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Studie Ganztagsschulen in Deutschland 2013
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Studie Ganztagsschulen in Deutschland 2013

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Fast jeder dritte Schüler geht in Deutschland ganztags zur Schule. Im Schuljahr 2011/12 nutzten 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche Ganztagsangebote. Das sind 30,6 Prozent aller Schüler. Ein …

Fast jeder dritte Schüler geht in Deutschland ganztags zur Schule. Im Schuljahr 2011/12 nutzten 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche Ganztagsangebote. Das sind 30,6 Prozent aller Schüler. Ein Schuljahr zuvor hatte dieser Anteil 28,1 Prozent betragen. Trotz dieser Steigerung liegt das Angebot weit unterhalb der Nachfrage der Eltern nach Ganztagsplätzen. Die bundesweite Statistik sagt jedoch nur wenig über den Schulalltag in den einzelnen Bundesländern. Denn während in Sachsen fast 80 Prozent der Schüler ganztags zur Schule gehen, sind es in Bayern nur gut elf Prozent. "Der Ausbau der Ganztagsschule zeigt besonders deutlich, welch unterschiedliche Schwerpunkte die Bundesländer in der Bildungspolitik setzen. Stellenweise gibt es erheblichen Nachholbedarf", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, die die aktuellen Zahlen heute veröffentlicht.

Wie die Studie des Essener Bildungsforschers Professor Klaus Klemm zeigt, verlaufen die Unterschiede zwischen den Ländern dabei nicht unbedingt entlang den typischen Ost-West- oder Nord-Süd-Linien. So ist in Brandenburg (46,6 Prozent) der Anteil der ganztags unterrichteten Schüler doppelt so hoch wie im Nachbarland Sachsen-Anhalt (23,6 Prozent). Stadtstaaten weichen genauso stark voneinander ab wie Flächenländer: Hamburg verzeichnet eine doppelt so hohe Ganztagsquote (56,8 Prozent) wie Bremen (28,3 Prozent), und in Nordrhein-Westfalen (34,8 Prozent) gehen doppelt so viele Schüler ganztags in die Schule wie in Baden-Württemberg (17,2 Prozent).

Ähnlich weit auseinander liegen die Länder beim Anteil der Schüler, die in eine gebundene Ganztagsschule gehen. In Hessen besuchen nur 3,1 Prozent der Schüler die gebundene Ganztagsschule, auch Schleswig-Holstein, Bayern, Saarland, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen liegen im einstelligen Prozentbereich. Spitzenreiter ist erneut Sachsen mit knapp 31 Prozent.

Bundesweit liegt die Quote der Schüler, die im gebundenen Ganztag unterrichtet werden, bei 13,7 Prozent (Vorjahr: 12,9 Prozent). Damit besucht weniger als jeder zweite Ganztagsschüler die gebundene Form, der Wissenschaftler besonders große Möglichkeiten zuschreiben, das soziale und kognitive Lernen zu fördern – und damit auch Benachteiligungen von Kindern aus bildungsfernen Familien zu verringern. Zudem ermöglicht der gebundene Ganztag eher, zwischen Konzentrations- und Entspannungsphasen abzuwechseln und den starren 45-Minuten-Takt aufzubrechen.

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  • 1. Prof. em. Dr. Klaus Klemm Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung Ganztagsschulen in Deutschland – eine bildungsstatistische Analyse
  • 2. 3 Inhalt Vorwort 4 Ganztagsschulen in Deutschland: Zusammenfassung der zentralen Befunde 6 1. Ganztagsschulen in Deutschland 8 2. Die Entwicklung der Ganztagsbeschulung im Zeitverlauf 15 3. Empirische Befunde: Ganztagsschulen – Erwartungen und Wirkungen 18 Anhang 20 Literatur und Datengrundlagen 23 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 25 Über den Autor 26 Impressum 27 Prof. em. Dr. Klaus Klemm Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung Ganztagsschulen in Deutschland – eine bildungsstatistische Analyse
  • 3. 4 Vorwort Der Ausbau der Ganztagsschulen in Deutschland ist eines der größten bildungspolitischen Pro- gramme der letzten Jahrzehnte. Umso mehr überrascht es, wie wenig gesicherte Erkenntnisse es über den aktuellen Ausbaustand, über geeignete Modelle, über die Wirkungen dieser Schulform und über die zusätzlich entstehenden Kosten gibt. Mit der vorliegenden bildungsstatistischen Ana- lyse möchte die Bertelsmann Stiftung einen Teil dieser Erkenntnislücke bzgl. des Ausbaustandes schließen. Blickt man auf die aktuelle Entwicklung in Deutschland, ergibt sich ein durchaus differenziertes Bild: Zum einen hat sich der Anteil der Ganztagsschüler in den letzten zehn Jahren verdreifacht: von rund 10 Prozent im Jahr 2002 auf rund 30 Prozent im Schuljahr 2011/12. Diese beachtliche Stei- gerung ist ein Ergebnis der Anstrengungen von Bund und Ländern zum Ausbau der Ganztags- schulen. Doch zum anderen übertrifft die Nachfrage auch das mittlerweile vorhandene Angebot noch bei weitem. Insgesamt 70 Prozent der Eltern wünschen sich einen Ganztagsplatz für Ihr Kind – davon gehen noch mehr als die Hälfte leer aus: 38 Prozent der Eltern wünschen sich eine offene Ganztagsschule, in der ein freiwilliges Nach- mittagsprogramm angeboten wird, aber nur rund 17 Prozent der Schülerinnen und Schüler besuchen eine solche Schulform. 32 Prozent der Eltern wünschen eine gebundene Ganztagsschule, in der sich für alle verbind- lich den ganzen Tag über Unterricht, Ruhe- und Freizeitphasen abwechseln, aber nur rund 14 Prozent der Schülerschaft haben Zugang zu einem solchen Angebot. Zudem wird beim Blick auf die Entwicklung der Ganztagsschulen klar, dass es eine bundesweite Verständigung darüber geben muss, wohin es in Zukunft qualitativ mit den Ganztagsschulen gehen soll und welche quantitativen Ziele dabei gesetzt werden. Auch wenn die Forschung an dieser Stelle noch unterentwickelt ist, deuten alle Indizien darauf hin, dass vor allem gebundene Ganztagsschulen das Potenzial haben, Kinder besser individuell zu fördern und damit auch den Bildungserfolg benachteiligter Schüler stärker von ihrem sozialen Hintergrund zu entkoppeln. Gerade diese Form der Ganztagsbeschulung ist aber bisher am wenigsten ausgebaut. Trotz aller Anstrengungen kommt der Ausbau der Ganztagsschulen in Deutschland insgesamt weiterhin nur im Schneckentempo voran. Vergleicht man die letzten beiden Schuljahre, so stieg der Anteil der Schülerinnen und Schüler im gebundenen Ganztag um nicht mal einen Prozent- punkt von 12,9 auf 13,7 Prozent. Nimmt man alle Ganztagsschüler in den Blick – also auch die in Vorwort
