Exkursionsbericht der natur auf der spur 3

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Exkursionsbericht der natur auf der spur 3

  1. 1. Exkursionsbericht 25. März 2010 Betreuer: Frau Mag. Hirsch, Herr Mag. Dr. Hofer Ausgangspunkt: Berchtoldshof/Buzzihütte
  2. 2. Noch bevor wir losgegangen waren, sichteten wir mit dem Fernglas einen Bussard, welcher über uns seine Kreise zog. Erkennbar ist dieser Vogel daran, dass die Flügelspitzen abgerundet sind und zwischen den Federn oft Lücken sind. Zudem konnten wir beobachten, wie der Bussard sich an einer Stelle in der Luft halten kann bzw. mit wenig Flügelbewegung in der Luft gleitet. Weiters erfuhren wir, dass man einen Bussard an der braunen Körperunterseite erkennt. Als wir durch den Wald wanderten, ließ uns ein besonderes Vogelzwitschern innehalten. Frau Mag. Hirsch erklärte uns, dass es sich um den heimischen Zilp Zalp handle, den wir aus dem Baumdickicht heraus hörten. Das in seinem Gesang typisch verankerte „Zilp-zalp-zilp…“ gibt dem Vogel seinen Namen. Diese bescheidene Strophe ist ihm schon angeboren und beim Singen wendet er sich hin und her. Meistens sind es die Männchen, die auf hohen Zweigen sitzen und fröhlich ihre Weisen zwitschern. Dadurch halten sie allerdings konkurrierende Artgenossen fern. Das Weibchen ist für die Nahrung der Jungen und für das Brüten zuständig. Weiters charakteristisch für diesen Vogel sind seine braungraue Oberseite und seine dunklen Füße. Lichte Laubwälder, Feldgehölze und Gärten gehören zu seinem Lebensraum. Meistens findet man ihn in feuchten Lagen, wo es genügend Insekten, Spinnen und Beeren gibt, von denen er sich ernähren kann. (vgl. Sauer, 1982, S.194) Kaum war der Zilp Zalp verstummt, begann schon ein anderer Vogel uns mit seinem Gesang zu beglücken. Es war die bekannte Kohlmeise, die in unseren Wäldern zu Hause ist. Ihre Länge von 14 cm und ihr Gewicht von 20 Gramm machen sie zur größten und schwersten Meise Mitteleuropas. Weitere Merkmale sind ihr schwarzer Kopf mit den gelben Wangen und das schwarze Längsband, das sich über ihre gelbe Brust erstreckt. Von den 45 verschiedenen Arten von Meisen findet man die Kohlmeise in Gärten, Parks und lichten Wäldern am häufigsten vor. Sie liebt es, mit ihrer vielseitigen Stimme verschiedenste Vögel vorzutäuschen. (vgl. Sauer, 1982, S.224) Der schmetternde Gesang des Buchfinken spielt im Vogelkonzert eine dominierende Rolle. Er kennzeichnet sich durch weiße Doppelstreifen auf den Flügeln und durch weiße äußere Steuerfedern. Das Männchen ist unten und im Gesicht rotbraun, oben kastanienbraun, Oberkopf und Nacken sind blau. Das Weibchen hingegen ist grünlichbraun. (Vgl. Stidworthy 1987, S. 61) Das Rotkehlchen könnte man als stets fröhlichen Vogel bezeichnen, welcher uns nahezu den ganzen Tag mit seinem Gesang erfreut. Bis in die späte Dämmerung hinein hört man das Rotkehlchen zwitschern. Die hohen aneinandergereihten Töne und die hellen abfallenden Triller geben dem Gesang eine feierliche und leicht
  3. 3. melancholische Note. Erkennbar ist dieser Vogel an seiner rostroten Stirn, Kehle und Brust, seiner olivbraunen Oberseite, den großen Augen und der rundlich wirkenden Form. Keck stelzt er häufig den Schwanz in die Luft, knickst und lässt die Flügel hängen. Wenn man sich in Gärten oder in Laub-, Misch- und Nadelwäldern mit viel Unterholz aufhält, kann einem schon gelegentlich ein Rotkehlchen über den Weg flattern. (Vgl. Nicolais, S.38) Bei der Buzzihütte fanden wir Zapfen, die von verschiedenen Tieren bearbeitet wurden. Der erste Zapfen zeigt die Hackspuren des Spechts. Der folgende Zapfen ist relativ gleichmäßig abgenagt, was das Kennzeichen für ein Eichhörnchen ist. Am genauesten nagt jedoch die Maus. Der von ihr bearbeitete Zapfen zeigt das letzte Bild. Nach einem Stück unserer Wanderung fand eine Studienkollegin einen toten Kleiber. Frau Mag. Hirsch berichtete, dass der Kleiber der einzige Vogel ist, der auch mit dem Kopf voran stammabwärts klettern kann. Weiters nistet er sich in verlassene Spechthöhlen ein, deren Eingang er mit Lehm zuklebt, um ihn zu verkleinern und den Ameisen den Zugang zu verwehren. Daher kommt auch sein Name „Kleiber“. Sein Schnabel ist kräftig und spitz, Scheitel und Oberseite sind blaugrau, die Unterseite ist rahmgelb mit kastanienbraunen Flanken. Über den weißen Wangen läuft ein schwarzer Streifen durch das Auge. (Vgl. Eisenreich et al. 1986, S. 48)
  4. 4. Nachdem zwei Gruppen à sechs Studentinnen eingeteilt wurden, beschäftigte sich unsere Gruppe zuerst mit den Buchen und Blumen. Unzählige Samen, Blätter, Früchte und Zweige der Buche wurden von uns gesammelt. Zudem fanden wir Buchenkeimlinge in feuchter Erde. Bei der Keimung der Buche wachsen die Keimblätter und die Fruchtwand mit dem Trieb empor. Nach zwei Jahren ist die junge Pflanze erst wenige Zentimeter groß. Es dauert über fünfzig Jahre bis sich der Stamm und die ausladende Krone, des erwachsenen Baumes, entwickelt haben. (Vgl. Anger 1995, S. 44 f.) Die Buche (Rotbuche – Fagus silvatica) zählt zu den wichtigsten einheimischen Laubbäumen und wächst im Buchen-, Laub- und Mischwald. Sie wird bis zu 30-40 m hoch. Der Stamm ist schlank und gerade, die glatte Rinde ist grau und an den braungrauen Ästen befinden sich zweizeilige, vorne zugespitzte, eiförmige Blätter mit leicht welligem Rand. Die Buche trägt Früchte, die man Bucheckern nennt. Diese fallen so wie die Blätter im Herbst ab. Das deutsche Wort Buche findet sich auch im Buch wieder, denn früher wurden Schreibtafeln aus Buchenholz gemacht. (Vgl. Eisenreich et al. 1984, S. 16)
