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Vortrag anlässlich der HDI 2010, 4. Fachtagung »Hochschuldidaktik Informatik« an der Universität Paderborn (9.+10.12.2010)

Vortrag anlässlich der HDI 2010, 4. Fachtagung »Hochschuldidaktik Informatik« an der Universität Paderborn (9.+10.12.2010)

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Vortrag hdi 12-2010 Vortrag hdi 12-2010 Presentation Transcript

  • Aquadrohne, Messdatenerfassung und Co. - Ein interdisziplinäres Projektmanagement als Teil des Wirtschaftsinformatikstudiums Prof. Dr. Stephan Raimer Fachbereichsleiter Wirtschaftsinformatik Berufsakademie an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein GmbHSonntag, 27. Februar 2011
  • Agenda 1. Kompetenzbegriff und -orientierung 2. Bedarf an PM-Kompetenzen in Unternehmen 3. Umsetzung als Studienmodul(e) 4. Beispielhafte ProjekteSonntag, 27. Februar 2011
  • 1. Kompetenzbegriff und -orientierungSonntag, 27. Februar 2011
  • 1. Kompetenzbegriff und -orientierungSonntag, 27. Februar 2011
  • 1. Kompetenzbegriff und -orientierung Rahmenempfehlung Wirtschaftsinformatik Hauptausbildungsbereiche (WKWI 2007) 0. Hilfs- und Grundlagenfächer 4. Informationsmanagement 5. Inner- und überbetriebliche 1. Allgemeiner Teil Informationssysteme 2. Wirtschaftswissenschaftliche 6. Entwicklung und Management von Grundlagen Informationssystemen 3. Informations- und 7. Daten- und Wissensmanagement- Kommunikationstechnologie systeme 8. Modelle und Methoden zur EntscheidunsunterstützungSonntag, 27. Februar 2011
  • 1. Kompetenzbegriff und -orientierung Rahmenempfehlung Wirtschaftsinformatik Hauptausbildungsbereiche (WKWI 2007) 0. Hilfs- und Grundlagenfächer 4. Informationsmanagement 5. Inner- und überbetriebliche 1. Allgemeiner Teil Informationssysteme 2. Wirtschaftswissenschaftliche 6. Entwicklung und Management von Grundlagen Informationssystemen 3. Informations- und 7. Daten- und Wissensmanagement- Kommunikationstechnologie systeme 8. Modelle und Methoden zur EntscheidunsunterstützungSonntag, 27. Februar 2011
  • 1. Kompetenzbegriff und -orientierung Rahmenempfehlung Wirtschaftsinformatik Hauptausbildungsbereiche (WKWI 2007) 0. Hilfs- und Grundlagenfächer 4. Informationsmanagement 6. Entwicklung und Management von Informationssystemen 5. Inner- und überbetriebliche 1. Allgemeiner Teil ... Informationssysteme c) Projektmanagement für IS-Projekte: Projektplanung, -steuerung und -organisation; 2. Wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen Prinzipien, Methoden und Modelle für das PM; Vorgehensmodelle für das PM; 3. Informations- und ... 7. Daten- und Wissensmanagement- Kommunikationstechnologie systeme 8. Modelle und Methoden zur EntscheidunsunterstützungSonntag, 27. Februar 2011
  • 2. Bedarf an PM-Kompetenzen in UnternehmenSonntag, 27. Februar 2011
  • 2. Bedarf an PM-Kompetenzen in Unternehmen Mythos „Chaos Report“Sonntag, 27. Februar 2011
  • 3. Umsetzung als Studienmodul(e) ZERTIFIZIERUNG PM-Kontext- kompetenzen PM-Verhaltens- kompetenzen PM-technische Kompetenzen PM-Kontextkompetenz- Elemente Projektorientierung Programmorientierung Portfolioorientierung Einführung von Projekt-, Programm- und Portfolio-Management Stammorganisation Geschäft Systeme, Produkte und Technologie Personalmanagement Gesundheit, Arbeits-, Betriebs- und Umweltschutz PM-Verhaltenskompetenz- Finanzierung PM-technische Kompetenz- Elemente Rechtliche Elemente Aspekte Projektmanagementerfolg Führung Engagement und Motivation Interessierte Parteien Selbststeuerung