  • 4. 5 Vorwort offenen Ganztagsschulen –, so beträgt die Steigerung zwar 2,5 Prozentpunkte: von 28,1 Prozent im Schuljahr 2010/11 auf 30,6 Prozent im Schuljahr 2011/12. Dennoch: Wenn sich das Tempo beim Ausbau der Ganztagsangebote nicht deutlich erhöht, dauert es noch Jahrzehnte, bis die Nach- frage der Eltern befriedigt ist. Zudem muss man auch kritisch anmerken, dass die Mittel des Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ des Bundes in Kooperation mit den Ländern in den meisten Bundeslän- der zum Ausbau offener Formen der Ganztagsschulen eingesetzt wurden, wie die Analysen zu den entsprechenden Maßnahmen im Chancenspiegel 2013 (vgl. Berkemeyer, Bos und Manitius 2013) zeigen. Zugespitzt kann man also sagen, dass wir bisher zu wenig in den Ganztagsschulausbau investiert haben – und diese Mittel auch noch verstärkt in eine Form der Ganztagsschule gesteckt haben, die im Blick auf die Leistungsfähigkeit und Chancengerechtigkeit des Schulsystems weni- ger Wirkung entfaltet. Professor Klemm hat im letzten Jahr für die Bertelsmann Stiftung berech- net, dass bei einem flächendeckenden Ausbau gebundener Ganztagsschulen jährlich zusätzlich mehr als 9 Milliarden Euro anfielen. In fünf Jahren sollten wir konstatieren können, dass mindestens ein Drittel der Schülerinnen und Schüler Zugang zu einer gebundenen Ganztagsschule hat. Das wäre ein substanzieller Beitrag zu mehr Qualität und Chancengerechtigkeit im deutschen Schulwesen – der pädagogisch dringend nötig ist und den die Eltern auch einfordern. Ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz würde helfen, die notwendigen Kräfte zu mobilisieren, damit wir dem Ziel näherkommen. Dr. Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung Ulrich Kober, Director Integration und Bildung
  • 5. Ganztagsschulen in Deutschland: Zusammenfassung der zentralen Befunde In Deutschland besuchten im Schuljahr 2011/12 insgesamt 2,3 Millionen Schülerinnen und Schüler der Primar- und der Sekundarstufe I öffentliche oder private Ganztagsschulen. Das waren 30,6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen dieser beiden Schulstufen. Besonders im internatio- nalen Vergleich und vor dem Hintergrund einer starken Nachfrage in Deutschland war diese Teil- nahmequote eher niedrig. Dennoch kann festgestellt werden, dass es in den Jahren nach 2002/03 eine starke Expansion der Angebote von und der Teilnahme an Ganztagsschulen gegeben hat. Im Vergleich zu der Quote von 2002 mit damals erst 9,8 Prozent stellten die jetzt erreichten 30,6 Prozent eine Verdreifachung innerhalb weniger Jahre dar. Gleichwohl muss darauf verwiesen werden, dass – folgt man der jüngsten Elternbefragung – etwa 70 Prozent aller Eltern für ihre Kinder Ganztagsschulangebote wünschten. Hinter der im Bundesdurchschnitt erreichten Teilnahmequote von 30,6 Prozent verbarg sich eine starke Spreizung: von 11,4 Prozent in Bayern bis hin zu 78,5 Prozent in Sachsen. Bundesweit verteilten sich die Schülerinnen und Schüler zu 13,7 Prozent auf gebundene und zu 16,9 Prozent auf offene Formen. Auch bei dieser Aufteilung zeigte sich eine große Spannweite zwischen den Ländern: So besuchten in Schleswig-Holstein nur 4,2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler eine gebundene Form, in Sachsen dagegen 30,9 Prozent. Eine schulartspezifische Analyse der Daten zeigte im Bundesdurchschnitt für Gesamtschulen (73,7 %), Förderschulen (46,0 %), Schulen mit mehreren Bildungsgängen (43,0 %), Hauptschu- len (36,6 %) und Orientierungsstufen (35,9 %) überdurchschnittliche Teilnahmequoten, dagegen für Grundschulen (26,2 %), Gymnasien (24,6 %), Freie Waldorfschulen (22,0 %) und Realschulen (16,2 %) unterdurchschnittliche Teilnahmequoten am Ganztagsbetrieb. Betrachtet man die Schulen mit Blick auf ihre Trägerschaft, so setzte sich die Teilnahmequote von 30,6 Prozent wie folgt zusammen: 28,4 Prozent aller Schülerinnen und Schüler besuchten Ganztagsschulen in öffentlicher, 2,2 Prozent solche in privater Trägerschaft. Bei der Einordnung der Datenanalyse in Befunde der empirischen Schulforschung zeigt sich ein dif- ferenziertes Bild: Der Beitrag von Ganztagsschulen für die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbs- arbeit kann als belegt angesehen werden; hingegen finden sich keine Forschungsergebnisse, die auf eine gesicherte Leistungsförderung und auf einen Abbau von Chancenungerechtigkeit durch die Ausweitung von Ganztagsschulen hinweisen. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass positive Effekte bei Schülern sich eher in der gebundenen Form der Ganztagsschule zeigen können. Ganztagsschulen in Deutschland: Zusammenfassung der zentralen Befunde 6
  • 6. 7 Diese Studie sichtet und interpretiert die von der Kultusministerkonferenz (KMK) für das Schuljahr 2011/12 vorgelegten Daten zu den allgemeinbildenden Schulen in Ganztagsform und ordnet sie in den Zusammenhang der aktuellen Forschung zu Ganztagsschulen.1 Sie ist wie folgt gegliedert: Im ersten Abschnitt werden die aktuellen Daten präsentiert; der zweite Abschnitt stellt die Aus- weitung der Ganztagsschulangebote während der neueren Schulentwicklung dar und konfrontiert den aktuellen Ausbaustand mit der Nachfrage nach Ganztagsschulplätzen. Der dritte Abschnitt berichtet über neuere Forschungsbefunde zur Wirkung von Ganztagsschulen hinsichtlich der Leis- tungsentwicklung bei Schülerinnen und Schülern, des Abbaus von Chancenungerechtigkeit sowie der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit. Die Kultusministerkonferenz, die diese Daten Anfang 2013 vorgelegt hat, versteht unter Ganztags- schulen solche Schulen (vgl. dazu KMK 2013: 4 f.), die an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot bereitstellen, das täglich min- destens sieben Zeitstunden umfasst, an allen Tagen des Ganztagsschulbetriebs ein Mittagessen anbieten und ihre Ganztagsangebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung durchführen und dabei den konzeptionellen Zusammenhang zum Unterricht sichern. In der statistischen Darstellung unterscheidet die Kultusministerkonferenz gebundene und offene Ganztagsschulen. Sie versteht dabei unter der gebundenen Form die Schulen, an denen alle Schülerinnen und Schüler verpflichtet sind, an mindestens drei Wochentagen für jeweils mindestens sieben Zeitstunden an den Ganz- tagsangeboten teilzunehmen und unter der offenen Form die Schulen, an denen den Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an den Ganztagsangeboten, die an mindestens drei Tagen für jeweils mindestens sieben Zeit- stunden ermöglicht werden, freigestellt wird. Eine genauere Analyse der Daten zu allgemeinbildenden Schulen in Ganztagsform macht auf eine Vielfalt von Besonderheiten aufmerksam, die die deutsche Ganztagsschullandschaft auszeichnen. Ganztagsschulen in Deutschland: Zusammenfassung der zentralen Befunde 1 Die hier berichteten Zahlen für das Schuljahr 2010/11 können von denen im Chancenspiegel geringfügig abweichen, weil dort zusätzlich zu den in dieser Expertise verwendeten KMK-Statistiken auch Daten des Statistischen Bundesamtes genutzt werden.