  5. 5. Zum Zeitpunkt de Exkursion (März) entdeckten wir vorwiegend Leberblümchen (Hepatica nobilis). Sie kommen meist in größeren Beständen in Buchen-, Eichen- und Nadelmischwäldern vor. Leberblümchen bevorzugen kalkhaltige Böden. Die Blätter sind dreilappig (wie die menschliche Leber, daher kommt auch der Name) und an der Oberseite sind dunkelgrün. Die langstieligen Blüten haben sechs bis neun Kronblätter. (Vgl. Eisenreich et al. 1987, S. 42) Auffallend sind die Farbgebungen der Blüten, die von weiß über rosa und lila bis zu blau reichen. Auch der Huflattich ist ein bekannter Frühblüher. Im Sommer entwickelt er große Blätter. Als Tee wird er häufig bei Husten eingesetzt. Beim Heidekraut wird zwischen der Frühlings- und der Herbsterika unterschieden. Die Frühlingserika wird unter anderem auch Schneeheide genannt. Das Heidekraut ist oft neben Föhren, auf lichten, trockenen, kalk- und nährstoffarmen Böden zu finden. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 276) Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist uns als „Hänsel und Gretel“ bekannt. Die Blüten verfärben sich von rot zu blauviolett. Der Farbwechsel der hängt mit dem Stoffwechsel der Pflanze zusammen. Der Blütenfarbstoff hat Indikatoreigenschaften,
  6. 6. das heißt er wechselt seine Farbe in Abhängigkeit vom Säuregrad des Zellsaftes. (Vgl. Eisenreich et al. 1987, S. 49) Wir erfuhren, dass die Insekten möglicherweise nur auf die roten Blüten gehen und eine Bestäubung oder Befruchtung den Farbwechsel hervorruft. Man findet dieses Raublattgewächs in feuchteren Laubmischwäldern, an Waldrändern und in Gebüschen. Die Pflanze wird in der Naturheilkunde zur Wundbehandlung und bei Lungenerkrankungen verwendet. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 374) Das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana) ist in Laub- und Nadelmischwäldern sowie in Gebüschen anzutreffen. Die rötlich-violetten Blüten sind abwärts gebogen. Die Grundblätter sind herz-eiförmig. Der für die bestäubenden Insekten produzierte Nektar wird von einem Staubblattanhängsel in den Sporn (ist 5-6 mm lang abwärts gebogen und dunkelviolett) hinein abgegeben. Neben Insektenbestäubung kommt auch Selbstbestäubung vor. (Vgl. Eisenreich et al. 1987, S. 44) Unsere Betreuer ließen uns wissen, dass die Veilchen hauptsächlich von den Ameisen verbreitet werden. Veilchensamen besitzen einen kleinen, schmackhaften Anhang, extra zum Abknabbern für die Ameisen. Dabei verschleppen sie die Samen, die dann unbeschädigt auf liegenbleiben. Deshalb findet man entlang der Ameisenwege oft eine „Veilchenallee“. In Parfüms nutzen wir die Blütendüfte des Veilchens (Viola odorata), die eigentlich Insekten anlocken sollen. (Vgl. Jacobs 1988, S. 33 f.) Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) ist ein Hahnenfußgewächs und hat weiße, manchmal außen rötlich überlaufene Blüten. 6-8 Blüten umgeben die vielen gelben Staubblätter der meist einblütigen Pflanze. Am Stengel findet man 3 handförmig geteilte Hochblätter. Der Blattrand ist grob und ungleich gesägt. Das Buschwindröschen wächst in Laub- und Nadelwäldern, in Gebüschen und auf Bergwiesen. Bestäubt wird es von verschiedenen Insekten, die Verbreitung der Nussfrüchte wird von den Ameisen übernommen. (Vgl. Eisenreich et al. 1987, S. 8)
  7. 7. Der Seidelbast ist ein kleiner Strauch mit stark duftenden Blüten und wächst in Eichen- und Buchenwäldern, vor allem auf kalkreichen Böden. Der Duft ist 10-20 m weit wahrnehmbar. Später fallen die erbsengroßen, scharlachroten Beeren auf, die wie alle anderen Teile des Strauches giftig sind. Schon wenige Früchte wirken tödlich. Der scharf brennende, überaus unangenehme Geschmack verhindert normalerweise den Verzehr einer tödlichen Dosis. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 272/418) Manchmal wird der Seidelbast auch in Gärten angepflanzt. Meisten umhüllen die Früchte des Sanddorns in großen Mengen die Zweige, allerdings nur bei einem Teil aller Pflanzen. Der Sanddorn gehört auch zu den zweihäusigen Pflanzen, das heißt, es gibt rein männliche und rein weibliche Sträucher. Von den Vögeln (vor allem von Fasanen) werden die, den ganzen Winter über verfügbaren Früchte, gerne verzehrt. Ebenso schätz der Mensch die Wildfrucht aufgrund des hohen Vitamin C-Gehaltes. Die Beeren werden nicht nur zu Marmelade und Saft verarbeitet, sondern auch zu Extrakten, die bei Erschöpfung, Appetitlosigkeit und der Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Erkältungskrankheiten hilfreich sind. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 420) Zu den Klematisgewächsen zählt die Heimische Liane. Die Pflanze hängt sich bei Bäumen ein. Die Klematis blüht weiß. Die Zweige der Heimischen Liane haben dicke Rohrleitungen, aufgrund des Wassertransportes und sind elastisch. Frau Mag. Hirsch machte uns auf einen Baumstumpf aufmerksam, unter dessen Rinde wir einen riesigen Ameisenbau vorfanden. Die Waldameisen tummelten sich erschreckt, als wir die Rinde vorsichtig hoben, um fasziniert die von den rötlichen Lebewesen erstellten Gänge und Höhlen genauer betrachten zu können. Diese Kammern dienen zur Eiablage, zur Brut und als Vorratsspeicher. Ein Ameisenstaat kann aus 200 000 bis zu 2 000 000 Tieren bestehen. Die Waldameisen sind ausgezeichnete Baumeisterinnen, die sich häufig Ameisenhügel, die bis zu 2 m hoch werden und in denen sie leben können, bauen. Das ist eine gewaltige Leistung, da