Projektanforderungen und Projektziele Durchsetzungsvermögen Risiken und Chancen Entspannung und Qualität Stressbewältigung Projektorganisation Offenheit Teamarbeit Kreativität Problemlösung Ergebnisorientierung Projektstrukturen Effizienz Leistungsumfang und Lieferobjekte Beratung Projektphasen, Ablauf und Termine Verhandlungen Ressourcen Konflikte und Krisen Kosten und Finanzmittel Verlässlichkeit Beschaffung und Verträge Wertschätzung Änderungen Ethik Überwachung und Steuerung, Berichtswesen Information und Dokumentation Kommunikation Projektstart Projektabschluss Das „Eye of Competence“ stellt die Integration aller PM-Elemente bei der Einschätzung einer bestimmten Situation durch das Auge eines Projektmanagers dar. Das Auge steht für Klarheit und Weitblick. NCB 3 Juli 2009 Seite 3 von 203 ICB - IPMA COMPETENCE BASELINE Version 3.0 in der Fassung als DEUTSCHE NCB 3.0 NATIONAL COMPETENCE BASELINE der PM-ZERT Zertifizierungsstelle der GPM e.V.Sonntag, 27. Februar 2011
  • 3. Umsetzung als Studienmodul(e) PM-Kontextkompetenz- ZERTIFIZIERUNG Elemente Projektorientierung PM-Kontext- kompetenzen Programmorientierung PM-Verhaltens- kompetenzen PM-technische Portfolioorientierung Einführung von Projekt-, Programm- und Kompetenzen Portfolio-Management Stammorganisation Geschäft ICB - IPMA COMPETENCE BASELINE Version 3.0 in der Fassung als Systeme, Produkte und Technologie DEUTSCHE NCB 3.0 NATIONAL COMPETENCE BASELINE der PM-ZERT Zertifizierungsstelle der GPM e.V. Personalmanagement Gesundheit, Arbeits-, Betriebs- und Umweltschutz PM-Verhaltenskompetenz- Finanzierung PM-technische Kompetenz- Elemente Rechtliche Elemente Aspekte Projektmanagementerfolg Führung Engagement und Motivation Interessierte Parteien Selbststeuerung Projektanforderungen und Projektziele Durchsetzungsvermögen Risiken und Chancen Entspannung und Qualität Stressbewältigung Projektorganisation Offenheit Teamarbeit Kreativität Problemlösung Ergebnisorientierung Projektstrukturen Effizienz Leistungsumfang und Lieferobjekte Beratung Projektphasen, Ablauf und Termine Verhandlungen Ressourcen Konflikte und Krisen Kosten und Finanzmittel Verlässlichkeit Beschaffung und Verträge Wertschätzung Änderungen Ethik Überwachung und Steuerung, Berichtswesen Information und Dokumentation Kommunikation Projektstart ProjektabschlussSonntag, 27. Februar 2011
  • 3. Umsetzung als Studienmodul(e) Ziel: Dokumentation Planung und Umsetzung eines Themas als 1. Projekt / Projektziele vollständiges Projekt 2. Projektumfeld, Stakeholder 3. Risikonanalyse •Software-Auswahl / 4. Projektorganisation -Einführung 5. Phasenplanung •App-Entwicklung 6. Projektstrukturplan •Microcontroller 7. Ablauf- und Terminplan •... 8. Einsatzmittel- / Kostenplanung 9. Verhaltenskompetenz 10. WahlelementeSonntag, 27. Februar 2011
  • 4. Beispielhafte ProjekteSonntag, 27. Februar 2011
  • PM-Zertifizierung schwerpunkt mehr zum thema: www.gmp-ipma.de die autoren OBJEKTspektrum 3/2009 www.pmi-muc.de MEIN HAUS, MEIN AUTO, MEINE PROJEKT- MANAGEMENT-ZERTIFIKATE Bernd Oestereich (E-Mail: bernd.oestereich@oose.de) ist Geschäftsführer der oose Innovative „Projektmanager” und „Projektleiter” sind keine geschützten Berufsbezeichnungen Informatik GmbH, Koautor des Buchs und daher als solche zunächst weitgehend wertlose Begriffe. Wer deutlich [Oes08] und Experte für moderne Projekt- machen will, dass er dafür auch qualifiziert ist, hat entweder belastbare Refe- managementverfahren. renzen, einen eigenen guten Ruf oder besitzt ein allgemein anerkanntes