  • 7. 8 1. Ganztagsschulen in Deutschland Mehr als die Hälfte (54,3 %) aller öffentlichen und privaten Schulen der Primar- und der Sekundar- stufe I wurden in Deutschland im Schuljahr 2011/12 als Ganztagsschulen geführt (vgl. Abbildung 1 und Tabelle 6 im Anhang). 1. Ganztagsschulen in Deutschland Abbildung 1: Anteil der Ganztagsschulen an allen Schulen in den Schuljahren 2010/11 und 2011/12, in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013. Angaben in Prozent 2010/11 2011/12 Veränderung in Prozent% *Bei diesen Ländern liegen nur Angaben über öffentliche Angebote vor (in Prozent der Schülerinnen und Schüler öffentlicher Schulen). Sachsen 96,5 96,7 0,2 Berlin 83,3 86,6 4,0 Sachsen- Anhalt* 24,6 25,8 4,9 Thüringen 78,2 77,2 -1,3 Hessen* 41,7 46,4 11,3 Rheinland-Pfalz 60,2 65,7 9,1 Saarland 93,8 94,4 0,6 Brandenburg 56,1 56,1 0,0 Mecklenburg-Vorpommern 40,0 42,0 5,0Schleswig-Holstein 50,6 53,6 5,9 Hamburg 44,5 52,6 18,2 Bremen 33,7 35,5 5,3 Niedersachsen* 38,9 45,6 17,2 Nordrhein-Westfalen 66,1 71,3 7,9 Deutschland 51,2 54,3 6,1 Bayern 45,2 46,1 2,0 Baden-Württemberg 26,7 28,6 7,1
  • 8. 1. Ganztagsschulen in Deutschland Da in diesen Schulen nicht alle Kinder und Jugendlichen Ganztagsangebote wahrnahmen oder wahrnehmen konnten, lag die Quote derjenigen, die am Ganztagsbetrieb teilnahmen, deutlich niedriger. Im Schuljahr 2011/12 nahmen 2.317.928 Schülerinnen und Schüler der öffentlichen und privaten Schulen der Primar- und Sekundarstufe I am Ganztag teil, das waren 30,6 Prozent aller Kinder und Jugendlichen dieser beiden Schulstufen (vgl. Abbildung 2 und Tabelle 7 im Anhang). 9 Abbildung 2: Anteil der Schüler im Ganztagsbetrieb an allen Schülern in den Schuljahren 2010/11 und 2011/12, Allgemein bildende Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) * Bei diesen Ländern liegen nur Angaben über öffentliche Angebote vor (in Prozent der Schülerinnen und Schüler öffentlicher Schulen). Angaben in Prozent Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013. 2010/11 2011/12 Veränderung in Prozent% Sachsen 73,3 78,5 7,1 Berlin 48,0 54,2 12,9 Sachsen- Anhalt* 22,4 23,6 5,4 Thüringen 52,6 51,0 -3,0 Hessen* 37,6 40,0 6,4 Rheinland-Pfalz 20,3 22,3 9,9 Saarland 19,7 24,5 24,4 Brandenburg 45,6 46,6 2,2 Mecklenburg-Vorpommern 37,9 39,8 5,0 Schleswig-Holstein 25,2 21,6 -14,3 Hamburg 54,8 56,8 3,6 Bremen 26,2 28,3 8,0 Niedersachsen* 31,1 35,2 13,2 Nordrhein-Westfalen 30,7 34,8 13,4 Deutschland 28,1 30,6 8,9 Bayern 10,5 11,4 8,6 Baden-Württemberg 16,1 17,2 6,8
  • 9. 10 Knapp die Hälfte dieser Schülerinnen und Schüler (13,7 %) besuchten Ganztagsschulen in gebun- dener und weitere 16,9 Prozent aller Schülerinnen und Schüler besuchten Ganztagsschulen in offener Form (vgl. Abbildung 3 für die am gebundenen Ganztag teilnehmenden Schüler und Tabelle 7 im Anhang). 1. Ganztagsschulen in Deutschland Abbildung 3: Anteil der am gebundenen Ganztagsschulbetrieb teilnehmenden Schüler in den Schuljahren 2010/11 und 2011/12, Allgemein bildende Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) Angaben in Prozent Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013. * Bei diesen Ländern liegen nur Angaben über öffentliche Angebote vor (in Prozent der Schülerinnen und Schüler öffentlicher Schulen). 2010/11 2011/12 Veränderung in Prozent% Sachsen 28,1 30,9 10,0 Berlin 22,3 25,9 16,1 Sachsen- Anhalt* 7,1 7,8 9,9 Thüringen 12,9 12,7 -1,6 Hessen* 2,8 3,1 10,7 Rheinland-Pfalz 17,8 19,4 9,0 Saarland 2,8 5,7 103,6 Brandenburg 12,2 13,1 7,4 Mecklenburg-Vorpommern 23,7 26,7 12,7Schleswig-Holstein 6,9 4,2 -39,1 Hamburg 20,9 22,1 5,7 Bremen 24,7 26,7 8,1 Niedersachsen* 9,7 9,2 -5,2 Nordrhein-Westfalen 20,0 21,9 9,5 Deutschland 12,8 13,7 7,0 Bayern 4,3 5,1 18,6 Baden-Württemberg 10,4 10,3 -1,0
  • 10. 11 1. Ganztagsschulen in Deutschland Umfang und Form der Ganztagsschulangebote Hinter den für Deutschland insgesamt berichteten Durchschnittswerten für das Schuljahr 2011/12 verbarg sich eine bemerkenswerte länderspezifische Spreizung der Anteile der Schulen mit Ganztagsangeboten und auch der Anteile der Schülerinnen und Schüler, die an den Angeboten teilnahmen:2 Der Anteil der Ganztagsschulen an allen Schulen der Primar- und der Sekundarstufe I reichte – bei einem bundesweiten Durchschnittswert von 54,3 Prozent – von 28,6 Prozent in Baden- Württemberg bis zu 96,7 Prozent in Sachsen (vgl. Abbildung 1 und Tabelle 6 im Anhang). Beim Anteil der Schülerinnen und Schüler, die in der Primar- und in der Sekundarstufe I Ganz- tagsschulen besuchten, fand sich bei einem Durchschnittswert von 30,6 Prozent für Deutsch- land insgesamt eine Spreizung, die von 11,4 Prozent in Bayern bis hin zu 78,5 Prozent in Sachsen reichte (vgl. Abbildung 2 und Tabelle 7 im Anhang). Bei der Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die gebundene bzw. auf die offene Form der Ganztagsschule, die im Bundesdurchschnitt 13,7 Prozent (gebundene Form, vgl. Abbil- dung 3) und 16,9 Prozent (offene Form) zeigte, fanden sich erneut große Länderunterschiede. In Schleswig-Holstein war die gebundene Form mit 4,2 Prozent am wenigsten stark und mit 30,9 Prozent in Sachsen am stärksten vertreten. Die offene Form fand sich in Bremen mit nur 1,6 Prozent nahezu gar nicht, in Sachsen mit 47,6 Prozent dagegen am stärksten (vgl. Tabelle 7 im Anhang). Verteilung der Ganztagsschülerinnen und -schüler auf die Schularten Insgesamt gilt (vgl. zu den folgenden Angaben Tabelle 1), dass bundesweit die Quote der Schüle- rinnen und Schüler, die Ganztagsschulen besuchten, in Gesamtschulen im Schuljahr 2011/12 mit 73,7 Prozent weitaus am höchsten war – gefolgt von Förderschulen (46,0 %) und Schulen mit meh- reren Bildungsgängen (43,0 %). Auch die Hauptschulen (36,6 %) und die schulartunabhängigen Orientierungsstufen (35,9 %) lagen oberhalb des Durchschnittswertes von 30,6 Prozent. Unterhalb dieses Durchschnitts fanden sich die Grundschulen (26,2 %), die Gymnasien (24,6 %), die Freien Waldorfschulen (22,0 %) und – als Schlusslicht – die Realschulen (16,2 %). Auch gab es hier wieder beachtliche Länderunterschiede: Bei den Gesamtschulen trafen wir auf eine Bandbreite von 16,9 Prozent im Saarland bis zu 98,1 Prozent (Nordrhein-Westfalen) bzw. 100,0 Prozent (in Baden- Württemberg, wo es allerdings nur wenige Gesamtschulen gab). 2 Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden beim Ländervergleich nicht einbezogen, da für diese Länder nur Angaben über öffentliche Ange- bote vorliegen.
