Your SlideShare is downloading. ×
Henkel nb11
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Thanks for flagging this SlideShare!

Oops! An error has occurred.

×

Introducing the official SlideShare app

Stunning, full-screen experience for iPhone and Android

Text the download link to your phone

Standard text messaging rates apply

Henkel nb11

1,406
views

Published on


0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
1,406
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
0
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

Report content
Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
No notes for slide

Transcript

  • 1. Nachhaltigkeitsbericht 2011
  • 2. Inhalt Henkel auf einen Blick 1 Vorwort Mehr als 2 6 8 Nachhaltigkeitsstrategie und Management Management und Standards Einkauf und Lieferantenmanagement 135 47.000 Jahre Markenerfolg Mitarbeiter 11 Produktion und Logistik14 Arbeitssicherheit 15 Logistik und Transport16 Produktverantwortung Aus mehr als 21 Wasch-/Reinigungsmittel252933 Kosmetik/Körperpflege Adhesive Technologies Mitarbeiter 15,6 120 Mrd Euro Umsatz Nationen stammen37 Gesellschaftliches Engagement im Jahr 2011 unsere Mitarbeiter38 Stakeholder-Dialog40 Kennzahlen44 Externe Bewertungen Rund 42 % 30 %45 Kontakte, weitere Publikationen, Impressum unseres Umsatzes erzielen wir unserer Führungskräfte in den Wachstumsregionen sind FrauenDer NachhaltigkeitsberichtUnser Nachhaltigkeitsbericht fasst die wesentlichenökologischen sowie gesellschaftlichen und sozialenEntwicklungen im Geschäftsjahr 2011 zusammen. Er 42 % 2.343 unseres Umsatzes erzielen wir gesellschaftlicheschließt alle in den Konzernabschluss einbezogenen mit unseren Top-10-Marken Projekte haben wir imHenkel-Unternehmen ein. Die berichteten Inhalte Jahr 2011 gefördertspiegeln die für unsere Geschäftstätigkeit relevantenund materiellen Aspekte einer nachhaltigen Entwick-lung wider. Die gedruckte Version bildet zusammenmit dem Online-Nachhaltigkeitsbericht sowie dem Henkel weltweitGeschäftsbericht eine integrierte Unternehmensbe- Düsseldorf, Deutschlandrichterstattung. Seit unserem Beitritt zum Global Hauptsitz Shanghai, ChinaCompact der Vereinten Nationen im Jahr 2003 dient Wien, Österreich Regionales Zentrumdieser Bericht auch als jährlich vorzulegender Fort- Regionales Zentrumschrittsbericht.Im vorliegenden Bericht 2011 finden Sie an vielen Rocky Hill,Stellen Verweise auf weitere Informationen im Connecticut, USA Regionales ZentrumNachhaltigkeitsbericht , im Geschäftsbericht Scottsdale,sowie in unserem Online-Nachhaltigkeitsbericht . Arizona, USA Regionales Zentrum Dubai, Vereinigte Arabische EmirateViele in diesem Bericht angegebenen Internet-Ver- Mexico City, Regionales Zentrumweise sind mit einer Zahl versehen, beispielsweise Mexiko Kairo, Ägypten Regionales Zentrum Regionales Zentrum  www.henkel.de/nb2011 | 5. Um diese einzusehen, São Paulo, Brasilienrufen Sie die Seite www.henkel.de/nb2011 auf. Regionales ZentrumDort finden Sie rechts in der Servicespalte die Kenn-ziffern-Suchfunktion, über die Sie nach Eingabe der Henkel ist weltweit mit führenden Marken und Technologien injeweiligen Zahl direkt zu den weiterführenden Inhal- den drei Geschäftsfeldern Wasch-/Reinigungsmittel, Kosmetik/ten gelangen. Im Online-Nachhaltigkeitsbericht fin- Körperpflege und Adhesive Technologies tätig. Hauptsitz des 1876det sich auch ein ausführlicher und verlinkter Index gegründeten Unternehmens ist Düsseldorf. Mit Produktionsstät-zu den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI): ten in 56 Ländern fördern wir als lokaler Arbeitgeber, Einkäufer www.henkel.de/nb2011 | 1 und Investor die wirtschaftliche Entwicklung. Mehr Informationen zur Geschäftsentwicklung und zu wichtigen Kennzahlen pro Region: Seiten 53 bis 59 sowie www.henkel.de/nb2011 | 2
  • 3. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie auf einen BlickUnser Wert Wir verpflichten uns, unsere führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit auszubauen.Unsere ∙ Nachhaltigkeit: „Im Jahr 2050 leben rund 9 Milliarden Menschen gut und im Einklang mit denDefinition begrenzten Ressourcen der Erde.“ Diese Definition haben wir übernommen aus der „Vision 2050“ des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD). ∙ Führende Rolle: Wir treiben neue Lösungen für die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwick- lung voran und entwickeln unser Geschäft verantwortlich und wirtschaftlich erfolgreich weiter, basie- rend auf einem langfristigen Ziel, klaren Zielvorgaben für die nächsten fünf Jahre und strategischen Prinzipien.Unsere Mit weniger Ressourcen mehr erreichen: Wir schaffen mehr Wert für unsere Kunden und Verbrau-Strategie cher, unser gesellschaftliches Umfeld sowie unser Unternehmen bei einem reduzierten ökologischen Fußabdruck.Unsere Inst- ∙ 20-Jahres-Ziel bis 2030: Verdreifachung des geschaffenen Werts im Verhältnis zum ökologischenrumente zur Fußabdruck unserer Geschäftstätigkeit, Produkte und Dienstleistungen. Dieses Ziel, dreimal effizienterUmsetzung zu werden, bezeichnen wir als „Faktor 3“. ∙ 5-Jahres-Ziele bis 2015: Mit Blick auf unser 20-Jahres-Ziel haben wir in unseren Fokusfeldern konkrete Zwischenziele gesetzt (siehe Grafik). Insgesamt streben wir bis Ende 2015 eine Effizienzsteigerung um Faktor 3 30 Prozent an – das entspricht einer Verbesserung von fünf bis sechs Prozent pro Jahr. ∙ Sechs Fokusfelder: Wir konzentrieren unsere Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette auf sechs Fokusfelder. Sie spiegeln die für uns relevanten Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung wider. Diese gliedern wir in zwei Dimensionen: „mehr Wert schaffen“ und „Fußabdruck reduzieren“. ∙ Drei strategische Prinzipien: Um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und Nachhaltigkeit in unseren Geschäftsprozessen voranzutreiben, haben wir drei strategische Prinzipien definiert – Produkte, Partner und Mitarbeiter.Unsere Fokusfelder und unsere Ziele bis 2015 Mehr Wert für unsere Kunden und mehr Wert für HenkelMehr Wert schaffen + 10 % mehr Umsatz pro Mehr Arbeitssicherheit Produktionseinheit und bessere Hygiene Weiterer gesellschaftlicher Fortschritt und höhere Lebensqualität Gesell- Leistung + 20 % Gesundheit sicherer pro eine Million schaftlicher / und Arbeitsstunden sozialer Mehr Wert Sicherheit Fortschritt schaffen bei reduziertem Energie Fußabdruck Wasser und und Geringerer Energiever- brauch und weniger Klima Abwasser – 15 % Treibhausgas-Emissionen Materialien weniger Wasser pro und Abfall Produktionseinheit Geringerer Wasserverbrauch und weniger Abwasser – 15 % weniger Abfall pro Produktionseinheit Geringerer Materialverbrauch und weniger Abfallaufkommen – 15 % weniger Energie proFußabdruck reduzieren Produktionseinheit
  • 4. Ökonomische Kennzahlen 2010 2011Umsatz in Mio Euro 15.092 15.605Bereinigtes 1 betriebliches Ergebnis (EBIT) in Mio Euro 1.862 2.029 Auf einen BlickBereinigte Umsatzrendite (EBIT) in Prozent 12,3 13,0Bereinigtes Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) in Euro 2,82 3,14Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Mio Euro 391 410Dividende je Stammaktie in Euro 0,70 0,78 2Dividende je Vorzugsaktie in Euro 0,72 0,80 21 Bereinigt um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Restrukturierungsaufwendungen.2 Vorschlag an die Aktionäre für die Hauptversammlung am 16. April 2012.Ökologische Kennzahlen 2010 2011Produktionsstandorte 182 180Produktionsmenge in Tausend Tonnen 7.481 7.550Energieverbrauch in Tausend Megawattstunden 2.440 2.220Kohlendioxid-Emissionen in Tausend Tonnen 714 652Wasserverbrauch in Tausend Kubikmetern 8.688 7.921Abfälle zur Wiederverwertung und Beseitigung in Tausend Tonnen 155 145Soziale Kennzahlen 2010 2011Mitarbeiter 1 (am 31.12.) 47.854 47.265Auszubildende in Deutschland 487 483Anteil weiblicher Mitarbeiter in Prozent 32,1 32,5Durchschnittliche Fortbildungen je Mitarbeiter in Tagen 2 2Beteiligung am Mitarbeiter-Aktienprogramm in Prozent 29,3 31,3Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden 1,2 1,11 Basis: Stammpersonal ohne Auszubildende.Gesellschaftliche Kennzahlen 2010 2011Spenden in Mio Euro (Geld- und Produktspenden ohne Freistellung von Mitarbeitern) 6,1 6,0Zahl geförderter Projekte 2.493 2.343Wertschöpfungsrechnung 2011in Mio EuroUmsatzerlöse 15.605 (98,1 %)Sonstige Erträge 301 (1,9 %) davon erhielten:Summe Umsatzerlöse /Erträge 15.906 (100,0 %) Mitarbeiter 2.522 (56,4 %) Öffentliche Hand 466 (10,4 %) Zinsaufwand 200 (4,5 %) Aktionäre 345 (7,7 %)Materialaufwand 7.271 (45,7 %) Fremdgesellschafter 30 (0,7%) Im Unternehmen verblieben 908 (20,3%)Abschreibungen 403 (2,5 %)Sonstige Aufwendungen 3.760 (23,7 %)Wertschöpfung 4.473 (28,1 %)
  • 5. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Vorwort 1 „Wir wollen mit weniger Ressourcen mehr erreichen, um unsere führende Rolle weiter auszubauen.“Kasper RorstedVorsitzender des Vorstands„Wir verpflichten uns, unsere führende Rolle im Um dieses Ziel bis 2030 zu verwirklichen, habenBereich Nachhaltigkeit auszubauen“ lautet einer wir uns konkrete Zwischenziele gesetzt: In dender fünf Unternehmenswerte, die unser Handeln kommenden fünf Jahren wollen wir unsere Effi­tagtäglich leiten. Wir verfolgen dabei einen lang­ zienz um 30 Prozent steigern. Zunächst konzent­fristigen Ansatz. Es geht nicht nur um die Erfül­ rieren wir uns dabei auf unsere eigene Produk­lung bestehender Standards – wir wollen viel­ tion. Unser Anspruch ist jedoch, den gesamtenmehr mit unserem Handeln, unseren Produkten ökologischen Fußabdruck über den Lebenszyklusund unserer Leistung neue Maßstäbe setzen. Der unserer Produkte zu verringern.Erfolg dieses Engagements und die Fortschritte,die wir dabei bereits erzielt haben, werden durch Wir sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit für unszahlreiche unabhängige Bewertungen bestätigt. ein strategischer Erfolgsfaktor und ein Wettbe­ werbsvorteil ist. Kunden, Partner, Verbraucher,Nachhaltigkeit wird für unseren langfristigen Ge­ Nichtregierungsorganisationen sowie Regierun­schäftserfolg immer wichtiger. Bis 2050 wird die gen und Behörden achten immer stärker darauf,Weltbevölkerung voraussichtlich auf 9 Milliarden wie nachhaltig wir unser Geschäft führen. UnsereMenschen anwachsen. Dies geht einher mit einem führende Position im Bereich Nachhaltigkeit er­Wandel im Konsumverhalten einer wachsenden möglicht uns, unser Geschäft in Zukunft erfolg­Mittelschicht in den Schwellenländern. Gleichzei­ reich zu gestalten und unsere wirtschaftlichetig wird die Knappheit natürlicher Ressourcen, Leistung mit einer langfristigen Perspektive undwie fossiler Brennstoffe und Wasser, zunehmen. verantwortungsbewusstem Handeln zu verbinden.Mit diesem Bericht stellen wir Ihnen unsere neue Wir werden die Führungsrolle von Henkel imNachhaltigkeitsstrategie 2030 vor. Wir haben uns Bereich Nachhaltigkeit weiter ausbauen – mitdas ehrgeizige Ziel gesetzt, unsere Effizienz zu einer klaren, langfristigen Strategie und einemverdreifachen. Dafür müssen wir entweder bei konkreten Ziel: Mit weniger Ressourcen mehrgleichbleibendem ökologischem Fußabdruck die erreichen.Wertschöpfung verdreifachen – oder unserenFußabdruck bei gleicher Wertschöpfung auf einDrittel reduzieren. Es gilt, mit weniger Ressour­cen mehr zu erreichen. Dafür müssen wir unsereGeschäfte und Produktion immer wieder über­ Kasper Rorstedprüfen und weiterentwickeln. Vorsitzender des Vorstands
  • 6. 2 Nachhaltigkeitsstrategie und Management Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Nachhaltigkeitsstrategie und Management Unser Unternehmenswert als Grundlage fügbaren Ressourcen in den kommenden Jahr- zehnten verschärfen. Da der Verzicht auf Lebens- In unseren Unternehmenswerten haben wir uns qualität und Konsum für uns keine realistischeMeilensteine der Nachhaltig- verpflichtet, unsere führende Rolle im Bereich Lösung darstellt, haben wir die „Vision 2050“ deskeit bei Henkel: Nachhaltigkeit weiter auszubauen. Eine Balance World Business Council for Sustainable Develop- www.henkel.de/nb2011 | 3 zwischen wirtschaftlichem Erfolg, Schutz der ment (WBCSD) als Grundlage unserer Strategie Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung gewählt: „Im Jahr 2050 leben 9 Milliarden Men- anzustreben, ist seit Jahrzehnten fester Bestand- schen gut und im Einklang mit den begrenzten teil unserer Unternehmenskultur. Ressourcen der Erde.“ Für uns als Unternehmen bedeutet das, Lebensqualität zu schaffen und Als Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeit wollen gleichzeitig den mit unserer Wertschöpfung wir neue Lösungen für eine nachhaltige Ent- verbundenen Ressourcenverbrauch und Emissi- wicklung vorantreiben und unser Geschäft ver- onsausstoß zu verringern. antwortungsvoll und wirtschaftlich erfolgreich weiterentwickeln. Dieser Anspruch umfasst alle Diese Idee steht im Mittelpunkt unserer neuen Aktivitäten unseres Unternehmens – entlang der Nachhaltigkeitsstrategie: mit weniger Ressour- gesamten Wertschöpfungskette. Die Basis bilden cen mehr erreichen. Wir wollen mehr Wert unsere weltweit mehr als 47.000 Mitarbeiter. Sie schaffen: für unsere Kunden und Verbraucher, haben die Prinzipien des nachhaltigen Wirt- unser gesellschaftliches Umfeld sowie für unser schaftens fest in ihrem täglichen Denken und Unternehmen – bei einem gleichzeitig redu- Handeln verankert. zierten ökologischen Fußabdruck. Daher brau- chen wir Innovationen, Produkte und Technolo- Nachhaltigkeitsstrategie 2030: gien, die mehr Lebensqualität und gleichzeitig Mit weniger Ressourcen mehr erreichen einen geringeren Material- und Rohstoffver- brauch ermöglichen. Mit unserer jahrzehntelan- Wir stehen vor großen Herausforderungen: gen Erfahrung im nachhaltigen Wirtschaften Bereits heute ist der globale ökologische Fußab- wollen wir zusammen mit unseren Lieferanten, druck der Menschheit größer, als es die Ressour- Kunden und Verbrauchern zukunftsfähige Lö- cen der Erde langfristig erlauben. Die Weltbevöl- sungsansätze entwickeln. So tragen wir zu einer kerung wird Schätzungen zufolge bis zum Jahr nachhaltigen Entwicklung und zum wirtschaft- 2050 auf 9 Milliarden steigen. Gleichzeitig führt lichen Erfolg unseres Unternehmens bei. die weltweit zunehmende Wirtschaftsleistung zu steigendem Konsum und Ressourcenbedarf. Unser Ziel für 2030: Verdreifachung der Effizienz Dadurch wird sich der Wettbewerb um die ver- In den nächsten 20 Jahren wollen wir den Wert verdreifachen, den wir mit unserer Geschäftstä- tigkeit im Verhältnis zu unserem ökologischen Fußabdruck schaffen. Für dieses langfristige Ziel müssen wir erheblich effizienter wirtschaften und den ökologischen Fußabdruck reduzieren, den wir durch unsere Produkte und Dienstleis- tungen hinterlassen. Dieses Ziel, dreimal effizi- enter zu werden, bezeichnen wir als „Faktor 3“. Dies erreichen wir beispielsweise, wenn wir ei- nerseits den erwirtschafteten Wert verdreifachen,Unser Ziel, bis zum Jahr 2030 dreimal effizienter zu werden, bezeichnen wir als „Faktor 3“. Das heißt: unseren ökologischen Fußabdruck aber konstanteine Verdreifachung des Werts, den wir mit unserer Geschäftstätigkeit schaffen, im Verhältnis zum halten. Oder wir können andererseits mit einerökologischen Fußabdruck, den wir durch unsere Produkte und Dienstleistungen hinterlassen. Verringerung des ökologischen Fußabdrucks auf
  • 7. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Nachhaltigkeitsstrategie und Management 3Unser unternehmensweit besetzter Sustainability Council zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Kasper Rorsted (Mitte). Der Council steuert die Entwicklungund Umsetzung unserer weltweiten Nachhaltigkeitsstrategie. Von links: Dr. Andreas Bruns, Bertrand Conquéret, Dr. Peter Florenz, Dirk-Stephan Koedijk, Carsten Tilger,Kathrin Menges (Vorsitz), Alain Bauwens, Prof. Dr. Thomas Müller-Kirschbaum, Tina Müller, Dr. Thomas Förster, Enric Holzbacher, Prof. Dr. Ramón Bacardit. www.henkel.de/nb2011 | 4ein Drittel eine Verdreifachung der Effizienz im Unser Ansatz für nachhaltige GeschäftsprozesseSinn des „Faktor 3“ erreichen, wenn wir den damitgeschaffenen Wert konstant halten. Um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und unsere Ziele zu erreichen, müssen sich bei-Unsere Zwischenziele bis 2015 de Dimensionen im täglichen Denken und Han- deln unserer mehr als 47.000 Mitarbeiter sowieUm unser ambitioniertes 20-Jahres-Ziel errei- in unseren Geschäftsprozessen widerspiegeln.chen zu können, müssen wir unsere Effizienzjährlich um durchschnittlich 5 bis 6 Prozentsteigern. Für die nächsten 5 Jahre haben wir uns Unsere sechs Fokusfelderkonkrete Zwischenziele für unsere Fokusfeldergesetzt (siehe Tabelle auf Seite 5). Damit wol-len wir bis 2015 das Verhältnis zwischen ge-schaffenem Wert und ökologischem Fußabdruckum insgesamt 30 Prozent verbessern.Unser Beitrag in sechs Fokusfeldern Leistung Gesell-Wir konzentrieren unsere Aktivitäten auf sechs Gesundheit schaftlicher / undFokusfelder. Sie spiegeln die für uns relevanten sozialer Mehr Wert Sicherheit FortschrittHerausforderungen einer nachhaltigen Entwick- schaffenlung wider. In diesen Fokusfeldern treiben wirmit unseren Produkten und Technologien Fort- bei reduziertem Energie Fußabdruck Wasserschritte entlang der gesamten Wertschöpfungs- und undkette voran. Mit unserer neuen Strategie haben Klima Abwasserwir die bisher fünf Felder um das Fokusfeld „Leis- Materialientung“ ergänzt. Dies reflektiert sowohl unsere und AbfallZiele als Unternehmen als auch unseren zentra-len Wertbeitrag für die Gesellschaft. Gleichzeitighaben wir die Felder in zwei Dimensionen geglie-dert: „mehr Wert schaffen“ und „Fußabdruckreduzieren“. Jeweils drei Fokusfelder beschrei-ben den Wert, den wir für unsere Kunden, Unsere Aktivitäten rund um das Thema Nachhaltigkeit haben wir in sechs FokusfeldernAktionäre und unser Unternehmen schaffen gebündelt. In diesen Feldern wollen wir in allen Geschäftsfeldern und mit allen Produkten mehr Wert schaffen – bei einem gleichzeitig reduzierten ökologischen Fußabdruck.wollen, und die Bereiche, in denen wir unseren www.henkel.de/nb2011 | 5ökologischen Fußabdruck reduzieren wollen.
  • 8. 4 Nachhaltigkeitsstrategie und Management Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Unsere strategischen Prinzipien Unsere Produkte Unsere Partner Unsere Mitarbeiter liefern mehr Wert bei reduziertem ökologi- sind der Schlüssel, um Nachhaltigkeit ent- machen den Unterschied durch ihren per- schem Fußabdruck. Zum Beispiel bietet das lang unserer Wertschöpfungskette voranzu- sönlichen Einsatz, ihre Fähigkeiten und Haarstyling-Produkt Got2b Powder’ful nicht treiben. Zum Beispiel entwickeln wir Kenntnisse. Zum Beispiel forschen unsere nur mehr Haarvolumen, sondern auch gemeinsam mit Universitäten neue Kleb- Mitarbeiter an Produkten, die während einen um 90 Prozent reduzierten ökologi- stoffe für erneuerbare Energiequellen und der Anwendung Ressourcen sparen schen Fußabdruck (siehe Seite 24). Elektromobilität (siehe Seite 28). (siehe Seite 20). Dazu haben wir drei strategische Prinzipien de- täglichen Lebens voranzutreiben. Wir unterstüt- finiert: Produkte, Partner und Mitarbeiter. zen unsere Partner mit unseren Produkten und unserem Know-how. Auf der anderen Seite helfen Unsere Produkte liefern mehr Wert für unsere wir unseren Kunden und Verbrauchern, ihren Kunden und Verbraucher. Das erreichen wir eigenen ökologischen Fuß abdruck zu reduzieren. durch Innovation und Information sowie durch Dazu arbeiten wir mit ausgewählten Lieferanten Produkte, die eine bessere Leistung bei einem zusammen, damit sie uns Rohstoffe mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck bieten und verbesserten ökologischen Fußabdruck anbieten. dadurch Ressourcenverbrauch und andere nega- tive Umweltauswirkungen reduzieren. Unsere Mitarbeiter machen den Unterschied: durch ihren persönlichen Einsatz, ihre Fähigkeiten Unsere Partner sind entscheidend, um Nachhal- und ihr Wissen. Damit leisten sie einen eigenen tigkeit entlang unserer Wertschöpfungsketten Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung – so- sowie in allen Bereichen der Wirtschaft und des wohl im Berufsalltag als auch im gesellschaft- lichen Leben. Sie sind die Schnittstelle zu unseren Kunden und Verbrauchern und machen Innovati- onen möglich, entwickeln erfolgreiche Strategien„Im Sustainability Council steuern und machen unser Unternehmen einzigartig. wir die Umsetzung unserer Von der Idee zur Strategie Nachhaltigkeitsstrategie und übergreifende Projekte.“ Die Nachhaltigkeitsstrategie 2030 wurde in mehre- ren Schritten vom Sustainability Council und einem unternehmensweit besetzten Strategie-Team entwi- Kathrin Menges ckelt. Interne Workshops, Diskussionen mit inter- Personalvorstand und nationalen Experten und die intensive Abstimmung Vorsitzende des Sustainability Councils mit Top-Führungskräften sowie dem Vorstand stell- von Henkel. ten eine umfassende Analyse von Wettbewerbsum- feld, globalen Trends und interner wie externer Best Practice sicher. Gleichzeitig stärkte der Prozess das gemeinsame Verständnis über zentrale Herausfor- derungen der Zukunft (siehe Seite 38).
