Datenwahn - Themenspecial von BusinessVALUE24

738
-1

Published on

Daten sind international zu einem wichtigen Rohstoff geworden. Die Umsätze einer Ladenzeile, der Heizölverbrauch einer Siedlung, Nutzerdaten von Telefonierern – das alles lässt sich zu Geld machen, wenn man es klug anstellt. „Big Data“ ist das Schlagwort dafür. Für die deutschen Unternehmen, besonders für die Mittelständler, ist dieses Thema noch Neuland. Sie stehen häufig zunächst vor der Aufgabe, ihr eigenes Datenmaterial geschickt zu verwalten. In diesem Zusammenhang gewinnt die Technologie des Cloud Computing immer mehr an Bedeutung. Dennoch wirft „Big Data“ auch Fragen auf. Gerade die Deutschen plagen vor allem Sicherheitsbedenken. Dieses Special greift die wichtigsten Debatten um Big Data auf, zeigt Techniken, Chancen, Risiken und Lösungen. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen für kleinere und mittlere Firmen.

0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
738
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
0
Actions
Shares
0
Downloads
7
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

No notes for slide

Datenwahn - Themenspecial von BusinessVALUE24

  1. 1. DatenWahn Immer mehr Speicherplatz für immer mehr Informationen: Was sich mit diesen Datenmas- sen anstellen lässt, erfahren Sie in diesem Themen- special von BusinessVALUE24. Lesen Sie jede Woche mehr auf businessvalue24.de Dieses Themenspecial entstand in Kooperation mit der Hochschule Neu-Ulm.
  2. 2. © secretgarden / photocase.com© JoeEsco / photocase.com VORWORT Daten sind international zu einem wichtigen Rohstoff geworden. Die Umsätze einer Ladenzeile, der Heizölver- brauch einer Siedlung, Nutzerdaten von Telefonierern – das alles lässt sich zu Geld machen, wenn man es klug anstellt. „Big Data“ ist das Schlagwort dafür. Für die deutschen Unternehmen, besonders für die Mittelständler, ist dieses Thema noch Neuland. Sie stehen häufig zunächst vor der Aufgabe, ihr eigenes Datenmaterial ge- schickt zu verwalten. In diesem Zusammenhang gewinnt die Technologie des Cloud Computing immer mehr an Bedeutung. Dennoch wirft „Big Data“ auch Fragen auf. Gerade die Deutschen plagen vor allem Sicherheitsbe- denken. Dieses Special greift die wichtigsten Debatten um Big Data auf, zeigt Techniken, Chancen, Risiken und Lösungen. Im Mittelpunkt stehen Anwendungen für kleinere und mittlere Firmen. Das aktuelle Themenspecial ist aus einer Kooperation zwischen der Hochschule Neu-Ulm (HNU) und Business- VALUE24 entstanden. Alle Artikel dieses E-Papers haben Studierende verfasst. Wir danken allen Teilnehmern des Seminars „ Textwerkstatt“ für ihre Mitarbeit. Über uns: BusinessVALUE24 ist ein Online-Wirtschaftsmagazin für den Mittelstand. Wir berichten schwerpunkt- mäßig über Social Media-Trends, Marketing im Web 2.0 und neue Technologien. 1
  3. 3. InhaltTabellen könnenlügenBAHAR BAKHTIARYDas menschliche Gehirn ist mit zusammenhanglo-sen Zahlenkolonnen schnell überfordert. Wenn Da-ten in Bilder übersetzt werden, lassen sich leichterStrukturen und Muster erkennen. 3Der verborgene Schatz - Wie UnternehmenOpen Data nutzen könnenJANET DANIELOpen Data sind frei verfügbare Daten, die kosten-los zur Verfügung gestellt werden. Aus dem Daten-material lassen sich neue Informationen gewinnenund neue Geschäftsmodelle entwickeln. 5Was Windeln mit Bierzu tun habenPATRICK NOTHELFER UND SIMON NIEDERERMit Hilfe von Business Intelligence (BI) soll die kom-plexe Informations-Welt auf Knopfdruck in struktu-rierte Datenreihen und bunte Grafiken umgewan-delt werden. 8Kann man den Wolkentrauen?MIRIAM SCHLECHTERBeim Cloud Computing werden Firmendaten aufexternen Servern gespeichert. Viele Mittelständlerhaben Datenschutzbedenken und schöpfen dieMöglichkeiten des Cloud Computing nicht aus. 11Webcontrolling:Ein Schlüssel zum UnternehmenserfolgVOLKER REICHERTWer eine Webseite anwählt, hinterlässt einen gro-ßen Daten-Fußabdruck. Diese Informationen kön-nen Firmen nutzen, um ihr Angebot auf die Bedürf-nisse ihrer Kunden abzustimmen. 14 2
  4. 4. © misterQM / photocase.com Tabellen können lügen VON BAHAR BAKHTIARY. Kurven, Kuchen, Diagramme: Grafisch aufbereitete Fakten ermöglichen Unternehmern die Übersicht zu behalten. Denn in Firmen fallen täglich große Mengen von Daten an. Zahlen, Entwicklungen und Zusammenhänge werden für ein besseres Verständnis visualisiert, damit Führungskräfte daraus die richtigen Schlüsse ziehen können. Bedeutung korrekter Datenvisualisierung für das Unter- eine Rolle. Nach dem Absturz der US-Raumfähre nehmen „Columbia“ kam eine Untersuchungskommission „Das menschliche Gehirn ist bei der Präsentation zu dem Schluss, dass Fehlentscheidungen wegen von zu vielen Dateneinheiten schnell überfordert“ , schlechter Aufbereitung der Informationen getroffen erklärt das Vorstandsmitglied der Bensheimer Soft- wurden. Wären Zusammenhänge und Auswirkun- wareschmiede Tonbeller AG, Sebastian Hetzler. Vi- gen besser dargestellt worden, hätte die Katastro- sualisierung ist für ihn besonders wichtig, da es mit phe verhindert werden können, so das Ergebnis der ihrer Hilfe möglich ist, aus einzelnen Einheiten zusam- Untersuchung. Im unternehmerischen Alltag geht es menhängende Muster zu machen. Meistens geht es zwar zumeist nicht um Menschenleben, aber lang- darum, Fakten darzustellen, die Entscheidungen auf fristig hängt von den richtigen Entscheidungen das operativer oder strategischer Ebene unterstützen Überleben des Unternehmens ab. sollen. Aber auch das „Wie“ der Aufbereitung spielt 3