  • 11. 12 Ganztagsschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft Wenn wir die Anteile der Ganztagsschülerinnen und -schüler in Schulen in öffentlicher bzw. in privater Trägerschaft betrachten, muss berücksichtigt werden, dass die Kultusministerkonferenz für drei Länder (Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt) keine Angaben zu den Schulen in privater Trägerschaft gemacht hat. Diese Bundesländer bleiben daher bei der folgenden Analyse unberücksichtigt. Betrachtet man die Verteilung der Ganztagsschülerinnen und -schüler auf die öffentlich und privat getragenen Schulen, zeigt sich, dass bundesweit 2,2 Prozent aller Schüler und Schülerinnen Ganz- tagsschulen in privater und 28,4 Prozent Ganztagsschulen in öffentlicher Trägerschaft besuchten. In allen neuen Bundesländern hatten die Schulen in privater Trägerschaft für den Ganztag eine 1. Ganztagsschulen in Deutschland Tabelle 1: Anteile der Schülerinnen und Schüler im Ganztagsbetrieb (Primar- und Sekundarstufe I) nach Schularten (öffentliche und private Schulen) – Schuljahr 2011/12** Angaben in Prozent Grund- schulen schulart- unabhängige Orientierungsstufen Haupt- schulen Schularten mit mehreren Bildungsgängen Real- schulen Gymna- sien Gesamt- schulen Freie Waldorf- schulen Förder- schulen ins- gesamt Baden-Württemberg 9,4 77,7 37,3 X 7,2 18,5 100,0 20,0 50,4 17,2 Bayern 7,4 29,8 21,4 X 7,7 9,5 21,0 22,3 27,8 11,4 Berlin 76,7 23,4 X X X 13,5 91,0 38,3 35,8 54,2 Brandenburg 42,9 42,1 X 64,5 X 35,3 69,5 78,2 44,3 46,6 Bremen 27,1 X X 24,3 X 15,9 44,0 25,2 2,5 28,3 Hamburg 31,8 35,9 X 38,2 X 98,9 57,2 k.A. 65,8 56,8 Hessen* 19,8 55,8 50,8 46,0 48,6 52,9 60,2 X 44,3 40,0 Mecklenburg-Vorpommern 3,1 X X 63,8 X 81,0 94,3 46,5 25,6 39,8 Niedersachsen* 17,1 X 55,5 76,7 39,0 39,9 96,0 X 35,3 35,2 Nordrhein-Westfalen 34,0 X 47,9 100,0 10,8 13,0 98,1 25,0 44,6 34,8 Rheinland-Pfalz 24,7 X 28,9 20,6 2,6 10,6 29,0 23,9 81,6 22,3 Saarland 37,3 X 15,3 16,0 9,1 14,6 16,9 12,5 38,9 24,5 Sachsen 81,8 X X 69,8 X 79,1 X 84,7 96,4 78,5 Sachsen-Anhalt* 4,0 X X 36,5 X 22,5 92,2 X 66,7 23,6 Schleswig-Holstein*** 14,7 X 22,5 21,2 24,3 18,0 36,6 29,0 21,8 21,6 Thüringen 82,6 X X 26,9 X 8,4 75,4 81,4 100,0 51,0 Deutschland 26,2 35,9 36,6 43,0 16,2 24,6 73,7 22,0 46,0 30,6 * Bei diesen Ländern (im Fettdruck markiert) nur Angaben über öffentliche Angebote. ** Felder mit einem „X“ verweisen darauf, dass das entsprechende Bildungsangebot nicht vorgehalten wird. ***Schleswig-Holstein hat die der KMK gemeldeten Zahlen nachträglich korrigiert. Demnach betrug der Anteil der Schülerschaft im Ganztagsbetrieb insgesamt 23,2 Prozent. Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013.
  • 12. 13 1. Ganztagsschulen in Deutschland höhere Bedeutung als in den Ländern des früheren Bundesgebiets: In den neuen Ländern besuch- ten von allen Schülerinnen und Schülern der Primar- und Sekundarstufe I zwischen 5,3 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern) und 7,4 Prozent (Sachsen) Ganztagsschulen in privater Trägerschaft. In den alten Bundesländern reichte diese Spannweite von 0,6 Prozent (Schleswig-Holstein) bis zu 2,8 Prozent (Bayern) und 5,1 Prozent (Stadtstaat Hamburg) (vgl. Tabelle 2). Tabelle 2: Schülerinnen und Schüler in öffentlichen und privaten Ganztagsschulen in Prozent aller Schülerinnen und Schüler (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahr 2011/12 Angaben absolut und in Prozent Schülerzahlen in Jahrgangsstufen 1 bis 10 Schülerinnen und Schüler in Ganztagsschulen – absolut und in Prozent aller Schülerinnen und Schüler der öffentlichen und privaten Jahrgangsstufen 1 bis 10 öffentliche Trägerschaft private Trägerschaft Baden-Württemberg 1.056.195 152.850 14,5 28.694 2,7 Bayern 1.211.407 103.592 8,6 34.511 2,8 Berlin 273.413 137.720 50,4 10.546 3,9 Brandenburg 191.322 76.359 39,9 12.756 6,7 Bremen 55.080 14.621 26,5 943 1,7 Hamburg 145.203 75.119 51,7 7.347 5,1 Hessen* 559.523 210.649 37,6 Mecklenburg-Vorpommern 119.965 41.343 34,5 6.414 5,3 Niedersachsen* 797.364 265.674 33,3 Nordrhein-Westfalen 1.779.185 595.305 33,5 24.721 1,4 Rheinland-Pfalz 393.247 79.670 20,3 7.958 2,0 Saarland 84.407 19.244 22,8 1.449 1,7 Sachsen 294.649 209.415 71,1 21.932 7,4 Sachsen-Anhalt* 162.382 35.659 22,0 Schleswig-Holstein** 283.608 59.654 21,0 1.575 0,6 Thüringen 161.050 73.062 45,4 9.146 5,7 Deutschland 7.568.000 2.149.936 28,4 167.992 2,2 * Bei diesen Ländern liegen keine Angaben über Ganztagsschulen in privater Trägerschaft vor. **Schleswig-Holstein hat die der KMK gemeldeten Zahlen nachträglich korrigiert. Demnach besuchten 22,6 Prozent der Schülerschaft eine Ganztags- schule in öffentlicher Trägerschaft. Quellen: Berechnungen durch Klaus Klemm auf der Grundlage von: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013 KMK: Schüler, Klassen, Lehrer und Absolventen der Schulen 2002 bis 2011. Berlin 2012.