  • 9. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Nachhaltigkeitsstrategie und Management 5Nachhaltiger Konsum: Eine gemeinsame Aufgabe Neben entsprechenden Produkten spielt die Zu- sammenarbeit mit unseren Handelspartnern eineEin wichtiges Ziel unserer Strategie ist die För- wichtige Rolle, ebenso der Dialog mit Politik undderung von nachhaltigem und ressourcenscho- Nichtregierungsorganisationen. Um die unter-nendem Konsum. Hier sind unsere Produkte der schiedlichen Akteure für das Thema zu sensibi-Schlüssel: Sie kommen täglich millionenfach in lisieren, engagieren wir uns auf nationaler undHaushalten und Industrieprozessen zum Einsatz. inter nationaler Ebene auf Konferenzen, in Initi-Daher konzentrieren wir uns auf die Entwicklung ativen und Verbänden – zum Beispiel im WBCSD,von Produkten, die den effizienten Einsatz von im „Consumer Goods Forum“ oder im „Sustain-Ressourcen wie Energie und Wasser ermöglichen. ability Consortium“. Internationale Handels-Gleichzeitig versuchen wir, durch gezielte Kom- ketten wie REWE, Carrefour, Tesco oder Walmartmunikation Einfluss auf ein verantwortungs- sind für Henkel wichtige Partner auf dem Wegvolles Verhalten während der Produktanwendung zu einem nachhaltigeren Konsum. Denn sie bietenzu nehmen. Dies ist besonders wichtig, da der ausgezeichnete Plattformen, um Verbraucherökologische Fußabdruck vieler unserer Produkte über nachhaltigere Produkte und umweltbe-zum großen Teil von der richtigen Anwendung wusstes Verhalten bei deren Anwendung zubestimmt wird. informieren.Nachhaltigkeitsziele auf dem Weg zum „Faktor 3“ Leistung: • Mindestens 10 Prozent mehr Umsatz (Nettofremdumsatz) pro Produktionseinheit bis 2015 (Basisjahr 2010). Gesellschaftlicher / sozialer Fortschritt: • Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung aller Mitarbeiter entsprechend ihren Aufgaben. • Jährliche Steigerung des Anteils weiblicher Führungskräfte um bis zu zwei Prozentpunkte (siehe Seiten 33 und 34). Gesundheit und Sicherheit: • Langfristiges Arbeitssicherheitsziel „Null Unfälle“. • Senkung der weltweiten Unfallrate um weitere 20 Prozent bis 2015 (Basisjahr 2010). • Reduktion der in Konsumentenklebstoffen eingesetzten Lösemittel um 50 Prozent bis 2020 (Basisjahr 2010). Energie und Klima: • Senkung des Energieverbrauchs – und der damit verbundenen CO2-Emissionen – pro Produktionseinheit um weitere 15 Prozent bis 2015 (Basisjahr 2010). • Regelmäßige Prüfung unserer Produktionsstandorte, ob der Einsatz erneuerbarer Energiequellen ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Wasser und Abwasser: • Senkung des Wasserverbrauchs pro Produktionseinheit um weitere 15 Prozent bis 2015 (Basisjahr 2010). • Erhöhung des Anteils leicht biologisch abbaubarer Inhaltsstoffe in Seifen, Duschgelen und Shampoos auf 90 Prozent bis 2012. Materialien und Abfall: • Senkung des Abfallaufkommens pro Produktionseinheit um weitere 15 Prozent bis 2015 (Basisjahr 2010). • Abdeckung der gesamten Menge an Palm- und Palmkernöl, die als Rohstoff in unsere Produkte einfließt, durch Zertifikate des Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl (RSPO) bis 2015. • Entwicklung von Verpackungen mit kleinstmöglichem ökologischem Fußabdruck (siehe Seite 19). Übergreifende Ziele zu unseren Fokusfeldern: • Alle neuen Produkte leisten in mindestens einem Fokusfeld einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. • Etablierung eines anerkannten Messsystems, um die Beiträge unserer Produkte entlang der Wertschöpfungskette zu bewer- ten und die erreichten Fortschritte in unseren Produktkategorien quantitativ darzustellen. • Alle strategischen Lieferanten erfüllen unsere unternehmensethischen Erwartungen. • Jährliche Steigerung des prozentualen Anteils von Lieferanten, die nach unseren Nachhaltigkeitskriterien auditiert sind.
  • 10. 6 Management und Standards Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Management und Standards Weltweit einheitliche Standards Klar definierte Verantwortlichkeiten Aus unserer Vision und den Unternehmens- Hinter unseren Codes und Standards stehen werten haben wir verbindliche Verhaltensregeln integrierte Managementsysteme und eine Orga- abgeleitet und in einem System aus Codes und nisationsstruktur mit klar definierten Verant- Standards zusammengefasst. Diese gelten für wortlichkeiten. Der Henkel-Vorstand trägt die alle Mitarbeiter, in allen Geschäftsfeldern und Gesamtverantwortung für unsere Nachhaltig- Kulturen, in denen wir tätig sind. keitsstrategie. Ein unternehmensweit besetzter Sustainability Council steuert unsere Nachhal- Der Code of Conduct enthält allgemeine Unter- tigkeitsaktivitäten. nehmens- und Handlungsgrundsätze. Er wirdCorporate Governance durch Leitlinien für den Umgang mit Interes- Die Anwendung und Weiterentwicklung unsererAusführliche Informationen senkonflikten und Geschenken ergänzt. Der Codes und Standards steuert der Chief Compli-zu den Themen CorporateGovernance, Compliance Code of Teamwork and Leadership definiert den ance Officer. Er kontrolliert zudem die Durchset-sowie den Vergütungsbericht Handlungsrahmen der Zusammenarbeit und zung von internen und externen Anforderungen.des Vorstands veröffentlichen Führung. Der Code of Corporate Sustainability Unterstützt wird er von unserem interdisziplinärwir im Geschäftsberichtsowie im Internet. beschreibt unsere Grundsätze für nachhaltiges zusammengesetzten „Compliance and Risk Com- Wirtschaften. Er wird durch Standards für Si- mittee“, der Internen Revision sowie von welt- Seiten 29 bis 44. cherheit, Gesundheit und Umwelt sowie Ein- weit rund 50 lokalen Compliance-Beauftragten. www.henkel.de/nb2011 | 6 kaufs- und Sozialstandards konkretisiert. Der Auch unser Konzern-Datenschutzbeauftragter Corporate Standard of Public Affairs dient den ist organisatorisch der Compliance-Funktion Mitarbeitern, die sich in einem politischen Um- zugeordnet. Gemeinsam koordinieren sie den feld bewegen, als Verhaltensrichtlinie. Neu ein- Informationsfluss und unterstützen unsere Mit- geführt haben wir 2011 den Standard „Social arbeiter bei der Umsetzung unserer Anforde- Media Policy“. Er weist unsere Mitarbeiter auf rungen – zum Beispiel durch speziell an lokale Chancen, aber auch Risiken beim Einsatz von Herausforderungen angepasste Trainings. Über neuen Medien hin und bietet Hilfestellung für Verstöße und daraufhin ergriffene Maßnahmen den verantwortungsvollen Umgang mit ihnen. berichtet der Chief Compliance Officer unmittel- bar an den Vorstandsvorsitzenden. Die Codes und Standards bilden auch die Basis für die Umsetzung des Global Compact der Vereinten Im Fokus: Kommunikation und Schulungen Nationen bei Henkel: www.henkel.de/nb2011 | 7 Aufgrund unserer globalen Geschäftstätigkeit werden unsere Mitarbeiter mit unterschied-Organisation für nachhaltiges Wirtschaften lichen Rechts- und Wertesystemen konfrontiert. Viele unserer Mitarbeiter arbeiten in Ländern, denen in Untersuchungen – beispielsweise von Vorstand von Henkel Transparency International – ein höheres Kor- ruptionsrisiko zugeschrieben wird. Henkel lehnt jeden Verstoß gegen Gesetze und Standards so- Sustainability Council wie unsaubere Geschäftspraktiken ab. Um un- seren Mitarbeitern klare Verhaltensregeln zu vermitteln und besonders Interessenkonflikte im Arbeitsalltag von vornherein zu vermeiden, liegt unser Schwerpunkt beim Thema Compli- Unternehmens- Regionale und Konzern- ance auf regelmäßigen Schulungs- und Kommu- nationale nikationsmaßnahmen. In Seminaren, Mitarbei- bereiche Funktionen Gesellschaften terzeitungen und speziellen Newslettern werden Compliance-Fragen adressiert. Zudem fandenDer Sustainability Council steuert als zentrales Entscheidungsgremium die globalen Nachhaltig- 2011 erneut elf Compliance-Trainings in Bridge-keitsaktivitäten von Henkel. Seine Mitglieder vertreten die Unternehmensbereiche und Konzern- water, New Jersey, USA, Budapest, Düsseldorf,funktionen. www.henkel.de/nb2011 | 8 Moskau, Shanghai, Singapur und Wien statt.
  • 11. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Management und Standards 7Compliance als Führungsaufgabe Kartellverstöße im WaschmittelmarktEine besondere Rolle beim Thema Compliance Henkel ist in Verfahren verschiedener Kartell-kommt unseren Führungskräften zu: Aufgrund behörden in Europa involviert. Der Grund sindihrer Stellung sind sie besonders verpflichtet, Kartellverstöße, die teilweise mehr als zehnVorbild für ihre Mitarbeiter zu sein. Nur wenn Jahre zurückliegen. Soweit Henkel die Verstößeunsere Führungskräfte ein ethisch und rechtlich bei internen Audits selbst festgestellt hat, wur-einwandfreies Verhalten vorleben, wird das The- den diese den zuständigen Behörden unmittel-ma Compliance zu einem Leitbild für das täg- bar gemeldet. In allen Verfahren hat Henkelliche Handeln aller Mitarbeiter. Daher haben wir aktiv mit den zuständigen Behörden kooperiert.unsere rund 9.000 Führungskräfte zur Teilnah-me an unseren Compliance-E-Learnings ver- Als Reaktion auf die Vorfälle haben wir in denpflichtet. 2011 lag die Quote der erfolgreichen vergangenen Jahren bereits weitreichende Maß-Teilnahme bei fast 100 Prozent. nahmen ergriffen, um Kartellrechtsverstöße aufzuklären und zukünftig zu verhindern. SoErgebnisse unserer Auditprogramme haben wir im Jahr 2007 die bis dahin dezentra- len Abteilungen in einer zentral geführten und Auditschwerpunkte 2011Die Einhaltung unserer Codes und Standards weltweit zuständigen Compliance-Organisation Prozentuale Verteilung desprüfen wir durch regelmäßige Audits an unseren zusammengeführt. Zudem besteht seitdem für Henkel-Audit-Programms 2011Produktions- und Verwaltungsstandorten sowie unsere Mitarbeiter zusätzlich zu den internenzunehmend auch bei Lohnherstellern und in Berichts- und Beschwerdewegen die Möglich-Logistikzentren. Die Audits sind ein wichtiges keit, Hinweise auf Verstöße gegen unsere CodesInstrument, um Risiken zu identifizieren und und Standards über eine „Compliance Hotline“Verbesserungspotenziale ausfindig zu machen. mitzuteilen. Diese wird von einem unabhängigen,2011 haben wir weltweit 62 Audits durchgeführt externen Anbieter betrieben und ist mittler-(siehe Grafik rechts). Im Zug der Audits wurden weile in 73 Ländern verfügbar. 30 % Supply Chain,insgesamt 1.586 Korrekturmaßnahmen verein- Produktion, SHEbart, um Henkel noch besser, effizienter und Bei den internen Audits haben wir das Thema 26 % Marketing, Verkauf,sicherer zu machen. Ein Schwerpunkt lag 2011 Compliance verstärkt berücksichtigt und das Einkauf 18 % Finanzen, Buch-auf den Themen Einkauf sowie den Schnittstel- Trainingsangebot ausgebaut – besonders für die haltunglen zwischen unseren Verbundenen Unterneh- Bereiche Marketing und Vertrieb, in denen das 13 % Informationstech-men und unseren Shared Service Centern. Thema Kartellrecht von besonderer Relevanz ist. nologie, Personal 13 % Andere So haben wir 2011 erneut weltweit rund 800 Mit-Die Standards zu Sicherheit, Gesundheit und arbeiter in Seminaren geschult.Umwelt (SHE) haben wir an 35 Standorten über-prüft und daraufhin 256 Optimierungsmaß- Keine Toleranz bei regelwidrigem Verhaltennahmen initiiert. Diese betreffen zum Beispieldie vorgeschriebene Kennzeichnung von Roh- Regelwidriges Verhalten ist niemals im Interessestoffen und Materialien, die Lagerhaltung oder von Henkel. Es untergräbt den fairen Wett-auch das schnelle Erreichen von Fluchttüren. bewerb und schadet unserer Vertrauenswürdig- keit und Reputation. Nicht zuletzt unsere Mitar-Die Einhaltung unserer Sozialstandards und un- beiter selbst legen großen Wert auf ein korrektesserer Diversity & Inclusion-Richtlinie war inte- und ethisch einwandfreies Geschäftsumfeld.grierter Teil unserer Audits an 18 Standorten: in Verstöße gegen Gesetze, Codes und StandardsChina, Frankreich, Indien, in Indonesien, Iran, adressieren wir konsequent, auch durch arbeits-auf den Philippinen, in Saudi-Arabien, Südafrika, rechtliche Schritte. 2011 umfassten diese 18Südkorea, Thailand, Tschechien und den USA. Abmahnungen und 62 Trennungen von Mitar- beitern.Alle Auditergebnisse, inklusive der Überprüfungunserer SHE- und Sozialstandards, werden imRahmen des jährlichen Revisions-Berichts direktan den Vorstand von Henkel berichtet.
  • 12. 8 Einkauf und Lieferantenmanagement Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Einkauf und Lieferantenmanagement Erwartungen an Lieferanten und Vertragspartner merziellen und operativen Kennzahlen auch die Ergebnisse und Risiken im Bereich Nachhaltig­ Von unseren Lieferanten und Vertragspartnern keit umfasst. erwarten wir, dass ihr Verhalten unseren unter­ nehmensethischen Werten entspricht. Grund­ Lieferanten-Code lage hierfür sind unsere konzernweit gültigen Einkaufsstandards sowie die bereits 1997 formu­ Der industrieübergreifende Code of Conduct des lierten Standards für Sicherheit, Gesundheit deutschen Bundesverbands Materialwirtschaft, und Umwelt, durch die wir uns schon früh zu Einkauf und Logistik (BME) ist unser weltweit Henkel ist Unterzeichner des unserer Verantwortung entlang der gesamten gültiger Lieferanten­Code. Henkel hat sich be­ industrieübergreifenden Code Lieferkette bekannt haben. Daher berücksichti­ reits 2009 der BME­Initiative angeschlossen, da of Conduct des Bundesver­ bands Materialwirtschaft, Ein­ gen wir bei der Auswahl und Entwicklung un­ diese auf den zehn Prinzipien des Global Com­ kauf und Logistik in Deutsch­ serer Lieferanten und Vertragspartner deren pact der Vereinten Nationen basiert und somit land. www.bme.de Leistung in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften. eine internationale Anwendung ermöglicht. Der BME­Code dient als Grundlage der vertraglichen Weltweite Beschaffungsmärkte Beziehung mit unseren strategischen Liefe­ ranten. Das heißt, diese haben entweder den Unsere Lieferantenbasis umfasst derzeit Liefe­ branchenübergreifenden Code des BME – und ranten und Vertragspartner aus rund 125 Län­ damit die Prinzipien des Global Compact – aner­ dern. Rund 75 Prozent unserer Einkäufe tätigen kannt oder einen eigenen, vergleichbaren Ver­ wir in Mitgliedsstaaten der Organisation für haltenskodex vorgewiesen. wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwick­ lung (OECD). Wir erschließen jedoch verstärkt „Responsible Supply Chain Process“ Beschaffungsmärkte außerhalb der OECD­Mit­ gliedsstaaten. Unsere Anforderungen gegenüber Im Rahmen unserer neuen Nachhaltigkeitsstra­ Lieferanten aus diesen Ländern sind dabei die­ tegie „mit weniger Ressourcen mehr erreichen“ selben. Unsere Lieferanten bewerten wir in haben wir einen überarbeiteten, fünfstufigen einem ganzheitlichen Prozess, der neben kom­ „Responsible Supply Chain Process“ eingeführt. Im Fokus stehen zwei wesentliche Herausforde­ rungen: zum einen die Einhaltung unserer defi­ nierten Nachhaltigkeitsstandards durch alle Lieferanten (Schritte 1 bis 3). Zum anderen„Durch die gezielte Zusammenarbeit wollen wir durch gezielte Zusammenarbeit mit mit unseren Lieferanten wollen wir unseren strategischen Lieferanten einen Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der einen Beitrag zur Verbesserung der Lieferkette leisten – zum Beispiel durch Wissens­ Nachhaltigkeitsstandards in unserer transfer und Fortbildung in Bezug auf Prozess­ optimierung, Ressourceneffizienz sowie Lieferkette leisten.“ Umwelt­ und Sozialstandards (Schritte 4 und 5). Karl-Heinz Ott Schritt 1: Risikobewertung im Einkauf global zuständig Henkel hat 2011 sein Frühwarnsystem für Nach­ für das Thema Nachhaltigkeit. haltigkeitsrisiken auf den globalen Beschaffungs­ märkten weiterentwickelt. Zunächst schätzen wir das Risikopotenzial eines Markts beziehungswei­ se einer Region ein. Hierbei legen wir den Fokus auf von internationalen Fachinstituten festge­ legte Risikoländer. Die Bewertung umfasst die
  • 13. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Einkauf und Lieferantenmanagement 9„Responsible Supply Chain Process“ Schritt 1: Schritt 2: Schritt 3: Schritt 4: Schritt 5: Risikobewertung Selbstbewertung Analyse Audit EntwicklungKriterien „Menschenrechte“, „Korruption“ und Schritt 5: Entwicklung„gesetzliches Umfeld“. Hinzu kommt die Bewer­ Durch gezielte Zusammenarbeit mit unserentung einer zweiten Dimension: der Risikowert­ Lieferanten leisten wir Beiträge zur Verbesserungschöpfungsketten. Dies sind für uns Industrien von Nachhaltigkeitsstandards in der Lieferkette –und Branchen, die potenziell ein spezifisches beispielsweise durch Schulungen und gemein­Risiko für unser Unternehmen darstellen. Durch same Projekte hinsichtlich Prozessoptimie­die Verknüpfung von Risikoländern mit den so­ rungen, Ressourceneffizienz oder Umwelt­ undgenannten Hot Topics, also Themen mit besonde­ Sozialstandards. In einem Pilotprojekt habenrer Brisanz, hat Henkel seine risikoreichsten Be­ wir begonnen, strategische Rohstoff­Lieferantenschaffungsmärkte definiert und entsprechende in die Erfassung relevanter Umweltdaten einzu­Maßnahmen eingeleitet (siehe unten rechts). beziehen. Indem wir unser Wissen bezüglich Datenmessung und ­qualität teilen, wollen wirSchritt 2: Selbstbewertung langfristig die Datenbasis entlang unserer Wert­Wir verfolgen weiterhin die Strategie der Selbst­ schöpfungsketten verbessern.bewertung unserer Lieferanten auf Basis vonFragebögen. Diese unterstreichen unsere Anfor­ Insgesamt erfüllten 2011 die bewerteten strate­derungen in den Bereichen Sicherheit, Gesund­ gischen Lieferanten und Vertragspartner unsereheit, Umwelt, Qualität, Menschenrechte, Mitar­ geschäftsethischen Ansprüche. In zwei Fällenbeiterstandards und Anti­Korruption. 2011 lag beendeten wir das Lieferantenverhältnis, einmalder Schwerpunkt auf der erneuten Bewertung aufgrund unzureichender Umweltstandards undstrategisch wichtiger Lieferanten – zum Beispiel einmal aufgrund sozialethischer Verstöße.für Schlüsselrohstoffe und Verpackungen, Tele­kommunikation und technische Materialien. Frühwarnsystem für RisikomärkteSchritt 3: AnalyseAuf Basis von Risiko­ und Selbstbewertung wird Ein Beispiel für einen Risikomarkt ist die Beschaffung der Rohstoffe füreine Einstufung der Lieferanten nach dem Am­ Lötpasten und andere Lötmaterialien für die Elektronikindustrie. Sie ent­pelsystem durchgeführt. Bei „Rot“ (non­compli­ halten Metalle zur Erzeugung ihrer elektrischen Leitfähigkeit – haupt­ant) kommt es kurzfristig zu einer Aufhebung sächlich Silber, Kupfer und Zinn. In einigen Ländern wird der Abbau vondes Lieferantenverhältnisses. Bei „Gelb“ wird der Kassiterit, dem wesentlichen Ausgangsmineral für die Gewinnung vonVerbesserungsbedarf identifiziert, und die be­ Zinn, mit militärischen Konflikten und Menschenrechtsverletzungen in Ver­treffenden Lieferanten werden auditiert. bindung gebracht. 2011 haben wir unsere direkten Lieferanten für Metalle erneut untersucht und aufgefordert, mit entsprechender DokumentationSchritt 4: Audit nachzuweisen, dass sie keine Metalle aus kritischen Regionen kaufen oderDer systematische Ausbau des Auditprogramms verarbeiten. In den USA und anderen Ländern arbeiten wir eng mit denfür Lieferanten ist der Schwerpunkt unserer Ar­ Verbänden der Elektronikindustrie zusammen, um einen offiziellen Audit­beit in den kommenden Jahren. Hierzu engagie­ prozess für Metalllieferanten zu definieren.ren wir uns auch in branchenübergreifendenInitiativen, um Transparenz und Effizienz von Ein weiteres Beispiel ist die Beschaffung von Werbeartikeln, die häufig vonLieferanten­Auditierungen zu verbessern und Drittanbietern in Niedriglohnländern gefertigt werden. Um auch hier dieunternehmensübergreifende Standards mitzuge­ Einhaltung unserer Nachhaltigkeitsstandards sicherzustellen, analysierenstalten – zum Beispiel durch den besseren Aus­ wir bereits im Vorfeld der Auftragsvergabe die Profile unserer Lieferantentausch bereits bestehender Auditergebnisse. in diesem Bereich.
