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Den Stress im Griff
 

Den Stress im Griff

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Der Stress ist eine Art Mitarbeiter eines jeden von uns. Fest angestellt, unkündbar – ein Leben lang. Und er hat doppeltes Potenzial: Er kann unsere körperliche und psychische Gesundheit ...

Der Stress ist eine Art Mitarbeiter eines jeden von uns. Fest angestellt, unkündbar – ein Leben lang. Und er hat doppeltes Potenzial: Er kann unsere körperliche und psychische Gesundheit ruinieren. Er kann aber auch unsere Kräfte konzentrieren, unsere Leistungsfähigkeit steigern, sodass wir unsere Ziele erreichen.

Wenn wir diesen „Mitarbeiter“ in den Griff bekommen wollen, dann müssen wir lernen, ihn aktiv zu führen – Stressmanagement zu betreiben.

Stressmanagement ist im Wesentlichen Energiemanagement. Es geht um nicht viel mehr, als unsere Energie möglichst effektiv einzusetzen und dafür Sorge zu tragen, dass die „Akkus“ hinreichend voll sind und stetig neu aufgeladen werden.

In seinem neuen Buch zeigt Markus Frey, wie Sie den Stress in den Griff bekommen. 44 praxiserprobte Tipps helfen Ihnen, Ihre Ressourcen optimal zu nutzen und Ihren Energiehaushalt zu managen. Denn nur so kriegen Sie den Stress in den Griff und können erleben, wie er zu einem echten „Top-Mitarbeiter“ wird und nicht mehr als „Flop-Mitarbeiter“ Ihre Gesundheit ruiniert.

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    Den Stress im Griff Den Stress im Griff Document Transcript

    • praxis kompakt Markus Frey Den Stress im Griff Machen Sie den Stress zu Ihrem besten Helfer Markus Frey ist einer der bekanntesten Stressexperten im deutschsprachigen Raum. Mit seinen erprobten Ansätzen begeistert er regelmäßig die Teilnehmer seiner Seminare und Vorträge.Le se pro be BusinessVillage
    • Expertenwissen auf einen Klick …Gratis Download:MiniBooks – Wissen in RekordzeitMiniBooks sind Zusammenfassungen ausgewählterBusinessVillage Bücher aus der Edition PRAXIS.WISSEN.Komprimiertes Know-how renommierter Experten –für das kleine Wissens-Update zwischendurch.Wählen Sie aus mehr als zehn MiniBooks aus den Bereichen:Erfolg & Karriere, Vertrieb & Verkaufen, Marketing und PR. www.BusinessVillage.de/Gratis BusinessVillage Update your Knowledge! Verlag für die Wirtschaft
    • Markus Frey Den Stress im GriffMachen Sie den Stress zu Ihrem besten Helfer BusinessVillage
    • Markus FreyDen Stress im GriffMachen Sie den Stress zu Ihrem besten Helfer1. Auflage 2013© BusinessVillage GmbH, GöttingenBestellnummernISBN 978-3-86980-228-2 (Druckausgabe)ISBN 978-3-86980-229-9 (E-Book, PDF)Direktbezug www.BusinessVillage.de/bl/911Bezugs- und VerlagsanschriftBusinessVillage GmbHReinhäuser Landstraße 2237083 GöttingenTelefon: +49 (0)5 51 20 99-1 00Fax: +49 (0)5 51 20 99-1 05E–Mail: info@businessvillage.deWeb: www.businessvillage.deLayout und SatzSabine KempkeDruck und Bindungwww.booksfactory.deCopyrightvermerkDas Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwer-tung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmungdes Verlages unzulässig und strafbar.Das gilt insbesondere für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung und die Ein-speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.Alle in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse usw. wurden von dem Autornach bestem Wissen erstellt. Sie erfolgen ohne jegliche Verpflichtung oder Garantiedes Verlages. Er übernimmt deshalb keinerlei Verantwortung und Haftung für etwavorhandene Unrichtigkeiten.Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. indiesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme,dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung alsfrei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen.
