• Share
  • Email
  • Embed
  • Like
  • Save
  • Private Content
Hier bin ich der Boss
 

Hier bin ich der Boss

on

  • 2,317 views

Sie haben es geschafft! Jetzt sind Sie der Chef und für Ihr »Handwerk« ganz allein verantwortlich. Organisieren, entscheiden, loben, »toben«, motivieren und vor allem Ihren Mitarbeitern zuhören, ...

Sie haben es geschafft! Jetzt sind Sie der Chef und für Ihr »Handwerk« ganz allein verantwortlich. Organisieren, entscheiden, loben, »toben«, motivieren und vor allem Ihren Mitarbeitern zuhören, das alles – und noch viel mehr – sollen Sie können. Eine völlig neue Herausforderung, ein Sprung ins kalte Wasser, auf den Sie niemand richtig vorbereitet hat.
Sylvana Pollehn erläutert in ihrem neuen Buch frisch und lebendig, wie Sie Ihre Mitarbeiter erfolgreich führen können und den „Laden“ voranbringen.
Locker geschrieben illustriert dieses Buch die Grundlagen der Mitarbeiterführung und zeigt, welche Fallstricke im täglichen Umgang mit den Mitarbeitern lauern und wie Sie sich in Ihrer neuen Rolle erfolgreich behaupten ...

Mehr Infos:
http://www.businessvillage.de/Hier-bin-ich-der-Boss/eb-859.html

Statistics

Views

Total Views
2,317
Views on SlideShare
2,195
Embed Views
122

Actions

Likes
1
Downloads
0
Comments
0

4 Embeds 122

http://www.businessvillage.de 69
http://www32.jimdo.com 28
http://www.sylvana-pollehn.de 24
http://10.117.3.19 1

Accessibility

Categories

Upload Details

Uploaded via as Adobe PDF

Usage Rights

© All Rights Reserved

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Processing…
Post Comment
Edit your comment