  • 14. Gemeinsam für mehr Energieeffizienz Im Henkel-Waschmittelwerk in Ratibor, Polen, haben Henkel-Mitarbeiter durch stetige Ver- besserungsvorschläge dazu beigetragen, dass der Energieverbrauch bei der Produktion von Waschmitteln und waschaktiven Substanzen in den letzten fünf Jahren kontinuierlich redu- ziert werden konnte.Helena Buks (rechts)Teamleiterin in der Verpackung.Marcin SzarekSchichtleiter in der Waschmittel- Helena Buks leitet ein Team in der Ver- Verwertung von Abwärme konnte derproduktion. packung und hat sich mit besonders Energieverbrauch in den letzten fünf vielen Ideen eingebracht: „Ich habe in Jahren um 23 Prozent pro Produktions- den letzten Jahren viele Verbesserungs- einheit reduziert werden. vorschläge eingereicht, da ich es für23 % wichtig halte, so effizient wie möglich Im Dezember 2011 wurde die exzellenteEnergieeinsparung pro Produkti- zu arbeiten. Ich freue mich natürlich, Arbeit unserer Mitarbeiter extern durchonseinheit in den letzten fünf Jah- dass viele Vorschläge umgesetzt werden die neue Energie-Management-System-ren, unter anderem durch bessereProzesse, Wärmerückgewinnung konnten!“ Norm ISO 50001 bestätigt. Das Werk insowie Verbesserung der Wasch- Ratibor ist die erste Henkel-Produktions-mittelrezepturen. Ihr Augenmerk richteten sie und ihre stätte weltweit, die nach dieser Norm Kollegen vor allem auf den sogenannten zertifiziert wurde. Damit ist Ratibor Sprühturm, in dem Pulverwaschmittel auch ein Beleg für unseren Anspruch, produziert wird. Der Herstellungspro- Wasch- und Reinigungsmittel ressourcen- zess verbraucht den größten Teil der schonend herzustellen. Energie am Standort. Drei Aspekte wa- ren dabei entscheidend: Sicherheit, Effi- Das Waschmittelwerk Ratibor gehört seit zienz und Flexibilität bei der Produkti- mehr als zwanzig Jahren zu Henkel in on. Durch einen besseren Einsatz der Polen. Dort werden Pulverwaschmittel Ressourcen, die Verbesserung der Pul- und waschaktive Substanzen für den verwaschmittelrezepturen, die Optimie- europäischen Markt hergestellt. Die rung des Energieeinsatzes beim Trock- Energieeffizienz konnte seit der Über- nen der Pulverwaschmittel und die nahme kontinuierlich gesteigert werden. RATIBOR DÜSSELDORF SCOTTSDALE SHANGHAI BOULOGNE-BILLANCOURT, PARIS DÜSSELDORF PolEn DEUTSCHlAnD ARIZonA, USA CHInA FRAnKREICH DEUTSCHlAnD
  • 15. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Produktion und logistik  11Produktion und logistikKlare Zielvorgaben für unsere Produktion Beim Einsatz erneuerbarer Energien gliedern wir Ziel 2010 bis 2015: unsere Aktivitäten in drei Felder, um eine effizi-Henkel verfügt über Produktionsstandorte in ente Energieversorgung sicherzustellen: Solar- –15 %56 Ländern. Die kontinuierliche Verbesserung Energie, Energie aus Biogas sowie Eigenenergie- Energie, Wasser und Abfallunserer Prozesse und Standortstrukturen bei gewinnung durch Kraft-Wärme-Kopplung. pro Produktionseinheit.gleichzeitiger Reduktion von Energie-, Wasser-und Materialverbrauch sowie Umweltbelas- An unseren acht Kosmetikstandorten haben wirtungen sind wichtige Aspekte unseres Qualitäts- 2011 das bereits seit fünf Jahren laufende Opti-versprechens. Mit Blick auf unser 20-Jahres-Ziel mierungsprogramm „Total Productive Manage-„Faktor 3“ haben wir uns neue konkrete Zwi- ment plus“ erfolgreich fortgesetzt. Ziel ist es,schenziele für unsere Produktionsstandorte Verluste in den verschiedenen Produktionsbe-gesetzt: Bis 2015 wollen wir unseren ökolo- reichen und in der Lieferkette zu identifizierengischen Fußabdruck in den Fokusfeldern „Ener- und so die Wertschöpfung kontinuierlich zugie und Klima“, „Wasser und Abwasser“ sowie steigern. Der Grundsatz, alle Mitarbeiter einzu-„Materialien und Abfall“ jeweils um weitere binden, das Erreichte immer wieder in Frage zu15 Prozent pro Produktionseinheit reduzieren. stellen und kontinuierlich neue Wege zu suchenInsgesamt streben wir dadurch für die nächsten sowie an neuen Lösungen zu arbeiten, leistetfünf Jahre eine Effizienzsteigerung von 30 Pro- dabei wichtige Beiträge zum Erfolg des Pro-zent an – also 5 bis 6 Prozent pro Jahr. gramms. Um den Stellenwert der erreichten Ver- besserungen gegenüber dem Wettbewerb undWeltweite Optimierungsprogramme gegenüber unserem eigenen Best-Practice-Ziel bewerten zu können, haben wir uns 2011 mitIm Sinn unserer Strategie „mit weniger Ressourcen unserem Kosmetikwerk in Wassertrüdingenmehr erreichen“ legen unsere Unternehmensbe- einem externen Vergleich gestellt. In dem Wett-reiche unterschiedliche Optimierungsprogramme bewerb, an dem rund 90 europäische Produkti-auf. Denn die verschiedenen Herstellungsprozesse onsstandorte unterschiedlicher Branchen teil-zum Beispiel für Haushaltsreiniger, Hautcremes nahmen, wurde das Henkel-Kosmetikwerk alsoder Fliesenkleber bieten grundlegend andere „Fabrik des Jahres“ in der Kategorie „Hervorra-Ansatzpunkte für Verbesserungen. gende Ressourceneffizienz“ ausgezeichnet. Die Anerkennung bestätigt den Erfolg unseres Pro-So hat sich der Unternehmensbereich Wasch-/ gramms, nicht zuletzt hinsichtlich der Wettbe-Reinigungsmittel das Ziel gesetzt, bis Mitte 2012 werbsfähigkeit unserer Standorte.an allen 29 Produktionsstandorten sogenannteSustainability Scorecards einzuführen. Diesedefinieren und messen, wie der Ressourcenver-brauch in der Produktion weiter gesenkt werden „Werke und Standorte mit einerkann. Der Fokus definierter Maßnahmen ist da-bei unterschiedlich – je nach Region, Produkt- klaren Grundeinstellung zum Themamix und Infrastruktur zum Beispiel im Bereich Nachhaltigkeit erzielen in der RegelWassereinsparung oder Abfallreduzierung. auch bessere, nachhaltigere Ergebnisse.“Übergreifend für alle Standorte des Unterneh-mensbereichs Wasch-/Reinigungsmittel ar- Yulanda Sunbeiten wir am Thema Energieeffizienz und ent- in der Region Asien/Pazifik zuständig für Sicherheit, Gesundheit, Umwelt und Qualität (SHEQ) für denwickeln Energiekonzepte, die eine ganzheitliche Unternehmensbereich Adhesive Technologies.Betrachtung ermöglichen. Zentrales Ziel ist es,bestehende Prozesse durch weniger energiein-tensive Verfahren zu ersetzen. Aktuelle Beispielesind Projekte zur Reduktion von Turmpulvern– einer der energieintensivsten Prozessschrittebei der Herstellung von Pulverwaschmitteln.
  • 16. 12 Produktion und logistik Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Für die Herstellung unserer Klebstoffe, Dicht- duktionsebene überprüfen wir im Rahmen un- stoffe und Oberflächentechnologien haben wir seres internen Audit-Programms, siehe Seite 7. 2011 die Konsolidierung unseres weltweiten Pro- Hinzu kommt ein klar definierter Prozess aus duktionsnetzwerks fortgesetzt und die Anzahl Kommunikations- und Schulungsmaßnahmen. der Werke um sechs auf 143 reduziert. Aus- An allen Standorten führen wir regelmäßig Um- schlaggebend für die Produktionsplanung sind welt- und Sicherheitstrainings durch. Hier wer- dabei die Fertigung in der Nähe unserer Kunden den die Mitarbeiter zu Themen wie Schutzaus- sowie die Erzielung von Größeneffekten und der rüstung, Brandschutz, Lagerhaltung oder Erste dadurch optimierte Verbrauch von Ressourcen. Hilfe ausgebildet und geschult – oft auch von externen Spezialisten. Besonders das Führungs- Insgesamt trugen unsere weltweiten Programme verhalten auf lokaler Ebene spielt eine zentrale 2011 dazu bei, dass 67 Prozent unserer Standorte Rolle bei der erfolgreichen Ausrichtung von ihren Wasserverbrauch, 61 Prozent ihren Ener- Henkel auf Nachhaltigkeit sowie bei der Durch- gieverbrauch und 50 Prozent ihr Abfallaufkom- setzung unserer Standards. Daher haben wir ein men verringern konnten. spezielles Trainingsprogramm für unsere Werk- leiter entwickelt (siehe Seite 14). Weltweite Standards und Managementsysteme Die Umwelt-Managementsysteme an unseren Grundlage für unsere weltweiten Effizienzpro- Standorten lassen wir extern zertifizieren, wenn gramme sind global einheitliche Standards für wir dadurch Wettbewerbsvorteile erzielen. Ende Sicherheit, Gesundheit und Umwelt (SHE) sowie 2011 kamen rund 70 Prozent der Produktions- integrierte Managementsysteme. Unsere SHE- wie menge aus Werken, die nach der international auch unsere Sozialstandards gelten für alle Stand- anerkannten Norm für Umwelt-Management- orte. Die Einhaltung unserer Standards auf Pro- systeme ISO 14001 zertifiziert sind. Weltweit: Ausgewählte Beispiele für Beiträge zur Ressourceneffizienz 2011 Fokusfelder MaßnahmenWeitere Standortbeispiele: Bogotá, Kolumbien, und Binh Duong, Vietnam: Im Rahmen des „Total Productive Management www.henkel.de/nb2011 | 9 plus“-Programms führten alle Kosmetikwerke auch 2011 zahlreiche optimierungsmaßnahmen durch. Dabei waren zwei Standorte besonders erfolgreich: Das Werk in Kolumbien konnte seinen Energie- und Wasserverbrauch um 29 Prozent beziehungsweise 15 Prozent senken. Im Werk in Vietnam führten die Maßnahmen zu einer Senkung des Energieverbrauchs um 18 Prozent, des Wasserverbrauchs um 14 Prozent und des Abfallaufkommens um 33 Prozent. Shanghai und Yantai, China / Chennai, Indien / Kruševac, Serbien / Ciechanów, Polen / Ebensee, Österreich / Mezzago, Italien / Monterrey, Mexiko, und oak Creek, Wisconsin, USA: gezielte Ana- lyse und Beseitigung von nicht prozessrelevanten Wasserverlusten. Insgesamt konnte der Was- serverbrauch der verschiedenen Standorte so um über 60 Prozent gesenkt werden. Shah Alam, Malaysia, und Ain Temouch, Algerien: Prozessverbesserungen und Qualitätssteige- rungsmaßnahmen führten zu einer deutlichen Reduktion von Ausschuss, Fehlchargen und Reklamationen. Dadurch wurde das Abfallaufkommen an den Standorten um 24 Prozent bezie- hungsweise 14 Prozent reduziert. Wien, Österreich: Der Waschmittel-Standort setzt zunehmend auf Kraft-Wärme-Kopplung zur Steigerung der Energieeffizienz. Durch ein Blockheizkraftwerk und einen Dampfkessel kann ein Drittel des jährlichen Strombedarfs des Standorts gedeckt werden. nachgeschaltete Kataly- satoren reduzieren zudem die Emissionen auf ein Minimum. Bien Hoa City, Vietnam: Senkung des Energieverbrauchs am Standort um 19 Prozent – hauptsächlich durch die Installation eines transparenten Dachs für die Produktionshalle und die dadurch ermöglichte Tageslichtnutzung.
  • 17. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Produktion und logistik  13Engere Zusammenarbeit mit Lohnherstellern KlimaschutzDie Lohnherstellung ist integraler Bestandteilunserer Produktionsstrategie und wird flexibel Der Klimawandel gehört zu denfür unsere Produkte und Märkte eingesetzt. Zum größten HerausforderungenBeispiel setzen wir auf die Unterstützung von unserer Zeit. Daher hat HenkelLohnherstellern, wenn wir neue Märkte er- im Rahmen seiner nachhaltig-schließen oder neue Produkte und Technologien keitsstrategie „Energie & Klima“einführen und das entsprechende Produktions- als eines von sechs Fokusfeldernvolumen noch gering ist. In anderen Fällen hilft definiert und mit einem klarenuns der Einsatz von Lohnherstellern, Produk- Effizienzziel hinterlegt: weiteretions- und Logistikstrukturen zu optimieren Reduktion des Energiever- Am Produktionsstandort in Ratibor reduzierenund Ressourcen wirtschaftlicher zu nutzen. Der- brauchs pro Produktionsein- wir kontinuierlich den Energieverbrauch und damit die Co2-Emissionen (siehe Seite 10).zeit beziehen wir jährlich rund 10 Prozent zu- heit um 15 Prozent bis 2015.sätzliche Produktionstonnage von Lohnferti- So werden wir auch weiterhin in allen ländern, in denen wir tätig sind,gungsbetrieben. einen Beitrag zur Erreichung von Klimaschutzzielen leisten.Unsere Anforderungen an Qualitäts-, Umwelt-, Unsere Strategie verfolgt dabei den Ansatz „Reduktion vor Kompensa-Sicherheits- und Sozialstandards sind integraler tion“. Grundsätzlich wollen wir erst alle Möglichkeiten zur Senkung desBestandteil von Verträgen und Auftragsverga- Energieverbrauchs und der damit verbundenen Co2-Emissionen ausnut-ben. Diese prüfen wir im Rahmen von Audits zen, um klimaschädliche Gase von vornherein zu vermeiden. Erst danndurch unsere Interne Revision sowie vermehrt erwägen wir den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien oder Co2-auch durch spezialisierte externe Dienstleister. neutralisierung durch Zertifikate. Dennoch prüfen wir, wo der Einsatz vonUnser Ziel ist es, langfristig und partnerschaft- erneuerbaren Energiequellen für uns wirtschaftlich sinnvoll ist und einenlich mit unseren Lohnherstellern zusammenzu- weiteren Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.arbeiten, um bestmögliche Ergebnisse zu errei-chen. Dazu gehört auch, diese zukünftig in Zur ganzheitlichen optimierung unseres betrieblichen „Co2-Fußabdrucks“unsere Umweltdatenabfragen einzubeziehen. In suchen wir auch bei Entwicklung, Transport und lagerung unserer Pro-einem ersten Pilotprojekt haben wir 2011 die dukte sowie bei Geschäftsreisen und Bürogebäuden nach Verbesserungs-Parameter Energie, Wasser, Abwasser und Abfall möglichkeiten. www.henkel.de/nb2011 | 10gemeinsam mit ausgewählten Lohnherstellernvon Adhesive Technologies und Kosmetik/Kör-perpflege festgelegt und erste Daten erhoben.Betriebsstörungen 2011 Georisiken unserer Standorte2011 kam es in einem Henkel-Werk zu einer Im Zusammenhang mit Naturkatastrophen wer-ernsthaften Betriebsstörung. Am Produktions- den sogenannte Georisiken für Unternehmenstandort für Schmelzklebstoffe in South Caroli- verstärkt diskutiert. Beispiele aus dem Jahr 2011na, USA, brach an einer Mischanlage ein Feuer sind die schweren Erdbeben in Neuseeland undaus, das die örtliche Feuerwehr jedoch schnell Japan – von deren wirtschaftlichen Folgen auchunter Kontrolle brachte. Zwei Mitarbeiter muss- Henkel-Standorte betroffen waren.ten aufgrund von Verbrennungen im Kranken-haus behandelt werden. Die Anlage stand für Die Analyse von Produktionsrisiken ist wesent-mehrere Tage still, um die Brandursache zu er- licher Bestandteil unseres konzernweiten Risi-mitteln. Ein unabhängiges Expertenteam bestä- komanagements. Dies gilt für bestehende Stand-tigte, dass beim Einfüllen der festen Inhalts- orte ebenso wie für neue Investitionsprojekte.stoffe in die Mischanlage durch statische Im Rahmen von Standortbegehungen bewertenAufladung eine brennbare Staubwolke entstan- wir auch Georisiken aufgrund lokaler geogra-den war. Als Korrekturmaßnahmen installierten fischer Gegebenheiten. Hierzu zählt zum Bei-wir ein verändertes Einfüllsystem sowie neue spiel die Lage in Erdbeben- oder Hochwasserge-Kontrollinstrumente. Zudem sollen verschärfte bieten. Aber auch die Wasserverfügbarkeit inVorgaben die Anlagensicherheit unserer welt- einer Region oder geografische Veränderungen,weiten Schmelzklebstoffproduktion verbessern bedingt durch den Klimawandel, berücksichti-und ähnliche Vorfälle künftig verhindern. gen wir verstärkt in unseren Risikoanalysen.
  • 18. 14 Arbeitssicherheit Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Arbeitssicherheit Langfristiges Ziel „Null Unfälle“ durch unabhängige Auditoren unserer Internen Revision regelmäßig überprüft (siehe Seite 7). Arbeitssicherheit hat bei Henkel höchste Priori- Zur Vermeidung von Arbeitsunfällen legen wir tät. Henkel entwickelt den Arbeitsschutz konti- den Fokus auf spezielle Schulungsprogramme nuierlich weiter, um für seine Mitarbeiter si- zur Sensibilisierung aller Mitarbeiter, besonders chere Arbeitsplätze zu bieten. An unserem in der Produktion, aber auch in der Verwaltung. langfristigen Ziel „Null Unfälle“ halten wir un- Deshalb finden an allen Standorten regelmäßig verändert fest, denn jeder Arbeitsunfall ist einer Schulungen statt. www.henkel.de/nb2011 | 11 zu viel. Aufgrund des hohen Engagements un- serer Mitarbeiter konnten wir unser Ziel, unsere Eine zentrale Rolle für die erfolgreiche Umset-Ziel 2010 bis 2015: Unfallrate bis 2012 um 20 Prozent zu senken, zung unserer Nachhaltigkeitsstrategie und un-+20 % bereits vorzeitig erreichen: Die Arbeitsunfälle serer SHE-Standards ist das Führungsverhaltensicherer arbeiten pro eine gingen zwischen 2007 und 2010 bereits um auf lokaler Ebene. Wir trainieren besonders dieMillion Arbeitsstunden. 29 Prozent zurück. Auf Basis der erreichten Ver- verantwortlichen Werkleiter im frühzeitigen besserungen haben wir ein weiteres Etappenziel Erkennen von Gefahren und Vermeiden von Un- definiert: bis 2015 soll die Zahl der Arbeitsun- fällen. Die Bandbreite der Trainingsinhalte fälle bei Henkel um weitere 20 Prozent sinken. reicht von Risikobewertungen und Lagerhaltung über Notfallmanagement bis hin zu Manage- Fokus: Verhaltensbasierte Sicherheitstrainings mentsystemen. Unsere Trainings richten sich auch an die Mitarbeiter externer Firmen, die an Zur Zielerreichung setzen wir auf strikte Einhal- unseren Standorten tätig sind. Unser umfas- tung unserer Standards für Sicherheit, Gesund- sender Ansatz zur Arbeitssicherheit zeigt Wir- heit und Umwelt (SHE). Deren Umsetzung wird kung: 84 Prozent unserer weltweiten Produk- tionsstandorte arbeiteten 2011 unfallfrei. SHE-Training für Werkleiter Tödliche Arbeitsunfälle Wir organisieren regelmäßig Trai- Unser intensives Engagement für Arbeitssicherheit nings für unsere Werkleiter weltweit, hat dazu beigetragen, dass die Zahl der Unfälle bei um ihnen die Standards für Sicher- Henkel auch 2011 auf einen im internationalen heit, Gesundheit und Umwelt (SHE- Vergleich sehr niedrigen Stand gesunken ist. Standards) näherzubringen. Ziel der Trainings ist, die Einhaltung dieser Bedauerlicherweise kam es trotz unserer An- Standards in allen Werken sicherzu- strengungen im Jahr 2011 zu insgesamt zwei stellen. In realen Situationen erhalten tödlichen Arbeitsunfällen: Ein Henkel-Mitarbei- die Teilnehmer theoretische und ter verunglückte bei Instandsetzungsarbeiten an praktische Einblicke. „Das SHE-Trai- einer Tauchpumpe durch einen Stromschlag. Ein ningsseminar ist eine hervorragende defektes Kabel hatte das Gehäuse unter Strom Plattform für den Austausch von Erfahrungen aus erster Hand. Ich konnte gesetzt. Ein Mitarbeiter einer externen Firma mit Kollegen aus aller Welt über Themen rund um unsere Sicherheitsstan- starb, während er für Henkel an einem unserer dards und unsere Verantwortlichkeiten in diesem Bereich diskutieren“, Standorte tätig war. Bei Installationsarbeiten an sagt Abdul Rahman (Bild), leiter der Flüssigwaschmittelproduktion in einer Abwasserleitung riss eine Zugvorrichtung Saudi-Arabien. Er nahm im oktober 2011 an diesem Seminar teil. ab und verletzte ihn tödlich. Seit Beginn des Programms haben wir 13 dreitägige Seminare durchge- Als Reaktion auf den Stromunfall haben wir um- führt und so über 250 unserer Werkleiter aus Asien, Afrika, Europa, nord- gehend zusätzliche Überprüfungen der elek- und Südamerika in SHE-Themen geschult. Somit haben wir inzwischen trischen Einrichtungen an Produktionsstandor- 80 Prozent der derzeitigen Werkleiter mit unseren Trainings fortgebildet. ten eingeleitet. Der Unfall des Mitarbeiters einer 2011 fanden vier Trainings in den USA, Deutschland, Brasilien und Indien externen Firma zeigt, wie wichtig verhaltens- mit über 70 Teilnehmern statt. basierte Sicherheitstrainings für alle an einem Standort tätigen Mitarbeiter sind.
  • 19. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 logistik und Transport  15logistik und TransportLogistikplanung für unterschiedliche Produkte unserer Anfrageprozesse und Ausschreibungen Produkttransporte nach beim Einkauf von Logistikdienstleistungen. Dazu VerkehrsträgernUnsere Logistikplanung ergibt sich aus der Art gehören die Definition von Energiespar zielen,der zu transportierenden Endprodukte. Bei eher Maßnahmen zur Modernisierung der Fahrzeug-großvolumigen Produkten verringern wir durch flotte sowie Investitionen in Programme zurregionale Produktionsstandorte die Transport- Routenoptimierung oder Emissionserfassung.wege und so die damit verbundenen Umwelt-belastungen. Dies gilt insbesondere für unsere „Faktor 3“: Datenerfassung ausbauenWasch- und Reinigungsmittel sowie einige Kos-metik- und Klebstoffprodukte. Bei vergleichs- Für unsere Produktion haben wir seit langem 77 % lkw 14 % Schiffweise kompakten Produkten mit niedrigem spe- weltweite Umweltdatensysteme etabliert. Um   8 % Bahnzifischem Gewicht fällt der Transportaufwand auch die Logistik-Emissionen genauer zu erfas- 1 % Flugzeug 1geringer aus, so dass diese möglichst zentral in sen, haben wir bereits vor einigen Jahren mit 1 Der luftweg gehört nicht zugroßer Stückzahl produziert werden. So werden dem Aufbau eines entsprechenden Datenerfas- unseren standardmäßigenbeispielsweise unsere Sekundenkleber lediglich sungssystems begonnen. Dieses wird jährlich Transportwegen. Er wird nuran wenigen Standorten weltweit hergestellt. verbessert. Es ermittelt den weltweit verursach- genutzt, wenn für unsere Kunden ein sehr schneller ten Transportaufwand pro Verkehrsträger (in Transport notwendig ist.Vielfältige Initiativen zur Emissionsreduktion Tonnenkilometern). Mithilfe von Emissionsfak- toren errechnen wir darauf aufbauend unsereUm unsere Transportemissionen zu senken, Transportemissionen. Die Etablierung von Mess-arbeiten wir konzernweit an der Optimierung systemen entlang unserer gesamten Wertschöp-unserer Logistikstrukturen und -konzepte. Die fungsketten ist ein Arbeitsschwerpunkt derLage von Warenlagern und Verteilzentren soll nächsten Jahre – auch um Fortschritte auf demdie Distanz zwischen Standorten und Kunden Weg zu unserem Ziel „Faktor 3“ transparent dar-auf ein Minimum reduzieren. Wo möglich, legen zustellen. Dazu suchen wir die intensive Zusam-wir Transporte zwischen einzelnen Standorten menarbeit mit unseren Partnern, insbesondereund zu Zentrallagern zusammen, um unterneh- mit Lieferanten, Lohnherstellern und Kunden.mensweit den Transportaufwand zu reduzieren.Hierzu kooperieren wir auch mit Handelspart- Gesamtbilanz: Unser betrieblicher CO2-Fußabdruck 2011nern und Anbietern ähnlicher Produkte, um dieLkw-Auslastung zu erhöhen. Besonders in Euro- Direkte Treibhausgas- Indirekte Treibhausgas- Indirekte Treibhausgas-pa und den USA bauen wir den Anteil intermo- Emissionen (Scope 1) Emissionen (Scope 2) Emissionen (Scope 3)daler Transportstrecken aus, mit dem Ziel, im- Emissionen durch Emissionen aus Produkttransport zumer mehr Gütertransporte von der Straße auf die Energieverbrauch fremdbezogener den Kunden (alleSchiene zu verlagern. Bereits in der Produktent- unserer Produktions- Energie (Gas, Heizöl, Verkehrsträger):wicklung berücksichtigen wir die Logistik: Kon- standorte Kohle, erneuerbare 630.000 Tonnen 1 Energien) Geschäftsreisenzentrate oder leichtere Verpackungen sparen (Bahn, Flugzeug,Transportgewicht und damit CO2-Emissionen. Dienstwagen):Konkrete Maßnahmen zur Verringerung unserer 92.000 Tonnen 1Transport- und Logistik-Emissionen stehen im Verwaltungs-Internet: www.henkel.de/nb2011 | 12 Standorte / läger: 70.000 TonnenAnforderungen an unsere Logistikpartner 322.000 Tonnen (22 %) 330.000 Tonnen (23 %) 792.000 Tonnen (55 %)Der Transport unserer Produkte vom Produk-tionsstandort zum Lager sowie vom Lager zuunseren Kunden wird mittlerweile weltweit zu 1.444.000 Tonnenüber 90 Prozent von externen Logistikunterneh- Die von Henkel emittierten Co2-Emissionen entstehen hauptsächlich durch Energieerzeugung undmen durchgeführt. Bereits bei der Auswahl un- -verbrauch. Andere Co2-Emissionsquellen sind für unsere Geschäftstätigkeit nicht relevant. Das Gleiche gilt für die Emissionen anderer Treibhausgase. Sie bilden weniger als ein Prozent derserer Transportpartner achten wir auf deren Scope-1- und Scope-2-Emissionen. Weitere Scope-3-Emissionen, insbesondere durch Rohstoffe undLeistungen im Bereich Effizienz und Umwelt. Produktnutzung, berechnen wir auf Produktebene.Seit 2010 sind entsprechende Kriterien Teil 1 Abweichungen zu 2010 basieren auf der Einführung genauerer Erfassungs- und Berechnungssysteme.