  5. 5. Umsetzung und Grenzen der Datenvisualisierung der Blick auf zusätzliche Software sinnvoll sein, wieZur Datenvisualisierung stehen Unternehmen heu- Kohlhammer feststellt.te vielfältige Werkzeuge zur Verfügung. Vieles lassesich schon mit den Bordmitteln von Bürosoftware Am Ende entscheidet der Menschwie Microsoft Excel erreichen, sagt Sebastian Hetz- Manager sollten immer dann vorsichtig sein, wennler. Entsprechend sind Lösungen ohne zusätzliche die Darstellung versucht, Entscheidungen vorweg-Kosten verfügbar. Daneben nutzen Unternehmen zunehmen. Ein Beispiel dafür sind die häufig an-immer häufiger technisch ausgefeilte Datensamm- zutreffenden Ampeldarstellungen, die versuchenlungen mit dazugehörigen grafischen Darstel- Zusammenhänge in Rot-Gelb-Grün zusammen-lungen der Informationen, den sogenannten Ma- zufassen: „Eine Ampelschaltung basiert immer nurnagement-Cockpits. Die Technik allein kann jedoch auf definierten Regeln“ sagt Visualisierungsexper- ,nicht verhindern, dass die Aufbereitung hinter den te Hetzler. Wichtige weitere Faktoren, die nicht zurErwartungen zurückbleibt und nicht als Grundlage automatisierten Berechnung der Ampel gehören,für Entscheidungen geeignet ist. Die Visualisierung können dabei unberücksichtigt bleiben. Für Fraun-sollte bestimmte Grundregeln einhalten, wie Jörn hofer-Forscher Kohlhammer ist immer die mensch-Kohlhammer vom Fraunhofer Institut für Grafische liche Entscheidung maßgeblich, da automatischeDatenverarbeitung (IGD) betont: „Durch das fal- Methoden keine abschließenden Antworten gebensche Design können die Darstellungen schnell un- könnten. Bei Visualisierung geht es somit um eineleserlich werden und wichtige Informationen ge- Hilfestellung, denn je besser Fakten und Zusam-hen unter.“ Ein häufiges Problem sei, dass die in menhänge bekannt sind, desto besser können sieBürosoftware und in sogenannten Management- bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt wer-Cockpits vorgegebenen Darstellungen für die Er- den. Wenn zukünftig das Volumen der verfügbarenkennung von Zusammenhängen ungeeignet sind. Daten weiterhin zunimmt, wird die Bedeutung derGerade in letzteren gelten Tachodarstellungen sinnvollen Aufbereitung von Informationen wach-als modern. Diese ermöglichen jedoch nicht das sen. Entscheider sollten daher nicht darauf verzich-wichtige Erkennen von Mustern und liefern wenig ten, sich frühzeitig mit Datenvisualisierung ausein-Information auf großem Raum, so Softwarespezia- anderzusetzen.list Sebastian Hetzler. Im schlimmsten Fall wird da-durch die Entscheidung fehlgeleitet, ohne dass dasdem Unternehmer überhaupt bewusst ist.Darüber hinaus wird die Aktualität der Daten im- Autorinmer wichtiger. „Eine Modefirma, die vor 10 Jahren Bahar Bakhtiarynoch vier Kollektionen herausgebracht hat, bringtheutzutage zwölf und mehr auf den Markt“ lautet ,ein Beispiel von Jörn Kohlhammer. Wie wichtig dieAktualität ist, hängt letztendlich auch von der Bran-che ab. Für den Fraunhofer-Experten gilt in jedemFall: „Wichtig ist, dass der Benutzer genau weiß,wie aktuell und sicher die Daten sind.“ Die Visuali-sierung sollte einen entsprechenden Hinweis dazuenthalten.Datenvisualisierung in mittelständischen UnternehmenGerade für Mittelständler ist interessant, dass essich nicht um aufwendige technische Lösungenhandeln muss, sondern um Methoden, die jederauch mit der einfachen Bürosoftware nachvoll- Bahar Bakhtiary studiert im sechsten Semester Informationsmanagement und Unternehmens-ziehen kann. Sebastian Hetzler sieht Vorteile der kommunikation an der Hochschule Neu-Ulm.grafischen Aufbereitung von Informationen für Im Umfeld Kennzahlen und Visualisierung absol-alle Unternehmen: „Datenvisualisierung ist für je- vierte sie vor zwei Semestern ihr Praktikum. Einden wichtig, der Entscheidungen treffen muss.“ weiterer Interessenschwerpunkt liegt im BereichDie Größe des Unternehmens spielt dabei keine Marketing/PR. In diesem Umfeld möchte sie imRolle. Bei Fragen zu geeigneten Kennzahlen oder nächsten Semester Ihre Bachelorarbeit schreibender Technik, können der Einsatz von Beratern und und sieht auch dort ihre zukünftige Karriere. 4
