Leader gesucht

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Wie Führungskräfte, die ihr verborgenes Potenzial entfalten

Unternehmen ohne Saft

Nach anerkannten Studien gehen zurzeit zum Beispiel in Deutschland weniger als 20 Prozent der Mitarbeitenden mit einer hohen emotionalen Bindung zur Arbeit. Das Resultat: Die Seele von Unternehmen flüchtet in die Freizeit; die Wettbewerbsnachteile kosten Milliarden.

Leader mit Kraft

Die Wirtschaft braucht für eine nachhaltige Wertschöpfung mehr Leader mit Kraft anstelle von Managern mit Macht. Gefordert sind Führungs-Persönlichkeiten, die bei sich und anderen verborgenes Potenzial freilegen und eine Zukunft schaffen, welche die Mitwirkenden emotional bewegt, deren Produktivität steigert und ihre Zielgruppen begeistert.

«Heinz Kaegi hat uns auf dem Weg von einer sehr guten zu einer Spitzenfirma begleitet. Aus unseren Einzelkämpfern wurden erfolgreiche Teams. Unsere Mitarbeiter sind glücklich, bei uns zu arbeiten. So wie Heinz Kaegi die sieben Stufen zum Erfolg lebt, haben wir sie erlebt und werden dies auch in Zukunft gemeinsam mit ihm tun.» PETER PARANDUN, VR-Präsident und CEO, Electrolux AG

«Ein umfassendes Konzept für langfristig orientierte Unternehmen und Führungskräfte, die den Weg des Leaders in sich entdecken und zielorientiert umsetzen wollen.» GUIDO EGLI, CEO, Mövenpick-Holding

«Die Entwicklung und Realisierung der sieben Stufen zum Leader ist eine ebenso grundsätzliche wie ernsthafte Aufgabe für Führungskräfte. Sie erfordert unter anderem kritisches Denken, Mut und Vertrauen. Ein starkes Paket.» PHILIPPE C. MERK, CEO Audemars Piguet Holding SA, Manufacture d’Horlogerie

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Leader gesucht

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  5. 5. Inhalt Stimmen zum Buch ....................................................................................... 7 Einleitung .................................................................................................. 13 1. Wie alles begann .................................................................................... 19 1.1 Ein Beruf mit Sinn ............................................................................ 21 1.2 Anzeichen zum Leader ..................................................................... 22 1.3 Karriere oder Familie? ...................................................................... 24 1.4 Eine bittere Pille ............................................................................. 25 1.5 Ein Leader erwacht .......................................................................... 27 1.6 Vom Beruf zur Berufung ................................................................... 28 1.7 Menschen machen den Gewinn .......................................................... 30 1.8 Der Traum von Amerika .................................................................... 32 1.9 Fehler sind Lektionen ....................................................................... 33 2. Wie dieses Buch für Sie Nutzen stiftet ..................................................... 39 2.1 Kraftentfaltung für Führungskräfte ...................................................... 40 3. Ohne Sinn keine Kraft ............................................................................. 45 3.1 Arbeit: Ein notwendiges Übel?............................................................ 47 3.2 Paradigmenwechsel: Konsequenzen für die Führung? .............................. 48 3.3 Leadership heute: Ein strapaziertes Modewort? ..................................... 50 3.4 Führungskräfte: Mit geschlossenen Augen im Dilemma? .......................... 52 3.5 Sinn: Grundlage für Kraftentfaltung? ................................................... 55 3.6 Nächste Generationen: Was bewegt Führungskräfte? .............................. 56 3.7 Führungspersönlichkeit: Kann sie entwickelt werden? ............................ 58 3.8 Berufung: Gibt es ein Konzept für Kraftentfaltung? ............................... 61 3.9 Praktische Umsetzung: Der Weg der Berufung ....................................... 63 Inhalt |3