    Hier bin ich der Boss Hier bin ich der Boss Document Transcript

    • Sylvana Pollehn HIER BIN ICH DER BOSS! Gemeinsam zum ErfolgLe se pr ob BusinessVillage e
    • Sylvana Pollehn Hier bin ich der Boss!Gemeinsam zum Erfolg BusinessVillageUpdate your Knowledge!
    • Sylvana PollehnHier bin ich der Boss!Gemeinsam zum Erfolg1. Auflage 2011© BusinessVillage GmbH, GöttingenBestellnummernISBN 978-3-86980-137-7 (Druckausgabe)ISBN 978-3-86980-138-4 (E-Book, PDF)Direktbezug unter www.businessvillage.de/bl/859Bezugs– und VerlagsanschriftBusinessVillage GmbHReinhäuser Landstraße 2237083 GöttingenTelefon: +49 (0)5 51 20 99–1 00Fax: +49 (0)5 51 20 99–1 05E–Mail: info@businessvillage.deWeb: www.businessvillage.deLayout und SatzBusinessVillage GmbHDruck und BindungWestermann Druck, ZwickauCopyrightvermerkDas Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertungaußerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlagesunzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikrover-filmung und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Alle in diesemBuch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autor nach bestem Wissenerstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantie des Verlages. Er übernimmtdeshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwa vorhandene Unrichtigkeiten. DieWiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werkberechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namenim Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wärenund daher von jedermann benutzt werden dürfen.
    • InhaltÜber die Autorin .................................................................... 5Einführung ............................................................................. 71. Sie wollen Karriere machen? – Nichts leichter als das! .........17 1.1 Erfolgreich um jeden Preis? ............................................ 18 1.2 Quereinsteiger – was es zu beachten gilt ........................ 29 1.3 So halten Sie durch – auch wenn es mal dicke kommt ........ 382. Jetzt sind Sie Rudelführer – was ändert sich für Sie?............47 2.1 Klarer Kopf im ganz „normalen“ Wahnsinn – zeigen Sie, was Sie gelernt haben! .................................. 48 2.2 Hinterm Rücken sagt‘s sich leicht – Reden ist Silber – Schweigen ist Gold .............................. 57 2.3 Ihre Ausbildungsstrategie – Sie werden sie brauchen! ........ 673. Auf dem Weg nach oben – Ihre Karriereleiter .......................77 3.1 Du kannst alt werden wie eine Kuh, doch lernst du immer noch dazu!............................................ 78 3.2 Früher war es schön, heute ist es besser – Schauen Sie über den Tellerrand ..................................... 86 3.3 Geht nicht gibt‘s nicht – so motivieren Sie Ihre Leute .......................................... 93 3.3. Wenn Ihr Chef nur meckert – Hand in Hand, so wird‘s was........................................ 1004. Wollen Sie herrschen oder führen? ...................................117 4.1 Manager – Wolf, Schwein oder Schaf? ............................ 118 4.2 Das erste eigene Team – enttäuschen Sie es nicht ........... 127 4.3 Offen, fair, verlässlich – Eigenschaften, die wichtig sind ... 135 3
    • 4.4 Das i-Tüpfelchen Ihres Erfolgs – gewusst wie .................. 1435. Die unerkannte Gefahr .....................................................149 5.1 Auf dem Weg zum Burn-out – Sie nicht! ......................... 150 4.3 Frieden beginnt im Kopf – unsere Gedanken beeinflussen unser Handeln ................. 158 5.3 Passen Sie auf sich auf – so geht‘s! ............................... 1696. Meine 17 Erfolgsstrategien auf einen Blick ........................1757. Epilog (Ausblick) ............................................................1798. Literatur- und Quellenhinweise.........................................1834
    • Über die Autorin Sylvana Pollehn ist mal kein Coach und kein Trainer. Ihre Karriere begann bei McDonald‘s in der Küche. Heute ist sie Managerin und leitet erfolgreich ein Restaurant mit 40 Mitarbeitern. Ihr Anliegen ist es, Menschen – aus Gas- tronomie, Handel und vielen anderen Branchen – den Karrierestart zu er- leichtern. Aus Erfahrung weiß sie, das sich die klassische Führungsliteratur hinter Methoden und Konzepten ver-steckt und jungen und dynamischen „Machern“ kaum an-wendbares Wissen vermittelt.Kontakt:www.sylvana-pollehn.de 5
    • Einführung
    • Ohne Respekt, Achtung und Vertrauen geht nichts – oder? „Du bist doch bloß schwanger und nicht krank“, zischt Chris-tina, die Vorgesetzte von Susanne, ihre völlig verdatterte Mit-arbeiterin an. „Da denkt ihr jungen Dinger, ihr könnt nichtmehr arbeiten, und das nur, weil ein Baby unterwegs ist“,fuchtelt Christina wild mit den Armen herum. Susanne wolltelediglich das ärztliche Beschäftigungsverbot abgeben und diegeplante Elternzeit besprechen. Was war geschehen?Susanne war in der harten Realität angekommen. Es ist ganzeinfach zu verstehen. Sie passte nicht mehr ins Bild ihresArbeitgebers. Er hatte andere Pläne mit ihr, und nun war sieschwanger – und somit für diesen Betrieb unbrauchbar.Durch mein Anraten blieb Susanne während Mutterschutzund Elternzeit im Kontakt mit dem Unternehmen. Es folgtenmehrere Gespräche, in denen sich die Situation zu entspannenschien. Drei Tage vor Beschäftigungsbeginn – der `erste Ge-burtstag ihres Kindes nahte – teilte ihr die Chefin mit, dass siewie abgesprochen zur Arbeit erscheinen könne. Erfreut fuhrsie am vereinbarten Tag zur Firma. Eine Stunde später erhieltich folgenden Anruf: „Ich bin gekündigt, und wenn es mirnicht passt, soll ich klagen.“Man begründete die Kündigung mit „betriebsbedingt“, obwohljemand anderes eingestellt wurde. Wie Susanne sich wohl ge-fühlt hat? Bestimmt gehen Ihnen gerade ähnliche Gedankendurch den Kopf wie mir. Welche Firmenphilosophie wird dortgelebt? Mir ist bewusst, die Situation klingt drastisch. Leiderhat sie sich so abgespielt.8
    • Ich bin Managerin in einem großen systemgastronomischenUnternehmen und für 40 Mitarbeiter verantwortlich. Zumgrößten Teil arbeiten dort Frauen. Auch meine Mädels wer-den schwanger. Jeder Mitarbeiter, der ausfällt, manchmal un-verhofft, ist für mich eine enorme Herausforderung. Wer mitFührungsaufgaben betraut ist, kennt das. Trotzdem sehe ichimmer beide Seiten der Medaille: die des Arbeitgebers und dieder Beschäftigten. Und haben wir nicht Kinder bitter nötig,schon deshalb, weil sie unsere Kunden und Gäste von morgensind? Natürlich unterliegen wir alle dem notwendigen Erfolgs-druck, egal, wo wir arbeiten. Unsere Aufgabe ist es, Arbeits-plätze zu erhalten und Löhne zu zahlen. Keine Frage. Trotzdemmöchte ich mich nicht hinter den Erwartungshaltungen desUnternehmens verstecken. Für mich als Führungskraft stehenRespekt, Achtung, Vertrauen und Verantwortung ganz oben.Hart und kalt – der Erfolgsfaktor?Manchmal muss ich an ein Märchen aus meiner Kindheitdenken. Kennen Sie vielleicht „Das kalte Herz“ von WilhelmHauff? Schon damals lief mir beim Anschauen des Films eineGänsehaut über den Rücken. Dort tauscht der Holländermicheldie Herzen der Gierigen gegen Steinherzen aus. Im Gegenzugwerden sie reich, aber gefühllos. Wie es endet, können Sie sichbestimmt denken.In meinem Berufsleben bin ich vielen Menschen begegnet. So-wohl jenen, die von sich sagen: „Ich gehe für meine Ziele überLeichen“, als auch solchen, die hinter vorgehaltener Handschüchtern nach dem richtigen Weg fragen. Darauf, welcherder richtige Weg ist, gibt es keine abschließende Antwort. 9