Zertifikat. Aber welches? Mehr dazu in diesem Beitrag. Dass Projektmanagement (PM) oft kein Angestellten aber oftmals weniger oder nur einfaches Geschäft ist und Intuition und indirekte Rückmeldungen und Beurtei- Erfahrung allein nicht immer ausreichend lungen zu ihrer Qualifikation erhalten, sind, ist kein Geheimnis. Immer mehr kann ein Zertifikat auch zur besseren Prof. Dr. Michael Gessler Unternehmen erkennen den Wert und die Selbsteinschätzung dienen oder das Selbst- (E-Mail: m.gessler@gpm-ipma.de) Vorteile einer soliden Ausbildung ihrer vertrauen unterstützen. ist Vorstand Qualifizierung und Zertifizierung Projektmanager und investieren entspre- Auch in der Personalentwicklung, z. B. der GPM sowie Mitglied im Council of chend in deren Ausbildung. Zertifi- im Rahmen unternehmensinterner Kar- Delegates der IPMA. Er ist Mitherausgeber zierungen durch eine der nationalen oder rieremodelle, werden PM-Zertifizierungen des neuen GPM-Fachbuchs [GPM09]. internationalen PM-Institutionen gewinnen immer häufiger eingesetzt. Der Erwerb dabei immer mehr an Attraktivität. eines Zertifikates wird dann möglicher- Die Wahl der richtigen Zertifizierung – weise Teil einer Zielvereinbarung oder also eines bestimmten Anbieters und Bedingung für ein höheres Gehalt. Standards – hängt von verschiedenen Festangestellte werden aber auch unabhän- Randbedingungen ab. Neben zwei großen giger von der gegebenenfalls subjektiven und international anerkannten Standards oder einseitigen Beurteilung durch ihre Per- existieren kleinere Anbieter oder Nischen. sonalvorgesetzten. Softwareentwicklungsunternehmen, Warum überhaupt Unternehmens- und Technologieberatun- Oliver F. Lehmann PM-Zertifizierungen? gen und andere Dienstleistungsunterneh- (E-Mail: oliver@oliverlehmann.com) PM wird sehr unterschiedlich praktiziert men können mit Hilfe der PM-Zertifikate hat seine Zertifizierung zum „Project und kann dadurch die Kommunikation ihrer Mitarbeiter Wettbewerbsvorteile Management Professional” (PMP) 2001 und Zusammenarbeit im Projekt oder erlangen und Vertrauen bei ihren Kunden abgelegt und seither viele hundert Projekt- Unternehmen behindern. Ein gemeinsamer herstellen. Gelegentlich werden bestimmte manager auf die Prüfungen des PMI vorbe- Wortschatz und ein einheitliches Ver- PM-Zertifikate auch bei Ausschreibungen reitet. Er ist im Vorstand des Münchener ständnis hingegen minimieren Einarbei- gefordert. Chapters des PMI. tungsaufwände, vermeiden unnötige Rei- Für Projektleiter, die innovative oder bungen und Fehler und unterstützen eine weniger bekannte Verfahren praktizieren, effiziente und effektive Arbeit. kann der Nachweis eines Zertifikates ein irgendwo abgeschaute eigene Praktik auch Projektleiter steigern mit PM-Zertifi- vertrauensbildender Gegenpol zu den Un- von anderen erfolgreich praktiziert wird katen ihren Marktwert, beschleunigen sicherheiten oder Vorbehalten sein, die oder dass es vorteilhaftere Alternativen gegebenenfalls ihre Karriere und lassen sich Auftraggeber oder andere Projektbeteiligte gibt. Absolventen erweitern ihren Hori- ihre Qualifikation neutral und objektiv möglicherweise gegenüber diesen neuen zont, ihr Repertoire, bekommen neue bestätigen. Die eine oder andere Stel- Verfahren haben. Werkzeuge an die Hand und überprüfen lenanzeige begrüßt oder fordert bestimmte Nicht zu unterschätzen ist auch die höhe- und schärfen ihre bisherigen Werkzeuge. Zertifikate. Für freiberufliche Projektleiter, re fachliche Sicherheit und Kompetenz, die Für alle Parteien gibt es