeDie weiblichen Geschlechtsorgane und ab-leitenden Harnwege stehen unter Kontrolleder Östrogene. Durch die nachlassendeÖstrogenproduktion wird die Schleimhautder Scheide allmählich dünner und trocke-ner. Juckreiz, Brennen und anhaltende Ent-zündungen können zu Wundgefühl sowieSchmerzen beim Geschlechtsverkehr führen.Auch die Schleimhäute der Blase und derHarnröhre können sich zurückbilden. Häufiger und Abbau. Während in jüngeren Jahrenauftretende Blasen- und Harnröhreninfek- der Knochenaufbau überwiegt, kommttionen sowie meist pilzbedingte Scheiden- es ab etwa dem 35. Lebensjahr zu einementzündungen können die Folge sein. Durch langsamen, aber stetigen Abbau derdie schwindende Elastizität des Bindege- Knochensubstanz. Östrogene schützenwebes im Blasenbereich kann es, insbeson- den Knochen, d. h. sie steigern diedere bei schwacher Beckenbodenmusku- Synthese von Kollagenfasern, demlatur, zu einem unfreiwilligen Abgang von Bindegewebsanteil des Knochens undUrin kommen (Inkontinenz). Harnabgang bei hemmen den Abbau von Knochenmasse.geringfügiger Belastung wie Husten und Wenn Östrogene im Laufe der Wechsel-Niesen wird als Stress- oder Belastungsin- jahre absinken, nimmt auch der Faser-kontinenz bezeichnet. In diesen Fällen kann und Mineralgehalt des Knochens ab. Dieeine lokale Therapie mit Estriol-haltigen nachlassende Östrogenproduktion ver-Produkten ratsam sein. Nähere Informationen mindert die Fähigkeit des Organismus,hierzu finden Sie auf Seite 18. Kalzium in den Knochen einzulagern. Bei nicht ausreichender Kalziumzufuhr überOsteoporose die Nahrung sowie Vitaminmangel nutzt der Organismus vorhandene Kalzium-Der Begriff Osteoporose kommt aus dem reserven in den Knochen und baut dieseAltgriechischen und bedeutet übersetzt ab. Dies wiederum führt mit zunehmen-"löchriger Knochen", d. h. bei der Osteo- dem Alter zu einem erhöhten Risiko fürporose kommt es durch den Verlust an Knochenbrüche, z. B. Oberschenkelhals-Knochensubstanz zur Brüchigkeit des frakturen.Knochens. Die Ursachen hierfür liegenim Knochenstoffwechsel. Unsere Knochen Veränderungen der Knochensubstanzbefinden sich in einem ständigen Auf- sind zunächst nicht spürbar und mitunter12 Wechseljahresbeschwerden
  • 12. wird die Osteoporose erst erkannt, wenn Was spricht für einees zu einem ersten Knochenbruch ohne Hormonersatzbehandlung?vorherige Verletzung kommt. Das Ausmaßdes Knochenabbaus ist allerdings bei jeder Unbestritten und von medizinischen Fach-Frau verschieden und hängt sowohl von gesellschaften bestätigt ist, dass eine Hor-der familiären Anlage als auch der Lebens- monersatzbehandlung gegen alle wesentli-führung (Ernährung, Sport) ab. Eine klinisch chen Beschwerden, die das Leben währenddefinierte Osteoporose tritt bei etwa 10 % der Wechseljahre aufgrund der nachlassen-der Frauen im Alter von 55 Jahren und bei den Hormonproduktion beeinträchtigen20 % der 80-Jährigen auf. Kommt es in können, wirksam ist: Hitzewallungen, Schlaf-diesem Zusammenhang zu einem Knochen- losigkeit, Nachtschweiß, Stimmungstiefs undbruch, so kann die Lebensqualität durch Zyklusstörungen werden eingedämmt oderlang anhaltende Schmerzen, Haltungs- zumindest wesentlich gebessert. Moderneschäden und Aktivitätsverminderung deut- Hormonersatzpräparate bieten die Möglich-lich beeinträchtigt sein. Risikofaktoren keit einer individuellen Dosierung und einerfür die Entwicklung einer Osteoporose gezielt auf die Bedürfnisse der einzelnen Frausind, neben familiärer Veranlagung, eine abgestimmten Behandlung. Dafür gibt esfrühe Menopause, starkes Rauchen, erhebli- heute die natürlichen Hormone Estradiolcher bzw. regelmäßiger Alkoholkonsum, und Progesteron, die mit den vom KörperBewegungsarmut und eine unausgewo- gebildeten Hormonen identisch und dahergene Ernährung. sehr gut verträglich sind. Menopause Knochenmasse 20 30 40 50 60 70 Alter (Jahre) Altersabhängige Entwicklung der Knochenmasse bei Frauen (ohne postmenopausale Hormonsubstitution). Wechseljahresbeschwerden 13