  8. 8. das Material, das aus Fichtennadeln oder Zweigen besteht, nicht selten rund das 40- fache des Eigengewichts einer Ameise ausmacht. Die Waldameise gilt als Gesundheitspolizei des Waldes. Sie erfüllt verschiedene wichtige Aufgaben wie Samen zu verbreiten, Schädlinge zu bekämpfen, Läuse zu züchten, Aas zu fressen und vieles mehr. Somit ist sie für das gesunde Gleichgewicht des Waldes unverzichtbar. (Planet Wissen, 5.4.2010) Als nächstes bestaunten wir ein Stück Holz, welches deutliche Spuren des Borkenkäfers erkennen ließ. Frau Mag. Hirsch ließ uns wissen, dass der Borkkäfer auch als Forstschädling gilt, aber nur bei einer Monokultur. Die Kennzeichen dieses Käfers sind seine langen Fühler, die er zum Riechen einsetzt. Die Eier werden vom Weibchen in regelmäßigen Abständen ins Holz gelegt. Die Larven fressen Gänge und ihr Wachstum ist an den breiter werdenden Gängen ersichtlich. Die Borkenkäfer (Scolytidae) haben meist einen kurzen, zylindrischen, gelb bis schwarz gefärbten Körper, dieser ist oft punktiert oder gestreift. Sie werden zwischen 1-9mm groß und haben gekniete Fühler mit deutlicher Keule. Ihre Flügeldecken sind halbkugelig bis halbzylindrisch, oft mit einem Absturz am Hinterende. Er ist Pflanzenfresser und lebt oft in Symbiose mit Pilzen, um sich vom Holz zu ernähren. Dadurch richtet er in der Forstwirtschaft großen wirtschaftlichen Schaden an. Entwicklung der Borkenkäfer
  9. 9. Der Borkenkäfer sucht für seine Nachkommen meist kränkelnde und beschädigte Bäume aus, wenn dieser erst einmal befallen ist, locken Sexual- und Aggregationshormone weitere Tiere an. Die Paarung selbst findet im Gangsystem im Holz, in der so genannten Rammelkammer, statt. Die Eier werden in Brutzellen im Holz abgelegt. Die Larven haben keine Beine und sind gekrümmt., sie leben unter der Rinde (Rindenbrüter) oder im Holz (Holzbrüter). Die Entwicklung der Larve kann von weniger als ein Jahr bis zu mehrere Jahre dauern. Die Verpuppung findet unter der Rinde statt. Die geschlüpften Käfer führen meist eine Reifungsfraß durch. Bei günstigen Bedingungen (Warmes, trockenes Wetter, Windbruch) kommt es zu Massenvermehrungen. Wildbienen: leben allein (Solitärbienen), ca. 160 verschiedene Sorten an Bienen Später fanden wir einen Ast der von Schimmel (= Pilz) befallen war. Weiden (Sal-Weiden) sind vor allem auf Waldlichtungen, an Waldrändern, auf Wildland weit verbreitet, meist jedoch als Sträuche. Zur Blütezeit kann man die männlichen Sträucher mit gelben leicht von den weiblichen mit graugrünen Kätzchen unterschieden. Mit ihrem frühen und reichen Pollen- und Nektarangebot sind die Weiden erste Nahrungsspender für die Bienen. Die Zweige dienen am Palmsonntag vielerorts als „Palmstöcke“. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 256) Dann entdeckten wir einen C-Falter, den wir anfangs für einen Distelfalter hielten, auf einer weiblichen Weide.
  10. 10. Der Distelfalter ist eigentlich ein Zug- bzw. Wanderschmetterling, welcher alljährlich nach Mittel- und Nordeuropa einfliegt und dessen Nachkommen im Herbst wieder zurückziehen. Jedoch gibt es immer mehr Falter, die versuchen bei uns zu überwintern. Seine (mit Ausnahme von Südamerika) weltweite Verbreitung zeigt sich auch durch den Überflug des offenen Meeres über Hunderte von Kilometern (dies zeigen Nachweise auf Island). Zu erkennen ist er an einer gelbbraunen Oberseite mit weiß gefleckter schwarzer Flügelspitze. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 190) Schwarzerle (Alnus glutinosa) Die Schwarzerle erträgt die meiste Bodennässe und gehört zu den einheimischen Gehölzen. Meist blüht die Blauerle schon im März. Der Baum ist einhäusig. Ein besonderes Merkmal der Erle ist, dass die männlichen Kätzchen lang von den Zweigen herab hängen, während die weiblichen winzig sind und erst im Lauf des Sommers zu zapfenähnlichen Fruchständen heranwachsen. Die Blätter der Erle sind wechselständig, rundlich, einfach gesägt, an der Spitze ausgerandet oder stumpf. (Vgl. Wegweiser durch die Natur, S. 151) Gewöhnliche Kiefer (Pinus silvestris) Als nächstes erfuhren wir mehr zu den Föhren (Kiefern), wie beispielsweise, dass sich je zwei Nadeln an den Trieben befinden. Die Föhren wachsen auf kargen und trockenen Böden. Mit Herrn Mag. Dr. Hofer ermittelten wir das Alter einer jungen Föhre (ca. 7 Jahre) durch das Zählen am Stamm bzw. an den Seitenästen.