    • InhaltProlog................................................................................................ 71. Stress – was ist das eigentlich?.......................................................11 Die Stresshormone.......................................................................14 Der Stress – ein »Mitarbeiter« mit doppeltem Potenzial.....................152. Abhängig oder eigenständig?..........................................................19 Der Grad der Abhängigkeit............................................................20 Von der geistigen zur umfassenden Eigenständigkeit.........................21 Eigenständigkeit im Stress............................................................223. Von Stressbewältigung, Stressmanagement, Energiemanagement........25 Stressmanagement bedeutet Entscheidungen treffen.........................26 Vom Stress- zum Energiemanagement.............................................31 Balance bringt‘s .........................................................................35 Energietotalausfall – Das Burn-out-Syndrom....................................414. Die Grundlagen des Stressmanagements: Sinn, Werte, Ziele................49 Sinn..........................................................................................51 Werte........................................................................................61 Ziele..........................................................................................655. Das Selbsttraining: Informationen, Selbstgespräche, Sprache5. und Gefühle...................................................................................79 … und Gefühle...........................................................................80 Informationen.............................................................................82 Selbstgespräche..........................................................................86 Sprache und Metaphern.............................................................. 102 Autosuggestionen...................................................................... 1076. Stress und Ernährung.................................................................... 109 Frühstück................................................................................. 112 Wir brauchen Vitalstoffe............................................................. 113 Wirkliche Nervennahrung............................................................ 121 Inhalt |5
    • 7. Erholung und Entspannung............................................................ 123 Wir brauchen Entspannung.......................................................... 125 Rhythmus und Rituale................................................................ 127 Ärgernisse entsorgen – aber subito.............................................. 133 Progressive Muskelentspannung................................................... 1368. Beziehungen................................................................................ 143 Kennzeichen Wertschätzung........................................................ 145 Mobbing.................................................................................. 1489. Bewegung.................................................................................... 151 Zunächst: Bauen Sie ein Bewegungsplus in Ihren Tagesablauf ein..... 153 Verführung zum Laufen............................................................... 154 Alternative Nordic Walking.......................................................... 15610. Selbstmanagement und Kompetenz.............................................. 159 Weiterbildung als Stressmanagement............................................ 161 Neue Situation als Stresserfahrung............................................... 163 Multitasking funktioniert nicht!................................................... 164 Seien Sie nicht permanent erreichbar............................................ 16611. Humor....................................................................................... 16912. Noch ein paar Worte zum Schluss................................................. 17513. Anhang...................................................................................... 179 Anmerkungen............................................................................ 180 Literaturverzeichnis................................................................... 181Der Autor ........................................................................................ 1856 | Inhalt
    • Prolog