  • 13. Die Behandlung von Wechseljahres-beschwerden Da Beschwerden in den Wechseljahren im Wesentlichen eine Folge des Östrogen- und Progesteronmangels sind, kann eine Hormonersatzbehandlung die Symptome lindern oder sogar bis zur Beschwerdefreiheit reduzieren. Ersetzt werden dabei ledig- lich die Hormone, die vom Körper in den Wechseljahren nun nicht mehr in genügendem Maße selbst produziert werden.Welche Präparate werden verordnet? körpereigenen Östrogen der Frau identisch ist, in Frage.Für die eigentlichen klimakterischen Mangel-beschwerden sind hauptsächlich die Östro- In verschiedenen Präparaten kommen abergene verantwortlich. Östrogene sind daher auch chemische Abkömmlinge von Estradiolein unverzichtbarer Bestandteil der Hormon- zur Anwendung sowie Östrogene, die ausersatzbehandlung. Wenn Sie noch eine dem Harn von trächtigen Stuten gewonnenGebärmutter haben, müssen Sie zusätzlich werden (so genannte konjugierte Stutenharn-zum Östrogen ein Gestagen einnehmen. östrogene).Das Gestagen wirkt dem durch das Östrogenverursachten Wachstum der Gebärmutter- Estradiol kann auf verschiedene Weise ange-schleimhaut entgegen. Die ergänzende wendet werden, z. B. als Gel zum AuftragenBehandlung mit Gestagenen kann in Form auf die Haut, als Pflaster oder zum Einneh-eines Einzelpräparates erfolgen, oder es men als Tablette. Bei der so genanntenkönnen auch Östrogen-Gestagen-Kombina- transdermalen Hormonersatzbehandlung,tionspräparate angewendet werden. z. B. in Form eines Estradiol-Gels oder als Estradiol-Pflaster, wird der Wirkstoff über dieÖstrogene Haut in das Blut aufgenommen. Dies hat den Vorteil, dass das Estradiol nicht – wie beiAls Östrogen, das zur Behandlung von klimak- der Tabletteneinnahme – zuerst die Leberterischen Beschwerden angewendet wird, passieren muss, um ins Blut zu gelangen. Eskommt vorwiegend Estradiol, das mit dem können daher niedrigere Dosierungen als14 Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden
  • 14. bei der Einnahme von Östrogen-Tabletten schleimhaut und damit unkontrollierteangewendet werden. Magen, Darm und Blutungen oder eine Tumorbildung in derLeber werden bei dieser Anwendungsform Gebärmutterschleimhaut verhindert.geschont. Immer häufiger empfehlen Experten heuteDie transdermale Hormonbehandlung in die Anwendung von Progesteron, dem natür-Form eines Gels lässt sich besonders indivi- lichen Gestagen der Frau, das als Kapsel (zumduell und bedarfsgerecht niedrig dosieren. Schlucken) zur Verfügung steht. ProgesteronDas Gel wird regelmäßig auf den Arm- hat gegenüber den synthetischen GestagenenSchulterbereich, den Bauch oder die Ober- unter anderem den Vorteil, dass es weitestge-schenkel aufgetragen. Dadurch bildet sich hend stoffwechselneutral ist und die Blutfetteein Wirkstoffreservoir in der Haut, aus dem nicht nachteilig beeinflusst.kontinuierlich Estradiol in die Blutgefäßeabgegeben wird. Dies führt zu besonders Progesteron kann aber noch viel mehr:gleichmäßigen Estradiolspiegeln im Blut. Es wirkt diuretisch, fördert also die Wasser- ausscheidung aus dem Körper. Im GehirnProgesteron / Gestagene binden Progesteron und zwei seiner Stoff- wechselprodukte an spezielle Rezeptoren,Frauen, die noch eine Gebärmutter haben, was zu einem beruhigenden und angstlö-bekommen zusätzlich ein Gestagenpräparat senden Effekt führt. Des Weiteren lässt sichverordnet. Durch das Gestagen werden ein ein günstiger Einfluss auf Schlafstörungenübermäßiges Wachstum der Gebärmutter- und die Schlafqualität nachweisen. Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden 15