  11. 11. Die Föhre/Kiefer gehört zu den Kieferngewächsen (Pinaceae). Die Kiefer ist ein immergrüner Nadelbaum und hat tiefgehende Pfahlwurzeln mit zahlreichen Nebenwurzeln. Der Baum kann bis zu 30 m erreichen. Der Stamm ist je nach Standort entweder bis hoch hinauf astrein oder aber niedrig und knorrig gedreht. Die Kiefer hat ein sehr harzreiches Holz. Bei jungen Bäumen ist die Rinde meist fuchsrot und wird im Alter hell rötlichbraun bis graubraun mit tiefen Furchen und dicken Platten. Die langen Nadeln stehen in Büscheln zu 2, 3 oder 5 und werden zwei bis drei Jahre alt. Die ersten Blüten werden zwischen dem 30. und 70. Lebensjahr gebildet. Die männlichen gelben Blüten befinden sich als ährenartige Stände an jungen Trieben. Die weiblichen Blüten sind zunächst rosa und dann grün. Zwei Jahre brauchen die 3 bis 7 cm langen Zapfen der Kiefer bis zur Reife. Sie bleiben auch nach der Samenausschüttung am Baum hängen. Die Kiefer oder auch Föhre genannt ist ein sehr sturmfester Baum, da die Wurzeln des Baumes tief im Boden verwurzelt sind. Der Baum gedeiht auf fast allen Böden. (Vgl. http://www.natur-lexikon.com/Texte/wp/ 001/00022-Kiefer/wp00022-Kiefer.html) Seggen stellen eine eigene Gattung der Gräser dar. Seggen (Carex) sind eine Gattung aus der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae) mit bis zu etwa 2000 Arten, die meist in den kalten und klimatisch gemäßigten Zonen vorkommen. Der Standort ist je nach Art sonnig bis halbschattig und ihr Wuchs ist zum Teil Rasen bildend. Ihre Blätter sind meist w-förmig gefaltet und die Blüte ist braun, die Blütezeit ist je nach Art verschiedenen. Die Segge wird zwischen 15-18cm groß. Die Vermehrung geschieht durch Teilung. Außerdem begegneten wir Hackspuren des Buntspechts, die auf einem abgestorbenen Baum zu erkennen waren. Den Ruf „Kick“ des Buntspechtes überhört man meist nicht und erkennbar ist dieser Vogel an seinem schwarz-weiß-rotem Gefieder mit roten Unterschwanzdecken und großen weißen Schulterflecken. Zudem ist er die häufigste Spechtart in Wäldern, Gärten und Parks. Dieser Vogelgeselle kommt im Winter bis ans Futterhaus, entzieht sich sonst aber eher dem Beobachter, indem er auf die abgewandte Stammseite läuft. Die Kontaktaufnahme, zwischen Männchen und Weibchen, erfolgt im Frühling durch das Trommeln. Auf dem
  12. 12. Speiseplan des Buntspechtes stehen hauptsächlich Insektenlarven, Käfer und Raupen. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 52) Dann lernten wir den Unterschied zwischen einem Maulwurfgang und einem Gang der Wühlmaus kennen. Beim Maulwurfgang sind die Wurzeln noch vorhanden. Während hingegen die Wühlmaus alle Wurzeln abfrisst. Tolle Unterrichtsideen und Wissenswertes über den Maulwurf findet man auf dieser Seite. In diesem Bericht möchten wir nur einige Beispiele zeigen: http://www.goethe.lb.bw.schule.de/faecher/biologie/biologie/klasse06/maulwurf/maulwurf.htm Der Name Maulwurf kommt von dem alten Wort "Mull" für Erde (Humus). Also ist er eigentlich ein "Erdwerfer". In manchen Gegenden nennt man ihn selbst Mull, auf Englisch heißt er ganz ähnlich, nämlich mole.
  13. 13. Der Maulwurf ist ein Einzelgänger. Er gräbt mit seinen kräftigen Schaufelhänden unter der Erde Röhrengänge. Dabei kommt er bis zu 30 cm in der Minute voran. In einer einzigen Nacht kann er neue Tunnels von fast 100 m Länge anlegen. Mehrmals am Tag läuft der Maulwurf durch seine Gänge auf der Suche nach Beutetieren, die in die Röhren gepurzelt sind. Dabei kann er sich auf der Stelle umdrehen wie bei einem Rückwärts- Purzelbaum. Nur nachts verlässt er manchmal seine unterirdische Wohnung. Dann ist er in Gefahr, denn er hat vor allem Katzen, Marder und Raubvögel als Feinde. Auch die Menschen gehören zu seinen Feinden, denn viele ärgern sich nämlich sehr über die vielen Erdhügel. Diese Hügel machen den Menschen die Arbeit auf den Feldern und Wiesen schwer. Mit seiner Wühlarbeit lockert er aber auch den Boden und frisst unzählige der für uns oft schädlichen Insekten. Er hält keinen Winterschlaf, sondern lebt von seinen Vorräten. Eine „Wohnung“ eines Maulwurfes besteht meist aus 6 Teilen: Wissenswertes über die Wühlmaus Bevorzugter Lebensraum der Wühlmaus sind leichte bis mittelschwere Böden, in denen sie ohne Schwierigkeiten ihr Gangsystem anlegen kann. Während viele Wühlmausgattungen sich Gangsysteme im Boden anlegen, leben manche auf Wiesen oder sogar auf Bäumen (Tannenmäuse). Bei ihrer Wühltätigkeit werfen sie länglich flache Erdhaufen auf, die oft mit Gras oder Wurzeln durchzogen sind. Ihre Hügel werden deshalb auch oft mit denen des Maulwurfes verwechselt. Neben der Unterscheidungsmöglichkeit der Wurzeln (siehe oben) sind die Erdhaufen des Maulwurfes rundlicher und größer und werden von ihm auch in regelmäßigen Abständen aufgeworfen, was bei den Wühlmäusen nicht der Fall ist.