    • ich habe ihn ebenfalls gesucht und in den ersten Jahren mei-ner Führungstätigkeit oft mit mir selbst gekämpft. Es quältenmich viele Fragen wie:• Führe ich meine Mitarbeiter optimal?• Nutzen sie meine freundliche Art vielleicht aus?• Behandle ich alle gleich?Ein Kollege sagte mir einmal: „Du bist nicht auf der Arbeit, umbeliebt zu sein.“ Darüber habe ich lange gegrübelt. Anfangswollte ich es jedem recht machen. Mittlerweile ist mir klar,dass dies unmöglich ist. Es ist also verdammt schwer, den so-genannten „richtigen“ Weg zu finden. Erschwerend kommensicher berufsspezifische Faktoren hinzu. Denn viele von unsmüssen täglich in einem Arbeitsumfeld bestene, das hektischund laut ist.Die Branche, in der ich arbeite, verlangt einem alles ab. Inder Systemgastronomie erwartet der Gast in kürzester Zeit einfrisches Produkt in einem sauberen und gepflegten Umfeld.Ihm zusätzlich ein angenehmes Gefühl zu vermitteln, ist dabeidie Kunst. Konzentrationsfähig, flexibel, stressresistent undextrem einsatzbereit muss ein Mitarbeiter sein. Er sollte zügig,aufmerksam und vor allem freundlich arbeiten. Nur dann kannich meinem Anspruch gerecht werden: Jederzeit einen zufrie-denen Gast zu verabschieden, der uns gern wiederbeehrt. DieErkenntnisse und Erfahrungen, die ich hier erlangt habe, sindaber auch für viele verwandte und andere Branchen und Unter-nehmen von Bedeutung. Wenn im Berufsalltag wieder einmalalles drunter und drüber geht, ist es gut zu verstehen, wenndie Nerven blank liegen. Immer freundlich und besonnen zubleiben ist schwer. Auch mir ist es schon passiert, dass ichin einem besonders schwierigen Moment meine Mitarbeiterin10
    • unwirsch ermahnte. Ich hatte das schnell vergessen, sie abernicht. Denn am nächsten Tag kam sie schüchtern zu mir, weiles ihr keine Ruhe ließ. Meine unüberlegten Worte taten mir imNachhinein leid. Ich hätte bewusster reagieren müssen.Inzwischen habe ich viel gelernt und auch Lehrgeld bezahlt.Zum Glück kam eines Tages der Moment, in dem ich wusste,was zu tun war und worauf ich unbedingt achten wollte. Eswar mir wichtig, immer in den Spiegel schauen zu können undzu wissen, dass ich ich selbst geblieben bin. Ich wollte vor al-lem menschliche, ethische Werte zur Grundlage meiner Arbeitmachen. Dafür erarbeitete ich mir eine Strategie, die eine er-folgreiche menschliche Führung zulässt. Sicher klingt es gro-tesk, wenn ich jetzt sage: Dazu brauche ich Macht. Die Machteines Chefs. Ich nutze sie, um richtungsweisend zu agieren.Denn nur durch diese Macht bin ich imstande, mich als Ge-schäftsfrau auch für ein entspanntes Arbeitsklima und einenrespektvollen Umgang einzusetzen.„Du bist nicht auf der Arbeit, um beliebt zu sein!“ soll aufmich nicht zutreffen (auch wenn es hin und wieder vorkom-men kann, dass man es jemandem einmal nicht recht machenkann). Deshalb höre ich meinen Mitarbeitern zu und ermunte-re sie. Wenn sie mir vertrauensvoll auch Persönliches erzählen,macht mich das stolz.Es gehört für mich manchmal sogar dazu, sie einfach in denArm zu nehmen und zu trösten. Ohne diese Motivation wärenviele Situationen unnötig eskaliert. Ich sehe es als die Chance,erfolgreich zu sein. 11
    • Es fiel mir schwer, meinen Weg zu finden. Darum kann ichmir vorstellen, dass es anderen ähnlich geht. Jede angehendeFührungskraft steht früher oder später auch vor Fragen derMitarbeiterführung. Immer wieder beobachte ich junge Kol-legen und Kolleginnen, die bald nach ihrer Ausbildung oderihrem Studium mit Führungsaufgaben betraut werden. OderQuereinsteiger, die gleich ins kalte Wasser geworfen werden.Fachwissen ist noch lange nicht alles, viele sind einfach nichtvorbereitet auf das, was nun auf sie zukommt.In jeder Branche gibt es Menschen, die eine gehörige PortionWissen, Herz und Verstand sowie Diplomatie und Einfühlungs-vermögen besitzen. Bei uns im Unternehmen sagt man übersie: Die haben „Ketchup im Blut“. Ebenso habe ich schon vonMenschen mit „Benzin im Blut“ oder der „Bühnensau“ gehört.Egal, was die jeweilige Branche für Titel vergibt, Fakt ist, über-all bezeichnet man damit Menschen, die das besondere Etwashaben. Wenn bei Ihnen noch einiges fehlt, um auch zu denSpitzenleuten zu gehören, dann tun Sie etwas dafür. Lernenund trainieren Sie, um solch ein Mensch und eine ganz beson-dere Führungskraft zu werden.Um andere an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen, ent-schloss ich mich, dieses Buch zu schreiben. Es soll Antwortenauf die vielfältigen Fragen von jungen Führungskräften gebenund meine Strategie als eine mögliche anbieten. Aber aucheinzelne Bausteine aus meinem Buch können Ihnen helfen,sich Ihre eigene Strategie – Ihren eigenen Weg – zu erschlie-ßen.12
    • Sie brauchen nicht zu glauben, bei mir liefe immer alles glatt.Ganz bestimmt nicht immer, aber doch immer öfter. Damit ichmir treu bleibe, habe ich mir ein Motto auf die Fahnen ge-schrieben:„Menschliche Werte achten – erfolgreich führen.“Es soll mich davor bewahren, meine Ideale zu verraten.Für wen ist dieses Buch geschrieben und worum geht es?Das Buch ist vor allem für junge und angehende Führungs-personen des mittleren Managements gedacht. Ich wechse-le zwischen der weiblichen und der männlichen Ansprache,meine aber stets beide Geschlechter. Meistens gehe ich davonaus, dass Sie angestellt sind, aber auch als selbstständigerUnternehmensführer finden Sie wertvolle Hinweise und An-regungen. Ich biete situationsgerechte Gedankenansätze undFallbeispiele.Außerdem erkläre ich, welches Rüstzeug man braucht, umlangfristig erfolgreich und ein guter Boss zu sein. In unseremJob müssen wir immer bereit und stets als Ansprechpartner füralle Belange da sein, das ist in jedem Unternehmen so.Da stellen sich, nicht nur jungen, sondern auch gestan-denen Führungskräften, egal welcher Branche, Fragen:• Wie bleibe ich ruhig, besonnen und handele trotzdem effektiv?• Wie schaffe ich den Spagat zwischen Gewinnorientierung und ethischen Werten?• Wie kommuniziere ich am besten mit den Mitarbeitern, aber auch mit meinem Management? 13
    • Ich beleuchte unterschiedliche Karrierestufen und immer gehtes mir dabei um eine menschliche und respektvolle Führung.Darum ist es auch egal, ob Sie nun in der Gastronomie oder inanderen Unternehmen als Führungsperson arbeiten. Die Ma-nagementstrategien und Methoden, die ich Ihnen erläutere,sind für Führungskräfte jeder Branche relevant.Eines ist aber nicht egal: Wir dürfen nicht rackern bis zum Um-fallen. Unsere persönliche Work-Life-Balance ist genauso wich-tig wie ein verantwortungsvolles Miteinander. Deshalb widmeich mich diesem Thema in den hinteren Kapiteln.Wie holen Sie das meiste aus dem Buch heraus?Folgendermaßen könnten Sie vorgehen:1. Bedenken Sie stets: Nichts ist so, wie es oft erscheint. Wägen Sie alles gut ab.2. Überdenken Sie das Gelesene und überprüfen Sie zukünf- tig Ihre Verhaltensweisen.3. Da Sie dabei sind, etwas zu ändern, wirkt das manchmal ungewohnt und macht einen unsicher – aufkommende Zweifel an Ihrem Handeln sind also ganz normal.4. Nutzen Sie einfach Ihr Herz und Ihren Verstand und ver- trauen Sie Ihrem Bauchgefühl.5. Achten Sie auf den Pin – denn er weist auf Wichtiges hin.6. Am Ende jedes Kapitels finden Sie das Wesentliche „Auf den Punkt gebracht“ und jeweils eine Erfolgsstrategie.7. Am Schluss des Buches stehen dann noch einmal meine 17 Erfolgsstrategien.14
    • Ein Vorgesetzter hat mir Folgendes beigebracht: „Menschenarbeiten für Menschen.“ Damit hat er den Nagel auf den Kopfgetroffen und diese Einführung zusammengefasst.Da mein Buch Ihnen Nutzen bringen soll, hoffe ich sehr, dierichtigen Worte gefunden zu haben. Folgender Satz meinerKollegin stimmt mich optimistisch:„Du hast es geschafft, dass ich immer besser in der Lage bin,die Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu lassen, zu respektie-ren und zu führen.“ Sie ist auf dem Weg, eine sehr gute Füh-rungspersönlichkeit zu werden, und ich bin verdammt stolzdarauf, so einen Menschen in meinem Team zu haben. Zumanderen werde auch ich unterstützt, weil es eben immer Men-schen gibt, die sich für einen starkmachen.Da Sie dieses Buch lesen, danke ich auch Ihnen. Denn es sinddie Macher, die uns nach vorn bringen. Dazu gehören Sie ganzbestimmt. Prüfen Sie also alles genau und finden Sie Ihreneigenen „richtigen“ Weg. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg,Glück und Gesundheit. Und viel Freude mit diesem Buch.Für Hinweise und Anregungen bin ich Ihnen, lieber Leser, liebeLeserin, sehr dankbar. Nutzen doch einfach meine Homepagewww.sylvana-pollehn.de oder meine Fanpage auf Facebookwww.sylvana-pollehn.de/facebook.Ihre Sylvana Pollehn 15
    • 16
    • 1.Sie wollen Karriere machen? –Nichts leichter als das!