  • 15. Hormone und Haut Östrogenmangel führt zur Verlangsamung der Zellerneuerung und des Zellwachstums. Folg-Neben den typischen Symptomen erfahren lich kommt es zur Abnahme der ZellschichtenFrauen in den Wechseljahren auch eine zu- und Veränderung der Hautstruktur. Ebensonehmende Veränderung des Hautbildes. Die nachteilig wirkt sich dieser Prozess auf dieHaut wird trockener und empfindlicher, Wundheilung aus – ältere Haut ist sehr vielverliert an Festigkeit und Elastizität, die Fal- empfindlicher als junge. Wichtige Bestand-tenbildung nimmt zu. Viele Frauen fühlen sich teile wie Kollagen und Hyaluronsäure, die fürauch dadurch in ihrer Lebensqualität einge- Spannkraft, Wasserspeicherkapazität undschränkt. Beeinflusst wird die Hautalterung Feuchtigkeit der Haut verantwortlich sind,sowohl von äußeren als auch von inneren werden vom Körper immer weniger gebildet.Faktoren. So haben UV-Einstrahlung, Umwelt- Die Haut wird dünner, trockener und hatbelastung oder auch Lebensstil (Ernährung, weniger Spannkraft.Sport, Rauchen, etc.) großen Einfluss auf das Studien zeigen, dass sich unter Hormon-Fortschreiten der Hautalterung. Eine wesent- einnahme in den Wechseljahren das Hautbild,liche Rolle scheint jedoch neben der geneti- und damit auch die Lebensqualität deutlichschen Veranlagung auch die Veränderung des verbessern kann.Hormonhaushaltes (z. B. Östrogenmangel) imKlimakterium zu spielen. Behandlungsmöglichkeiten Hormonersatzbehandlung mit Estradiol und Progesteron Eine Hormonersatzbehandlung mit den natür- lich vorkommenden körpereigenen Hormonen Estradiol und Progesteron stellt heute eine besonders wirksame und sichere Therapie- möglichkeit dar. Hierbei kann zum Beispiel die Anwendung eines Estradiol-haltigen Gels mit der Einnahme von Progesteron in Kapselform Jugendliche Haut kombiniert werden. Da die in den Präparaten enthaltenen Hormone Estradiol und Proges- teron in Struktur und Funktion vollständig identisch sind mit den natürlichen Sexualhor- monen der Frau, stellt man dem Körper bei dieser Form der Hormonersatzbehandlung im Grunde nur die Stoffe zur Verfügung, die er früher Gealterte Haut selbst in ausreichender Menge produziert hat.16 Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden
  • 16. Hormonersatzbehandlung nach Ergänzende GestagenbehandungTotaloperation Für die ergänzende Gestagenbehandlung,Wurde die Gebärmutter zusammen mit den die bei Frauen mit noch vorhandenerEierstöcken entfernt, kommt es zu einem Gebärmutter erforderlich ist, gibt es verschie-rasch eintretenden Östrogenmangel, der sich dene Behandlungsmöglichkeiten, bei denenebenso in klimakterischen Beschwerden Östrogen und Gestagen kontinuierlich oderäußert. Diesen Frauen wird deshalb meist aber nur für bestimmte Zeiträume kombiniertunmittelbar nach dem Eingriff ein Östrogen- angewendet werden. Bei der kontinuierlichenpräparat verordnet. Da die Gebärmutter nicht Anwendung wird durchgehend täglich einemehr vorhanden ist, reicht üblicherweise eine Gestagendosis zusätzlich zum Östrogen ver-Behandlung mit einem Östrogenpräparat, um abreicht. Die kontinuierliche Gabe von Gesta-die Mangelbeschwerden zu beseitigen. genen bewirkt, dass sich die Gebärmutter-Wurden die Eierstöcke nicht entfernt, treten schleimhaut nicht mehr nennenswert auf-die Wechseljahresbeschwerden zwar nicht baut. Daher kommt es im Laufe diesesabrupt auf, aber häufig doch rascher als im Behandlungsschemas zum Ausbleiben dernatürlichen Wechsel. Grund dafür ist, dass je Monatsblutung. Bei der so genanntennach angewandter Operationsmethode zur sequentiellen Anwendung werden dagegenGebärmutterentfernung auch Blutgefäße, die zwar über meist 28 Tage Östrogene angewen-die Eierstöcke versorgen, durchtrennt werden. det, jedoch wird nur in der zweiten Zyklus- hälfte über 12 bis 14 Tage zusätzlich ein Gestagen eingenommen. In den Tagen nach Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden 17