  • 13. 14 1. Ganztagsschulen in Deutschland Tabelle 3: Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb: Verteilung auf öffentliche und private Träger (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahr 2011/12 Angaben in Prozent öffentlich privat insgesamt Baden-Württemberg 15,7 34,4 17,2 Bayern 9,7 25,0 11,4 Berlin 55,4 42,2 54,2 Brandenburg 43,6 79,2 46,6 Bremen 29,6 16,5 28,3 Hamburg 58,2 45,8 56,8 Hessen* 40,0 40,0 Mecklenburg-Vorpommern 38,2 55,2 39,8 Niedersachsen* 35,2 35,2 Nordrhein-Westfalen 35,8 20,9 34,8 Rheinland-Pfalz 21,8 29,1 22,3 Saarland 24,7 22,7 24,5 Sachsen 77,7 87,9 78,5 Sachsen-Anhalt* 23,6 23,6 Schleswig-Holstein** 22,0 13,0 21,6 Thüringen 48,9 79,6 51,0 Deutschland 30,8 28,7 30,6 * Bei diesen Ländern (im Fettdruck markiert) nur Angaben über öffentliche Angebote. **Schleswig-Holstein hat die der KMK gemeldeten Zahlen nachträglich korrigiert. Demnach waren 23,7 Prozent der Schülerschaft an öffentlichen Schulen im Ganztagsschulbetrieb und 23,2 Prozent der Schülerschaft insgesamt. Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013. Wenn man – wiederum unter Ausklammerung der drei genannten Länder – die 13 Bundeslän- der in den Blick nimmt, so fällt auf, dass deutschlandweit mit 30,8 Prozent der Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Schulen und mit 28,7 Prozent derer der privaten Schulen in beiden Gruppen die Anteile von Kindern und Jugendlichen, die am Ganztagsbetrieb teilnahmen, in etwa gleich groß waren. Allerdings fanden sich auch hier wieder deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern (vgl. Tabelle 3).
  • 14. 15 2. Die Entwicklung der Ganztagsbeschulung im Zeitverlauf 2. Die Entwicklung der Ganztagsbeschulung im Zeitverlauf Auch wenn die Teilnahmequote von 30,6 Prozent besonders im internationalen Vergleich und vor dem Hintergrund einer starken Nachfrage in Deutschland eher niedrig war, kann doch festgestellt werden, dass in der jüngeren deutschen Schulgeschichte die Angebote von und die Teilnahme an Ganztagsschulen stark gestiegen sind. Der 1973 vorgelegte Bildungsgesamtplan berichtete für das Jahr 1970 (für die damalige Bundesrepublik), dass lediglich für 0,4 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen Ganztagsplätze zur Verfügung standen (BLK 1974: 28). Danach hat es bis zum Beginn unseres Jahrhunderts nur einen eher mäßigen Ausbau gegeben. Im Jahr 2002/03, seitdem die KMK regelmäßig über den Ausbaustand der Ganztagsschulen in den deutschen Ländern berichtet, nahmen erst 9,8 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der Primar- und der Sekundarstufe I am Ganztagsbetrieb teil. Seither hat sich diese Quote mit den berichteten 30,6 Prozent im Schuljahr 2011/12 (vgl. Abbil- dung 2) mehr als verdreifacht – nicht zuletzt forciert durch das „Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB), mit dem der Bund seit 2003 den Ausbau von Ganztagsschulen unterstützt hat. Mit dieser Entwicklung im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts wurde in der deutschen Schulentwicklung eine unverkennbare Trendumkehr eingeleitet. Diese vollzog sich in allen Bundesländern – wenn auch auf unterschiedlichem Niveau. In Bayern, dem Land mit dem gegenwärtig niedrigsten Ausbaustand, wurde die Teilnahme von 2,3 Prozent (2002/03) auf 11,4 Prozent (2011/12) gesteigert, in Sachsen dagegen von 22,3 auf 78,5 Prozent (vgl. zu der Entwick- lung zwischen 2002/03 und 2011/12 Tabelle 8 im Anhang). Gleichwohl bleibt das derzeitige Angebot deutlich hinter der Nachfrage nach Ganztagsschul- plätzen zurück. Die 2012 im Rahmen der JAKO-O-Bildungsstudie durchgeführte repräsentative Elternbefragung zur Nachfrage nach Ganztagsschulplätzen ergab: In Deutschland wünschten 70 Prozent der Befragten für ihre Kinder Ganztagsschulplätze – 32 Prozent in der gebundenen und 38 Prozent in der offenen Ganztagsschule (vgl. Killus und Tillmann 2012: 36; Abbildung 4).
  • 15. 16 2. Die Entwicklung der Ganztagsbeschulung im Zeitverlauf Abbildung 4: Nachfrage nach Ganztagsschulen sowie Präferenzen für Halbtags- bzw. Ganztagsschulplätze – 2012 Quelle: Killus, D./Tillmann, K.-J. (Hrsg.): Eltern ziehen Bilanz. 2. JAKO-O Bildungsstudie, Münster 2012, S. 36. Wunsch nach ... einer Halbtagsschule, in der der Unterricht mittags endet einer Ganztagsschule, in der sich für alle verbindlich den ganzen Tag über Unterricht, Ruhe- und Freizeitphasen abwechseln einer Ganztagsschule, in der ein freiwilliges Nachmittagsprogramm angeboten wird ohne Angaben Wunsch nach ... ... einer Halbtagsschule, in der der Unterricht mittags endet einer Ganztagsschule, in der sich für alle verbindlich den ganzen Tag über Unterricht, Ruhe- und Freizeitphasen abwechseln einer Ganztagsschule, in der ein freiwilliges Nachmittagsprogramm angeboten wirdohne Angaben Angaben in Prozent 28 2 32 38 Tabelle 4: Erwerbstätigenquoten von Müttern und Vätern nach dem Alter des jüngsten Kindes – 2011 Angaben in Prozent Alter des jüngsten Kindes weibliche Erwerbstätige männliche Erwerbstätige Erwerbs- tätigenquote Vollzeit- anteil Teilzeit- anteil Erwerbs- tätigenquote Vollzeit- anteil Teilzeit- anteil unter 3 31,5 30,2 69,8 82,8 93,7 6,3 3 bis 5 60,8 27,2 72,8 84,6 93,8 6,2 6 bis 9 67,6 26,7 73,3 86,0 94,5 5,5 10 bis 14 71,8 31,0 69,0 85,7 94,8 5,2 15 bis 17 72,6 37,9 62,1 84,0 95,9 4,1 unter 15 57,9 28,9 71,1 84,7 94,2 5,8 unter 18 60,1 30,5 69,5 84,6 94,4 5,6 Quelle: Keller, M./Haustein,Th.:Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In: Statistisches Bundesamt:Wirtschaft und Statistik – Dezember 2012, S. 1082. Diese Ergebnisse können vor dem Hintergrund aktueller Daten zur Erwerbstätigkeit von Eltern mit jüngeren Kindern nicht überraschen: Während die Erwerbstätigenquote bei Vätern mit unter 18-jährigen Kindern 2011 bei 84,6 Prozent lag, erreichte sie bei Müttern mit Kindern dieses Alters nur 60,1 Prozent. Auch die Anteile der Teilzeitbeschäftigten weisen in die gleiche Richtung: Bei Frauen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren lag dieser Anteil bei 69,5 Prozent, bei Män- nern dagegen bei nur 5,6 Prozent (vgl. zu diesen Daten Tabelle 4).
