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Regulierung des Schattenbankensektors

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Das Schattenbanken-System ist stärker reguliert als weithin angenommen, so eine aktuelle Bestandsaufnahme des BdB. Dass dies nicht in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen ist, liegt daran, dass die …

Das Schattenbanken-System ist stärker reguliert als weithin angenommen, so eine aktuelle Bestandsaufnahme des BdB. Dass dies nicht in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen ist, liegt daran, dass die meisten betreffenden Regelungen weder im Titel noch im Wortlaut den Begriff Schattenbank verwenden. Diese Präsentation zeigt, was bisher geschehen ist - und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Published in: Economy & Finance

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  • 1. Die Regulierung des Schattenbankensektors Eine Bestandsaufnahme Autor: Dr. Siegfried Utzig Ort: Berlin Datum: 25. Februar 2014
  • 2. Kennzeichen des Shadow Banking n  Mit der Kreditintermediation wird eine den Banken © Bundesverband deutscher Banken e.V. vergleichbare Aufgabe erfüllt. n  Diese Leistung wird erstellt, indem (häufig) mehrere Akteure – in der Regel über den Finanzmarkt – miteinander interagieren. n  Für die Akteure des Schattenbankensystems gelten weder die bankaufsichtlichen Regulierungen, noch verfügen sie über den stabilitätssichernden Zugang zu Einlagensicherung und Zentralbankgeld. 2
  • 3. Herausforderungen einer Regulierung n  Schattenbankengeschäfte sind eher ein Element der globalen und weniger der nationalen Finanzmärkte. n  Die einzelnen Marktakteure sind in hohem Maße miteinander und mit dem Bankensystem verflochten. Ø  Die in nationale Gesetze umzusetzenden Regulierungen © Bundesverband deutscher Banken e.V. müssen daher international kompatibel sein. 3
  • 4. Umgesetzte oder in Umsetzung befindliche Regulierungen Workstream I EU Workstream II EU Workstream III EU Workstream IV EU Workstream V EU CRD II, CRD III, CRD IV, CRR IFRS 7, 10, 11, 12 EMIR AIFMD UCITS EMIR AIFMD EMIR CRD II, CRD III, Regulierungen wurden auf AIFMD und UCITS übertragen Noch keine Maßnahmen ergriffen Verordnungsentwurf für Geldmarktfonds USA USA USA USA USA Änderung der Bilanzierungsregeln zur Konsolidierung. (FAS) 166 und 167 Ergänzungen zu Rule 2a-7 des Investment Company Acts. Einführung von Rule 22e-3 Bestimmung von Section 941 des DFA sowie Section 15G of the Securities Exchange Act of 1934 (Exchange Act) Tri-party Repo Infrastructure Reform Task Force der Fed Nicht-Banken-SIFIs nach Section 113 des DFA. Section 165 DFA © Bundesverband deutscher Banken e.V. Section 619 des DFA (Volcker Rule) Vorschläge des FSOC nach Section 120 des DFA Regulation AB Section 15(d) of the Exchange Act. Monatlicher Bericht über die Marktgröße, die Zusammensetzung der Sicherheiten und der Margining Praktiken Vorschlag der SEC 4
  • 5. Workstream I Noch ausstehende Regulierungen Workstream II Workstream III Workstream IV Workstream V Aufsichtliche Limits für Umsetzung der Regulierungsvorschläge steht noch aus Regulierungsempfehlungen des FSB sind offen gestaltet. Kaum einzu-schätzen, welche weiteren Regulierungsschritte in EU oder USA ergriffen werden. Keine Entwicklung von Standards zur Datensammlung und aggregation Bankforderungen an den Schattenbankensektor (Großkredite) Erhöhung von Eigenkapital-Anforderungen von Bankforderungen mit dem Schattenbankensektor (z. B. Anrechnung von Investments in Fonds) Entwicklung eines Prozesses zum internationalen Informationsaustausch zu Aktivitäten und Einheiten des Schattenbankensektors Einführung von Mindest-Haircuts EU Einführung eines zentralen Registers EU-Wertpapiergesetz EU EU © Bundesverband deutscher Banken e.V. Bankenstrukturreform Regulierung von ETF ist zu erwarten Bestimmung von NonBank-SIFIs, Abwicklung und Restrukturierung von Nicht-Bank-Finanzinstituten 5