  • 17. Welche Nebenwirkungen können unter einer Hormonersatztherapie auftreten? Bei der überwiegenden Anzahl der Frauen (ca. 90 Prozent) treten keine oder nur vorüber- gehende Nebenwirkungen auf. Die meisten Begleiterscheinungen sind typische Östrogen- wirkungen und lassen sich durch eine Verrin- gerung der Dosis beseitigen. So kann es – meist bei Beginn der Therapie – zu Brustspannen, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen, Magen- Darm-Beschwerden und zu einer vorüberge- henden, in der Regel aber gering ausgeprägten Körpergewichtszunahme kommen. Eine even-dem Absetzen des Gestagens tritt dann trotz tuelle Gewichtszunahme (von bis zu etwa 1 kg)weiterer Östrogengabe eine Abbruchblutung entsteht aufgrund einer erhöhten Wasser-ein, deren Stärke von der Dosis des Östrogens einlagerung im Gewebe, die sich im weiterenund der Art des Gestagens abhängig ist. Behandlungsverlauf meist wieder normalisiert. Unregelmäßige Blutungen sollten Sie stets vonLokale Östrogenbehandlung Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt abklären lassen.Sind die Beschwerden vorwiegend auf örtli- Risiken durch Hormone?che Rückbildungen an den Geschlechts-organen beschränkt, z. B. bei trockener Das Brustkrebsrisiko –und entzündlich veränderter Scheide, kann was neue Studienergebnisse zeigeneine lokale Östrogenbehandlung rasch Abhilfeschaffen. Hierfür stehen Präparate mit dem In den letzten Jahren wurde eine breiteschwach wirksamen Östrogen Estriol als Creme, Diskussion über Risiken und Nutzen einerVaginalzäpfchen und Ovula zur Verfügung. Bei Hormonersatzbehandlung geführt. Vieledieser lokalen Behandlung ist bereits eine Frauen fühlen sich seither verunsichert. Ins-geringe Dosis an Östrogenen ausreichend, um besondere das Risiko, an Brustkrebs oder andie Beschwerden zu lindern. Da die Präparate einer Thrombose zu erkranken, wird gefürch-bei Anwendung üblicher Tagesdosen und der tet. Aber wie groß sind die Risiken einerempfohlenen Einnahmefrequenz keine Hormonersatzbehandlung tatsächlich?wesentliche Wirkung auf den Gesamtorga-nismus haben, ist auch keine ergänzende Brustkrebs ist der häufigste bösartige TumorBehandlung mit einem Gestagen notwendig. bei Frauen weltweit. Das Risiko, an Brustkrebs18 Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden
  • 18. zu erkranken, steigt mit zunehmendem einer Hormonersatztherapie am häufigstenLebensalter und in Abhängigkeit von einer von Brustkrebs betroffen. In einer viel zitierten,erblichen Veranlagung. Aber auch die indivi- groß angelegten Studie in den USA, der soduellen Lebensgewohnheiten haben einen genannten WHI-Studie, wurde ein erhöhteserheblichen Einfluss auf das persönliche Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bei FrauenBrustkrebsrisiko (z. B. Alkohol, fettreiche ermittelt, die eine bestimmte, in den USA häu-Ernährung, mangelnde Bewegung und fig verordnete Östrogen-Gestagen-Kombina-Übergewicht). Für die Mehrzahl der Brust- tion (Stutenharnöstrogene und synthetischekrebserkrankungen kann jedoch auch heute Gestagene) zur Hormonersatzbehandlungnoch keine klare Ursache festgestellt werden. einnahmen. Unter dieser Hormonersatz-Das mittlere Lebenszeitrisiko für Frauen, an behandlung traten jährlich 8 zusätzlicheBrustkrebs zu erkranken, liegt in Deutschland Fälle von Brustkrebs pro 10.000 Frauen auf,bei etwa 9 Prozent oder – anders ausgedrückt d. h. weniger als 1 zusätzlicher Fall pro 1000– jede 11. Frau erkrankt im Laufe Ihres Lebens