  • 16. 17 2. Die Entwicklung der Ganztagsbeschulung im Zeitverlauf 82,5 Prozent der Frauen verwiesen auf persönliche und familiäre Gründe für die Teilzeitbeschäf- tigung (vgl. Tabelle 5). Tabelle 5: Gründe für Teilzeittätigkeit1 von Müttern und Vätern mit Kindern unter 18 Jahren – 2011 Angaben in Prozent Gründe Mütter2 Väter2 Vollzeittätigkeit nicht zu finden 7,8 39,9 Persönliche und familiäre Gründe 82,5 25,1 Sonstige Gründe 9,7 35,0 1 Anteil der aktiv Erwerbstätigen (ohne vorübergehend Beurlaubte, zum Beispiel wegen Mutterschutz, Elternzeit) an der Bevölkerung. 2 Elternteile im erwerbsfähigen Alter mit in der Familie lebendem jüngstem Kind unter 18 Jahren, auch Stief-, Pflege- oder Adoptivkind. Quelle: Keller, M./Haustein,Th.:Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In: Statistisches Bundesamt: Wirtschaft und Statistik – Dezember 2012, S. 1084.
  • 17. 18 3. Empirische Befunde: Ganztagsschulen – Erwartungen und Wirkungen 3. Empirische Befunde: Ganztagsschulen – Erwartungen und Wirkungen Ganztagsschulen dienen zwei unterschiedlichen Aufgaben: der kustodialen, bei der es – auch mit Blick auf elterliche Erwerbstätigkeit – um die Beaufsich- tigung von Schülerinnen und Schülern geht, sowie der pädagogischen, bei der es darum geht, Schülerinnen und Schüler verstärkt individuell zu fördern. Bezüglich des Ziels, durch den Ausbau von Ganztagsschulen die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu verbessern, ergibt sich ein eindeutiges Bild. Gestützt auf Ergebnisse der Stu- die zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) fasst Züchner zusammen: „Ganztagsschulen übernehmen eine wichtige Funktion für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und spielen gerade bei der Betreuung von Kindern zwischen sechs und elf Jahren eine zunehmend bedeutsame Rolle (…) Erwerbstätigkeit der Eltern ist ein, wenn nicht der zentrale Prädiktor für den Ganztagsschulbesuch im Grundschulalter“ (Züchner 2011: 301). Zu einem vergleichbaren Ergebnis kommt eine Autorengruppe des Instituts der deutschen Wirt- schaft in ihrem 2012 vorgelegten Gutachten „Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreu- ung von Kindern von Alleinerziehenden“ (Anger et al. 2012). Darin heißt es: „Ein flächendeckendes Angebot von Ganztagsbetreuungsplätzen für Alleinerziehende hätte deutliche Arbeitsmarktef- fekte. So könnte Modellrechnungen zufolge die Erwerbstätigenquote von Alleinerziehenden mit Kindern im Alter unter drei Jahren von 32 Prozent auf 69 Prozent, von Alleinerziehenden mit Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren von 68 Prozent auf 73 Prozent und von Alleiner- ziehenden mit Grundschulkindern von 69 auf 79 Prozent steigen“ (ebd.: 56). Dies ermutigt dazu, den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen zu forcieren. Die Befunde der empirischen Schulforschung hinsichtlich der besseren Förderung sind einstwei- len deutlich ernüchternder: Berkemeyer, Bos und Manitius berichten aufgrund einer Reanalyse von IGLU- und PISA-Daten (2012: 76 ff.), dass die heutigen Ganztagsschulen bei der Förderung kognitiver Kompetenzen nicht erfolgreicher arbeiten als Halbtagsschulen. Dem stehen die Befunde von Bellin und Tamke (2010) gegenüber: Diese zeigen für den Grundschulbereich bei Ganztags- schülern im Vergleich zu Halbtagsschülern Vorteile bei der Entwicklung der Lesekompetenz. In der bereits erwähnten Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen (StEG) wiederum ließen sich bisher für Grundschulen keine individuellen Veränderungen erfassen, wohl aber für die Sekun- darstufe I: Mit Blick auf die Längsschnittkohorte (5. bis 9. Schuljahr) zeigt die Untersuchung, dass sich das Risiko von Klassenwiederholungen verringert (Steiner 2011: 202 ff.) und dass Schulnoten sich (nur) dann verbessern, wenn Schülerinnen und Schüler intensiv (mehrere Tage pro Woche) am Ganztagsunterricht teilnehmen (Kuhn und Fischer 2011: 224). Ob hinter einer – im Vergleich
  • 18. 19 3. Empirische Befunde: Ganztagsschulen – Erwartungen und Wirkungen zu Halbtagsschülern – positiveren Notenentwicklung auch ein größerer Kompetenzzuwachs steht, konnte in dieser Studie allerdings nicht überprüft werden, da keine Kompetenztests durchgeführt wurden. Zum Abbau von Chancenungerechtigkeit finden sich in der empirischen Schulforschung bisher ebenfalls keine eindeutigen Erfolgsmeldungen: Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung der Ganztagsschulen führen bei Klieme und Rauschenbach zu diesem Resümee: „In der 3. Jahr- gangsstufe sind Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund bzw. mit einem niedrigen sozio- ökonomischen Status (gemessen an den Berufen der Eltern) im Ganztagsbetrieb unterrepräsen- tiert. Dieser Unterschied bleibt über den ganzen Erhebungszeitraum erhalten. (…) Auch in der 5. Jahrgangsstufe fand StEG bei der Eingangserhebung 2005 unterschiedliche Nutzungshäufigkeiten je nach sozialer Lage und ethnischer Herkunft. Diese Unterschiede haben sich jedoch bis zum Jahr 2009 ausgeglichen“ (Fischer et al. 2011: 345). In der Auswertung der bereits herangezogenen bundesweit durchgeführten JAKO-O-Bildungsstu- die berichtet auch Tillmann eher ernüchternde Befunde: „Überraschen muss allerdings, dass die Ganztagsschul-Eltern sich genauso intensiv wie die Halbtagsschul-Eltern um Hausaufgabenkont- rollen, Lernstoff-Erarbeitungen und vorbereitende Hilfen für Klassenarbeiten kümmern. Und die Schüler/innen der Ganztagsschulen erhalten auch genauso häufig wie die Halbtagsschüler/innen privat finanzierten Nachhilfeunterricht (jeweils ca. 15 %) (…) Dem entspricht es auch, dass die Eltern an Ganztagsschulen zu 56 Prozent erklären, sie müssten vieles leisten, ’was eigentlich Aufgabe der Schule ist’. Bei Halbtagsschul-Eltern liegt dieser Wert mit 61 Prozent nur geringfügig höher“ (Killus und Tillmann 2012: 35). Die Befunde zur individuellen Förderung der kognitiven Kompetenzen wie auch die zum Abbau der Chancenungerechtigkeit geben zwei Hinweise für den weiteren Ausbau der Ganztagsschul- angebote: Sie verweisen darauf, dass die Förderung kognitiver Kompetenzen und der Abbau von Chan- cenungerechtigkeit eher in der gebundenen Form der Ganztagsschule gelingen können. Nur regelmäßige und intensive Teilnahme am Ganztagsunterricht begünstigt die Steigerung kog- nitiver Kompetenzen. Und nur die verpflichtende Teilnahme an den Ganztagsangeboten kann verhindern, dass Kinder und Jugendliche aus sozial schwächeren Familien seltener als die aus stärkeren Familien am Ganztagsunterricht teilnehmen. Die bisher vorliegenden Untersuchungen zu Wirkungen von Ganztagsschulen bieten in wich- tigen Bereichen zu wenig gesicherte Forschungsergebnisse. Vor diesem Hintergrund muss Rauschenbach et al. zugestimmt werden, die mit Blick auf die bisherige Begleitforschung zu Ganztagsschulen auf noch bestehende Forschungsdesiderata verweisen (2012: 76).