    • Thomas ist wirklich ein Mann, der einen wahnsinnig machen kann. Er istzwar kein Hektiker wie so einige in seinem Umfeld, ganz im Gegenteil.Auch wenn das Schiff seiner Firmengruppe in schwerer See und er selbstheftigstem Gegenwind ausgesetzt ist: er bleibt immer die Ruhe selbstund weiß anscheinend stets, was zu tun ist. Wenn die Rohstoffpreisenach oben gehen – Thomas bleibt ruhig und entscheidet. Wenn eineGesetzesänderung einen kompletten Wechsel des Marketingkonzepts er-fordert – Thomas bleibt ruhig und entscheidet. Wenn eine Krankheit ihnfür längere Zeit außer Gefecht setzt – Thomas wird auch da nicht nervös,delegiert seine Aufgaben, verabschiedet sich für zwei Monate ins Kran-kenhaus und der Laden läuft trotzdem. Was hat der Kerl nur, was anderenicht haben …?Kennen Sie auch solch einen Thomas? Zugegeben, diese Art von Men-schen scheint zunehmend seltener zu werden. Doch ist es nicht geradediese Souveränität, die wir uns alle wünschen? Die meisten Menschen,die in Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortung tragen, sind mitnich-ten von dem Traum beseelt, dass sie frei von jeglichem Stress auf einerSüdseeinsel die Seele baumeln und sich die Sonne auf den Pelz brennenlassen. Grundsätzlich lieben sie das von ihnen gelebte Leben, sie wol-len auch weiterhin viel bewegen und akzeptieren durchaus ein gewissesMaß an Stress.Doch der Stress kann uns auch das Leben versalzen. Bei einer zunehmen-den Zahl an Menschen tut er das ganz gehörig, das Immunsystem gehtvor die Hunde und das Wörtchen »Belastungsfähigkeit« ist ein Begriff,den man nur noch vom Hörensagen kennt. Stressbedingte Krankheitenvon Magen-, Kopf- und Rückenschmerzen bis hin zum berühmt-berüch-8 | Prolog
    • tigten Burn-out-Syndrom sind seit Jahren auf dem Vormarsch und be-einträchtigen die Lebensqualität vieler in massiver Weise.Langer Rede kurzer Sinn. Zwischen einem faden, langweiligen Lebenohne jeden »Kick« und ohne Herausforderung und einem überfordern-den Leben, das jegliche Lebenslust und -freude den Bach runtergehenlässt, muss es doch einen dritten Weg geben. Den Weg, den Leute wieThomas schon gefunden haben und der von Mut, Kraft und Gelassenheitgekennzeichnet ist.Entscheidend für diesen Weg ist mehr als »nur« ein wirkungsvollesStressmanagement. Das gehört zwar dazu, aber letztlich geht es umeinen Lebensstil, der einerseits den Stress in den Griff bekommt undandererseits dafür sorgt, dass zu jeder Zeit ein stetiger Energiezuflussgewährleistet ist. Ein Stressmanagement, das sozusagen in ein Energie-management übergeht. Prolog |9
    • Stress –was ist das eigentlich? 1
    • »Stress ist die Würze des Lebens.« Hans SelyeEine der am häufigsten zitierten Aussagen über den Stress ist die obenaufgeführte von Hans Selye, dem Vater der Stressforschung. Er meintedamit, dass Stress keinesfalls nur krankmachend wirkt, sondern auchnotwendig ist, wenn wir besondere Leistungen erbringen wollen. In sei-nem berühmtesten Buch, das einfach nur den Titel Stress trägt, schreibter dazu: »Da Stress mit jeder Betätigung verbunden ist, könnten wirden größten Teil davon vermeiden, indem wir einfach grundsätzlich garnichts tun. So ein Leben wäre aber einem Schlagballspiel vergleichbar,in dem kein Ball getroffen, kein Lauf begonnen und keine Punkte ge-wonnen werden – und wer hätte daran wohl noch Spaß?« 1Aber auch sonst gibt es sehr unterschiedliche Meinungen über denStress. So kam in einer vor kurzem durchgeführten Online-Umfrageunter über 22.000 Teilnehmern aus zweiundzwanzig Ländern heraus,dass weltweit rund 40 Prozent der Menschen den Stress positiv sehen.Eine fast ebenso große Zahl meinte auch, dass sie unter Stress die bes-ten Leistungen erbringen würden. 2Andere sehen vor allem die negative Seite des Stresses. Häufig wird dieWHO zitiert, die zu Beginn des Jahrtausends die Meinung kundgetanhat, dass Stress als »die größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhun-derts« anzusehen sei. Und auch dafür gibt es gute Gründe. So wurdenim »Stressreport Deutschland 2012« der Bundesanstalt für Arbeits-schutz und Arbeitsmedizin allein für 2011 59 Millionen Fehltage auf-grund psychischer Erkrankungen registriert. Der weitaus überwiegendeTeil davon dürfte auf das Konto des zunehmenden Stresses gehen.12 | Stress – was ist das eigentlich?
    • Recht haben beide Seiten. Der Stress oder vielmehr die Stresshormonekönnen uns zwar helfen, unsere Kräfte zu bündeln und unsere Ziele zuerreichen. Genauso können sie unter bestimmten Umständen aber auchdafür sorgen, dass unser Immunsystem kaputtgeht und unsere Gesund-heit ruiniert wird.Das Wort »Stress« stammt ursprünglich aus der Physik, genauer gesagtder Werkstoffkunde. Dort hat er die Bedeutung des Druckes auf ein Mate-rial beziehungsweise des Zuges an einem Material und die daraus folgen-de Veränderung (Anspannung, Verzerrung, Verbiegung, Bruch). Der schonerwähnte Hans Selye entnahm diesen Begriff, um damit »die unspezi-fische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung« 3 zu benennen.Im Alltagsgebrauch bezeichnet Stress zweierlei: einerseits die durchäußere Auslöser (Stressoren) hervorgerufene psychische und physischeReaktion (beginnend mit dem Ausschütten von Stresshormonen), undandererseits die dadurch entstehende körperliche und geistige Belas-tung.Wenn wir also im Titel dieses Buches davon sprechen »den Stress imGriff« haben zu wollen, dann geht es dabei aus physiologischer Sichtum drei Punkte: 1. Einschränkung (nicht Stopp!!) der Stresshormonproduktion, um damit eine höhere Souveränität und Gelassenheit zu erreichen. 2. Die Stresshormone, die wir dann immer noch ausschütten (was gut ist), dafür zu nutzen, wofür sie von der Schöpfung gedacht sind: zur Bündelung der Kräfte und zur Meisterung besonderer Herausforderungen. Stress – was ist das eigentlich? | 13