also viele gute die sich selbst regelmäßig gegenüber neuen sich üblicherweise einstellt. Absolventen, Gründe, die für PM-Zertifizierungen spre- und unbekannten Auftraggebern präsentie- selbst sehr erfahrene Autodidakten, finden chen. Andererseits sollten sie auch nicht ren müssen, kann ein Zertifikat eine wich- weitere Anregungen, Techniken, Tipps und überbewertet werden. Ein Zertifikat ist kei- tige vertriebliche Unterstützung darstellen Tricks, die ihnen zu noch besseren ne Garantie dafür, dass die Projekte seines und höhere Honorarforderungen ermög- Leistungen verhelfen. Jeder entdeckt, dass Besitzers gelingen. Sind die Prüfungen zu lichen. Da Freiberufler im Gegensatz zu die eine oder andere selbstkreierte oder einem Zertifikat trivial oder durch einfa- 16 17Sonntag, 27. Februar 2011
  • PM-Zertifizierung Warum überhaupt zertifizieren ? schwerpunkt MEIN HAUS, MEIN AUTO, mehr zum thema: www.gmp-ipma.de www.pmi-muc.de die autoren • Effiziente und Effektive Projektarbeit durch einheitliche MEINE PROJEKT- MANAGEMENT-ZERTIFIKATE Bernd Oestereich (E-Mail: bernd.oestereich@oose.de) „Sprache“ Wettbewerbsvorteile (z.T. bei Ausschreibungen gefordert) ist Geschäftsführer der oose Innovative • „Projektmanager” und „Projektleiter” sind keine geschützten Berufsbezeichnungen Informatik GmbH, Koautor des Buchs und daher als solche zunächst weitgehend wertlose Begriffe. Wer deutlich [Oes08] und Experte für moderne Projekt- machen will, dass er dafür auch qualifiziert ist, hat entweder belastbare Refe- managementverfahren. renzen, einen eigenen guten Ruf oder besitzt ein allgemein anerkanntes Zertifikat. Aber welches? Mehr dazu in diesem Beitrag. Dass Projektmanagement (PM) oft kein Angestellten aber oftmals weniger oder nur einfaches Geschäft ist und Intuition und indirekte Rückmeldungen und Beurtei- Erfahrung allein nicht immer ausreichend lungen zu ihrer Qualifikation erhalten, sind, ist kein Geheimnis. Immer mehr kann ein Zertifikat auch zur besseren Prof. Dr. Michael Gessler Unternehmen erkennen den Wert und die Selbsteinschätzung dienen oder das Selbst- (E-Mail: m.gessler@gpm-ipma.de) Vorteile einer soliden Ausbildung ihrer vertrauen unterstützen. ist Vorstand Qualifizierung und Zertifizierung Projektmanager und investieren entspre- Auch in der Personalentwicklung, z. B. der GPM sowie Mitglied im Council of chend in deren Ausbildung. Zertifi- im Rahmen unternehmensinterner Kar- Delegates der IPMA. Er ist Mitherausgeber zierungen durch eine der nationalen oder rieremodelle, werden PM-Zertifizierungen des neuen GPM-Fachbuchs [GPM09]. internationalen PM-Institutionen gewinnen immer häufiger eingesetzt. Der Erwerb dabei immer mehr an Attraktivität. eines Zertifikates wird dann möglicher- „Karrierebeschleuniger“ Die Wahl der richtigen Zertifizierung – weise Teil einer Zielvereinbarung oder • also eines bestimmten Anbieters und Bedingung für ein höheres Gehalt. Standards – hängt von verschiedenen Festangestellte werden aber auch unabhän- Randbedingungen ab. Neben zwei großen giger von der gegebenenfalls subjektiven und international anerkannten Standards oder einseitigen Beurteilung durch ihre Per- existieren kleinere Anbieter oder Nischen. sonalvorgesetzten. Softwareentwicklungsunternehmen, Kompetenznachweis Warum überhaupt Unternehmens- und Technologieberatun- Oliver F. Lehmann • PM-Zertifizierungen? gen und andere Dienstleistungsunterneh- (E-Mail: oliver@oliverlehmann.com) PM wird sehr unterschiedlich praktiziert men können mit Hilfe der PM-Zertifikate hat seine