  • 20. 16 Produktverantwortung Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Produktverantwortung Innovationsmanagement nur die Betrachtung des Gesamtsystems stellt sicher, dass die getroffenen Maßnahmen zu Produktinnovationen spielen eine wesentliche einem insgesamt verbesserten Nachhaltig- Rolle, wenn wir Lebensqualität von Ressourcen- keitsprofil unserer Produkte führen. verbrauch entkoppeln wollen. Eines unserer www.henkel.de/nb2011 | 13 strategischen Prinzipien, um unsere Nachhaltig- keitsstrategie umzusetzen, lautet daher: „unsere Zur Weiterentwicklung und Vereinheitlichung Produkte“. Sie sollen Kunden und Verbrauchern der entsprechenden Bilanzierungsmethoden – mehr Wert und bessere Leistung bieten, bei ei- auch zu Themen wie dem CO2- und Wasser-Fuß- nem geringeren ökologischen Fuß abdruck. Da- abdruck von Produkten – arbeiten wir gemein- bei geht es uns nicht um die Entwicklung einzel- sam mit externen Partnern. Beispielsweise en- ner „grüner“ Produkte mit einseitig optimiertem gagieren wir uns im „Sustainability Consortium“ ökologischem Profil. Vielmehr wollen wir alle oder in der „Measurement Group“ des „Consumer Produkte unseres Portfolios ganzheitlich und Goods Forum“. Seit Anfang 2011 beteiligen wir kontinuierlich verbessern. Um das zu erreichen, uns zudem an einem Projekt der EU-Kommission brauchen wir eine hohe Innovationskraft. 2011 zur Etablierung einer einheitlichen Methodik beschäftigte Henkel rund 2.700 Mitarbeiter in zur Berechnung ökologischer Fußabdrücke für Forschung und Entwicklung und investierte Organisationen und Produkte. Für den Bereich 410 Millionen Euro. Um die Produktentwicklung „Produkte“ wurde eine Fallstudie zu Somat 10 von Anfang an im Sinn unserer Nachhaltigkeits- ausgewählt. strategie zu steuern, sind unsere Fokusfelder seit 2008 im Henkel-Innovationsprozess verankert Um das Thema Nachhaltigkeit für die tägliche (siehe Grafik unten). Arbeit unserer Produktentwickler zu operationa- lisieren, haben wir verschiedene Instrumente Verbesserung anhand von Lebenszyklusanalysen entwickelt, die im Henkel-Sustainability#Master zusammenlaufen. Herzstück ist eine Matrix, in Mithilfe von Lebenszyklusanalysen und mit die pro Produktkategorie die sogenannten Hot- unserem langjährigen Wissen über Nachhaltig- spots übertragen werden (siehe Grafik rechts). So keit untersuchen wir, wo in den verschiedenen kann die Nachhaltigkeitsbilanz zweier Produkte Produktkategorien die größten Umweltauswir- oder Prozesse verglichen und Verbesserungen kungen anfallen. Die Ergebnisse nutzen wir, um sowie Verschlechterungen können transparent Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Denn dargestellt werden. 2011 setzten wir den Sustain- Nachhaltigkeitsbewertung im Henkel-Innovationsprozess −2 –1 0 +1 +2 −2 –1 0 +1 +2 −2 –1 0 +1 +2 −2 –1 0 +1 +2 −2 –1 0 +1 +2 −2 –1 0 +1 +2 Grundlagen- Angewandte Produkt- Markt- Markt- forschung Forschung entwicklung einführung beobachtung Die Henkel-Fokusfelder sind seit 2008 systematisch in unserem Innovationsprozess verankert. Das heißt, unsere Forscher müssen an einem bestimmten Punkt aufzeigen, welche konkreten Vorteile ihr Projekt in Bezug auf Produktleistung, Mehrwert für die Kunden und Verbraucher sowie sozialen und gesellschaftlichen Nutzen bietet („mehr Wert“). Und sie müssen darlegen, wie es zu geringerem Ressourcenverbrauch beiträgt („geringerer ökologischer Fußabdruck“). Bei der Bewertung der Beiträge hilft ihnen unter anderem der Henkel-Sustainability#Master (siehe Grafik rechts). So erfüllen wir unser Ziel: „mit weniger Ressourcen mehr erreichen“.
  • 21. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Produktverantwortung 17ability#Master in Pilotprojekten zum Beispiel fürdie Kommunikation mit Handelspartnern ein. Entwicklung alternativer TestmethodenProdukt- und Verbrauchersicherheit Von zentraler Bedeutung ist für uns das Ziel, Tierversuche fürUnsere Kunden und Verbraucher können sich da- Inhaltsstoffe durch alternativerauf verlassen, dass unsere Produkte bei sachge- Testmethoden zu ersetzen. Aufrechter Anwendung sicher sind. Alle Rohstoffe das abgebildete, von Henkelsowie fertigen Produkte durchlaufen zahlreiche entwickelte VollhautmodellPrüfungen und Bewertungen, um bei Herstellung, können Substanzen aufgetra-Anwendung und Entsorgung ein hohes Maß an gen und dann deren WirkungenSicherheit zu bieten. Unsere Experten bewerten die auf das Hautgewebe systema-Inhaltsstoffe nach aktuellen wissenschaftlichen tisch bewertet werden.Erkenntnissen und konkreten Sicherheitsdaten.Dabei sind für uns neben dem grundsätzlichen www.henkel.de/nb2011 | 15Gefährdungspotenzial eines Stoffs vor allem seinetatsächliche Konzentration in der jeweiligen Re-zeptur sowie die Anwendungsbedingungen in derSicherheitsbewertung von Bedeutung. Der Einsatz vorgeben und keine alternativen Prüfmethodenvon Stoffen mit bestimmten gefährlichen Eigen- existieren, welche die entsprechenden Daten lie-schaften ist für manche Anwendungen von vorn- fern. Um auch diese ersetzen zu können, forschtherein ausgeschlossen. In anderen Fällen arbeiten Henkel seit den 1980er Jahren erfolgreich an derwir daran, die gesundheitliche Verträglichkeit Entwicklung von Alternativmethoden. So könnendurch die Entwicklung von alternativen Inhalts- viele Fragen zur Hautverträglichkeit von Inhalts-stoffen weiter zu verbessern – zum Beispiel durch stoffen mittlerweile mithilfe von In-vitro-Testsden Wechsel von lösemittel- zu wasserbasierten untersucht werden. In-vitro-Tests, wie das vonRezepturen in unseren Konsumenten- und Kon- Henkel entwickelte Vollhautmodell, wurden intaktklebstoffen. www.henkel.de/nb2011 | 14 den letzten Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit externen Partnern als Ersatzmethoden für Tier-Tierversuche werden bei Henkel grundsätzlich versuche entwickelt und für Produktsicherheits-nur eingesetzt, wenn rechtliche Bedingungen dies tests anerkannt.Henkel-Sustainability#Master – „Hotspots“ der Kategorie Flüssigwaschmittel Rohstoffe Produktion Logistik Einzelhandel Anwendung EntsorgungWert Leistung Hotspot Gesundheit und Sicherheit Gesellschaftlicher / Hotspot sozialer Fortschritt MaterialienFußabdruck Hotspot Hotspot und Abfall Energie und Klima Hotspot Hotspot Wasser Hotspot und AbwasserDer Henkel-Sustainability#Master enthält unter anderem ein Instrument für die Nachhaltigkeitsbewertung einer Produktkategorie hinsichtlich unserer Wertschöpfungsket-ten und unserer sechs Fokusfelder. Hier dargestellt sind beispielhaft sogenannte Hotspots entlang des Produktlebenszyklus eines Flüssigwaschmittels. „Hotspots“ sind dieFelder, in denen die größten Umweltauswirkungen auftreten – aber auch diejenigen, in denen potenziell der größte Wert für unsere Kunden und Verbraucher erzielt wer-den kann. Die Felder der Dimension „Fußabdruck“ spiegeln die Ergebnisse von Lebenszyklusanalysen, Erfahrungswerte sowie die Beurteilungen externer Experten wider.Wo sinnvoll, validieren wir die Bewertungen durch Gespräche mit Stakeholdern. Unsere Forscher nutzen diese Ergebnisse für kontinuierliche Produktverbesserungen.
  • 22. 18 Produktverantwortung Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Verantwortung beim Rohstoffeinsatz Bekenntnis zu Biodiversität und Henkel bekennt sich zu einer verantwortungs- Waldschutz vollen Rohstoffwirtschaft – insbesondere zum Schutz von natürlichen Ressourcen und Biodi- Henkel gehört zu den Unterzeichnern eines versität. Wir setzen seit Jahrzehnten Inhalts- Beschlusses des „Consumer Goods Forum“ stoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur gegen die weltweite Abholzung von Wäldern Optimierung von Produkteigenschaften ein, und für den Schutz der Biodiversität. Die teil- wenn dies unter Berücksichtigung ökologischer, nehmenden Unternehmen verpflichten sich, ökonomischer und gesellschaftlicher Auswir- gemeinsam und individuell Maßnahmen zu kungen sinnvoll ist. In vielen unserer Produkte ergreifen, um die globale Entwaldung bis wie Seifen, Shampoos, Klebestiften oder Tape- 2020 zu stoppen. Für uns betrifft dies insbe- zierklebstoffen bilden nachwachsende Rohstoffe sondere Rohstoffe und Materialien wie Palm-Der World Wide Fund For zentrale Rezepturbestandteile. und Palmkernöl oder Papier.Nature (WWF) hat Henkel in www.theconsumergoodsforum.comseiner weltweiten Palm OilBuyers’ Scorecard 2011 mit Dass der Einsatz von Inhaltsstoffen auf pflanzlicherder Höchstpunktzahl (neun Basis verantwortungsvoll betrieben werden muss,von neun Punkten) in die zeigt das Beispiel Palm- und Palmkernöl. Rund 30 Pro- Fortschritte und Ziele beim Thema Palm- undSpitzengruppe eingestuft. zent der Tenside – der waschaktiven Substanzen – Palmkernöl www.henkel.de/nb2011 | 16 in unseren Wasch- und Reinigungsmitteln basieren auf Rohstoffen wie Palmkernöl. Um den Problemen Als weltweit erstes Unternehmen haben wir be- entgegenzuwirken, die weltweit mit dem Anbau der reits 2008 RSPO-Zertifikate für die Produkte un- Ölpalme verbunden sind, engagieren wir uns seit serer Marke Terra gekauft. Somit konnte erstmals 2003 beim „Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl“ Palmkernöl von nachhaltig bewirtschafteten (RSPO). Seit Anfang 2011 sind wir zudem Initiator Plantagen in die Lieferkette für Tenside einflie- und Lenkungskreismitglied des „Forums für nach- ßen. Seit 2010 sind auch die geringen Mengen an haltiges Palmöl“ (Deutschland, Österreich, Schweiz). Palm- und Palmkernöl, die direkt in unsere Pro- Diese gemeinsame Initiative von Industrie und dukte einfließen, durch entsprechende Zertifi- Handel hat das Ziel, weltweit eine nachhaltige kate abgedeckt. Im Jahr 2012 strebt der Unterneh- Palmölwirtschaft zu fördern. Als Grundlage dienen mensbereich Wasch-/Reinigungsmittel an, für die vom RSPO definierten Standards, die weiter- das weltweite Sortiment an Wasch- und Reini- entwickelt und ergänzt werden sollen. gungsmitteln RSPO-Zertifikate zu kaufen.Beispiele für Nachhaltigkeit in unserer VerpackungsentwicklungSchauma – optimierte Flaschenstruktur Terra – Flasche aus 100 Prozent Pritt Ecomfort RollerWir arbeiten daran, den Materialeinsatz recyceltem Material Den Einsatz von neuen Verpackungsmateri-unserer Verpackungen ohne Qualitäts- und Wir wollen den Anteil von Recycling-Materia- alien wie Bioplastik prüfen wir regelmäßig.Stabilitätseinbußen so weit wie möglich zu lien stetig erhöhen. Die PET-Flaschen unserer Der Pritt Ecomfort Roller ist weltweit derverringern. Durch die Optimierung der Fla- Wasch- und Reinigungsmittel enthalten im erste Korrekturroller, dessen Gehäuse zuschenstruktur unserer Schauma Shampoos Schnitt einen Recyclat-Anteil von 25 Prozent. fast 90 Prozent aus einem Kunststoffsparen wir pro Jahr mehr als 60 Tonnen an Mit den Flaschen für die Spülmittel, Glas- besteht, der aus Pflanzen gewonnen wird.Kunststoff. und Badreiniger von Terra gehen wir einen Für diese Innovation hat Pritt beim „Bio- Schritt weiter: Das eingesetzte PET-Material werkstoff Preis 2010“ den dritten Platz besteht zu 100 Prozent aus recyceltem PET. erreicht.
  • 23. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Produktverantwortung 19Unser Ziel bis 2015 ist es, die gesamte Menge an Ziele zur Reduktion des Verpackungs-Fußabdrucks für KonsumentenproduktePalm- und Palmkernöl, die als Rohstoff direktund indirekt in die Produkte aller Unterneh- ∙ Vermeidung von Verpackungsabfällen durch Entwicklung leistungsstarker Verpa-mensbereiche einfließt, vollständig durch RSPO- ckungslösungen bei kleinstmöglichem Materialeinsatz.Zertifikate für eine nachhaltige Palmölwirt- ∙ Einsatz von 100 Prozent recycelbaren Verpackungsmaterialien bis 2015 – für Märkteschaft abzudecken. Parallel dazu stehen wir im mit regionalen Sammel- und Recyclingsystemen.kontinuierlichen Dialog mit unseren Rohstoff- ∙ Bis 2015 Einsatz von 100 Prozent recyceltem Papier- und Kartonmaterial oder – woLieferanten, damit diese ihre Produktion so bald erforderlich – von Frischfasern, die zu 100 Prozent aus nachhaltiger Forstwirtschaftwie möglich auf nachhaltiges Palm- und Palm- stammen.kernöl umstellen. www.henkel.de/nb2011 | 17 ∙ Kontinuierliche Überprüfung, wo der Einsatz von Biokunststoffen auf Basis nach- wachsender Rohstoffe ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist und nicht in Konkur-Verpackung – Ware schützen, Müll vermeiden renz zur Nahrungsmittelindustrie steht. ∙ Monitoring der Entwicklungen im Bereich der biologisch abbaubaren Kunststoffe;Unser Ziel „mit weniger Ressourcen mehr errei- aktive Suche nach geeigneten Materialien und Einsatzmöglichkeiten.chen“ gilt auch für unsere Verpackungsentwick- ∙ Wo technisch möglich: Vollständiger Verzicht auf PVC als Verpackungsmaterial bislung. Die Verpackungen unserer Konsumenten- 2015. Bereits heute setzen wir PVC-Materialien nur noch in wenigen Ausnahmen ein – auf sie entfällt weniger als ein Prozent der weltweiten Verpackungsausgaben.produkte erfüllen eine Vielzahl von Funktionen:Sie garantieren die Hygiene und Unversehrtheitder Produkte, schützen sie während Transportund Lagerung und ermöglichen eine problemlose auf Materialien, für die in den einzelnen MärktenDosierung und Anwendung. Darüber hinaus ein öffentliches Recyclingsystem besteht, sowiemuss die Verpackung genug Raum für notwen- auf entsprechende Verbraucherinformationen.dige Verbraucherinformationen bieten. Gerade Beim Einsatz von Papier und Kartonverpackun-bei Kosmetikprodukten, aber auch verstärkt bei gen aus Frischfasern arbeiten wir eng mit unse-Waschmitteln und Klebstoffen spielen das Verpa- ren Lieferanten zusammen, um sicherzustellen,ckungsdesign und seine Auffälligkeit im Regal dass die Holzfasern aus verantwortungsvollemeine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Anbau stammen. Dabei stellt die regional oftDaher arbeiten unsere Verpackungsentwickler eingeschränkte Verfügbarkeit sowohl von recy-kontinuierlich an intelligenten Verpackungs- celten als auch von zertifizierten Papierproduk- Henkel-Verpackungs-formen, die all diese Leistungen mit kleinstmög- ten weiterhin eine Herausforderung für die Be- Fußabdruck 2011 1lichem Materialeinsatz erbringen. So wollen wir schaffung dieser Materialien dar.die Menge an Verpackungsabfällen bei den Ver-brauchern so weit wie möglich reduzieren. Wir sind überzeugt, dass die Bedeutung neuer Verpackungsmaterialien wie Bioplastik in Zu-Neue Verpackungsziele kunft zunehmen wird. Daher prüfen wir regel- mäßig deren Einsatzmöglichkeiten.Grundsätzlich folgen wir unternehmensweit den www.henkel.de/nb2011 | 18drei Prinzipien „vermeiden, vermindern, wieder- 47 % Kunststoff 42 % Papier und Kartonverwerten“. Um unsere führende Rolle beim The- „Global Packaging Project“ 10 % Metallma Nachhaltigkeit auch in Bezug auf unsere Ver- 1 % Glaspackungsentwicklung auszuweiten, haben wir Seit 2010 beteiligt sich Henkel am „Global Pa- 1 Rund 505.000 Tonnendiesen Ansatz 2011 konkretisiert und umfassen- ckaging Project“ (GPP) des „Consumer Goods (geschätzt; basierendde Ziele für die nächsten Jahre definiert (siehe Forum“. Ziel des Projekts ist die Definition von auf den Ausgaben fürTabelle). Im Fokus steht weiterhin, Verpackungs- einheitlichen Bewertungsprozessen und Kenn- Verpackungsmaterialien).volumen und die eingesetzten Materialmengen zahlen, mit denen Verpackungslösungen imzu reduzieren. Dazu gehört auch die Entwick- Hinblick auf wirtschaftliche, ökologische undlung von Konzentraten und Nachfüllangeboten soziale Auswirkungen analysiert werden kön-für unsere Verbraucher. Für industrielle Kunden nen. Neu entwickelt hat das GPP 2011 den soge-bieten wir – wo möglich – Mehrwegsysteme in nannten packCheck. Hierbei handelt es sich umForm von wiederverwertbaren Transportcontai- eine einfache, onlinebasierte Anwendung: Ver-nern, Paletten und Umverpackungen an. packungsentwickler können in wenigen Schrit- ten analysieren, wie eine geplante Verpackungs-Wo technisch möglich, wollen wir den Einsatz innovation oder -änderung mit Blick auf die vomvon recycelten und recycelbaren Materialien für GPP definierten Kennzahlen abschneidet.das gesamte Sortiment erhöhen. Dazu setzen wir www.henkel.de/nb2011 | 19
  • 24. Mehr Reinigungskraft mit weniger Energieverbrauch Ein Beispiel für eine Produktinnovation, die bessere Leistung bei geringerem ökologischem Fußabdruck bietet, ist Somat 10: Henkel-Forscher haben diese neue Generation von Spülma- schinen-Tabs entwickelt, die erstmals auch in Kurz- und Niedrigtemperaturprogrammen ihre volle Reinigungsleistung entfaltet.Dr. Thomas EitingLeiter der Entwicklung für maschinelleGeschirrspültabs. Dr. Thomas Eiting, Chemiker in der Rei- einem Kurzprogramm mit einer Gesamt- nigungsmittelforschung in Düsseldorf, länge von gerade einmal 30 Minuten eine forscht mit einem interdisziplinären hohe Reinigungsleistung zu erzielen. Team an noch besseren maschinellen Dabei löst sich Somat 10 zweimal schnel- Geschirrspülmitteln. Da bei der Nutzung ler auf als beispielsweise sein Vorgänger von Geschirrspülmaschinen viel Energie Somat 9. verbraucht wird, ist es ökologisch sinn- voll, Kurz- und Niedrigtemperaturpro- Mit diesen Eigenschaften ist das Produkt gramme zu benutzen. ein Beispiel für unser Nachhaltigkeits- ziel „mit weniger Ressourcen mehr errei- Eine besondere Herausforderung für das chen“. Würden alle Somat-Haushalte in Henkel-Team war es, die Reinigungsleis- Deutschland mit Kurz- und Niedrigtem- tung von Somat besonders in diesen peraturprogrammen spülen, könnte so energiesparenden Programmen zu ver- viel Strom gespart werden wie rund bessern. „Durch die verbesserte Löslich- 100.000 Haushalte in einem Jahr insge- keit der Somat 10-Tabs haben wir es samt verbrauchen. geschafft, die Inhaltsstoffe schneller verfügbar zu machen. So können sie län- „Wir leisten mit dieser Innovation einen ger und stärker an den Verschmutzungen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und wirken“, erklärt Eiting. Diese Verbesse- Ressourcenschutz und bieten unserenThomas Eiting prüft mit seinen Kolleginnen rung führt zu einer deutlichen Leistungs- Verbrauchern einen deutlichen Mehr-Britta Strauß (links) und Silke Menke das steigerung in Kurz- und Niedrigtempera- wert“, sagt Eiting stolz.Spülergebnis mit Somat 10 im Geschirrspül-Testlabor. turprogrammen. Zum ersten Mal ist es nun möglich, mit Somat 10-Tabs in www.somat.de RATIBOR DÜSSELDORF SCOTTSDALE SHANGHAI BOULOGNE-BILLANCOURT, PARIS DÜSSELDORF PoLEn DEUTSCHLAnD ARIZonA, USA CHInA FRAnKREICH DEUTSCHLAnD
  • 25. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Wasch- / Reinigungsmittel 21Wasch- / ReinigungsmittelNachhaltigkeit als Motor für Innovationen brauchern leichter machen, verantwortungsvolle Kaufentscheidungen zu treffen. Durch gezielteUnsere Verbraucher erwarten zu Recht, dass Kommunikation machen wir die Vorteile unsererProdukte gleichermaßen die Kriterien Qualität, Produkte deutlich und regen zur ressourcenscho-Umweltverträglichkeit und soziale Verantwor- nenden Anwendung an, zum Beispiel mit demtung erfüllen. Dieser Anspruch ist auch unser Waschrechner im Internet:Ziel: Unsere Marken verbinden ihre Leistungs- www.persil.de/external/waschrechnerstärke mit der Verantwortung für Mensch undUmwelt. In dieser Kombination sehen wir denzentralen Motor für Innovationen und die Basisfür unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Persil Mega-Caps: Selbstauflösende Folie mit flüssigem Waschmittel-KonzentratDiesen Anspruch berücksichtigen wir bereits beiunserer Produktentwicklung. Jedes neue Pro- Unter den Marken Persil, Le Chat und Dixan hat Henkel im europäischen Flüs-dukt muss in mindestens einem unserer sechs sigwaschmittelmarkt ein innovatives Produkt platziert: Mega-Caps – wasser-Fokusfelder einen Beitrag leisten. Um die er- lösliche Folien, die flüssiges Waschmittel-Konzentrat enthalten. Die vordosiertezielten Fortschritte transparent und quantifi- Waschmittelmenge ist nicht nur besonders anwendungsfreundlich, sie verhin-zierbar zu machen, haben wir gemeinsam mit dert auch wirkungsvoll eine Überdosierung.dem Center on Sustainable Consumption and Das Flüssigwaschmittel ist von einer dün-Production (CSCP) in Wuppertal entsprechende nen Folie umhüllt, die zu 100 Prozent was-Bewertungsmodelle entwickelt, die im Henkel- serlöslich ist. Im unmittelbaren Kontakt mitSustainability#Master zusammenlaufen. In des- der Wäsche in der Waschmaschine entfal-sen Kern steht die Bewertung von wirtschaft- ten die Waschkissen ihre Waschkraftlichen, ökologischen und sozialen Kriterien bereits bei niedrigen Temperaturen. Ver-eines Produkts entlang der gesamten Wertschöp- packt sind die Waschkissen in Deutschlandfungskette (siehe Seiten 16 und 17). in einem flexiblen Folienbeutel. Das bedeu- tet weniger Plastikverbrauch im VergleichEffiziente Produkte für nachhaltigen Konsum zu herkömmlichen Flaschen.Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nachhaltigen www.persil.deKonsum zu fördern. Und unsere Produkte sindder Schlüssel dazu: Denn unsere Marken kom-men täglich millionenfach in Haushalten zumEinsatz. Wir konzentrieren uns daher auf dieEntwicklung von Produkten, die es den Verbrau-chern ermöglichen, Ressourcen effizient einzu-setzen. „Wir suchen ständig nach besserenAktuelle Beispiele für Energieeffizienz sind So- Produkten, arbeiten an einer effizienterenmat 10 oder unsere Niedrigtemperatur-Wasch- Lieferkette und stärkeren Partnerschaftenmittel. Persil Megaperls und Purex Cold Waterbeispielsweise entfalten ihre Waschleistung mit unseren Kunden und Verbrauchern.“bereits bei niedrigen Waschtemperaturen. Alleindurch die Reduktion der Waschtemperatur um Pete He10 Grad – beispielsweise von 40 auf 30 Grad Cel- zuständig für nachhaltigkeit im Unternehmens- bereich Wasch- / Reinigungsmittel in den USA.sius – können bis zu 40 Prozent Energie einge-spart werden. Ein Beispiel für einen effizientenMaterialeinsatz sind die neu eingeführten Flüs-sigwaschmittelkonzentrate als sogenannteMega-Caps. Neben der Entwicklung bessererProdukte und Lösungen wollen wir es den Ver-