  6. 6. 4. Ohne Vision keine Passion....................................................................... 69 4.1 Vision: Kopf oder Herz? ..................................................................... 71 4.2 Zukunft: Wiederholung der Vergangenheit? .......................................... 75 4.3 Visionsentwicklung: Nichts als Träume?................................................ 77 4.4 Erfolgsgeschichte: Beitrag zur Unternehmensentwicklung? ..................... 80 4.5 Balance: Schlüssel für Erfolg und Erfüllung? ........................................ 84 4.6 Leidenschaft: Ein Produktivitätsfaktor? ............................................... 86 4.7 Unterschied: Vision oder Illusion? ....................................................... 87 4.8 Auswirkungen: Lebenslang oder länger? .............................................. 89 5. Ohne Fokus keine Freiheit ....................................................................... 91 5.1 Fokus: Macht der Gewohnheit? ........................................................... 93 5.2 Ausrichten: Den eigenen Weg gehen? ................................................. 95 5.3 Klarheit: Was nützt das Tempo, wenn die Richtung nicht stimmt? ........... 96 5.4 Werte: Was steuert ein Unternehmen? ................................................. 99 5.5 Lebenskonzept: Leitbild oder Leidbild? ..............................................102 5.6 Emotionale Freiheit: Elixier für Visionäre? ..........................................103 6. Ohne Engagement keine Errungenschaft ..................................................105 6.1 Engagement: Wird die Luft dünner? ...................................................107 6.2 Engagement: Für meinen Zweck auf- und einstehen? ............................109 6.3 Engagement: Das Ziel wichtiger machen? ...........................................111 6.4 Engagement: Die essenziellen Ideale im Visier? ....................................115 6.5 Engagement: Der Mensch im Mittelpunkt? ...........................................118 6.6 Engagement: Über wie viele Brücken soll ich gehen? .............................119 7. Ohne Team kein Erfolg ...........................................................................123 7.1 Erfolg: Ein neues Verständnis? ...........................................................125 7.2 Führung: Leistung oder Potenzial? ....................................................131 7.3 Team: Maximale Leistung? ...............................................................133 7.4 CommitTeam: Projekt mit Zukunft? .....................................................136 7.5 Sozialkompetenz: Strategischer Erfolgsfaktor? ......................................137 4 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  7. 7. 