    • 3. Den erhöhten Stresshormonspiegel jeweils zeitnah wieder ab- zubauen, um eine Überlastung von Körper und Geist und damit verbundene gesundheitliche Probleme zu verhindern.Die StresshormoneWenn wir wissen wollen, wie der Stress auf unseren Körper wirkt, dannmüssen wir uns die Stresshormone etwas genauer ansehen. Die wich-tigsten drei sind das Adrenalin, als das wohl bekannteste, das Cortisolund das Noradrenalin. Alle drei sind für uns sehr wichtig und werdenhauptsächlich in der Nebenniere produziert. Sie sind nicht nur für ver-schiedene Stoffwechselvorgänge zuständig, sondern versorgen uns auchmit zusätzlicher Energie, wenn wir unter besonderem Druck stehen. EinSpezialfall ist das Noradrenalin, das für Kreativität und gutes Denkenzuständig ist. Bei übergroßem Stress wird es von Adrenalin und Cortisolverdrängt, der Noradrenalinspiegel sinkt also.Auslöser Gehirn, Produktionsstätte NebenniereWenn wir nun unter Stress stehen, das heißt, wenn wir mit unseremDenken irgendeine Situation als stressig bewerten, dann sendet unsereGroßhirnrinde, also der Ort, wo unser Denken stattfindet, einen Be-fehl an die Produktionsstätten der Stresshormone, es möge doch dieStresshormonproduktion bitteschön anschmeißen. Damit erhalten wirzusätzliche Energie und wir sind in einem deutlich höheren Maße in derLage, uns auf die gerade anstehende Herausforderung zu fokussieren.Zunächst ist das auch kein Problem. Auch gelegentliche Produktions-spitzen der Stresshormone halten gesunde Menschen in aller Regel ganzgut aus.14 | Stress – was ist das eigentlich?
    • Ein Problem wird es allerdings in zwei Fällen: erstens, wenn der Stressschlicht und ergreifend zu viel wird, und zweitens, wenn der Stress-hormonspiegel nicht zeitnah wieder abgebaut wird, zum Beispiel durchBewegung. Die Folgen sind viele Erkrankungen, die dadurch entwederdirekt (mit-)verursacht oder durch den Stress zumindest verschärft wer-den. Dazu gehören zum Beispiel Bluthochdruck, Herzrasen, Rücken- undKopfschmerzen und vieles andere mehr.Der Stress – ein »Mitarbeiter« mitdoppeltem PotenzialDer Stress ist also ein durchaus zwiespältiger Geselle. Ich vergleicheihn gerne mit einer Art »Mitarbeiter« eines jeden von uns. Und wiejeder andere Mitarbeiter, so hat auch dieser »Mitarbeiter« ein doppel-tes Potenzial. Das Potenzial zum »Flop-Mitarbeiter«, ja. Im besserenFall lähmt er uns, sodass eine gute Leistung, zum Beispiel bei einerProduktpräsentation, unmöglich wird, im schlechteren Fall ruiniert erunser Immunsystem und lässt die Gesundheit vor die Hunde gehen.Der Stress hat aber auch das Potenzial zum »Top-Mitarbeiter«. Dannlaufen wir zur Hochform auf und er hilft uns, unsere Kräfte zu konzen-trieren, unsere Leistungsfähigkeit zu entwickeln und unsere Ziele zuerreichen. Stress – was ist das eigentlich? | 15
    • Disstress und Eustress nicht dasselbe wie produktiverund unproduktiver StressIch werde oft gefragt, ob meine Metapher vom »Top-« beziehungswei-se vom »Flop-Mitarbeiter-Stress« nicht dasselbe sei wie das, was HansSelye mit seiner Unterscheidung in »Disstress« und »Eustress« ausge-drückt hat. Das ist nicht der Fall.Selye ging beim Stress von einer »unspezifischen Anpassungsreak-tion« 4 des Körpers auf jegliche (!) Anforderung aus. In einer Bilderfolgezeigte er in dem erwähnten Buch Stress 5 unter anderem neuseeländi-sche Arbeitslose (Stress der Entbehrung), die in einer Schlange aufeine Mahlzeit warteten, russische Arbeiterinnen in einer Moskauer Uh-renfabrik (Stress der Monotonie), ein altes Geschwisterpaar, das nachneununddreißig Jahren der Trennung wieder zusammengeführt wurde(Stress überwältigender Freude), und einen Sportler, der gerade einenWeltrekord aufgestellt hatte (Stress des Sieges). In allen Situationenwurden Stresshormone ausgeschüttet. Um diese nun besser differen-zieren zu können, nannte er negativen, belastenden Stress »Disstress«(von lateinisch dis = schlecht) und positiven, mit freudiger Erregungverbundenen Stress »Eustress« (von griechisch eu = gut).Die Unterscheidung »Top-Mitarbeiter-Stress« beziehungsweise »Flop-Mitarbeiter-Stress« ist nicht ganz dasselbe, wenngleich es durchausÜberschneidungen gibt. Unterschieden wird mit dieser Metapher eherzwischen produktivem und unproduktivem Stress. Auch Disstress kannzuweilen produktiv sein. Das kann man ganz gut am Beispiel erklären,wenn jemand das Autofahren erlernt.16 | Stress – was ist das eigentlich?