    • 1.1 Erfolgreich um jeden Preis?„Man erzählt sich, du hättest deinen Posten nur bekommen,weil du mit Herrn M. geschlafen hast. Das ist gut für uns, denner will demnächst hier Kontrolle machen.“ Vier Augenpaare,zwei hypnotisierend, die anderen herausfordernd, warten aufverräterische Züge in Sandras Gesicht. „Nur nicht anmerkenlassen, dass du völlig geschockt bist“, ist der einzige Gedanke,den sie fassen kann. Stocksteif, lächelnd, krampfhaft die Mas-ke tragend, ist sie gefangen – auf ihrem Stuhl, umringt vonsensationslüsternen, gierigen Kollegen. Es gibt kein Entrin-nen. Ganz ruhig, fast regungslos, hört sie sich sagen: „Wennsie es erzählen, wird es schon stimmen.“Spaß beiseite. Ist das die Erfolgsformel nach der jeder sucht?Antworten darauf gibt es viele, meine finden Sie in diesemBuch. Lassen Sie uns Stück für Stück herausfinden, was nö-tig ist, um eine reelle Chance auf einem heiß umkämpftenArbeitsmarkt zu haben.Fakt ist, das Sie zuerst ganz genau wissen müssen, ob Siebereit sind: Wollen Sie wirklich unbedingt Karriere machen?Wozu all den Stress auf sich nehmen? Viel Arbeit, bestimmtmehr als jetzt, wartet auf Sie. Die Verantwortung nimmt zuund das Leben wird unruhiger. Ihr Partner spielt die zweiteGeige, dafür rückt Ihr Handy vor. Erreichbar auch im Bett,beim Essen mit Freunden und eigentlich immer und überall.Keiner wird‘s verstehen und Sie sind der Dumme.Das ist Ihnen egal? Sie wollen erfolgreich sein und viel Geldverdienen. Jetzt denken Sie bestimmt: „Aber kann ich das ein-fach so sagen?“ Warum nicht, das können Sie nicht nur, dassollten Sie sogar. Genau das unterscheidet erfolgreiche Men-18
    • schen von weniger erfolgreichen. Auch ich musste erst in einerSchulung aufgerüttelt werden: Dort wies man mich darauf hin,dass ich meinen Vorgesetzten klar sagen muss, was meine Plä-ne sind, denn schließlich können sie die Ziele, die ich habe,nicht erahnen. Und so kam der Stein für mich ins Rollen. Ziel-sicher und selbstbewusst vertrat ich ab sofort meine Pläne fürdie Zukunft. Ich erinnerte mich an Dieter Bohlens Worte:„Vor jedem Erfolg kommt der zehntausendfache Misserfolg.Erfolg ist die Ausnahme, Misserfolg die Regel. Auf dem Wegzum Erfolg wirst du tausendmal fallen, wichtig ist, dass dutausendundeinmal wieder aufstehst. Vergiss das nie!“Dieter Bohlen, in „Nichts als die Wahrheit“Genauso ist es, werden Sie, genau wie ich, bestimmt denken.Deshalb entwickelte ich meine Erfolgsstrategie. Und diese sollIhnen dabei helfen, Ihre eigene zu verfolgen. Eines kann ichIhnen jetzt schon sagen: Man braucht das Rad nicht neu zuerfinden. Dazu bin ich auch nicht in der Lage. Aber man kannauf Bewährtes aufbauen.Sie wundern sich vielleicht, dass ich so großzügig mit meinemWissen hausieren gehe? Schließlich wächst meine eigene Kon-kurrenz heran und könnte mir zur Gefahr werden. Sie habenrecht, das kann passieren. Jedoch nur, wenn ich in meinemstetigen Lernprozess, meiner Arbeitsleistung und der nötigenAufmerksamkeit gegenüber meinen Mitarbeitern nachlasse.Indem wir kontinuierlich, gemeinsam mit unseren Kollegen,an einer Erfolgsstrategie arbeiten, werden wir viel stärker. So-mit wahren wir unseren Arbeitsplatz. Denn kein Unternehmenlässt gute Leute gehen – oder würden Sie das tun? 19
    • Worauf kommt es denn nun speziell an, auf dem Weg nachoben?Ich kann nur jedem raten, seien Sie nicht schüchtern, sondernselbstbewusst. Gerade weibliche Personen stellen ihr Lichtgern unter den Scheffel. Das haben sie nicht nötig, sie könnengenauso viel wie die männlichen. Außerdem ziehen souveräneMenschen andere an. Dieter meint dazu: „Lass dich nie beirren.Lass es nicht zu, dass jemand mit der Nadel in deinen Ballonvoller Träume piekst. Schmeißt man dich vorne raus, gehe mor-gen von hinten wieder rein.“ Das hört sich leichter an, als esist, ich weiß. Etwas zu wollen ist das eine, es umzusetzen dasandere.Zusätzlich kommt es dabei immer auf das Wie an. Nur wer sichüber das freut, was er tut, bringt etwas Anständiges zuwege.Wie wollen Sie durchhalten, wenn Sie nur ein wenig oder garnicht begeistert sind? In diesem Sinne ist Begeisterung diebestbezahlteste Eigenschaft der Welt. Doch Vorsicht, setzenSie nie eine Maske auf, seien Sie echt!Wissen Sie noch, wie bei Ihnen alles angefangen hat?Für jeden beginnt die Karriere anders. Ich gehe davon aus,dass Sie Ihre Ausbildung super abgeschlossen haben. Glückli-cherweise hat man Ihr Potenzial erkannt und nun befindenSie sich bereits im internen Entwicklungsprozess fürs Manage-ment. Auch wenn Sie längst zur Führungsetage gehören, wer-den Sie immer wieder auf unerwartete Situationen stoßen.Im Laufe des Buches gehen wir deshalb systematisch und lö-sungsorientiert vor. Ich werde Ihnen viele praxisnahe Beispielegeben. Diese sollen Sie anregen und somit Ihre Arbeit erleich-tern. Dabei sind die angegebenen Reaktionen als Musterlösungzu sehen, da sich nichts hundertprozentig wiederholen wird.20
    • Sie sind Ihres eigenen Glückes Schmied.Was meinen Sie, reicht unser Bauchgefühl immer aus? DamitSie dies besser beurteilen können, lesen Sie Folgendes:Es sind immer die anderen!Ein Bekannter von mir hatte hohe Ziele. Er hatte gute Chancenund die Firma bildete ihn aus. Als nun seine Prüfung kam, fieler durch. Seiner Meinung nach hatten es andere Kollegen nurgeschafft, weil diese besser vorbereitet worden waren. Er klagtedie Ausbilder an, es ihm nicht richtig beigebracht zu haben. Beinäherer Betrachtung stellte sich aber heraus, dass die anderenviel nachgefragt, sich ihr Wissen regelrecht erkämpft hatten. Siewaren auch nicht der Meinung gewesen, dass Theorie Quatschsei und das Bauchgefühl ausreiche, so wie sich mein Bekann-ter einmal geäußert hatte. Man hat ihm daraufhin die Chancezur Wiederholung der Prüfung eingeräumt, aber das Ergebnisreichte trotzdem nicht aus. In diesem Fall meinte er, dass denPrüfern seine Nase nicht gepasst habe.Schön, wenn es immer die anderen sind, oder? In „Lebe be-geistert und gewinne“ von Frank Bettger hat mich folgendesGedicht von Herbert Kaufmann stark inspiriert. Dieses möchteich Ihnen gern mit auf den Weg geben:SIEGWie oft schon hörte ich dich sagen,Du würdest große Dinge wagen.Wann wohl, glaubst du, kommt der Tag,Da endet alle Müh‘ und Plag‘,Da du zu großen Taten schreitestUnd da du selbst dein Schicksal leitest? 21
    • Und wieder ging ein Jahr vorbei,Doch nie warst du, mein Freund, dabei,Wenn‘s galt, nun endlich zuzugreifen,Damit auch deine Früchte reifen!Woran es liegt? Erklär es nur!Du hattest Pech? Ach, keine Spur!Wie immer einzig und alleinLag‘s nur an dir, an dir allein.Schau auf deine Hände bloß:Sie liegen still in deinem Schoß,statt endlich, endlich doch zu handelnUnd alles in dir umzuwandeln.Ich bin der festen Überzeugung, dass Sie alles schaffen, dennwer dieses Buch liest, ist ein Macher.Erfolgreich um jeden Preis?Ich möchte Ihnen folgende Geschichte erzählen: Eine stolze,übermütige und bekannte Geschäftsfrau trat täglich vor ihrenSpiegel und sprach: „Spieglein, Spieglein an der Wand, werist die Erfolgreichste im ganzen Land?“ Da antwortete derSpiegel: „Sie, meine werte Frau, sind die erfolgreichste Herr-scherin hier, aber Schneewittchen, hinter den sieben Bergen,bei den sieben Zwergen, ist tausendmal erfolgreicher als Ihr.“Wutentbrannt ersann sie einen gefährlichen Plan. Schneewitt-chen sollte sterben. Auf dem Weg ins Land der sieben Zwergebegegneten ihr Leute. Da sie verkleidet war, erkannte man sienicht und so unterhielten sie sich unbeschwert. Alle waren desLobes voll über ihr Schneewittchen, strahlten und arbeitetenvoller Spaß und guter Laune.22