  • 6. Workstream I: Regulierung der Beziehungen zwischen Banken und Schattenbankensektor © Bundesverband deutscher Banken e.V. FSB und EU folgen dem Ansatz einer indirekten Regulierung. Nicht die Schattenbankengeschäfte, sondern die Banken werden reguliert. Dies soll in drei Bereichen erfolgen: 1.  Die aufsichtliche Konsolidierung von Interaktionen der Banken mit dem Schattenbankensystem. 2.  Die Einführung von aufsichtlichen Limits für Bankforderungen an den Schattenbankensektor (Großkredite). 3.  Eine mögliche Erhöhung von Eigenkapitalanforderungen von Bankforderungen mit dem Schattenbankensektor (z. B. Anrechnung von Investments in Fonds). Baseler Ausschuss hat Regulierungsvorschläge erarbeitet. 6
  • 7. Workstream I: Regulierung der Beziehungen zwischen Banken und Schattenbankensektor Außerhalb des FSB Ansatzes fanden folgende Regulierungen statt: © Bundesverband deutscher Banken e.V. n  Reformen in der Bilanzierung verringerten für Banken die Möglichkeiten, durch den Einsatz von Schattenbankeneinheiten die Größe ihrer Bilanz zu beeinflussen (IFRS 7, 10, 11, 12). n  Die Eigenkapitalunterlegung für Geschäfte mit dem Schattenbankensektor wurden erhöht (CRD III). n  Für Geschäfte mit den Schattenbanken wurde die Größenbegrenzung verschärft (CRR). n  Durch eine Bankenstrukturreform sollen Engagements im Schattenbankensektor verboten werden. 7
  • 8. Workstream I: Fazit © Bundesverband deutscher Banken e.V. Positiv: n  Indirekte Regulierung leistet einen Beitrag zu einer größeren Transparenz. n  Anreize zur Verfolgung risikoreicher Geschäftsmodelle werden gedämpft. Negativ: n  Indirekte Regulierung kann zur Abwanderung von Geschäften in den Schattenbankensektor führen. n  Im Falle unzureichender internationaler Koordination kann ein internationales Wettbewerbsgefälle entstehen. 8
  • 9. Workstream II: Geldmarktfonds n  In der EU wurden Geldmarktfonds bereits vor Ausbruch der Finanzkrise in der UCITS-Richtlinie reguliert. n  IOSCO veröffentlichte Regulierungsempfehlungen im Oktober 2012. n  Geldmarktfonds mit konstantem Net-Asset-Value (CNAV) stehen im Mittelpunkt des Regulierungsinteresses. © Bundesverband deutscher Banken e.V. §  IOSCO fordert, dass Geldmarktfonds zu einem variablen Net-Asset- Value-Modell (VNAV) wechseln – „where such a move is workable“. n  Im September 2013 veröffentlichte die EU-Kommission einen Verordnungsentwurf für Geldmarktfonds. Derzeit befasst sich das EU-Parlament damit. 9
  • 10. Workstream II: Fazit Positiv: n  Ziel der Regulierung von Geldmarktfonds soll es sein, eine Wiederholung eines Runs wie 2008 zu vermeiden. © Bundesverband deutscher Banken e.V. Negativ: n  NAV-Puffer und das Verbot von CNAV sind hierfür beide nur bedingt geeignet. Sie tangieren nämlich nicht das Hauptproblem eines Runs im Finanzsektor – den „First-MoverAdvantage“. n  Eigenkapitalanforderung des Kommissionsvorschlags schießt über das Ziel hinaus, da Geldmarktfonds damit aus dem Markt getrieben würden. 10
  • 11. Workstream III: Regulierung von Schattenbankeneinheiten n  Die EU-Kommission hat nach dem Ausbruch der Finanzkrise relativ rasch Schritte zur Regulierung zuvor unregulierter Finanzinstitutionen ergriffen. n  Mit der „Alternative Investment Fund Managers © Bundesverband deutscher Banken e.V. Directive“ (AIFMD) wurden bereits im Juni 2011 harmonisierte Regulierungsanforderungen für Institutionen eingeführt, die für das Management und die Verwaltung solcher Fonds verantwortlich sind. n  Seit Juli 2013 müssen diese Regeln auf alle Hedge Funds, Private Equity Funds und sonstige Fonds angewandt werden. 11
  • 12. Workstream III: Fazit © Bundesverband deutscher Banken e.V. Positiv: n  EU hat mit der AIFMD ein Instrument geschaffen, das auch für die Regulierung von Schattenbank-Einheiten anwendbar ist. Vergleichbar den Vorschriften des Baseler Ausschusses für Banken werden hier Kapital-, Liquiditäts- und Leverageanforderungen definiert. Offen: n  Vorschläge des FSB gehen weit über die bereits ergriffenen Regulierungen von Schattenbankeneinheiten hinaus. n  Vielfalt der Schattenbanken-Einheiten, rechtliche Unterschiede, nicht zuletzt aber auch wachsende politische Gegenwehr, lassen weiteren Weg offen erscheinen. 12