8. Mentorship schafft Leadership ................................................................141 8.1 Fortschritt: Tradition von gestern? .....................................................143 8.2 Nachhaltigkeit: Ein Fremdwort? ........................................................145 8.3 Morgen: Strukturen der Kraft? ...........................................................147 8.4 EmPowerment: Quelle für Mehrwert? ...................................................150 8.5 Loslassen: Die nächste Dimension? ....................................................152 9. Arbeit mit Herz schafft Meisterschaft ......................................................155 9.1 Kernleistung: Erfüllt? ......................................................................157 9.2 Sein: Die nächste Ebene?..................................................................158 9.3 Meisterschaft: Der Königsweg? ..........................................................160 9.4 Leadership: Spuren hinterlassen? .......................................................163 9.5 Meisterschaft: Arbeiten mit Herz? ......................................................164 10. Anhang ...............................................................................................167 10.1 Die LEX Leaders Excellence®-Analyse ...............................................169 10.2 Die LEX Leaders Excellence®-Aanalyse 1 ...........................................172 10.3 Auswertung der LEX Leaders Excellence®-Analyse 1 .............................179 10.4 Das Path-of-Purpose-Modell ............................................................181 10.5 Glossar .......................................................................................183 Inhalt |5
  8. 8. Stimmen zum Buch
  9. 9. „Eines der ersten Bücher für Manager, das dem Leser ans Herz geht. Ohne den Autor persönlich zu kennen, spürt man, dass er jedem einzelnen Leser den Erfolg von Herzen gönnt und sich auf die Fahne geschrieben hat, möglichst vielen Menschen Augen, Ohren und Herz zu öffnen, damit sie den Weg zu Spitzenleistungen mit einer Leichtig- keit gehen, die sie weiterbringt.“ JOLANDA BRÜHWILER, Rezensorin, Unternehmerin und CEO, in marketing GmbH „Wer über den Beruf hinaus in allen Lebensbereichen erfolgreich und zufrieden sein will, findet in diesem Buch die hilfreichen Gedanken- anstöße. Wer sich auf den Weg des Leaders begibt, dem erschließen sich hier neue Welten.“ MLaw KARSTEN BUGMANN, Head HR Switzerland, Georg Fischer Piping Systems „Ein fundierter Leitfaden für visionäre Führungskräfte, welche die wirk- samen Gesetzmäßigkeiten für die erfolgreiche Zukunftsgestaltung des Leaders nutzen wollen.“ GERHARD H. HÄRING, Head of Banking Services, Group Executive Management, Verwaltungs- und Privat-Bank Aktiengesellschaft 8 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  10. 10. „Das Werk fordert zum Nachdenken, Umdenken und Vordenken. Es ver- mittelt praxiserprobte Ansätze zur persönlichen Kraftentfaltung für Persönlichkeiten, die den Leader in sich zur nachhaltigen Wirkung bringen wollen.“ CHRISTOPH S. ISCH, Mitglied der Geschäftsleitung, Electrolux AG „Ich bin begeistert von so einem genialen, präzisen, motivierenden und vor allem praxistauglichen Leitfaden. Das Buch zeigt einen inspirierenden Weg auf, wie man seine Berufung zur Führungspersönlichkeit durch vor- gelebte Herzensarbeit umsetzt, sie aufbauend entwickelt, weitergibt und zu einer effektiven unternehmerischen Spitzenleistung transformiert.“ OLIVER KLEMM, Unternehmer, Stahlhandel Oliver Klemm „Heinz Kaegi hat ein zentrales Thema meisterhaft angegangen: wie finden und entwickeln sich mehr qualifizierte leitende Mitarbeitende zu effektiven Leadern? Das Buch beginnt mit der Hypothese, dass gute und effektive Leader einer raren Gruppe angehören. Dann geht der Autor ausführlich auf sieben Hauptanforderungen ein, um ein guter Leader zu werden. Sein Fokus auf Teams und Arbeit mit Herz scheint mir besonders entscheidend. Dieses Buch ist ein Muss für bestehende Leader – um gute Leader noch besser zu machen. Ebenso ein Muss für aufstrebende Leader – um sie für die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten.“ Prof. Dr. Dr. h.c. (mult.) PETER LORANGE, Präsident, Lorange Institut of Business, Zurich/Switzerland Stimmen zum Buch |9