  • 26. 22 Wasch- / Reinigungsmittel Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Weiterentwicklung der europäischen „A.I.S.E. niedrigen Temperaturen sowie Verbraucherin- Charter Nachhaltiges Waschen und Reinigen“ formation. Nur Produkte, die alle definierten Anforderungen erfüllen, können dies seit Juli Henkel hat 2005 als erstes Unternehmen die 2011 über ein neues A.I.S.E.-Charter-Logo auf der Kriterien der „A.I.S.E. Charter Nachhaltiges Wa- Verpackung an die Verbraucher kommunizieren. schen und Reinigen“ erfolgreich erfüllt. Alle der Zu diesen gehören auch unsere Waschmittel. Charter beigetretenen Unternehmen verpflich- ten sich, ihre Prozesse kontinuierlich zu verbes- Weltweit: Kontinuierliche Verbesserungen sern und jährlich anhand festgelegter Kenn- zahlen über die erzielten wirtschaftlichen, Auch in allen anderen Märkten und Regionen, ökologischen und sozialen Fortschritte zu be- in denen wir tätig sind, entwickeln wir das richten. Inzwischen sind über 150 Unternehmen Nachhaltigkeitsprofil unserer Produkte ständig Mitglied. Zusammengefasst repräsentieren die weiter. In den USA beispielsweise haben wir 2011 Kennzahlen inzwischen mehr als 85 Prozent der den Bad- und WC-Reiniger unserer Marke Soft europäischen Produktionstonnage an Wasch- Scrub umfassend überarbeitet: Die neue RezepturSeit Juli 2011 setzt Henkel das und Reinigungsmitteln. enthält ein zuckerbasiertes Tensid. 70 Prozentneue A.I.S.E.-Charter-Logo bei des Aktivstoffgehalts stammen aus nachwach-der Produktkommunikationein. Im Rahmen der Weiterentwicklung der A.I.S.E.- senden Rohstoffen. Ein „kalter“ Herstellprozess Charter wurde 2010 eine neue Dimension spezi- sorgt dafür, dass in der Produktion weniger Ener- ell für Produkte eingeführt. Somit kann nun gie verbraucht wird. Zudem haben wir die Ver- gezeigt werden, dass ein Produkt nicht nur von packung auf recycelbares Material umgestellt. einem nachhaltig wirtschaftenden Unterneh- Dafür wurde der Bad- und WC-Reiniger zertifiziert men hergestellt wurde, sondern auch selbst ein und 2011 in das „Design for the Environment“-Pro- fortschrittliches Nachhaltigkeitsprofil aufweist. gramm der US-amerikanischen Behörde für Um- www.cleanright.eu Vier Kriterien sind dabei von besonderer Bedeu- weltschutz (EPA) aufgenommen. Ein anderes Bei- tung: Umweltsicherheit der Inhaltsstoffe, Res- spiel sind unsere Waschmittel Vash, Pak und Persil sourceneffizienz hinsichtlich Dosiermengen im Nahen Osten, die wir 2011 auf phosphatfreie und Verpackungsmaterial, Waschleistung bei Rezepturen umgestellt haben. Darüber hinaus Verbrauchererwartungen an „grüne“ Produkte besser erfüllen Bei der Entwicklung der Terra-Linie stand der Differenzierungsmerkmal „nachwachsende Roh- Gedanke im Vordergrund, eine Produktlinie zu stoffe, die auf pflanzlicher Basis anstelle von entwickeln, die eine hervorragende Produktleis- Erdöl verwendet werden“ stärker herausgestellt tung mit einer besonderen Umweltverträglichkeit wird. Studien haben gezeigt, dass diese Maßnah- kombiniert. Als Zielgruppe wurden die sogenann- men mittlerweile zu einer höheren Verbraucher- ten LoHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) akzeptanz geführt haben. definiert – Verbraucher, die sich durch einen hohen Qualitätsanspruch auszeichnen und einen Solche Erfahrungen helfen uns, Verbraucherer- gesteigerten Wert auf ökologische Aspekte legen. wartungen an „grüne“ Produkte besser zu verste- hen und diese in die Weiterentwicklung unserer Innerhalb kurzer Zeit konnten wir die Marke bei Marken einfließen zu lassen. So dieser Zielgruppe bekannt machen und ein gro- war es uns wichtig, auch bei den ßes Interesse wecken. Gleichzeitig war die Pro- Terra-Verpackungen neue Wege duktlinie nicht in allen Segmenten so erfolgreich zu gehen. Seit Ende 2011 besteht wie erwartet. Ein wesentlicher Grund dafür ist, das in den Flaschen der Terra- dass für viele Verbraucher der ökologische nut- Spülmittel, -Bad- und -Glasreini- zen nicht konkret und verständlich genug war, ger eingesetzte PET-Material zu um sie zum Kauf von Terra zu überzeugen. Die 100 Prozent aus recyceltem PET. Marketingstrategie der Terra-Linie haben wir auf Grundlage dieser Erfahrungen optimiert. Unter Siehe Seite 18 und anderem haben wir die Aussagen bezüglich der www.terra-henkel.de Inhaltsstoffe deutlicher formuliert, indem nun als
  • 27. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Wasch- / Reinigungsmittel 23suchen wir ständig nach neuen Verpackungslö-sungen, um die Menge an Verpackungsabfällen bei Markenengagement: „El Balad Baladna“ –den Verbrauchern zu reduzieren (siehe Seite 19). Dieses Land ist unser LandVerantwortungsvoller Rohstoffeinsatz Wochenlang demonstrierten die Menschen in Ägypten EndeHenkel setzt seit Jahrzehnten Inhaltsstoffe auf 2010 für mehr Demokratie undBasis nachwachsender Rohstoffe ein. Im Jahr Freiheit. Im Februar 2011 löste2011 basierten rund 30 Prozent der waschaktiven schließlich eine Revolution dasSubstanzen – der Tenside – in unseren Wasch- alte Regime ab. Die Demonstra-und Reinigungsmitteln auf nachwachsenden tionen hinterließen Spuren aufRohstoffen. Damit liegen wir deutlich über dem Kairos Straßen. Genau dortDurchschnitt der Wasch- und Reinigungsmittel- setzte das von Henkel gespon-industrie. Unserer Verantwortung beim Einkauf serte Projekt „Gemeinsameund Einsatz dieser Rohstoffe sind wir uns be- Arbeit für ein neues Ägypten“wusst. Da viele Inhaltsstoffe unserer Produkte an. Um Kairo wieder in eine sau-aus pflanzlichen Rohstoffen wie Palmkernöl bere Stadt zu verwandeln, arbei-hergestellt werden, engagieren wir uns für ver- teten sich Freiwillige, darunterbesserte Anbaubedingungen in den Erzeugerlän- auch Henkel-Mitarbeiter, Stück für Stück durch die Straßen Kairos, reinig-dern sowie für neue Vermarktungsmodelle für ten die Bürgersteige und entfernten Graffitis von den Wänden der Stadt.Palmöl aus nachhaltigem Anbau. Über Facebook und Twitter konnten die Menschen zudem weitere Städte für das Henkel-Reinigungs-Team vorschlagen und abstimmen, wo es alsFür unsere Wasch- und Reinigungsmittel stre- nächstes hinfahren sollte.ben wir an, bereits 2012 die gesamte Menge an www.facebook.com/elbaladbaladnaPalm- und Palmkernöl, die als Rohstoff direktoder indirekt in unsere Produkte einfließt, zu100 Prozent durch RSPO-Zertifikate für einenachhaltige Palmölwirtschaft abzudecken. Da-mit erreicht der Unternehmensbereich Wasch-/ des Themas Hygiene gestärkt werden, sieheReinigungsmittel das Henkel-Ziel bereits vor- www.dac-home.com. Außerdem achten wirzeitig (siehe Seite 18). darauf, dass die eingesetzten Wirkstoffe nicht nur beste Hygieneleistung, sondern auch ge-Anpassung an lokale Verbraucherbedürfnisse sundheitliche Verträglichkeit bieten. Beispiels- weise berücksichtigen wir verstärkt die Bedürf-Mit unseren Wasch- und Reinigungsmitteln nisse von Allergikern und Menschen mit sensiblerleisten wir in all unseren Märkten wichtige Bei- Haut. Sieben Henkel-Waschmittel zeichneteträge zu Hygiene und Gesundheit im Haushalt. die Europäische Stiftung für Allergieforschung Der Bad- und WC-ReinigerIm Vordergrund steht dabei die Anpassung der (ECARF) mittlerweile als „besonders hautver- Soft Scrub in den USA wurde für die recycelbare Verpa-Produkte an die lokalen Verbraucherbedürfnisse träglich und allergikerfreundlich“ aus. ckung in das „Design for theund Gegebenheiten. So bieten wir in vielen Märk- Environment“-Programm derten Südeuropas und im Nahen Osten zusätzlich Forschung für das Waschmittel der Zukunft US-amerikanischen Umwelt- schutzbehörde (EPA) aufge-Waschmittel mit speziellen antibakteriellen nommen.Wirkstoffen an. Gleiches gilt für Reinigerpro- Seit 2011 forschen wir gemeinsam mit dem Max-dukte, die wir auf den nordafrikanischen und Planck-Institut für Kohlenforschung an der Nut- www.softscrub.comlateinamerikanischen Märkten eingeführt ha- zung von Biomasse für Waschmittel. Ziel derben. Ein Beispiel sind die Reiniger der Marke Kooperation ist es, waschaktive Substanzen aufDAC Disinfectant: Sie bieten erstklassige Reini- Basis von nachwachsenden Rohstoffen wie Holzgung und verhindern über 24 Stunden neues und Pflanzenfasern, die sonst als Reststoffe an-Bakterienwachstum. fallen, zu entwickeln: Das Institut führt Basis- untersuchungen zur katalytischen Spaltung vonDie Überarbeitung der DAC-Produkte im Jahr Biomasse durch; Henkel prüft in Anwendungs-2011 haben wir durch umfassende Kommunika- tests die entwickelten Substanzen auf derention begleitet. Über TV-Spots, Promotions in Eignung für Waschmittel. Die Kooperation istGeschäften und Social-Media-Kanäle soll das ein Beispiel für unser Bestreben, erdölbasierteVerbraucherbewusstsein für die Bedeutung Inhaltsstoffe zu ersetzen.
  • 28. Mehr Volumen – mit 90 Prozent weniger Einsatz Das innovative Haarstyling-Produkt Got2b Powderʼful sorgt nicht nur für mehr Haarvolumen, sondern hat durch die exklusive Rezeptur des Styling-Pulvers auch einen um 90 Prozent reduzierten ökologischen Fußabdruck.Kathy AlaamaLeiterin Haarstyling im UnternehmensbereichKosmetik­ und Körperpflegeprodukte in denUSA, im Beratungsgespräch mit einer Kundin. Mit dieser innovativen Rezeptur und Produkt heißt hier Göt2b Powderʼful und der „Salzstreuer“-Handhabung ermög- wird über das Internet beworben und die licht Got2b Powderʼful trockenes Volu- üblichen Handelskanäle vermarktet. men-Styling. Im Vergleich zu Schaum- Über Videos auf Youtube wird die ein- festiger in Spraydosen kommt Got2b fache Anwendung anschaulich erklärt.“ Powderʼful ohne flüchtige organische Verbindungen aus. Für Got2b Powderʼful Die ungewöhnliche Innovation wurde werden so nur rund 10 Prozent des Mate- von einem Henkel-Team aus der For- rialeinsatzes eines Schaumfestigers be- schung und Entwicklung des Unterneh- nötigt. Das geringere Gewicht führt zu mensbereichs Kosmetik/Körperpflege Einsparungen in der gesamten Logistik in Hamburg entwickelt. Seit 2011 wird und reduziert den CO2-Fußabdruck um Got2b Powderʼful in Europa und den USA rund 90 Prozent. angeboten. Alaama sagt: „Powderʼful überzeugt durch seine Performance bei Kathy Alaama, Managerin im Unterneh- geringem Ressourcenverbrauch. Unsere mensbereich Kosmetik/Körperpflege Kunden schätzen die hohe Qualität und in den USA, ist für die Vermarktung von einfache Anwendung. Die Zusammen- Got2b zuständig: „Wir haben Got2b arbeit zwischen Forschung und Ent- Powderʼful in den USA im Februar 2011 wicklung sowie internationalem und auf der Auftaktveranstaltung zum zehn- lokalem Marketing war für den Erfolg jährigen Bestehen der Marke vorgestellt. entscheidend.“Dr. Rolf Bayersdörfer, Entwickler des Haar­ Es ist inzwischen das meistverkauftestyling­Produkts Got2b Powderʼful, erklärt Styling-Puder im gesamten US-amerika-seinen internationalen Marketing­KollegenVildan Onpeker Cerci und Christian Melcher nischen Haarstyling-Markt (Quelle: IRI www.got2b.dedie Wirkungsweise des Styling­Puders. FDMx; Marktanteile ohne Walmart). Das www.youtube.com/user/got2bUSA RATIBOR DÜSSELDORF SCOTTSDALE SHANGHAI BOULOGNE-BILLANCOURT, PARIS DÜSSELDORF POLEn DEUTSCHLAnD ARIZOnA, USA CHInA FRAnKREICH DEUTSCHLAnD
  • 29. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Kosmetik / Körperpflege 25Kosmetik / KörperpflegeUnser Beitrag zu Schönheit und Wohlbefinden gieforschung (ECARF) zertifiziert und erfüllen damit höchste Ansprüche in Bezug auf Hautver-Hygiene und Schönheit gehören zu den funda- träglichkeit. Unsere Kompetenz beim Themamentalen Bedürfnissen der Menschen und sind Hautverträglichkeit nutzen wir auch verstärkt inwichtig für das persönliche Wohlbefinden. Un- anderen Produktkategorien. 2011 beispielsweisesere Kosmetik- und Körperpflegeprodukte, die haben wir mit Taft Sensitive Haarspray und Sty-täglich von Millionen von Menschen weltweit lingschaum zwei Produkte für empfindlicheverwendet werden, leisten hierzu einen wich- Kopfhaut auf den Markt gebracht.tigen Beitrag. Sicherheit auch durch professionelle BeratungDer Erfolg unserer Kosmetik- und Körperpflege- und Schulungprodukte beruht auf dem Anspruch, verbrau-cherrelevante Produkte mit hoher Wirksamkeit Zu einer sicheren Produktanwendung gehört dieund Verträglichkeit anzubieten. Sicherheit und umfassende Verbraucherberatung. Dafür stehtLeistung unserer Produkte werden dabei stets in jedem Land, in dem unsere Produkte verkauftauf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse nach- werden, eine Beratungshotline zur Verfügung.gewiesen. Im Mittelpunkt unseres Innovations-prozesses steht das Bestreben, ein immer besseresVerständnis für die Bedürfnisse unserer Verbrau-cher in den unterschiedlichen Regionen zu entwi- Dial Naturalsckeln. Dazu gehört auch der Trend zu umwelt- undgesundheitsbewussten Lebensstilen. Die Seifen und Duschgele von Dial naturals in den USA sind sowohl in Bezug auf ihre Hautverträglichkeit als auch aufDie Entwicklung von nachhaltigen Produkten ihre biologische Abbaubarkeit optimiert: Sie enthalten einenbietet für uns eine Vielzahl von Ansatzpunkten Anteil von 94 Prozent an Inhaltsstoffen aus nachwachsen­für Innovationen. So sind wir immer auf der den Rohstoffen und sind leicht biologisch abbaubar. DieSuche nach noch wirksameren und verträg- Rezepturen sind im Hinblick auf Leistung und Hautverträg­licheren, aber auch effizienteren Rezepturen, lichkeit optimiert. Die Produkte haben ein mildes Konser­die bessere Leistung mit weniger Rohstoff- und vierungssystem. Aufgrund dieser Eigenschaften sind dieMaterialeinsatz erzielen. Dazu gehören auch Dial naturals­Produkte insbesondere auch für MenschenProdukte, deren Wirkung besonders lange an- mit empfindlicher Haut geeignet. Diese Produkteigenschaften wurdenhält, oder Produkte, die den Verbrauch von Was- durch ein unabhängiges Forschungsinstitut geprüft und bestätigt.ser und Energie während der Produktion und www.dialsoap.comAnwendung reduzieren.Produkt- und Verbrauchersicherheit „Bei der Entwicklung von FormulierungenNur gut verträgliche und in der Anwendungsichere Kosmetikprodukte gewinnen auf Dauer für neue Haarpflegeproduktedas Vertrauen unserer Verbraucher. Deshalb berücksichtigen mein Team und ichlegen wir bereits bei der Entwicklung unsererProdukte höchsten Wert auf gesundheitliche stets die sechs Henkel-Fokusfelder.“Verträglichkeit. Alle Kosmetikprodukte ein-schließlich der einzelnen Inhaltsstoffe durch- Dr. Elisabeth Poppelaufen ein umfangreiches Prüf- und Bewertungs- international zuständig für die Forschung und Entwicklung von Haarpflegeprodukten.programm, um ihre Verträglichkeit sicherzu-stellen, siehe Seite 17. Dabei berücksichtigenwir auch die Bedürfnisse von Allergikern undMenschen mit sensibler Haut. Alle Pflegepro-dukte unserer Marke Diadermine sind mittler-weile durch die Europäische Stiftung für Aller-
  • 30. 26 Kosmetik / Körperpflege Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Sie gibt kompetent und schnell verlässliche Aus- risiko oder zur Produktsicherheit generell. Auch künfte zu Produkteigenschaften oder Inhalts- unsere professionellen Friseurkunden unterstüt- stoffen. Allein in Europa gibt es pro Jahr rund zen wir mit Schulungen und Informationen. So 180.000 Kontakte mit Verbrauchern. Die Anfra- bieten wir im Rahmen der internationalen Akade- gen beziehen sich vor allem auf die Wirkung mie Schwarzkopf (ASK) ein berufliches Weiterbil- unserer Produkte sowie auf deren Anwendung. dungsprogramm an, um unsere Friseure unter Alle produktbezogenen Rückmeldungen werden anderem bei der sachgemäßen Anwendung un- im Rahmen unseres Qualitätssicherungssys- serer Produkte zu unterstützen. tems dokumentiert und fließen in den weiteren www.schwarzkopf­professional.de Produktentwicklungsprozess ein. Zu unserer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit ge- Im Internet bieten wir unseren Verbrauchern hört auch die Verpflichtung, verantwortlich zu zum Beispiel auf den Seiten www.about-cosme- werben. Wir stellen sicher, dass unsere Wer- tics.com/de in der Rubrik „Mein sicheres Colo- beaussagen auf erwiesenen Eigenschaften der rieren“ Unterstützung für eine sachgerechte und Produkte und wissenschaftlichen Daten zur Pro- sichere Anwendung von Haarcolorationen. Hier duktleistung basieren sowie dass die Informati- informieren wir darüber, was Verbraucher vor, onen, die wir zur Verfügung stellen, eindeutig bei und nach dem Haarefärben beachten sollten. und leicht verständlich für die Verbraucher sind. www.about­ In einem Video erläutern wir Schritt für Schritt, cosmetics.com/de wie vor jeder Anwendung ein Hautverträglich- Systematische Bewertung unserer Produkte keitstest durchgeführt und wann auf das Colo- rieren verzichtet werden muss. Außerdem be- Wir bewerten die Umweltauswirkungen unserer antworten wir auf der Internetseite häufig Produkte entlang ihres Lebenszyklus, um unser gestellte Fragen, zum Beispiel zu einem Allergie- gesamtes Produktportfolio systematisch zu ver- Anwendung der Erkenntnisse von Lebenszyklusanalysen Exemplarisch für die Kategorie Shampoo haben Produktleistung erfüllt diese Rezeptur unseren wir bereits 2009 im Rahmen des Projekts „Pro­ Anspruch nach steigender Ressourceneffizienz. duct Carbon Footprint“ (PCF) in Deutschland den Im Vergleich zur bisherigen Rezeptur hat die neue CO2­Fußabdruck eines Schauma­Shampoos berech­ Plattform­Rezeptur je nach Variante einen zwi­ net. Die Ergebnisse zeigen, dass 94 Prozent des schen 8 und 21 Prozent geringeren CO2­Fuß­ CO2­Fußabdrucks in der nutzungsphase durch die abdruck. Bezogen auf die Jahrestonnage im Jahr Erwärmung des Wassers für das Waschen der 2011 ergibt dies eine Reduzierung der CO2­Emis­ Haare entstehen. Den größten Einfluss auf den sionen von rund 2.500 Tonnen. Energieverbrauch haben daher die Verbraucher. Um unseren Verbrauchern die Umweltauswirkun­ gen ihres Verhaltens bei so alltäglichen Aktivitäten www.schauma.de wie dem Duschen oder dem Haarewaschen aufzu­ www.pcf­projekt.de zeigen, haben wir einen Duschrechner entwickelt (siehe Kasten rechts). Wir arbeiten kontinuierlich an einer Verringerung des verbleibenden Anteils. Einer der größten Ein­ flussfaktoren auf diesen Teil des CO2­Fußabdrucks sind die Rezepturen unserer Kosmetikprodukte. So zeichnet sich unsere neue Shampoo­Plattform­ Rezeptur zum Beispiel durch eine innovative Kombination von Waschaktivstoffen – den Tensi­ den – aus. Durch die Reduktion der Gesamt­ menge an Waschaktivstoffen bei gleichbleibender
  • 31. Henkel nachhaltigkeitsbericht 2011 Kosmetik / Körperpflege 27bessern. In einem ersten Schritt haben wir einenCO2-Fußabdruck für unsere verschiedenen Kos- Markenengagement: Henkel engagiert sich für die Gesellschaftmetikprodukte berechnet. Dieser erfasst alleklimarelevanten Treibhausgasemissionen, die Über unsere Marken und unsere Mitarbeiter engagieren wir uns weltweitentlang der Wertschöpfungskette eines Produkts in gemeinnützigen Projekten. So unterstützt der Unternehmensbereich Kos­anfallen – also vom Bezug der Rohstoffe über metik/Körperpflege beispielsweise seit 2006 das internationale ProgrammHerstellung und Nutzung bis zur Entsorgung. „Look Good…Feel Better“ als Partnerfirma. Unter dem Dach dieser Initiative werden zusammen mitBasierend auf den Ergebnissen lassen sich pro gemeinnützigen Gesellschaften wie der deutschenKategorie Ansätze für Verbesserungen definie- „DKMS Life“ oder dem „Schweizer Verein für Frauenren. Zum Beispiel ist die Herstellung der Alumi- nach Brustkrebs“ kostenfreie Kosmetikseminare fürniumdosen unserer Haar- und Deosprays ver- Krebspatientinnen angeboten. Außerdem engagiertgleichsweise energieintensiv. Daher prüfen wir, sich Schwarzkopf Professional seit 2010 mit der Ini­ob alternative Materialien wie recyceltes Alumi- tiative „Shaping Futures“ gemeinsam mit Friseurennium oder Weißblech den CO2-Fußabdruck die- für die Ausbildung von Jugendlichen in SOS­Kinder­ser Kategorien senken können. dörfern.Oft entsteht der Hauptenergieverbrauch unsererProdukte während ihrer Anwendung – zum Bei- www.lookgoodfeelbetter.orgspiel beim Duschen oder Haarewaschen (siehe www.schwarzkopf­professional.de/soziale­initiativeKasten unten links). Dafür entwickeln wir In-strumente für die Verbraucherkommunikation.Ganzheitliche Optimierung der Umweltbilanz Inhaltsstoffe in unseren Seifen, Shampoos undNeben dem Energieverbrauch spielen oft andere Duschgele bei 80 Prozent. Unser Ziel ist es, bisNachhaltigkeitskriterien eine wichtige Rolle, um Ende 2012 den Anteil auf 90 Prozent zu erhöhen.ein Produkt ganzheitlich zu verbessern: zum Bei- Bei den waschaktiven Substanzen – den Tensidenspiel die Verträglichkeit der Inhaltsstoffe, die – liegt der Wert der leicht biologisch abbaubarenHerkunft der nachwachsenden Inhaltsstoffe, die Substanzen bereits bei über 90 Prozent. Beim Ein-biologische Abbaubarkeit oder die Verpackung. satz von Inhaltsstoffen auf Basis nachwachsender Rohstoffe achten wir auf deren Herkunft sowieSo optimieren wir unsere Produkte, die nach Ge- Anbau- und Herstellbedingungen. Auch bei unse-brauch ins Abwasser gelangen, seit vielen Jahren ren Verpackungen optimieren wir den Material-hinsichtlich ihrer biologischen Abbaubarkeit. verbrauch und achten auf die Art der verwende-2011 lag der Anteil biologisch leicht abbaubarer ten Materialien, siehe Seiten 18 und 19. Der Duschrechner für energiebewusstes Verbraucherverhalten Über den Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2­ Emissionen entscheiden maßgeblich die Verbraucher beim Duschen. Mit dem interaktiven Duschrechner von Schauma und Dial kann sich jeder Verbraucher online informieren, wie sich der Energieverbrauch bei unterschiedlicher Wassertem­ peratur und Duschdauer verändert. So können Verbraucher schnell erkennen, wie sie unmittelbar den CO2­Fußabdruck eines Produkts durch ihr eigenes Verhalten beeinflussen können. www.schauma.de www.dialsoap.com