  14. 14. Die Wühlmaus Über unseren Maulwurf (Talpa europaea) hat niemand treffender gedichtet als Friedrich Die Wühlmaus nagt von einer Rückert (1788 bis 1866): Wurzel das W hinfort, bis an die – urzel. Sie nagt dann an der hintern "Der Maulwurf ist nicht blind, gegeben hat Stell auch von der –urzel noch das ihm nur ein kleines Auge, wie ers brauchet, l. Die Wühlmaus nagt und nagt, o die Natur; mit welchem er wird sehn, so weh, auch von der –urze- noch das weit er es bedarf im unterirdischen Palast, e. Sie nagt die Wurzel klein und den er entwarf; und Staub ins Auge wird kurz, Bis aus der –urze- wird ein – ihm desto minder fallen, wenn wühlend er urz-. emporwirft die gewölbten Hallen. Den Regenwurm, den er mit anderen Sinnen Die Wühlmaus ohne Rast und Ruh sucht, braucht er nicht zu erspähn, nicht nagt von der –urz- auch noch das u. schnell ist dessen Flucht. Und wird in Der Rest ist schwer zu reimen jetzt, warmer Nacht er aus dem Boden steigen, es bleibt zurück nur noch das -rz-. auch seinem Augenstern wird sich der Nun steht dies –rz- im Wald allein. Himmel zeigen, und ohne daß ers weiß, Die Wühlmäuse sind so gemein. nimmt er mit sich hernieder auch einen Fred Endrikat Strahl und wühlt im Dunkeln wieder." Am Wegesrand fanden wir einen Ölkäfer. Den Namen erhielt der Käfer, weil er bei Bedrohung Hämolymphe, die an Öltröpfchen erinnern, absondert. Diese Hämolymphe enthalten Cantharidin, einen Giftstoff, der beim Menschenschon in einer Dosis von 30 mg tödlich wirken kann und daher sollte dieser Käfer nicht angefasst werden. Viele Tiere, wie beispielsweise Vögel und Igel, sind gegen das Gift immun, so dass die Schutzwirkung des Käfers eingschränkt ist. Die Entwicklung dieses Käfers ist eher kompliziert: aus dem Ei schlüpft ein 1. Larvenstadium, die Dreiklauer-Larve; diese Larve klettert auf eine Blüte und klammert sich dort an eine nahrungssuchende Biene, von der er sich in den Stock tragen lässt; in einer Wabe werden dann das Bienenei und der Nektar gefressen, bevor sich ein 2. Larvenstadium entwickelt; nach drei Häutungen wandelt sich diese Stadium zu einer so genannten Scheinpuppe um; im nächsten Frühjahr geht aus dieser ein weiters Larvenstadium hervor, diese Larve verpuppt sich dann und schließlich schlüpft ein fertiger Käfer und verlässt das Bienennest. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 238) Der Käfer, den wir beobachteten, hatte einen aufgewölbten Hinterleib. Dies wies auf ein Weibchen hin, welches bald Eier legen wird.
  15. 15. Später betrachteten wir einen Wollschweber (Bombylius major), der den Fliegen zugeordnet wird. Beim Wollschweber konnten wir seinen langen Rüssel gut erkennen. Der Große Wollschweber gehört zum Stamm der Gliedertiere und Klasse der Insekten. Der Wollschweber ist ein kleines, hummelartiges Insekt. Er hat einen langen und kräftigen Rüssel. Für die Menschen ist dieses Tier völlig harmlos. Der Wollschweber ruht sich gerne auf trockenen Blättern oder Steinen aus. Wenn er Nektar aus Blüten saugt, steht er förmlich in der Luft mit extrem schnellen Flügelbewegungen. Der Flug dieser Tier ist sehr ruhig – schwebend. Meistens findet man diese Tiere in den sonnigen Bereichen von Waldrändern oder auf Wiesen und Gärten. Der Körper des Wollschwebers ist zwischen 13 und 16 mm lang. Sein Rüssel ist in etwa gleich lang wie sein Körper. Der Körper ist stark pelzig, braun bis gelblich und behaart. (Vgl. http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/002/00176-grosser- Wollschweber/mz00176-grosser-Wollschweber.html) Dann lernten wir die Weiße Pestwurz kennen. Diese Pflanze entwickelt im Sommer große Blätter, ähnlich wie der Huflattich. Die weiße Pestwurz gehört zu den Korbblütengewächsen. Die Pflanze kommt überwiegend auf feuchten Lehm- oder Tonböden in den Laubwäldern und Gebüschen der Mittelgebirge sowie der Alpen. Die Pflanze kann bis zu 30 cm hoch werden. Die Blätter sind breit, rundlich, am Rande gezähnt. Die weißen Korbblüten sind in Form einer Traube angeordnet. Die Pflanze blüht im März und April. Die Pflanze ist zweihäusig, das heißt, dass männlicihe und weibliche blüten auf unterschiedlichen Pflanzen sind. Interessant ist, dass die Blüten der Weißen Pestwurz scheinbar beide Geschlechtsmerkmale tragen, jedoch ist pro Pflanze nur ein Geschlecht funktionsfähig. (Vgl. http://www.giftpflanzen.com/petasites_albus.html) Zu unserem Erstaunen begegneten wir sogar einem Grasfroschweibchen sowie auch einem –männchen. Kennzeichnend für diese Froschart sind die braune, dunkle Zeichnung, eine stumpfe Schnauze und ein kleiner, flacher Fersenhöcker. Sehr früh im Jahr erscheinen sie an ihren Laichgewässern. Die Männchen mit ihren
  16. 16. kehlständigen Schallblasen lassen dort relativ leise, knurrende Rufe ertönen. Von den Weibchen werden Laichballen mit bis zu 4.000 Eiern auf den Gewässergrund gelegt. (Vgl. Stichmann-Marny 1997, S. 126) Der Grasfrosch (Rana temporaria) gehört unter den Echten Fröschen zur Gruppe der Braunfrösche (Gras-, Moor- und Springfrösche). Diese besitzen einen charakteristischen dunklen Fleck auf der Schläfe hinter dem Auge (daher auch der Name temporaria: lat.: die Schläfe betreffend). Im Durchschnitt wird der Grasfrosch 10cm lang, wobei die weiblichen Grasfrösche etwas größer und schwerer als die männlichen sind. Während der Laichzeit zeigen die Weibchen eine starkrot gefleckte oder marmorierte Unterseite. Diese wird auch als Laichausschlag bezeichnet. Gemeint sind helle Höckerchen auf dem Hinterrücken, den Körperseiten und auf den Ober- und Unterschenkeln. Die Männchen bilden während der Paarungszeit oder auch schon im Herbst schwarzbraune Schwielen am verdickten Daumen aus, und ihre Ober- und Unterarme sind deutlich dicker als die der Weibchen. Durch die aufgestaute Lymphflüssigkeit wirken die Arme ödematös und sie färben sich auf dem Höhepunkt ihrer Balzstimmung dunkelgrau. Dabei verschwinden der Schläfenfleck und die schwärzlichen und bräunlichen Abzeichnungen fast