  11. 11. „Die hier vermittelten Gesetzmäßigkeiten stellen die Weichen für Führungskräfte. Damit sie morgen dort sind, wo sie hingehören: als Leader zuvorderst auf den Weg.“ DR. URS RICKENBACHER, Partner und CEO, Lantal Textiles „Dieses Buch spricht Dinge an, vor denen viele die Augen verschließen. Ein Werk für ein entwickeltes BewusstSein und Führungsverständnis für Leader von morgen.“ PATRICK R. SCHWARZ, CEO, Eterna SA, Pioneers in Watchmaking since 1856 „Wer sich von den Hindernissen auf seinem Weg zum Leader befreien möchte, ist mit dem Buch von Heinz Kaegi gut beraten. Die Lektüre bringt baren Mehrwert. Ein wichtiger Leitfaden von einem echten Leader, der seine persönlichen Erfahrungen weitergibt.“ JÜRG SCHWARZENBACH, Unternehmer, VR-Präsident, Axept AG „Dieses Buch ist wirklich großartig. Es trifft dich als visionären Leader punktgenau und glasklar direkt ins Herz. Es hilft konkret deine ganze persönliche Power zu entfalten und die alltäglichen Hindernisse aus dem Weg zu räumen.“ BENNO VAN AERSSEN, Unternehmer, Innovations-Coach, Atelier für Ideen 10 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  12. 12. „Ein Lehr- und Arbeitsbuch für Praktiker, welches die Weichen stellt für den Leader von morgen – für Spitzenleistungen mit Herz.“ Dr. THOMAS VILLIGER, CEO, Mepha Group Ltd. „Das Buch spricht die aktuellen Engpässe vieler Führungskräfte direkt an und entwickelt gemeinsam mit dem Leser in sieben Stufen das persön- liche Leitbild für den Leader von morgen.“ DETLEF WINTER, Vice President Operations Middle East, Pearl Continental Hotels Management Stimmen zum Buch | 11
  13. 13. Einleitung
  14. 14. Für Sie, die Sie unterwegs sind, um zu werden, wer Sie sind: Leader von Herzen; vorne auf dem Weg. Um heute zu schaffen, was morgen wichtig wird: eine Welt mit mehr Wert für mehr Zukunft. Ich kenne Ihren Weg. Ich bin auch auf ihm. HEINZ KAEGI Unternehmer, Leadership-Experte und Autor Heinz Kaegis Kernkompetenz ist die systemische Kraftentfaltung für Leader und deren Management-Teams. Nach einer kommerziellen Ausbildung realisierte er Weiterbildungen in Verkauf, Management und Psychologie. Im Anschluss an seine Managementkarriere und Funktionen auf der Geschäftsleitungs-Ebene sammelte er während über zwanzig Jahren Erfahrungen als Unternehmer in der Schweiz und den USA. Seine Reputation als Leadership-Experte basiert auf profunder Er- fahrung in der Entwicklung und Realisierung von mehr als 1.000 Ent- wicklungsprozessen, Workshops und Vorträgen in Europa, Asien und den USA. Seine Methoden, Modelle und Prozesse hat er in der Praxis mit seinen Kunden entwickelt. Er ist Gründer der emPowerment Group Ltd. 14 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  15. 15. Heinz Kaegi wird als authentischer und ansteckender Coach und Mentor bezeichnet, der sein Wissen mit großem persönlichem Engagement vermittelt. Kunden urteilen: seine Fähigkeit, Leader und Führungsteams weiterzuentwickeln, sei einzigartig. Er hat im Jahre 2007 den BILANZ-Bestseller Gesucht: Leader – Der Weg vom Manager zur Führungspersönlichkeit publiziert. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen. Heinz Kaegis zentrales Anliegen ist „moving leaders from hard work to heart work“. Einleitung | 15