Zertifizierung zum „Project und kann dadurch die Kommunikation ihrer Mitarbeiter Wettbewerbsvorteile Management Professional” (PMP) 2001 und Zusammenarbeit im Projekt oder erlangen und Vertrauen bei ihren Kunden abgelegt und seither viele hundert Projekt- Unternehmen behindern. Ein gemeinsamer herstellen. Gelegentlich werden bestimmte manager auf die Prüfungen des PMI vorbe- Wortschatz und ein einheitliches Ver- PM-Zertifikate auch bei Ausschreibungen reitet. Er ist im Vorstand des Münchener Ergänzung & „Unterfütterung“ von vorhandenem ständnis hingegen minimieren Einarbei- gefordert. Chapters des PMI. • tungsaufwände, vermeiden unnötige Rei- Für Projektleiter, die innovative oder bungen und Fehler und unterstützen eine weniger bekannte Verfahren praktizieren, effiziente und effektive Arbeit. kann der Nachweis eines Zertifikates ein irgendwo abgeschaute eigene Praktik auch Projektleiter steigern mit PM-Zertifi- vertrauensbildender Gegenpol zu den Un- von anderen erfolgreich praktiziert wird katen ihren Marktwert, beschleunigen sicherheiten oder Vorbehalten sein, die oder dass es vorteilhaftere Alternativen gegebenenfalls ihre Karriere und lassen sich Auftraggeber oder andere Projektbeteiligte gibt. Absolventen erweitern ihren Hori- Erfahrungswissen: Methoden und Werkzeuge ihre Qualifikation neutral und objektiv möglicherweise gegenüber diesen neuen zont, ihr Repertoire, bekommen neue bestätigen. Die eine oder andere Stel- Verfahren haben. Werkzeuge an die Hand und überprüfen lenanzeige begrüßt oder fordert bestimmte Nicht zu unterschätzen ist auch die höhe- und schärfen ihre bisherigen Werkzeuge. Zertifikate. Für freiberufliche Projektleiter, re fachliche Sicherheit und Kompetenz, die Für alle Parteien gibt es also viele gute die sich selbst regelmäßig gegenüber neuen sich üblicherweise einstellt. Absolventen, Gründe, die für PM-Zertifizierungen spre- und unbekannten Auftraggebern präsentie- selbst sehr erfahrene Autodidakten, finden chen. Andererseits sollten sie auch nicht ren müssen, kann ein Zertifikat eine wich- weitere Anregungen, Techniken, Tipps und überbewertet werden. Ein Zertifikat ist kei- tige vertriebliche Unterstützung darstellen Tricks, die ihnen zu noch besseren ne Garantie dafür, dass die Projekte seines und höhere Honorarforderungen ermög- Leistungen verhelfen. Jeder entdeckt, dass Besitzers gelingen. Sind die Prüfungen zu lichen. Da Freiberufler im Gegensatz zu die eine oder andere selbstkreierte oder einem Zertifikat trivial oder durch einfa- 16 17 OBJEKTspektrum 3/2009Sonntag, 27. Februar 2011
  • PM-Zertifizierung Vorbehalte & Fragen schwerpunkt mehr zum thema: www.gmp-ipma.de www.pmi-muc.de die autoren • Wissensabfrage vs. oder Anwendung / Können ? Wie realitätsnah ist die Prüfung von Wissen und MEIN HAUS, MEIN AUTO, MEINE PROJEKT- • MANAGEMENT-ZERTIFIKATE Bernd Oestereich Fertigkeiten ? (E-Mail: bernd.oestereich@oose.de) ist Geschäftsführer der oose Innovative „Projektmanager” und „Projektleiter” sind keine geschützten Berufsbezeichnungen Informatik GmbH, Koautor des Buchs und daher als solche zunächst weitgehend wertlose Begriffe. Wer deutlich [Oes08] und Experte für moderne Projekt- machen will, dass er dafür auch qualifiziert ist, hat entweder belastbare Refe- managementverfahren. renzen, einen eigenen guten Ruf oder besitzt ein allgemein anerkanntes Zertifikat. Aber welches? Mehr dazu in diesem Beitrag. Dass Projektmanagement (PM) oft kein einfaches Geschäft ist und Intuition und Erfahrung allein nicht immer ausreichend