  6. 6. © jock+scott / photocase.comDer verborgene SchatzWie Unternehmen Open Data nutzen könnenVON JANET DANIEL. Öffentliche Ämter haben in den letzten Jahrzehnten massenhaft Daten gesammelt und archi-viert. Bei der Idee von Open Data sollen diese Fakten transparent und für jeden zugänglich gemacht werden. Dochdie Nutzung von offenen Daten kommt in Deutschland erst langsam in Schwung. Dabei ist dieses Material Gold wert.Ein Beispiel: Stefanie ist neu in Bremen. Weil sie Michael Radomski, Geschäftsführer einer Agen-sich noch nicht gut auskennt, braucht sie meist tur für Citymarketing, hat den Bedarf von Bürgernetwas länger, bis sie den nächsten Bäcker, einen und das Datenangebot der Stadt Bremen zusam-Badeort oder einen schönen Spazierweg für sich mengebracht. Seine Agentur hat die mobile An-und ihren Hund gefunden hat. Die Informationen, wendung „Cityguide Bremen“ entwickelt, die mitdie Stefanie braucht, hat die Stadt Bremen den kommunalen Daten über wichtige Fragen in-archiviert. Sie hat Daten über die ansässigen formiert. Diese Idee gefiel auch der Jury vom ers-Firmen, die Wasserqualität der Bäder und über ten deutschen Open Data-Wettbewerb „Apps fürdie Hundekotbehälter in Parks gesammelt und Deutschland“ Sie vergab 2010 für den Cityguide .unter www.daten.bremen.de frei zur Verfügung Bremen in der Kategorie „Applikationen Unter-gestellt – kurz: zu Open Data gewandelt. Das nehmen“ den ersten Preis. Radomski findet, dassProblem: Die Daten haben eine komplizierte das Erfolgspotenzial von offenen Daten auf derStruktur und sind nicht automatisch auszuwerten. Hand liegt: „Aus meiner Sicht ist Open Data nichts 5
  7. 7. Was ist "Open Data" & "Open Beirat Linz und Herausgeber des Handbuchs für Government"? kommunale Netzpolitik „Freiheit vor Ort“ Er findet, . dass es gerade für mittelständische Firmen eine Hinter „Open Data“ steckt die Idee, Daten Chance ist, Open Data wirtschaftlich zu nutzen. ganz ohne Nutzungsbeschränkungen zur „Diese Unternehmen sind in der Region ansässig Verfügung zu stellen. Sie werden somit als und wissen, wo und wie sich lokale Daten am bes- Gemeingut verstanden. Herausgeber der ten in Dienstleistungen verwenden lassen.“ Daten können zum Beispiel staatliche Ein- richtungen, Unternehmen, Verbände oder Open Data-Portale machen die Daten kostenfrei gemeinnützige Organisationen sein. Weil und idealerweise automatisiert zugänglich. Fors- Behörden ohnehin bereits über mehrere terleitner sieht noch einen weiteren Vorteil: „Es Jahre Daten erhoben und dies mit Steuer- müssen keine Rechte abgeklärt werden, stattdes- geldern finanziert haben, sind sie momentan sen kann sofort mit vorhandenen Datenbeständen die erste Anlaufstelle, um offene Daten be- experimentiert und diese können in eine bestehen- reit zu stellen. de Dienstleistung einbezogen werden.“ In seinem Haben staatliche Einrichtungen die Absicht, Handbuch zieht er das Fazit, dass eine Kultur des die eigenen Vorgänge transparenter zu ma- offenen Zugangs und des freien Wissens Rahmen- chen und Bürger an politischen Prozessen bedingungen für lokale Innovation in den Berei- teilhaben zu lassen, so bezeichnet man dies chen Wissenschaft, Wirtschaft sowie Kunst und Kul- tur schafft. Mittels freier Datensätze können also als „Open Government“ . nicht nur Software-Firmen wie die Cityguide AG erfolgreich sein, sondern Unternehmen aus allen Branchen. Immobilienfirmen beispielsweise könn- ten Informationen über die soziale Infrastruktur eines Stadtgebiets wie die Anzahl der Schulen, Po-anderes als das, was Google macht: Daten zu digi- lizeistationen oder kulturellen Einrichtungen dafürtalisieren und zur Verfügung zu stellen.“ nutzen, den Wert von Häusern und Grundstücken besser einzuschätzen.Wie werden Daten offen?Google ist eine sprudelnde Informationsquelle.Die Suchmaschine steht aber auch immer wiederin der Kritik, Urheberrechte oder den Datenschutz Open Data-Beispiele:zu ignorieren. Die Informationen, die Open Data • Apps für Deutschland:liefern, sollen diese Rechte nicht verletzen. Die Or- www.apps4deutschland.deganisation Open Data Network hat 2010 die Prin- • Bürgerhaushalte in Deutschland:zipien für offene Daten veröffentlicht, um Behörden www.buergerhaushalt.orgin Deutschland bei der Öffnung ihrer Datensätze • Code for America:zu helfen. Die Ämter sollen demnach alle Daten www.codeforamerica.orgherausgeben, die keine Rechte verletzen oder die • Open Data Showroom:Sicherheit beschränken. Damit möglichst viele www.opendata-showroom.orgNutzer auf die Daten zugreifen können, sollen sie • Weltbank: data.worldbank.orgdabei nicht durch eine erforderliche Registrierungbeeinträchtigt werden. Weiterhin müssen die Da-ten in einem einheitlichen Format bereitstehen undmaschinenlesbar sein. Video "What is open Data?"Kommunale Daten für den MittelstandVereinzelte Behörden im deutschsprachigen Raumhaben diese Anforderungen schon umgesetzt undAuszüge ihrer gesammelten Daten veröffentlicht.Die Städte Berlin, Bremen, Linz, München undWien sind Vorreiter beim Thema Open Data. Chris-tian Forsterleitner ist Mitglied im Open Commons 6