  • 32. Neue Energie für eine nachhaltige Zukunft Erneuerbare Energien aus Wind und Sonne werden in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Automobilindustrie investiert in alternative Energiequellen, wie neue Batterien, um in Zukunft eine umweltverträgliche Mobilität zu sichern. Henkel bietet dafür maßgeschneiderte Klebstoffe, Dichtstoffe und Oberflächenbehandlungen an.Kate Yeo, Managerin im Unternehmens-bereich Adhesive Technologies für alter-native Antriebe von Elektrofahrzeugen inder Region Asien/Pazifik. Kate Yeo, Managerin im Unternehmens- Henkel entwickelt auch Lösungen fürProfessor Dr. Ma Jianxin, Forscher an bereich Adhesive Technologies, entwi- die nächste Generation von Solarzellen,der Tongji-Universität Shanghai für mit ckelt im Team mit Kollegen aus der For- Windkraftanlagen, Batterien undWasserstoff betriebene Brennstoffzellen. schung und Entwicklung von Henkel Brennstoffzellen. Für die neuesten Bat- innovative Klebstoffe, Dichtstoffe und terie- und Brennstoffzellenmodule bie- Oberflächenbehandlungen für Fahr- tet das Unternehmen fortschrittliche zeuge mit alternativen Antrieben. Ge- Technologien, wie elektrisch leitfähige meinsam mit internationalen Wissen- Beschichtungen für Zellen, als Abstand- schaftlern zum Beispiel von der Tongji- halter dienende Füll-Klebstoffe, Wärme Universität in Shanghai forschen sie an oder Strom leitende Klebstoffe sowie der Zukunft der umweltverträglichen Schutzbeschichtungen und Dichtungs- Elektromobilität. mittel, die Feuchtigkeit abhalten. „Mit unseren Erfahrungen bei einer „Alternativ angetriebene Fahrzeuge Vielzahl von Anwendungen können wir bieten Henkel eine hervorragende unseren Kunden in der Automobilindus- Chance, mit unserer Innovationskraft trie eine breite Palette von nachhaltigen in einen ganz neu entstehenden Markt Lösungen anbieten“, sagt Yeo. „Ohne vorzudringen. Ich bin stolz, mit un- unsere Partnerschaft mit der Tongji- serem Team an den Autos von morgen Universität und unseren Kunden wären mitzuarbeiten“, so Yeo. diese innovativen Lösungen für eine bessere Umweltver träglichkeit jedochKate Yeo (links) und Dr. Zhang Jingfen von Henkel nicht möglich.“ www.henkelna.com/energystorageinformieren sich über Elektrofahrzeuge in derElectric Vehicles (EV) Zone in Shanghai, China. RATIBOR DÜSSELDORF SCOTTSDALE SHANGHAI BOULOGNE-BILLANCOURT, PARIS DÜSSELDORF PolEN DEUTSCHlAND ARIZoNA, USA CHINA FRANKREICH DEUTSCHlAND
  • 33. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Adhesive Technologies 29Adhesive TechnologiesWeltweit führend durch Innovationen, Leistung entwickelt. Ein Beispiel ist der „Value Calcula-und Nachhaltigkeit tor“. Mit ihm kann ein neues Produkt oder ein neuer Prozess mit dem bestehenden in allenUnsere Produkte kommen in zahlreichen Märk- Einzelschritten verglichen werden. So könnenten zum Einsatz, etwa in der Automobil- und Prozesskosten nachvollziehbar gegenüber-Elektronikindustrie, in der Luft- und Raumfahrt, gestellt und Einsparpotenziale hinsichtlichin der Metall- und Verpackungsindustrie, bei Wartungsaufwand identifiziert werden. Dazu Mit dem neuen kennzeich-Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien gehören auch der Energie-, Wasser- und Roh- nungsfreien Polyurethan- Schmelzklebstoff Purmeltsowie bei Wartung und Reparatur. Hier tragen stoff verbrauch oder die Entsorgungskosten. Auf MicroEmission Cool 3400 fürsie dazu bei, industriell gefertigte Güter langle- einen Blick können so Prozessverbesserungen die Klebebindung von Büchernbiger, leichter und effizienter zu konstruieren. In bei unseren Kunden sowie die daraus resultie- und Broschüren kann, durch eine verringerte Auftragstem-der Bautechnik, bei Hand- und Heimwerkern, renden Vorteile wie Zeit- und Kosteneinsparung peratur von unter 100 Gradermöglichen es unsere Klebstoff-Lösungen bei- dargestellt werden. Den „Value Calculator“ setzen Celsius, der Energieverbrauchspielsweise, Gebäude vor Kälte und Feuchtigkeit wir mittlerweile für rund 20 Marken und Produkt- gesenkt werden.zu schützen; in Haushalt, Schule und Büro hilft gruppen wie Loctite, Bonderite, Technomelt,unser Klebstoff-Know-how, Gebrauchsgüter zu Liofol und Mirafoil ein.reparieren. Im Mittelpunkt steht dabei immerein Ziel: die Verbindung wirtschaftlicher Vor- Verbesserung auf Basis von Lebenszyklusanalysenteile für unsere Kunden mit der Verantwortungfür Mensch und Umwelt. Als der weltweit führende Klebstoffhersteller sind wir uns unserer Verantwortung bewusstMehr Wert für unsere Kunden und und wollen unsere Fortschritte auf dem Gebietunser Unternehmen der Nachhaltigkeit transparent darstellen. Unserem Anspruch werden wir durch die konsequenteWeltweit stehen wir mit unseren Klebstoffen, Überprüfung und Optimierung unseres Produkt-Dichtstoffen und Oberflächentechnologien für portfolios gerecht. Unsere umfassende Erfahrunghohe Qualität und sind führend im Markt – tech- und insbesondere der Einsatz von Lebenszyklus-nologisch, ökologisch und bei der gesundheit- analysen helfen uns, geeignete Ansatzpunkte fürlichen Verträglichkeit. Das erreichen wir durch Verbesserungen zu erkennen. Dabei setzen wirinnovative Produkte und Prozesse, die bessere sowohl bei der Zusammensetzung und Herstel-Leistung sowie Arbeits- und Verbraucherschutz lung unserer eigenen Produkte als auch bei derbei einem möglichst geringen Ressourcenver- Anwendung und den Produktionsprozessenbrauch und weniger negativen Umweltauswir-kungen bieten. Dafür arbeiten wir mit starkenPartnern zusammen, beispielsweise mit Roh-stofflieferanten, Maschinenherstellern und Her- „Schon seit vielen Jahren stehtstellern aus allen Industriezweigen. Dank effizi- bei unserer Arbeit Nachhaltigkeitenter Kooperationen finden wir gemeinsaminnovative Lösungen. im Vordergrund, wenn es um die Entwicklung von Klebstoff-Im Mittelpunkt stehen dabei immer unsere Kun-den. Wir optimieren kontinuierlich unsere Pro- Technologien geht.“dukte, um ihnen einen Mehrwert zu bieten undden Kunden dabei zu helfen, ihre eigenen Nach- Amélie Vidal-Simihaltigkeitsziele zu erreichen. Häufig können wir leiterin Klebstoffe für Verbraucher und Handwerker, Frankreich.dabei Lösungen anbieten, die ökonomische Vor-teile mit Fortschritten beim Umwelt-, Arbeits-und Verbraucherschutz verbinden.Um unseren Kunden diese Vorteile transparentdarzustellen, haben wir zahlreiche Instrumente
  • 34. 30 Adhesive Technologies Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Value Calculator: rund 50 Kategorien zusammengefasst, für die Beispiel Bonderite NT wir den ökologischen Fußabdruck der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewin- nung, Produktion, Anwendung beim Kunden bis Kosten in Prozent zur Abfallentsorgung – ermitteln. Kosteneinsparungen 14,8 % Sicherheit als oberste Priorität Externer Externer Dienstleister 27,0 % Dienstleister 6,6 % Die Gesundheit und Sicherheit unserer Kunden Entsorgung 9,8 % Entsorgung 2,2 % und Verbraucher sowie ihres Umfelds hat für Energie 6,0 % Energie 0 % uns oberste Priorität. Daher arbeiten wir welt- weit daran, mit unseren Produkten neue Stan- Wasser 43,5 % Wasser 33,7 % dards zu setzen, beispielsweise für die gesund- heitliche Verträglichkeit von Kontaktklebstoffen oder Schraubensicherungsklebstoffen. Herkömmliches Bonderite NT 42,7 % Im Bereich der anaeroben Kleb- und Dichtstoffe Produkt 13,7 % bieten wir mit der Marke Loctite beispielsweise Alter Neuer Prozess Prozess als einziger Hersteller eine komplette Auswahl an Schraubensicherungsklebstoffen, die nicht mit Gefahrensymbolen gekennzeichnet werden Die Darstellung zeigt beispielhaft, wie durch den neuen Prozess mit Bonderite NT rund 15 Prozent der Gesamtkosten eingespart müssen. Auf diese Weise bieten wir unseren werden können – trotz höherer Ausgaben für den Produkteinsatz. Kunden einen entscheidenden Mehrwert, denn die erste komplette Auswahl an anaeroben Kleb- stoffen unterstützt Unternehmen aktiv bei der unserer Kunden an. So suchen wir beispielsweise Förderung von Arbeitssicherheit und Gesund- nach leistungsstarken Alternativen zu knapper heitsschutz. werdenden Rohstoffen und entwickeln im Dia- log mit unseren Kunden Lösungen, durch die sie Ein wichtiges Thema ist für uns auch der Einsatz ihre eigenen Produktionsprozesse verändern von Lösemitteln in Klebstoffen für Konsumenten und optimieren können. und Handwerker. In der Öffentlichkeit werden diese aufgrund möglicher negativer Auswir- Lebenszyklusanalysen helfen uns auch, Potenzi- kungen auf Gesundheit und Umwelt oft kontro- ale hinsichtlich unserer Nachhaltigkeitsziele für vers diskutiert. Der Ersatz von lösemittelhaltigenDie Schraubensicherungs- das Jahr 2030 aufzuzeigen und Fortschritte zu Klebstoffen durch alternative lösemittelfreie Sys-klebstoffe der Marke loctite belegen. Dafür haben wir unsere Produkte in teme ist daher schon seit langem Ziel unserermüssen nicht mit Gefahren-symbolen gekennzeichnetwerden. Mehr Effizienz in der Windenergie Unser Polyurethanklebstoff der Marke Macro- plast trägt dazu bei, die Herstellung von Windenergieanlagen zu optimieren. Durch eine beschleunigte Aushärtung ermöglicht der Klebstoff Macroplast UK 1340 eine effizi- entere Herstellung der Rotorblätter, da er so- wohl den extrem hohen mechanischen An- forderungen gerecht wird als auch die Dauer und Temperatur der Aushärtungsphase deut- lich herabsetzt. Somit trägt der Klebstoff un- ter anderem zu einer Verringerung des Ener- gieverbrauchs bei. www.henkel.de/macroplast
  • 35. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Adhesive Technologies 31Forschung. Wir haben uns daher das Ziel gesetzt,ausgehend von der Situation im Jahr 2010, die „Cachaça“: Ethanol als Lösemittelersatzverbleibende Menge von Lösemittel in Konsu-menten-Klebstoffen bis 2020 zu halbieren. Ein Hinter dem Projekt „Cachaça“ verbirgt sich eine neu-Beispiel dafür ist das Lösemittel Toluol, das wir artige Technologie, die von Henkel in Chile entwickeltin allen unseren Kontaktklebstoffen für Konsu- wurde. Im Rahmen dieses Projekts ersetzt Henkel Chilementen weltweit ersetzt haben. Auch wo noch in Produkten, wie Agorex Parquet und Pritt liquid Sili-keine alternativen Systeme zur Verfügung ste- cone, fossile lösemittel nun durch Ethanol, das ebensohen, arbeiten wir als Zwischenschritt kontinu- wie das bekannte Alkoholgetränk Cachaça – daher derierlich an unbedenklichen lösemittelhaltigen Name des Projekts – aus Zuckerrohr gewonnen wird.Lösungen. So ersetzt Henkel Chile im Rahmen Ethanol ist das derzeit umweltverträglichste organischedes „CachaÇa“-Projekts fossile Lösemittel bei- lösemittel. Zudem ermöglicht die neue Technologiespielsweise durch eine umweltverträglichere eine durchschnittliche Kostensenkung bei den Roh-Ethanolbasis. Damit für eine Zukunft ohne Löse- materialien um 35 Prozent.mittel rechtzeitig Alternativen zur Verfügungstehen, investieren wir in die Entwicklung neuerBasistechnologien. Im Zentrum der Forschungstehen dabei noch leistungsstärkere wasserbasier- ren alle Sportschuh-Hersteller von unseren was-te Systeme, 100-Prozent-Systeme, wie Schmelz- serbasierten Klebstoff-Lösungen.klebstoffe, sowie völlig neue Vernetzungsmecha-nismen. Beratung, Schulung und DialogPartnerschaften für eine nachhaltige Produkt- Unser Qualitätsverständnis endet nicht mit dergestaltung Entwicklung und dem Verkauf leistungsfähiger Produkte – auf der ganzen Welt bieten wir Ser-Nachhaltigkeit erfordert das konzertierte Wissen vice und Beratung für unsere Kunden an. Durchund Handeln aller Beteiligten entlang der gesam- die Vermittlung von Fachwissen und tech-ten Wertschöpfungskette – von den Rohstofflie- nischer Kompetenz wollen wir vor allem zumferanten bis hin zu den Verbrauchern. Deshalb effizienten und sicheren Umgang mit unserenarbeiten wir mit starken Partnern zusammen. Produkten beitragen.Aufgrund effizienter Kooperationen finden wirneue Lösungen für eine noch bessere Umwelt- Unser Chemikalien-Management-Konzept inverträglichkeit und einen verbesserten Arbeits- den USA beispielsweise unterstützt unsere Kun-und Verbraucherschutz. Beispielsweise dank der den bei der Auswahl, Verarbeitung und Entsor-engen Kooperation zwischen Henkel und Adidas gung von Chemikalien. In Mittel- und Osteuropakonnten wir bei sogenannten Primern und Kleb- lernen Handwerker in den Ceresit-Schulungs-stoffen Innovationen einführen, die eine Leis- zentren die optimale Anwendung unserer Bau-tungsverbesserung bewirken und zugleich den technik-Produkte. In vielen Märkten wie Brasi-ökologischen Fußabdruck zahlreicher Adidas- lien, China, den USA oder den VereinigtenProdukte verringert haben. Mittlerweile profitie- Arabischen Emiraten sind wir zudem Mitglied des jeweiligen nationalen „Green Building Coun- cils“. Ziel dieser Plattformen ist es, Bewusstsein und Standards für nachhaltige Bauweisen und Produkte zu entwickeln. Ein weiteres Beispiel ist das Henkel-ProControl- System – eine Messeinheit, die direkt in der lau- fenden Fertigung eingesetzt wird. Das System ermöglicht unseren Kunden eine exakte Über- wachung ihres Klebstoffverbrauchs. So kann zum Beispiel beim Einsatz unseres Schmelzkleb-„Unsichtbare“ Innovation: In Sportschuhen kommt unser erster stoffs Technomelt Supra Cool 130 für industriellewasserbasierter Polyurethanklebstoff Aquace W-01 zum Einsatz. Verpackungen gezeigt werden, dass die Kleb-Durch ihn wird der Ausstoß flüchtiger Substanzen während derProduktion um bis zu 90 Prozent gesenkt. stoffauftragsmenge bis zu 50 Prozent reduziert werden kann.
  • 36. Teamarbeit: Neue Ideen für Nachhaltigkeit Gemeinsam mit ihren Teams erarbeiten Führungskräfte bei Henkel Maßnahmen zur Umset- zung der neuen Henkel-Nachhaltigkeitsstrategie – und halten sie in einem „Action Plan“ fest. Dieses Format ermöglicht ein gemeinsames Verständnis und eine Beteiligung aller Mitarbeiter bei der Entwicklung konkreter Projekte.Von links: Sylvie Nicol, Leiterin Kosmetik/Körperpflege, Yves Gautier, LeiterKommunikation, Alessandra Faccenda,Leiterin Finanzen, und Joachim Bolz, Eine klare Strategie ist nur der Anfang: dem ein „Action Plan“ für Nachhaltig-Geschäftsführer Henkel Frankreich. Nachhaltiges Wirtschaften kann erst keit entwickelt wurde, fand Mitte Okto- dann fest in die täglichen Aufgaben in- ber 2011 in Paris statt. „Im Mittelpunkt tegriert sein, wenn alle Mitarbeiter die unserer Diskussion stand die Frage: entsprechenden Prinzipien verstehen Was machen wir heute schon gut und und eine Möglichkeit haben, ihren Bei- was können wir in Zukunft im Team trag einzubringen. noch besser machen?“, berichtete Jo- achim Bolz, Geschäftsführer Henkel Zur Einführung der neuen Henkel-Nach- Frankreich, von der Diskussion mit sei- haltigkeitsstrategie 2030 sind daher nen Kollegen. Anhand der sechs Fokus- rund 3.000 Team-Leiter weltweit aufge- felder erarbeitete er mit seinem Team, fordert, die neue Strategie mit ihrem wie jeder Einzelne zukünftig mehr Wert Team zu diskutieren und einen „Nach- schaffen kann – bei gleichzeitig redu- haltigkeits-Action-Plan“ für den jewei- ziertem ökologischem Fußabdruck. Am ligen Aufgabenbereich zu entwickeln Ende der Veranstaltung vereinbarten die – zugeschnitten auf die jeweiligen Chan- Teilnehmer konkrete Maßnahmen, die cen und Herausforderungen in ihrem sie kurzfristig umsetzen können, sowie Geschäft. So stellen wir sicher, dass die längerfristig angelegte Initiativen, umNachhaltigkeitsstrategie 2030 „Action Strategie in jedem Unternehmens- bis 2030 zur Erreichung der Henkel-Plan“-Meeting: bereich, jeder Funktion und jeder Region Nachhaltigkeitsziele beizutragen.Joachim Bolz (Vierter von links), Geschäfts-führer von Henkel Frankreich, diskutiert mit in konkrete Projekte überführt wird.dem Führungsteam und Henkel-Experten die Eines der ersten Team-Meetings, bei www.henkel.de/nb2011 | 20Umsetzung der neuen Nachhaltigkeitsstrategie. RATIBOR DÜSSELDORF SCOTTSDALE SHANGHAI BOULOGNE-BILLANCOURT, PARIS DÜSSELDORF PoLEN DEUTSCHLAND ARIZoNA, USA CHINA FRANKREICH DEUTSCHLAND
  • 37. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Mitarbeiter 33Mitarbeiter„ONE Henkel – many different people“ Vielfalt als WettbewerbsvorteilAls global agierendes Unternehmen beschäftigt Wir schätzen die Vielfalt unserer Belegschaft alsHenkel Mitarbeiter aus mehr als 120 Nationen – wichtigen Wert für unser Unternehmen. Wir80 Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten außer- sind überzeugt, dass die unterschiedlichen Kul-halb Deutschlands. Diese Internationalität und turen und Kompetenzen unserer Mitarbeiter unsVielfalt erfordern eine gemeinsame Vision und helfen, unsere Märkte besser zu verstehen und Mehr alsaktiv gelebte Unternehmenswerte als weltweit langfristig erfolgreich zu sein. Die Erfahrungen,verbindendes Element. Durch unsere Vision und Fähigkeiten und Talente unserer Mitarbeiter 47.000unsere Werte wollen wir eine „Winning Culture“ sollen daher die Vielfalt unserer Märkte wider- Mitarbeiter aus mehr als 120– eine Kultur des Gewinnens – etablieren. Diese spiegeln. Wir wollen die besten Teams – unab- Nationen arbeiten bei Henkel weltweit zusammen.ist geprägt von Menschen mit Unternehmergeist. hängig von Alter, Geschlecht und Nationalität.Sie fordert Eigenverantwortung, belohnt persön- Uns geht es nicht um die Erfüllung von Quoten,liche Bestleistungen und basiert dabei auf Fair- sondern um die Besetzung unserer Stellenness und Teamgeist. Grundlage sind stets die in ausschließlich nach Kompetenz, Potenzial undunserem Code of Conduct festgeschriebenen Leistung. Im Fokus stehen deshalb die Identifi-Verhaltensregeln – zum Beispiel die Persönlich- kation und Beseitigung von Barrieren, die indivi-keitsrechte und Privatsphäre aller Mitarbeiter zu duelle Entwicklungsmöglichkeiten einschrän-respektieren und den Grundsatz der Gleichbe- ken. Bereits im Juni 2009 verabschiedete derhandlung zu beachten. Die stetige Umsetzung Vorstand von Henkel eine weltweite Richtlinieeiner „Winning Culture“ unterstützen wir durch zu Vielfalt und Einbeziehung (Diversity & Inclu-unser Personalmanagement. Hierzu tragen sion). Die zuständige Fachabteilung, die es seitsämtliche Personalaktivitäten bei, beginnend 2007 gibt, ist direkt dem Personalvorstand un-bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung terstellt.über die Aus- und Weiterbildung bis hin zu The-men wie Vielfalt, Leistungsbewertung, Vergü- Schwerpunkt: Förderung weiblicher Mitarbeitertung und Gesundheitsmanagement. Unternehmensweit fokussieren wir unsereVerankerung der Nachhaltigkeitsstrategie 2030 Arbeit auf drei Dimensionen: Internationalität, Geschlecht und Alter/Erfahrung. 2011 lag derZur Vermittlung unserer neuen Nachhaltigkeits- Schwerpunkt auf der Förderung von Frauen instrategie haben wir mit den „Action Plan“-Mee- Führungspositionen. In den letzten Jahren habentings (siehe linke Seite) ganz bewusst einen dia- wir den Frauenanteil in Führungspositionenlogorientierten Ansatz gewählt. Die gemeinsame bereits auf inzwischen rund 30 Prozent erhöht –Diskussion soll die Strategie erklären und dazu im Schnitt mit einer Zuwachsrate von einemanregen, bei kurz- und langfristigen Maßnah-men stets die ganze Wertschöpfungskette zubetrachten und auch Zielkonflikte offen anzu-sprechen. Denn nur, wenn alle Mitarbeiter die Deutscher Diversity PreisPrinzipien und Herausforderungen des nachhal-tigen Wirtschaftens verstehen, werden diese zu Henkel, McKinsey & Company und die „WirtschaftsWoche“ vergaben 2011einem Leitbild für Verhalten und Entschei- erstmals den „Deutschen Diversity Preis“. Der Preis wird von der „Charta derdungen. Bis Ende 2011 war weltweit jede Top- Vielfalt“ unterstützt, einer Unternehmensinitiative zur Förderung von Viel-Führungskraft aufgefordert, mit ihren direkten falt in Unternehmen. Ausgezeichnet wurden Arbeitgeber, EinzelpersonenMitarbeitern ein „Action Plan“-Meeting durch- und innovative Projekte, die Diversity und Diversity-Management erfolg-zuführen. Bis Mitte 2012 soll dieser Prozess auch reich nutzen und sich für eine Arbeitskulturfür die unteren Führungsebenen abgeschlossen der Vielfalt in Deutschland einsetzen.sein. Neben dem Instrument der „Action Plan“-Meetings integrieren wir das Thema Nachhaltig- www.diversity-preis.dekeit weiterhin auch verstärkt in andere beste-hende Trainings und Schulungen.