    • Zu Beginn muss der Fahrschüler lernen, mit ganz neuen Gefahrensitu-ationen umzugehen und in der Regel käme er wohl kaum auf die Idee,diesen Lernprozess als Eustress, also positiven Stress, zu bezeichnen.Wenn er zum Beispiel nach einigen Stunden in verkehrsberuhigten Be-reichen zum ersten Mal zur Rushhour in einer Großstadt fahren muss,empfinden dies zunächst wohl die meisten als hochgradigen Disstress.Ich erinnere mich noch gut, dass ich zu Beginn nach so mancher Fahrtjeweils ganz froh war, wenn sie vorbei war, bevor ich mit zunehmenderRoutine entspannter wurde und die Fahrstunden zum Schluss sogar ge-nießen konnte.Eine besondere Art der »Mitarbeiterführung«Was machen wir nun mit dieser Erkenntnis? Was müssen wir tun, da-mit wir einerseits von dem »Top-Mitarbeiter-Stress« profitieren kön-nen, aber ohne ihn auch als »Flop-Mitarbeiter« erleben zu müssen, derunsere Gesundheit beeinträchtigt? Wie können wir lernen, produktivenStress, der unsere Konzentration unterstützt, zu nutzen und gleich-zeitig lähmenden, unproduktiven Stress in seine Schranken zu weisen?Ganz klar, wir müssen lernen, diesen »Mitarbeiter« richtig zu führen.Schon diese simple Entscheidung, den Stress führen zu wollen, machtdabei einen großen Unterschied aus. Es ist die Entscheidung, sein Le-ben nicht mehr fremdbestimmt erleiden, sondern selbstbestimmt ge-stalten zu wollen. Solange wir zulassen, dass andere Menschen nichtnur über unseren Tagesablauf, sondern auch über unsere Gefühlsweltbestimmen, fühlen wir uns wenig glücklich und ausgeliefert. Doch allenZwängen, die es geben mag, zum Trotz: in der modernen Industriege-sellschaft des 21. Jahrhunderts zwingt der Wohlfahrtsstaat niemandenzu Arbeit, Karriere. Letztlich ist es immer unsere ureigene Entschei- Stress – was ist das eigentlich? | 17
    • dung, welche Arbeit wir ausüben, wie wir arbeiten und mit welchenMenschen wir uns umgeben.Und selbst wenn wir – aus welchen Gründen auch immer – genötigtsind, in einem uns nicht genehmen Hamsterrad unser Dasein zu fristen,so bleibt uns immer noch eine Freiheit: die Freiheit, uns auf unsereganz persönliche Weise auf die Situation einzustellen, mit der wir gera-de konfrontiert sind. Ich zitiere hier Viktor E. Frankl, der auch in allenerlebten Erfahrungen von Unmenschlichkeit in den Konzentrationsla-gern seinen Glauben an die Menschlichkeit nicht verlor:»Und mögen es auch nur wenige gewesen sein – sie haben Beweiskraftdafür, dass man Menschen im Konzentrationslager alles nehmen kann,nur nicht die letzte der menschlichen Freiheiten, sich zu den gegebenenVerhältnissen so oder so zu stellen.« Viktor E. FranklDas ist zwar, wie so vieles im Leben, einfacher gesagt als getan. Aberein bisschen Gewusst-wie mit einem Schuss Umsetzungswillen wird Ih-nen helfen, dieses Ziel zu erreichen.Den Umsetzungswillen müssen Sie mitbringen. Das Gewusst-wie in Be-zug auf ein nachhaltig wirksames Stress- und Energiemanagement zuliefern, ist die Aufgabe dieses Buches. Vielen Dank, dass Sie mir dieMöglichkeit geben, Sie damit zu unterstützen.18 | Stress – was ist das eigentlich?