Frauen. Auch wenn jede zusätzliche Brust-an Brustkrebs. Auf Basis von Studien über die krebserkrankung natürlich zu beklagen ist,Häufigkeit von Krankheiten in der Bevölke- dürfte das Risiko einer Hormontherapie inrung ist davon auszugehen, dass bei 45 von einer weitaus geringeren Größenordnung lie-1000 Frauen, die keine Sexualhormone gen, als von den meisten Frauen vermutet.anwenden, im Alter zwischen 45 und 70 Für Frauen ohne Gebärmutter, die Stuten-Jahren ein Brustkrebs diagnostiziert wird. harnöstrogene allein anwendeten, wurde inDabei ist diese Altersgruppe unabhängig von der WHI-Studie in einem Beobachtungs-Faktoren:Starkes Übergewicht (über 20 kg) +45Alkohol (zwei Drinks und mehr pro Tag) +27Zu wenig Bewegung (weniger als 4 Stunden pro Woche) +27Rauchen +2410 Jahre Hormontherapie + 65 Jahre Hormontherapie + 2 Zusätzliche Erkrankungsfälle pro 1000 Frauen** bezogen auf eine in Westeuropa ermittelte Grundhäufigkeit von 30–35 Brustkrebsfällen pro 1000 Frauen im Alter von 50–65 Jahren. Die Werte wurden auf Basis verschiedener Studien ermittelt. Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden 19
  • 19. zeitraum von 7 Jahren keine Zunahme des eine Brustkrebsnachbehandlung stattfindet.Brustkrebsrisikos gefunden. Selbst wenn eine Brustkrebserkrankung länge- re Zeit zurückliegt, sollten Hormone ausZudem wurde in einer großen Beobach- Vorsicht gemieden werden. Auch wenn in dertungsstudie aus Frankreich (E3N-Studie) mit nahen Verwandtschaft, z. B. bei der Mutterüber 80.000 Frauen unter der Anwendung oder der Schwester, Brustkrebserkrankungenvon natürlichen Östrogenen über die Haut bekannt sind, ist Vorsicht geboten.(transdermal) in Kombination mit natürlichemProgesteron bei einer Behandlungsdauer von Thrombosen und Hormonebis zu 6 und mehr Jahren keine Erhöhung desBrustkrebsrisikos nachgewiesen. Allerdings Unter einer Thrombose versteht man einebestand ein Trend zur Risikoerhöhung mit län- Blutgerinnselbildung in den Blutgefäßen.gerer Anwendungsdauer. Dagegen stieg in Zu einer Lungenembolie kommt es, wennderselben Untersuchung das Risiko einer Blutgerinnsel über die Venen in die LungeBrustkrebsdiagnose bei der Einnahme von gespült werden. Thromboembolien, derÖstrogenen zusammen mit synthetischen Begriff fasst Thrombosen und Lungenembo-Gestagenen um 69 Prozent und damit sehr lien zusammen, treten mit zunehmendemdeutlich an. Alter häufiger auf. Das Grundrisiko liegt in Deutschland bei der Altersgruppe der 45-Generell darf jedoch eine Hormonersatz- bis 60-jährigen bei 1 bis 2 Fällen pro 1000behandlung nicht durchgeführt werden, Frauen und Jahr. Schon seit längerer Zeit istwenn eine Frau an Brustkrebs erkrankt ist oder bekannt, dass eine Hormonersatzbehandlung das Thromboembolie-Risiko, insbesondere bei Behandlungsbeginn, erhöhen kann. In der amerikanischen WHI-Studie kam es zu einer Verdoppelung dieses Risikos. Unter der Kombinationsbehandlung mit Östrogen und Gestagen traten jährlich knapp 2 zusätzliche Thromboembolie-Fälle pro 1000 Frauen auf, bei alleiniger Östrogenbehandlung wurde weniger als 1 zusätzlicher Fall pro 1000 Frauen ermittelt. Neuere Studienergebnisse legen nahe, was schon lange vermutet wurde, dass das Thromboserisiko unter einer transdermalen Hormonersatzbehandlung mit natürlichem Estradiol, beispielsweise in Form eines Gels,20 Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden
  • 20. geringer ist als bei entsprechenden Präpa- für die ungünstige Beeinflussung des Gerin-raten in Tablettenform (oral). In diesem Sinne nungssystems durch orale Östrogene ist, dassbestätigte eine große französische Beobach- die Wirkstoffe aus den Tabletten die Leber pas-tungsstudie (ESTHER-Studie) jüngst zwar die sieren und dabei die Produktion von Gerin-Risikoerhöhung für venöse Thrombosen und nungsfaktoren stimulieren können. Ein erhöh-Embolien bei Einnahme von oralen Östro- tes Thromboserisiko kann die Folge sein.genen. Dagegen ergab sich bei transdermalerVerabreichung von Estradiol mittels Gel oder Wenn Sie unter einer Thrombose leiden bzw.Pflaster kein erhöhtes Risiko. Interessant war in in der Vergangenheit bereits Thrombosendiesem Zusammenhang auch die Auswer- aufgetreten sind, ist von einer Hormonersatz-tung einer Gruppe von übergewichtigen behandlung abzuraten. Ausgenommen sindFrauen. Übergewicht ist ein schon lang be- früher aufgetretene Thrombosen, bei denenkannter Risikofaktor für Thrombosen und ein Zusammenhang mit einer Östrogen-Embolien. Selbst bei Übergewichtigen, die anwendung vom Arzt ausgeschlossen wer-ohnehin ein um das 3fache erhöhtes den kann (z. B. Thrombose bei langer Liege-Grundrisiko haben, kam es in der ESTHER- zeit nach großen Operationen). Wenn in IhrerStudie unter einer transdermalen Östrogen- Familie häufiger Thrombosefälle beobachtetanwendung zu keiner weiteren Risiko- wurden, sollten Sie mittels einer Blut-steigerung. Auch wenn eine Anlage für untersuchung ärztlich klären lassen, ob beiGerinnungsstörungen (erhöhte Thrombose- Ihnen eine Anfälligkeit für Thrombosen vor-neigung) vorlag, wurde bei transdermaler liegt. Wenn sich diese bestätigt, müssen mitÖstrogenanwendung das 3- bis 5fach erhöhte dem behandelnden Arzt im Einzelfall NutzenGrundrisiko nicht weiter gesteigert. Ursache und Risiken einer Hormonersatzbehandlung Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden 21
  • 21. abgewogen werden. Möglicherweise kommt bei längerer Anwendungsdauer. Auchunter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen deuten erste Daten einer bevölkerungs-eine niedrig dosierte transdermale Östrogen- basierten Beobachtungsstudie aus Däne-anwendung in Frage. mark mit 700.000 Frauen (im Alter von 50 bis 69 Jahren) darauf hin, dass bei FrauenWeitere Ergebnisse aus mit einer transdermalen ÖstrogentherapieStudien das Herzinfarktrisiko gegenüber Frauen, die keine Hormone einnahmen, nahezuIn zahlreichen Studien, auch der WHI-Studie, halbiert war. Die Risikoverminderung mitwurde die sehr gute Wirksamkeit einer Östrogentabletten fiel geringer aus.Hormonersatztherapie bei Wechseljahres-beschwerden wie Hitzewallungen, Schweiß- Können auch pflanzliche Hormoneausbrüchen oder Schlafstörungen bestätigt. helfen?Für die Behandlung dieser Beschwerdengibt es keine vergleichbar wirksamen Alter- In aller Regel gilt, dass Arzneimittel, dienativen zu einer Hormonersatztherapie. Auch eine definierte Wirkung besitzen, auchdie vorbeugende Wirkung gegen die Ent- Nebenwirkungen verursachen können.wicklung einer Osteoporose (Knochen- Darüber lassen sich viele hinwegtäuschenschwund) wurde vielfach bestätigt. In der und meinen "pflanzlich" sei gleich natür-WHI-Studie verminderte die Hormonersatz- licher und gesünder. Pflanzliche Arzneimitteltherapie das Risiko für Knochenbrüche können bei leichten Wechseljahresbe-(Frakturen) insgesamt deutlich, insbesondere schwerden helfen. Sie greifen jedoch nichtjedoch auch im Bereich der Hüfte (z. B. oder nur indirekt an der Ursache derOberschenkelhalsfrakturen). Auch bösartige Beschwerden, dem Versiegen der körperei-Tumoren des Dickdarms sowie Dickdarm- genen Hormone, an. Zudem gibt es bispolypen traten unter einer kombinierten heute keine wissenschaftlichen Unter-Hormonbehandlung seltener auf. suchungen zur Langzeitanwendung dieser Präparate. Sechs überwiegend frauen-Zudem wurde das Risiko für Herzinfarkt ärztliche Vereinigungen in Deutschlandund Schlaganfälle – der Haupttodesursache untersuchten deshalb kürzlich auch diebei älteren Frauen – in der WHI- und