    • Sie meinen: Das ist doch nur ein Märchen. Natürlich, das istes. Im eigentlichen Märchen der Gebrüder Grimm ging es derKönigin darum, die Schönste im Land zu sein. Und sie gabnicht auf, bis Schneewittchen endlich tot war. Aber Märchengehen doch immer gut aus?Hören Sie das Ende aus den Gebrüder Grimm: Ein Königssohnrettete Schneewittchen und die beiden verliebten sich. EinesTages wurde die Königin zu einem Hochzeitsfest geladen.Nachdem der Spiegel ihr nun sagte, dass die junge Königin,tausendmal schöner sei als sie, „stieß das böse Weib einenFluch aus, und es ward ihr so angst, so angst, daß sie sichnicht zu lassen wußte. Sie wollte zuerst gar nicht auf dieHochzeit kommen; doch ließ es ihr keine Ruhe, sie mußte fortund die junge Königin sehen. Und wie sie hineintrat, erkanntesie Schneewittchen, und vor Angst stand sie da und konntesich nicht regen. Da ward sie vor Schrecken so häßlich, sohäßlich, kein Mensch mochte sie mehr ansehen, und sie moch-te selbst nicht mehr in den Spiegel schauen. Da lief sie davonin den großen wilden Wald hinaus, und hat kein Mensch mehrsie gesehen und weiß, was aus ihr geworden ist. Schneewitt-chen aber lebte glücklich mit dem Prinzen, und wenn sie nichtgestorben sind, so leben sie heute noch.“Passen Sie auf Ihren Spiegel auf!Alles wird sich im Leben irgendwann rächen, alles, und des-halb müssen wir beizeiten dafür Sorge tragen, dass unser Spie-gel nicht zerspringt. Wir müssen niemanden angreifen oderzunichtemachen, nur weil er erfolgreicher ist, aber wir könnenlernen. Lernen, wie es geht, ein erfolgreicher, menschlicherund glücklicher Boss und kein Herrscher zu sein. Das ist dasi-Tüpfelchen unseres Wollens. 23
    • Erfolgreich sein. Glücklich sein.Glauben Sie bitte nicht, die hier vorgestellen Methoden seiendie einzig richtigen und nur meine Praxis habe sich bewährt.Nein, aber ich merke täglich, wie anspruchsvoll dieses Unter-fangen ist. Deshalb arbeite ich hart daran. Ich experimentiereund begreife ständig mehr. Dabei ist mir Folgendes klar ge-worden:Erfolgreich zu führen, kann man lernen.Menschlich zu leiten, muss man lernen.Halten Sie durch, besonders dann, wenn Ihnen missmutigeKollegen den eingeschlagenen Weg schlechtreden wollen. Eskostet mich oft viel Energie, nicht davon abzuweichen. Aberder Erfolg gibt mir Kraft und zeigt mir, dass ich richtigliege.Was stellen wir uns eigentlich unter Erfolg vor? Ständig rei-ten wir darauf herum und was meinen Sie, steht im Synonym-wörterbuch (Dudenverlag) tatsächlich? Unter dem Stichwort„Erfolg“ findet man dort unter anderem: Gedeihen, Gelingen,Karriere, Platz an der Sonne, Sieg, Triumph, Glück. Als erfolg-reich gilt: ergebnisreich, sieggewohnt, siegreich, (bes. österr.):zielführend, glücklich.Sehr erstaunt war ich, als ich das las. Es steht also nirgends,Erfolg bedeute, selbst unglücklich zu sein oder andere un-glücklich zu machen. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Wissendas viele vielleicht gar nicht?Seien Sie mit ganzem Herzen bei Ihrer Arbeit, und der Erfolgist nicht aufzuhalten und ganz nebenbei stellt sich auch nochdas Glück ein. Aber passen Sie auf sich auf und rackern Sienicht bis zum Umfallen.24
    • Ganz wichtig: Ihre Work-Life-Balance.Am Beispiel einer jungen Chefin möchte ich auf diese Thema-tik eingehen: „Ständig muss ich alles allein machen und dieArbeit hört nie auf“, fuchtelt Kathleen genervt mit den Armen.„Aber du hast doch Mitarbeiter, wieso verteilst du denn nichtein paar Aufgaben?“ Mir war schon seit längerer Zeit aufgefal-len, dass sie sehr gereizt und völlig überdreht war. „Die machenalles falsch, ich muss sie nur kontrollieren und mein eigenerVorgesetzter meckert auch nur herum. Ich weiß gar nicht mehr,was ich zuerst machen soll“, jammert sie. Bisher empfand sieihre Arbeit nie als Belastung, doch momentan war sie ihr an-scheinend nicht mehr gewachsen.Kathleen ist nicht die Einzige, der es so geht.Laut einer Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung und desSchweizer Instituts sciencetransfer leiden 70 Prozent der be-fragten Manager erkennbar unter dauernder psychischer undphysischer Erschöpfung. Die Hälfte von ihnen hat während derArbeit keine Möglichkeit, sich zu regenerieren. Erholung fin-det nur noch an den Wochenenden statt – wenn überhaupt.20 Prozent der Befragten haben nur sehr wenig oder gar keineZeit mehr für Familie oder Freunde.Prävention (Vorbeugung, Verhütung) muss viel früher anset-zen, meinen die Wissenschaftler. Mitarbeiter müssen wiederlernen, sich zu erholen. Unternehmen müssen erkennen, dassLeistung und Erholung sich abwechseln müssen und dass esnicht ausreicht, ein leistungsförderndes Umfeld zu schaffen,sondern dass auch ein erholungsförderndes Umfeld wichtig ist.Die Studie kommt zu dem Schluss, dass viele Manager schontief in der Burn-out-Falle stecken und sich in einem Stadiumbefinden, in dem es sehr schwer ist, ohne Hilfe und massi- 25
    • ve persönliche Veränderungen der Abwärtsspirale zu entkom-men“. Darüber informiert die Internetseite www.burnout-info.ch.„Kaputtgerackert – Vollidiot!“Du weißt nicht mehr, wie Blumenduften, kennst nur die Arbeitund das Schuften.So geh‘n sie hin dieschönsten Jahre, amEnde liegst Du auf derBahre. Und hinter Dir,da grinst der Tod:„Kaputtgerackert – Vollidiot!“ Joachim RingelnatzIch weiß, Ihnen und mir wird das nicht passieren, wir passenschon auf uns auf, oder? Aber Fakt ist, dass es Kathleen bisheute nicht besser geht. Sie begreift auch nicht, was da mitihr passiert. Sicher braucht sie professionelle Hilfe, da sie esallein nicht in den Griff kriegt. Wie es endet – wer weiß? Da-mit es gar nicht erst dazu kommt, habe ich in den hinterenKapiteln wichtige Fakten und erprobte Gegenmittel für Sie zu-sammengestellt.Lieber Leser, liebe Leserin, sollten Sie jetzt, nach dem erstenKapitel, der Meinung sein, so habe ich die Dinge gar nicht be-trachtet, dann überlegen Sie noch einmal genau:• Schaffen Sie es, sich ehrlich zu begeistern?• Werden Sie diesen Job nicht nur durchschnittlich, sondern sehr gut erledigen?26
    • • Können Sie sich der Verantwortung stellen, Menschen zu führen, ohne dass Ihr Spiegel zerbricht?• Bringen Sie die Kraft und das Durchhaltevermögen auf?Schließlich können Sie Ihre Leute später nicht einfach so imStich lassen. Wenn Sie die Fragen also nicht mit Ja beantwor-ten wollen oder können, sollten Sie es lieber lassen. Karrieremachen Sie sowieso nur, wenn Sie es von ganzem Herzen wol-len und dafür alles Nötige tun.Jeder Mensch ist einzigartig und deshalb unterschiedlich ta-lentiert. Das ist auch gar nicht schlimm, denn darin liegenunsere Stärken. Man muss es lieben, dann ist man richtig.Auch Sie finden etwas, von dem Sie sagen: Ich liebe es.Sollten Sie sich dennoch allem stellen wollen und sind Sie derfesten Überzeugung, angekommen zu sein, dann begrüße ichSie im Kreis der Kämpfer. Und wenn Sie hartnäckig genug sind,folgt früher oder später ganz sicher der Moment, in dem Siemit ehrlichem Herzen sagen: „Genauso habe ich mir meinenJob vorgestellt.“ Worauf kommt es also an, wenn Sie ein ganzbesonderer Boss sein wollen? 27
    • Auf den Punkt gebracht: 1. Begeistertes Handeln, klare Ziele und vor allem der ausgeprägte Wille zu lernen, zu lernen und noch- mals zu lernen sind das Fundament auf Ihrem Weg. 2. Haben Sie den Mut, ausgetretene Wege zu verlas- sen. 3. Nehmen Sie es selbst in die Hand und vertiefen Sie Ihr Wissen, ganz besonders das über menschliche Führung. 4. Nutzen Sie dieses Wissen als Ihren Vorteil, denn es verleiht Ihnen Macht. Meine 1. Erfolgsstrategie: Etwas ganz fest zu wollen, es dann begeistert und mutig anzugehen – ohne Leichen zu hinterlassen – ist Ihre erste Strategie auf dem Weg zu einer erfolgreichen Führungs- kraft.28
    • 1.2 Quereinsteiger – was es zu beachten gilt„Jeder möchte die Welt verbessern und könnte es auch – wenner nur bei sich selber anfangen würde.“ Karl Heinrich Waggerl, österreichischer Schriftsteller„Hallo, wie geht es dir?“ Ich zucke mit den Schultern, leh-ne mich gegen den Imbisswagen und schaue mein Gegenüberan. „Arbeitest du immer noch in Schichten? Du warst doch ineinem Fast-Food-Restaurant, oder?“ „Ja.“Ehe ich Weiteres erwidern kann, kommt schon: „Da sieht esimmer so stressig aus. Das wäre nichts für mich. Na ja, es istbesser als nichts, stimmt‘s?“ Moni dreht sich zu ihrem Freund.Er nickt zustimmend.Da ist es wieder, dieses Gefühl in mir, es fordert mich heraus.Und schon sage ich: „Na ja, besser als nichts, das stimmt. Ichhabe einen Firmenwagen, eine Tankkarte und nächsten Mo-nat fliegen wir nach Südafrika.“ Ganz beiläufig füge ich hin-zu, „von der Firma aus. Ich glaube, das ist besser als nichts.Macht‘s gut.“ Erhobenen Hauptes gehe ich, fühle mich aberauch nicht wohler.Jeder neue Anfang ist eine Chance„Besser als nichts“, nahm seinen Anfang durch eine Anzeige inder Tageszeitung. Dort inserierte ein systemgastronomischesUnternehmen, dass es Mitarbeiter suchte. Da ich mich gera-de beruflich verändern wollte, interessierte mich dieses An-gebot, obwohl es für ein Restaurant etwa 150 Kilometer vonmir entfernt galt. Wegziehen wollte ich nicht und ich haderte 29