    • Abhängig odereigenständig? 2
    • »Ich komme mir vor wie eine Marionette. Stress am Arbeitsplatz, Stresszu Hause, Stress im Verein. Mein ganzes Leben ist von anderen Menschenbestimmt, ich bin nicht mehr Herr im eigenen Haus.«So oder ähnlich klingen viele Klagen von Zeitgenossen, die unter über-mäßigem Stress leiden und den Eindruck haben, dass sie nur nochhin- und hergeschubst werden. Für so manchen ist es sozusagen zumSynonym von Stress geworden, dass sie zwar für vieles verantwortlichgemacht werden, aber letztendlich kaum etwas selbst entscheiden kön-nen.Nun muss uns klar sein, dass ein gewisses Maß an Beschränkung be-ziehungsweise an Abhängigkeiten zu jedem Leben dazugehören, auchzum unabhängigsten. Wer nicht als Einsiedler in einer Höhle und vonmehr als nur Wurzeln und Beeren lebt, wird zum Beispiel immer auchauf Menschen angewiesen sein, die Dinge können, die er selber nichtkann. Außerdem müssen wir auch der Tatsache ins Auge sehen, dassmit zunehmendem Alter die Optionen zur Lebensgestaltung abnehmen.Und nicht nur, wer sich entscheidet, zu heiraten und das Wagnis Eltern-schaft einzugehen, weiß, was es heißt, nicht mehr alles wahrnehmenzu können, was das Leben so bietet.Der Grad der AbhängigkeitEiner der entscheidendsten Faktoren für unser Stresserleben ist der Gradder Abhängigkeit. Und zwar nicht, wie man meinen könnte, der objek-tiv vorhandenen Abhängigkeit, sondern der gefühlten Abhängigkeit. Esist diese gefühlte Abhängigkeit, die darüber entscheidet, wie stressig20 | Abhängig oder eigenständig?
    • eine Lebenslage empfunden wird oder nicht. Und selbst in Situationenextremer objektiver Abhängigkeit gibt es große Unterschiede in der ge-fühlten subjektiven Abhängigkeit.Deutlich wird das zum Beispiel an Dietrich Bonhoeffer. Der evangelischeTheologe war während des Dritten Reiches im weiteren Kreis der Wider-standskämpfer des 20. Juli und wurde kurz vor Kriegsende hingerichtet.Während seiner Gefangenschaft schrieb er das später berühmt geworde-ne Gedicht »Wer bin ich?«, aus dem die folgenden zwei Zeilen stammen:»[…] sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle,wie ein Gutsherr aus seinem Schloss.« 6Es gibt wohl kaum einen Ort, der von größerer äußerer Beschränkunggeprägt ist, wie das Gefängnis eines totalitären Staates. Doch selbst indieser extremen Situation äußerer Abhängigkeit gab es offenbar Men-schen, die in einer Art von innerer Freiheit lebten und sich so ein hohesMaß an Eigenständigkeit erhalten konnten.Von der geistigen zur umfassendenEigenständigkeitSicher, Bonhoeffer und Frankl waren in vielerlei Hinsicht Ausnahmen.Auch das Umfeld, in dem sie sich mit ihren Überzeugungen und Lebens-aufgaben bewähren mussten, unterscheidet sich (jedenfalls was die Zeitdes Dritten Reiches anbelangt) glücklicherweise doch sehr von unseremheutigen Leben. Trotzdem zeigen sie durch ihr Vorbild in außergewöhn-lich schwieriger Lage auf, dass es in allen Situationen möglich ist, ein Abhängig oder eigenständig? | 21