  16. 16. Wertschätzung Durch dieses Buch sprechen viele Stimmen. Es sind Lehren von Kunden, Mentoren und Freunden. Es sind Wegweiser der Inspiration, Weisheit und Weitsicht. Und es sind Stimmen der Klarheit, Leader- ship und Transformation. Von ihren Erkenntnissen und Einsichten auf dem Weg des Leaders zu lernen, ist ein Privileg. Ich bin ihnen allen dankbar für die un- zähligen und wertvollen Impulse. Selbst wenn ihnen das nicht immer bewusst war: Sie haben meinen Weg geprägt und werden es weiterhin tun. Daraus ist auch dieses Buchprojekt entstanden. Diejenigen, welche mich aus der Nähe kennen, wissen vom langen und herausfordernden Reifeprozess des Werkes. Jetzt ist es vollbracht, und ich danke von Herzen: Dir, liebe Regina, für dein von Liebe und Klarheit getragenes Engagement, deine zahlreichen Sondereinsätze, die erkenntnis- reichen Gespräche, deine kritische Auseinandersetzung mit Inhalten aus der Sicht des Lesers, das talentierte Erstellen von Grafiken, Modellen und Zeichnungen, deine umfassende herzliche Unter- stützung und das Management der vielen wichtigen Details. Du bist (m)ein Spiegel, der zaubern kann. Dir, Lee, für dein konsistentes Fordern und Fördern meiner Ent- wicklung, deine Fähigkeit, weit über die Grenzen des Zeitgeistes hinauszusehen, deinen substanziellen Beitrag zur Essenz des Buches 16 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  17. 17. und dein selbstloses Weitergeben von Wissen und Weisheit, die Integrität deiner Absicht als Mentor, die Konsequenz deiner Hand- lung als Coach und deine Exzellenz als Leader. Dir, Tobias, für deine ermutigende Begeisterung zu Beginn des Projektes, deine partnerschaftliche Haltung und beeindruckende Aktion im Prozess der Texterarbeitung, deine Fähigkeit, Manuskripte zu kürzen und gleichzeitig deren Aussagekraft zu steigern, deinen schnellen Zugang und zeitkritischen Überblick zum Thema Leader- ship und deine persönliche Verpflichtung für dieses Projekt. Ich sehe dich als idealen Partner für viele Autoren. Dir, Bill, für deine einzigartige Werkstatt für Autoren, für die in- spirierende Vermittlung deines großen Wissens, für die heraus- fordernden Steilpässe, deine wirkungsvollen Strategien für die effiziente Transformation von Gedanken aufs Papier und für deine bereits über dreißig erfolgreich publizierten Bücher. Du bist für mich ein glaubwürdiger Leader. Und ich danke Ihnen allen von Herzen, die Sie direkt oder indirekt mit Fachwissen, mit persönlichem Engagement und mit direkter Rückmeldung zur Verwirklichung dieses Buches beigetragen haben. Ich schätze Sie. Einleitung | 17
  18. 18. 1. Wie alles begann
  19. 19. Die Schulzeit war für mich nur mit wenig Freude verbunden. Ich sah den Sinn des peinlichen Schnellrechnens vor der Klasse nicht ein. Und wieso sollte ich einen Aufsatz über ein vorgeschriebenes Thema rauswürgen, das mich keinen Piep interessierte? Warum predigte der Pfarrer von Liebe und Versöhnung, wenn er einem von uns nach der Messe eins hinter die Ohren gab? Ich fand’s jedenfalls viel lustiger, zu beobachten, wie sich die Maikäfer austobten, die wir in die Kirche eingeschleust hatten. Auch den Turnstunden konnte ich nichts ab- gewinnen. Wer nicht einmal die Kletterstange hochkam, der war ein Schwächling. Ich fühlte mich hilflos und zerbrechlich. Erst viel später wurde mir klar, dass ich sowohl für meine Erfolge als auch für meine Misserfolge jeweils selbst die Ursache bin. Aber welcher Junge hat diese Erkenntnis schon? Heute weiß ich etwas mehr: Wer sich ein anständiges Ziel setzt und dieses wirklich von ganzem Herzen erreichen will, der ist innerlich bereit für den Sieg. Die Geschichte meines ersten Klaviers ist ein wunderbares Beispiel: Jahrelang hatte ich meinen Vater bearbeitet; der Schulrektor erkannte schließ- lich mein Talent und sprach mit meinen Eltern. Endlich, der Traum vom eigenen Klavier wurde doch noch wahr! Ich war überglücklich … Ein paar Semester später spielte ich mit Begeisterung in einer Band – am elektronischen Klavier natürlich. Das war Teamwork pur! Beatles, Bee Gees und Hendrix rauf und runter. Der Höhepunkt war ein Auftritt am Dorffest. Überall hängte ich Plakate auf, sogar zu- oberst an den Turnstangen! Unglaublich, wie leicht ich da plötzlich hochkletterte. Nichts konnte mich bremsen. Die Energie, der Sound auf der Bühne und die Girls in der Halle … an diesem Abend waren wir die Größten! 