  8. 8. Frei und preiswert Das Bundesinnenministerium gab dieses Jahr eineAusschlaggebend für erfolgreiche Innovationen, Studie in Auftrag, um Fragen zu Open Governmentdie auf Open Data beruhen, sind zwei Aspekte: zu klären und „mit mehr Transparenz, TeilhabeEinerseits entscheidet die innovative Weitsicht der und Zusammenarbeit eine stärkere Öffnung desBehörden darüber, welche der Daten als nächstes Staates gegenüber der Gesellschaft“ anzustre-zur Verfügung gestellt werden. Andererseits liegt es ben, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Bun-an der Kreativität der einzelnen Unternehmen, aus desministerium für wirtschaftliche ZusammenarbeitOpen Data neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. und Entwicklung ist schon einen Schritt weiter undDoch ist eine kommerzielle Nutzung von kostenfrei- macht unter www.buergerhaushalt.org deutlich,en Daten grundsätzlich legitim? Michael Radomski welche Kommunen ihre Bürgerinnen und Bürgervon Cityguide hat dazu eine klare Meinung: „Open bei der Haushaltsplanung mit einbeziehen. Im JahrData sollte grundsätzlich nichts kosten. Wenn ein 2013 soll unter www.daten-deutschland.de dieUnternehmen Open Data so erfolgreich umsetzt, Open Data-Plattform von Bund und Ländern andass es dadurch Gewinne macht, sind die Steuern den Start gehen.eine Gegenleistung. Zudem sind die Daten bereitsvorhanden und die Kosten für die Bereitstellungsind nicht besonders hoch.“ Bei vielen Datenab-fragen steigt allerdings auch die Serverauslastung.Radomski schlägt in diesem Fall vor, dass massiveNutzer ab einer bestimmten Anzahl von Abfragenzahlen müssten. „Wenn der Preis auf wenige Centspro Abfrage festgelegt ist, tut das keinem weh unddie Serverkosten können ausgeglichen werden“ .Politik wird offen für TransparenzWeil die Daten bisher in erster Linie von Behördenbereitgestellt werden, spielt die Politik bei der Um-setzung von Open Data eine tragende Rolle. „AlsWettbewerbsthema ist Open Data deutlich erkenn- Gastautorinbar, und es wird auch in der Politik massiv voran-getrieben. Aber gerade hier gibt es auch Hürden. JANET DANIELDenn Daten verfügbar zu machen, bedeutet, sietransparent zu machen. Das ist nicht immer von al-len gewünscht“ so Radomski. Ausschreibungen wie ,„Apps für Deutschland“ demonstrieren die Bereit-schaft einzelner Politiker, sich mehr für Open Dataeinzusetzen. Janet Daniel studiert Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation an der Hoch- schule Neu-Ulm. Ihre Interessenschwerpunkte liegen im Informationsdesign und in der effizien- ten Datenkollaboration. Für die deutschlandwei- te Studenteninitiative Weitblick errichtete sie eine Plattform für das Wissensmanagement. Auf Twit- ter ist sie unter @goldfisch zu erreichen. 7
  9. 9. © selimaksan / iStockphoto Was Windeln mit Bier zu tun haben VON PATRICK NOTHELFER UND SIMON NIEDERER. Das im Jahr 2012 erzeugte weltweite Datenvolumen wird laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens IDC 2,7 Zetabytes betragen. In Bytes ausgedrückt ist das eine Zahl mit 21 Stellen. Oder 2,6 Billionen Festplatten zu je einem Gigabyte. Die gewaltige Datenflut findet durchaus Platz, denn die Preise für Speicher sinken seit Jahren. Das Sammeln und Verarbeiten der Daten benötigt aber viel Zeit – und die ist bekanntlich knapp, vor allem in Unternehmen. Das Zauberwort für dieses Problem heißt „Business Intelligence“ (BI). BI verspricht auf Knopfdruck strukturierte geben, damit es wichtige Entscheidungen für das Datenreihen und bunte Grafiken. Doch der Weg Unternehmen treffen kann“ so Dieing. , dahin ist lang. „Die Welt ist komplexer geworden“ sagt Karl Dieing. Er ist IT-Leiter beim schwäbischen An sich ist das nichts Neues. Seit jeher sammeln Aluminium-Schmelzwerk Oetinger:„Globalisierung, Unternehmen Informationen aus Produktion, Ver- mehr Wettbewerb und immer leistungsfähigere trieb oder Marketing um Rückschlüsse auf die Informationssysteme bewirken, dass zunehmend Geschäftssituation abzuleiten. Doch wo früher ein Daten gesammelt werden“ Diese zu strukturieren, . handgeschriebener Zettel mit den Zahlen der Ta- auszuwerten und grafisch darzustellen ist Aufgabe gesproduktion durchaus zweckmäßig war, erfor- der Business Intelligence (kurz: BI). „Ziel ist es, dern explosionsartig steigende Datenmengen heut- dem Management Informationen an die Hand zu zutage intelligente Business-Informationssysteme. 8