gänzlich. Auffallend bei den Männchen sind die Kehlen, die sich schon im Herbst oder spätestens im Frühjahr im Laichgewässer bläulich färben und die großflächigeren Schwimmhäute. Ein weiteres Merkmal sind die beiden Schallblasenöffnungen an den Seiten des Mundhöhlenbodens, diese sind aber von außen nicht sichtbar. Nur die Männchen geben Paarungsrufe von sich. Die Färbung und Zeichnung des Grasfrosches ist sehr variabel. Die Grundfarbe kann Gelb-, Braun-, Rot-, oder Grautöne aufweisen, diese kann braune oder schwarze Flecken in verschiedener Anordnung und Intensität enthalten. Der Kopf hat die gleiche Färbung wie der Rücken. Allerdings ist die Unterseite weißlich, gelblich oder rötlich und an der Kehle, der Brust und am Vorderbauch mit unregelmäßigen Flecken, in den Farben braun, grau oder rot, versehen. Die Iris des Grasfrosches ist goldgelb mit schwarzen Sprenkeln. In der Lebensraumauswahl zeigt sich der Grasfrosch wenig spezifisch. Er ist in den weiten Teilen des nördlichen, östlichen und westlichen Europas anzutreffen, ausgenommen der Mittelmeerraum. Südlich verbreitet er sich bis über die Gebirgsregion hinaus. Als einzigste Amphibienart geht sein Areal bis hin zum
  17. 17. Nordkap. Der Grasfrosch ist im gesamten deutschsprachigen Raum vom Flachland bis in Höhen von 2500m über NN vorzufinden. Auch seine Laichgewässer betreffend ist er sehr anpassungsfähig. (Vgl. Amphibien und Reptilien Deutschlands, S.413ff) Nahrung, Fressfeinde und Verteidigung Die Larven des Grasfrosches nehmen noch keine Nahrung auf, lediglich durch Wasseraufnahme gewinnen sie an Gewicht. Weitere Erkenntnisse liegen nicht vor. Erst die frei beweglichen Larven ernähren sich von Detritus, Algen und kleineren Krebsen. Die Vierbeinigen Frösche ernähren sich von allem, was sie vorfinden und erbeuten können, wie Spinnen, Käfer, Mücken, Würmer und Schnecken. Dabei gehen sie vorwiegend in der Abenddämmerung und nachts, bei Regenwetter auch tagsüber auf Suche. Zutreffend beschreibt Landois den Beutefang: „Ist dem Frosch ein Beutestück fanggerecht nahe, so fliegt die in gewöhnlichen Zustand kaum 10-12mm lange, aber auf das Fünffache ausdehnbare Zunge wie ein Blitz darauf hin und führt fast jedes Mal den Bissen dem Mund zu. Ist das Stück verhältnismäßig groß, dann wird nicht die Zunge zum Fang benutzt, sondern der Frosch schnappt es direkt mit dem Kiefer des breiten Maules.“ (Amphibien und Reptilien Deutschlands, S. 447). Bereits der Laich des Grasfrosches dient vielen Tieren als Nahrung. So fressen beispielsweise Molche, Kleinfische und Enten den Amphibienlaich. Im Wasser haben diese Tiere eine große Fluchttendenz, d.h. sie tauchen bei Störungen im Wasser fort. An Land dagegen nehmen sie bei eventueller Gefahr eine Drohhaltung ein. Tagesverstecke, Winterquartiere und Überwinterung Der Grasfrosch verbringt den Sommer nicht in Verstecken unter Laub oder unter Brettern. Rana temporaria verbringt die Sommerzeit in dichter Gras- und Krautvegetation. Dort findet er Schutz vor Sonneneinstrahlung, und durch den Tau die nötigt Feuchtigkeit. An Regentagen wagt er sich aus seinem Versteck und geht auf Beutejagd. Im Winter ist der Grasfrosch überwiegend am Grund von stehenden oder fließenden Gewässern. In stehenden Gewässern allerdings verendet der Grasfrosch aufgrund der extremen Sauerstoffzehrung bei wochenlanger Eisbedeckung. Somit herrscht ein großer Selektionsdruck bezüglich der Überwinterung in Fließgewässern. Jungtiere sind im Gegensatz zu den adulten Tieren meist keine Wasserüberwinterer. Sie bevorzugen eine Überwinterung am Land, unter Laub, in Erdhöhlen oder in hohlen Baumstämmen. (Vgl. Amphibien und Reptilien Deutschlands, S. 428) Fortpflanzung und Wanderungsverhalten Das Fortpflanzungsverhalten des Grasfrosches ist hochgradig unflexibel. Er ist an sein Geburtsgewässer gebunden, daher ist eine Umsiedlung nur in wenigen Fällen möglich. Heusser stellte sogar fest, „dass Grasfrösche zu diesen Plätzen
  18. 18. zurückkehren, auch als dort längst kein Wasser mehr vorhanden war.“ (Amphibien und Reptilien Deutschlands, S. 431). Zu einer bestimmte Zeit im Frühling begeben sich die fortpflanzungswilligen Tiere auf Wanderschaft zu ihrem Laichplatz. Man bezeichnet sie als Explosivlaicher, da sich ihre Laichzeit im Frühling nicht wesentlich verschiebt. Allgemein nimmt die Wanderungsintensität, wie auch die allgemeine Aktivität zu, je wärmer und feuchter das Klima ist. Bei Unterschreitung eines bestimmten Schwellenwertes sind Wanderungsintensität, sowie auch allgemeine Aktivitäten gleich null. Die Wander- Sollzeit im Frühjahr zu den einzelnen Laichgewässern bestimmt nicht nur die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur, vielmehr wird sie auch durch eine innere Uhr hervorgerufen. Man spricht von einer endogenen Steuerung, d.h. bestimmte Hormone versetzen die Tiere in Wanderbereitschaft. Erst wenn diese Hormone wirken, verstärken bestimmte Außenfaktoren, wie Dämmerung, Temperatur und Feuchtigkeit, den Wandertrieb. Die Paarungstaktik der Männchen Die Männchen erscheinen in der Regel einige Tage früher am Laichgewässer als die Weibchen. Die erste Zeit verharren sie meist noch unter der Wasseroberfläche und zeigen ein starkes Fluchtverhalten. Durch Ausschüttung der Sexualhormone rückt schließlich das Fluchtverhalten in den Hintergrund und der Anschwimm- und Klammerreflex in den Vordergrund. Dies ist der Höhepunkt ihrer Paarungsbereitschaft und nun sind sie auch schon tagsüber an der Wasseroberfläche anzutreffen. Der Paarungstrieb verbunden mit dem Klammerreflex ist jetzt soweit ausgeprägt, dass sie nicht nur artgleiche Weibchen umklammern, sondern auch Ersatzobjekte, wie Treibholz, Tonklumpen, oder sogar tote Fische anklammern. Die dominierende Paarungstaktik der Männchen ist das aktive Suchen nach einem Weibchen, und schließlich das Kämpfen um dieses. Die Männchen verfügen noch über eine andere Taktik: die Lockrufe. Diese Paarungsrufe sollen fortpflanzungswillige Weibchen anlocken. Die