    • auch, weil man direkt fürs Management suchte. Sie boten eineAusbildung für Trainees an. Es hörte sich alles so toll an, zutoll, fand ich. Außerdem – war ich dem überhaupt gewachsen?Arbeitet man normalerweise nicht schon in der Firma, in derman Karriere macht? Ich war hin und her gerissen. Sollte iches wagen?Die Grundvoraussetzungen brachte ich jedenfalls mit. EineAusbildung in der Gastronomie. Nach so vielen Jahren sollteplötzlich meine Berufsausbildung von Nutzen sein. Ausgerech-net die, die meinem Vater damals so gar nicht gefiel, dennauch er erlag den Vorurteilen, die bis heute über die Branchekursieren. Aber auch meine 13-jährige Selbstständigkeit imHandel sollte sich als nützlich herausstellen.Letztendlich bewarb ich mich auf die Anzeige. Und tatsächlichbekam ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Wochenspäter stürzte ich freudestrahlend aus dem „Raum der Hohei-ten“, dem Raum, der mich einen Tag zwischen Hoffen undBangen gefangen hielt. In dem ich Tests, Gruppengesprächeund Planspiele absolviert hatte und in dem ich den Frageneiner 4-köpfigen Jury ausgesetzt gewesen war. Unweigerlicherinnerte mich die Prozedur an DSDS – Deutschland sucht denSuper-Star. Das klingt wahrscheinlich übertrieben. Aber nachder Aufregung, geschürt durch meinen unbedingten Willen,genau diesen Job zu kriegen, fühlte ich mich wie die Kandida-ten dort. Jubelnd umarmte ich danach meine Schwägerin. Siehatte mich glücklicherweise begleitet. Ich rief: „Hurra, hurra,ich habe die Stelle!“ Ein anstrengendes, aber auch interessan-tes Auswahlverfahren war geschafft und nun hatte ich die Zu-sage für meine Managementausbildung in der Tasche. Ich warglücklich, zufrieden und sehr, sehr gespannt auf das, was dakommen sollte.30
    • Oftmals schauen mich die Leute skeptisch an, wenn ich sage,dass ich mich aus freien Stücken für diesen Job entschiedenhabe. Für einen Job, der alles andere als leicht ist. Dass je-mand völlig überzeugt und positiv von der Systemgastronomiespricht, ist für viele unverständlich. Ich glaube, das Bild inder Öffentlichkeit ist leicht verzerrt. Jedoch bin ich fest da-von überzeugt, dass sich das irgendwann ändert, denn es gibtimmer mehr systemgastronomische Angebote und demzufolgeMitarbeiter. Und diese werden das Bild richten. Vielleicht gehtes Ihnen in Ihrer Branche genauso, dann wissen wir beide,dass man oft gegen Vorurteile kämpfen muss.Wie ging es denn nun weiter auf meinem Weg nach oben?Fakt war, ich hatte diesen Job! Ich durfte Shiftleader (Schicht-leiter) in einem Restaurant der Systemgastronomie werden.Eine ganz genaue Vorstellung von dem, was da auf mich zu-kam, hatte ich nicht. Auf jeden Fall wusste ich, man bildetemich aus und dann würde das alles schon werden. Was dannaber kam, war mehr als harte Arbeit. Alles, was ich im ers-ten Kapitel erläuterte, traf genau zu. Ohne eisernen Willen,Durchhaltevermögen, Kraft, Ausdauer und Geduld hätte ichaufgegeben.Vielleicht fragen Sie sich: Was will sie mir damit sagen? Ichmöchte, dass Sie ähnliche Situationen einschätzen können.Ich möchte, dass Sie besser vorbereitet sind als ich und somitmanches entspannter überstehen.Ich war ein Quereinsteiger, auch Trainee genannt, also jemand,der von außen kommt und dann speziell für eine Führungs-position ausgebildet wird. Ich kam nicht aus den eigenenReihen. Warum ist es wichtig, dies zu betonen? Man muss eserlebt haben, um die Tragweite zu begreifen. Stellen Sie sich 31
    • vor, Sie arbeiten schon viele Jahre in einer Firma. Man hat inIhnen die Hoffnung genährt, dass auch Ihr Zeitpunkt kom-men wird, wo Sie die Karriereleiter hochklettern. Dann stehtda plötzlich so ein unwissender Trainee vor Ihnen (es könnteauch jemand aus einer anderen Abteilung oder ein beförder-ter Kollege sein). Er steht mitten im Raum, und nun sollenSie ihm auch noch helfen. Nein, alles bäumt sich in Ihnenauf. Das werden Sie ganz bestimmt nicht tun, meldet sich daIhr Unterbewusstsein. Sie sollen jemanden unterstützen, dergenau für diese Leiter – Ihre Leiter – ausgesucht wurde. Dasgeht gar nicht. Und dieser jemand stellt sich nicht mal blödan, auch das noch. Sie sehen Ihre Felle davonschwimmen. Wasjetzt passiert, ist nur zu verständlich. Sie gehen automatischzum Angriff über. Das werden Sie auf keinen Fall unterstützen,denken Sie. Der Kampf ist eröffnet.Als Quereinsteiger gilt es Folgendes zu beachten:Um sich vor Sticheleien zu schützen, hilft nur besser, besserund immer besser zu werden. Nur so beweist man sich. Nichts,aber auch gar nichts anderes hilft. Und hüten Sie sich davor,das zu tun, was in dieser Lage das Leichteste ist: Vergelten Sienie Gleiches mit Gleichem. Dann sind Sie keinen Deut besserund werden die Leiter nie erklimmen oder schneller wiederrunterfallen als Sie es erwarten.Wahre innere Werte werden über kurz oder lang Ihr Erfolgs-rezept sein. Dazu fällt mir ein Gespräch mit einer Studentinein. Dabei ging es um menschliche Werte. Kann man sie trotzFührungsaufgaben leben? Sie war hin- und hergerissen. Wirkamen zu dem Schluss, dass es nicht „trotz“, sondern „geradedeshalb“, heißen muss. Das Gespräch fasste sie so zusammen:„Dann bleibt einem wohl nur, sich treu zu bleiben.“32
    • Genau so ist es. Verraten Sie sich nicht, vertrauen Sie in die-sem Fall ruhig Ihrem Bauchgefühl. Manchmal hindern unsunsere eigenen Gedanken, weil diese von allen Seiten beein-flusst werden. Da fällt es oft schwer, sich treu zu bleiben.Wenn Sie etwas unbedingt erreichen wollen, lassen Sie sichnie davon abhalten. Sollten Sie der „Jemand“ sein, der einemanderen vor die Nase gesetzt wurde, versuchen Sie trotzdemnachzuempfinden, was in dem anderen gerade vorgeht. Dennwährend Sie vorwärtskommen, kann es sein, dass der ande-re rückwärts geht. Selbst wenn es dort an fehlender Leistungliegt – die Ursachen wollen wir hier nicht ergründen – tut esdemjenigen weh. Sie laufen ja gerade an ihm vorbei und damitkönnen nicht alle umgehen.Am Anfang meiner Laufbahn gab es Momente, die mich zwei-feln ließen, ob der eingeschlagene Weg der richtige war.Glücklicherweise bestätigte sich das aber ziemlich schnell.Und hätte ich von Beginn an so gedacht, wie ich es mittler-weile tue, wäre mir auch so manches erspart geblieben. Ihnengeht es vielleicht hin und wieder auch so, dass Sie meinen,falschzuliegen. Dass Sie denken, das halten Sie nicht aus.Dann erinnern Sie sich doch an dieses Kapitel und erkennenvielleicht, dass jeder neue Anfang zwar schwierig ist, aberauch eine Chance – manchmal eine einmalige. Natürlich istnichts ein Selbstläufer.„Jeder, der aufhört zu lernen, ist alt, mag er zwanzig oderachtzig Jahre zählen. Jeder, der weiterlernt, ist jung, mag erzwanzig oder achtzig Jahre zählen.“ Henry Ford 33
    • So meinte schon Henry Ford I., ein amerikanischer Industriel-ler. Sollten Sie also gerade auf der Karriereleiter stehen, müssenSie Ihre Chance unbedingt nutzen. Sie müssen Ihr Potenzialausbauen. Man hat von mir schon behauptet: Die will arbei-ten und sie ist eine „Peoplesau“. Eigentlich das schönste Lob,das ich mir vorstellen kann. Damals, im Bewerbungsgespräch,fragte man mich: Welche Visionen haben Sie? Ich war sehrverblüfft, dass es Leute gibt, die trotz vieler Jahre in höherenPositionen noch darüber reden. Was erwarte ich also von derZukunft? Wie sehe ich sie? Wie sehen Sie Ihre Zukunft? Was,Sie haben keine Glaskugel? Darum können Sie keine Antwortdarauf geben? Das mit der Kugel stimmt, doch geht es immerum hundertprozentige Sicherheit in unseren Überlegungen?Können wir nicht zuerst das Ziel sehen, es ansteuern, undwenn es nicht ganz so geht, etwas abdriften?Wir brauchen Visionen – müssen dafür kämpfen, manchmalauch hartnäckig sein. Auch wegen der Visionen, die aktiveTrainees und junge Dynamische oft haben, empfinden man-che Menschen sie als unangenehm. Darum zeigen sie denenihre Sympathien auf ungewöhnliche Weise. Falls auch Ihnenjemand begegnet, der nicht nur freudestrahlend Ihre Aktivi-täten beäugt, dann hilft Ihnen vielleicht folgende Geschichte.„Du bist doch nur angestellt!“Im Gespräch mit einem Bekannten sagte ich vor geraumer Zeit:„Es ist einfach nicht in Ordnung, mit welcher Selbstverständ-lichkeit manche Leute zum Arzt laufen und aus der simpelstenErkältung eine Woche frei rausschlagen.“ Ich erinnerte an dieLänder, wo Kranksein auf Kosten der Krankenkasse gar nichtdenkbar wäre. Dort verdient man sein Geld ausschließlich durchsArbeiten. Ich möchte hier eindeutig zu verstehen geben, dass esfür mich einen Unterschied zwischen Kranksein und Krankma-34