  10. 10. Data-Warehousing arbeiterin Margit Sauter: „In Sachen Benutzer- freundlichkeit haben viele BI-Anwendungen noch Das sind große Datenbanksysteme. Die Daten Optimierungspotential. Das Ganze kann für den werden im ersten Schritt aus dem ERP-System einzelnen Benutzer ziemlich unübersichtlich und eines Unternehmens extrahiert, bereinigt, struk- verwirrend sein“ Dies ist oftmals der immensen . turiert und dann in die Datenbank eingespielt. Menge an unterschiedlichen Datenstrukturen ge- Derart aufbereitet, können die Daten beim Data schuldet. Gezielte Schulungen schaffen Abhilfe, Mining analysiert werden. werden aber von Unternehmen in der Praxis zu sel- ten angeboten. Hier macht Sauter Nachholbedarf aus und sieht die Firmen in der Pflicht.Die Grundlage für alle BI-Systeme sind „Data-Warehouses“ Hinter diesem Begriff verbergen sich .riesige Datensilos, die viele Terabyte groß sein kön-nen. Durch eine Datenbankanbindung können zum Data MiningBeispiel Produktion, Vertrieb oder Geschäftsleitungselektiv auf die gespeicherten Daten zugreifen: „Je Das Mining (engl.: Bergbau) ist bildlich zu verste-nach Informationsbedarf können Vertriebs- und hen. Auch der Datenberg kann wertvolle SchätzeAbsatzzahlen oder Produktionsdaten in Echtzeit bergen, die durch das Data Mining sichtbar wer-abgerufen werden“ erklärt Dieing und fügt hinzu , den. Bei diesem Analyseverfahren werden große„die Daten sind strukturiert, visuell aufbereitet und Datenreihen, die scheinbar nicht zusammenhän-deshalb gut vergleichbar.“ gen auf signifikante Wechselbeziehungen unter- sucht.Bier und WindelnEine verbreitete Methode, an gewinnbringende In-formationen zu gelangen, ist das „Data Mining“ –ein spezielles Analyseverfahren, das oft im Einzel-handel verwendet wird. Dabei werden Datenreihennach Zusammenhängen, die so nicht offensichtlichsind, durchleuchtet. Der weltgrößte Einzelhändler, GastautorWalmart, soll so durch eine Warenkorbanalyse PATRICK NOTHELFERherausgefunden haben, dass freitagabends Bierin Kombination mit Windeln besonders oft gekauftwird. Die Erklärung: Junge Männer kaufen sichBier, während sie von den Frauen zusätzlich beauf-tragt werden, für den gemeinsamen NachwuchsWindeln zu besorgen. Der Supermarktriese will mitdieser Erkenntnis ein Vermögen verdient haben, in-dem er Bier neben Windeln ausgelegt hat.Für mittelständische Unternehmen stellen sich trotzder Goldgräberstimmung, die sich angesichts ei-nes solchen Beispiels einstellen mag, anfangs vie-le Fragen: Lohnt sich das? Brauche ich das? Abwelcher Datenmenge macht BI überhaupt Sinn?Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Der Patrick Nothelfer studiert Informationsmanage-Aufbau eines solchen Systems benötigt Zeit und ment und Unternehmenskommunikation an derDurchhaltevermögen: Bevor man aussagekräftige Hochschule Neu-Ulm. Besonders interssieren ihnAnalysen erwarten kann, müssen vorhandene Da- die Bereiche Personalmanagement und Unter-ten bereinigt, gegliedert und eingepflegt werden. nehmenskommunikation.Hierbei ist zu berücksichtigen, dass dieses Material Derzeit absolviert er sein Praxissemester in dereinheitlich erfasst wird. Ansonsten fließt es nicht in Human Resources Abteilung bei Cassidian indie Analyse ein. Ulm. Dort liegt sein Fokus auf der Betreuung von Praktikanten und der Organisation von Re- cruiting- und Einführungsveranstaltungen für denDies ist nicht das einzige Hindernis, das eine Aus- HR-Bereich..wertung erschweren kann, weiß Oetinger Mit- 9
  11. 11. Implementierung variieren je nach Umfang stark. Neben kostenpflichtiger Software haben sich auch Open-Source-Lösungen auf dem Markt ©Erdbeermarmelade / photocase.com etabliert. Die Software ist kostenlos, jedoch in ihrer Funktionalität oftmals eingeschränkt. Erwei- terungen, Schulungen und Handbücher kosten auch hier Geld. Zukunft ist mobil Einige Anbieter stellen bereits mobile Erweite- rungen zur Verfügung. „An der Visualisierung und an der Verarbeitung großer Datenmengen muss zwar noch gearbeitet werden, aber der Trend hat Potenzial“ glaubt Dieing. , So könnten Quartalszahlen auf dem Smartphone oder dem Tablet-PC bald zum Büroalltag gehö- Das Business Application Research Center ren. Entscheidungsträger können diese bequem (BARC) ist ein Forschungs- und Beratungsin- mobil abrufen und sind immer auf dem aktuel- stitut für Unternehmenssoftware mit Fokus auf len Stand. Dann bleibt auch mehr Zeit für die die Bereiche Business Intelligence, Enterprise wirklich wichtigen Sachen, zum Beispiel für den Content Management (ECM) und Enterprise nächsten Einkauf im Supermarkt – mit Bier und Resource Planning. Windeln vielleicht. BARC ist Herausgeber der bekannten Studie „Business Intelligence“, in der alle führenden Anwenderwerkzeuge für Reporting, Analyse und Co. getestet und bewertet werden. Da- Autor neben gibt es auch eine Studie über Open- SIMON NIEDERER Source-Anwendungen im BI-Bereich. Beide Studien sind kostenpflichtig.30 Minuten gespartBeherrscht man jedoch die Abfragen, so