  • 13. Workstream IV: Verbriefungen © Bundesverband deutscher Banken e.V. n  In der CRD II werden Kreditinstitute dazu verpflichtet, zu überprüfen, ob der Originator oder Sponsor der Transaktion einen Eigenbehalt von mindestens 5 % der verbrieften Forderungen besitzt. (Gilt auch für Solvency II, AIFMD und UCITS). n  Mit der CRD III wurden zusätzlich die Eigenkapitalanforderungen für die aus Verbriefungen resultierenden Risiken verschärft. Dies gilt insbesondere für Wiederverbriefungen. n  Unter der CRD II kann ein Kreditinstitut nur dann in eine Verbriefung investieren, wenn es ein umfassendes Verständnis der Risikocharakteristika der Verbriefung belegen kann. Da die CRD II von den Investoren diesen Nachweis auch während der gesamten Laufzeit einer Verbriefung verlangt, bedeutet dies, dass die Emittenten zu einer laufenden Berichterstattung verpflichtet sind. 13
  • 14. Workstream IV: Fazit © Bundesverband deutscher Banken e.V. Positiv: n  Sowohl nach Verständnis des FSB als auch der EU-Kommission ist Regulierung der Verbriefung abgeschlossen. Mögliche Probleme: n  Verbriefungsmärkte sind sowohl national als auch international sehr heterogen. n  Es bestehen innerhalb und zwischen einzelnen Jurisdiktionen Unterschiede hinsichtlich der verbrieften Aktiva und der Form der Emission. n  Häufig ist die Emission von Verbriefung grenzüberschreitend, eine Konsistenz der verschiedenen nationalen Regulierungen ist daher unabdingbar, um die Integration der Märkte zu unterstützen und Wettbewerbsnachteile zu verhindern. 14
  • 15. Workstream V: Repo-Geschäfte und Wertpapierleihe Die Regulierungsvorschläge des FSB lassen sich grob in drei Gruppen unterteilen: 1.  Verbesserung der Transparenz. 2.  Regulierung der wertpapiergedeckten Finanzierung. 3.  Strukturelle Aspekte der wertpapiergedeckten Finanzierung. © Bundesverband deutscher Banken e.V. n  Zur Verbesserung der Transparenz sollen Aufsichtsbehörden die Sammlung von Daten über Repo-Geschäfte und Wertpapierleihe merklich ausweiten. n  Regulierungsempfehlungen umfassen Maßnahmen zu Cash Collateral und Re-Hypothecation. n  Bezüglich Re-Use schlägt der FSB die Einführung von MindestHaircuts vor. 15
  • 16. Workstream V: Repo-Geschäfte und Wertpapierleihe EU-Kommission hat in ihrer Mitteilung zu Shadow Banking die Notwendigkeit einer größeren Transparenz sowie die Sammlung zusätzlicher Daten aufgegriffen. © Bundesverband deutscher Banken e.V. n  Kommission folgt der Initiative der EZB zur Einführung eines zentralen Registers, um detaillierte Daten über Repo-Geschäfte in der EU zu erfassen. n  Kommission hat am 29. Januar 2014 einen Verordnungsentwurf über die Meldung und Transparenz von Wertpapierfinanzierungsgeschäften veröffentlicht und folgt damit den Empfehlungen des FSB. 16
  • 17. Workstream V: Fazit n  Repo-Geschäfte und Wertpapierleihe sind sowohl für Kreditinstitute als auch für andere Marktteilnehmer von großer Bedeutung, um ihre Liquidität sicher zu stellen. Diese Bedeutung wird in Folge neuer Regulierungen, wie den neuen Eigenkapitalanforderungen und der Regulierung für Derivate, noch zunehmen. n  Die empfohlenen Regulierungen, insbesondere in den Bereichen © Bundesverband deutscher Banken e.V. Re-Hypothecation und Re-Use, dürften sich aufgrund großer Unterschiede in den Rechtssystemen als schwierig erweisen. n  Die Einführung von Mindest-Haircuts für Repo-Geschäfte zwischen regulierten Marktteilnehmern und Schattenbankeneinheiten soll dem Ziel dienen, die Prozyklizität der Repo-Geschäfte zu begrenzen. Ein eindeutiger Beleg für die prozyklische Wirkung von Haircuts wurde zumindest aus Sicht der Marktteilnehmer bislang aber nicht erbracht. 17
  • 18. © Bundesverband deutscher Banken e.V. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Bundesverband deutscher Banken Autor: Dr. Siegfried Utzig Funktion: Direktor E-Mail: siegfried.utzig@bdb.de

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