    • hohes Maß an innerer Souveränität, von geistiger Unabhängigkeit zubewahren. Und bei allen Problemen, die auch uns das Leben richtigschwer machen können, müssen wir doch eingestehen, dass unsere Be-schränkungen weitaus geringerer Natur sind, als diejenigen, mit denensich Bonhoeffer und Frankl konfrontiert sahen. Ihre geistige Unabhän-gigkeit, die Macht über ihre Gedanken, war praktisch alles, was ihnennoch geblieben ist.Doch wir haben das große Glück, dass wir heute in den deutschsprachi-gen Ländern Europas in großer äußerer Freiheit leben und (unter derVoraussetzung, dass wir keine schwereren Gesetzesübertretungen began-gen haben) in unserer äußeren Bewegungsfreiheit in der Regel wenigeingeschränkt sind. Aus diesem Grund können wir von diesem Punkt dergeistigen Unabhängigkeit auch zu einer umfassenden Eigenständigkeitgelangen, auch dann, wenn sie beispielsweise wirtschaftliche Unabhän-gigkeit nicht mit einschließt. Aber auch wenn die innere Unabhängigkeitnicht total ist, so ist sie doch so umfassend, dass wir weitere Schrittegehen und eigenständige Entscheidungen treffen können.Eigenständigkeit im StressDer Grad der Eigenständigkeit entscheidet in außerordentlich hohemMaße über unsere innere Souveränität und damit über unseren Stress.Und der Grad der Eigenständigkeit ist wiederum eng verknüpft mit unse-rer Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Es ist dies eine Fähigkeit, dieleider bei vielen nur sehr schwach entwickelt ist. So singt die bekannteKölner Vokalpop-Band Wise Guys in einem ihrer Lieder:22 | Abhängig oder eigenständig?
    • Ich weiß nicht, was ich willIch kann mich nie entscheiden.Ich versuche das EntscheidenMöglichst zu vermeiden.Ich weiß nicht, was ich willIch weiß nur eins: ich leidestets bei Sachen mir zur Wahl:Will ich keine oder beide?Es gibt verschiedene Gründe, warum so viele Menschen mit allen Artenvon Entscheidungen so große Schwierigkeiten haben. Ein ganz zent-raler liegt sicher darin begründet, dass jede Ent-scheidung eben eineScheidung bedeutet. Wenn ich »Ja« zu einer Sache oder einer Personsage, bedeutet das selbstverständlich, dass ich gleichzeitig »Nein« zueiner großen Zahl weiterer Optionen sage. Und wenn jemand sich im-mer alle Optionen offenhalten will, dann tut er sich eben schwer mitEntscheidungen. Doch der Preis des Nicht-Entscheidens ist hoch: er be-steht unter anderem in einer permanenten inneren Unsicherheit, die ansich mit sehr viel unproduktivem, lähmendem Stress behaftet ist.Im hier vorgestellten Gesundheitsförderungsprogramm Selbstbestimmtim Stress steht aus diesem Grund die Erarbeitung des persönlichen (!)Lebens- und Arbeitssinns, der persönlichen Ziele und der Konkretisie-rung der eigenen Werte ganz am Anfang.Erst danach werden auch die Umstrukturierung Stress verschärfenderGedanken geübt, Ernährungstipps gegeben, Entspannungstechniken er-lernt und so weiter. Damit setze ich im Buch die Vorgehensweise um,die sich in unzähligen Coachings und Seminaren der letzten Jahre be- Abhängig oder eigenständig? | 23
    • währt hat. Das Programm ist die Grundlage aller Veranstaltungen desStressFrey-Instituts.Der Weg zur Selbstbestimmung und inneren Unabhängigkeit ist nichtimmer leicht, das ist sicher richtig. Manchmal haben wir es mit äußerenWiderständen zu tun, mindestens so oft aber auch mit inneren (schönenGruß vom Schweinehund). Aber wenn wir lernen, unserem Leben einenSinn zu geben, unsere wichtigsten Werte zu formulieren und daraus Zie-le abzuleiten, die wir konsequent in unser Alltagshandeln übersetzen,dann werden wir eine innere Stabilität gewinnen, die uns eine ganzneue Energie verschafft. Eine Energie, die uns ein gesünderes Lebenbeschert, ein Leben, in dem Sie vieles von Ihrem heutigen Stress, miteiner großen Selbstverständlichkeit und Gelassenheit im Griff habenwerden.24 | Abhängig oder eigenständig?