bietetdas System viele Möglichkeiten und spart Zeit:„Wir sparen bis zu 30 Minuten pro Abfrage“ er- ,klärt Sauter. Multipliziert man das mit den Mitar-beitern und Reports, die täglich in einem mittel-ständischen Unternehmen zusammenkommen,ergibt sich ein gewaltiges Einsparpotenzial. DasZusammenspiel der verschiedenen Datenbanken Simon Niederer studiert Informationsmanage-ermöglicht es, „Daten mit einem anderen Blick- ment und Unternehmenskommunikation an derwinkel zu betrachten und lässt Prognosen zu, die Hochschule Neu-Ulm. Als freischaffender Bild-einen ausschlaggebenden Wettbewerbsvorteil und Textgestalter mit über 8 Jahren Berufserfah- rung in Druckereien, Agenturen und Marketin-liefern können“ rechtfertigt Dieing die Kosten für , gabteilungen berät er heute Unternehmen undBI-Systeme. Diese können leicht in den sechsstel- Vereine bei ihren Online- und Offlinestrategien.ligen Bereich gehen. Während seines Praxissemesters bei ulrich medi- cal, einem Medizintechnikunternehmen aus Ulm,Bereitgestellt werden die Systemlösungen von plant er den Relaunch der Website, entwirft cross-Softwareherstellern, unter ihnen Schwergewich- mediale Kampagnen für Neuprodukte oder feiltte wie SAP, IBM und Oracle. Die Kosten für die an einem frischen Corporate Design. 10
  12. 12. © AndreasF / photocase.com Kann man den Wolken trauen? VON MIRIAM SCHLECHTER. Cloud Computing hat viele Vorteile. Von jedem Ort aus kann man unkompliziert auf Unternehmensdaten und -prozesse zuzugreifen. Doch laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesell- schaft PwC nutzen es bisher nur wenige mittelständische Unternehmen. Die meisten Firmen trauen der neuen IT-Lösung in puncto Datenschutz nicht über den Weg. Woran liegt das? Und was tun Anbieter um die Cloud („Wolke“) in ein besseres Licht zu rücken? Wenn Unternehmen Cloud Computing betreiben, den. Das heißt, dass die über das Netz bezogenen schicken sie ihre Daten und Anwendungen zwar Dienste dem jeweils aktuellen Bedarf an Speicher- nicht himmelwärts, aber zumindest lagern sie au- platz, Rechenleistung oder Softwarenutzung ange- ßerhalb des eigenen Rechenzentrums. Diese Daten passt werden. Somit werden den Nutzern nur die und Programme lassen sich dann nur über das In- Dienstleistungen berechnet, die auch tatsächlich ternet abrufen. in Anspruch genommen wurden. Und wie die Da- ten vom E-Mail-Account können auf diese Weise Das Prinzip ist nichts Neues. Im Grunde funktioniert selbst komplexe Geschäftsanwendungen zu jeder jedes beliebige E-Mail Programm auf diese Wei- Zeit, von überall auf der Welt abgerufen werden. se. Der neue Ansatz der Cloud Dienste liegt darin, dass die vom Unternehmen angeforderten IT-In- Trotz dieser Vorteile verlagern laut einer Studie frastrukturen dynamisch zur Verfügung gestellt wer- der PwC nur etwa 12 Prozent der deutschen Mit- 11
  13. 13. telständler ihre IT-Ressourcen in die Cloud. Die im Computing geht. Unter den zahlreichen Anbietern,Februar 2011 durchgeführte Studie ergab weiterhin, die ihre persönlichen Versionen einer sicheren Clouddass über 70 Prozent der gut 350 befragten Füh- präsentierten, war auch die Deutsche Telekom. Ihrrungskräfte aus dem deutschen Mittelstand, dem Stichwort zum Thema Datensicherheit ist Transpa-Trend wegen Sicherheitsbedenken skeptisch ge- renz. So wissen die Kunden der Telekom stets, wogenüberstehen. Nach Meinung des Bundesdaten- ihre Daten gespeichert werden, erläutert die Tele-schutzbeauftragten Peter Schaar ist vor allem bei kom-Mitarbeiterin Caroline Bergmann. „In allerCloud Services „die Vertrauenswürdigkeit des An- Regel sind das bei uns hochsichere, TÜV-zertifiziertebieters von entscheidender Bedeutung“ da derje- , Rechenzentren in Deutschland.“ Damit sollen vor al-nige der in die Cloud geht „ein Stück der eigenen lem die Bedenken der Mittelständler zerstreut wer-Kontrolle über die Datenverarbeitungseinrichtun- den. Denn wenn die Daten in Deutschland lagern,gen“ an ihn übergibt. Praktisch geht es um ein Stück unterliegen sie einer der sichersten Datenschutz-Privatsphäre. richtlinie der Welt. „Die Kunden haben Recht, wenn sie genau hinschauen, wem sie ihre Daten anver-Das Risiko von Datenverlust und Datenklau hängt trauen und welche Cloud-Lösung sie wählen. Wiraber nicht nur vom Anbieter, sondern vor allem von beraten Kunden, welche Daten sie in die öffentlicheder Form der Cloud ab. Bei der Private Cloud bei- Cloud legen können und für welche Daten sie diespielsweise werden alle Daten im eigenen Rechen- noch besser geschützte Private Cloud wählen soll-zentrum gelagert und nur an Endgeräte vergeben, ten“ sagt Bergmann. ,die Zugriff auf das private Netzwerk oder Intranethaben. Im Gegensatz dazu lagern die Daten inner- Aber nicht nur durch Transparenz kann Vertrauenhalb einer Public Cloud auf einem fremden Server, und Sicherheit in der Cloud gewährleistet werden.auf den das Unternehmen selbst keinen Zugriff hat. Die Nürnberger Firma BioID setzt bei ihrem Sicher-Der Gedanke, wichtige Firmendaten Fremden zu heitssystem vor allem auf das Thema Zugriffsschutz.