ankommenden Weibchen werden sofort von einem Männchen angesprungen oder angeschwommen. Die Männchen halten sich mit den Vorderbeinen in der Achselgegend fest, die Hinterbeine werden zur Abwehr anderer Männchen benutzt. Bei den Amphibien gibt es keine aktive Partnerselektion, es findet eine zufällige Partnerwahl statt. (Amphibien und Reptilien Deutschlands, S. 436-440) Die Paarung Nachdem sich ein Paar gefunden hat vergehen 5-10 Tage bis sie mit dem Laichvorgang beginnen. Bevorzugt werden hierfür ufernahe, vegetationsreiche Stellen des Gewässers. Bei der Paarung nimmt das Weibchen kurz vor Austritt des Laiches eine Signalstellung ein. Bei der Signalstellung wird der Rücken bauchwärts durchgebogen, Kopf und Hinterkörper werden nach oben gedrückt und die Hinterbeine werden ausgestreckt. „Die Signalstellung veranlasst das Männchen, seine Hinterfüße ’trichterförmig’ zwischen die Hinterextremitäten des Weibchens an. Das Männchen leitet gleichzeitig durch die trichterförmig gehaltenen Hinterfüße seine
  19. 19. Samenflüssigkeit auf die austretenden Eier, ein Vorgang, der einige Sekunden dauert. Danach zieht das Weibchen die Hinterbeine an, biegt den Rücken wieder gerade und kriecht oder schwimmt eine kurze Strecke weiter, wobei die [Laichballen] ausgedehnt werden. Alle 15-30 min. erfolgen weitere Lauchschübe und der gesamte Laichvorgang ist in der Regel nach 6-12 Std. beendet.“ (Amphibien und Reptilien Deutschlands, S. 294f) Schließlich veranlasst das Ausbleiben der Laichschübe und der schlaffe Körper des Weibchens das Männchen seine Umklammerung zu lösen. Auf dem Rückweg erblickten wir zudem drei Rehe und eine Blindschleiche. Rehe sind inzwischen sehr häufige Tiere in unseren Wäldern, weil ihre Feinde wie Wölfe oder andere wilde Raubtiere nicht mehr bei uns leben. Da Rehe aber scheu sind, sieht man sie trotzdem nicht so oft. Heute sind die Jäger zuständig, dass es nicht zu viele Rehe in den Wäldern gibt. Die Rehe fressen Gräser, Kräuter, Klee, Blumen wie Löwenzahn, Eicheln, Beeren, Holunder und Hartriegel. Rehe sind Vegetarier. Sie fressen also nur Pflanzen. Da sie gerne Triebe von Laubbäumen essen können diese dann nicht wachsen. Deshalb gibt es manchmal im Wald eingezäunte Waldstücke. Die Blindschleiche ist systematisch trotz ihrer schlangenähnlichen Körperform den Eidechsen zuzurechnen. Sie besitzt verkümmerte, in den Köper verlagerte und von außen nicht sichtbare Extremitäten. Ihre Fortbewegungsweise ist schlängelnd. Blindschleichen leben meist versteckt unter Steinen, Holz sowie Brettern und sind dämmerungs- bis nachtaktiv. Doch häufig sonnen sie sich auf den steinigen Wegen und darum begegnen manche Spaziergänger bzw. Wanderer immer wieder diesen Tieren. Die Blindschleichen ernähren sich von Nacktschnecken und Regenwürmern. Im Garten gelten sie aus diesem Grund als wertvolle Schädlingsvertilger. Abschließend sammelten wir Zweige verschiedener Sträucher und Bäume für zu Hause und das Waldbingelkraut (Mercurialis perennis) wurde uns näher gebracht. Diese Pflanze wächst unter anderem im tiefsten Schatten von dichten Buchenwäldern. Sie entstehen meist durch vegetative Vermehrung mithilfe unterirdisch kriechender, dünner Wurzelstöcke. Das Kraut riecht unangenehm und ist giftig. Früher wurde diese Pflanze als Heilpflanze eingesetzt. Das Bingelkraut ist vor allem in wärmeren Landschaften, in Gärten und Weinbergen als Wildkraut verbreitet. Die männliche Blüte hat 8-15 Staubblätter. Die Stängel und Blätter sind behaart. Die Blätter sind gegenständig und kurz gestielt. (Vgl. Wegweiser durch die Natur, S. 120)
  20. 20. Der Schwarze Hollunder (Sambucus nigra) ist ein bis zu 12 m hoher Strauch. Die Rinde des flachwurzelnden Stammes ist hellgrau bis braun und an den jungen Zweigen grüngrau sowie von zahlreichen, auffälligen Rindensporen besetzt. Die Borke ist tiefgefurcht und korkig. Charakteristisch für den Schwarzen Hollunder ist das weiße Mark junger Zweige. Die unpaarig gefiederten Blätter treiben schon früh vor der Blüte aus und bestehen aus 3-7 (meist 5) eiförmig-elliptischen, zugespitzten Blättchen. Der Strauch gedeiht im Unterholz der Laub- und Auwälder, in Hecken und Ortschaften. (Vgl. Eisenreich 1984, S. 48) Ab Juni erscheinen am jungen Holz weiße Blüten an bis zu 30 Zentimeter großen Dolden. Ihr frischer fruchtiger Duft ist unverwechselbar und typisch für den Holunder. Aus Ihnen bilden sich im August/September die anfangs roten später schwarzen Vitamin-C-reichen ungefähr 6 mm großen Beeren mit jeweils drei Samen und burgunderrotem Saft. Diese sind nach Abkochen oder Vergären essbar. (Vgl. http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Schwarzer_Holunder.html, 14.04.2010) Der Schwarze Hollunder ist wegen seiner heilkräftigen Wirkung bekannt und noch heute in der bäuerlichen Bevölkerung angesehen. (Vgl. Eisenreich 1984, S. 48) Der Haselstrauch (Corylus avellana) ist sicher schon jedem von uns begegnet. Dieser Strauch ist 1-4 hoch. Er hat eine rötlich- oder weißlichgraue, glatte, glänzende Rinde, die leicht abschuppt und von braunen Korkwarzen durchsetzt ist. Die grauen Zweige sind in jungen Zeiten rauhaarig und oft auffallend rotborstig. Die 1cm lang gestielten, eirundlich bis verkehrt-eiförmigen Blätter sitzen an schwächeren Zweigen zweizeilig, an stärkeren spiralig. Sie sind am Grunde meist herzförmig, vorne zugespitzt, auf der Unterseite weichhaarig und grob doppelt gesägt. Das Laub treibt vor der Blüte aus. Der vielfach kultivierte Strauch liebt tiefgrundige Kalkböden, hohe Niederschläge und Licht. (Vgl. Eisenreich 1984, S. 37) Die Hasel trägt männliche und weibliche Blütenstände auf derselben Pflanze und wird vom Wind bestäubt. Die männlichen Blüten sind die 4-8 cm langen hängenden Kätzchen, Die weibliche Blüte ist wegen ihrer Winzigkeit kaum zu sehen; sie gleicht einer Knospe, aus der rote Narben heraus hängen. Die im September/Oktober heranreifenden hartschalige Nuss ist erst gelblich und verfärbt sich mit der Reife braun.