20 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  20. 20. 1.1 Ein Beruf mit Sinn Wie die meisten Jungs frisierte auch ich mein Mofa. Und gleich zwei Mal wagte ich ein Abenteuer, das für einen 15-Jährigen damals beinahe unvorstellbar klang: Eine Reise mit Freunden quer durch Europa. Bis mich die Polizei quasi vor der Haustür mit 63 km/h erwischte … danach war für eine längere Zeit wieder das Fahrrad fahren angesagt. Das Thema Berufswahl und damit der Ernst des Lebens erreichte mich früh – viel zu früh. Ich hatte keine Ahnung, wohin die Reise gehen sollte. Ich wusste nur eins und das ganz klar: In mir steckte mehr, als viele glaubten. Der Berufsberater wollte mir eine Fein- mechaniker-Lehre verkaufen, der Schulrektor hätte mich gerne als Musikstudent gesehen, und mein Vater setzte auf eine kauf- männische Lehre. Ich entsprach dem Wunsch meines Vaters und startete eine kommerzielle Lehrzeit beim zweisprachigen Medien- verlag Bieler Tagblatt/Journal du Jura. Noch heute beflügelt mich der Geruch von frisch gedruckten Zeitungen. Schnell begriff ich die Zusammenhänge, und plötzlich erkannte ich, dass ich für mich selbst unterwegs war. Endlich ergab mein Leben einen Sinn. Ich strengte mich an und holte vieles nach, was ich seinerzeit in der Schule verpasst hatte. Eine fantastische Zeit, mein Ehrgeiz war ge- weckt. Wie alles begann | 21
  21. 21. 1.2 Anzeichen zum Leader Auch stille Rebellen müssen in der Schweiz in die Armee. Eigentlich hatte ich nur Negatives von der Rekrutenschule gehört. Der Stempel in meinem Dienstbuch lautete auf „Telegrafen-Pionier“: Ich wurde als Rekrut zur Übermittlung eingeteilt – als Zweisprachiger in eine französischsprachige Einheit, wo ich schnell den Unterschied lernte, was stures „Büffeln“ oder eben engagiertes Zupacken heißt, wenn es wirklich darauf ankommt. Die allermeisten Rekruten in meiner Einheit wollten nicht weitermachen, mal abgesehen von ein paar Verrückten. Einer davon war ich. Ich träumte von einer Militär- karriere. Ich wollte etwas verändern und besser machen. Doch nach außen hin zu meinen Kameraden wagte ich nicht dafür einzu- stehen. Wer weitermachte, wurde als Spinner abgetan. Ich gab mir nach außen hin auch nie sonderlich Mühe, außer am Schießstand, wo ich regelmäßig der Beste war. Irgendwann ließ sich dann die Entscheidung für eine weitere Verpflichtung nicht länger hinaus- zögern, und es hieß Farbe bekennen. Dem Gruppendruck zu wider- stehen kostete mich allerdings immense Überwindung. Ich wurde von den Kameraden regelrecht verachtet. Doch ich stand zu meiner Entscheidung und lernte dann hautnah, was Leadership bedeutet. Viele Jahre später als Major hatte ich Gelegenheit, verschiedent- lich Seminare für Offiziere zu moderieren. Natürlich kann man in einem solchen Apparat nicht alles ändern. Doch wer konstruktiv nach vorne schaut und von innen wirklich etwas bewegen will, der kann auch in einem großen System sehr wohl viel lernen und mit- gestalten. 22 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  22. 22. Eine ähnliche Situation erlebte ich als Gemeinderat. Statt von außen weiter zu lästern, packte ich die Probleme von innen an und half im Bauamt mit, die Weichen zu stellen. Ob Armee, Politik oder Arbeit, immer wieder geht es um Teamwork. Und es geht darum, Teams zu führen und zu begeistern. Im Team sind selten einsame Entscheidungen gefragt. Es geht um eine gemeinsame Aktion, ein gemeinsames Ziel, welches alle verstehen und mittragen wollen, können und dies tatsächlich tun. Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Politiker und einem Staatsmann? Ein Politiker orientiert sein Tun am nächsten Wahl- termin – ein Staatsmann jedoch denkt auch an die nächste Generation. Leadership macht den Unterschied. Wir könnten übrigens die gleiche Frage am Beispiel Manager und Leader stellen. Wie würden Sie antworten? Wie alles begann | 23