überlassen, löst bei den meisten Mittelständlern Un- Ob Facebook, eBay oder Amazon – bisher wur-behagen aus und steigert vor allem deren Sicher- de der Zugriff auf Internetportale durch die Abfra-heitserwartungen an die Cloud Dienste. ge eines Usernamens und Passworts beschränkt. Die Sicherheit dieser Zugriffsmechanismen stehtAuch das diesjährige Motto der Cebit „Managing aufgrund der jüngsten Datenpannen immer mehrTrust“ beweist, dass Datenschutz immer noch ei- in Frage. Um die sensiblen Daten in der Cloudnes der wichtigsten Themen ist, wenn es um Cloud solchen Angriffen nicht aussetzen zu müssen, hat Grafik: BioID 12
  14. 14. BioID einen neuen Authentifikations-Service entwi-ckelt. Bei diesem Verfahren werden Zugriffsberech-tigte mit Hilfe von biometrischer Gesichtserken-nung erkannt. So kann mit einer handelsüblichenWebcam, die keinerlei weitere Software bedarf, si-chergestellt werden, dass nur berechtigte Personenauf die Daten zugreifen können.Konzepte für die Sicherheitsanforderungen vonCloud Computing gibt es also genug. Trotzdemsollte jedes Unternehmen im Vorhinein die Gefah-ren, die mit der Auslagerung der Daten verbundensind, richtig einschätzen. Nur so kann der Bedarfan Sicherheit erkannt und die richtige Lösung ge-funden werden. Laut Einschätzung des Bereichslei-ters für IT Service des Branchenverbands Bitkom,Mathias Weber, werden die Bedenken, die der Mit-telstand gegenüber Cloud Computing noch hat,schnell abgebaut werden. Auch die voranschrei-tenden Entwicklungen der Cloud Sicherheit werdenein Stück dazu beitragen, die Vorstellung der Ge-witterwolke zu vertreiben. Autorin MIRIAM SCHLECHTER Miriam Schlechter studiert Informationsmanage- ment und Unternehmenskommunikation an der Hochschule Neu-Ulm. Sie fühlt sich in der Online Welt zuhause und kann sich dabei unter ande- rem für die Konzeptentwicklung von Webseiten und anderen Online-Marketing Maßnahmen begeistern. Zurzeit absolviert sie bei der Wer- beagentur Serviceplan in München ihr Praxisse- mester im Bereich Konzeption und Informations- architektur. 13
  15. 15. © complize / photocase.com Web Controlling: Ein Schlüssel zum Unternehmenserfolg VON VOLKER REICHERT. Was machen Besucher eigentlich auf einer Website? Wo halten sie sich auf und welche Möglichkeiten gibt es, ihre Aktivitäten zu steuern? Solche Fragen lassen sich mit Hilfe moderner Web-Analytics Tools leicht beantworten. Wertvoll sind die erhobenen Daten jedoch erst, wenn man sie korrekt zu deuten und anzuwenden weiß. Sogenannte Web-Analytics Tools, auch Web-Con- überraschend einfach, erklärt der Herausgeber der trolling oder Web-Tracking genannt, machen es Blogs Web Analytics Europa, Ralf Haberich: „Ruft möglich, Bewegungen und Aktivitäten von Besu- ein Nutzer eine Website auf, wird mit dieser auch chern auf Internetseiten zu beobachten. Die somit ein winziges, unsichtbares Pixel vom entsprechen- gewonnen Daten enthalten wertvolle Informatio- den Analyticsserver mitgeladen.“ Dieses soge- nen über das spezifische Nutzerverhalten und wer- nannte Zählpixel misst, analysiert und gibt in Echt- den meist mit Hilfe von Grafiken und Kennzahlen zeit Auskunft darüber, wo sich ein Nutzer auf der dargestellt. Ziel ist es, die Ergebnisse auszuwerten Website aufhält und welchen Weg er beschreitet. und sie zu verwenden, um den Webauftritt zu ver- Entscheidend ist dabei die korrekte Einbindung auf bessern. die einzelnen Websites, nur so sind fehlerfreie und aussagekräftige Analysen möglich. Ein Pixel mit großer Wirkung In der schnelllebigen Internetwelt ist es wichtig, Die Funktionsweise hinter diesem Instrument ist seine Webseite ständig zu verbessern. Die Opti- 14
  16. 16. mierung sollte als Zyklus angesehen werden der Web-Analytics „als kontinuierlicher Prozess im Un-einmal abgeschlossen, unmittelbar wieder von ternehmen etabliert werden, mit klaren Ressourcenvorne beginnt. Bezogen auf Web Controlling wird und Verantwortlichkeiten.