  • 19. 20 Anhang Anhang Tabelle 6: Verwaltungseinheiten mit Ganztagsbetrieb in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahre 2010/11 und 2011/12 Angaben in Prozent Anteil an allen Verwaltungseinheiten 2010/11 2011/12 Baden-Württemberg 26,7 28,6 Bayern 45,2 46,1 Berlin 83,3 86,6 Brandenburg 56,1 56,1 Bremen 33,7 35,5 Hamburg 44,5 52,6 Hessen* 41,7 46,4 Mecklenburg-Vorpommern 40,0 42,0 Niedersachsen* 38,9 45,6 Nordrhein-Westfalen 66,1 71,3 Rheinland-Pfalz 60,2 65,7 Saarland 93,8 94,4 Sachsen 96,5 96,7 Sachsen-Anhalt* 24,6 25,8 Schleswig-Holstein 50,6 53,6 Thüringen 78,2 77,2 Deutschland 51,2 54,3 *Bei diesen Ländern (im Fettdruck markiert) nur Angaben über öffentliche Angebote. Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013.
  • 20. 21 Anhang Tabelle 7: Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb – Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahre 2010/11 und 2011/12 Angaben absolut und in Prozent 2010/11 2011/12 Form in Prozent Form absolut Form in Prozent gebunden offen insgesamt gebunden offen insgesamt gebunden offen insgesamt Baden-Württemberg 10,4 5,7 16,1 108.782 72.762 181.544 10,3 6,9 17,2 Bayern 4,3 6,1 10,5 61.329 76.774 138.103 5,1 6,3 11,4 Berlin 22,3 25,7 48,0 70.768 77.498 148.266 25,9 28,3 54,2 Brandenburg 12,2 33,4 45,6 25.041 64.074 89.115 13,1 33,5 46,6 Bremen 24,7 1,6 26,2 14.685 879 15.564 26,7 1,6 28,3 Hamburg 20,9 33,9 54,8 32.087 50.379 82.466 22,1 34,7 56,8 Hessen* 2,8 34,8 37,6 16.185 194.464 210.649 3,1 36,9 40,0 Mecklenburg-Vorpommern 23,7 14,2 37,9 32.040 15.717 47.757 26,7 13,1 39,8 Niedersachsen* 9,7 21,4 31,1 69.682 195.992 265.674 9,2 26,0 35,2 Nordrhein-Westfalen 20,0 10,7 30,7 390.363 229.663 620.026 21,9 12,9 34,8 Rheinland-Pfalz 17,8 2,5 20,3 76.482 11.146 87.628 19,4 2,8 22,3 Saarland 2,8 16,9 19,7 4.852 15.841 20.693 5,7 18,8 24,5 Sachsen 28,1 45,2 73,3 91.190 140.157 231.347 30,9 47,6 78,5 Sachsen-Anhalt* 7,1 15,3 22,4 11.766 23.893 35.659 7,8 15,8 23,6 Schleswig-Holstein** 6,9 18,3 25,2 11.983 49.246 61.229 4,2 17,4 21,6 Thüringen 12,9 39,7 52,6 20.475 61.733 82.208 12,7 38,3 51,0 Deutschland 12,8 15,3 28,1 1.037.710 1.280.218 2.317.928 13,7 16,9 30,6 * Bei diesen Ländern (im Fettdruck markiert) nur Angaben über öffentliche Angebote (absolut und in Prozent der Schülerinnen und Schüler öffentlicher Schulen). **Schleswig-Holstein hat die der KMK gemeldeten Zahlen nachträglich korrigiert. Demnach besuchten im Schuljahr 2011/12 19 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine offene Ganztagsschule und damit war 23,2 Prozent der Schülerschaft im Ganztagsschulbetrieb insgesamt. Quelle: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013.
  • 21. 22 Anhang Tabelle 8: Quoten der Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb im Zeitverlauf – Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahr 2011/12 Angaben in Prozent 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 Baden-Württemberg 5,8 7,1 8,9 11,2 11,9 17,5 24,5 25,6 16,1 17,2 Bayern 2,3 2,6 2,9 3,2 3,5 4,0 4,6 8,5 10,5 11,4 Berlin 21,9 22,1 23,6 35,4 38,5 41,9 43,5 45,0 48,0 54,2 Brandenburg 10,7 11,2 15,6 20,8 27,1 32,7 38,9 42,5 45,6 46,6 Bremen* 4,6 7,4 9,2 10,7 13,4 17,6 21,7 22,5 26,2 28,3 Hamburg 5,7 6,2 10,1 25,8 35,6 34,6 43,4 47,1 54,8 56,8 Hessen* 13,7 13,6 16,2 18,6 22,0 29,2 31,1 33,5 37,6 40,0 Mecklenburg-Vorpommern 8,1 12,9 15,4 19,7 23,5 28,3 31,3 34,5 37,9 39,8 Niedersachsen* 6,2 7,3 10,5 13,5 16,0 20,1 21,4 27,4 31,1 35,2 Nordrhein-Westfalen 14,6 15,3 16,3 17,8 20,4 23,4 25,4 27,8 30,7 34,8 Rheinland-Pfalz 5,7 7,1 8,3 10,0 11,7 13,2 14,5 18,5 20,3 22,3 Saarland 4,3 5,5 5,7 7,0 8,2 11,8 14,0 15,9 19,7 24,5 Sachsen 22,3 24,4 27,0 34,6 46,8 54,3 71,3 72,7 73,3 78,5 Sachsen-Anhalt* 9,6 10,0 14,0 16,9 16,1 19,0 20,2 21,2 22,4 23,6 Schleswig-Holstein** 3,6 4,4 8,0 13,4 16,7 19,0 19,7 21,1 25,2 21,6 Thüringen 21,4 31,9 34,9 37,8 40,9 48,1 51,7 52,6 52,6 51,0 Deutschland 9,8 10,8 12,5 15,2 17,6 20,9 24,1 26,9 28,1 30,6 * Bei diesen Ländern (im Fettdruck markiert) nur Angaben über öffentliche Angebote (absolut und in Prozent der Schülerinnen und Schüler öffentlicher Schulen). **Schleswig-Holstein hat die der KMK gemeldeten Zahlen nachträglich korrigiert. Demnach betrug die Quote der Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb im Schuljahr 2009/10 19,2 Prozent, im Schuljahr 2010/11 21,2 Prozent und im Schuljahr 2011/12 23,2 Prozent. Quellen: KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2002 bis 2006. Bonn 2008 KMK:Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland – Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013.