Anwendung von Phytopräparaten beianderen Studien untersucht. Für jüngere Wechseljahresbeschwerden. Sie kamenFrauen im Alter bis zu 60 Jahren sind diese zu dem Schluss, dass Nutzen und RisikenRisiken vergleichsweise gering und lassen von pflanzlichen Präparaten bislang nichtsich durch eine niedrige Dosierung der ausreichend bewertet werden können.Ersatzhormone weiter vermindern. Für Pflanzliche Präparate stellen daher gegen-Herzgefäßkrankheiten und Herzinfarkt zeigte wärtig keine Alternative zur ursachen-sich eine Tendenz zur Risikoverminderung gerichteten Hormonersatztherapie dar.22 Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden
  • 22. Was muss ich vor einer Hormonersatz- dem Arzt ausführlich besprochen werden.behandlung beachten? Kontrolluntersuchungen sollten in 6-monati- gen Abständen stattfinden.Vor Beginn einer Hormonersatztherapie soll- Mammographische Untersuchungen (Rönt-ten Sie sich von der Frauenärztin/dem gen) der Brust sollten spätestens ab demFrauenarzt Ihres Vertrauens beraten lassen, 50. Lebensjahr üblicherweise im Abstandwelche Präparate für Sie am besten geeignet von 2 Jahren erfolgen. Die Ultraschallunter-sind, welche besonderen Vorteile die Prä- suchung der Brust ist bei Frauen in derparate für Sie haben und wie lange Sie die Peri- und Postmenopause eine zusätzlicheTherapie durchführen sollen. Bevor eine empfehlenswerte Möglichkeit der Brust-Hormonersatzbehandlung eingeleitet wird, untersuchung. Ratsam ist ferner die regel-sollte eine gründliche gynäkologische Unter- mäßige (mindestens einmal im Monat) Selbst-suchung, einschließlich der Brust, erfolgen untersuchung der Brust. Ihr Frauenarzt/Ihreund die vorliegenden und in der Vergan- Frauenärztin wird Ihnen zeigen, wie Sie Ihregenheit aufgetretenen Erkrankungen mit Brust selbst untersuchen können. Wesentliche Aussagen, die heute zur modernen Hormon­ rsatztherapie getroffen e werden können: • Es handelt sich um die am besten im Vergleich zu der Mehrzahl der Pflaster- untersuchte und wirkungsvollste präparate durch eine besonders gute Behandlung von Wechseljahres- Hautverträglichkeit aus. beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen • Ergebnisse aus Frankreich weisen darauf und Stimmungsschwankungen. hin, dass im Gegensatz zur oralen Thera- pie das Brustkrebsrisiko unter transder- • Die Hormonersatzbehandlung ist eine maler Östrogenanwendung in Kombina- gut wirksame Methode zur Vorbeugung tion mit natürlichem Progesteron für eine von alters- bzw. hormonmangelbeding- Therapiedauer bis zu fünf Jahren nicht tem Knochenschwund. erhöht ist. • Eine transdermal (z. B. mit Gel über die • Ein bestehendes Thromboserisiko wird Haut) durchgeführte Hormonersatz- nach den Ergebnissen einer neueren therapie ist in der Regel nebenwirkungs- Studie unter einer transdermalen ärmer als die orale Anwendung Östrogentherapie selbst in Risikogruppen (Tablettenform). Dies geht aus neuesten wie bei Frauen mit Übergewicht oder Daten klinischer Studien hervor. Die vermehrter Blutgerinnungsneigung nicht Anwendung eines Gels zeichnet sich zusätzlich gesteigert. Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden 23
  • 23. Ernährung und Lebensweise Das Beste für Sie und Ihren Körper ist eine gesunde Lebensführung. Und dafür können Sie selbst eine ganze Menge tun.Bewegung und Sport besser, speziell bei Speisen mit leicht abbaubaren Kohlehydraten wie Weißbrot,Achten Sie auf ausreichende körperliche Nudeln, Honig und Süßigkeiten. Wenigs-Bewegung. Sie sollten möglichst gelenk- tens zwei Liter Flüssigkeit am Tag sindschonende Sportarten wählen, z. B. Nordic- wichtig. Dies fördert den Stoffwechsel undWalken, Radfahren oder Schwimmen. Auch sorgt für eine ausgeglichene Flüssigkeits-ausgedehnte