“hier von einem Zyklus in vier Schritten gesprochen:So werden im ersten Schritt, Ziele und gewünschte Qualität statt SammelwutSoll-Werte festgelegt. Ein solches Ziel könnte zum Um den Webauftritt nutzerfreundlicher gestalten zuBeispiel sein, dass sich mehr Besucher über ein können, gilt es Lücken aufzuspüren. Hier hilft Web-Online-Formular registrieren. Analytics. Wichtig ist jedoch, dass sich die Anwen- der auch mit den entdeckten Schwachstellen aus-Der darauf aufbauende zweite Schritt besteht aus einandersetzen, um geeignete Lösungen zu finden.dem eigentlichen Analyse Tool. In welcher Reihen- Andernfalls bliebe es bei der Analyse – und derfolge werden die Felder ausgefüllt? Was passiert Effekt wäre dahin.auf der Registrierungsstrecke? Wo sind Stellen, andenen Besucher zögern oder gar abbrechen? Es Vordergründig kommt es also nicht auf die Mengewerden also Daten und Informationen von Be- der gesammelten Daten an, sondern vielmehr aufsuchern erfasst, die für das jeweilige Ziel hilfreich die korrekte Website-Anbindung, die richtige Inter-sind. Daraus werden nun im nächsten Schritt die pretation relevanter Daten sowie auf die Kontinu-tatsächlich erreichten Ist-Werte abgeleitet. Ver- ität, mit der gemessen wird. Zudem sollte genaugleicht man nun anschließend Soll- und Ist-Werte überlegt werden, was von einem Analyse-Tool er-miteinander und stellt Abweichungen fest, gilt es wartet wird, um bei der Wahl des geeigneten Sys-die entsprechenden Schwachstellen zu optimieren. tems Fehler zu vermeiden. Denn natürlich ist auch„Der Zyklus beginnt von Neuem, wenn die Wirk- in diesem Bereich Software nicht gleich Software.samkeit dieser Optimierungen gemessen wird“ er- , Mittlerweile gibt es ein breites Angebot, ob fürläutert der Geschäftsführer beim Softwarehersteller Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmenetracker, Christian Bennefeld. Um Schwachstellen oder globale Großkonzerne.unablässig auszumachen und zu beheben, müsse 15
  17. 17. Sämtliche dieser Schritte gilt es zu beachten, bevor Daten aus allen Bereichenmit teuren Marketingmaßnahmen auf die Internet- Neben dem Datenschutz wird es zukünftig im-präsenz aufmerksam gemacht wird. Das Risiko mer mehr auf die Verschmelzung von Informati-von enttäuschten Besuchern und einer negativen onen aus Online- sowie Offline-Bereichen an-Resonanz ist hoch, überstürzt man derartige Wer- kommen. Das heißt auch soziodemografischebemaßnahmen, ohne den Webauftritt vorher auf Merkmale wie Alter, Bildung und EinkommenHerz und Nieren getestet zu haben. werden vermehrt in die Web-Analysen einflie- ßen. Dadurch werden diese noch genauer undHeikles Thema Datenschutz Webseiten können nutzerfreundlicher gestaltet„Webseiten-Betreiber unterliegen dem Teleme- werden. Die Anzahl der Unternehmen, die aufdiengesetz und – sofern sie personenbezogene Web-Controlling setzen, steigt von Jahr zu JahrDaten erfassen – auch dem Bundesdatenschutz- weiter an, denn der Nutzen ist beträchtlich: Be-gesetz,” erklärt Bennefeld. Zum Schutz der per- reits kleinere Optimierungen der Website kön-sönlichen Daten ist es beispielsweise nicht erlaubt, nen helfen, Besucher zu binden, sie richtig zudie vollständige IP-Adresse eines Besuchers zu führen und somit den Unternehmenserfolg zuspeichern. „Wenn eine Website besucht wird, muss steigern.es dort die Möglichkeit geben, nicht analysiertzu werden, und die IP-Adresse ist vom Analyse-Anbieter unkenntlich zu machen“ so Blogger Ha- ,berich. Aktuell sieht es in der Praxis jedoch etwasanders aus. Bis dato gibt es nur auf wenigen Web-seiten (beispielsweise: www.bbc.com), die Opti-on, ob man als Besucher seine Daten übermittelnmöchte oder nicht.Viele Software Anbieter arbeiten deswegen mitZertifikaten und Signets, die datenschutzkonformesWeb-Analytics garantieren. Denn das Bewusst-sein der Nutzer zum Thema Internet und Sicher- Autorheit wurde durch die wiederholt aufkommendenDatenpannen der vergangenen Jahre weiter ge- VOLKER REICHERTschärft. Der sorgfältige Umgang mit persönlichenAngaben wird langfristig gesehen ein zentralerBestandteil von Web-Controlling bleiben. Volker Reichert studiert im 4. Semester an der Hochschule Neu-Ulm Informationsmanage- ment und Unternehmenskommunikation. Mo- mentan absolviert er sein Praxissemester bei der Voith GmbH im Konzernbereich Voith Hyd- ro. Dort unterstützt er internationale Kommuni- kationsprojekte im Bereich Erneuerbare Ener- gien, Wasserkraft. 16
  18. 18. Impressum Herausgeber: VALUE24 Businessportale Deutschland GmbH Jarrestraße 80 22303 Hamburg Tel: +49 (0)40 / 28 41 756-51 Fax: +49 (0)40 / 28 41 756-40 Internet: www.businessvalue24.de Email: info@businessvalue24.de Geschäftsführer: Steffen Kneist Redaktion: Julia Räsch Layout und Illustration: Monika Antecka Text: Julia Räsch, Bahar Bakhtiary, Janet Daniel, Patrick Nothelfer, Simon Niederer, Miriam Schlechter, Volker Reichert Fotos: photocase.com (JoeEsco, jock+scott, mis-Unser nächstes Themenspecial terQM, AndreasF., Erdbeermarmelade, complize),„Sharing – Der Spaß am Teilen“ iStockphoto (selimaksan), Bahar Bakhtiary, Janeterscheint im März 2013. Daniel, Patrick Nothelfer, Simon Niederer, Miriam Schlechter, Volker Reichert, BioIDFeedback: Sie haben Fragen oder Anregungen Besuchen Sie uns auch auf Facebook:zu unserem Special? Dann mailen Sie uns: facebook.com/businessVALUE24redaktion@businessvalue24.deoder besuchen Sie unsere Webseite und Folgen Sie uns bei Twitter:diskutieren mit: www.businessvalue24.de twitter.com/businessVALUE24 17

×