  • 22. 23 Literatur und Datengrundlagen Literatur und Datengrundlagen Anger, Christina, Mira Fischer, Wido Geis, Sebastian Lotz, Axel Plünnecke und Jörg Schmidt. Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden. Köln 2012. Bellin, Nicole, und Fanny Tamke. „Bessere Leistungen durch Teilnahme am offenen Ganztags­ betrieb?“ Empirische Pädagogik (24) 2 2010. 93–102. Berkemeyer, Nils, Wilfried Bos und Veronika Manitius. Chancenspiegel. Zur Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme. Gütersloh 2012. Berkemeyer, Nils, Wilfried Bos und Veronika Manitius. Chancenspiegel 2013. Zur Chancengerech- tigkeit und Leistungsfähigkeit der deutschen Schulsysteme. Gütersloh 2013. BLK – Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung. Bildungsgesamtplan. Bände I und II. 2. Auflage. Stuttgart 1974. Fischer, Natalie, Heinz Günther Holtappels, Eckard Klieme, Thomas Rauschenbach, Ludwig Ste- cher und Ivo Züchner (Hrsg.). Ganztagsschule: Entwicklung, Qualität und Wirkungen. Weinheim 2011. Keller, Matthias, und Thomas Haustein. „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“. Wirtschaft und Statistik. Hrsg. Statistisches Bundesamt. Dezember 2012. 1082. Killus, Dagmar, und Klaus-Jürgen Tillmann (Hrsg.). Eltern ziehen Bilanz. 2. JAKO-O Bildungsstu- die. Münster 2012. KMK – Kultusministerkonferenz. Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland. Statistik 2007 bis 2011. Berlin 2013. KMK – Kultusministerkonferenz. Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland. Statistik 2002 bis 2006. Bonn 2008. KMK – Kultusministerkonferenz. Schüler, Klassen, Lehrer und Absolventen der Schulen 2002 bis 2011. Berlin 2013. Kuhn, Hans Peter, und Natalie Fischer. „Entwicklung der Schulnoten in der Ganztagsschule. Ein- flüsse der Ganztagsteilnahme und der Angebotsqualität“. Ganztagsschule: Entwicklung, Qualität und Wirkungen. Hrsg. Natalie Fischer, Heinz Günther Holtappels, Eckard Klieme, Thomas Rau- schenbach, Ludwig Stecher und Ivo Züchner. Weinheim 2011. 207–226. Rauschenbach, Thomas, Bettina Arnholt, Christine Steiner und Heinz-Jürgen Stolz. Ganztags- schule als Hoffnungsträger für die Zukunft. Ein Reformprojekt auf dem Prüfstand. Expertise des Deutschen Jugendinstituts (DJI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Gütersloh 2012.
  • 23. 24 Literatur und Datengrundlagen Steiner, Christine. „Ganztagsteilnahme und Klassenwiederholung“. Ganztagsschule: Entwicklung, Qualität und Wirkungen. Hrsg. Natalie Fischer, Heinz Günther Holtappels, Eckard Klieme, Thomas Rauschenbach, Ludwig Stecher und Ivo Züchner. Weinheim 2011. 187–206. Tillmann, Klaus-Jürgen. „Kritisch und aufgeschlossen – der Blick der Eltern auf die Bildungspoli- tik. Der Blick der Eltern auf das deutsche Schulsystem“. Eltern ziehen Bilanz. 2. JAKO-O Bildungs- studie. Hrsg. Dagmar Killus und Klaus-Jürgen Tillmann. Münster 2012. 35–58. Züchner, Ivo. „Ganztagsschulen und Familienleben. Auswirkungen des ganztägigen Schulbe- suchs“. Ganztagsschule: Entwicklung, Qualität und Wirkungen. Hrsg. Natalie Fischer, Heinz Günther Holtappels, Eckard Klieme, Thomas Rauschenbach, Ludwig Stecher und Ivo Züchner. Weinheim 2011. 291–311.
  • 24. 25 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Abbildung 1: Anteil der Ganztagsschulen an allen Schulen in den Schuljahren 2010/11 8 und 2011/12, in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) Abbildung 2: Anteil der Schüler im Ganztagsbetrieb an allen Schülern in den Schuljahren 9 2010/11 und 2011/12, Allgemein bildende Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) Abbildung 3: Anteil der am gebundenen Ganztagsschulbetrieb teilnehmenden Schüler 10 in den Schuljahren 2010/11 und 2011/12, Allgemein bildende Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) Tabelle 1: Anteile der Schülerinnen und Schüler im Ganztagsbetrieb (Primar- und 12 Sekundarstufe I) nach Schularten (öffentliche und private Schulen) – Schuljahr 2011/12 Tabelle 2: Schülerinnen und Schüler in öffentlichen und privaten Ganztagsschulen 13 in Prozent aller Schülerinnen und Schüler (Primar- und Sekundar- stufe I) – Schuljahr 2011/12 Tabelle 3: Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb: 14 Verteilung auf öffentliche und private Träger (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahr 2011/12 Abbildung 4: Nachfrage nach Ganztagsschulen sowie Präferenzen für Halbtags- bzw. 16 Ganztagsschulplätze – 2012 Tabelle 4: Erwerbstätigenquoten von Müttern und Vätern nach dem Alter des 16 jüngsten Kindes – 2011 Tabelle 5: Gründe für Teilzeittätigkeit von Müttern und Vätern mit Kindern unter 17 18 Jahren – 2011 Tabelle 6: Verwaltungseinheiten mit Ganztagsbetrieb in öffentlicher und privater 20 Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahre 2010/11 und 2011/12 Tabelle 7: Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb – Schulen in 21 öffentlicher und privater Trägerschaft, (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahre 2010/11 und 2011/12 Tabelle 8: Quoten der Schülerinnen und Schüler im Ganztagsschulbetrieb 22 im Zeitverlauf – Schulen in öffentlicher und privater Trägerschaft (Primar- und Sekundarstufe I) – Schuljahre 2011/12
  • 25. 26 Über den Autor Über den Autor Prof. Dr. phil. Klaus Klemm (Jahrgang 1942) gilt als einer der erfahrensten deutschen Bil- dungsforscher. Von 1977 bis 2007 hatte er einen erziehungswissenschaftlichen Lehrstuhl im Fachbereich Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen inne. Dort leitete er bis zu seiner Emeritierung die Arbeitsgruppe Bildungsplanung und Bildungsforschung. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Arbeitsfeldern regionale Schulentwicklungs- planung, Lehrerbedarfsplanung, Leistungsstu- dien, Inklusion sowie Bildungsfinanzierung. Klemm war u.a. Mitglied der Enquete-Kommis- sion des Deutschen Bundestages „Zukünftige Bildungspolitik“ und des von der Bundesregie- rung und den Regierungen der Länder gemein- sam berufenen „Forums Bildung“; bis Ende 2006 war er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der PISA-Studien sowie im Beirat für die deutsche Bildungsberichterstattung. An der Erstellung der Bildungsberichte für Deutsch- land war er bis 2008 beteiligt.
  • 26. 27 Über den Autor Impressum © 2013 Bertelsmann Stiftung Bertelsmann Stiftung Carl-Bertelsmann-Straße 256 33311 Gütersloh www.bertelsmann-stiftung.de Verantwortlich Ulrich Kober Gestaltung Markus Diekmann, Bielefeld Titelfoto colourbox Veit Mette Druck Matthiesen Druck, Bielefeld
  • 27. www.bertelsmann-stiftung.de Adresse | Kontakt Bertelsmann Stiftung Carl-Bertelsmann-Straße 256 33311 Gütersloh Telefon +49 5241 81-0 Fax +49 5241 81-81999 Ulrich Kober Programm Integration und Bildung Telefon +49 5241 81-81598 Fax +49 5241 81-681598 ulrich.kober@bertelsmann-stiftung.de