  23. 23. 1.3 Karriere oder Familie? Privat dauerte es noch etwas länger, bis ich es wagte, die genetischen Programme der Sippe und die etablierte Komfortzone zu verlassen. Es brauchte viel Kraft, mir trotz meiner relativ steilen Karriere ein- zugestehen, dass ich es irgendwie noch nicht geschafft hatte: Be- ruf, Militär, Politik und Familie mit Kindern unter einen Hut zu bringen, wurde für mich immer schwieriger. Mehr und mehr er- kannte ich, dass ich mein nächstes Stück Weg alleine gehen und die Konsequenzen tragen musste. Nach vielen Jahren Ehe und drei Trennungen gab ich die Beziehung schließlich auf. Ich haderte mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen, insbesondere gegenüber meinen Kindern. Es zerriss mir beinahe mein Herz. Und doch fühlte ich innerlich, dass ich da durchmusste. Es folgten erkenntnis- reiche Jahre der persönlichen Entwicklung. Immer mehr wollte ich dem potenziellen Leader in mir Raum geben und dem Weg meines Herzens folgen. Unabhängig von Situationen und Meinungen fällte ich neue und vielversprechende Entscheidungen, die keineswegs immer richtig waren. Inzwischen weiß ich, dass Misserfolge mit- helfen können, neue Höhen zu erklimmen. Wer zögert und ängstlich ist, wird jedoch nie sein volles Potenzial ausschöpfen. Doch genau dafür scheint das Leben besonders geeignet zu sein: sich selbst zu finden und seinen individuellen Weg zu gehen: Den Weg der Be- rufung. Damit die eigenen Talente, Fähigkeiten und Neigungen in der Welt zur besten Wirkung kommen können. 24 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  24. 24. 1.4 Eine bittere Pille Meine berufliche Karriere verlief im klassischen Managerstil. Nach ein paar erfolgreichen Stufen und Firmen – und unzähligen Weiter- bildungen und Diplomen – war ich als Vizedirektor verantwortlich für einen stattlichen Verantwortungsbereich mit über 600 Mit- arbeitenden. Ich erinnere mich an ein Direktionsmeeting, welches schlussendlich mein Leben verändern sollte: Die Ruhe im Raum war fast unerträglich, die sieben Gesichter um den großen Mahagoni- tisch wechselten abwechslungsweise die Farbe, wenn der große Chef sprach. Der kleine Kaktus in der Mitte des Tisches schien zu zittern: „… und zu Ihnen, Herr Kaegi: Abgesehen davon, dass Sie zu spät gekommen sind – die Produktivität in Ihrer Abteilung hat um 2,5 Prozent abgenommen, was sagen Sie dazu?“ Just in dieser Sekunde kam ein Engel vom Nebenzimmer, brachte uns allen frischen Kaffee, und die Situation entspannte sich. Doch der Boss ließ nicht locker: „Kaegi, und warum sind Sie während Ihrer Kontrolltour durch die Filialen zum Friseur gegangen, was glauben Sie eigentlich, wer Sie sind?“ Der ganze Klub starrte mich entgeistert an. Kaum war ich im Begriff zu antworten, fuhr der Chef mich an: „Sparen Sie sich Ihre Ausreden, wir wollen Zahlen sehen, und zwar positive!“ Meine Begeisterung für den Job sank auf den Nullpunkt. Der Chef hatte mich vor allen bloßgestellt, ohne überhaupt zu wissen, was an diesem Tag wirklich gelaufen war. Auch andere im Team wurden heruntergekanzelt – eigentlich eine Frechheit, was sich dieser Mann erlaubte. Als ich abends nach Hause fuhr, überlegte ich mir, was zu tun sei. Mein Herz war einmal mehr verwundet, meine Seele zer- quetscht. Wenn ich nur den Mut aufbringen könnte, für meine Ideen auf- und einzustehen. Doch genau das war der Punkt. Das Risiko, Wie alles begann | 25