Angestellten aber oftmals weniger oder nur indirekte Rückmeldungen und Beurtei- lungen zu ihrer Qualifikation erhalten, • Branchenbezug einer Zertifizierung ? Passung bezüglich iterativ-inkrementeller sind, ist kein Geheimnis. Immer mehr kann ein Zertifikat auch zur besseren Prof. Dr. Michael Gessler • Unternehmen erkennen den Wert und die Selbsteinschätzung dienen oder das Selbst- (E-Mail: m.gessler@gpm-ipma.de) Vorteile einer soliden Ausbildung ihrer vertrauen unterstützen. ist Vorstand Qualifizierung und Zertifizierung Projektmanager und investieren entspre- Auch in der Personalentwicklung, z. B. der GPM sowie Mitglied im Council of chend in deren Ausbildung. Zertifi- im Rahmen unternehmensinterner Kar- Delegates der IPMA. Er ist Mitherausgeber zierungen durch eine der nationalen oder rieremodelle, werden PM-Zertifizierungen des neuen GPM-Fachbuchs [GPM09]. internationalen PM-Institutionen gewinnen immer häufiger eingesetzt. Der Erwerb Vorgehensmodelle in der IT dabei immer mehr an Attraktivität. eines Zertifikates wird dann möglicher- Die Wahl der richtigen Zertifizierung – weise Teil einer Zielvereinbarung oder also eines bestimmten Anbieters und Bedingung für ein höheres Gehalt. Standards – hängt von verschiedenen Festangestellte werden aber auch unabhän- Randbedingungen ab. Neben zwei großen giger von der gegebenenfalls subjektiven und international anerkannten Standards oder einseitigen Beurteilung durch ihre Per- existieren kleinere Anbieter oder Nischen. sonalvorgesetzten. Softwareentwicklungsunternehmen, Warum überhaupt Unternehmens- und Technologieberatun- Oliver F. Lehmann PM-Zertifizierungen? gen und andere Dienstleistungsunterneh- (E-Mail: oliver@oliverlehmann.com) PM wird sehr unterschiedlich praktiziert men können mit Hilfe der PM-Zertifikate hat seine Zertifizierung zum „Project und kann dadurch die Kommunikation ihrer Mitarbeiter Wettbewerbsvorteile Management Professional” (PMP) 2001 und Zusammenarbeit im Projekt oder erlangen und Vertrauen bei ihren Kunden abgelegt und seither viele hundert Projekt- Unternehmen behindern. Ein gemeinsamer herstellen. Gelegentlich werden bestimmte manager auf die Prüfungen des PMI vorbe- Welches ist das richtige Zertifikat ??? Wortschatz und ein einheitliches Ver- PM-Zertifikate auch bei Ausschreibungen reitet. Er ist im Vorstand des Münchener • ständnis hingegen minimieren Einarbei- gefordert. Chapters des PMI. tungsaufwände, vermeiden unnötige Rei- Für Projektleiter, die innovative oder bungen und Fehler und unterstützen eine weniger bekannte Verfahren praktizieren, effiziente und effektive Arbeit. kann der Nachweis eines Zertifikates ein irgendwo abgeschaute eigene Praktik auch Projektleiter steigern mit PM-Zertifi- vertrauensbildender Gegenpol zu den Un- von anderen erfolgreich praktiziert wird katen ihren Marktwert, beschleunigen sicherheiten oder Vorbehalten sein, die oder dass es vorteilhaftere Alternativen gegebenenfalls ihre Karriere und lassen sich Auftraggeber oder andere Projektbeteiligte gibt. Absolventen erweitern ihren Hori- ihre Qualifikation neutral und objektiv möglicherweise gegenüber diesen neuen zont, ihr Repertoire, bekommen neue bestätigen. Die eine oder andere Stel- Verfahren haben. Werkzeuge an die Hand und überprüfen lenanzeige begrüßt oder fordert bestimmte Nicht zu unterschätzen ist auch die höhe- und schärfen ihre bisherigen Werkzeuge. Zertifikate. Für freiberufliche Projektleiter, re fachliche Sicherheit und Kompetenz, die Für alle Parteien gibt es also viele gute die sich