  21. 21. Haselnüsse verbreiten sich unter anderem durch Eichhörnchen, die Nüsse verstecken und viele hinterher nicht wiederfinden. (Vgl. http://www.botanikus.de/Beeren/Haselnuss/haselnuss.html, 14.04.2010) Die Pflanzengattung Schneeball (Viburnum) umfasst mehrere verschiedene Arten. Der Gemeine Schneeball (Viburnum opulus) wächst in feuchten Gebüschen, Laub- und Auwäldern, in Erlenbrüchen, auf feuchten Wiesen, meist auf lehmigen, grundwasserfeuchten Böden. Es ist ein bis zu 4 m hoher Strauch mit dünner, hellgrauer Rinde, die im Alter abschuppt. An den kahlen Zweigen sind die 3-5lappigen Blätter gegenständig angeordnet. Die eiförmigen buchtig gezähnten, spitzen Lappen sind glatt, auf der Oberseite kahl und auf der Unterseite flaumig. Im Herbst ist der Strauch weinrot gefärbt. Der Gemeine Schneeball trägt rote Früchte. Aus den Stock- und Stammschößlingen wurden früher Pfeifenrohre und Spazierstöcke geschnitzt. Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) ist ein bis zu 5 m hoher, aufrechter, buschiger Strauch. Junger trägt er vor allem sternfilzige Zweige. Die gegenständigen, kurzgestielten Blätter sind elliptisch bis länglich-eiförmig, am Rand scharf oder stumpf gezähnelt. Auf der Oberseite sind die Blätter runzelig und dunkelgrün, die Unterseite hingegen ist sternhaarig-filzig bis weißgrau-wollig (daher auch der Name „wollig“). Diese Art wächst gerne an steinigen, felsigen Abhängen, sonnigen Waldrändern, in Holzschlägen, Auen und Gebüsch. Dabei liebt sie Kalk und relative Trockenheit. Der lateinische Name „lantana“ kommt wahrscheinlich von lentare = biegen, da die biegsamen Zweige früher zum Flechten und hauptsächlich zum Binden von Korngarben verwendet wurden.
  22. 22. Beide Arten tragen ihre weißen Blüten in Dolden, sie haben 5 Blütenblätter und erscheinen von Mai - Juni. Die Früchte sind bei beiden Arten zuerst rot, verfärben sich aber dann beim Wolligen Schneeball schwarz. (Vgl. Eisenreich 1984, S. 50 f.) Roter Hartriegel Esche
  23. 23. Ahorn Lärche Bockkäfer (Wir sahen auch Spuren in der Rinde  ovale Ausschlupflöcher) Kleiner Fuchs Zitronenfalter Literatur: Anger, Eberhard: Der Taschen-Brockhaus. Bäume. F.A. Brockhaus, Leipzig-Mannheim 1999 Eisenreich, Dorothee/Handel, Alfred: Singvögel. Die wichtigsten heimischen Arten. Kaiser, 2. Aufl., Klagenfurt 1986 Eisenreich, Dorothee/Handel, Alfred: Pflanzen des Waldes. Nach Blütenfarben bestimmen. Kaiser, Klagenfurt 1987 Eisenreich, Dorothee/Zimmer, Ute E.: Bäume und Sträucher. Zweige, Blätter, Nadeln. Kaiser, 2. Aufl., Klagenfurt 1984 Günther, Rainer (Hrsg.): Amphibien und Reptilien Deutschlands. Gustav Fischer Verlag, Jena 1996 Jacobs, Una: Die Blumen-Uhr. Heinrich. München 1988 Nicolais: Singvogel Kompass, Gräfe und Unzer Verlag, 3. Auflage, München Sauer: Landvögel, Mosaik Verlag, München, 1996 Stichmann-Marny, Ursula (Hrsg.): Der neue Kosmos Tier- und Pflanzenführer. Franckh-Kosmos, 2. Aufl., Stuttgart 1997 Stidworthy, John: Vögel. Ein Bestimmungsbuch für Naturfreunde. Econ Taschenbuch, Düsseldorf 1987 Wegweiser durch die Natur. Die Tiere und Pflanzen Mitteleuropas. (ohne Autor, ohne Jahr) Planet Wissen, Waldameise unter der URL http://www.planet- wissen.de/natur_technik/insekten_und_spinnentiere/ameisen/rote_waldameise.jsp http://www.botanikus.de/Beeren/Haselnuss/haselnuss.html http://www.goethe.lb.bw.schule.de/faecher/biologie/biologie/klasse06/maulwurf/maulwurf.htm http://www.salzburg.gv.at/blindschleiche.htm http://www.learnweb.de/Tiere/Reh.htm http://www.natur-lexikon.com/Texte/wp/001/00022-Kiefer/wp00022-Kiefer.html http://www.giftpflanzen.com/petasites_albus.html http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/002/00176-grosser-Wollschweber/mz00176-grosser-Wollschweber.html http://www.insektenbox.de/fibel/hol/kaefer/borke.htm http://www.mein-schoener-garten.de/wiki/gartenwiki/Segge http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Schwarzer_Holunder.html

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