  25. 25. die Kündigung zu bekommen, war mir zu groß. Nach der letzten Be- förderung mit Gehaltserhöhung wollte ich diesen Gewinn auf keinen Fall aufs Spiel setzen. Doch das bittere Gefühl von Zuckerbrot und Peitsche brannte mich aus. 26 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  26. 26. 1.5 Ein Leader erwacht Die Arbeit wurde nicht nur härter, sondern auch zusehends kälter. Wer nicht wusste, wie man seine Ellenbogen nutzt, der war schnell weg vom Fenster. Immer mehr ließ ich mein Engagement zu Hause. Ich war wütend auf mich selbst. Manager handeln offensichtlich wie Kartoffeln: Vielen gehen die Augen erst auf, wenn sie im Dreck stecken. Da musste es doch irgendwie einen besseren Weg geben – und ich wollte ihn finden! Ein paar Monate später: Der Kaktus auf dem Mahagonitisch präsentierte sich in bester Form. An diesem Tag nahm ich allen Mut zusammen und folgte der Stimme des Leaders in mir. Ich warf ein paar verrückte Vorschläge in die Runde, und alle sahen mich verblüfft an. Doch diesmal hörte der Boss freund- lich zu, ja, er ermunterte mich gar weiterzureden! Natürlich wurde nicht alles anders, aber ich fühlte mich gut! Endlich, der Leader in mir war wieder erwacht! Gefühle von Stolz, Kraft und Dankbarkeit erfüllten mich. Nach dieser wunderbaren Lektion war für mich klar: Künftig würde ich mein Handeln nicht mehr am nächsten Quali- fikationsgespräch orientieren, sondern meine ganze Energie auf die Verwirklichung meiner eigenen, handfesten Visionen fokussieren … Wie alles begann | 27
  27. 27. 1.6 Vom Beruf zur Berufung Ein paar Jahre nach diesem prägenden Erlebnis bot sich dann die Gelegenheit, meine Vision als Unternehmer zu verwirklichen. Ich begann mit einer leeren Agenda, einem bescheidenen Startkapital und mit einem großen Ziel. Gute Beziehungen halfen mir zu ersten Aufträgen. Mein Motto: Moving people from hard work to heart work (sinngemäß: Menschen vom lustlosen Schuften zum sinnvollen Schaffen bewegen) beflügelte nicht nur mich selbst, sondern auch meine Kunden. Innerhalb von drei Jahren lief das Seminargeschäft so gut, dass mein Partner und ich weitere Trainer engagierten. Und dann begannen die Herausforderungen. Im Verlaufe der Zeit kochte jeder mehr und mehr sein eigenes Süppchen. Wir entwickelten uns alle in unterschiedliche Richtungen. Und so kam es, wie es kommen musste: Wir trennten uns, jeder ging wieder seinen individuellen Weg. Was mir blieb, war eine tiefe Überzeugung vom Sinn meines Tuns und mein Kernleistungsversprechen: Moving people from hard work to heart work. Darauf würde ich weiter aufbauen. Denn in all meinen Jahren sah ich immer wieder Menschen, die sich am Arbeitsplatz quälten. Ganze Heere qualifizierter Manager ver- puffen ihre Kräfte für Intrigen, für Mobbing oder andere Schlamm- schlachten. Zu viele von ihnen sind zu Opportunisten verkommen, welche das System für sich selbst nutzen, solange es eben geht. Am gleichen Strick ziehen – das klingt zwar gut im Prospekt. Vielerorts ziehen Management und Personal jedoch nicht wirklich in die gleiche Richtung! Die Folge davon sind Energieverschleiß, Absenzen, Angst um den Job, fehlende Produktivität und viele Energiekiller mehr. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich war selbst ein Teil dieses Mechanismus. Heute ist mir klar, weshalb zu viele Unternehmen 28 | Heinz Kaegi  Leader gesucht
  28. 28. nicht dorthin kommen, wo sie hingehören würden, nämlich nach vorne an die Spitze. Wie alles begann | 29

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