  • 38. 34 Mitarbeiter Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011Highlights 2011: Vielfalt bei Henkel Mitarbeitern in persönlichen Feedback-Ge- sprächen erläutert. Daraufhin werden individuell∙ Für die Region Afrika/Nahost haben wir zwei Diversity-Botschafter benannt. abgestimmte Entwicklungsmaßnahmen verein- Das internationale Netzwerk umfasst nun 16 verantwortliche Botschafter. bart. Für Vorgesetzte haben wir ein umfang-∙ Weiterer Ausbau des weltweiten Mentoring-Programms zur Unterstützung des Wis- reiches E-Learning zum Thema Talent-Manage- senstransfers zwischen erfahrenen und jüngeren Führungskräften (Mentoren und ment mit mehreren Modulen entwickelt, um die jüngeren Mentees). Standardisierung des Prozesses und eine trans-∙ Der „Women’s Networking Day“ fand 2011 zum dritten Mal statt – diesmal auch parente Durchführung zu gewährleisten. Darüber unter reger Beteiligung männlicher Führungskräfte. hinaus haben wir 2011 unsere internationalen∙ Im November 2011 unterzeichnete Henkel die französische Charta der Vielfalt. Entwicklungs- und Assessment-Center für Füh- rungskräfte konzeptionell und methodisch über-∙ Im Juni 2011 erhielt Henkel in Spanien die Auszeichnung „Gleichstellung im Unter- arbeitet, um den gestiegenen Anforderungen an nehmen“. Der Preis zeichnet Unternehmen aus, die sich vorbildlich für die Chancen- gleichheit von Frauen und Männern engagieren. Führungskräfte Rechnung zu tragen. Für unsere Tarifmitarbeiter setzen wir lokal angepasste Be- urteilungs- und Entwicklungssysteme ein. Prozentpunkt pro Jahr. Damit nimmt Henkel unter den DAX-30-Unternehmen eine führende Ständige Investition in Aus- und Weiterbildung Position ein. In den kommenden Jahren wollen wir diese Position weiter ausbauen und den An- Im internationalen Wettbewerb kommt der Qua- teil weiblicher Führungskräfte auf allen Ebenen lität unseres globalen Teams eine entscheidende erhöhen – konzernweit um durchschnittlich bis Rolle zu. Deshalb investieren wir kontinuierlich zu zwei Prozentpunkte jährlich. Hierzu haben in die Qualifizierung unserer Mitarbeiter. Alle wir uns im Rahmen einer gemeinsamen Erklä- Henkel-Mitarbeiter nehmen im Durchschnitt rung der DAX-30-Unternehmen verpflichtet. etwa zwei Tage pro Jahr an Weiterbildungsange- Maßnahmen zur Zielerreichung beginnen damit, boten zur Förderung ihrer beruflichen und per- dass Henkel bereits beim Einstellungsprozess auf sönlichen Entwicklung teil. Die Angebote rei- eine ausgewogene Rekrutierungsquote achtet chen dabei von Managementseminaren und – mit dem Ziel einer Gleichverteilung beider Ge- Sprachkursen über Sicherheits-, Compliance- schlechter. Darüber hinaus unterstützen Mento- und Umwelttrainings bis hin zu speziellen Work- ringprogramme die Entwicklung speziell von shops, zum Beispiel zur Finanzberichterstattung weiblichen Führungskräften. gemäß internationalen Standards. Neben traditi- onellen „Präsenz-Trainings“ stehen unseren Mit- Vereinbarkeit von Familie und Beruf arbeitern zusätzliche E-Learning-Angebote in unserem internen Lernportal zur Verfügung. Langfristige Karriereplanungen stellen die Ver- einbarkeit von Berufs- und Privatleben sicher. Um eine einheitliche Qualität der Seminare zuWichtigste Trainings- Auslandseinsätze sind in einem frühen Stadium gewährleisten, haben wir 2011 ein neues Rah-kategorien 2011 der Karriere unserer Führungskräfte vorgesehen. menkonzept mit 33 globalen Kerntrainings erar- Zudem schaffen Job-Sharing-Modelle, Teilzeitar- beitet. Diese werden wir im Lauf des Jahres 2012 beitsmöglichkeiten, Heimarbeit und ein flächen- inhaltlich weiterentwickeln und einführen. deckender Einsatz mobiler Kommunikations- geräte flexible Arbeitsmöglichkeiten. Mit diesen Leistungsbasierte Vergütung Angeboten stellen wir zudem die erbrachte Leistung des Mitarbeiters stärker in den Mittel- Eine faire und marktgerechte Vergütungsstrate- punkt, und weniger die klassische Präsenz. gie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Unter- 26 % Kommunikation und nehmenskultur. Ziel ist es, die verschiedenen Sprachen Talent-Management Bedürfnisse der Mitarbeiter weltweit abzude- 26 % Sicherheit, Gesund- cken und die Wettbewerbsfähigkeit in den loka- heit, Umwelt und Qualität Unsere Mitarbeiter im Management bewerten wir len Märkten zu erhalten. Dabei ist es für uns 16 % Management und jährlich in den sogenannten Development Round selbstverständlich, dass keine systematischen Führungskompetenz Tables. Die Bewertung erfolgt nach einheitlichen Unterschiede in der Vergütung von männlichen 16 % Betriebswirtschaft 9 % Chemie und Technik Grundsätzen und klar definierten Management- und weiblichen Mitarbeitern bestehen. 6 % Informationstech- Kompetenzen. Vorgesetzte diskutieren gemein- nologie sam über Leistung und Potenzial aller Mitarbei- Um persönlichen Leistungswillen sowie indivi- 1 % Andere ter eines Bereichs. Die Beurteilung wird den duelle Beiträge zum Erfolg unseres Unterneh-
  • 39. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Mitarbeiter 35mens zu belohnen, erhalten sämtliche Manage- „Die Gesundheit unserer Mitarbeiterment-Mitarbeiter leistungsabhängige Gehalts-bausteine. Im Jahr 2011 haben wir dieses System zu erhalten und zu fördern istweiter verbessert: Die individuelle Leistungsbe- ein wichtiger Teil unsererurteilung nimmt jetzt einen deutlich stärkerenEinfluss auf die jährliche Bonuszahlung. Im Ge- Nachhaltigkeitsstrategie.“gensatz zum weltweit einheitlichen Ansatz fürunsere Management-Mitarbeiter berücksichti- Dr. Toni Reifferscheidgen die Anreizsysteme für unsere Tarifmitarbei- Leiter Werksärztlicher Dienstter kulturelle Gegebenheiten und lokale Anfor-derungen. So gibt es je nach Einsatzbereich undRegion verschiedene Bonussysteme für Mitar-beiter im Verkauf, in der Forschung oder der Pro-duktion. Mittlerweile profitieren rund 65 Pro-zent unserer Tarifangestellten von leistungsori-entierten Vergütungsbausteinen.Beurteilt wird die erbrachte Leistung stets imKontext unserer Vision und unserer Unterneh- je nach lokalen Anforderungen unterschiedlichemenswerte. Die individuellen Zielvereinba- Schwerpunkte. 2011 haben wir die lokale Organi-rungen enthalten dabei auch Nachhaltigkeits- sation der medizinischen Versorgung sowie diekriterien wie die Reduktion von Energie- und vielfältigen Gesundheitsleistungen erstmalsWasserverbrauch oder Unfallraten, wenn diese durch eine weltweit einheitliche Gesundheitsab-Themen in den Einflussbereich der Mitarbeiter frage erhoben. Die Ergebnisse nutzen wir zurfallen und eine klare Geschäftsrelevanz haben. weiteren Verbesserung unserer Programme.In seinem Zielerreichungsgespräch muss jederMitarbeiter die Einhaltung aller anwendbaren In unserer komplexer und dynamischer wer-Gesetze und Henkel-Standards bestätigen. denden Welt mit ständig wachsenden Anforde- rungen werden betriebliche Maßnahmen zurGesundheit und steigende Arbeitsbelastung Erhaltung der psychischen Gesundheit immer wichtiger. In vielen Ländern existieren mittler-Wir fördern die Gesundheit und Leistungsfähig- weile Programme, die allen Mitarbeitern anbie-keit unserer Mitarbeiter durch gezielte Pro- ten, sich zum Thema Zeit-, Stress- und Konflikt- Mehr Informationen zumgramme und Vorsorge. Dazu gehört vorbeugend management beraten zu lassen. Auch Initiativen Thema Mitarbeiterführung, Entwicklung und Gesundheit:die Vermeidung arbeitsplatzbedingter Risiken, zu flexibler Arbeitszeitgestaltung sollen helfen,die zu Langzeiterkrankungen und Berufsunfä- die Balance zwischen Arbeit und Freizeit unserer www.henkel.de/nb2011 | 21higkeit führen können. Bei der Ausgestaltung Mitarbeiter zu verbessern und arbeitsplatzbe-der Gesundheitsprogramme setzen die Standorte dingte Stressfaktoren zu reduzieren. Menschenrechte und Sozialstandards Bereits 1994 verpflichteten wir uns in unserem Un- dem Social Accountability Standard (SA 8000). ternehmensleitbild, die „gesellschaftlichen Werte Durch Präsentationen, Trainings und E-Learning und Normen aller Länder zu achten“. Unser Be- stellen wir sicher, dass unsere Sozialstandards fest kenntnis zur Achtung der Menschenrechte haben in unserem Unternehmen verankert sind. Insbeson- wir 2000 mit der Einführung unseres Code of Con- dere informieren wir die Geschäftsführer unserer duct sowie 2003 mit dem Beitritt zum Global Com- Landesgesellschaften und ihre Personalverantwort- pact der Vereinten Nationen unterstrichen. Unsere lichen, um diese als „Botschafter vor ort“ für die 2006 eingeführten Sozialstandards orientieren sich Bedeutung unserer Sozialstandards zu sensibilisie- an den Vorgaben der Internationalen Arbeitsorga- ren. Die Umsetzung unserer Sozialstandards über- nisation (ILo), dem Global Compact, den oECD- prüfen wir im Rahmen unseres konzernweiten Richtlinien für multinationale Unternehmen sowie Auditprogramms. www.henkel.de/nb2011 | 22
  • 40. Große Experimente für kleine Forscher In der „Forscherwelt“ von Henkel werden Kinder zu großen Forschern – mit kindlicher Neugier und natürlichem Wissensdrang. Dafür hat Henkel 2011 in Düsseldorf auf rund 300 Quadratme- tern ein eigenes, auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnittenes Forschungslabor eingerich- tet. 2012 steht auch ein einwöchiges Projekt zum Thema Nachhaltigkeit auf dem Programm.Von links: Lara (9), Lukas (9),Mieke (10), Valentin (7). Die „Forscherwelt“ von Henkel soll bei Kin- Begeisterung für Naturwissenschaft hat dern den Entdeckergeist und die Freude am alle unsere Erwartungen übertroffen.“ Forschen wecken. Seit Anfang 2012 steht die „Forscherwelt“ unter der Schirmherr- Die „Forscherwelt“ ist anders konzipiert als schaft von Dr. Simone Bagel-Trah, Vorsit- ein klassisches Schülerlabor: Die Raumge- zende des Gesellschafterausschusses und staltung und das didaktische Konzept sind des Aufsichtsrats von Henkel, für Grund- besonders für Kinder geeignet. Die „For-Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ schulen in Düsseldorf und der Umgebung scherwelt“ vermittelt zudem den Grund-zeichnete die „Forscherwelt“ 2012 als einen offen. Henkel stellt das speziell für Kinder schülern, dass die Arbeit von Naturwissen-von „365 Orten im Land der Ideen“ aus. gestaltete Labor, die erforderlichen Geräte schaftlern, neben Experimenten im Labor, www.land-der-ideen.de und Materialien zur Verfügung. Bei den auch den Austausch mit anderen Wissen- Experimenten werden die Schüler von schaftlern beinhaltet. ihren Lehrern angeleitet. Zur Vorbereitung bietet Henkel den Betreuern eine geson- „Gerade Kinder haben einen natürlichen derte Fortbildung in der „Forscherwelt“ an. Wissensdrang und eine große Neugier. Wir wollen mit unserer Initiative schon Im ersten Schritt haben Kinder von Henkel- in jungen Jahren das Interesse für Natur- Mitarbeitern die „Forscherwelt“ in den wissenschaften gezielt fördern. Und im Oster-, Sommer- und Herbstferien 2011 Sommer 2012 starten wir mit einer eigenen genutzt. Projektleiterin Dr. Ute Krupp be- Forschungswoche rund um das Thema richtet: „Die Kleinen konnten Henkel-Ex- Nachhaltigkeit“, erläutert Dr. Krupp. perten befragen und einen Einblick in die Arbeitswelt ihrer Eltern bekommen. Ihre www.henkel-forscherwelt.deDr. Ute KruppNachhaltigkeits-Managerin und Leiterin der„Forscherwelt“. RATIBOR DÜSSELDORF SCOTTSDALE SHANGHAI BOULOGNE-BILLANCOURT, PARIS DÜSSELDORF POLEN DEUTSCHLAND ARIZONA, USA CHINA FRANKREICH DEUTSCHLAND
  • 41. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Gesellschaftliches Engagement 37Gesellschaftliches EngagementWir engagieren uns Auch unsere Unternehmensbereiche und unsere Marken fördern gemeinnützige Projekte – oftEin fester Bestandteil unseres Verständnisses gemeinsam mit Partnern. Beispiele für das Enga-von verantwortungsbewusstem Handeln ist un- gement unserer Marken sind das Projekt Futuri-ser gesellschaftliches Engagement – internatio- no von Persil, die Initiative „Shaping Futures“nal Corporate Citizenship genannt. Es geht auf von Schwarzkopf Professional und die Förderungden Firmengründer Fritz Henkel zurück und ist von Malerausbildungen durch Metylan.fest in unseren Unternehmenswerten verankert.Gemeinsam mit Mitarbeitern und Pensionären, KatastrophenhilfeKunden, Verbrauchern und gemeinnützigen Or-ganisationen engagieren wir uns weltweit. Unse- Wir leisten bei Katastrophen weltweit unbüro-re Aktivitäten haben wir in drei Bereiche geglie- kratisch und schnell Soforthilfe über die Fritzdert: Förderung des Mitarbeiterengagements, Henkel Stiftung: Zum Beispiel unterstützten wir www.henkel.de/Unternehmens- und Markenpartnerschaften für 2011 nach der Katastrophe in Japan umgehend corporate-citizenshipdas Gemeinwohl sowie Nothilfe in Katastro- unsere Mitarbeiter und Notleidende in der Regi-phenfällen. Die Summe unserer Spenden betrug on durch Sach- und Geldspenden. Ebenso haben2011 rund 6 Millionen Euro. wir unseren Mitarbeitern und Notleidenden des verheerenden Hochwassers in Thailand finanzi-Mitarbeiterengagement elle Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Dabei ist uns wichtig, dass alle Spenden zu 100 Prozent anWir unterstützen das ehrenamtliche Engage- die Betroffenen weitergeleitet werden.ment unserer Mitarbeiter und Pensionäre auf www.henkel.de/nb2011 | 23vielfältige Weise. Die bereits seit 1998 inDeutschland geförderte Mitarbeiterinitiative –„Miteinander im Team“, kurz MIT – steht imMittelpunkt unserer Aktivitäten. Inzwischenvergeben wir rund 53 Prozent unserer Mittel für „Hilfe zur Selbsthilfe“MIT-Projekte. Wir fördern Projekte aus den Be-reichen Soziales, Bildung und Wissenschaft, Engagement für Indien: Dr. ReimarGesundheit, Kultur und Ökologie. Mitarbeiter Heucher, in Düsseldorf Leiterund Pensionäre, die sich ehrenamtlich in ihrer Schmelzklebstoffe und wasser-Freizeit engagieren, haben die Möglichkeit, für basierte Dispersionen im Unter-ihr Projekt eine Förderung von bis zu 10.000 Euro, nehmensbereich AdhesiveProduktspenden oder bis zu fünf Tage Freistel- Technologies, ist Mitglied deslung zu erhalten. Die Mitarbeiter und Pensionäre Vorstands des Vereins Deutsch-können zudem jederzeit fachliche Beratung Indische-Kinderhilfe e.V. Einmaldurch die Mitarbeiter unserer Spendenabteilung pro Jahr reist er nach Indien, umerhalten. sich über die geförderten Projekte zu informieren. Von DeutschlandGesellschaftliche Partnerschaften aus engagiert er sich ehrenamt- lich für Projekte des Vereins, dieIm Rahmen unseres Unternehmensengagements besonders bedürftige Kinder undfördern wir an Henkel-Standorten weltweit Jugendliche mit „Hilfe zur Selbst-gesellschaftliche Initiativen und öffentliche Ein- hilfe“ unterstützen. Henkel för-richtungen in sogenannten Social Partnerships – derte gleich mehrere Projekte der Deutsch-Indischen-Kinderhilfe vongesellschaftlichen Partnerschaften. Unterstützt Heucher mit insgesamt 10.000 Euro sowie zwei Tagen Freistellung von derwerden zum Beispiel Sportvereine, Kranken- Arbeit im Jahr 2011. Dies ist eins von vielen Beispielen, wie wir weltweithäuser, Kindergärten, Schulen und Universitäten, das Engagement unserer Mitarbeiter fördern.soziale Einrichtungen und Kulturveranstal-tungen. Politische Parteien unterstützen wir www.deutsch-indische-kinderhilfe.denicht.
  • 42. 38 Stakeholder-Dialog Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Stakeholder-Dialog Ziele des Dialogs Somit leistet der Stakeholder­Dialog einen wich­ tigen Beitrag zu unserem Innovations­ und Risi­ Gesellschaftliche Akzeptanz und Verständnis für komanagement und bildet die Basis für die Wei­ unternehmerisches Handeln sind die Vorausset­ terentwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie zung, um zukünftige Lösungen für eine nach­ und ­berichterstattung. haltige Entwicklung zu erarbeiten. Daher ist für Henkel der Dialog mit gesellschaftlichen Gruppen Identifikation der wesentlichen Themen ein wichtiges Element der Nachhaltigkeitsstrategie. Wir suchen und pflegen kontinuierlich den Aus­ Gesellschaft wie Unternehmen stehen global vor tausch mit allen relevanten Stakeholdern. Dazu einer Vielzahl von Herausforderungen. Um die gehören unsere Kunden, Verbraucher, Lieferanten, für unsere Geschäftstätigkeit relevanten Themen Mitarbeiter, Aktionäre, Nachbarn, Behörden, Ver­ herauszufiltern, analysieren wir die Herausforde­ bände und Nichtregierungsorganisationen sowie rungen einer nachhaltigen Entwicklung mithilfe die Politik und die Wissenschaft. verschiedener Instrumente und Prozesse und beurteilen ihre Bedeutung für das Unternehmen Der Dialog zeigt uns, welche Aspekte des nachhal­ (siehe Grafik). Dazu stehen wir im kontinuier­ tigen Wirtschaftens für welche Anspruchsgrup­ lichen Dialog mit der Fachöffentlichkeit, interna­ pen von besonderem Interesse sind. Je intensiver tionalen Ratingagenturen und Analysten sowie und früher wir uns mit den Ansichten unserer der Wissenschaft. Berücksichtigung finden auch Stakeholder über zukünftige gesellschaftliche die Kriterien verschiedener finanz­ und nachhal­ Anforderungen befassen, desto besser und tigkeitsorientierter Indizes sowie die Leitlinien schneller können wir unsere Planungen und un­ der Global Reporting Initiative (GRI). ser Handeln damit abgleichen. Zudem bildet der offene Austausch die Grundlage für das gegensei­ Die Ergebnisse dieses kontinuierlichen Prozesses tige Verständnis sowie für die gesellschaftliche lassen sich in sechs Fokusfeldern zusammenfas­ Akzeptanz für unsere unternehmerischen Ent­ sen. In diesen wollen wir durch unsere Produkte scheidungen. Gleichzeitig lässt er neue Impulse und unsere Geschäftstätigkeit weltweit eine nach­ in unser Unternehmen zurückfließen und uns haltige Entwicklung vorantreiben. Ziel ist es auch, etwaige Risiken frühzeitig erkennen. unser Unternehmen auf neue Anforderungen im Identifikation wesentlicher Themen für unser Nachhaltigkeits-Management und -Reporting Externe Prozesse / Ergebnisse / Herausforderungen Instrumente relevante Themen Wirtschaftliches Ergebnis Arbeitssicherheit Faire Geschäftspraktiken Bevölkerungs- Trend- und Qualität Anlagensicherheit Mitarbeiterentwicklung wachstum Markt- Zuverlässigkeit Produktsicherheit Faire Arbeitsbedingungen analysen Steigender Convenience REACH Menschenrechte Konsum Öko-Effizienz Tierversuche Diversity Experten- … Verantwortliche Produkt- Lieferantenbeziehungen Ressourcen- dialog kennzeichnung Corporate Volunteering knappheit Hygiene … Strategieent- … Abnehmende wicklung Öko-System- Rohstoffverbrauch Energieeffizienz in der Wasserknappheit Leistungen Reporting Nachwachsende Rohstoffe Produktion Wasserverbrauch in der und Ratings Nachhaltiges Palmöl Erneuerbare Energien Produktion Klimawandel Verpackungen und Abfall Energieeffiziente Produkte Abwasser und Abwasser- Bioplastik Transport und Logistik entsorgung Risiko- Zunehmende Recycling CO2-Reduktionen Biologische Abbaubarkeit Management Regulierungen Biodiversität CO2-Fußabdruck Wasser-Fußabdruck … … … ... ... Materialitätsanalyse: Die globalen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung analysieren wir mittels verschiedener Instru- mente und Prozesse. So identifizieren wir die relevanten Themen für das Nachhaltigkeits-Management und -Reporting von Henkel.
  • 43. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Stakeholder-Dialog 39Ein Schritt zur Entwicklung unserer neuen Nachhal- Personalvorstand Kathrin Menges stellte auf dem Enric Holzbacher (Zweiter von links), Mitglied des Sus-tigkeitsstrategie: Bei einem Workshop Ende 2010 Kongress des Deutschen Nachhaltigkeitstags in tainability Council für den Unternehmensbereich Adhe-diskutierten Nachhaltigkeitsexperten mit dem Vor- Düsseldorf im November 2011 die weiterentwickelte sive Technologies, diskutierte auf der Jahreskonferenzstandsvorsitzenden Kasper Rorsted und Mitgliedern Nachhaltigkeitsstrategie von Henkel vor. 2011 des „Carbon Disclosure Project“ über Herausforde-des Henkel Sustainability Councils. rungen und Chancen der Energiewende in Deutschland.Bereich Nachhaltigkeit einzustellen und diese früh­ der Stakeholder­Dialog grundsätzlich Teil der Auf­zeitig als Grundlage für unser Geschäft zu nutzen. gabe jedes Mitarbeiters. So stellen wir sicher, dass die lokalen und regionalen HerausforderungenInternationaler Expertendialog zwischen den jeweiligen Experten in unserem Un­ ternehmen und den entsprechenden Interessen­Der Austausch mit Nachhaltigkeitsexperten ver­ gruppen diskutiert werden können. Konzepte undschiedener Fachbereiche spielt für uns eine beson­ Lösungen erarbeiten wir idealerweise dort, wo siedere Rolle. Seit 2005 laden wir regelmäßig Experten auch bewertet und umgesetzt werden. Instru­aus verschiedenen Teilen der Welt ein, gemeinsam mente, Themen, Dauer und Intensität des Dialogsmit Henkel an der Weiterentwicklung unserer Stra­ sind auf die einzelnen Interessengruppen und ihretegie zu arbeiten. Die Experten wählen wir zum spezifischen Fragestellungen abgestimmt.einen aufgrund ihres Überblicks über die Heraus­forderungen in ihren Ländern aus, zum anderen So kamen auch 2011 wieder in vielen Ländernaufgrund ihrer Erfahrungen mit Nachhaltigkeits­ Henkel­Mitarbeiter mit Vertretern aus Politik, Wirt­Management in Unternehmen. Der Dialog hilft uns, schaft, Wissenschaft und Gesellschaft zum Dialogunsere Aktivitäten an den externen Erwartungen zusammen. Insgesamt nahm Henkel im Lauf desin den verschiedenen Regionen zu spiegeln und je Jahres an über 150 Nachhaltigkeitsveranstaltungennach Kontext angemessene Lösungen zu entwi­ in 29 Ländern teil. www.henkel.de/nb2011 | 25ckeln. www.henkel.de/nb2011 | 24 Engagement in internationalen Initiativen Weitere Beispiele unsererEntwicklung der neuen Nachhaltigkeitsstrategie Mitarbeit in internationalen Initiativen: Henkel beteiligt sich auf lokaler, nationaler undIm Rahmen der Entwicklung unserer neuen Nach­ internationaler Ebene an einer Vielzahl von www.henkel.de/nb2011 | 26haltigkeitsstrategie haben wir den Dialog mit Projekten, thematischen Initiativen und Fach­fünf ausgewählten Experten aus Deutschland, konferenzen, um die gemeinsame Aufgabe einerder Schweiz, den USA und Indien weitergeführt. nachhaltigen Entwicklung aktiv mitzugestalten.Ende 2010 kamen diese mit Mitgliedern des Henkel Dazu gehört auch die Mitarbeit in politischenSustainability Councils zu einem Workshop in un­ Arbeitsgruppen und Industrieverbänden wieserer Zentrale in Düsseldorf zusammen. Gemein­ dem World Business Council for Sustainablesam wurden aktuelle Entwicklungen im Bereich Development (WBCSD), dem Consumer GoodsNachhaltigkeit diskutiert, Auswirkungen auf die Forum oder dem internationalen Waschmittel­Wirtschaft und unsere Märkte bewertet sowie verband (A.I.S.E.).konkrete Handlungsoptionen identifiziert. Dabei nutzen wir unsere Erfahrung und führendeSystematisch integrierter Dialog Rolle beim Thema Nachhaltigkeit, um besonders die Diskussion um den Aspekt „nachhaltigerMehr als 47.000 Mitarbeiter weltweit sind aufgefor­ Konsum“ voranzutreiben. Hierzu engagieren wirdert, in ihrem täglichen Arbeitsumfeld Verantwor­ uns in verschiedenen Arbeitsgruppen. Eine Pu­tung zu übernehmen und die Prinzipien des nach­ blikation mit ersten Ergebnissen der Arbeits­haltigen Wirtschaftens in ihren Entscheidungen gruppe „Sustainable Consumption“ des WBCSD www.wbcsd.org/und Projekten zu berücksichtigen. Daher ist auch wurde im November 2011 veröffentlicht. publications-and-tools.aspx
  • 44. 40 Kennzahlen Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Kennzahlen Transparenz schaffen ermittelt. Die Daten repräsentieren mehr als 95 Prozent unserer weltweiten Produktion 2011. Unsere konzernweit erhobenen Kenn zahlen bie- Sie werden für die Berichterstattung zentral vali- ten Transparenz in vielerlei Hinsicht: Sie helfen diert und zusätzlich im Rahmen unseres inter- uns, Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizie- nen Auditprogramms vor Ort überprüft, siehe ren, Maßnahmen zu steuern, die Zielerreichung Seite 7. Rückwirkend festgestellte oder be- zu kontrollieren und die Öffentlichkeit kompakt richtete Datenabweichungen korrigieren wir in über unsere Leistungen und Fortschritte zu in- der aktuellen Berichterstattung. Da sich unsere formieren. Die Entwicklung unserer Kennzahlen Produktionsstrukturen laufend ändern – bei- stellen wir jeweils über einen Fünf-Jahres-Zeit- spielsweise durch Akquisitionen oder Standort- raum dar; unsere sozialen Kennzahlen seit 2008. schließungen –, verändert sich auch die Zahl der einbezogenen Standorte: von 166 im Jahr 2007 Umweltkennzahlen unserer Produktion auf 171 im Jahr 2011. Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, stellen wir die Entwicklung der Die Umweltkennzahlen unserer Produktion ba- jährlichen Daten auch als Index bezogen auf dieÜber weitere Umweltkenn- sieren auf den Kenn zahlen des europäischen Produktionsmenge dar.zahlen wie Schwefeldioxid-, Chemieverbands (CEFIC). Im vorliegenden Nach-Stickoxid- und Staubemissio-nen sowie den Verbrauch von haltigkeitsbericht fokussieren wir uns auf die Soziale Kennzahlen unserer MitarbeiterChlorkohlenwasserstoffen Veröffentlichung weltweit relevanter Kernindi-berichten wir im Internet: katoren. Andere Umweltparameter, die als glo- Die Arbeitsunfälle erheben wir über ein weltweit www.henkel.de/nb2011 | 27 bale Steuerungsgrößen weniger relevant sind, einheitliches Berichtssystem; 99 Prozent der berichten wir ausschließlich im Internet. Die Mitarbeiter werden erfasst. Die veröffentlichten produktionsbezogenen Daten für 2011 haben wir sozialen Kennzahlen decken ebenfalls 99 Pro- an 171 von 180 Henkel-Werken in 56 Ländern zent unserer Mitarbeiter ab. Langfristige Entwicklung: Nachhaltigkeitsbilanz 2002 bis 2011 Umweltkennzahlen pro Tonne Produktionsmenge, Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden; Basisjahr 2002 130 Basisjahr für die Ziele 2012 Basisjahr für die (2010 vorzeitig erreicht) Ziele 2015 100 70 –42 % –42 % –50 % 40 –85 % 10 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Wasser Energie Abfall Unfälle Bereits seit Jahrzehnten arbeiten wir an der Steigerung von Effizienz und Sicherheit unserer Produktionsprozesse. Unsere Nachhal- tigkeitsbilanz über die letzten zehn Jahre zeigt dies eindrucksvoll. In allen drei Unternehmensbereichen sind unsere Optimierungen darauf ausgerichtet, Wertschöpfung und Arbeitssicherheit unserer Produktion zu verbessern und gleichzeitig den ökologischen Fuß- abdruck zu verringern. Aufbauend auf den erreichten Verbesserungen wollen wir den Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abfallmenge und die Unfallrate auch weiterhin reduzieren (siehe Seite 5).