    • chen gibt. Nachdem ich also meine Ansichten zu dem Themazum Besten gegeben hatte, fragte der Bekannte, wieso ich michso entrüste. Schließlich sei ich doch nur angestellt.Ich meinte: „Na und, ich sehe es als meine Pflicht, dieses Unter-nehmen wie mein eigenes zu führen. Das bin ich der Position alsGeschäftsführerin schuldig.“Da fing er höhnisch an zu lachen und antwortete bissig: „Übersolche Leute wie dich freut sich jede Firma. Du bist ja völlig ver-blödet.“ Fassungslos starrte ich ihn an und sagte nichts. Obwohlich mit mir rang, entschied ich mich, meine Entrüstung her-unterzuschlucken. Schließlich kannte ich ja nun seine Meinung.Diese Geschichte, ist schwer zu verdauen. Sie bestätigt mirerneut, wie unterschiedlich Menschen denken. Und auch, dasses oft die sind, die ich tief im Herzen nicht mag. NämlichMenschen, die abstumpfen und denen alles am A... vorbeigeht.Und ausgerechnet die regen sich über alles und jeden auf.Ich bin froh, dass ich vieles anders sehe.„Alles Große in unserer Welt geschieht nur,weil jemand mehr tut, als er muss.“ Herrmann Gmeiner, österreichischer SozialpädagogeDie potenziellen Nachwuchskräfte, die Quereinsteiger und alleMacher bereichern jedes Unternehmen und oft sind sie es, dieandere wachrütteln. 35
    • Ich bin sehr optimistisch, dass Sie Ihre Visionen entwickelnund daran festhalten werden. Ich bin mir auch sicher, dass Sievieles anders oder noch besser machen. Das beweist mir IhrGriff zu diesem Buch. Halten Sie einfach ab und zu inne, unddenken Sie über Ihre Ansichten und Handlungen nach.Es ist nie zu spät, seinem Weg eine neue Richtung zu geben,und es muss auch nicht immer die sein, in die alle laufen.Ein großer Mann, Pascal Blaise, hat einst gesagt:„Die Menschen aber, die ihren eigenen Weg zu gehen fähig sind,sind selten. Die große Zahl will nur in Herden gehen, und sieverweigert die Anerkennung denen, die ihre eigenen Wege ge-hen wollen.“Über unsere Welt sind viele nicht glücklich. Tun wir also end-lich etwas. Werden wir aktiv. Und das auch und gerade alsFührungskräfte in unseren Unternehmen. Dabei ist es voll-kommen egal, ob Sie gerade als Quereinsteiger, als zukünftigerAbteilungsleiter oder Geschäftsführer auf dem Weg nach obensind. Hauptsache Sie denken daran, dass man nur miteinandererfolgreich ist. Franz Alt, deutscher Journalist und Buchautor,sagte: „Wenn du Frieden willst, bereite den Frieden vor; werKrieg vorbereitet, wird Krieg bekommen.“Überbewerten Sie auf dem Weg nach oben nichts, erst rechtnicht als Quereinsteiger, denn es ist nun einmal so, dass manNeulinge schief anguckt. Der Weg ist herausfordernd. WennSie es aber schaffen, alles mit dem nötigen Abstand und in derrichtigen Dimension zu sehen, halten Sie auch durch. Dadurchbekommen Sie überhaupt erst Ihre Chance auf einen neuenAnfang. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie jederzeiteffektiv und herzlich mit allen Kollegen arbeiten können und36
    • vielleicht erkennt man bald, wie wichtig Sie für Ihre Kollegensind.Und nun habe ich noch einmal zusammengefasst, worauf es –vor allem als Quereinsteiger – ankommt. Auf den Punkt gebracht: 1. Bleiben Sie hartnäckig, auch wenn manches auf den ersten Blick unmöglich erscheint. 2. Entwickeln Sie Visionen und halten Sie daran ganz fest. Lassen Sie sich diese von keinem zerstören. 3. Denken Sie nach und überprüfen Sie Ihre Ansich- ten, Handlungen und Erwartungen. 4. Überbewerten Sie nichts, dann klappt es auch mit den Kollegen. Meine 2. Erfolgsstrategie: Auf dem Weg nach oben müssen Sie eisern durchhalten. Sie müssen Ihre Visionen entwickeln, daran festhalten und Ihre Ansichten, Handlungen und Erwartungen immer wieder überprüfen. 37
    • 1.3 So halten Sie durch – auch wenn es mal dicke kommtWeg vom Jammern – hin zum Handeln„Dieser Weg wird kein leichter seinDieser Weg wird steinig und schwer.Nicht mit vielen wirst du dir einig seinDoch dieses Leben bietet so viel mehr.“Der Auszug aus dem Lied „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo istsicher vielen bekannt. Als erfolgreichster deutscher Popstarder letzten Jahre hat er längst seinen Platz neben Grönemey-er und Westernhagen eingenommen. Nun meinen die einen,dass es für ihn keine Kunst gewesen ist, erfolgreich zu sein.Schließlich hatte er Glück im Leben und außerdem fiel ihmalles zu. Es versteht sich von selbst, dass sie selbst nie eineChance hatten, denn bei ihnen war alles anders. Andere wie-derum denken, dass er sich alles hart erarbeitet hat und ihmnichts, rein gar nichts, in den Schoß gefallen ist. Immer seinZiel vor den Augen, authentisch und ohne sich zu verbiegen,schaffte er Enormes.Oberste Priorität hatte dabei sein Einsatz für die Menschlich-keit – bis heute. Leidenschaftlich und diszipliniert ging er un-beirrt seinen Weg. Nun ist es schon immer leichter gewesen,zu jammern und zu meckern. Viele Menschen finden, dass esanderen sooooo viel besser gehe. Sie meinen, es sei doch ganznormal, dass man angesichts derartiger Glückskinder keine38
    • Lust mehr habe, sich anzustrengen. Das, was die erreichen, er-reiche man sowieso nicht. Bringt uns das aber weiter?Wie verhalten und – viel wichtiger – wie fühlen Sie sich, wennSie auf eine Gruppe von Menschen stoßen, die nur negativ undpessimistisch ist. Womöglich begegnen Ihnen solche Denkerauch noch bei der Arbeit – dort, wo Sie etwas bewegen wollen.Da hat man doch kaum eine Chance mit ´ner eigenen Meinung,man gerät ungewollt in ihren Sog. Obendrein sind diese Men-schen sich so was von einig über das ganze „besch... Leben“.Darüber bräuchten sie auch nicht zu diskutieren, zerschmet-tert man Ihren kleinsten Einwand. Was tun?Was würden Sie in folgendem Beispiel tun:Juliane steht Martina, einer Kollegin aus dem Management,gegenüber. Martina jammert: „Gestern vertraute sich FrauMeier (eine Mitarbeiterin) mir an.“ Bedeutungsvoll holt Marti-na Luft: „Und sie hat mir ihr Herz so richtig ausgeschüttet. Siemeint, die Neuen ließen sich nichts sagen und die Alten seienauch nicht viel besser. Sie hätten einfach keine Lust. Früher seidas anders gewesen.“ Dem zustimmend und genervt über diescheinbar ausweglose Situation sackte ihre Stimmung auf denTiefpunkt.Juliane muss sich zusammennehmen. Martina erwartet ihre Zu-stimmung, aber sie selbst ist ganz anderer Meinung. Mühsambeherrscht sie sich und meint schließlich: „Ja, und nun? Waswillst du mir damit sagen? Sie hat recht! Es ist doch ganz klar,dass ihr die Lust am Arbeiten auch vergeht, wenn die anderennicht wollen.“ 39
    • Klar, Frau Meier ist schwierig. Neue Mitarbeiter jammern im-mer wieder über fehlendes Verständnis und unangebrachte Här-te. Sie hat an allem etwas auszusetzen. Juliane weiß das auseigener Erfahrung. Diese Frau macht es keinem leicht, und sichselbst schon gar nicht.Da stehen nun beide – mit ihren unterschiedlichen Meinungen.Martinas Blick spricht Bände. Alles Sch...Was würden Sie, lieber Leser, in dieser Situation tun?Wie reagieren?Juliane entgegnet: „Ja, gut. Ich kenne jetzt die Geschichte. Undnun? Was erwartest du jetzt? Wenn alle so Sch... sind, könnenwir wohl nichts machen, oder?“Martina schaut irritiert.„Meinst du, dass diese Aussage uns vorwärts bringt? Meinst du,damit ändern wir etwas? Ist das eine Lösung?“, kommt es nundoch barscher als gewollt aus Julianes Mund.Langsam füllen sich Martinas Augen mit Tränen. Sie scheintdie Sinnlosigkeit derartiger Aussagen zu spüren, weiß sich abernicht zu helfen.Juliane gibt nicht auf: „Ich glaube, so lösen wir nichts. Wirdürfen uns von solchen Leuten nicht runterziehen lassen. Wirmüssen erkennen, wann wir gegenlenken. Mit deiner Reaktionbestätigst du solches Denken noch. Was soll denn werden, wennich jetzt auch noch mitmache?“ Die beiden Frauen sprechennoch eine ganze Weile über das Für und Wider und Martina ver-sucht, Julianes Gedanken zu verstehen.40