Spaziergänge an der frischen und Mineralstoffbilanz.Luft fördern das Wohlbefinden. VersuchenSie mindestens 3-mal in der Woche 30 bis Kalzium für die Knochen45 Minuten Sport oder Gymnastik zu treiben.Das stärkt die Knochen und fördert die Um einem Knochenabbau entgegenzu-Muskelkraft. Bewegung und sportliche wirken, sollten Sie täglich mindestens 1 gAktivität stärken auch Herz und Kreislauf Kalzium, den essentiellen Knochenmine-und fördern den gesunden Schlaf. ralstoff, aufnehmen. Diese Menge ist etwa in einem Liter Milch enthalten. Aber auchRichtig ernähren Buttermilch, Dickmilch, Joghurt, Hartkäse und bestimmte Gemüsesorten (Broccoli,Ernähren Sie sich abwechslungsreich, Porree) gelten als kalziumreich. Meiden Siemöglichst fettarm, vitamin- und mineral- so genannte "Kalzium-Räuber", d. h. phos-stoffreich. "Five a day" ist die goldene phatreiche Lebensmittel und Komplexbild-Regel – fünf Portionen Obst, Salate oder ner (bestimmte organische Säuren wieGemüse über den Tag verteilt helfen Oxalsäure), die die Aufnahme von Kalziumden Alterungsprozess zu bremsen. aus dem Darm vermindern. PhosphatreichePflanzliche Fette und Öle enthalten mehr Nahrungsmittel sind z. B. Wurst, Schmelz-ungesättigte Fettsäuren und sind deshalb käse und Cola. Auch in diversen Fertig-hochwertiger als tierische. Omega-3- gerichten ist Phosphat enthalten. AchtenFettsäuren, reichlich enthalten in See- Sie deshalb beim Einkauf auf eine entspre-fisch, können dabei helfen das Herz zu chende Deklaration. Eine ausreichendeschützen. Nach 18 Uhr ist Zurückhaltung Versorgung mit Vitamin D ist für die24 Ernährung und Lebensweise
  • 24. Kalziumverwertung wichtig. Vitamin D wird Trainingsmethoden liegen in vielenin der Haut aktiviert, wenn Sie dem Tageslicht Frauenarztpraxen aus und werden auchausgesetzt sind. Dabei ist die Menge an akti- von verschiedenen Krankenkassen ange-viertem Vitamin D abhängig von der expo- boten.nierten Hautfläche (z. B. Gesicht, Arme,Hände) und der Dauer des Aufenthaltes im Was sonst zu beachten istFreien. Reich an Vitamin D sind außer Milchund Milchprodukten auch fetter Seefisch, Verzichten Sie auf das Rauchen und schrän-Avocados und manche Pilze (z. B. Pfifferlinge). ken Sie den Genuss von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee ein. Diese GenussmittelGymnastik fur den Beckenboden können das Auftreten von Hitzewallungen fördern. Wenn Sie unter Nervosität undZur Vorbeugung und zur Behandlung von Schlafstörungen leiden, empfiehlt sich dieunfreiwilligem Harnabgang (z. B. beim Niesen Anwendung von Entspannungstechnikenund Husten) sind regelmäßige Übungen wie autogenem Training. Kurse werden vonzur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur Volkshochschulen und verschiedenenhilfreich. Übungsanleitungen für solche Krankenkassen angeboten. Ernährung und Lebensweise 25
  • 25. Ein Wort zum SchlussDie Wechseljahre sind eine ganz natürliche Phase im Leben einer Frau und eine großeChance, einen neuen und spannenden Lebensabschnitt zu entdecken.Mit all dem gewonnenen Wissen, Ihrer Lebenserfahrung und Persönlichkeit können Sie dieWechseljahre nutzen, um vielleicht Prioritäten neu zu setzen, Pläne zu schmieden, sichlang gehegte Wünsche zu erfüllen und über sich selbst ein wenig mehr zu erfahren.Wir hoffen, Ihnen mit dieser Broschüre ein paar Anregungen gegeben zu haben, wie Siemit den Wechseljahren besser und leichter umgehen können, um diese Zeit möglichstbeschwerdefrei und aktiv zu gestalten.26 Ein Wort zum Schluss
  • 26. Weitere umfangreiche Informationenzum Thema Wechseljahre finden Sie auch unter:www.hormontherapie-wechseljahre.de 27
  • 27. DR. KADE 90500 / 072011Pharmazeutische Fabrik GmbHRigistraße 2, 12277 BerlinTel +49 (0)30 7 20 82-0www.kade.de