  • 45. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Kennzahlen 41Produktionsmengen Energieverbrauch UmweltkennzahlenAngaben in Tausend Tonnen Angaben in Tausend Megawattstunden 2007 2008 2009 2010 2011 2007 2008 2009 2010 2011 IndexProduktionsmengen 7.366 7.707 6.853 7.481 7.550 FremdbezogeneIndex: Veränderung 2007 bis 2011 +2 % Energie 831 902 758 794 666 Der Index in den Tabellen Kohle 240 178 115 119 119 zeigt die Entwicklung derBedingt durch eine verbesserte wirtschaftliche Lage und welt- spezifischen Kennzahlen imweit steigende Nachfrage stieg unsere Produktionsmenge seit Heizöl 134 158 163 177 165 Vergleich zur Produktions-2010 wieder an. Gas 1.830 1.947 1.423 1.350 1.270 menge (pro Tonne Produkt). Summe 3.035 3.185 2.459 2.440 2.220 Basis (= 100 Prozent) für den Index: Veränderung 2007 bis 2011 –29 % Index ist das Jahr 2007. Unter „fremdbezogener Energie“ sind Strom, Dampf und Fernwärme erfasst, die außerhalb unserer Standorte erzeugt werden.Kohlendioxid-Emissionen Emissionen flüchtigerAngaben in Tausend Tonnen organischer Verbindungen Angaben in Tonnen 2007 2008 2009 2010 2011Eigene Kohlen- 2007 2008 2009 2010 2011dioxid-Emissionen 484 486 353 341 322 Emissionen flüchti-Kohlendioxid-Emis- ger organischersionen aus fremd- Verbindungen 473 430 308 367 326bezogener Energie 424 445 362 373 330 Index: Veränderung 2007 bis 2011 –33 %Summe 908 931 715 714 652 Seit 2007 wurden verstärkt Maßnahmen zur Reduzierung derIndex: Veränderung 2007 bis 2011 –30 % Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen umgesetzt. Der Anstieg 2010 ist bedingt durch eine gestiegene Produktions-Das durch Henkel freigesetzte Kohlendioxid entsteht fast menge und Verschiebungen des Produktionsportfolios.ausschließlich bei der Energieerzeugung. Die Werte beinhal-ten auch Kohlendioxid, das bei der Erzeugung von fremd-bezogener Energie entstand und nicht an den Henkel-Stand-orten emittiert wurde.Wasserverbrauch und Abwassermenge CSB-Emissionen in das AbwasserAngaben in Tausend Kubikmetern Angaben in Tonnen 2007 2008 2009 2010 2011 2007 2008 2009 2010 2011Wasserverbrauch 11.598 12.041 9.174 8.688 7.921 CSB-EmissionenAbwassermenge 5.473 6.010 4.578 4.045 3.664 in das Abwasser 8.613 9.142 7.628 7.714 6.570 Wasserverbrauch –33 % Index: Veränderung 2007 bis 2011 –26 %Index: Veränderung2007 bis 2011 Abwassermenge –35 % Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB): Maß für die Belastung von Abwässern mit organischen Stoffen.Gegenüber dem Wasserverbrauch ergeben sich geringereAbwassermengen, da Wasser in vielen unserer Produkte ent-halten ist und Verdunstungsverluste in Prozessen auf treten.Schwermetall-Emissionen im Abwasser Abfälle zur Wiederverwertung und BeseitigungAngaben in Kilogramm Angaben in Tausend Tonnen 2007 2008 2009 2010 2011 2007 2008 2009 2010 2011Zink 404 482 512 423 454 Abfall zurBlei, Chrom, Wiederverwertung 105 103 107 91 89Kupfer, Nickel 1 325 431 450 381 292 Gefährlicher AbfallSumme 729 913 962 804 746 zur Beseitigung 22 20 11 16 15Index: Veränderung 2007 bis 2011 0% Abfall zur Beseitigung 63 51 47 48 41Der Anstieg in den Jahren 2008 und 2009 ist insbesonderezurückzuführen auf die Akquisition der National Starch- Summe 190 174 165 155 145Geschäfte im Jahr 2008. Index: Veränderung 2007 bis 2011 –25 %1 Besonders bedenkliche Schwermetalle wie Quecksilber und „Gefährlicher Abfall zur Beseitigung“ umfasst alle Abfallar- Cadmium sind in unserer Produktion nicht relevant. ten, die nach dem jeweiligen nationalen Recht als gefährlich eingestuft sind, und die in der Basler Konvention von 1989 aufgeführ ten Abfälle.
  • 46. 42 Kennzahlen Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011Arbeitssicherheit Arbeitsunfälle pro eine Million Arbeitsstunden Schwere Arbeitsunfälle Mindestens ein Ausfalltag (ohne Wegeunfälle) Mehr als 50 Tage Ausfallzeit 2007 2008 2009 2010 2011 2007 2008 2009 2010 2011 Henkel-Mitarbeiter 1,7 1,4 1,3 1,2 1,1 Bei produktions­Index Mitarbeiter von typischer Tätigkeit 18 14 13 14 11Der Index in der Tabelle zeigt externen Firmen, die Bei der Fortbewe-die Entwicklung der Arbeitsun- an Henkel-Standor- gung, zum Beispielfälle in Bezug zu den Arbeits- ten tätig sind und im Stolpern 8 4 9 7 7stunden (pro eine Million direkten Auftrags-Arbeitsstunden). 99 Prozent der Henkel-Mitarbeiter wurden erfasst. verhältnis stehen 1,8 1,9 1,2 1,0 1,1Basis (= 100 Prozent) für den Index: Veränderung 2007 bis 2011 –35 %Index ist das Jahr 2007. 99 Prozent der Henkel-Mitarbeiter wurden erfasst.Soziale Kennzahlen Mitarbeiter (am 31.12.) Alter und Betriebszugehörigkeit (am 31.12.) 2008 2009 2010 2011 2008 2009 2010 2011 Henkel weltweit 55.142 49.262 47.854 47.265 Durchschnittliche Mitarbeiterstruktur Betriebszugehörigkeit in Jahren 9,8 11,0 10,3 10,2 – Tarifmitarbeiter 82,0 % 80,0 % 79,8 % 79,9 % Durchschnittsalter der – Führungskräfte 16,6 % 18,4 % 18,6 % 18,6 %   Mitarbeiter in Jahren 39,4 39,3 39,4 39,4 – Top-Führungskräfte 1 1,4 % 1,6 % 1,6 % 1,5 % Altersstruktur Mitarbeiterfluk­ 16 – 29 19,5 % 18,7 % 18,1 % 18,3 % tuation weltweit 2 5,7 % 4,9 % 4,6 % 5,6 % 30 – 39 32,7 % 34,2 % 34,4 % 34,6 % 1  orstand, Corporate Senior Vice Presidents, Führungskreise V I und IIa. 40 – 49 29,6 % 29,7 % 29,7 % 29,4 % 2 Mitarbeiterkündigungen. 50 – 65 18,2 % 17,4 % 17,7 % 17,7 % Der Personalbestand lag 2011 mit 47.265 Beschäftigten Das Durchschnittsalter unserer Mitarbeiter ist über die Jahre 1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. konstant. Pensionierungen werden durch Neueinstellungen Die Instrumente zur Mitarbeiterbindung, das Talentmanage- junger Mitarbeiter kontinuierlich ausgeglichen. So stellen wir ment und die Diversity-Strategie tragen zu einer niedrigen sicher, dass ein guter Mix aus erfahrenen älteren Mitarbei- Mitarbeiterfluktuation bei. tern und zu entwickelnden jüngeren Mitarbeitern bei Henkel beschäftigt ist. Nationalitäten (am 31.12.) Frauenanteil (am 31.12.) 2008 2009 2010 2011 2008 2009 2010 2011 Henkel 109 116 119 125 Henkel 32,9 % 31,8 % 32,1 % 32,5 % Führungskräfte 77 82 82 91 Führungskräfte 26,4 % 27,4 % 28,7 % 29,5 % Am Hauptsitz Top-Führungskräfte 1 13,7 % 16,4 % 17,0 % 18,6 % Düsseldorf 51 48 50 53 1  orstand, Corporate Senior Vice Presidents, Führungskreise V Vorstand 4 4 4 4 I und IIa. Die Internationalität unserer Belegschaft spiegelt unsere Der Gesamtanteil von Frauen an der Belegschaft ist im Geschäftspolitik wider, einerseits Management-Positionen internatio­ alen Vergleich gut. Dies gilt auch für die Füh- n vor Ort mit lokalen Mitarbeitern und andererseits Stellen in rungskräfte. Dies ist ein Ergebnis unserer konsequent ver- der Konzern-Zentrale in Deutschland international zu folgten Diversity-Strategie. be­ etzen. s
  • 47. Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011 Kennzahlen 43Mitarbeiter in Teilzeit (am 31.12.) Mitarbeiterentwicklung (am 31.12.) 2010 2011 2008 2009 2010 2011Teilzeitquote global 4% 3% Interne Beförderun-Westeuropa (inklusive gen (Führungskräfte) 1.877 1.462 1.337 1.387Deutschland) 8% 8% InternationaleDeutschland 10 % 10 % Job-Rotationen 433 443 470 475 AuszubildendeTeilzeitarbeitsmodelle sind vor allem in Westeuropa und spe- (Deutschland) 510 511 487 483ziell in Deutschland relevant. 81 Prozent aller Teilzeitver-träge beziehen sich auf Mitarbeiter in diesen Regionen. In DurchschnittlicheWachstumsmärkten wie Asien, Osteuropa, dem Nahen Osten Fortbildung in Tagen 2 2 2 2oder Lateinamerika werden Teilzeitarbeitsmodelle deutlich Durchschnittlich wurden fünf Mitarbeiter pro Arbeitstag imweniger nachgefragt. Jahr 2011 befördert. Dies zeigt die Dynamik unseres Unter- nehmens und den Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräf- ten. Um das globale Geschäft erfolgreich zu führen, ist für unsere Führungskräfte internationale Management-Erfah- rung notwendig. Die Zahl der internationalen Job- Rotationen steigt daher stetig.Mitarbeiter mit Kollektivvereinbarungen (am 31.12.) Mitarbeiteraktienprogramm (am 31.12.) 2008 2009 2010 2011 2008 2009 2010 2011Anteil weltweit 44 % 44 % 44 % 44 % Beteiligungsquote 27,4 % 28,4 % 29,3 % 31,3 %Anteil Europäische Mitarbeiter aus 54 Ländern kauften 2011 knapp 3 MillionenUnion (EU) 79 % 79 % 79 % 79 % Vorzugsaktien. Rund 31 Prozent beteiligen sich am Mitarbei-Der intensive formelle und informelle Dialog mit Mitarbeiter- teraktienprogramm von Henkel.vertretungen, auch in Ländern, in denen keine betrieblichenVertretungen etabliert sind, hat bei Henkel Tradition.Gesellschaftliches Engagement (am 31.12.) Mitarbeiter-Projekte, aufgeteilt nach den Gesellschaftliche „Millennium Development Goals“ (am 31.12.) Kennzahlen 2008 2009 2010 2011 2009 2010 2011Gesamtzahl der geför-derten Projekte 2.476 2.155 2.493 2.343 1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger 21 % 33 % 30 %Zahl der erreichtenMenschen – 500.000 730.000 753.629 2. Primärschulbildung für alle 31 % 47 % 23 %Freistellungen von 3. GleichstellungMitarbeitern von der der Geschlechter 10 % 2% 2%Arbeit für von ihnen 4. Senkung derinitiierte Projekte in Kindersterblichkeit 6% 3% 14 %Tagen 285 318 54 135 5. Verbesserung derGesamtsumme Spen- Gesundheitsversorgungden in Tausend Euro von Müttern 3% 1% 1%(Geld- und Produkt- 6. Bekämpfung vonspenden ohne Freistel- HIV/Aids, Malaria undlung von Mitarbeitern) 7.529 7.684 6.087 6.002 anderen Krankheiten 22 % 7% 20 %Geldspenden für 7. Ökologischeehrenamtliche NachhaltigkeitMitarbeiterprojekte in (Umweltschutz) 6% 6% 9%Prozent der Spenden-summe 42 % 55 % 41 % 53 % 8. Aufbau einer globalen PartnerschaftDie Zahl der Projekte sowie das Spendenvolumen liegen für Entwicklung 1% 1% 1%etwa auf Vorjahresniveau. Durch eine stärkere Fokussierungbei der Projektauswahl erhöhte sich die Zahl der erreichten Mit dem Beitritt zum Global Compact der Vereinten Natio-Menschen leicht. Hingegen verzeichneten wir bei den Frei- nen im Jahr 2003 hat sich Henkel verpflichtet, einen Beitragstellungen zum Vorjahr eine deutliche Erhöhung. Grundsätz- zu den „Millennium Development Goals“ zu leisten. Mit sei-lich können Mitarbeiter bis zu fünf Tage Freistellung im Jahr nem gesellschaftlichen Engagement leistet Henkel einenbeantragen. Die Hälfte aller getätigten Geldspenden wurde direkten Beitrag zu den Zielen. Auf den Inhalt der Projektedurch Mitarbeiter und Pensionäre initiiert. im Rahmen des Mitarbeiterengagements nimmt Henkel kei- nen Einfluss. Dennoch zeigt sich, dass ein überwiegender Teil der Projekte einen Beitrag zur Erfüllung der Ziele leistet. www.un.org/millenniumgoals
  • 48. 44 Externe Bewertungen Henkel Nachhaltigkeitsbericht 2011Externe BewertungenRatings und Indizes 2011Die Leistungen von Henkel im nachhaltigen Auszeichnungen an Bedeutung. Weitere Informa-Wirtschaften überzeugten auch im Jahr 2011 ex- tionen zu externen Bewertungen:terne Experten. Dabei gewinnen neben internati- www.henkel.de/nb2011 | 28onalen Ratings und Rankings auch regionaleBranchenführer seit fünf Jahren Seit 11 Jahren aufgeführt Zum vierten Mal in Folge gelistetZürich/New York: Henkel ist zum fünften London: Zum elften Mal in Folge ist Henkel New York: Henkel wurde zum vierten Mal inMal in Folge „Sustainability Leader“ in der im Ethik-Index „FTSE4Good“ vertreten. Folge in die Liste der „World’s Most EthicalKategorie „Kurzlebige Konsumgüter“ im Companies“ aufgenommen.Welt- und Europa-Index des Dow JonesSustainability Index. NEwSwEEk GREEN RaNkINGSSeit 2002 aufgenommen Zum ersten Mal gelistet Seit 2002 gelistetParis: Henkel ist 2011 wieder als eines von New York: Zum ersten Mal wurde Henkel in Mailand: 2011 wurde Henkel in diversen Indi-weltweit 200 Unternehmen im Ethibel Sus- die Liste der „Global 500 Green Companies“ zes der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ECPItainability Index in der Klasse „Pioneer“ des US-Magazins „Newsweek“ aufgenom- bestätigt. So ist Henkel beispielsweise im Indexbestätigt worden. men. Henkel belegt Platz 165. „ECPI Global Top 25 Ethical Equity“ gelistet.GLobaL 100 CaRboNMost Sustainable DISCLoSURECooperations inthe World PRojECTZum vierten Mal gelistet Zum zweiten Mal gelistet Zum zweiten Mal aufgenommenToronto: 2012 ist Henkel zum vierten Mal in London: Im „Tomorrow’s Value Rating 2011“ London: Zum zweiten Mal ist Henkel in denFolge in der Liste der „100 nachhaltigsten bewerteten die Agentur Two Tomorrows „Carbon Disclosure Leadership Index“ aufge-Unternehmen“ vertreten. zusammen mit AccountAbility Henkel mit nommen worden. Henkel beteiligt sich seit dem zweithöchsten Investmentgrad (AA). 2004 am Carbon Disclosure Project. MExICo 50 MoSt SoCially RESponSiBlE CoMpaniESZum ersten Mal aufgenommen Erstmals vertreten Zum dritten Mal gelistetRiyadh: 2011 wurde Henkel zum ersten Mal Shanghai: 2011 ist Henkel erstmals als eines Santa Fe: Im Dezember 2011 nahm das Wirt-in den „Saudi Arabia Responsible Competi- der Top-Unternehmen im „Corporate Social schaftsmagazin „Mundo Ejecutivo“ Henkeltiveness Index“ aufgenommen. Unter allen Responsibility Ranking“ der China Business zum dritten Mal in seine Liste der 50 nach-Teilnehmern ist Henkel auf Platz fünf gelistet. News (CBN) Media Group vertreten. haltigsten Unternehmen in Mexiko auf.
  • 49. Kontakte und weitere PublikationenKontakte Weitere Publikationen zum Download im InternetÜber Fragen, Anregungen oder Kritik Auf unserer Website bieten wir Ihnen alle seit 1992 veröffent-zu unserem Nachhaltigkeitsbericht, lichten Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte zum DownloadInternetauftritt oder unserer Ausrichtung an. Außerdem unsere Geschäftsberichte, Quartalsberichte,auf Nachhaltigkeit freuen wir uns. Vision und Werte, Code of Conduct, Code of Teamwork and Leadership, Code of Corporate Sustainability, SHE Standards,Ihre Ansprechpartner bei Henkel Public Affairs Standard, Social Standards, Unternehmensge- schichte und unser Henkel Smile.Corporate CommunicationsTelefon: +49 (0) 211 / 797-26 06 www.henkel.de/publikationenFax: +49 (0) 211 / 798-40 40E-Mail: lars.witteck@henkel.comSustainability ManagementTelefon: +49 (0) 211 / 797-36 80Fax: +49 (0) 211 / 798-93 93E-Mail: uwe.bergmann@henkel.comInvestor RelationsTelefon: +49 (0) 211 / 797-16 31Fax: +49 (0) 211 / 798-28 63E-Mail: renata.casaro@henkel.comImpressumHerausgeber Fotos und IllustrationenHenkel AG & Co. KG a A Thomas Bauer, Olaf Döring, Tobias Ebert, Peter Engelen, David40191 Düsseldorf Heimerl junior, Philipp Hympendahl, Rüdiger Nehmzow; Henkel© 2012 Henkel AG & Co. KG a A LektoratRedaktion und Koordination Thomas Krause, KrefeldCorporate Communications:Uwe Bergmann, Ines Biedermann, Mareike Klein, DruckJan-Dirk Seiler-Hausmann, Wolfgang Zengerling Druckpartner, EssenDesign und Realisierung Veröffentlichungsdatum dieses Berichts: 8. März 2012mpm Corporate Communication Solutions, Mainz PR-Nr.: 03 12 8.000 ISBN: 978-3-941517-34-9Der Nachhaltigkeitsbericht ist gedruckt auf PROFIsilkFSC von Sappi. Das Papier ist aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff. Es besteht aus Holzfaser, die aus nachhaltig bewirtschaftetenWäldern stammt und nach den Regeln des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist. Die Druckfarben enthalten keine Schwermetalle. Umschlagveredelung und buchbinderi-sche Verarbeitung mit diesen Henkel-Produkten: Cellophanierung mit Adhesin-Kaschierklebstoff, UV-Spotlackierung mit Miracure UV-Lack, buchbinderische Verarbeitung recycling-gerecht mit Purmelt MicroEmission und Technomelt Ultra für höchste Standards im Arbeits- und Gesundheitsschutz.Verwendete Sammelbezeichnungen wie Mitarbeiter, Aktionäre oder Kunden sind als geschlechtsneutral anzusehen.Alle Produktnamen sind geschützte Marken der Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf, oder der mit ihr Verbundenen Unternehmen.Diese Information enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Einschätzungen der Unternehmensleitung der Henkel AG & Co. KGaA beruhen.Mit der Verwendung von Worten wie erwarten, beabsichtigen, planen, vorhersehen, davon ausgehen, glauben, schätzen und ähnlichen Formulierungen werden zukunftsgerichteteAussagen gekennzeichnet. Diese Aussagen sind nicht als Garantien dafür zu verstehen, dass sich diese Erwartungen auch als richtig erweisen. Die zukünftige Entwicklung sowie dievon der Henkel AG & Co. KGaA und ihren Verbundenen Unternehmen tatsächlich erreichten Ergebnisse sind abhängig von einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten und könnendaher wesentlich von den zukunftsbezogenen Aussagen abweichen. Verschiedene dieser Faktoren liegen außerhalb des Einflussbereichs von Henkel und können nicht präzise voraus-geschätzt werden, zum Beispiel das künftige wirtschaftliche Umfeld sowie das Verhalten von Wettbewerbern und anderen Marktteilnehmern. Eine Aktualisierung der zukunftsbezoge-nen Aussagen ist weder geplant noch übernimmt Henkel hierzu eine gesonderte Verpflichtung.
  • 50. Henkel-Unternehmensbericht als App: Henkel in Social Media: www.facebook.com/henkel www.twitter.com/henkel_de www.youtube.com/henkel www.henkel.de/nachhaltigkeitsbericht www.henkel.de/geschaeftsberichtHenkel AG & Co. KGaA40191 DüsseldorfTelefon: +49 (0) 211 / 797-0www.henkel.de