    • Was würde passieren, wenn die beiden Frauen sich der Mei-nung ihrer Mitarbeiterin anschlössen? Wem wäre damit gehol-fen, wenn sie die „Schuldigen“ anklagen und die ganze Weltverteufeln würden? Die Situation ist schwierig, vor allem, weilMartina ihre Aufgabe als Führungskraft falsch versteht.Positive Mitarbeiterführung ist etwas anderes.Nur einen Tag, das ist es wertWenn Sie also durchhalten wollen, gerade wenn es mal dickekommt, versuchen Sie es so:1. Weg vom Jammern – hin zum Handeln!Das ist ab jetzt der Leitspruch für uns alle, wenn wir tagtäglichunseren Kunden, Gästen, Kollegen und Mitarbeitern gegen-überstehen. Wir können Mut, Vertrauen und Spaß verbreiten.Tun wir es – nur einen Tag – meckern wir nicht mit, jammernwir nicht, dann bringen wir diesen einen Tag die beste Launezum Ausdruck und motivieren so unsere Leute. Sie werdenmerken, es verändert auch Sie.2. Sie bestimmen, was auf Ihrem Stempel stehtÜberlegen Sie sich also schon jetzt – auf dem Weg nach oben:• Wie wollen Sie gesehen werden?• Wo liegt Ihr persönlicher Anspruch?• Wollen Sie meckern oder etwas bewegen?Warum ist das jetzt schon, an dieser Stelle Ihres Werdeganges,so wichtig? Weil ein einmal gefasstes Bild nur sehr schwer zurevidieren ist. Der erste Eindruck sollte eben der beste sein.Hier legen Sie den Grundstein. 41
    • Können Sie sich noch an Ihre Schulzeit erinnern? Eine neueLehrerin betrat den Klassenraum. Was passierte da? Unbe-wusst liefen folgende Wahrnehmungen ab. Man registrierte,was sie trug. Urteilte darüber, ob sie gepflegt auftrat. Ging siekrumm oder hatte sie „einen Stock im Rücken“? Lächelte sieoder schaute sie eher streng? Sehr sensibel nahm man alleswahr, auch was und wie sie etwas sagte. War Ihnen der ersteEindruck wichtig und hatte er Einfluss auf Ihr Schüler-Lehrer-Verhältnis?Gehen wir noch einen Schritt weiter. Stellen Sie sich eine Per-son vor, die Sie erst kürzlich kennengelernt haben, vielleichteine neue Kollegin. Welchen Eindruck hat sie hinterlassen,einen eher positiven? Und könnte sie einen negativen jemalswieder wettmachen? Wann haben Sie sich eigentlich das letzteMal selbst betrachtet?Nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit und schauen Sie sichan. Was sehen Sie?Und was denken Sie, wie man Sie im Unternehmen oder zuHause sieht?Haben Sie sich verändert – zu Ihren Gunsten?Bleiben Sie ruhig ehrlich, es erfährt ja keiner. Auch wenn Siees nicht wahrhaben wollen, man hat Ihnen längst einen Stem-pel aufgedrückt, ob Ihnen das passt oder nicht. Da Sie wis-sen, dass dies auf jeden Fall passiert, können Sie Ihre Chancemöglicherweise noch nutzen. In unserem Leben ist nichts vonDauer, es ist also denkbar, dass Sie von einer Abteilung indie andere versetzt werden. Ebenso ist es möglich, dass Sie ineiner neuen Firma anfangen. Vielleicht übernehmen Sie auch42
    • ein Restaurant, einen Einkaufsmarkt, eine Werkstatt oder,oder, oder. Das ist gut, sehr gut. Jetzt haben Sie es in derHand. Sie bestimmen, was auf dem Stempel steht!Auch wenn sich bei Ihnen beruflich nichts verändert, könnenSie doch an sich arbeiten, nach dem Motto – besser jetzt alsnie.3. „Wer schaffen will, muss fröhlich sein.“Im 18. Jahrhundert mag Theodor Fontane damit richtig ge-legen haben, aber das ist doch längst überholt. Spaß bei derArbeit, Spaß im Unternehmen, Spaß beim Führen – so ein Un-sinn! Wir sind doch nicht auf der Arbeit, um Spaß zu haben.Das gehört eindeutig in die Freizeit. Im Berufsleben wird ge-knufft und gerackert, denn dazu sind wir schließlich da. Hallo,was ist das für eine Denkweise?„Als es besonders stressig im Restaurant war, haben wir ge-sungen“, erzählte Britta, eine junge Restaurantleiterin, ihrenKollegen. Sie können sich die Reaktion der gestandenen Mit-streiter vorstellen. Belustigt meinten sie später: „Na, singst duab morgen auch in deinem Restaurant?“ Zugegeben, es hörtsich lustig an. Mein Mann hat einmal gesagt: „Führung undArbeit haben heute bei den meisten Menschen nichts mehr mitSpaß zu tun. Das ist sehr traurig.“Für mich steht fest:• Menschen, die Spaß haben, lachen.• Menschen, die Spaß haben, begeistern andere.• Menschen, die Spaß haben, werden seltener krank.• Menschen, die Spaß haben, bringen mehr Umsatz.• Menschen, die Spaß verbreiten, sind unbezahlbar. 43
    • Ich erinnere mich an einen ehemaligen Mitarbeiter, der immergut drauf war. Er begeisterte sogar Kollegen, die sonst eherlaunisch oder auch traurig waren. Wenn er das Restaurant be-trat, hatten alle, wirklich alle, gute Laune. Jeder wollte mitihm arbeiten. Hatte Theodor Fontane doch recht?Auch wenn es ungewohnt wirkt, faktisch entspricht dies ge-nau den Forschungen über Glück. Die Psychologie und dieNeurowissenschaft betrachten seit geraumer Zeit eher die Stär-ken, Tugenden und Potenziale der Menschen als ihre Defizite.Im Vordergrund stehen nicht die Ängste, Depressionen undNeurosen, sondern die Förderung positiver innerer Einstellun-gen.Neueste psychologische Erkenntnisse besagen, dass unser Ge-hirn flexibel ist. Alles Erlebte und Gefühlte gibt neue Reizeund prägt uns – lebenslang.Und hier können wir ansetzen! Jedoch müssen wir uns dergenannten Tatsachen bewusst sein, um ungeahnte Möglich-keiten zu erhalten. Wir können unserem Leben, immer undimmer wieder, eine neue Richtung geben.4. Positives braucht einfach nur als dieses erkannt undstärker ausgebaut werden.Wir, wir allein haben es also in der Hand, uns selbst zu beein-flussen. Und das nur durch eine optimistische Lebensweise.Längst wurde bewiesen, dass „Mein Boot, mein Haus, mein…“ nicht die Glücksfaktoren sind. Die Menschen streben nachSchönheit, nach Reichtum, viele suchen die ewige Jugend.Heutzutage kann man alles künstlich erschaffen. Zahlreiche44
    • Beispiele lassen uns aber wissen, dass alles vergänglich ist undes keine Garantie für langfristiges Glück gibt.5. Die Sicht, die wir auf etwas haben oder die wir versuchenzu bekommen, bestimmt letztendlich, ob etwas gut oderschlecht ist – also uns glücklich macht.Da zufriedene Menschen leistungsfähiger, erfolgreicher undgesünder sind, bestätigt sich der Verdacht, dass das unserSchlüssel ist – der Schlüssel für ein harmonisches und ent-spanntes Leben.Der erste Teil ist nun zu Ende. Vorrangig habe ich mich an an-gehende oder unerfahrene Führungspersonen gerichtet. Den-noch kann ich mir gut vorstellen, dass auch „alte Hasen“ deneinen oder anderen bereichernden Gedanken finden.Begeistertes Handeln, klare Ziele und Ihr Wille werden Sie vor-wärts bringen. Ausgetretene Wege zu verlassen, steht jedemoffen. Behalten Sie Ihre Ziele und Visionen stets im Auge undüberprüfen Sie daraufhin Ihre Ansichten, Handlungen undErwartungen; dann landen Sie auch nie im Jammertal. Siewerden sehen, mit Spaß an der Arbeit geht es unweigerlichbergauf.Sie wollen Karriere machen? Dann mal los! Vorher möchte ichIhnen aber nochmals zusammengefasst sagen, worauf es an-kommt, wenn man auch in brenzlichen Situationen durchhal-ten will. 45
    • Auf den Punkt gebracht: 1. Weg vom Jammern – hin zum Handeln. 2. Sie bestimmen, was auf Ihrem Stempel steht. 3. „Wer schaffen will, muss fröhlich sein.“ 4. Positives braucht einfach nur als dieses erkannt und stärker ausgebaut werden. 5. Die Sicht, die wir auf etwas haben oder die wir versuchen zu bekommen, ist es letztendlich, die uns sagt, ob etwas gut oder schlecht ist – also uns glücklich macht. Meine 3. Erfolgsstrategie: Um auch durchzuhalten, gerade wenn es mal dicke kommt, müssen Sie die Dinge nur aus der richtigen Perspektive be- trachten. Denn diese entscheidet darüber, ob etwas gut oder schlecht ist. Seien Sie besser optimistisch.46
    • 2.Jetzt sind Sie Rudelführer –was ändert sich für Sie?