selbst regelmäßig gegenüber neuen sich üblicherweise einstellt. Absolventen, Gründe, die für PM-Zertifizierungen spre- und unbekannten Auftraggebern präsentie- selbst sehr erfahrene Autodidakten, finden chen. Andererseits sollten sie auch nicht V-Modell XT, HERMES, PRINCE 2, CMMI, Scrum, iSQI, ren müssen, kann ein Zertifikat eine wich- weitere Anregungen, Techniken, Tipps und überbewertet werden. Ein Zertifikat ist kei- tige vertriebliche Unterstützung darstellen Tricks, die ihnen zu noch besseren ne Garantie dafür, dass die Projekte seines und höhere Honorarforderungen ermög- Leistungen verhelfen. Jeder entdeckt, dass Besitzers gelingen. Sind die Prüfungen zu lichen. Da Freiberufler im Gegensatz zu die eine oder andere selbstkreierte oder einem Zertifikat trivial oder durch einfa- 16 17 Projektingenieur VDI ... (ITIL, ITSM; SixSigma) OBJEKTspektrum 3/2009 => Auswahl gg. durch Projektumfeld, Kunden, internationale Ausrichtung etc.Sonntag, 27. Februar 2011
  • PM-Zertifizierung GPM IPMA IPMA IPMA IPMA PMI PMI PMI Basiszertifikat Stufe D Stufe C Stufe B Stufe A CAPM PMP PgMP Zulassungsvoraussetzungen: Zulassung zum Zertifizierungsverfahren Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Zwingendes Stufensystem Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein Projektleitungserfahrung insgesamt Mit Uni-Abschluss.: Keine Keine 3 Jahre 5 Jahre 1.500 h 4.500 h 6.000 h oder 23 h Mit Abitur: Seminar 7.500 h Projektleitungserfahrung in komplexen Projekten Keine Keine Keine 3 Jahre Leitungserfahrung in Mit Uni-Abhluss.: Multiprojektmanagement und Keine Keine Keine Keine 5 Jahre 6.000 h Programmmanagement Mit Abitur: 10.500 h Abitur oder Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja 10 Jahre Schule plus 3 Jahre Lehre Nein Ja Ja Ja Ja Nein Nein Nein Seminarbesuch, Vorbereitungskurs 24 h Freiwillig Freiwillig Freiwillig Freiwillig 23 h 35 h Prüfungsablauf: Sprache Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Deutsch Englisch* Englisch* Englisch* Anzahl Fragen 150 200 170 Mindestquote richtiger Antworten 50 % 50 % 50 % 67 % 67 % 65 – 75 % 65 – 70 % ? Dauer Fragenbeantwortung ca. 2h 2h 2x2h 2x2h 2h 3h 4h 4h Persönliches Prüfungsgespräch Nein 30 Min. 1h 1h 1h Nein Nein Nein Fallstudien-Workshop (Gruppenarbeit) Nein Nein 8h 8h 8h Nein Nein Nein Hausaufgaben, Studienarbeit, Nein Nein Nein Ja Ja Nein Nein Nein Literaturarbeit Bewerbung: Antragsformular Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Lebenslauf (Schulen, Ausbildungsweg, Ja Ja Ja Ja Ja Nein Nein Nein beruflicher Werdegang, PM-Aus-/Weiterbildung) Selbstbewertung, Selbstnachweis Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Referenzen, Anzahl Referenzgeber nein nein 2 2 2 2 2 2 Transfernachweis (schriftliche Arbeit) Nein Ja Nein Nein Nein Nein Nein Nein Projektliste/Erfahrungsliste Nein Nein Ja Ja Ja Projektberichte 0 0 1 1 1 0 0 0 Darstellung des Unternehmens, in Nein Nein Ja Ja Ja Nein Nein Nein dem Erfahrungen gesammelt wurden Sonstiges: Kosten 225 650 1.650 2.100 2.750 Ca. 180 Ca. 325 Ca. 1.200 Rabatt für Verbandsmitglieder 10 % 10 % 10 % 10 % 10 % 25 % 25 % 25 % Gültigkeit, Re-Zertifizierung ewig 5 Jahre 3 Jahre 3 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 3 Jahre 3 Jahre 60 PDUs 60 PDUs PM-ZERT Prometric Testcenter Zertifizierungsstelle, Anbieter Ca. 70 GPM-zertifizierte Trainer Diverse Trainingsanbieter Trainer und Termine auf GPM-Website Tabelle 3: Die einzelnen Zertifizierungsstufen im Vergleich (*mit deutscher Sprachhilfe). 20 21Sonntag, 27. Februar 2011